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Dienstag 1.12.1998

Erneuter Penny-Raub
Obersontheim. Erneut hat ein Unbekannte die Tages-Einnahmen eines Penny-Marktes geraubt. Ziel diesmal: der Markt am Ortsrand von Obersontheim. Nach der Personenbeschreibung könnte es sich um denselben Täter handeln, der vor 20 Tagen den Penny-Markt von Mainhardt überfallen hat. Der etwa 170 große, blondhaarige Mann ging nach der gleichen Methode vor. Er zwang die Angestellten, die den Markt gerade schließen wollten, mit vorgehaltener Waffe, die im Tresor zur Abholung bereitliegenden Tageseinnahmen herauszugeben. Wie auch in Mainhardt flüchtete der Täter anschließend zu Fuß mit mehreren Tausend Mark Beute.

Welt-AIDS-Tag
Schwäbisch Hall/Hohenlohe. Der Welt AIDS-Tag wird heute begangen, mit unterschiedlicher Publicity und Intensität in der Region. Alle Zahlen über AIDS-Kranke sind vage, da für diese Krankheit (man sollte es kaum glauben) keine Meldepflicht besteht! Rund 50 AIDS-Kranke schätzen Experten gibt es in Gesamt-Hohenlohe, etwa doppelt bis dreifach soviele HIV-Infizierte. Der Gedenktag wird im Landkreis Hall mit einem ökomenischen Gottesdienst in der Haller St Michaelskirche begangen. Aufgeführt wird vor dem gemeinsamen Abendmahl ein symbolisches Tanztheaterstück, das die Gefühlswelt von HIV-Infizierten darstellt. Außerdem gibt es kleine Infostände im Haller Gesundheitsamt und der Außenstelle Crailsheim. Im Hohenlohekreis gibt es heute keinerlei Aktionen. Am 7. Dezember allerdings kommt auf Einladung des Hohenloher Gesundheitsamtes eine Nürnberger Theatertruppe mit dem interaktiven Stück 'AIDS geht's los' in die Hauswirtschaftsschule Künzelsau.

Unmut bei Handwerkern
Schwäbisch Hall. Wie bei der IHK gibt es auch unter den Handwerkern "Rebellen", die gegen die Zwangsmitgliedschaft bei der Handwerkskammer aufbegehren. Einige Handwerker sehen in der Handwerkskammer mittlerweile eine unnötige Einrichtung und ließen bei der jüngsten Obermeisterversammlung der Innungen kräftig "Dampf" ab. Werner Dierolf Chef der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall-Hohenlohe meinte, alle Handwerker hätten ein klein wenig von einem Rebellen. Und was bei der Versammlung ablief, das sei schon eine klare Unmutsäußerung von der Basis gegen doppelte Beitragszahlung gewesen. Beim Handwerk gebe es einmal die Pflichtmitgliedschaft in der Handwerkskammer, zum anderen die berufsständische Mitgliedschaft in den sogenannten Innungen. "Die ist zwar freiwillig, dem einzelnen Handwerker aber näher, als die Kammer. Deren Hilfestellung nutzt der einzelne Handwerker im Alltag selten. Eine Rebellengruppe wie bei der IHK, so Dierolf, gebe es nicht, aber die Grundströmung, die Tendenz sei deutlich sichtbar." Dierolf schlug vor, auf Innungsseite schlagkräftiger und effizienter zu werden. Einzelne verwandte Innungen könne man durchaus zusammenfassen.

Differenzen in Sachen KZ-Gedenkstätte
Schwäbisch Hall. Nach grundsätzlicher Einigkeit über eine Gedenkstätte am Platz des einstigen Konzentrationslagers am Hessentaler Bahnhof, scheint es jetzt Differenzen über die Funktion einer solchen Gedenkstätte zu geben. Während die Stadtverwaltung einen Ort der Stille, Ruhe und Kranzniederlegungen favorisiert, will die Initiative Gedenkstätte eher einen Ort des Lernens mit Ausstellungen und Veranstaltungen für junge Besucher. Heute Abend will sich die Initiative mit Gemeinderäten und anderen Interssierten im Löchnerhaus der Volkshochschule treffen und ein Modell sowie ein Gesamtkonzept vorstellen, das aus einem internen Ideenwettbewerb unter Haller Kunstschaffenden hervorging. Von Seiten der Initiative wird befürchtet, die Stadtverwaltung könne noch im Dezember oder im Frühjahr 99 mit der Realisierung ihres nicht tragfähigen Konzeptes in nach 54 Jahren völlig unverständlicher Eile beginnen.

11 500 Mark erspielt
Crailsheim. Ein Betrag von 11 500 Mark kam beim Benefizkonzert des Polizeilandesmusikkorps am 11. November in der Crailsheimer Jahnhalle zusammen. Zahlreiche Organisationen von der Crailsheimer Feuerwehr bis zum örtlichen Lions-Club besuchten das Konzert und spendeten dort größere Beträge. Der Schatzmeister des Lionsclubs, Polizeidirektor Gerd Bornschein und der Ehrenvorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Karl Dürrich überreichten jetzt einen Scheck an Crailsheims OB Georg Schlenvogt. Bestimmt ist das Geld für die Jugendarbeit der Stadt. Benötigt wird Geld etwa für die Einrichtung von Jugendräumen in den Ortsteilen Jagstheim oder Onolzheim aber auch für Projekte des Stadtjugendringes oder Anti-Gewalt-Trainingsprogramme an den Schulen der Stadt.

Verkaufs-Benefiz zum Welt-AIDS-Tag
Crailsheim. Das Crailsheimer Modehaus TC-Buckenmaier beteiligt sich an einer Benefiz-Idee zum heutigen Welt-AIDS-Tag. Bei allen mit einer roten AIDS-Schleife gekennzeichneten Kleidungsstücken verzichtet das Modehaus auf seinen Gewinn und gibt ihn als Spende an die Deutsche AIDS-Stiftung. Die Schaupielerin Iris Berben hat die Patenschaft der Aktion übernommen. 60 Sportfachgeschäfte, Herrenausstatter und Bekleidungshäuser bundesweit beteiligen sich an der von einem Kölner Textilgeschäft und der AIDS-Stiftung Köln entwickelten Idee.

Midi-Bus
Künzelsau. Die bisherigen Linienbusse können den Vorort Garnberg hoch über Künzelsau wegen einer Baustelle nicht mehr anfahren. Da über den Winter auch auf einer bisherigen Umleitungsstrecke nicht mehr gefahren werden kann, hat der Nahverkehr Hohenlohe einen Extra-Busdienst nach Garnberg eingerichtet. Da im Ort Garnberg keine Wendemöglichkeit für einen normalen Linienbus besteht, werden auf der Strecke zwischen dem Künzelsauer Bahnhof und Garnberg sogenannte Midi-Busse eingesetzt.

Spenden für Bus
Weißbach. Mehr als 2 km Schulweg und über 100 Meter Höhenunterschied überwinden müssen künftig Schulkinder des Weißbacher Ortsteiles Halberger Ebene: zu Fuß. Die Gemeinde kann die Kosten für den Ortsbus aufbringen, obwohl dessen Fahrer über eine ABM-Maßnahme des Arbeitsamtes gefördert wurde. Nun will der Verein "Kunterbunter Kinderkiste" eine Spendenaktion starten. Ziel ist, die fehlenden 65 Tsd Mark aufzubringen, mit denen man die seit Ende August eingestellte Buslinie wieder fahren lassen könnte. Außerdem will man durch Motivation der Bewohner der Halberger Ebene darauf hinwirken, daß die Linie sich langfristig selber trägt. Der Verein hat bei der Volksbank Hohenlohe ein Spendenkonto unter dem Stichwort 'Stadtbus Weißbach' eingerichtet.

Soziale Berufe
Schwäbisch Hall. Einen ganzen Nachmittag widmet das Berufs-Informationszentrum im Haller Arbeitsamt morgen den sozialen Berufen. Evangelisches Diakoniewerk, Sonnenhof und Berufsberatung haben gemeinsam für Schüler und Schülerinnen der Abschlußklassen eine kleine Messe organisiert. Ob Familienpflege oder Freiwilliges Soziales Jahr, ob Zivildienst oder Krankenpfleger, Sozialpädagoge oder Psychologin für alle Fragen zur beruflichen Zukunft in diesem Bereich gibt es auf zwei Stockwerken des Arbeitsamtes Infostände, an denen Vertreter von möglichen Ausbildungsstätten in der Region für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen. Dazu gibt es Vorträge über Musiktherapie, Sport- und Physiotherapie oder Altenpflege. Offen ist diese Infomesse für alle Interessierte morgen von 14 bis 17 Uhr

Im Amt bestätigt
Schwäbisch Hall. Im Amt bestätigt wurde bei der jüngsten Kreisdelegierten-Konferenz der 720 Mitglieder starken SPD im Landkreis Schwäbisch Hall der Vorsitzende Hans Zipperer. In ungewohnter Rolle als Verteidiger der Bundesregierung fand sich der Bundestagsabgeordnete Hermann Bachmaier wieder, als er mit einiger Verspätung bei der Konferenz eintraf. Er hatte sich in seinem eigen Wahlkreis verfahren. Ziel der Kreis-SPD für das nächste Jahr ist es, bei den Kommunalwahlen die Fraktionsstärke vor allem im Kreistag auszubauen und mehr als die jetzt 12 Mandate zu erreichen.

Klax länger offen
Schwäbisch Hall. Mit längeren Öffnungszeiten des Jugend- und Schüler-Cafes KLAX reagiert die Stadtverwaltung auf das Problem, herumlungernder Jugendlicher in Haller Einkaufspassagen und am Busbahnhof Spitalbach. Außerdem haben Jugendliche die Möglichkeit sich einen Cliqenraum für bestimmte Zeiten reservieren zu lassen, wo sie dann ungestört unter sich bleiben können. Aus personellen und finanziellen gründen kann die Stadt diesen Service allerdings nur an drei Tagen der Woche anbieten.

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Mittwoch 2.12.1998

Keine Spur
Obersontheim. Keine Spur gibt es von dem Täter, der am Montag Abend den PENNY-Markt von Obersontheim überfallen hat. Die Personenbeschreibung läßt nur darauf schließen, daß es sich höchstwahrscheinlich um denselben Täter handelt, wie beim Überfall auf den PENNY-Markt in Mainhardt am 10. November. Der Mann hatte sich mit vorgehaltener Pistole jeweils die Tageseinnahmen aushändigen lassen, als die Marktleiterinnen gerade abschließen wollen. danach war er zu Fuß geflüchtet. In Obersontheim war er über das Gelände des benachbarten Autohauses Sing in Richtung Landesstraße verschwunden. Es wird nicht ausgeschlossen, daß der Mann dort ein Fahrzeug möglicherweise mit einem Helfer geparkt hatte. Beschrieben wird der Mann für einen Mann relativ klein: 1,65 m bis 1,70 m groß, schlank, mit wahrscheinlich blondem Haar. Er spricht Deutsch und täuschte einen ausländischen Akzent vor. Verwaschene Jeans, schwarze Stoffjacke, schwarze Lederhandschuhe, dunkle Schuhe und schwarze Wollmaske mit drei Schlitzen, so die Bekleidung des Täters zur Zeit des Überfalls. Er benutzte zur Drohung eine kleine schwarze Pistole.
CR ins Klimabündnis
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim soll dem Klimabündnis europäischer Gemeinden und Städte beitreten. Dieses Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, auf lokaler Ebene die Ziele durchzusetzen., die auf internationaler Ebene bei Klimakonferenzen vereinbart wurden. Eine überparteiliche lokale Gruppe Interessierter trifft sich heute Abend in der Crailsheimer Sonne, um zu beraten, wie man einen Betritt Crailsheims zu diesem Bündnis erreichen könnte. Ansätze zur Verringerung der CO2-Emissionen in der Stadt gibt es bereits. Bis zum Jahr 2010 soll sich der Ausstoß halbiert haben. Mehrerer Gemeinden im Landkreis Schwäbisch Hall sind dem Klimabündnis schon beigetreten. Als erste waren dies vor etwa fünf Jahren die Gemeinden Rosengarten und Schwäbisch Hall.

Teure Kerze
Kupferzell. Die teuerste Kerze seinens Lebens angezündet hat jetzt ein Mann in Kupferzell. Nur kurz hatte er sein Wohnzimmer nach dem Anzünden verlassen, als er wiederkam schlugen im Flammen entgegen. Beim versuch den Zimmerbrand zu löschen, zog sich der 59jährige eine Rauchvergiftung und kleinere Verbrennungen zu. Die alarmierte Feuerwehr bekam den Brand rasch unter Kontrolle. Der entstandene Schaden dürfte dennoch bei etwa 100 Tsd Mark liegen.

Integration mit Bits und Bytes
Kirchberg an der Jagst. Sich mehr ins örtliche Leben integrieren möchte das obwohl längst nicht mehr im Schloß untergebracht immer noch "Schloßschule" genannte Internat in Kirchberg an der Jagst. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule hat man sich überlegt, daß EDV-Schnupperkurse für die Bevölkerung das ideale Mittel sein könnten. Ab dem kommenden Jahr will man sich mit Bits und Bytes auf Integrationskurs begeben. Lehrmaterial und den EDV-Raum stellt die Schule zur Verfügung. Die Schule selbst ist längst auch mit einem umfangreichen Angebot im Internet zu finden. Zum einen lassen sich dort die kulturellen Veranstaltungen in der "Fabrik", dem schuleigenen Kulturzentrum abfragen, zum anderen bietet die Schloßschule eine der umfangreichsten Datenbanken zum Lateinunterricht mit vielen Hintergrund-Informationen zum alltäglichen Leben in römischer Zeit an. Die URLs: www.sk.sha.bw.schule.de und www.lateinforum.de

Bei 8,7 Mio ist Schluß
Mulfingen. Höher als 8,7 Mio Mark dürfen die Kosten für die neue Turn- und Sporthalle nicht werden. Das beschlossen jetzt die Gemeinderäte von Mulfingen. 'Erschrocken' waren Bürgermeister Hermann Limbacher und die Räte, als sie die Ausschreibungsergebnisse der einzelnen Gewerke addiert hatten und auf einen Betrag kamen, der um rund 1,6 Mio Mark über den Kostenvorausrechnungen lag. Bei größter Sparsamkeit, so Architekt Uwe Hein könne man das Projekt auf 7,6 Mio Mark zusammenstreichen. Doch 1,1 Mio Mark für die Nebenkosten des Neubaus fielen dann immer noch an. Das preisgünstigste Angebot der Ausschreibung hatte bei 8,2 Mio Mark gelegen.

Umweltakademie
Künzelsau. Die Hohenloher Umweltakademie, ein Zusammenschluß von Landratsamt und Volkshochschule im Hohenlohekreis lädt heute zu ihrer letzten Veranstaltung dieses Jahres. Im Hermann Lenz Haus von Künzelsau stellen zwei Naturschutzbeauftragte sich und ihre Tätigkeitsbereiche anhand konkreter Beispiele vor. Bei fast jedem Baugesuch, bei Straßenbauten und Flurneuordnungsverfahren werden die Naturschutzbeauftragten ebenso gefragt wie bei Pflegemaßnahmen oder Ausweisung von Schutzgebieten. Die Naturschutzbeauftragten des Landkreises Hohenlohe sehen sich als Bindeglied zwischen Behörde und Bevölkerung

18 Mal nach Ungarn
Künzelsau. Der Partnerschafts-Ausschuß der Stadt Künzelsau hatte Mühe, das Programm für das kommende Jahr zu terminieren.
18 Gruppen und Vereine wollen 1999 im Rahmen der Künzelsauer Städtepartnerschaft mit Marcali nach Ungarn reisen oder kommen von dort nach Künzelsau. Feststehende Termine in dieser blühenden Partnerschaft, so Bürgermeister Volker Lenz, sind das Frühlingsfest in Marcali Mitte März, der Schüleraustausch im Sommer und das Künzelsauer Straßenfest, zudem Gäste aus Marcali erwartet werden. Auch wirtschaftlich ist Künzelsau mit der ungarischen Stadt verbunden. Der Jeanshersteller Mustang, der die Jeansherstellung in Künzelsau im März einstellen will, hat einen nicht unerheblichen Teil seiner Produktion nach Marcali verlegt.

Pelgrim beharrt
Schwäbisch Hall. Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim beharrt in der Auseinandersetzung mit Ulrich Stückle, dem Chef des Haller Landratsamtes, über die Westumgehung auf seiner Darstellung. Frühestens in acht Jahren könne mit dem Straßenbau begonnen werden. Dies sei die logische Folge aus den nicht rechtzeitig gestellten Anträgen zur Förderung nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz GVFG. Landrat Ulrich Stückle hatte Pelgrim ungenaue Darstellung im Gemeinderat und Stimmungsmache vorgeworfen. Unterdessen forderte das Regierungspräsidium ein Ende der Haller Phantom-Diskussion. Jeder der Beteiligten wisse, daß der GVFG-Topf seit jeher deutlich überzeichnet sei und die Zuschußmittel auf 70 Prozent gekürzt worden seien. Hall solle jetzt sein Projekt fertig planen und genehmigen lassen, so Pressesprecher Ralph König beim Regierungspräsidium, "dann werde man für die Mittel sorgen. Nach wie vor habe das RP die Möglichkeit, gewisse Projekte zu priorisieren. Allein die Kürzung der Zuschüsse auf 70 Prozent wird den Landkreis Schwäbisch Hall bei dem geschätzt 30 Mio Mark-Projekt Westumgehung eine Mehrbelastung von drei Mio Mark einbringen. Eine Menge Geld für einen Landkreis mit leeren Kassen.

Richtfest
Schwäbisch Hall. Am dritten Bauabschnitt des Hällisch Fränkischen Museums wurde gestern Richtfest gefeiert. Rund acht Mio Mark werden Sanierung und Umbau des alten Stadtmühlengebäudes am Kocherufer kosten. Ab Herbst 1999 sollen in dem Gebäudekomplex die Exponate der städtischen Sammlung aus dem 18. und 19. Jahrhundert gezeigt werden. Das Hällisch Fränkische Museum gehört zu den rennomiertesten "Heimat"Museen im gesamten Land.

Diakonie im Unterricht
Schwäbisch Hall. "Diakonie- ich kann anderen helfen" hieß das Projekt an der Schwäbisch Haller Thomas Schweicker Realschule. In 36 Unterrichtsstunden lernten die Hauptschüler in Theorie und Praxis kennen, was es heißt, anderen zu helfen. An einem Nachmittag versuchten Schüler ganz normale Dinge des Alltags in der Stadt zu erledigen, allerdings im Rollstuhl, und sie kamen sehr nachdenklich zurück, als sich diese Aufgabe als praktisch unmöglich erwiesen hatte. Im dritten Teil des Projektes konnten Schüler und Schülerinnen bei verschiedenen Einrichtungen der Diakonie in Schwäbisch Hall einen Tag lang den Hilfskräften zur Hand gehen und die tägliche Arbeit vor Ort kennen lernen. Derzeit sind die Schüler dabei, ihre Erfahrungen in Schrift und Bild niederzulegen und Informationsstellwände zu gestalten, die ab nächster Woche im Foyer der Schule aufgestellt werden sollen.

Denkmalamt gibt Zuschuß
Bühlerzell. Zur Renovierung der Bühlerzeller Pfarrkirche gibt es einen Zuschuß von rund 344 Tsd Mark vom Landesdenkmalamt. 172 Tsd Mark kommen von der Europäischen Union. Auch die Mitglieder der Kirchengemeinde waren nicht untätig, und spendeten 175 Tsd Mark für die Renovierung des viele Jahrhunderte alten Kirchenbaus. Mehrere Anläufe hatte die Kirchengemeinde benötigt, um eine Zusage für die Zuschüsse zu erhalten. Drei Anträge waren zuvor wegen gekürzter Mittel abschlägig beschieden worden. Die Bauarbeiten sind bereits im Gange.

ZeitZug 1848
Öhringen. Ein Ausstellungszug des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim und der deutschen Bahn AG macht von heute bis zum kommenden Montag in Öhringen Station. Thema der Ausstellung im Zug ist die Demokratische Revolution vor 150 Jahren. "ZeitZug1848 - für die Freiheit streiten" so der Titel der in zwei Eisenbahnwaggons untergebrachten interaktiven Wander-Ausstellung, die heute um 11 Uhr auf dem Öhringer Bahnhof eröffnet wird. Neben den politischen und sozialen Aspekten geht die Ausstellung auch auf die technischen Entwicklungen des frühen 19. Jahrhunderts ein, die mit ein Auslöser dafür waren, daß sich viele Handwerker und Bauern den revolutionären Gedanken öffneten und sich der Bewegung anschlossen. Zur Ausstellung gibt es eine 72seitige reichbebilderte Katalogbroschüre, die im Zug erhältlich ist. Insgesamt macht das ZeitZug-Projekt Halt in 100 Bahnhöfen in Deutschland.

Unternehmen ausgezeichnet
Neuenstein. Das Zahnradwerk Neuenstein ZWN wurde jetzt vom Landeswohlfahrtsverband ausgezeichnet. Der Hohenloher Getriebhersteller beschäftigt 94 Behinderte und damit überdurchschnittlich viele. Bei insgesamt 1360 Beschäftigten läge die gesetzliche Quote bei 70, die durchschnittliche tatsächliche Beschäftigung von Behinderten nur bei 41 Personen. Denn das Gesetz sieht auch vor, daß Unternehmen sich von ihrer Verpflichtung freikaufen können. Das ZWQN dies nicht tut , im Gegenteil die Quote sogar übererfüllt, das nannte Landeswohlfahrts-Verbandsdirektor Werner Frank bei der Preisverleihung beispielgebend. U.a. hat das Unternehmen einem an Multipler Sklerose erkrankten Mitarbeiter einen Computerarbeitsplatz zu Hause mit Telefonleitung zum Betrieb eingerichtet.
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Donnerstag 3.12.1998

Rentner überfallen
Schrozberg. Ein 71jähriger Rentner wurde am Mittwoch früh gegen 1 Uhr im Schlaf überfallen und in seinem Bett krankenhausreif geschlagen. Unklar ist auch nach über einem Tag der Ermittlungen, warum der alte Mann überfallen wurde und was die beiden Männer genau suchten. Der Rentner liegt mit Platzwunden und einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus und kann dazu keine Auskunft geben. Aufgefallen ist in Schrozberg schon tagsüber ein dunkelroter japanische Kleinwagen, möglicherweise ein DAIHATSU, mit Fließheck und Würzburger Kennzeichen. Die beiden Insassen blickten sich suchend nach einem bestimmten Haus um, auch dort, wo der Rentner später überfallen wurde. Einer der Insassen war ausgestiegen und ging suchend an den Häusern entlang, während der Wagen langsam folgte. Dieser Vorgang wurde von verschiedenen Zeugen zu verschiedenen Tageszeiten beobachtet. Von ihnen stammt auch die Beschreibung eines der Männer, der zwischen 20 und 30 Jahre alt sein soll, dunkelhaarig mit einem Oberlippenbart. Er habe eng anliegende graue oder schwarze Jeans getragen, eine dicke dunkelblaue Jacke mit roten Bruststreifen sowie eine Wollmütze mit einem oder zwei weißen Streifen um den Kopf. Die Täter sprachen deutsch mit einem deutlich osteuropäischen Akzent. Gegenseitig nannten sie sich Mathias und Gregor. Eine genauere Beschreibung konnte der überfallenen Rentner nicht geben, da ihm die Täter die Augen verbunden hatten bevor sie ihn mit einem silbernen 5 cm breiten Klebeband fesselten. Das Haus wurde vom Dachboden bis zum Keller durchsucht. Ein Tresor, dessen Kombination der verängstige Rentner den Tätern genannt hatte, wurde ausgeräumt.

Die Kirche im Dorf
Schöntal. Einen Meilenstein in der Aufarbeitung kunsthistorischer Themenschwerpunkte nannte Dr Christoph Philippi, der Vorsitzende des Historischen Vereins für Württembergisch Franken die Tagung "Kirche im Dorf", die vor drei Jahren im Bildungshaus des Klosters Schöntal stattfand. Heute wird am selben Ort ein Buch mit dem Titel "Die Kirche im Dorf" vorgestellt. Es enthält Beschreibungen der verschiedenen Dorfkirchen an Kocher, Jagst und Tauber, stellt verschiedene Typen von Kirchen vor, herrschaftliche Kirchen, einfache Dorfkirchen oder Wallfahrtskirchen. Dazu einige exemplarische Darstellungen von Kirchenschätzen, unter anderem Werke des Forchtenberger Renaissance Künstlers Michael Kern und des Künzelsauers Johann Andreas Sommer. Herausgeber des Buches ist Peter Schiffer, seit 1994 Leiter des Hohenlohe-Zentralarchives in Neuenstein.

Vereinsgründung
Niedernhall. Im Sommer hatte die Initiative einen Abenteuerspielplatz im Niedernhaller Stadtteil Giebelheide betrieben und betreut. Jetzt soll daraus ein Kinder- und Jugendhilfeverein werden, der sich beim Jugendamt auch um die Anerkennung als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe bemühen wird. Ziel des Vereins ist es, Betreuungs- und Förderangebote während der schulfreien Zeit an Nachmittagen anzubieten. Erreicht werden soll damit die Entlastung von Alleinerziehenden, die Ergänzung und kulturelle Bereicherung der Erziehung in heutigen Klein- und Kleinstfamilien. Letztendlich sollen auch die Kommunikation und die soziale Vernetzung im Stadtteil und in der Wohngemeinde gefördert werden.

Sterne und Bibs
Landkreis Schwäbisch Hall. Zwei Restaurants im Landkreis Schwäbisch Hall haben in der neuesten Ausgabe des Guide Michelin wieder einen Stern für sehr "gute Küche die besondere Beachtung verdient" erhalten. Das Restaurant 'Hirsch' von Manfred Kurz in Blaufelden, seit Jahren Abonnnent auf den Stern, und die 'Eisenbahn' in Schwäbisch Hall Hessental, die in der vorigen Ausgabe des Guide Michelin erstmals mit dem Stern ausgezeichnet wurde. Weitere Sterne in der Region gab's für den 'Adler' in Rosenberg, das'Victoria' in Bad Mergentheim, den 'Schafhof' in Amorbach und den 'Louvre' in Rothenburg ob der Tauber. Zwei Sterne gab's nur 18 Mal in ganz Deutschland, darunter für die Wertheimer 'Schweizer Stuben'. Den Bib Gourmand, den Kopf des weltberühmten Michelinmännchens erhielten "für sorgfältig zubereitete, preiswerte Mahlzeiten" wiederum die Eisenbahn und der Hirsch, die Feuchtwanger 'Greifen-Post', der 'Rebstock' in Heilbronn, das 'Rössle' in Niedernhall sowie der 'Ratskeller' in Lauda-Königshofen.

Delta Security
Michelbach/Bilz. Beratung in Sachen Sicherheit ist das Geschäft von Delta Security, einem Exitenzgründerprojekt in Michelbach an der Bilz. Am Samstag kann das neue Delta Center besichtigt werden. Dazu gibt es Show-Einlagen aus dem Bereich Kampfsport und Selbstverteidigung. Kurse für Jedermann werden angeboten, aber auch ein Ort der Ruhe mit Tai Chi, dem chinesischen sogenannte Schattenboxen. An diesem Tag, so die Initiatoren, wollen sie auch an ihrem Freund Michael Münch denken, der im Juni diesen Jahres an Leukämie gestorben ist, und ihm diesen Tag widmen.

Startschuss in Hohenlohe
Blaufelden. Im Hohenlohischen Dorf Blaufelden fällt morgen der Startschuss zu einer bundesweiten Aktion. Mit der rollenden Disco B52 wollen das Bundes-Verkehrsministerium , die Deutsche Verkehrswacht, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, das baden-württembergische Innenministerium, der Landkreis Schwäbisch Hall, sowie die Haller Polizeidirektion an die Jugendlichen ran, Zielgruppe, die 16- bis 24jährigen: Thema "Trinken und Drogen - und das fahren könnt ihr Euch sparen". Die ländliche Region Blaufelden wurde gezielt ausgewählt, denn dort, bei den meist langen Anfahrtswegen zur Disco passieren die meisten sogenannten Discounfälle. 782 Verkehrstote gab es in diesem Zusammenhang in den letzten 25 Jahren im Landkreis Schwäbisch Hall. Bis ins nächste Jahr sind eine reihe von Veranstaltungen geplant, mit denen die jungen Leute auf das Thema Verkehrssicherheit angesprochen werden sollen.

Neue Einsatzleiterin gesucht
Öhringen. Der freiwillige Öhringer Hospizdienst sucht eine neue Einsatzleitung. Die langjährige Einsatzleiterin Ilse Jäger möchte im Frühjahr 1999 aus Altersgründen ausscheiden. Mit der Betreuung und Begleitung Sterbender sind derzeit 17 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Öhringer Hospizdienstes betraut. Getragen wird der Arbeitskreis Hospiz gemeinsam von der katholischen Kirche und der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde. Interessenten am Hospizdienst können sich auch bei der diakonischen Bezirksstelle in Öhringen informieren.

Vorverkauf hat begonnen
Jagsthausen/Schwäbisch Hall. Der Vorverkauf in Jagsthausen hat bereits begonnen. Bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall beginnt er in etwas mehr als einer Woche am 14, Dezember. Viele Besteller wollen die Karten noch zu Weihnachten verschenken. Und so sind oft schon im Dezember ganze Vorstellungen ausverkauft. In Jagsthausen je eine Vorstellung für die 'Fledermaus' und für 'Pippi Langstrumpf'. Die wenigsten Karten werden persönlich verkauft. Die meisten Bestellungen zur Vorverkaufszeit gehen telefonisch oder per Fax ein. In Schwäbisch Hall kann man erstmals auch per e-mail über die Adresse kartenkontor@schwaebischhall.de bestellen. Die Platzzuteilung im Vorverkauf erfolgt grundsätzlich nach der Reihenfolge des Eingangs, das ist sowohl in Jagsthausen wie in Schwäbisch Hall gleich.

Hoffnung für Kurz-Beschäftigte
Schwäbisch Hall-Hessental. Über das Vermögen der Anfang Oktober in Zahlungschwierigkeiten geratenen Haller Traditionsfirma 'Karl Kurz Hessental', im Volksmund 'Fassfabrik' genannt, wird ein Konkursverfahren eröffnet. Dies empfiehlt Sequester Michael Pluha, der seither die Firma begutachtete und Gespräche mit potentiellen Interessenten führte. Zum einen könnten rund ein Dutzend Kurz-Beschäftigte den Produkt-Bereich 'Paletten' weiterführen, zum anderen gebe einen von der Automobilindustrie als wichtigstem Kunden akzeptierten Interessenten, der den Bereich Kunststoff-Blastechnik mit etwa 60 Beschäftigten weiterführen könne. Für alle anderen der 140 ehemaligen Kurz-Mitarbeiter könnten eventuell über eine Beschäftigungsgesellschaft weiterqualifiziert werden. Gespräche mit dem Arbeitsamt, dem Betriebsrat und den Gewerkschaften über den notwendigen Interessenausgleich und einen Sozialplan laufen bereits.

Wer baut Roboterhände?
Crailsheim. Der weltweit führende Hersteller von CNC-VerpackungsAnlagen Schubert in Crailsheim sucht pfiffige Werkzeugbauer, die sich als selbständige Zulieferer um seine aufstrebende Firma scharen. Schubert braucht häufig individuelle Werkzeuge für die Roboter, die seine Firma baut. Solche 'Roboterhände' sind Einzelstücke, die nach den Anforderungen der Kunden gefertigt werden. Die jüngste Robotermaschine, die Schubert ausgeliefert hat war ein sogenannter Picker. "Der schnellste, den es derzeit auf der Welt gibt." Dieser Roboter war dafür konstruiert empfindliche Pralinen von einem Laufband zu nehmen und in Kartons zu verpacken.
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Freitag 4. 12. 1998

Dringende Mithilfe
Schwäbisch Hall. Um dringende Mithilfe der Bevölkerung bittet die Polizei bei der Suche nach Brigitta Mezger. Die 58jährige Frau hatte vor 14 Tagen ihre Wohnung verlassen und gilt seither als vermisst. Nach ersten Aufrufen der Polizei meldeten sich zwar Zeugen, die die Frau in der Nähe von Ellwangen und einmal an der Alten Hessentaler Steige zwischen Steinbach und Hessental gesehen haben wollen. Doch konnte nicht geklärt werden, ob es sich dabei tatsächlich um die Vermißte gehandelt hat. Brigitta Mezger ist 1,587 klein, schlank und hat dunkelblonde, leicht graumelierte schulterlange Haare. Auf der Wange hat sie ein Muttermal. Bekleidet war sie mit einem weißen Pulli, Bluejeans, weißen Schuhen und einer dunkelroten Winterjacke. Sie hatte eine braune Handtasche bei sich.

Verleumder ermittelt
Hohenlohekreis. Der bislang Unbekannte, der in Briefen nicht vorhandende Skandale und Straftaten anprangerte und damit unbescholtene Bürger, Firmen und zuletzt die Stadtverwaltung Öhringen in Verruf brachte, ist ermittelt. Ein 26jähriger Mann aus dem Hohenlohekreis ist geständig, solche Art Briefe aus Frust und Rachegedanken verschickt zu haben. Zuletzt hatte er auf einem gefälschten Briefkopf der Stadt Öhringen in Schreiben an Zeitungs- und Rundfunkredaktionen behauptet, in der Öhringer Bauverwaltung herrsche Korruption und Mißwirtschaft, private Wohnhäuser seien auf Kosten der Stadt gebaut und in Abrechnungen von Sporthallenbauten versteckt worden. Öhringens OB Jochen K. Kübler und Stadtbaumeister Reiner Bremm hatten Anzeige wegen Verleumdung erstattet.

Hornschuch-Konferenz
Stuttgart/Weißbach. Die Konrad Hornschuch AG Weißbach, europaweit bekannt für ihr Kunstlederprodukte skai und die Deko-Folien dc-fix, legt heute in einer Pressekonferenz in Stuttgart ihre aktuelle Geschäftsentwicklung vor. Die Gesellschaft hat eine Ereignisreiche Zeit hinter sich. Im vergangenen Jahr war die Hornschuch AG mehrheitlich von der amerikanischen Decora Industries Inc. aus Fort Edward/NY übernommen worden, zu einem Aktienpreis von 137 Mark, der beim damaligen Börsenstand von um die 80 Mark vielen als überhöht galt. In der Folgezeit stieg der Aktienkurs auf diesen Wert. Die AG hatte 97 nach mehreren Verlustjahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben und einen kleinen Gewinn von 4,2 Mio Mark ausgewiesen. Aktuell liegen Hornschuch-Aktien bei 121 Mark. Im Sommer nahm Hornschuch Geschäftsführer Hans-Georg Stahmer, der die Firma wieder in die Gewinnzone geführt hatte auf eigenen Wunsch seinen Hut. Die neuen Mehrheitseigentümer bestimmten Rolf J. Gemmersdörfer zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes. Der zuletzt bei den Papierwerken Schickedanz (Hersteller von Tempo Taschentüchern) tätige Manager korrigierte als eine der ersten Amtshandlungen die Umsatzerwartungen für 1998 von 220 Mio Mark deutlich nach unten und nannte die Rußlandkrise als eine der Ursachen. 53 Prozent der Hornschuch-Produkte gingen 1997 noch in den Export. Die mehrmals verschobene Pressekonferenz heute, zu der auch ein Repäsentant des Mehrheitsaktionärs aus den USA anreist, beginnt um 9:30 Uhr im Stuttgarter Haus der Wirtschaft.

Verträge am 14ten
Schwäbisch Hall/Sindelfingen. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall, eine zu 100% im Besitz der Stadt befindliche Firma, wird Konsortialführer bei der Übernahme der Stadtwerke von Sindelfingen. Die Verträge werden am 14. Dezember unterzeichnet. Nach langem Hin und Her und neuerlichen Angeboten der ursprünglich im Ausschreibungsprozess gemeinsam mit den Neckarwerken Stuttgart unterlegnenen Energieversorgung Schwaben, stimmten die Sindelfinger Gemeinderäte jetzt für ein neu zusammengesetztes Konsortium inclusive der EVS und NWS. Mit einem Stammkapital von 40 Mio Mark übernimmt das Konsortium von der EVS das Stromnetz für 58,8 Mio Mark, von den NWS das Gasleitungsnetz für 30 Mio Mark und von Sindelfingen die Stadtwerke für 42 Mio Mark. Dennoch errechnen sich für die neue Gesellschaft bereits im ersten Jahr Gewinne, so die Haller Stadtwerke, deren Geschäftsführer Johannes van Bergen auch alleiniger Geschäftsführer in Sindelfingen wird.

Stiftungsgründung
Schwäbisch Hall. Im kommenden Jahr wird es in Schwäbisch hall eine erneute Stiftungsgründung geben. Nachdem die steuerlichen Schwierigkeiten beseitigt wurde, wird aus der Hinterlassenschaft der vor drei Jahren im Alter von 87 verstorbenen Haller Kinderärztin Dr Elisabeth Grothaus eine Stiftung, deren Ziel es ist, aus den Zinsen des Vermögens die Erhaltung der mittelalterlichen Kirchen zu sichern. Der Förderverein, der in Schwäbisch Hall seit Jahren mit den gleichen Zielen Spenden sammelt wird aber weiterhin erhalten bleiben. Vorsitzender Heinz Scheib konnte jetzt aus der Sammeltätigkeit des Jahres 1998 einen 100 Tsd-Mark-Scheck an Dekan Paul Dietrich überreichen. Insgesamt hat der Förderverein bereits über 1,5 Mio Mark gesammelt und für die Restaurierung der mittelalterlichen Kirchen St. Michael und St. Katharina gestiftet. Derzeit wird mit einem Aufwand von knapp 800 Tsd Mark die Nordostseite von St. Michael saniert

Psychologin wieder eingestellt
Schwäbisch Hall. Der Förderverein Friedensbergschule und die Stadt Schwäbisch Hall finanzieren für zwei Jahre die Stelle einer Schulpsychologin an der Haller Friedensbergschule. Die Stelle war nahezu ein Jahr vakant, weil kein Geld dafür vorhanden war. Der Kreistag hatte eine Co-Finanzierung abgelehnt, obwohl aufgrund der Tätigkeit der Psychologin mancher Heimaufenthalt von verhaltensgestörten verhindert werden konnte. Für diese Heimaufenthalte muß die Kreis-Sozialkasse aufkommen. Jetzt kann die Psychologin wieder an ihre alte Stelle zurückkehren. Sie führt Einzelgespräche mit Eltern, Schülern und Lehrern, betreibt Verhaltenstraining in Kleingruppen an der Förderschule am Haller Friedensberg

Disco für Kids
Schwäbisch hall. Eine Disco für 10 bis 13jährige Kids veranstaltet die "Offene Jugendarbeit" der Stadt Schwäbisch Hall künftig ein Mal im Monat. Jeweils am ersten Samstag im Monat können die Kids von 17 bis 20 Uhr im Kronleuchtersaal dem Kulturcafe in der Alten Brauerei nach aktuellen Top-Hits tanzen, Freunde und Freundinnen treffen, tratschen, klatschen und natürlich kucken und neue Leute kennenlernen. Erstmals findet die s Disco für Kids am kommenden Samstag 5. Dezember statt.

Ökobilanz Mulfingen
Mulfingen. Das Modellprojekt Kulturlandschaft Hohenlohe erstellt jetzt für die Gemeinde Mulfingen eine Ökobilanz. Der Startschuß für das Projekt fiel in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bis Ende März sollen die Grundlagen erarbeitet sein, bis zum Herbst 1999 die Ökobilanz vorliegen. Für die Zusammenarbeit mit den Forschern soll eine Arbeitsgemeinschaft gegründet werden, in die auch einfache Bürger ihre Anliegen und Ansichten einbringen können. Mit 1,5 Mio Mark jährlich wird das Modellprojekt Kulturlandschaft vom Bundesforschungsministerium gefördert, Hauptziel des auf vier Jahre angelegten Forschungsprojektes ist es, den Gemeinden im Jagsttal zu helfen, tragfähige und nachhaltig ökologische Konzepte für die Landnutzung zu entwickeln.

Stahl macht Gewinn
Künzelsau. Die erst vor wenigen Tagen wegen der Durchsetzung einer 38 Stundenwoche in die Schlagzeilen geratene R.Stahl AG mit Sitz in Künzelsau wird ihren Umsatz in diesem Jahr auf 440 Mio Mark steigern. Der Konzernumsatz stieg in den ersten neun Monaten um 15 Prozent. Die Marktposition in den Kernbereichen Explosionsschutz und Fördertechnik konnten weiter ausgebaut werden. Seit 1997 ist Stahl an der Börse notiert. Aktueller Aktienkurs: 33,00 Mark. Die R.Stahl AG wird in den nächsten Jahren ihren Standort in Künzelsau aufgeben und unweit der Stadt im Gewerbepark Hohenlohe für 60 Mio Mark neu bauen.

Arbeitsgemeinschaften fusionieren
Schwäbisch Hall/Crailsheim. Die Arbeitsgemeinschaften für berufliche Fortbildung in Crailsheim und Schwäbisch Hall haben sich zusammengeschlosssen. Neben ihren Angeboten an Vorträgen, Seminaren und Workshops haben sich die Träger vorgenommen im nächsten Jahr zwei große Bildungsmessen zu veranstalten. Zur neuen Arbeitsgemeinschaft gehören die beruflichen Schulen des Landkreises Schwäbisch Hall, die Volkshochschulen in Hall und Crailsheim, die REFA Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Aalen, die IHK, die Handwerkskammer und das Arbeitsamt. Zum Vorsitzenden wurde Dr Matthias Setzer gewählt, der Chef der Schwäbisch Haller VHS.
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Samstag 5. 12. 1998

Täter festgenommen
Schrozberg. Ein aufmerksamer Zeuge hatte sich das gesamte Kennzeichen des in Schrozberg aufgefallenen roten Autos gemerkt, das im Zusammenhang mit dem Überfall auf einen 71jährigen Rentner gesucht wurde. Es stellte sich heraus, daß der Halter seinen roten Honda Civic an einen Bekannten aus der Nähe von Würzburg verliehen hatte. In der Wohnung dieses 27jährigen Bekannten fand die Polizei Teile aus der Beute, die das Täterduo bei dem 71jährigen Rentner gemacht hatte. Der 27jährige wurde festgenommen. Von seinem mittlerweile als 25jähriger Italiener identifizierten Komplizen fehlt noch jede Spur. Nach dem Italiener fahndet wegen anderer Straftaten auch die Staatsanwaltschaft Würzburg

148 Mio im Etat
Crailsheim. 36 Mio Mark für Investitionen im Vermögenshaushalt 112 Mio für alle anderen Aufgaben im Verwaltungshaushalt: mit diesem Etatentwurf ging die Crailsheimer Verwaltung jetzt ins Gemeinderatsgremium. Erstmals seit fünf Jahren wird Crailsheim genügend Geld einnehmen, um einen nach den gesetzlichen Vorschriften ausgegelichenen Haushalt verabschieden zu können. Vorgesehen sind zwar neue Kredite von über 7 Mio Mark, doch werden noch mehr Zuschüsse von Bund und Land in die Kassen fließen, sodaß erstmals keine Neuverschuldung stattfindet. Finanzbürgermeister Harald Rilk sprach von leichter Entwarnung bezüglich der Kassenlage der Stadt

Landesweit einmalig
Blaufelden. Landesweit einmalig war die Auftaktveranstaltung für mehr Verkehrssicherheit, die gestern Abend mit ländlichem Disco-Publikum in Blaufelden über die Bühne ging. 18 Tsd Verkehrsteilnehmer zwischen 16 und 24 Jahren gibt es im Landkreis Hall. Sie waren Hauptzielgruppe der Veranstaltung in der rollenden Disco B52. Dabei ging es vor allem um Drogen und Alkohol, die als Ursache für die vielen sogenannten Disco-Unfälle gelten. In den letzten 25 Jahren gab es dabei 782 Verkehrstote allein Im Landkreis Schwäbisch Hall.

20 Tsd Mark Geldbuße
Schwäbisch Hall. Wer Steine vermauert muß dafür zugelassen sein. Nicht nur grundsätzlich. Es gibt sogar Unterschiede der Zulassung nach Form und Größe der Steine. Wer quaderförmige große Steine aufeinanderschichtet ist ein Maurer, wer dies mit flachen dünnen Steinen tut, die auch noch auf einer Seite glasiert sind, der sollte Fliesenleger sein oder besser die Finger davon lassen. Es kann nämlich teuer werden. Diese Erfahrung machte ein Maurer aus der Region, der nun 20 Tsd Mark Geldbuße bezahlen muß, weil er flache Steine verlegte und verfugte, obwohl er nur eine handwerkliche Ausbildung als Maurer hatte. Die Sache ging sogar vor Gericht, weil der Maurer gegen einen Bußgeldbescheid des Landratsamtes wegen Schwarzarbeit Widerspruch eingelegt hatte. Aber wer hätte das nicht bei einer Bußgeldforderung von 480 Tsd(!) Mark. Der Maurer kann seine auf 20 Tsd Mark reduzierte Buße jetzt sogar in 10 Monatsraten bezahlen. Außerdem darf er weiter gute Arbeit leisten und Fliesen verlegen, weil er eine GmbH gegründet und einen Fliesenlegemeister eingestellt hat.

Spende statt Präsente
Oberrot/Gaildorf. Geschäftsfreunde des europaweit größten Sägewerkes Holzwerke Klenk in Oberrot werden wie schon im vergangenen so auch in diesem Jahr keine Weihnachtspräsente bekommen. Firmenchef Eugen Klenk überreichte stattdessen einen Scheck über 52 Tsd Mark an Dr Jürgen Ansel, den Chefarzt des Gaildorfer Kreiskrankenhauses. Investiert wird das Geld in ein Gerät zur Untersuchung und Behandlung von Herzfunktionsstörungen.

Enttäuschende Resonanz
Schwäbisch Hall. Nur der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Vogt und Andrea Hermann von den GRÜNEN ließen sich von der Initiative KZ-Gedenkstätte ihr Modell vorstellen, nach dem die Gedenkstätte am Hessentaler Bahnhof eingerichtet werden soll. Doch nur wenn der Gemeinderat zustimmt können auch Landes und EU-Zuschußgelder beantragt werden. Das Fernbleiben der anderen Fraktionen und der Stadtverwaltung werten die rund 40 Mitglieder der KZ-Gedenkstätten-Initiative als das, was es wohl ist: demonstratives Desinteresse. Denn die Vorstellungen von Initiative und Vewaltung bzw. konservativer Bevölkerung gehen weit auseinander. Während die Initiative einen Ort mit Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit der schrecklichen Vergangenheit am Ort des einstigen KZ Hessental einrichten will, strebt die Verwaltung eher einen Ort der Stille, der Ruhe an, an dem einmal im Jahr ein Kranz niedergelegt wird, sozusagen die dreidimensionale Erweiterung des in die Betonmauer am Straßenrand eingelassenen Gedenksteins.

Region goes Internet
Region Franken. Der Regionalverband Franken, die immer wieder totgesagte politische Einrichtung, ist sehr lebendig. Neben der Suche nach neuen politischen Aufgaben informiert der Verband auch über das bisher geleistete. Neuerdings auch im Internet. Unter der Adresse www.regionalverband-franken.de kann sich der Interessierte unabhängig von der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken mit Informationen über die Struktur der Region versorgen. Eine schnelle Übersicht über die Zahl der Arbeitsplätze und Bevölkerungsentwicklung oder die Statistik zur Motorisierung läßt sich jetzt am heimischen Computer gewinnen.

Kunst bei 50 Jahre Näve
Forchtenberg. Noch bis zum 19. Dezember ist in der Leuchtenhalle der Forchtenberger Firma Näve die Ausstellung "Zwischen Gegenstand und Abstraktion" des mittlerweile weltbekannten Künstlers und Professors an der Hochschule in Karlsruhe Helmut Schuster zu sehen. Anlaß der Ausstellung ist das 50jährige bestehen der "Forchtenberger Leuchtenfabrik" Näve. Zu sehen sind in der optimal ausgeleuchteten Hall des Leuchtenherstellers neben Ölgemälden auch die weltweit bekannten sakralen Glasbilder des Künstlers.

Weinprämierung
Heilbronn/Niedernhall. Einzige Hohenloher Kellerei, die bei der diesjährigen, der 40sten Landesweinprämierung einen Ehrenpreis erhielt, ist die der Weingärtnergenossenschaft Niedernhall. Kellermeister Hermann Seez und Geschäftsführer Helmut Lutz waren nicht ohne Stolz, zu den 15 ausgezeichneten Betrieben des Landes zu gehören, die für ihre Kontinuität ausgezeichnet wurden. Insgesamt 4805 Weine wurden bei der Prämierung verkostet. 1450 Preismünzen in Gold wurden vergeben. 15 davon heimste die Niedernhaller WG ein.

Rußland drückt Hornschuch
Weißbach/Stuttgart. Härter als erwartet hat die Rußlandkrise den Decofolien-Hersteller Hornschuch AG in Weißbach am Kocher getroffen. Die seit einem Jahr zur amerikanischen Decora Industries gehörende Aktiengesellschaft legte heute einen Zwischenbericht vor. Schon im Juli bei der Geschäftsführungsübernahme hatte der neue Vorstandsvorsitzende Rolf Gemmersdörfer die Umsatzerwartungen 98 deutlich nach unten korrigiert. 2,9 Prozent Zuwachs gab es dennoch im ersten dreiviertel Jahr, bei einem Gewinn von 6,7 gegenüber 2,6 Mio Mark im selben Zeitraum des Vorjahres. Da seit September die Rußlandexporte dramatisch von 29 auf 4 Prozent der Produktion zurückgingen, rechnet man bei Hornschuch zum Jahresende nur noch mit einem Ergebnis in Höhe des Vorjahres. Verstärkt will man sich künftig wieder auf die Inlandsmärkte für das Top-Produkt dc-fix konzentrieren.

50 Tsd von der Polizei
Landkreis Schwäbisch Hall. Über 50 Tsd Mark hat die Polizei im Landkreis Schwäbisch Hall allein in den vergangenen 12 Monaten gespendet. Gesammelt haben die Polizisten das Geld bei Benefinzveranstaltungen. Natürlich nicht ganz uneigennützig veranstalteten die Polizisten ihre Benefinzkonzerte, zuletzt mit dem Polizei-Landes-Musikkorps in Crailsheim. Die Gelder fließen in die Bekämpfung von Jugendkriminalität und Jugendgefährdung, die sogenannte Kommunale Kriminalprävention, an der sich auch zahlreiche andere Institutionen von den Landfrauen bis zum Lions Club beteiligen. Zugute kamen die Polizeigelder Jugendlichen in Gaildorf, Crailsheim und Schwäbisch Hall, etwa für die Einrichtung von Jugendräumen oder Skateranlagen.

Nur vorgetäuscht
Schwäbisch Hall. Ein Nachspiel haben wird jetzt ein "Überfall" auf eine Frau, der sich im Juli zugetragen haben soll. Die angeblich im Hofraum der Alten Brauerei nach einem Besuch des Kulturcafes überfallene 22jährige Frau, die dabei mit einem Messer vom Angreifer verletzt worden war, gab jetzt zu, den Überfall nur vortäuscht zu haben. Auch der an ihrem Auto Tage später entdeckte Drohbrief war nicht echt. Persönliche Probleme mit Männern gab die Frau jetzt als Begründung für ihr Verhalten an.

Drogentoter
Künzelsau. Ein 21jähriger aus Künzelsau ist am vergangenen Sonntag in Stuttgart tot aufgefunden worden. Wie jetzt bekannt wurde, war der Mann an einer Überdosis Heroin gestorben. Beim Künzelsauer Rauschgiftdezernat war der 21jährige kein Unbekannter. Er war dort als Kleindealer und Konsument harter Drogen registriert.

500 Schweine tot
Dörzbach. 80 Feuerwehrleute aus Krautheim und Dörzbach waren im Einsatz, als in der Nacht auf Freitag auf einem Aussiedlerhof bei Dörzbach ein Schweinemaststall niederbrannte. 500 der 700 dort untergebrachten Schweine verbrannten oder mußten schwerverletzt von herbeigerufenen Tierärzten eingeschläfert werden. Der Stall brannte völlig nieder, Sachschaden rund eine halbe Mio Mark. Als Brandursache kommt möglicherweise ein Kurzschluß in Frage, der durch gefrierenden Nebel an der elektrischen Anlage entstand.
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Sonntag 6.12.1998

Sicherheitsbefragung
Crailsheim. 5000 Crailsheimer Haushalte erhalten in den nächsten Tagen Post von der Stadtverwaltung. Inhalt: ein sechsseitiger Fragebogen zum Thema Sicherheit. Die vom Max Planck Institut wissenschaftlich begleitete Umfrage soll erkunden wie es um das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger bestellt ist. Frühere Studien haben bereits ergeben, daß das subjektive Empfinden nicht immer identisch ist mit der tatsächliche Sicherheits-Situation. So fühlen sich Bewohner von Innenstädten oft sicherer als Bewohner von Hochhaussiedlungen an den Stadträndern, obwohl in den Innenstädten mehr passiert als in den anonymen "Bettenburgen". Bis Februar will das Max-Planck-Institut die Crailsheimer Studie ausgewertet haben und der Stadtverwaltung Vorschläge unterbreiten, mit welchen Maßnahmen sie etwas für ihre Bürger im Sinne der sogenannten Kommunalen Kriminalprävention tun kann.

Teurer Mist
Schwäbisch Hall. Teuer dürfte einem Landwirt aus Schwäbisch hall Hessental die Düngung eines Berghanges am Rande der Stadt kommen. Über genau diesen Berghang hat der Landwirt nämlich einen Pachtvertrag mit den Haller Ski- und Tennisclub. Ausgerechnet jetzt, wo's die seltene Gelegenheit für Kinder- und Jugendliche gibt, in heimischen Gefilden Skier und Rodel auszuprobieren hat der Landwirt Mist und Gülle auf den Hang ausgebracht, obwohl ihm dies sein Pachtvertrag zwischen dem 1. Oktober und dem 1. April verbietet. Schon im vergangene Jahr hatte der Landwirt dasselbe gemacht. Damals hatte der Ski-und Tennisclub von einer Konventionalstrafe abgesehen, weil es keinen Schnee gab. Nun aber wird der Bauer regreßpflichtig gemacht, weil der Hang trotz Schnee nicht genutzt werden kann. Erst vor wenigen Tagen hatten die Mitglieder des Clubs den mobilen Skilift aufgebaut. Eine Arbeit, die nun umsonst war, wenn es nicht mindestens 50 cm Neuschnee geben wird. Außerdem befürchtet der Club Gesundheitsgefahren durch Kolibakterien.

Teurer als Mieteinnahmen
Crailsheim. Die Verwaltung des ehemaligen Militärgeländes McKee Barracks durch die Stadt Crailsheim ist teuer. Zu teuer, wie der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung monierte. So nimmt die Stadt weniger durch Vermietung einzelner Objekte ein, als sie an Verwaltungskosten ausgibt. Dennoch billigte der Gemeinderat die überplanmäßigen Kosten. Langfristig soll aus dem Gelände ein eigener Stadtteil werden und dessen Entwicklung kann die Stadt nur steuern, wenn sie das Gelände auch selbst verwaltet.

Fünf Jahre Schuppachburg
Schwäbisch Hall. Heute am Nikolaustag vor fünf Jahren wurde die Schuppachburg erstmals als Wärmstube für Wohnungslose und sogenannte Berber geöffnet. Unter dem Motto Nikolaustag ist Schuppachburgtag wird heute allerdings die gesamte Bevölkerung eingeladen, diese von der 'Erlacher Höhe' betriebene und mit städtischen Zuschüssen im Bestand gesicherte Einrichtung zu begutachten. Der Sozialarbeiter Hannes Kiebel von der Evangelischen Fachhochschule in Bochum wird zum Thema "Die Stadt gehört allen" referieren. Schon im Herbst hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe unter diesem Motto einen Aktionstag gegen Armut und Ausgrenzung veranstaltet.

Auch im Gault Millau
Schwäbisch Hall. Kurz nach dem Stern im "Michellin" kann sich das Hessentaler Restaurant "Zur Eisenbahn" jetzt auch über gleich zwei Kochmützen im anderen großen Gourmet-Führer dem Gault Millau freuen. Sogar eine Kochmütze mehr, als im vergangenen Jahr. Mit 15 Punkten bewertete der Tester in diesem Jahr das, was Koch Josef Wolf ihm kredenzt hatte. Noch bevor der neue Gault Millau im Handel erhältlich ist, konnte der Chef der Eisenbahn die Nachricht per Fax entgegen nehmen.

Hausratte wieder da
Region Franken. Die heute allerorten vorkommenden Ratten gehören zu den sogenannten Wanderraten (Rattus norvegicus). Sie vertrieben die bis ins vorige Jahrhundert dominierende Hausratte (Rattus rattus, Kennzeichen: Schwanz wesentlich länger als der Körper), die in den letzten Jahren hierzulande gar als ausgestorben galt. Jetzt wurden nach über 40 Jahren in der Region Franken erstmals in Süddeutschland wieder Hausratten entdeckt. Die wärmeliebende und wenig robuste Hausratte ist zumindest in Mitteleuropa zum Überleben auf menschliche Häuser angewiesen. Im Mittelalter war diese Tierart Hauptüberträger der meist tödlich verlaufenden Pest.
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Montag 7.12.1998

Überfall auf Nachhauseweg
Crailsheim. Auf offener Straße mit einer Pistole bedroht, niedergeworfen und mit Füßen getreten wurde am Wochenende ein 65jähriger in Crailsheim. Er befand sich auf dem Nachhauseweg vom Busbahnhof in den Stadtteil Türkei, als er von drei jungen Männern auf diese Weise um sein gesamtes Bargeld 'gebeten' wurde. Der 65jährige Crailsheimer wurde bei dem Raubüberfall leicht verletzt. Beschrieben wurden die Täter als 18 bis 20 Jahre alt und etwa
1,80 m groß. Zwei der Täter trugen dunkle Blouson-Jacken.

Schneefall
Kupferzell. Erhebliche Probleme mit dem Schneefall gab es am Wochenende auch im Hohenlohischen. Selbst die vielbefahrene Verbindung zwischen Schwäbisch Hall und Crailsheim war wegen querstehender Fahrzeuge auf der Cröffelbacher Steige stundenlang unterbrochen. Bei Kupferzell blieben sogar die Helfer mit ihrem Räumfahrzeug in einer über Meter hohen Schneewehe stecken. Von Landwirten und ihren Traktoren mußte das Räumfahrzeuge befreit werden.

Protest gegen Funkanlagen
Rot Am See. Protest regt sich in Rot am See gegen die Atennenanlage eines Mobilfunkbetreibers, die auf dem See gegen die Atennenanlage eines Mobilfunkbetreibers, die auf dem Lagerhaus errichtet werden soll. Rechtlich gibt es kaum eine Handhabe, die Anlage zu verhindern, denn sie bedarf keiner baurechtlichen Genehmigung. Die Bürgerinitiative will sich deshalb hauptsächlich an die Lagerhausgenossenschaft wenden. Die besorgten Bürger fürchten vor allem die gepulste Mikrowellenstrahlung der digitalen Sender. Sie halten bundesdeutsche Grenzwerte für viel zu hoch. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten Beeinflussungen von Hirnströmen, Nervenreizungen und Störungen des Mineralstoffwechsels festgestellt bei Anlagen, die zu nahe an Wohngebieten gebaut wurden.

Haushalt wird verabschiedet
Hohenlohekreis. Kaum Geld für Investitionen hat Baden-Württembergs kleinster Landkreis, der Hohenlohekreis. Sein Haushalt für das kommende Jahr, der bei der heutigen Sitzung verabschiedet werden soll, hat gerade mal ein Volumen von 121,6 Mio Mark. Nur knapp 20,3 Mio stehen davon für Kapitaldienst und Investitionen im sogenannten Vermögenshaushalt zur Verfügung. Auf der Strecke bleiben u.a. auch die beruflichen Schulen des Kreise. Sie platzen zwar aus allen Nähten und möglicherweise muß man sogar Schüler in benachbarte Kreise schicken. Doch dem Hohenlohekreis bleibt keine andere Wahl. In der gegenwärtigen Einnahmesituation haben die Kreisräte keine Alternative und keinen Spielraum für irgendwelche freie Gestaltung oder gar den Beginn neuer Großinvestitionen.

Neuer Greenpeace-Vorstand
Crailsheim. Die Bereiche Gentechnik und Wasser sollen die Schwerpunkte in der Greenpeace-Arbeit des kommenden Jahres sein. So beschloß es die jüngste Mitgliederversammlung der Regionalgruppe Kocher-Jagst. Neu gewählt wurde auch der Vorstand. Für die Koordination mit der Zentral von Greenpeace in Hamburg übernimmt nun Martin Schmid aus Dettenroden, die Presse und Öffentlichkeit bedient Alexandra Hartmann aus Niedernhall.

Kontakte selber suchen
Crailsheim. Wirtschaften, Verwalten und recht heißt ein themenorientiertes Projekt an Schulen, das derzeit an der Realschule Karlsberg in Crailsheim einen Erprobungsphase durchläuft, bevor es möglicherweise überall an den Schulen des Landes in den Stundenplänen stehen wird. Schwerpunkt des Projektes ist der Einstieg der Entlassschüler ins Berufsleben. Bis zum 8. Mai nächsten Jahres sollen die Schüler nun nach bestimmten theoretischen Vorgaben Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewußtsein beweisen und in insgesamt acht Arbeitsgruppen die große Informationsveranstaltung zum Thema am 8. Mai nächsten Jahres vorbereiten. Ihre Kooperationspartner in Industrie, Handel und Gewerbe sollen sich die Jugendlichen dabei selber suchen, die Kontakte selber knüpfen. Ähnliche Projekte gibt es auch mit den 9ten Klassen an den Realschulen in Blaufelden und Schrozberg.

Tierweihnacht
Öhringen. Zu einer Tierweihnacht laden die Stadtgärtner von Öhringen am kommenden Mittwoch ab 15 Uhr in die Parkanlage hinter dem Öhringer Schloß. Zwischen Lichterketten und Streichelzootieren können Tierfreunde eine ganz besondere Weihnachtsstimmung erleben. Der Erlös aus dem Verkauf von Kinderpunsch, Glühwein und Würstchen soll ganz dem Kleintiergehege zugute kommen, das die Stadtgärtner dort seit Jahren betreuen.

Solar auf dem Flugplatz
Weckrieden. Eine der größten privaten Photovoltaik-Anlagen wurde am Wochenende auf dem Schwäbisch Haller Flugplatz Weckrieden in Betrieb genommen. 8000 Kilowattstunden Strom will der Motorfliegerclub Schwäbisch Hall mit der 90 qm-Anlage auf dem Dach seines Hangars ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Die aus 96 Silizium-Paneelen bestehende Anlage erspart rund sieben Tonnen Kohlendioxid pro Jahr n der herkömmlichen Stromerzeugung ein.
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Dienstag 8.12.1998

Döring abgestürzt
Stuttgart/Schwäbisch Hall. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister und Schwäbisch Haller FDP-Abgeordnete ist gestern auf dem Flughafen Stuttgart-Echterdingen verunglückt. Der Hubschrauber mit Döring und zwei Piloten - eine 24Jhare alte Bell 212 - stürzte um 13:32 Uhr in dichtem Schneetreiben beim Landeanflug auf den Flughafen ab. Walter Döring erlitt einen Lendenwirbelbruch und auch beide Piloten wurden im Rückenbereich verletzt, als die Maschine aus etwa 10 Metern Höhe aus bislang ungeklärter Ursache crashte. Döring kam aus Bonn, wo er an einer Präsidiumssitzung seiner Partei teilgenommen hatte, zu einer Kabinetts-Sitzung der Landesregierung zurück nach Stuttgart. Nun wird er nach Angaben seines Wirtschaftsministeriums für vier bis fünf Wochen ausfallen.

10 Mio Stiftung kommt
Schwäbisch Hall. Nachdem sie mit einem eigenen Antrag nicht durchgekommen waren stimmten auch die Grünen im Haller Gemeinderat für die Einrichtung eines 10 Mio Mark Stiftungskapitals. Das Geld aus den Haushaltsmitteln der Stadt stammt aus einer Gewerbesteuernachzahlung der Baussparkasse. Das Stiftungskapital soll von der seit über 600 Jahre alten Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist mitverwaltet werden. Die Zinserträge werden zweckgebunden für die Förderung von Forschungs- und Hochschuleinrichtungen verwendet, um die sich die Stadt schon seit Jahren bemüht.

Geld für Jugendarbeit
Ilshofen. Obwohl nur mit einer 500 Tsd Mark Neuverschuldung genug Geld für die laufenden Bauvorhaben und Investitionen im Vermögensetat des Jahres 1999 steht, hat die kleine Hohenloher Stadt Ilshofen Geld für die Jugendarbeit eingestellt. 35 Tsd Mark sollen für gezielte Angebote und Betreuung von Ilshofener Jugendlichen ausgegeben werden. Eingebracht hatte den Antrag in die Haushaltsberatungen die Fraktion der Freien Wählerschaft - unabhängige Bürgerliste. Allerdings fand der Antrag mit 9 zu 8 Stimmen nur eine äußerst knappe Mehrheit.

80 Tsd für Streetworker
Schwäbisch Hall. Die Verwaltung der Stadt Schwäbisch Hall ist der zwar der Meinung, daß eine weitere Stelle beim Sozial- und Jugendreferat nicht notwendig sei, doch die Räte stimmten anders. 80 Tsd Mark, versehen allerdings mit einem Sperrvermerk, stellten sie in den Etat des kommenden Jahres. Finanziert werden soll damit eine Stelle, deren Inhaber sich um Jugendliche in der Haller Innenstadt oder in anderen Problembereichen Schwäbisch Halls kümmert. Wie die Stelle ausgeformt wird, und ob der Gemeinderat das Geld nach Vorlage einer Konzeption überhaupt frei gibt oder sich der Meinung der Verwaltung anschließt, ist allerdings noch offen. Halls OB Hermann-Josef Pelgrim hatte argumentiert, in Hall gebe es keine offene Drogenszene und keine über das übliche Maß hinausgehende Jugendkriminalität, weshalb er keinen Streetworker oder Jugendsozialarbeiter auf Dauer in Hall beschäftigen wolle.

Querfeldein
Schwäbisch Hall. Aufgeflogen sind jetzt nach umfangreichen Ermittlungen der Polizei acht Kinder zwischen 12 und 13 Jahren. Sie hatten im Oktober reihenweise Mofas im Stadtgebiet geklaut. Damit hatten sie Querfeldein-Rennen veranstaltet und dabei die Fahrzeuge zu Schrott gefahren. Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen können die Kinder nicht. Für den entstandenen Schaden müssen die Eltern aufkommen.

Seit 1981 herumgeschubst
Schwäbisch Hall. 500 Tsd Mark stellten die Schwäbisch Haller Stadträte mehrheitlich als erste Planungsrate für ein Vereinsgebäude in den Etat 1999, ein Gebäude für den seit seiner Gründung vor 32 Jahren umstrittenen Club alpha 60. Der selbstverwaltete Verein Haller Jugendlicher wird seit 1881, als er sein Domizil im Haller Stadtpark Ackeranlagen verließ, um die Landesgartenschau zu ermöglichen, von Provisorium zu Provisorium 'herumgeschubst'. Er will von der Stadt Hall endlich ein dauerhaftes Domizil zugewiesen bekommen, wie durch Grundsatzbeschlüsse im Rat auch beschlossen. Nur wo dieses Domizil sein soll, ob im alten Gebäude der einstigen Wildbadquelle oder am Bahnhof, den die Bahn AG eventuell verkaufen will, weiß in Hall noch niemand. Die 500 Tsd Mark sind deshalb mit einem Sperrvermerk versehen.

Polizist schlug zu: Strafe
Crailsheim. Ein Polizeibeamter vom Crailsheimer Revier wurde jetzt vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 5600 Mark verurteilt. Er hatte in zivil einen Betrunkenen Autofahrer erst verfolgt und als dieser angehalten hatte festgenommen. Dabei sei es zu einer Prügelei gekommen, bei der der betrunkene Autofahrer ein Büschel Haare und zwei Schneidezähne verlor. Auch auf dem Haller Revier, wohin der Betrunkene gebracht wurde, habe der Crailsheimer Kollege weiter geprügelt. Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht jetzt wegen "Körperverletzung im Amt".

40 Prozent Eigenwasser
Gerabronn. Zu 40 Prozent versorgt sich die Hohenloher Wasserversorgungs-Gruppe HWG selbst über eigene Brunnen. Die restlichen 60 Prozent der insgesamt 2,3 Mio Kubikmeter Trinkwasser kommen über die NOW vom Bodensee. Versorgt werden von der HWG etwa 30 Tsd Einwohner zwischen Gerabronn und Creglingen.

Extremcamper
Wolpertshausen. Ausnützen wollten zwei Extremcamper, daß es seit Jahren in Hohenlohe mal wieder richtig Schnee gibt. Sie waren ausgerüstet mit Kleidung und Schlafsäcken für extreme Temperaturen hinausgezogen und hatten sich zum Übernachten ein Iglu gebaut. Doch das mußten sie noch vor der ersten Nacht wieder einreißen und den Schnee wieder verteilen. Zum Campen hatten die zwei Männer sich ausgerechnet die Schmerachklinge bei Wolpertshausen ausgesucht. Die aber ist Naturschutzgebiet, wo campen (auch im Winter) nicht erlaubt ist.

"Hallelujah-Süpple"
Öhringen. "Hallelujah-Süpple" nennen die Berber das, was sie bei kirchlichen Wohltätigkeitsaktionen als Warme Mahlzeit bekommen. Auch die Spitalkirche in Öhringen will im Januar 14 Tage lang für ein solches Angebot ihre Pforten öffnen. "Zur Einkehr" nennt sich das Angebot der kirchlichen Aktionsgruppe, das sich bewußt nicht nur an die Gruppe der Obdachlosen richtet. Für zwei Mark wird es vom 18. bis 31. Januar täglich ein Mittagessen in der Kirche geben. Die Gruppe rechnet mit 50 Essen pro Tag, die sie in der Küche der Jugendhilfe Friedenshort kochen und dann zur Kirche transportieren wollen. Finanziert wird die Aktion aus Spenden.

Defizit wird übernommen
Schwäbisch Hall. Die Stadt schwäbisch hall übernimmt das 1998 entstehende Defizit der Obdachlosen-Wärmstube Schuppachburg in Höhe von 15 Tsd Mark. Gleichzeitig erhöhten die Räte ihren jährlichen Zuschuß für Einrichtung von 20 auf 30 Tsd Mark, in der Hoffnung so nicht jedes Jahr neue Defizite ausgleichen zu müssen, für die eigentlich der Landkreis als Sozialträger zuständig sei. Betrieben wird die Schuppachburg vom Verein Erlacher Höhe, von dem die Haller Räte ein besseres Wirtschaften forderten.

Einweihung 99
Rot am See. Die Sanierung des großen Wasserrückhaltebeckens bei Beimbach wird im Frühjahr99 fertig werden. In dem Becken werden Hochwasser aus der Hohenloher Ebene aufgefangen und kontrolliert über die Brettach an die Jagst abgegeben. Die ursprünglich auf 10,5 Mio Mark veranschlagte Sanierungwird um mehr als 1 Mio Mark billiger werden, so der Vorsitzende des Wasserverbandes Brettach, Rot am Sees BürgermeisterManfred Setzer. 1994 hatte man die Sanierung des damals nicht einmal 20 Jahre alten Dammes begonnen. Vor allem der Überlaufschacht und der zugehörige Stollen durch den Berg hatten durch Pfusch am Bau bereits kurz nach Fertigstellung in den 70er Jahren Schäden gezeigt
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Mittwoch 9.12.1998

Arbeitslosigkeit
Schwäbisch Hall. Zwar nahm die Arbeitslosigkeit in Hohenlohe gegenüber dem Vormonat leicht zu, doch im Jahresvergleich liegt Hohenlohe um gut einen Prozentpunkt besser. 6,4 Prozent meldet das Haller Arbeitsamt. Gesunken ist allerdings die Anzahl gemeldeter freier Stellen. Auch konnte das Arbeitsamt Hall insgesamt weniger Menschen vermitteln, was auf den frühzeitigen Kälteeinbruch zurückgeführt wird und auf eine abwartende Haltung der Unternehmen zum Jahresende. Überhaupt nicht bewegt haben sich die Arbeitslosenzahlen im Bereich Öhringen. Die Quote stagniert dort bei 6,9 Prozent. Auf denselben Wert 6,9 Prozent um einen halben Prozentpunkt verschlechtert hat sich die Quote auch in Crailsheim. Blaufelden meldet 6,2 Prozent, die Hauptstelle des Arbeitsamtes in Schwäbisch Hall 6,5 Prozent und am besten schneidet die Stadt Künzelsau im Hohenlohischen ab: 5,3 Prozent.

Neuer Rechnungsführer
Rot am See. Rolf Panzer, Kämmerer der Gemeinde Rot am See wurde bei der jungsten Versammlung des Wasserverbandes Brettach zum neuen Rechnungsführer gewählt. Der Verband unterhält Wasserläufe und Wasserrückhaltebecken im Bereich der Hohenloher Ebene zwischen Wallhausen und Schrozberg. Der Verband hat dafür einen Haushalt von knapp 286 Tsd Mark zur Verfügung. Größte Maßnahme derzeit ist die über 9 Mio Mark teure Sanierung des Beimbacher Staudammes, die nahezu vollständig über Zuschüsse finanziert wird. Der sanierte Damm wird im Sommer nächsten Jahres eingeweiht.

Loipen gespurt
Fichtenau. Skiwanderwege gibt es nicht in jedem Jahr im Hohenlohischen. Jetzt wurden an verschiedenen Orten wieder Loipen gespurt. Die Gemeinde Fichtenau ganz im Osten des Landkreises Schwäbisch Hall meldet vier gespurte Loipen, alle je etwa 4 Kilometer lang. Sie starten in den Orten Matzenbach, Lautenbach, Unterdeufstetten oder im Hauptort Wildenstein. Langlaufski können in Wildenstein auch ausgeliehen werden.

Energiebericht
Schwäbisch Hall. Ihren Energiebericht für die vergangenen fünf Jahre hat die Kreisverwaltung Schwäbisch Hall jetzt vorgelegt. Zur Datenerfassung hatte die Verwaltung extra eine ABM-Kraft eingestellt. Allein im vergangenen Jahr gab der Landkreis für Energie, also Strom, Heizöl, Gas und Wasser 2,3 Mio Mark aus. Bereits im ersten Jahr der Einführung des Kommunalen Energiemanagements konnte eine Einsparung von 3,6 Prozent erzielt werden. Mit Investitionen in neuere Anlagen können weitere Einsparungen erzielt werden.

Straßenbauschnäppchen
Crailsheim. Um einen Straßenneubau bei Crailsheim wurde gestern Abend im Schwäbisch Haller Kreistags-Ausschuß Umwelt und Technik diskutiert. Ergebnis: die Mehrheit nimmt zustimmend Kenntnis von den Planungen zu dem 29 Mio-Mark-Projekt. Natürlich soll der Löwenanteil über Zuschüsse des Landes finanziert werden und der Landkreis Schwäbisch Hall macht ein Straßenbauschnäppchen, wenn alles so geht wie geplant. Für 1,5 Mio Mark Eigenbeteiligung wird er zwei Kreisstraßen an die Stadt Crailsheim los, bekommt die geplante Crailsheimer Südtangente in seine Bauträgerschaft und damit auch die Zuschüsse in seinen Etat. Nach derzeitigen Planungen kann frühestens in drei bis vier Jahren mit dem Bau begonnen werden. Die Südtangente soll den Westen Crailsheims mit der Bundesstraße 290 verbinden und gemeinsam mit der bereits gebauten Nordwest-Umgehung die Crailsheimer Innenstadt entlasten.

In Jugend-Nationalmannschaft
Crailsheim. Seine erstmalige Berufung in die Jugend-Nationalmannschaft erhielt jetzt der 18jährige Crailsheimer Jens Spanberger. Der junge Langstreckenläufer wird am 13 Dezember bei den Crosslauf Europameisterschaften in der italienischen Universitätsstadt Ferrara teilnehmen. Sein Abschlußtraining absolvierte der junge Crailsheimer am vergangenen Wochenende mit dem deutschen Lauf-As Dieter Baumann. Bei den Deutschen Crossmeisterschaften auf der Insel Usedom war Jens Spanberger Zweiter geworden.

Immer mehr Jugendhilfe
Hohenlohekreis. Immer mehr Eltern brauchen bei der Erziehung ihrer Kinder die Hilfe des Jugendamtes. Die Ausgaben der Jugendhilfe im Hohenlohekreis sind in den vergangenen Jahren nahezu explosiv gewachsen. Um diese Ausgaben in den Griff zu bekommen, müssen die dahinter stehenden Aufgaben bewältigt werden. Der Hohenlohekreis stellt deshalb fünf weitere Sozialarbeiter beim Jugendamt an. Insgesamt stieg der Etatanteil der Jugendhilfe für 1999 auf 6,7 Mio Mark.

Appell an Landwirte
Hohenlohe. An die Landwirte in der Region appellierte jetzt der Naturschutzbund Hohenlohe. Die Bauern sollten ihre die Luken und Dachfenster ihrer Scheunen offenlassen, um vor allem nachtaktiven Greifvögeln wie etwa Schleiereulen die Möglichkeit zur Mäusejagd zu bieten. Mäuse graben ihre Gänge unter dem Schnee und sind so für die Eulen nicht erreichbar. Scheunen und wenige schneefreie Plätze sind die einzigen Möglichkeiten für die Vögel Nahrung zu finden. Wer tagaktiven Greifvögeln wie Mäusebussard oder Turmfalke helfen wolle, solle an geeigneter Stelle etwas Getreideausputz ausstreuen und mit Stroh bedecken um Mäuse anzulocken. Wer schwache und kranke Vögel beobachte solle dies dem NABU melden

Christkind kommt
Schwäbisch Hall. Sandra Schöttner heißt das Nürnberger Christkindl, das am kommenden Freitag auch auf dem Schwäbisch Haller Weihnachtsmarkt sein wird. An 17 Uhr wird sie am Gerbersplatz den Prolog von der Eröffnung des Nürnberger Weihnachtsmarktes sprechen und anschließend Nürnberger Lebkuchen an die Kinder verteilen.

Wirtschaftsmesse
Hohenlohekreis. Was der Landkreis Schwäbisch Hall im Oktober erfolgreich veranstaltete: eine Kreis-Wirtschaftsmesse, wird es im kommenden Jahr auch im Hohenlohekreis geben. Initiatoren sind der Kaufmännische Verein und die Stadtverwaltung Künzelsau. Als Veranstaltungsort vorgesehen sind die Künzelsauer Wertwiesen. Offen wird diese Messe für alle Firmen aus dem Hohenlohekreis sein. Für die Organisation hat man dieselbe Firma wie der Landkreis Hall engagiert. Stattfinden soll die Wirtschaftsmesse Hohenlohe im September nächsten Jahres.

Nach 21 Ausgaben eingestellt
Vellberg/Stuttgart. Nach 21 Ausgaben hat das Landesdenkmalamt seine Heftreihe Ortskern-Atlas eingestellt. Als letztes heft der reihe erschien jetzt der Ortskernatlas von Vellberg im Landkreis Schwäbisch Hall. Seit 1984 hatte das Landesdenkmalamt in dieser Reihe historische und schutzwürdige Stadt- und Dorfkerne einer breiteren Öffentlichkeit populärwissenschaftliche aufbereitet vorgestellt. Unter anderem finden sich in der Heftreihe aus dem Landkreis Schwäbisch Hall auch die Städte Langenburg, Schwäbisch Hall und Kirchberg an der Jagst

Erneut Schwarzarbeit
Landkreis Schwäbisch hall. Vor wenigen tagen erst wurde in Schwäbisch Hall ein mauerer zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt, weil er ohne in der entsprechenden Handwerkerrolle eingetragen zu sein, Fliesenlegerarbeiten ausgeführt hatte. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut wegen derartiger Schwarzarbeit gegen eine Firma aus der Baubranche im Bereich Schwäbisch hall. Diesmal soll die Firma gänzlich aus der Handwerkerrolle gelöscht worden sein, über ein Jahr lang aber dennoch weiter handwerkliche Arbeiten verrichtet haben. Es geht dabei um Auftragswerte von etwa 400 Tsd Mark.
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Donnerstag 10.12.1998

Polizei sucht Italiener
Schrozberg/Würzburg. Nach dem zweiten Täter beim Überfall auf einen Rentner in Schrozberg vor wenigen Tagen, wird jetzt mit Hochdruck gesucht. Es handelt sich um den Italiener Antonio Salvia. Der Italiener wird jetzt von zwei Staatsanwaltschaften in Würzburg und Ellwangen gesucht. Für Hinweise zu seiner Ergreifung wurde eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Aus dem Tresor des Schrozberger Rentners hatten Salvia und sein bereits verhafteter Komplize alte Goldmünzen sowie eine goldene Taschenuhr und Goldschmuck geraubt. Den niedergeschlagenen alten Mann hatten die Täter gefesselt und verletzt in seiner Wohnung liegen lassen.

Mustang: 30 arbeiten weiter
Künzelsau. 90 der 120 von der Schließung der Jeansproduktion beim Künzelsauer Hersteller Mustang betroffenen Mitarbeiter werden ein Jahr lang in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft übernommen. 30 Mitarbeitern kann im Künzelauer Unternehmen ein Ersatzarbeitsplatz angeboten werden. Außerdem zahlt das Unternehmen Abfindungen in Millionenhöhe. Dies ist das Ergebnis zäher Verhandlungen der Gewerkschaft IGMetall und des Betriebsrates mit der Geschäftsführung von Mustang und dem Arbeitsamt. Während der Verhandlungen war es zu einer Demonstration von rund 200 Beschäftigten auf dem Hof der Künzelsauer Mustang-Werke gekommen.

420 Gemeinderats-Sitzungen
Stimpfach. Bürgermeister Jochen Lenz aus Stimpfach weiß jetzt, wie lange man für 420 Gemeinderatssitzungen braucht: nämlich 25 Jahre. Jochen Lenz hat beendet seine dritte achtjährige Amtsperiode zwar erst im Jahre 2000, dennoch feierte er jetzt 25jähriges Dienstjubiläum. Denn schon vor seiner ersten Wahl war er als junger Gemeindeamtmann aus Ellhofen für zweieinhalb Jahre zum Amtsverweser bestellt worden. Rund 200 Mio Mark hat die Gemeinde in den 25 Jahren der Ära Lenz umgesetzt, eine Halle gebaut, die Schule, neue Kindergartengruppen und 1400 Bauanträge für die zahlreichen Neubaugebiete bearbeitet. Ob Jochen Lenz in der 3100 Seelengemeinde im Osten des Landkreises Schwäbisch Hall in einem Jahr noch einmal zu einer vierten Amtszeit antritt, werde er, so Lenz auf eine entsprechende Frage, im Laufe des kommenden Jahres erst entscheiden.

Fußball abgesagt
Hohenlohe. Kein Fußball mehr in diesem Jahr in Hohenlohe. Der Vorsitzende des Fußballbezirkes Hohenlohe Wolfgang Hecker hat alle Fußballspiele des Bezirkes für dieses Jahr abgesagt. Dies gilt für alle Pokalspiele und alle angesetzten Nachholspiele von der Verbands- und Bezirksliga an abwärts. Ursache sind die Witterungsverhältnisse und die Unbespielbarkeit fast aller Sportplätze in der Region. Den meisten Vereinen könne es nicht zugemutet werden, ihre Plätze bespielbar zu machen. Der Spielbetrieb soll am 13. Februar, zwei Wochen früher als im Sportkalender ausgewiesen fortgesetzt werden.

Pflichtgebühr nur für Restmüll
Landkreis Schwäbisch Hall. Gewerbetreibende zahlen im Landkreis Schwäbisch Hall ab 1999 nur noch für die Restmülltonne eine Pflichtgebühr, nicht aber für die Biotonne. Für diese Änderung der Abfallsatzung gaben die Kreisräte im Ausschuss jetzt grünes Licht. Die mengenbezogenen Gebühren, die über Banderolen, Jahresgebührenmarken auf den Mülltonnen oder über den Kauf von amtlichen Müllsäcken zu entrichten sind, bleiben im kommenden Jahr stabil. 5,7 Mio Mark an Ausgaben sind im kommenden Jahr allein für das Einsammeln des Mülls eingeplant. Weitere 6,5 Mio verschlingt der Deponiebetrieb.

Tag der Menschenrechte
Schwäbisch Hall. Vor 50 Jahren wurden Menschenrechte bei der UNO verkündet. Als Teil zahlreicher nichtstaatlicher Organisationen und Gruppen beteiligt sich auch die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen 'Soroptimist International' an den Gedenkveranstaltungen zum heutigen Tag der Menschenrechte. Auch in der Region. Soroptimist International will den Tag aber nicht bierernst begehen und hat in 47 Ländern der Europas Luftballon-Aktionen organisiert. Nahezu zeitgleich erfolgten heute vormittag die Luftballonstarts und immer waren daran Kinder beteiligt. In Schwäbisch Hall stiegen die Luftballons in den Clubfarben blau und gelb kurz vor halb elf in die Höhe, gestartet von den geistig und körperlich behinderten Kindern auf dem Schulhof der Haller Sonnenhofschule.

Frauenförderung
Schwäbisch Hall. Landesweit einmalig ist das "Bewerbertraining für Frauen", das vom Arbeitsamt Schwäbisch Hall in Zusammenarbeit mit Persönlichkeitrainerin Irma Boss und dem Centrum für berufliche Weiterbildung angeboten wird. Vor dem eigentlichen Bewerberbungstraining steht ein zweiwöchiges Seminar, das den Frauen helfen soll, ihre individuellen Fähigkeiten herauszuarbeiten und über ihre jeweiligen Stärken und Schwächen klar zu werden. Anschließend werden die Frauen zwölf Wochen lang fit gemacht für ihren späteren Arbeitsplatz. 3000 Mark läßt sich das Arbeitsamt jeden dieser Weiterbildungsplätze kosten. Frauen die sich dafür interessieren, haben morgen am Freitag bei einer Informationsveranstaltung im Haller Arbeitsamt zwischen 9 und 11 Uhr Gelegenheit, Näheres zu erfahren.

Ganztagesbetreuung
Schwäbisch Hall. Ab dem Jahr 2000 wird es im Schwäbisch Haller Schulzentrum Ost auch ein Angebot zur Ganztagesbetreuung geben. Nicht verwechselt werden darf dieses Angebot allerdings mit einer Ganztagesschule. 200 Tsd Mark hat der Gemeinderat der Stadt schwäbisch hall bereits jetzt für dieses Projekt genehmigt, das in Zusammenarbeit mit den Eltern, mit den Schulen und Vereinen konzeptioniert werden soll. Federführend in Sachen Ganztagesbetreuung wird die Hauptschule Schenkensee sein, doch sollen auch die Realschule und das Gymnasium einbezogen werden.

Großanleger
Schwäbisch Hall. Die Schwäbisch Haller Venture-Capital Firma Glasauer Unternehmensbeteiligungen, die unter dem Kürzel GUB seit Frühjahr auch börsennotiert ist, hat erstmals einen Großanleger an Land gezogen. Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe Hannover hat sich mit 10 Mio am vierten Venture-Capital-Fund der GUB beteiligt. Die vier bisherigen Funds in Form von Kommanditgesellschaften der GUB sind an insgesamt 27 jungen Technologiefirmen beteiligt. Gelder aus dem vierten Fund flossen unter anderem auch in Firmen aus der Region. Derzeit garantiert die GUB eine Mindestverzinsung von sieben Prozent.

Ouklopfa Hämmerle
Künzelsau. Kinder der Grund- und Hauptschule Künzelsau sind heute nachmittag wieder unterwegs, um den alten Brauch des "Ouklopfa Hämmerle" wieder zu beleben. Früher sammelten die Kinder immer am Donnerstag vor Heilig Abend Nüsse, Äpfel und Weihnachtsgebäck, sagten dafür ein Sprüchle auf oder sangen Weihnachtslieder. Heute sammeln die Kinder in Künzelsau Spenden, die der Kinderkrebshilfe zugute kommen.

Stromhandel
Schwäbisch Hall. Der Haller Gemeinderat gab jetzt Grünes Licht für die Beteiligung der Stadtwerke Schwäbisch Hall an der neuen südwestdeutschen Stromhandelsgesellschaft. Mit 100 Tsd Mark werden sich die Stadtwerke an dem Stromverbund beteiligen, der gegenüber den großen Strom-Anbietern wie etwa der EnBW als Großeinkäufer günstigere Konditionen aushandeln soll. Die neue Stromhandelsgesellschaft soll zum ersten Januar in Tübingen gegründet werden. 48 Stadtwerke sind dort organisiert.

Neue Verkehrsamtsleiterin
Die Stadt Bad Mergentheim im Main-Tauberq-Kreis hat eine neue Leiterin des Kultur- und Verkehrtsamts. Der Gemeinderat wählte jetzt aus 91 Bewerbern und Bewerberinnen die 33jährige Birgit Schrott aus Kempten im Allgäu. Sie wird Nachfolgerin von Stefan Kirsch, der nach Differenzen mit dem Bad Mergentheimer Oberbürgermeister gekündigt hatte. Die 33-jährige Diplom- Betriebswirtin Birgit Schrott leitete seit 1995 das Kur- und Kulturamt im bayrischen Ottobeuren. Sie wird ihr Amt in Bad Mergentheim voraussichtlich am 1. April kommenden Jahres antreten.

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Freitag 11.12.1998

NVH in Schwierigkeiten
Künzelsau. Der Nahverkehr Hohenlohe ist in Schwierigkeiten. Das einstige Nahverkehrsmodell ist zum Verlustbringer geworden. Die Kreisräte stehen zwar zu ihrem Nahverkehrsmodell, mehrheitlich zumindest. In einer Klausurtagung im Januar aber müssen sie sich intensiv um die Zukunft der kreiseigenen Gesellschaft kümmern. Auch die beauftragten Busunternehmer sind unzufrieden. Zehn Mio Mark groß ist mittlerweile der Schuldenberg, den der NVH vor sich herschiebt. Ursache ist die ungenügende Refinanzierung der Schüler-Beförderung durch das Land. Auskömmliche Ergänzungsbeiträge der Eltern ließen sich politisch nicht durchsetzen. Im Hohenlohekreis wurde der Bus sogar boykottiert.

Neider oder Feinde?
Schwäbisch Hall. Neider oder Feinde oder böswillige Kinder? Zum wiederholten Mal musste ein Schwäbisch Haller Hausbesitzer faustgroße Löcher in der Eternitfassade seines Hauses ausbessern. Kosten jeweils um die 500 Mark. Nachdem gerade die letzte Ausbesserung abgeschlossen war, fanden sich jetzt erneut mehrere Löcher in der Hauswand. Wie die Polizei feststellte wurden sie vermutlich mit einer Steinschleuder verursacht. Der Hausbesitzer hat jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Selbstmord verhindert
Schwäbisch Hall. Schon sehr zielgerichtet ging ein 45jähriger , der mit seiner Ehefrau Selbstmord begehen wollte. Wegen eines angeblichen Unfalls war das Ehepaar heute am sehr frühen Morgen auf dem Haller Polizeirevier erschienen. Während der Unfallaufnahme zog der Mann plötzlich ein Küchenmesser und ging dem Polizeibeamten an die Gurgel. Doch die regelmäßige Schulung in Selbstverteidigung des Polizisten zahlt sich aus. Er konnte den Angreifer überwältigen. Wie 45jährige später aussagte, wollte er sich die Dienstpistole des Poizisten greifen um damit Selbstmord zu begehen.

Hochwasserschutz bleibt wichtig
Stuttgart/Region Hohenlohe. Über 70 Mio Mark hat das Regierungspräsidium seit 1994 für Hochwasserschutzmaßnahmen ausgegeben. An über 1250 von 1478 möglichen Gewässer-Kilometern sind Überschwemmungsgebiete rechtskräftig ausgewiesen. Der technische Hochwasserschutz verschlang im Hohenlohe in den vergangenen vier Jahren rund 7 Mio Mark für Dämme und andere Baumaßnahmen an Bächen und Flüssen. 18 Mio wurden zwischen 1994 und 98 für Hochwasser-Rückhaltebecken ausgegeben. Eine der größten Baumaßnahmen war die Sanierung des Beimbacher Staudammes bei Rot am See

Feinripp für Honduras
Schwäbisch Hall. Die Hohenloher Band 'Feinripp' gibt heute abend ab 20 Uhr in der Arche des Schwäbisch Haller Sonnenhofes ein Benefiz-Konzert zugunsten der Hondurashilfe. Das Repertoire der band umfasst Hits der 70er, 80er und 90er Jahre. Auf Infotafeln und durch einen in der Konzerthalle laufenden Videofilm können sich die Besucher über die Situation in Honduras und den Stand der Hilfeleistungen informieren. Der Haller Verein Hondurashilfe, der seinen ersten Hilfscontainer bereits Mitte November auf die Reise schickte, ist vom Finanzamt mittlerweile als gemeinnützig anerkannt.

Trotz Kündigung weiterarbeiten
Hessental. 60 von 62 Leuten, die jetzt beim in Konkurs gegangenen Haller Traditionsbetrieb Kurz Hessental die Kündigung erhielten, können dennoch weiterarbeiten. Sie werden, wie auch 90 Mitarbeiter der zu Weihnachten bei Mustang in Künzelsau geschlossenen Näherei von der Reutlinger Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Refugio übernommen. 70 weitere ehemalige Kurz-Mitarbeiter werden von zwei Nachfolgefirmen übernommen, die Konkursverwalter Michael Pluha für die Produktion von Kurz interessiert hat. Zum einen wird eine Firma weiterhin Spezialpaletten produzieren, zum anderen übernimmt eine Firma die Kunststoff-Spritzerei, die Teile für die Autoindustrie herstellt. Die Refugio Beschäftigungsgesellschaft wird finanziert durch zwei Mio Mark aus der Kurz-Konkursmasse, durch Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt und durch Gelder der EU, die fließen, weil Teile des alten Betriebes weitergeführt werden.

Haller Türke verurteilt
Heilbronn/Schwäbisch Hall. Ein 52jährige Türke, der jahrelang in Hall als selbsternannter muslimischer Vorbeter oder 'Hoca' aufgetreten war, wurde jetzt vom Heilbronner Landgericht zu vier Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte sich 1997 an vier Jungen im Alter zwischen neun und elf Jahren sexuell vergangen.

Kostenexplosion
Schwäbisch Hall. Auf fast das doppelte sind die Kosten für den Umbau der Schwäbisch Haller Touristik-Information explodiert. Statt 300 Tsd Mark müssen nun mindestens 540 Tsd Mark aufgewendet werden. Unerwartet schlecht ist der Bauzustand des zuletzt Ende der 70er Jahre umgebauten mittelalterlichen Gebäudes. Die Haller Touristik-Information wird nicht nur baulich modernisiert. Übernommen wird künftig auch der Verkauf von Theaterkarten der Freilichtspiele und anderer Veranstaltungen. Dafür wird das Amt computerisiert und vernetzt.

Weihnachtspäckchen geklaut
Obersontheim. Da glaubten doch tatsächlich einige Zeitgenossen, die Firma Stark aus Obersontheim habe gefüllte Weihnachtspäckchen an ihren Christbaum vor der Firma gehängt. Über 30 Päckchen hatten die Mitarbeiterinnen der Firma schön eingepackt und damit die große Fichte vor dem Firmengebäude geschmückt. Anderntags aber waren alle Päckchen bis auf eines verschwunden . Wie groß wird wohl die Freunde der Diebe gewesen sein, als sie entdeckten , daß die Geschenke unter dem Papier hohl waren. Schade nur um die viele Arbeit, die sich die Mitarbeiterinnen des Modehauses gemacht hatten.

Krankenhaus wird Schulträger
Künzelsau. Die Hohenloher Krankenhaus GmbH, die zu 100 Prozent im Eigentum des Hohenlohekreises die Kreiskrankenhäuser in Öhringen und Künzelsau betreibt, wird jetzt auch Schulträger. Sie bekommt zum 1. April nächsten Jahres eine eigene Krankenpflegeschule. 20 Schüler und Schülerinnen werden am Standort Künzelsau die Ausbildung beginnen. Schon jetzt gibt es bei der Krankenhaus GmbH 54 Ausbildungsverhältnisse in der Alten- und Krankenpflege sowie als Arzthelferin. 35 Praktikanten und Zivis helfen den insgesamt 762 Beschäftigten.
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Samstag 12.12.1998

Kritik an Region
Künzelsau. Unbehagen, ja sogar Unzufriedenheit empfinde man mit der Region, machte jetzt Ingelfingens Bürgermeister Wolfgang Schneider als Sprecher seiner Kreistagsfraktion deutlich. Offensichtlich werden von der Region zuvorderst die Interessen des Wirtschaftsstandortes Heilbronn vertreten. Hohenlohe komme zu kurz. Das Landratsamt müsse versuchen dies auszugleichen und die Wirtschaft stärker präsentieren. Die Fraktion der Freien Wähler will die Wirtschaftsförderung des Kreises professionalisieren und schlägt ähnlich wie im benachbarten Landkreis Schwäbisch Hall die Organisationsform einer GmbH vor. In Hall hat allerdings die Kreissparkasse erheblich zur Gründung und Finanzierung der Wirtschaftsförderungs-GmbH beigetragen.

Auf 1,9 Milliarden angewachsen
Hohenlohekreis. Um fünf Prozent auf 1,9 Mrd Mark angewachsen ist das Geschäftsvolumen der Kreissparkasse Hohenlohekreis. Nur einen Kleinen Anteil von 2,7 Prozent hatten daran die Spareinlagen. Zwischen fünf (im privaten) und acht Prozent (im Geschäft mit Unternehmenskunden) wuchsen die Kredite. 1,5 Mrd Mark hat die Kreissparkasse Hohenlohe derzeit ausgeliehen. Ihren Bilanzgewinn von 4 Mio hat die Sparkasse den Sicherungsrücklagen zugeführt, die damit auf über 66 Mio Mark angewachsen sind.

Rat wollte mehr
Braunsbach. Nicht der Vorlage der Verwaltung folgten die Räte von Braunsbach in ihrer jüngsten Sitzung. Sie wollten mehr. Statt nur um zehn Punkte, wie es Bürgermeister Ulrich Naas vorgeschlagen hatte sondern um jeweils 20 Punkte erhöhten die Gemeinderäte die Grundsteuern in Braunsbach. Besitzer landwirtschaftlicher Grundstücke zahlen künftig einen Hebesatz von 420 Punkten. Die Grundsteuer B für private Grundstücke wird von 370 auf 390 Punkte erhöht. Die Gemeinde bekommt so mehrere zehntausend Mark mehr in die Gemeindekasse.

Betrieb erweitert
Crailsheim. Der Standort Crailsheim hat für den europäischen Ableger des US Konzern Procter & Gamble zunehmende Bedeutung. Deutlich gemacht wurde dies jetzt durch die Einweihung eines neuen Verwaltungsgebäudes. Nicht weniger als 1600 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche sind so entstanden. Dazu kommen fünf große und 16 kleinere Besprechungsräume. Crailsheim ist nicht mehr nur reiner Produktionsstandort sondern übernimmt auch Aufgaben in Forschung und Entwicklung. Fünf Mio Mark hat Procter & Gamble in das neue Gebäude investiert. Erst im April waren die Produktionsgebäude auf jetzt 3600 Quadratmeter Fläche erweitert worden. Seit Jahresbeginn hat sich die Beschäftigtenzahl um 888 erhöht.

Auch Kleinstgewerbe zahlt
Schwäbisch Hall. Auch Kleinst-Gewerbtreibende und Freiberufler zahlen jetzt im Landkreis Schwäbisch Hall Mindestmüllgebühren. Das habe, so Dieter Aller vom Haller Abfallwirtschaftsamt, überhaupt nichts damit zu tun, ob jemand Müll produziere oder überhaupt an der Müllabfuhr teilnehme. Der Landkreis müsse nach Gesetzeslage dennoch Kapazitäten für solches Kleinstgewerbe zur Verfügung stellen und das verursache Kosten. Diese Kosten werden umgelegt, so daß auch für kleine gewerbetreibende, öffentliche Einrichtungen oder Freiberufler eine Pflichtgefühl von 160 Mark im Jahr anfalle. Auf Antrat könne diese auf die Hälfte verringert werden. Das Abfallwirtschaftsamt rechnet mit mehr als 900 Tsd Mark Einnahmen aus dieser Veranlagung. Im benachbarten Ostalbkreis zahlen Freiberufler 139 Mark plus 3,60 Mark je Leerung, man kann sich dort aber bei Nachweis, daß kein Müll produziert wird, problemlos befreien lassen. Im Rems Murrkreis beträgt die Mindestgrundgebühr 228 Mark inclusive 14tägige Leerung. Auch dort ist eine Befreiung möglich.

Billiger als erwartet
Vellberg. Um 1,3 Mio Mark billiger als vorausberechnet wurde der Ausbau der Landesstraße zwischen Vellberg und Großaltdorf im Landkreis Schwäbisch Hall. 2,7 Mio Mark kostete der Ausbau des knapp drei Kilometer langen Straßenstücks. Regierungsvizepräsident Dr. Horst Rapp, der den Straßenbau vor 15 Monaten mit einem "Ersten Baggerbiß" gestartet hatte, fragte sich gestern bei offiziellen Abschluß der Bauarbeiten allerdings, wie lange am Bau diese Kampf - und Tiefstpreise noch zu halten seien, bevor die ersten Firmen in den Konkurs gingen. Einen Lindenbaum pflanzten Vellbergs Bürgermeister Manfred Walter, Straßenbauamtsleiter Heinz Dautel und Regierungsvizepräsident Dr Horst Rapp zum feierlichen Anlass am Rande der Straße: natürlich eine Winterlinde.

Partner im Internet
Neustrelitz. Schwäbisch Halls Partnerstadt Neustrelitz ist jetzt ebenfalls im Internet vertreten. Unter http://www.neustrelitz.de präsentiert sich das "freundliche Tor zur Mecklenburger Seenplatte".Es gibt Informationen zur Stadt mit Links zu diversen städtischen Einrichtungen, Infos zur Stadtgeschichte zu Kunst und Kultur, Tourismus-Informationen mit Hotel- und Gaststättenführer. Zu finden sind aber auch Wirtschafts-Standortdaten, Umweltinformationen oder ein Stadtplan. Neustrelitz war schon zu DDR-Zeiten Partnerstadt von Schwäbisch Hall.

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Sonntag 13.12.1998

Lokale Agenda 21
Schwäbisch Hall. Ausgelöst hat es die Umweltkonferenz in Rio: Vielerorts wollen die Menschen am Ende dieses und am Beginn des nächsten Jahrtausends wissen, wie steht es bei uns vor Ort, in unserer Unmittelbaren Umgebung mit der Umwelt, wo stehen wir selbst im Umgang mit Natur, mit den natürlichen Ressourcen, mit uns selbst. Dies alles zusammenfassen wollen sie in einer lokalen Agenda 21, einer Zusammenfassung der Vergangenheit und einer Liste mit Handlungsanweisungen für die Zukunft zugleich. Zum einen geschieht dies von Seiten der Regierenden, zum anderen von unten von interessierten Bürgern ausgehend. In Schwäbisch Hall trafen sich diese Woche Interessierte aus dem Umkreis des Bürgerforums Klimaschutz in der Volkshochschule, um über eine mögliche Vorgehensweise zu beraten. Und schon am Montag hatte der Gemeinderat über Anträge der SPD und der Grünen beraten, öffentliche Gelder für eine Agenda 21 bereit zu stellen. 200 Tsd Mark wollte die SPD im städtischen Haushalt haben, um damit Grundstücke zu verbilligen, auf denen ökologisch gebaut wird. Darüber wird weiter beraten Eingestellt werden sollen 55 Tsd Mark. Die Verwaltung selbst, seit fünf Jahren schon Mitglied im Klimabündnis Europäischer Städte, hat ein innovatives Heiz- und Kühlsystem beim gegenwärtigen Umbau der Schulen im Auge. Die Grünen wollten zunächst einmal nur 5000 Mark für die theoretische Arbeit an einer Lokalen Agenda 21. Denn tatsächlich geht die Überprüfung des eigenen Standortes über den Bereich der Energie und Ökologie weit hinaus. Die aus dem Klimabündnis hervorgehende Agenda-Gruppe interessierter Bürger will sich am 21. Januar nächsten Jahres wieder treffen, um in Arbeitsgruppen die Themenbereiche einer Agenda 21 zu erarbeiten. Mit dem Ergebnis will man an die Stadtverwaltung herantreten. Denn das Dezernat von Baubürgermeister Bernd Stadel erhielt vom Gemeinderat den Auftrag bis März eine Ist-Zustands-Beschreibung dem Rat vorzulegen, die Grundlage für die weitere Arbeit an einer lokalen Agenda 21 dienen soll.

80 Mark für ein Ferkel
Schwäbisch Hall. Die Ferkelpreise zogen in der vergangenen Woche wieder an. 80 Mark wurden für neun Wochen alte 25 Kilo schwere Tiere bezahlt. Damit wurde endlich der ruinöse Preiskampf der vergangenen Monate etwas gemildert. Teilweise waren nur 40 oder 50 Mark bezahlt worden. Dennoch zahlen die Bauern immer noch drauf. Die Kosten für ein 25 Kilo-Ferkel liegen je nach Stall und Futter zwischen 85 und 110 DM . D.h. mit jedem Verkauf verlieren die Landwirte Geld. So werden es auch auf dem Schwäbisch Haller Ferkelmarkt von Woche zu Woche weniger Tiere von immer weniger Bauern angeliefert. 130 von neun Landwirten waren es vergangene Woche. Insgesamt werden 1998 wohl nicht mehr als 6600 Tiere zusammenkommen. Vor 30 Jahren wurden auf dem Haller ferkelmarkt ungefähr zehn Mal soviele Tiere umgeschlagen.

Haller Autor gefördert
Schwäbisch Hall. Der Schwäbisch Haller Autor Joachim Zelter wird durch ein Arbeitsstipendium des Förderkreises Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg gefördert. Aus dem Roman "Die Würde des Lügens" liest der Sohn des einstigen Haller Gefängnisdirektors morgen abend im Löchnerhaus der Volkshochschule. Sein erster Roman "Briefe aus Amerika" war von der Kritik überaus freundlich aufgenommen worden.

Post von der Abfallwirtschaft
Landkreis Schwäbisch Hall. Post von der Abfallwirtschaft kommt in den nächsten Tagen in jeden Haushalt des Landkreises Schwäbisch Hall. Inhalt in freundlichem hellgrün: der Müllkalender des Jahres 1999. Bestandteil des Müllkalenders - und deshalb sollte jeder darauf bedacht sein, daß er nicht mit der zahlreichen Werbeflut vor Weihnachten im Altpapier landet - ist die Sperrmüllkarte 99. Sie wird in keinem Fall ersetzt werden, sollte sie verloren gehen. Ansonsten enthält der Kalender natürlich die Daten der Abfuhrtage für Werkstoffe, Bio- und Restmüll sowie zahlreiche Tips und Sachhinweise in Sqachen Wertstofferfassung und Umgang mit Materialien.

Roter See untersucht
Schwäbisch Hall/Gaildorf. Die German Caving Group CCG ist eine Verein von Höhlentauchern mit Sitz in Schwäbisch Hall. Der CCG gelang jetzt eine erstmalige Untersuchung des sogenannten Roten Sees in Kroatien. Dieses jährlich von tausenden Touristen besuchte Naturwunder, das seinen Namen von den umgebenden roten Klippen hat, ist wohl eines der größten und tiefsten natürlichen Löcher auf dieser Erde. 300 Meter ragen rundum den See senkrechte Klippen nach oben. Der so umschlossene See selbst ist nochmals etwa 300 Meter tief und wurde wegen seiner extremen Abgeschlossenheit noch nie zuvor untersucht. Mit einer speziell gebauten Seilbahn ließ die CCG eine Plattform auf die Oberfläche des Sees hinunter, die als Ausgangspunkt für bis zu 100 Meter tiefe Tauchgänge diente. Mit dabei auch der Gaildorfer Ralph Wilhelm, der zu einem der drei Tauchteams des Unternehmens gehörte, das in den Steilwänden über und unter Wasser weitere Höhlen entdeckte und teilweise kartographierte.
20 Jahre Musikschule
Niederstetten. Was machen Gemeinden, wenn sie etwas haben wollen, was sie sich alleine nicht wohl aber gemeinsam leisten können?: Sie gründen einen Zweckverband, manchmal sogar Kreisgrenzen überschreitend. Auf diese Weise kam auch die Musikschule Hohenlohe zustande, die jetzt seit 20 Jahren existiert. Sechs Gemeinden von Niederstetten im Main-Tauber-Kreis bis Gerabronn im Landkreis Hall bezuschussen mit jährlich 200 Tsd Mark die Arbeit von Musiklehrern, die in allen sechs Orten Kindern das Musizieren beibringen. Neben dem Musikunterricht gibt es mittlerweile in allen Mitgliedsgemeinden auch Ensembles, die regelmäßig zusammen musizieren und auftreten. Derzeit nehmen 650 Kinder Musikunterricht bei den 17 Lehrern des Zweckverbandes, der einen Sitz in Niederstetten hat. Insgesamt erhielten in den 20 Jahren über 2000 Schüler eine qualifizierte musikalische Ausbildung.

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Montag 14.12.1998

Schwer verletzt
Fichtenberg. Schwer verletzt wurde am Wochenende der Fahrer eines Klein-Lasters auf der Landesstraße zwischen Fichtenberg und Gaildorf. Trotz glatter Straße wollte er einen langsam vorausfahrenden Pkw überholen. Dabei geriet der Kleinlaster ins Schleudern und kippte um. Der Beifahrer wurde nur leicht verletzt. Sachschaden entstand in Höhe von fünf- bis sechstausend Mark

"Anwälte für Kinder"
Künzelsau ein. Ein kostenloses Beratungsangebot für Kinder gibt es voraussichtlich ab Februar nächsten Jahres in den Räumen des Künzelsauer Jugendgemeinderates im alten Bahnhof: Kinder und Jugendliche mit juristischen Problemen, etwa Problemen mir der Polizei, weil sie Drogen genommen haben oder beim Diebstahl erwischt wurden, können sich von Rechtsanwälten professionell beraten lassen. Die Idee stammt von Rechtsanwältin Cornelia von Eyb. Sie hat mit ihrer Kollegin Verena Löhlein-Ehrler das Konzept erarbeitet. Träger dieser kostenlosen Einrichtung wird die Diakonie sein. Auf die Neuerung aufmerksam gemacht werden soll über Plakate und Handzettel Unter dem Motto "Jetzt helfe ich mir selbst"

Jagdwild Frau
Matheshörlebach. Wie Jagdwild muß sich eine vermutlich psychisch gestörte Frau vorgekommen sein, als sie gestern mit Hunden und vom Hubschrauber aus gesucht wurde. Die 38jährige hatte am frühen Samstagabend eine größere Menge an Tabletten geschluckt und war über die schneebedeckten Felder bei Matheshörlebach nahe Schwäbisch Hall davongelaufen, als die alarmierten Helfer vom Roten Kreuz eintrafen. Die Polizei forderte die Suchhundestaffeln von Heidenheim und Schwäbisch Gmünd an. Außerdem versuchte ein aus Stuttgart angeforderter Spezialhubschrauber mit Wärmebildkamera die Frau zu finden, was aber wegen der ungemütlichen Wetterlage mißlang. Letztendlich kehrte die Frau selbst in den Ort zurück, wollte aber sofort wieder fliehen, als sie den Helferaufwand sah, der ihretwegen getrieben wurde. Ein Hundeführer konnte die Frau dann festhalten. Sie wurde zu ihrem eigenen Schutz in polizeilichen Gewahrsam genommen.

Kartenverkauf beginnt
Schwäbisch Hall. Der Kartenverkauf für die Haller Freilichtspiel-Saison 1999 beginnt heute. Erfahrungsgemäß werden bis zum Jahresende bereits 30 Prozent der Karten umgesetzt. Zahlreiche Karten liegen sicherlich auch als Weihnachtsgeschenke auf dem Gabentisch. Gespielt wird auf der Treppe vor St. Michael vom 16. Juni bis zum 15. August. Aufgeführt werden Friedrich Schillers "Die Jungfrau von Orleans", das von Intendant Achim Plato nach Victor Hugo geschriebene Stück "Der Glöckner von Notre-Dame" sowie das Musical des holländischen Erfolgsteams van Dijk "Cyrano". Auf der kleinen Treppe in der Gelbinger Gasse gibt es das Kinderstück "Der Räuber Hotzenplotz".

Haushalt wird verabschiedet
Rot am See. Ein Gesamtvolumen von 17,8 Millionen Mark wird der Haushalt von Rot am See im Kreis Schwäbisch Hall im nächsten Jahr haben. 3,6 Mio stehen davon im Vermögenshaushalt, aus dem auch die Investitionen bezahlt werden. Die Kommune will im kommenden Jahr unter anderem Baugelände erschließen und bereitet den Neubau einer Mehrzweckhalle vor. Kommunalen Steuern und Gebühren sollen nicht erhöht, die Verschuldung der Gemeinde aber um 450 Tsd Mark gesenkt werden. Der 99er Etat, über den bereits seit einem Monat grundsätzliche Einigkeit besteht, wird bei der heutigen Gemeinderatssitzung verabschiedet.

Vor 25 Jahren geweiht
Dünsbach. Am vierten Advent vor 25 Jahren wurde die Kirche von Dünsbach geweiht. Sie wurde gebaut, weil das alte Gotteshaus der Gemeinde, die Kirche des Schlosses Morstein am Heiligen Abend des Jahres 1969 abgebrannt war. 300 Jahre Kirchengeschichte gingen damit zu Ende. Gestern gedachte die Gemeinde mit einem Festgottesdienst Zeit vor 25 Jahren. Vier Jahre lang hatte man die Gottesdienste in der Turnhalle abgehalten, bevor man die vom Stuttgarter Architekten Johannes Wetzel entworfene und von dessen Frau Angelika gestaltete Kirche am 23. Dezember 1973 einweihen konnte.

Sportler des Jahres gesucht
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim sucht ihren Sportler, ihre Sportlerin des Jahres 1998. Bis zum 21. Dezember können schriftliche Vorschläge beim Stadtverband für Leibesübungen abgegeben werden. Bedingung der/die Sportler(in) muß für einen Crailsheimer Verein starten oder den Lebensmittelpunkt in der Stadt haben. Vermerkt werden muß mit den Vorschlägen auch, für welche sportliche Leistung im Jahr 1998 eine Auszeichnung vergeben werden soll. Die in vier Kategorien meistgenannten Sportler, Mannschaften und Eherenamtlichen werden in einer Feierstunde im Ratssaal am 5. Februar nächsten Jahres ausgezeichnet.

Merlins gewinnen
Crailsheim. Ihr bestes Spiel bislang in der Regionalliga lieferten am Wochenende die Baskettballer der Crailsheim Merlins ab. Mitr 78:57 gewann die Crailsheimer Ausnahmemannschaft, die seit ihrer Gründung vor vier Jahren im Durchmarsch durch alle Ligen bis in die Regionalliga vorgerückt ist. Die Gegner vom MTV Stuttgarte hatten nicht ein einziges Mal auch nur die Chance, das Spiel in eigene Regie zu übernehmen. Wehrmutstropfen für die Merlins. Leider mußte ihr bester Werfer Winfried Stahl, bvermutlich mit Bänderdehnung, verletzt ausscheiden. Er erzielte im Spiel gegen die Stuttgarter alleine 21 Punkte.

Neues Verwaltungsgebäude
Crailsheim. Mit einem Kostenaufwand von 3,5 Mio Mark haben die Stadtwerke Crailsheim jetzt ein neues Verwaltungsgebäude errichtet. Am Wochenende wurde es mit einer kleinen Feier eingeweiht. Auf 1450 zusätzlichen Quadratmetern Bürofläche können nun alle 100 Mitarbeiter untergebracht werden. Natürlich sind es sich die Stadtwerke selbst schuldig, ein solches Gebäude besonders energiesparend zu bauen. So liegen die werte des neuen Verwaltungsgebäudes beim Energieverbrauch um gut 40 Prozent unter den Vergleichswerten ähnlicher Gebäude

Gedichtband vorgelegt
Wildentierbach. Der mittlerweile 72 Jahre alte Hohenloher Dichter Gottlob Haag hat einen neuen Gedichtband vorgelegt. Der wie immer im Verlag Eppe erschienene Band enthält diesmal keine Mundartdichtung für die Haag in seiner Heimat berühmt wurde. Mittlerweile erreichte der Dichter aus dem Hohenlohischen Wildentierbach mit seiner schriftdeutschen Dichtung auch weit über die Region hinaus Anerkennung. Haags Gedichte, Prosa und Theaterstücke, ob in Mundart oder Schriftdeutsch verfasst sind keine Gefälligkeiten und Anbiederungen, wie man sie heute all zu oft findet. Es sind Notate unmittelbarer Erfahrung, unter denen sich auch manche zeitkritische Bewertung verbirgt.
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Dienstag 15.12.1998

Bebaungsplan in Privathand
Schwäbisch Hall. Den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für ihre Hangars kann die Flugplatz GmbH in Schwäbisch Hall Hessental, vertreten durch die Ingenieursgesellschaft 'Dorsch Consult' selbst erstellen. Vorteil für die Stadt: die Planungskosten trägt die GmbH und dennoch können die Stadträte mitbestimmen. Alle Verfahrensabläufe müssen eingehalten werden, als ob die Stadt selbst planen würde. Der Bau- und Planungsausschuß des Schwäbisch Haller Gemeinderates stimmte gestern abend trotz einiger Bedenken mit acht zu zwei Stimmen bei vier Enthaltungen zu. Seit 1993 sind solche Vorhabens- und Erschließungspläne sowie vorhabenbezogene Bebauungspläne zulässig, zunächst in den neuen Bundesländern, seit einer Novellierung des Baugesetzbuches zum 1.1. 1998 auch im Westen.

Unfallflüchtiger stellt sich
Schwäbisch Hall-Tüngental. Freiwillig gestellt hat sich ein 27jähriger Autofahrer, der vergangenen Donnerstag in Schwäbisch Hall Tüngental beim Einbiegen ein anderes Fahrzeug seitlich gerammt hatte, aber ohne anzuhalten weiter gefahren war. Als jetzt die Polizei öffentlich nach seinem roten Auto mit schwarzem Dach fahndete, stellte sich der Unfallflüchtige gestern auf dem Haller Polizeirevier. Eine Anzeige wegen Unfallflucht ersparte im dies allerdings nicht.

Haushalt verabschiedet
Rot am See. 300 Tsd Mark an Mehrausgaben setzten die Gemeinderäte von Rot am See gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Etatentwurf durch. Der gestern abend verabschiedete Haushalt hat ein Volumen von 18, 03 Mio Mark. Die Zuführungsrate vom 14,16 Mio Mark großen Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt beträgt rund 1,1 Mio Mark. Trotz zahlreicher Investitionsvorhaben, neue Baugebiete, Straßenbau, Fortsetzung der Ortskernsanierung und eine Friedhofserweiterung mit neuer Aussegnungshalle, wird die Gemeinde keine neuen Schulden aufnehmen müssen. Im Gegenteil, der Schuldenstand soll zum Jahresende 1999 um 458 Tsd Mark geringer werden. Die Kassenlage erlaubt es auch, die Gebühren und kommunalen Steuern im kommenden Jahr nicht anzuheben.

Müller lobt Döring
Schwäbisch Hall. Der Haller Landtagsabgeordnete Dr. Walter Müller SPD lobte jetzt ausdrücklich seinen Schwäbisch Haller Abgeordneten-Kollegen Dr Walter Döring von der FDP in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsminister. Trotz kritischer bedenken des Rechnungshofes hält Döring an der Bezuschussung örtlicher Leistungsschauen von Handwerk und Gewerbe fest. "Mit ihrem hohen, praxisbezogenen Informationswert sind sie ein hervorragendes Schaufenster , um die örtliche Wirtschaft dem heimischen Publikum zu präsentieren, ließ Döring jetzt seinem Kollegen Müller auf dessen Anfrage als Antwort schreiben. Landesweit waren in diesem Jahr 6o bis 70 Leistungsschauen mit insgesamt 200 Tsd Mark bezuschußt worden. Das Geld wird nach Intervention von örtlichen Selbständigenverbänden auch 199 in etwa gleicher Höhe zur Verfügung stehen. Gegen die Streichungsvorschläge des Rechnungshofes hatte sich u.a. auch der BdS Kreisvorsitzende Rolf Wankmüller aus Gerabronn ausgesprochen.

MV der Neuen Arbeit
Ilshofen. Rund 100 Menschen hat die 'Neue Arbeit auf dem Lande' einen festen Job verschafft. Die unter dem Dach der Diakonie arbeitende Initiative kümmert sich dabei vor allem um Langzeitarbeitslose und andere Schwervermittelbare. Angestellt sind die Leute bei der 'Neuen Arbeit' selbst, die sie dann gegen Entgelt an Gemeinden, Forstverwaltungen und Betriebe ausleiht. Bäuerliche Tätigkeiten aber, das einst ursprüngliche Arbeitsfeld der 'Neuen Arbeit auf dem Lande', sind seit Jahren immer Sachwerte zu vermitteln. Bei 3,5 Mio Mark Umsatz haben die sieben festangestellten Mitarbeiter im vergangenen Jahr 16 Tsd Mark Gewinn erwirtschaftet. Dieses Rechnungsergebnis stellte Geschäftsführer Klaus Volkmann jetzt auf der Mitgliederversammlung in Ilshofen vor. Finanziert wird die Neue Arbeit neben Spenden vor allem über öffentliche Zuschüsse und Hilfsgelder vom Sozialamt oder vom Arbeitsamt. Mit Stütze und ohne die Vermittlung durch die 'Neue Arbeit' hätten die 100 derzeit Beschäftigten die öffentliche Hand rund eine Mio Mark mehr gekostet

Heute Langenburger Rat
Langenburg. Wird die Kanalisation gereinigt und mit einer Kamera auf Schäden untersucht? Wird der Ortsteil Bächlingen an die Nordost-Wasserversorgung angeschlossen? Bekommt die Rathausverwaltung neue PC's? Und kann das Vorhaben Bürgerwindpark zur ökologischen Stromerzeugung überhaupt verwirklicht werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich heute Abend der Gemeinderat der Stadt Langenburg. Die öffentliche Sitzung im Rathaus beginnt heute um 19 Uhr

Kinderarzt-Connection
Öhringen/Schwäbisch Hall. Gegen die Bedenken anderer niedergelassener Ärzte in Öhringen müssen sich zwei Öhringer Kinderärzte durchsetzen, die künftig mit drei Kinderärzten in Schwäbisch Hall zusammenarbeiten wollen. Die fünf Arztpraxen werden ab dem 2. Januar einen Notfalldienst für Hohenloher Kinder einrichten und reihum an den Wochenenden Dienst tun. Es wird allerdings keine Hausbesuche geben. Noch zu klären ist, ob die Kinderärzte wegen ihrer eigenen Notdienste aus den allgemeinen Notdienstplänen herausgenommen werden. Auch alle anderen Kinderärzte in Hohenlohe verhalten sich derzeit eher abwarten, wie dieses Experiment ausgehen wird. Die Öhringen-Schwäbisch Hall-Connection ist zunächst einmal auf ein Jahr Probezeit angelegt.

Roll zertifiziert
Crailsheim. Die Crailsheimer Firmengruppe Roll mit den Bereichen Spedition, Truck-Service, Kranwagenverleih und Lagerlogistik wurde jetzt in ihrer Gesamtheit nach DIN EN ISO 9002 zertifiziert. Das Qualitätsmanagement soll zur Straffung der innerbetrieblichen Strukturen genutzt werden. Schwachstellen können schneller erkannt, die Kundenzufriedenheit gesteigert werden. Heinrich Roll, Geschäftsführer des Familienunternehmens konnte jetzt die Urkunde zum Qualitäts-Zertifikat entgegennehmen. Ein Jahr lang hatte die Qualitätsmanagementbeauftragte der Firmengruppe Janet Buchholz mit allen beschäftigten auf die Auditierungsphase hingearbeitet. Das Audit muß nun jährlich wiederholt werden, damit das Zertifikat erhalten bleibt.

Obersontheim will ins Internet
Obersontheim. Die heimische Werbeagentur von Beate Müller erhielt von den Gemeinderäten Obersontheims jetzt den Auftrag. Sie soll eine sogenannte Homepage grafisch und inhaltlich erstellen, mit der sich die Gemeinde Obersontheim im Internet präsentieren will. Beteiligt wird nach dem Wunsch der Gemeinderäte auch der Handel- und Gewerbeverein. Obersontheims Nachbargemeinden Bühlertann, Bühlerzell oder Ilshofen sind bereits im Internet vertreten.

Wahl von Delegierten und Kandidaten
Schwäbisch Hall. Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring FDP ist ein Schwäbisch Haller, das ist kein Geheimnis. Schwäbisch Halls vor anderthalb Jahren neugewählter Oberbürgermeister war zuvor Vertreter des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums bei der EU in Brüssel. Sein Nachfolger wurde Ingo Bücher, ein FDP-Mann aus... Schwäbisch Hall. Der Haller Kreisverband trifft sich heute abend zu einer Mitgliederversammlung um einen Europakandidaten zu wählen. Werden soll dies eben jener Ingo Bücher, so die Planung des Vorstandes. Gewählt werden bei der FDP Kreisversammlung heute abend ab 19:30 im 'Haller Hof' in Hessental auch die Delegierten zum Landesparteitag am 5. Januar, zum Bundesparteitag und zum Europatag der FDP.

Buch über Michelbach am Wald
Öhringen-Michelbach. Über 112 Bilder aus vergangenen Zeiten auf 85 Seiten eines Bildbandes: so stellt sich "Michelbach am Wald und zwischen Reben" Besuchern und anderen Interessierten vor. In Kurzfassung wird dabei auch die 727jährige Geschichte des Ortes beschrieben. Gestern erhielt Öhringens Oberbürgermeister Jochen K. Kübler, auf dessen Anregung der Bildband zurückgeht, das erste Exemplar des neuen Buches Überreicht. Kübler hatte alle Öhringer Ortsteile aufgefordert zum Rückblick im Jahr 2000 auf 25 Jahre Gemeindereform die Geschichte der einzelnen Ortschaften festzuhalten. Doch nur Michelbach hat in der nun vorliegenden Form darauf reagiert. Kübler hält es allerdings nicht für ausgeschlossen, daß die anderen Ortsteile sich möglicherweise doch noch entschließen könnten, wenigstens einen gemeinsamen Bildband herauszubringen. Er bot dazu die Unterstützung der Stadt an.

Weißrussische Malerin
Künzelsau. "Meine Träume", nennt die junge weißrussische Malerin Tanja Wakarina ihre Bilder, die jetzt in der Volksbank von Künzelsau ausgestellt sind. Organisiert hat die Ausstellung der Ökomenische Arbeitskreis "Hilfe für Kinde von Tschernobyl aus Kloster Schöntal. Die 20jährige Wakarina ist selbst ein Opfer von tschernobyl. Seit der Katastrophe leidet sie an einer schweren Muskelerkrankung, die mittlerweile zu ihrer fast vollständigen Lähmung geführt hat. All ihre Ölbilder, Gouachen und Aquarelle malt die Künstlerin, die dennoch seit zwei Jahren an der Kunstakademie von Gomel studiert, mit der einzig noch beweglichen linken Hand. Die Ausstellung dauert noch bis zum 19. Dezember.

Partyraum zu vermieten
Künzelsau. Künzelsauer Jugendliche, die eine Party feiern wollen, aber nicht wissen, wo sie das tun können, weil zu Hause kein Platz ist, oder das wegen der Lautstärke einer solchen Party nicht geht, haben es jetzt relativ einfach. Gegen eine Gebühr von 25 Mark können sie bei der Stadt einen Partyraum mieten. Gesorgt hat für diesen Service der Jugendgemeinderat, dessen Mitglieder höchstpersönlich für die Renovierung des Raumes im alten Bahnhof gesorgt haben. In der 25 Mark Gebühr sind alle Kosten wie Strom, Wasser, Heizung und dergleichen inbegriffen. Einziger von manchem Jugendlichen wohl so empfundener Wermutstropfen: In der vom Jugendgemeinderat selbst ausgearbeiteten Hausordnung steht, daß in diesem Partyraum keine branntweinhaltigen Getränke ausgegeben oder konsumiert werden dürfen. Aber man kann ja auch ohne Alkohol feiern und lustig sein.

Kreisetat 99
Landkreis Schwäbisch Hall. Bei der heutigen Sitzung des Kreistages im Landkreis Schwäbisch Hall wird Kreiskämmerer Dieter Häusler den 99er Haushalt einbringen. Er soll ein Volumen von 236 Mio Mark haben. Die Gemeinden sollen mit einem Hebesatz von 34 Prozent ihrer Steuerkraftsummen an der Finanzierung beteiligt werden. Dies wäre ein Prozentpunkt weniger als in diesem Jahr. Mit einer Verabschiedung des Kreisetats wird erst für März nächsten Jahres gerechnet.
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Mittwoch 16.12.1998

Betriebsversammlung
Künzelsau. Schon ab Weihnachten und nicht erst zum März wie ursprünglich geplant schließt die Produktion von Mustang in Künzelsau ihre Pforten. Gestern wurden die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert. Natürlich trifft es bei Mustang niemand aus heiterem Himmel. Vergangene Woche während der Verhandlungen über einen Sozialplan demonstrierten über 200 der 640 in Künzelsau Beschäftigten auf dem Betriebshof. Ergebnis der Verhandlungen: 30 Beschäftigte und die Auszubildenden können in anderen Künzelsauer Abteilungen weiterarbeiten. 90 zum großen Teil angelernte Näherinnen werden ab Januar in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft übernommen. Außerdem schüttet Mustang einen zweistelligen Millionenbetrag in einem Sozialplan aus. Produzieren wird Mustang nur noch in Rußland, Ungarn und Portugal. Firmensitz, Verwaltung und Marketing bleiben in Künzelsau.

Rückgang um 12,5 Mio
Öhringen. Öhringens Haushalt wird im nächsten Jahr um 12,5 Mio Mark gegenüber diesem Jahr geringer ausfallen. Der Etatentwurf, der dem Gemeinderat gestern am frühen Abend vorgestellt wurde, hat nur noch ein Volumen von rund 77,9 Mio Mark. Insbesondere der Vermögenshaushalt, aus dem die Investitionen bezahlt werden, wird um 11,5 Mio Mark zurückgeschraubt. Nur bereits begonnene Maßnahmen werden mit den dort eingestellten 14,2 Mio Mark fortgeführt. Die Stadt nimmt zur Finanzierung zwar rund 2 Mio Mark Kredite auf, zahlt im nächsten Jahr aber in etwa ebensolcher Höhe alte Schulden zurück. Endgültig beschlossen werden soll der Öhringer Haushalt am 19. Januar.

Indikus bei Leonardo
Künzelsau. Indikus nennt sich ein Integrationsprojekt für junge erwachsene Aussiedlerinnen, das in der Künzelsauer Leonardo da Vinci Straße im Neubaugebiet Taläcker entstehen soll. In Trägerschaft der Arbeitsinitiative Hohenlohe AIH soll im Sinne von Arbeit statt Sozialhilfe eine Selbsthilfe- bzw Trainigsfirma entstehen, die sich mit einem Warenangebot an die örtliche Bevölkerung wendet. In einer Umfrage-Ermittlung wurde ein Bedarf an speziellen Lebensmitteln festgestellt, der zunächst begrenzt auf das Jahr 1999 in einem Kiosk artigen Gebäude angeboten werden soll. Einen entsprechenden Bauantrag hat die kreiseigene AIH jetzt bei der Stadt Künzelsau eingereicht. Vier Halbtagsstellen werden durch das Projekt ab Februar geschaffen.

86 Mio für Künzelsau
Künzelsau. Ohne einen Pfennig neuen Kredit aufzunehmen wird die Stadt Künzelsau ihren 99er Haushalt in Höhe von 86,1 Mio Mark finanzieren können. Kennzeichen: die große Investitionstätigkeit der letzten Jahre wird fortgesetzt. Zwei Schulen werden mit einem 2,9 Millionen-Mark-Aufwand erweitert, das Hallenbad für 3,4 Mio, Straßenbauten für 3,1 Mio Mark und in die Abwasserbeseitigung fließen 1,1 Mio Mark. Ein Volumen von 75,1 Mio Mark hat der eigentliche städtische Etat, 8,3 Mio bewegt das Wasserwerk, und für 2,7 Mio Mark wird der städtische Bauhof als Eigenbetrieb in Gang gehalten. Die Stadt Künzelsau Sitz der Verwaltung des Hohenlohekreises, hat lediglich 14400 Einwohner.

Eltern packen an
Öhringen. Eltern legten selbst Hand an, um Klassenzimmer ihrer Kinder am Hohenlohegymnasium zu renovieren, da die Stadt kaum Geld für solche Maßnahmen hat. Fast alle Eltern beteiligten sich nach Beschluß beim jüngsten Elternabend an der Renovierung der 5d. Fast zehn Klassenzimmer wurden auf diese Weise in den letzten drei Jahren renoviert. Die Materialkosten allerdings übernimmt die Stadtverwaltung.

Neue Stadtwerke gegründet
Schwäbisch Hall/Sindelfingen. Mit 37,5 Prozent sind die Stadtwerke Schwäbisch Hall an der neu gegründeten Stadtwerke Sindelfingen GbmH beteiligt. Das Unternehmen wurde jetzt mit der Konstituierung des neuen Aufsichtsrates in Sindelfingen gegründet. Das Stammkapital von 40 Millionen Mark wird von den Partnern des Gründungskonsortiums aufgebracht, zu dem neben den Haller Stadtwerken und der Stadt Sindelfingen auch die Technischen Werke Stuttgart und die Energieversorgung Schwaben gehören. Die neuen Stadtwerke Sindelfingen sind unter Geschäftsführung des Haller Stadtwerke-Chefs Johannes van Bergen zuständig für die gesamte Strom-und Gasversorgung, die Fernwärmeversorgung mit Blockheizkraftwerken und die Wasserversorgung Sindelfingens. In Schwäbisch Halls erhofft man sich aus der maßgeblichen Beteiligung in Sindelfingen auch günstigere Preise beim Strom- und Gaseinkauf für die Kunden in Schwäbisch Hall.

Streß mit Campina
Hohenlohe. Zwar zahlt die Südmilch-Nachfolgerin Campina etwa 2,5 Pfennige mehr für den Liter Milch als im Bundesdurchschnitt, dennoch die Bauern in Hohenlohe mehr und mehr unzufrieden mit ihrem holländischen Abnehmer. 60 Mark Kostenpauschale zieht die Campina von der monatlichen Rechnung ab und auch Kontrollen müssen die Bauern selbst bezahlen, etwa, wenn eine Kuh krank war und nach der Genesung wieder Milch gibt. Auch müssen die Bauern mehr in eigene Kühlanlagen investieren, denn die Campina hat die Zahl der Sammelfahrzeuge von 16 auf 13 reduziert und will künftig die Milch nur noch im Drei-Tages-Rhythmus abholen. Abgeholt wird nur bei regelmäßigen Mengen von mehr als 300 kg. Angesichts der kommenden Agenda 2000 drohe auf dem Europäischen Milchmarkt ein drastischer Preisverfall, so Wim Krol, Direktor der niederländischen Campina Melkunie. Der Druck auf die bereits jetzt existenzbedrohten Bauern werde noch zunehmen.

Freiwillig verzichtet
Landkreis Schwäbisch Hall. Höhere sogenannte Schlüsselzuweisungen und gleichzeitig niedrigere Umlagen ermöglichen dem Landkreis Schwäbisch Hall seinen gestern eingebrachten 236 Mio Mark-Etat ausgeglichen zu finanzieren. Kreiskämmerer Dieter Häusler bot sogar freiwillig an, die Kreisumlage von 35 auf einen Hebesatz 34 Prozent zu senken. "Natürlich täte er das nicht, wenn er nicht die Hoffnung habe, seinen Haushalt mit 34 Prozent der Gemeindesteuerkraft über die Runden zu bringen", so Kreisverwaltungsdirektor Häusler. Der Haushalt habe natürlich auch seine Risiken, aber man könne nicht einfach sagen, dem Kreis gehe es besser und die Gemeinden sollten weiter unter der Umlagelast von 35 Prozent leiden. Da müsse man schon ein ausgewogenes Verhältnis finden. Wichtigstes Ereignis im 99er Etat sei für ihn als Kämmerer, daß der Kreis nach vier Jahren Pause, endlich wieder alte Schulden tilgen könne.

Zuchtviehversteigerung
Gaildorf. Morgen werden in der Gaildorfer Markthalle Kühe für die Nachzucht versteigert. Die Veranstaltung des Fleckviehzuchtverbandes Schwäbisch Hall beginnt bereits heute nachmittag mit dem Auftrieb und der Bewertung der Tiere. Morgen ab zehn Uhr beginnt dann die eigentliche Zuchtviehversteigerung. Bislang angemeldet wurden 45 Kühe, fünf Kalbinnen und 550 Kälber bzw. Fresser.

Südtangente
Landkreis Schwäbisch Hall/Crailsheim. Zu schnell, zu forsch gehen nach Ansicht der Stadt Crailsheim der Landkreis bzw der Kreistag an die Planung der sogenannten Südtangente Crailsheim. Die Stadt habe nicht das Geld, die Straße in einem Zeitraum von drei bis zu vier Jahren zu bauen, wie dies dem Kreistag vorschwebt. Nur einen Grundsatzbeschluß wolle man vom Kreistag, aber noch keine Beschlüsse zur Frage der Finanzierung. Dennoch stimmte der Kreistag gestern wie schon im Ausschuß dafür, sich mit 1,5 Mio Mark an dem Straßenbau zu beteiligen. Allerdings will der Kreis im Gegenzug auf den Ausbau von zwei Kreisstraßen verzichten, die dann abgestuft und in die Baulast der Gemeinde übergehen sollen. Nun liegt es an der Stadt Crailsheim, wie schnell sie die Planungen für die neue Südtangente ausführungsreif vorlegen kann und wie schnell sie eine Finanzierung der Straße hinbekommt. Umweltschützer vom BUND und die Räte der Grünen im Crailsheimer Gemeinderat wie im Kreistag haben sich öffentlich gegen die Straße ausgesprochen.

Anzeige erstattet
Schwäbisch Hall. Anzeige gegen unbekannt erstattet hat jetzt der Anwalt eines an Lungenkrebs erkrankten Arbeiters aus Schwäbisch Hall. Der heute 50jährige Mann war als Installateur im Haller Diakonie-Krankenhaus beschäftigt und während seiner Lehrzeit vor 30 Jahren in häufigem Kontakt mit asbesthaltigem Baumaterial. Die soll ursächlich zu seiner schweren Erkrankung geführt haben. Rund vier Mio Mark hat das Haller Diak in den letzten Jahren für die Asbest-Sanierung ausgegeben. In den jetzt noch vorhandenen Räumen mit asbesthaltigem Baumaterial, etwa in der Bettenzentrale, werde regelmäßig gemessen. Ergebnis bislang stets null Belastung, so der technische Verwaltungsdirektor des Diak Klaus Waidelich. Er könne sich nicht vorstellen, daß das Diakonie-Krankenhaus eine Vertragsverletzung oder eine unerlaubte Handlung gegenüber seinen Mitarbeitern zu verantworten habe. Derzeit jedenfalls besteht keine unmittelbare Gefahr für jemanden, der sich im Diak aufhält.

2500 Karten verkauft
Schwäbisch Hall. Seine Bewährungsprobe bestanden hat das neue Kartenkontor der Haller Freilichtspiele, das jetzt völlig EDV-basiert die Kartenverkäufe abwickelt. Neu auch die Bestellmöglichkeit per email. Die meisten Bestellungen aber kommen immer noch per Fax, per Telefon oder Brief. Einige wenige Karten werden auch zum Vorverkaufsstart bereits direkt abgeholt, und landen wohl auf dem Gabentisch unterm Weihnachtsbaum. Rund 2500 Karten wurden am ersten Vorverkaufstag abgesetzt, die meisten bestellt und angefragt wurde für das Musical "Cyrano", das am 28. Juli 1999 Premiere hat.

Hilfe für Kranke in Bulgarien
Waldenburg. Die Waldenburgerin Christa Bauer hilft seit Jahren mit selbstorganisierten Hilfstransporten die Not in Bulgarien lindern. Jüngstes Projekt ist die Hilfe für rund 140 an Mukoviszidose erkrankte Menschen. In rund 30 Hohenloher Geschäften stehen derzeit Sammelbüchsen, über die Gelder für Medikamente gesammelt werden sollen, die in Bulgarien fast unbezahlbar sind. Schon eine einmonatige Behandlung kostet mehr als das bulgarische Durchschnitts-Jahreseinkommen. Mukoviszidose ist eine Krankheit aufgrund eines genetischen Defekts, der vor allem zu chronischer Entzündung des Lungengewebe und zum frühen Tod der Patienten führt. Im Januar will Christa Bauer mit Medikamenten im Wert von 70 000 Mark nach Bulgarien fliegen.

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Donnerstag 17.12.1998

Streik gegen die Patienten
Schwäbisch Hall. Nicht das Budget sei das Hauptproblem sondern die Unfähigkeit der ärztlichen Selbstverwaltung das Budget gerecht zu verteilen. So kritisiert Dr. Walter Müller, Schwäbisch Haller Landtagsabgeordneter und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion seine Kollegen Nicht die Deckelung der Ausgaben sondern teilweise kriminelle Falschabrechnungen, unnötige Röntgenuntersuchungen und teure Laboreinrichtungen die das Budget auffressen, seien die Ursache für die finanziellen Sorgen der Ärzte. Glaubwürdig werde Politik erst, wenn man auch im eigenen Haus für Gerechtigkeit sorge. Weshalb beispielsweise brauche man allein im Land vier kassenärztliche Vereinigungen plus jeweils einen Vorsitzenden mit Ministergehalt? Was ein Großteil der Ärzte am morgigen Freitag vorhabe, sei ein Streik gegen die Patienten, so Müller, und der sei nicht gerechtfertigt.

Haushalt verabschiedet
Schwäbisch Hall. Einen Etat mit einem Volumen von erstmals mehr als 300 Mio Mark hat der Schwäbisch Haller Gemeinderat gestern abend gebilligt. Zurückzuführen ist dieses hohe Haushaltsniveau in der 35 Tsd Einwohner Stadt auf die Gewerbesteuer-Einnahmen von 110 Mio Mark und hohe Investitionen vom über 40 Mio. Diese fließen in das Konversionsareal Solpark sowie in die Schulen von Schwäbisch Hall. Hall löst zur Finanzierung des Investitionen auch einen Großteil seiner über 40 Mio Mark Rücklagen auf, die aus einer 96 Mio Mark großen Gewerbesteuernachzahlungen der Baussparkasse aus 1996 resultierten. Mehr als die Hälfte davon mußte Hall allerdings an Abgaben und Umlagen weitergeben. Von jeder Mark Einnahmen werden der Stadt mehr als 55 Pfennige wieder abgenommen.

Heckelmann 30 Jahre Gemeinderat
Schwäbisch Hall. Seit 30 Jahren ununterbrochen Sitz und Stimme im Gemeinderat hat jetzt der 70jährige Roland Heckelmann. Ein seltenes Jubiläum. Heckelmann ist dienstältester Stadtrat und seit Jahre ehrenamtlicher Vertreter des Oberbürgermeisters. 16 Jahre lang von 1978 bis 1994 war Heckelmann auch Vorsitzender seiner Freien-Wähler-Fraktion. 1988 hatte er das Bundesverdienstkreuz und 1993 zum 65. Geburtstag die goldene Rathausmedaille erhalten. Auch zu den nächsten Kommunalwahlen will Heckelmann noch einmal antreten. Sein großes Ziel: er möchte die Arbeit des Gemeinderats wieder mehr sachorientiert machen. Man könne ja anscheinend keinem Vorschlag mehr eine Stimme geben, nur weil er von einer anderen Fraktion gemacht wurde. Dies müsse wieder anders werden.

Beerdigung
Gaildorf. Otto Eisenmann wird heute um 13:30 Uhr auf dem Friedhof von Gaildorf-Unterrot zu Grabe getragen. 25 Jahre lang war er Polizeichef von Gaildorf gewesen. 1977 ging er in den Ruhestand. Am Wochenende war der 82jährige Otto Eisenmann nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Zur Hälfte zahlt EU
Obersontheim/Bühlertann. Übrige Gelder gibt es im Straßenbauprogramm des Landes nicht. Ein gewünschter Radweg zwischen Obersontheim und Bühlertann entlang der Landesstraße 1060 kann kurzfristig nicht gebaut werden. Schneller realisiert werden könnte er jetzt aber, nachdem die Gemeinden und der Landkreis Mittel aus dem LEADER II-Programm von der EU beantragt haben, die speziell für die Tourismus-Förderung im ländlichen Raum zur Verfügung stehen. Diese müssen vom Land hälftig co-finanziert werden, wofür Mittel aus anderen als den Straßenbautöpfen zur Verfügung stehen könnten.

Wie bei den Ur-Schweizern
Waldenburg. Wie bei den Ur-Schweizern in direkter Wahl bei einer Versammlung wird morgen abend der Jugendgemeinderat von Waldenburg neu gewählt. Alle Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sind wahlberechtigt und aufgerufen ab 18 Uhr ins Waldenburger Franz-Gehweiler-Haus zu kommen. Zu wählen sind acht Jugendgemeinderäte aus Waldenburg-Stadt und jeweils eine Person aus Obersteinbach und Sailach. Die bisherigen Waldenburger Jugendgemeindräte hatten im Sommer ihre Mandate zurückgegeben und um vorzeitige Neuwahlen gebeten. Dem hat der Gemeinderat mit der für heute angesetzten Wahl entsprochen.

Bitter enttäuscht
Landkreis Schwäbisch Hall. "Bitter enttäuscht" ist Halls Landrat Ulrich Stückle über die Zuweisungspraxis des Landes bei Asylbewerbern. Noch im April, als die Zuständigkeit für die Unterbringung vom Land auf die Kreise überging hatte man damit gerechnet, erst wieder Zuweisungen zu erhalten, wenn die Zahl der Asylbewerber auf die für alle Kreise durchschnittliche Quote von 284 gesunken sei. Waren doch im Landkreis Hall weit über 900 Asylbewerber in zwei großen Sammelunterkünften in Hall und Crailsheim untergebracht. Nun hart der Zuweisungsstopp ganze fünf Monate angehalten. In den letzten Monaten wurden jeweils 30 neue Asylbewerber zugewiesen. Das Land hat keine andere Wahl, nachdem nicht alle Landkreise rechtzeitig eigene Quartiere in ausreichender Anzahl aufgebaut haben.

Pflanzaktion
Crailsheim. Schüler der Landwirtschaftlichen Berufsfachschule Crailsheim sind heute und morgen im Rahmen eines Fachpraktikums dabei drei Feldhecken neu zu pflanzen. Die Hecken dienen als Elemente der Biotopvernetzung im südöstlichen Bereich von Crailsheim. Finanziert wird die Aktion zu 30 Prozent von der Stadt zu 70 Prozent vom Landschaftserhaltungsverband, einem Zusammenschluß von Kommunen, bäuerlichen Organisationen und Umweltverbänden. Ein Landwirt hatte unentgeltlich die Flächen für die Hecken-Neuanpflanzung zur Verfügung gestellt, auch um das Landschaftsbild wieder zu bereichern, das früher in diesem Bereich von Feldgehölzen und Hecken dominierend bestimmt worden war.

Boeuf de Hohenlohe
Wolpertshausen. Nach dem Schwäbisch Hällischen Schwein, einer alten Rasse, die vor dem Aussterben gerettet wurde, hat die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall mit Sitz in Wolpertshausen BES jetzt einen neuen Coup gelandet. Im Paris des letzten Jahrhunderts wurde Boeuf de Hohenlohe als Qualitätsbegriff geprägt, als Hohenloher Bauern ihre Rinderherden bis in die französische Hauptstadt trieben. Unter dieser Bezeichnung wurde jetzt zwischen BES und Kreisbauernverband Schwäbisch Hall vereinbart eine Erzeuger- und Schutzgemeinschaft in Form einer GmbH zu gründen. Hohenloher Rindfleisch soll als Boeuf de Hohenlohe nach strengen ökologischen Richtlinien vorwiegend in Weidehaltung erzeugt und über die Strukturen der BES regional vermarktet werden. Die Erzeugergemeinschaft soll am 8. Januar in Cröffelbach gegründet werden. Mitglieder können alle Landwirte werden, die Schlachtrinder verkaufen und unter den Bedingungen der Gemeinschaft erzeugen wollen.

Dreifache Meisterin
Gnadental. Gleich drei baden-württembergische Meistertitel gewann jetzt die 14jährige Schülerin Raffaela Kurz aus Michelfeld Gnadental. Bei den baden-württembergischen Tischtennis-Meisterschaften der Schüler und Jugend in Stutensee holte sich Raffaela Kurz den Meistertitel sowohl im Mixed, im Doppel und anschließend im Einzel gegen ihre vorige Doppelpartnerin Alexandra Urban vom TSV Betzingen und Dritte der Deutschen Schülerinnen-Rangliste.

Kupferzell zahlt nicht
Kupferzell. Die Gemeinde Kupferzell im Hohenlohekreis wird sich nicht an den Kosten zur Erweiterung der Realschulen in Schwäbisch Hall beteiligen. So hat jetzt der Gemeinderat entschieden. Nur etwa 10 Schüler aus Kupferzell würden Haller Schulen besuchen, was eine Beteiligung der Gemeinde am 24 Millionen Mark Projekt der Erweiterung des Haller Schulzentrums Ost nicht rechtfertige. Schon vor einigen Monaten hatte die Gemeinde Rosengarten ihre bislang bezahlten und vertraglich geregelte Beteiligung gekündigt

AS-Motor muß entlassen
Oberrot. Der Hersteller von motorisierten Gartengeräten und Kfz-Zulieferer AS-Motor in Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall hat starke Verluste erlitten. Nun müssen Leute entlassen werden. Noch sind keine offiziellen zahlen bekannt. Spekuliert wird aber über 50 Kündigungen. Die Verluste entsprechen in etwa der Lohnsumme von 50 Leuten. Derzeit laufen auch Gespräche mit Mitarbeitern über innerbetriebliche Umsetzungen, Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand.

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Freitag 18.12.1998

Vermisste ist tot
Schwäbisch Hall. Die seit drei Wochen vermisste Brigitta Mezger ist tot. Sie wurde unweit des Ortes Reinau bei Ellwangen aufgefunden. Brigitta Mezger war seit dem 17. November verschwunden, als Sie ihre Wohnung in Schwäbisch Hall Hessental verlassen hatte, angeblich um Einkaufen zu gehen. Hinweise aus der Bevölkerung hatten zwar in Richtung Ellwangen geführt, wo die Frau wenige Tage nach ihrem Verschwinden gesehen worden sein soll, doch verlief sich die Spur. Nun wurde Brigitta Mezger unweit des Weilers Reinau bei Ellwangen in kauernder Stellung auf dem Boden liegend gefunden. Vermutlich ist die 58jährige Frau vor vielen Tagen schon erfroren.

Kein Notdienst
Crailsheim. In Crailsheim ist für den heutige Ärztestreiktag kein Notdienst organisiert. Die meisten Arztpraxen nämlich haben entschieden, dem Aufruf der Ärztevereinigung nicht zu folgen. Sie sind wie üblich geöffnet. Im Bereich Schwäbisch Hall dagegen wird der Aufruf weitgehend befolgt. Ein Notdienst ist eingerichtet. Viele Patienten und teilweise auch die Kollegen der streikenden Ärzte haben kein Verständis für die Aktion. Den Ärzten nämlich soll nicht der Verdienst gekürzt werden, sondern lediglich der Zuwachs am Verdienst mit einer Obergrenze versehen werden. Der Grund, daß dennoch viele Allgemeinärzte erheblich weniger verdienen liegt an der nicht gerechten Verteilung der zur Verfügung stehenden Gelder durch genau die Organisationen, die jetzt zum Streik aufrufen: die kassenärztlichen Vereinigungen, die für Apparate-Medizin immer noch mehr Geld ausgeben als für Mediziner, die noch zu Hausbesuchen kommen.

90-MeterRutschbahn
Künzelsau. Ein Hallenbad wie eine Großstadt will sich die 14 Tsd Einwohnerstadt Künzelsau leisten. Für 6,8 Mio Mark soll das Hallenbad saniert und umgebaut werden. Größte Attraktion soll eine 90 Meter lange Rutschbahn werden, die in einer doppelten Achterkurve von einem 12 Meter hohen Glasturm in ein extra Wasserbecken führen soll.

Baubeginn
Schwäbisch Hall. Heute ist Baubeginn an der größten Baustelle in Halls Innenstadt für die nächsten anderthalb Jahre. Bis zur Jahresmitte 2000 soll auf dem Gelände der ehemaligen Ritterbrauerei ein 18 Mio Mark teurer Bau entstehen, der einen Supermarkt und ein mehrstöckiges Parkhaus 283 Stellplätzen beherbergen soll. 3100 Quadratmeter Verkaufsfläche wird der Supermarkt haben, mehr als die gesamte Altstadt insgesamt heute an Verkaufsfläche zu bieten hat. Da der Bauuntergrund wegen seiner Hanglage problematisch ist, wird das gesamte Gebäude auf 1200 Pfähle gestellt und mit rund 4100 Metern Daueranker mit Einzellängen bis 50 Meter im Hang selbst befestigt. Gebaut wird das bereits an einen Anbieter aus dem Lebensmittelsektor vermietete Gebäude von der städtischen Grundstücks- und Wohnbaugesellschaft GWG.

Schreiben an Abgeordnete
Hohenlohe. Einen Irrtum nannte es der Kreisbauernvorsitzende aus dem Hohenlohekreis in einem Schreiben an die Hohenloher Bundestagsabgeordneten, wenn die neue Regierung Mehreinnahmen aus der Streichung von Freibeträgen oder der Aufhebung von Vereinfachungen im Steuerrecht bei Landwirten erwarte. Außer einem zusätzlichen bürokratischen Aufwand auch bei kleineren Bauernhöfen, so Klaus Mugele, werde es nichts bringen, wenn vereinfachte Gewinnermittlung und Umsatzsteuerpauschalierung wegfielen. Die Politik solle die Landwirtschaft nicht durch bürokratischen Aufwand noch mehr schwächen sondern sie im Gegenteil in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Bewertung der Angriffe auf Irak
Schwäbisch Hall. Kaum Unterschiede gibt es bei den Bundestags-Abgeordneten aus Hohenlohe in der Bewertung der Angriffe auf den Irak. Alle drei Hermann Bachmaier von der SPD, Ulrich Heinrich von der FDP und Dr Wolfgang von Stetten unterstellten die Rechtmäßigkeit der Angriffe der USA und verwiesen die Schulkdfrage für diese Eskalatiuon eindeutig an Saddam Hussein. Eine Straßenumfrage in Schwäbisch Hall dagegen zeigte eher Unverständis oder Ablehnung des kriegerischen Vorgehens. Gleichzeitig gab es allerdings auch die Meinung, daß Verhandlungen mit Saddam Hussein wohl kaum eine Lösung gebracht hätten.

12 Mio genehmigt
Gaildorf. Die Sanierung des Altbaues am Gaildorfer Kreiskrankenhaus wird rund 12 Mio Mark verschlingen. Die Bauarbeiten erfolgen unter vollem Betrieb des Krankenhauses und erfordern ein erhebliches Maß an Logistik und genauer Zeitplanung. Rund fünf Jahre werden die Bauarbeiten dauern, die vom Backnanger Architektenpaar Sybille und Tilmann Nussbaum geleitet werden. Der Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall billigte jetzt die Pläne des Architektenteams und stimmte dem Beginn der Bauarbeiten zu. Vorangegangen war in den letzten Jahren die Errichtung eines Anbaues, der 15 Mio Mark gekostet hat, wovon etwa die Hälfte vom Land als Zuschuss kam.

Keine Gebühr von Bauern
Crailsheim. Keine Gebühren von Bauern, die statt zertifiziertem Saatgut ihr eigenes Getreide verwenden! Dies die Forderung des Crailsheimer Bauernverbandes im Schulterschluß mit dem Württembergischen Bauernverband. Das Gebührenei hatte der Bundesbauernverband gelegt, der ein Abkommen mit Saatzuchtfirmen geschlossen hatte, wonach Bauern die weniger als 80 Prozent mit zertifiziertem Saatgut einsäen eine Gebühr von 14,40 DM je Hektar an die Saatzüchter zu zahlen hätten. Auch eigenes Saatgetreide der Landwirte stamme ja ursprünglich von Saatzüchtern. Wenn sich das Abkommen schon nicht verhindern lasse, so der Crailsheimer Bauernverbandsvorsitzende Wilhelm Wackler, dann müsse die Gebühr auf den Preis von zertifiziertem Saatgut aufgeschlagen werden. Die Landwirte jedenfalls, die eigenes Getreide verwenden, könnten bei einem Erlös von unter 20 Mark je Doppelzentner Getreide eine solche Gebühr nicht bezahlen.

Flugplatz bleibt umstritten
Schwäbisch hall. Während man im Schwäbisch Haller Gemeinderat nicht über eine Verlegung, aber über eine Verschwenkung des Flugplatzes, eine Drehung der Landebahn um etwa 15 Grad und über eine Verlängerung auf 1300 Meter beriet, tagte unweit davon der Verein Airpeace. Rund 100 Besucher hörten sich die scharfe Kritik der Flugplatzgegner an, die der Stadtverwaltung vorwarfen, viel versprochen und wenig bis nichts gehalten zu haben. So wurde an die erteilte Ausnahmegenhmigung für eine lautere Maschine des Flugplatz-Haupteigners Würth GmbH erinnert. Die Airpeace-Mitglieder hatten sich fomiert, als erkennbar war, daß der Flugplatz nach dem Abzug der Amerikaner nicht stillgelegt sondern weiterbetrieben und modernisiert werden sollte. Nachdem der Gemeinderat erst in jüngster Sitzung den Bau von neuen Hangars nicht nur genehmigte sondern selbst die Aufstellung des erforderlichen Bebauungsplanes in private Hände legte, wird sich am Weiterbetrieb des Platzes in den nächsten Jahren sicherlich auch nichts ändern.

Alle mit Funk
Oberrot. Die Sirene in Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall, mit der bisher die Feuerwehr zu Einsätzen und Übungen gerufen wurde, hat ausgedient. Alle 67 aktiven Wegränder sind jetzt mit Funk-Alarmempfängern ausgerüstet. Außerdem wurden sie in diesem Jahr neu eingekleidet. Echte Einsätze hatten die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr Oberroter 1998 nur zehn. Dabei ging es nur in drei Fällen auch wirklich um Feuer. Die anderen Einsätze waren Hilfeleistungen etwa bei Verkehrsunfällen.

In Psychiatrie
Öhringen. Ein ehemaliger Sport- und Biologielehrer in Öhringen, wurde jetzt von einem Gericht zur Einweisung in eine Psychiatrische Klinik verurteilt. Er war zur gegen ihn angesetzten Verhandlung wegen Sachbeschädigung nicht erschienen. Von diesem Amtsgericht lasse er sich nicht mehr verurteilen, hatte der Mann in einem Brief mitgeteilt. Schon 77 Mal war er seit Ausbruch seiner Persönlichkeitsstörung polizeilich aktenkundig geworden. Steine nach Autos werfen oder mit Mülleimern die Fahrbahn blockieren waren noch die harmloseren Delikte. Einmal brach er einem einschreitenden Polizisten eine Daumen. Da der Mann sich weigerte Medikamente gegen seine psychotischen Anfälle zu nehmen, wurde der 49jährige jetzt zwangsweise und auf Gerichtsbeschluß nach Wiesloch gebracht.

Im Schlaf gerammt
Satteldorf. Nur kurz war die Urlaubsfreude einer Satteldorfer Familie. Schon nach wenigen Minuten auf der Autobahn wurde ihr Fahrzeug gestern abend nahe der Autobahnauffahrt Crailsheim-Satteldorf von einem Auto gerammt, das von hinten mit hoher Geschwindigkeit und ungebremst auffuhr. Der Fahrer, ein Mann aus Freudenstadt im Schwarzwald, war während der Fahrt eingeschlafen. Beide Fahrzeuge kamen durch die Wucht des Aufpralls von der Straße ab. Drei Personen wurden bei dem Unfall verletzt, zwei davon schwer. Die Autos wurden total beschädigt. Sachschaden rund 65 Tsd Mark.
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Samstag 19.12.1998

Scheck für Krebshilfe
Schwäbisch Hall. Einen Scheck überreichten die Damen des 'Freundeskreises Barbara Geist' gestern an den Krebshilfeverein Schwäbisch Hall im Diakoniekrankenhaus. 10.000 Mark konnte der Krebshilfevereinsvorsitzende Prof. Dr. Hannes Hinnrich Heißmeyer entgegennehmen. Das Geld stammt aus dem Erlös eines Weihnachtsbazars, den der Freundeskreis alljährlich veranstaltet. Die vor drei Jahren verstorbene Freundeskreisgründerin war einst auch Gründerin des Haller Krebeshilfevereines.

Droht Enteignung?
Untermünkheim. Der Untermünkheimer Gemeinderat stimmte jetzt nachträglich einer Eilentscheidung der Verwaltung zu, für einen Radweg zwischen Schwäbisch Hall und Untermünkheim EU-Mittel aus dem LEADER II-Programm zu beantragen. Unter die über ein Jahrzehnt schwelende Geschichte Radwegebau soll nun endlich ein Schlußstrich gezogen werden. Der Radweg soll auf der linken Kocheruferseite gebaut werden, trotz aller Proteste des Pferdezuchtvereines. Dem sollen nun Tauschgrundstücke angeboten werden. Hält der Verein nämlich seinen Widerspruch aufrecht, könnte ihm ein Enteignungsverfahren für ein Stück Gelände am Kocherufer drohen. Wie vom Pferdezuchtverein zu erfahren, habe sich dieser nie gegen Geländetausch ausgesprochen, nur sei ihm bislang nie entsprechende Gelände angeboten worden.

16 Anträge
Wolpertshausen. Überraschend hoch war für die Verwaltung der Gemeinde Wolpertshausen die Resonanz auf das kommunale Angebot, Solaranlagen auf privaten Hausdächern mit jeweils 1000 Mark zu fördern. 16 Anträge gingen seither bei der Gemeinde ein. Sie werden, wie Bürgermeister Silberzahn betonte, alle bedient. Wolpertshausen gilt als eine der umweltfreundlichesten Gemeinden im Hohenlohischen. Im ort befindet sich das erste kommerzielle Biogaskraftwerk der Region das neben Strom auch Fernwärme für ein nahes Öko-Baugebiet liefert. Außerdem ist auf der Gemarkung eine Windkraftanlage geplant.

Ursache Granatsplitter?
Wielandsweiler. Möglicherweise ein Granatsplitter, der seit dem zweiten Weltkrieg im Holz eines Baumes steckte, war die Ursache des Großbrandes Ende November im Säge- und Pfahlwerk von Wielandsweiler. So jetzt der Gutachter, der im Auftrag der Kripo nach dem Auslöser des Brandes forschte. Das durch den Sägevorgang erhitzte Metallstück landete in einem Sägemehlbehälter, wo es zunächst einen unbemerkten Schwelbrand auslöste. Erst nach Geschäftsschluß hatte sich der Brandherd soweit durch's Sägemehl gefressen, daß genügend Sauerstoff für ein offenes Feuer an die Glut kam. Der gegen 2:40 Uhr nachts entdeckte Brand hatte einen Schaden von mehr als einer Viertelmillion verursacht.

Beim Christbaunmholen gestorben
Rot am See. Ein 76jähriger Mann aus Kleinansbach, einem kleinen Weiler bei Rot am See, direkt an der Landesgrenze zu Bayern gelegen, kam diese Wochen abends nicht nach Hause. Er war am Nachmittag in den Wald gegangen um einen Christbaum für die Familie zu schlagen. Parallelen zum Verschwinden eines 80jährigen Pilzssammlers, der im Herbst in Westgartshausen bei Crailsheim spurlos im Wald verschwand, lagen nahe. Feuerwehr und Polizeibeamte rückten aus, um nach dem 76jährigen zu suchen. Sie fanden ihn am Rande seines eigenen Waldgrundstückes an einen Stamm angelehnt. Der Mann war eines natürlichen Todes gestorben.

Vereinbarung
Schwäbisch Hall. Die Touristikgemeinschaft Neckar-Hohenlohe Schwäbischer Wald, deren Vorsitzender der Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ist, soll die Lücke abdecken, die entsteht, wenn sich zum Jahresende der Verein Hohenlohe-Franken-Touristik auflöst. Grund für die Auflösung: aus der vom Haller Landratsamt aus gemanagten Hohenlohe-Franken-Touristik waren immer mehr Gemeinden ausgetreten. Nun schloß Halls Landrat Ulrich Stückle eine Vereinbarung mit OB Pelgrim, daß weitere Bereiche des Tourismusmanagements und der Werbung der verbleibenden Landkreisgemeinden von die Touristikgemeinschaft Neckar-Hohenlohe übernommen werden. Der Landkreis hat dafür einen Etat von 180 Tsd Mark zur Verfügung, der in diese Vereinbarung eingebracht wurde. Die Touristikgemeinschaft hat derzeit 62 Mitgliedsgemeinden zwischen Heilbronn und dem Osten Hohenlohes und des Landkreises Schwäbisch Hall.

Würth kauft Kaserne
Künzelsau-Gaisbach. Die Kaufverhandlungen zwischen der Stadt Bad Mergentheim und der Künzelsauer Adolf Würth GmbH stehen kurz vor dem Abschluß. Die Firma beabsichtigt ihren Geschäftsbereich Industrie im ehemaligen Mergentheimer Kasernengelände anzusiedeln. Die Würth Industrie GmbH, die vor allem Werkzeuge und DIN-Normteile in ihrem Programm hat, soll ihre Arbeit auf dem 110 ha großen ehemaligen Kasernengelände bereits im nächsten Jahr aufnehmen. Voraussichtlich 80 Arbeitsplätze werden neu entstehen. Der Bad Mergentheimer Gemeinderat muß in der kommenden Woche der Kaufvertrag noch zustimmen. Über die Höhe des Preises wurde zwischen den Partnern Stillschweigen vereinbart.

Unfallschwerpunkt entschärfen
Gaildorf. Die Stadt Gaildorf will einen selbstgeschaffenen Unfallschwerpunkt entschärfen. Nach dem Ausbau der Gartenstraße hatte man die Vorfahrt an einer innerörtlichen Kreuzung geändert. Seither ist die Zahl der Unfälle auf dieser Kreuzung stark angestiegen. Jetzt sollen dort Ampeln angebracht werden.

Neuer Polizeikommissar
Gaildorf. Der Polizeiposten Gaildorf bekommt wieder einen Polizeikommissar als Leiter. Der 37jährige Martin Mühlbeyer wurde gestern in die Leitung des wichtigsten Außenpostens der Haller Polizeidirektion eingesetzt. In der 'Metropole' des Limpurger Landes hofft man nun, nach vielen kurzen Gastspielen wieder längerfristig einen Leiter der örtlichen Polizei gefunden zu haben. Mühlbeyer hatte sich vom Polizeikommissariat Schorndorf nach Gaildorf beworben. Als eine der wichtigsten Aufgaben nannte Mühlbeyer die Fortsetzung des begonnenen Konzeptes der "Kommunalen Kriminalprävention". Bürgermeister Kurt Engel nannte die Berufung des 37jährigen Polizeihauptkommisars 25 Jahre nach Auflösung des Polizeireviers Gaildorf und dessen Abstufung zum Polizeiposten ein Lichtblick

10 Tsd von BSH
Schwäbisch Hall. Die Hondurashilfe Schwäbisch Hall, ein gemeinnütziger Verein, der bereits zwei Wochen nach der Katastrophe eine Container mit Hilfsgütern auf den Weg zur honduranischen Insel Guanaja geschickt hatte, bekam jetzt prominente Unterstützung. Die Baussparkasse Schwäbisch Hall stellte dem verein jetzt 10.000 Mark zur Verfügung. Die Gelder wurden auf Initiative der Betriebsgruppe der Gewerkschaft hbv unter den Mitgliedern gesammelt und vom Vorstand der BSH verdoppelt. Die Hondurashilfe Schwäbisch Hall will ihre Hilfe zunächst auf die Insel Guanaja konzentrieren, da mit drei Familien von Ex-Hallern dort direkte Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Altes Spielzeug
Untermünkheim. Im Rösslermuseum von Untermünkheim kehrt die Welt des alten Spielzeugs zurück. Blechspielzeug, Eisenbahnen, Dampfmaschinen und Puppen aus den 20er bis 50er Jahren wird ab morgen in einer Ausstellung gezeigt, die bis zum 6. Januar zu sehen sein wird. Die Ausstellung ist aufgebaut inmitten der Dauerausstellung aus bemalten Bauernmöbeln der berühmten Untermünkheimer Tischlersfamilie deren Namen das Rösslermuseum trägt.

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Sontag 20.12.1998

Griff Bauleiter in die Kasse?
Bad Mergentheim. Wegen des Verdachtes der Untreue, des Diebstahls und des Betruges hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den bislang Technischen Betriebsleiter des Mergentheimer Caritas-Krankenhauses aufgenommen. Das Krankenhaus hat den Mann mittlerweile fristlos entlassen. Daß dem Caritas-Krankenhaus bei den umfangreichen Baumaßnahmen der letzten Jahre durch erhebliche Kompetenz-Überschreitung, möglicherweise auch persönliche Bereicherung des ehemalgen Technischen Betriebsleiters ein Schaden von mehreren Hunderttausend Mark entstanden sein soll, wollte der Verwaltungschef des Krankenhauses allerdings nicht bestätigen. Die Schadenshöhe müsse durch betriebsinterne und die staatsanwaltlichen Ermittlungen erst noch festgestellt werden.

Kunst im Sudhaus
Schwäbisch Hall. Das Kulturangebot der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall unter dem Titel "schwäbisch hallerlei" will sich künftig im Sudhaus der Alten Brauerei präsentieren. Die von der Stadtbücherei ins Leben gerufene Programmreihe wird seit März von der neuen städtischen Kulturbeauftragten Ute Christine Berger organisiert. Start der Frühjahrsaison ist am 15. Januar mit einem Kabarettprogramm der Mannheimer Gruppe "Die Allergiker"

Noch mehr Gemeinden ins Internet
Mainhardt/Gaildorf. Nachdem vor wenigen Tagen erst die Gemeinde Obersontheim beschlossen hatte, den Auftrag zur Gestaltung eines Internet-Auftrittes an eine örtliche Agentur zu geben, ziehen weitere Gemeinden im Landkreis Hall nach. Auch Mainhardt plant einen Internet-Auftritt. Dort will man den Weg über das Regionale Rechenzentrum gehen. In Gaildorf ist man sich noch nicht schlüssig darüber, ob man den städtischen Auftritt ebenfalls über das Rechenzentrum oder über einen privaten Provider realisieren will.

Neuer Pfarrer
Westgartshausen. Die Kirchengemeinde Westgartshausen bei Crailsheim bekommt nach langer Vakatur wieder einen Pfarrer. Der Oberkirchenrat hatte Dr. Thomas Knöppler vorgeschlagen. Der 40jährige in Wetzlar geborene Knöppler ist derzeit am Evangelischen Stift in Tübingen in der Pfarrerausbildung beschäftigt. Zuvor war er in Tischardt bei Nürtingen und in Ellwangen seelsorgerisch tätig gewesen. Die Kirchengemeinde Westgartshausen erwartet den neuen Pfarrer samt Familie im April .

Vier Prozent höher
Gaildorf. Die Verwaltung der Stadt Gaildorf hat dem Gemeinderat ihren Haushaltsentwurf für das nächste Jahr vorgestellt. Mit 44,5 Mio Mark Volumen soll der Etat im nächsten Jahr um 4 Prozent höher ausfallen als in 1998. 35,15 Mio Mark entfallen auf die Verwaltungsaufgaben, 9,35 Mio Mark stehen im sogenannten Vermögenshaushalt für Investitionen, Zinszahlungen und Schuldentilgung. 8,7 Mio sind an Investitionen eingeplant, 615 Tsd Mark an Schulden sollen getilgt werden. 850 Tsd Mark neue Kredite müssen zur Finanzierung des Etats, so wie ihn die Verwaltung vorschlägt aufgenommen werden. Was die Räte daraus machen wird erst im Januar beraten.

Tödlicher Arbeitsunfall
Waldenburg. Kurz nach seiner Einlieferung in Krankenhaus starb jetzt ein 49jähriger Mann, der einen Arbeitsunfall hatte. Auf einem Betriebsgelände in Waldenburg hatte der Mann während des Abladens von Altmetall von einem Laster etwas mit dem Baggerführer besprechen wollen, der die Arbeitet vornahm. Noch während der Mann zum Führerhaus des Baggerführers hinaufstieg drehte sich der Bagger und quetschte den Mann zwischen Führerhaus des Baggers und Ladefläche des Lkws ein.

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Montag 21.12.1998

Autofahrer mit Verfolgungswahn
Kirchberg an der Jagst. Mit hoher Geschwindigkeit raste ein Autofahrer gestern für über die A6 auf der Flucht vor der Polizei. Die Autobahnpolizei hatte das Fahrzeug anhalten wollen. Doch der Fahrer folgte der Polizei nicht in die Ausfahrt, sondern preschte davon. Auch zu Hilfe gerufene Streifenwagen der Haller und Öhringer Polizei konnten den Wagen nicht stoppen, der schließlich bei Öhringen die Autobahn verließ und über die Landstraße Richtung Kochertal weiterraste. Der Fahrer durchbrach mehrere Polizeisperren, verlor aber bei der Ortschaft Unterohrn die Kontrolle über sein Fahrzeug, fuhr eine Böschung hinauf und kam nach einer Schlitterfahrt über eine Wiese zum Stehen. Verfolgungswahn gab der Fahrer osteuropäischer Abstammung als Grund für seine kriminelle Fahrweise an. Wie sich jedoch rasch herausstellte, basierte dieser Verfolgungswahn auf den Genuß von zuviel Alkohol und der Tatsache, daß der Mann nicht im Besitz eines Führerscheins war.

Nur Schutzwall
Michelfeld. Die Gemeinde Bibersfeld wird zum Schutz gegen Hochwasser in den betroffenen Ortsteilen lediglich Schutzwälle entlang des Flüsschens Bibers errichten. Rückhaltebecken und Dammbauten ohne Dauerwasserstau in den kleinen Seitentälern zu errichten wäre mit über 4,4 Mio Mark Aufwand viel zu teuer gekommen. Dies ergab eine Untersuchung, die das Amt für Gewässerschutz für die Gemeinde angestellt hatte. Der Rat verzichtete auf die Rückhaltebecken. Ohnehin hat es im Biberstal bislang nur mäßige Hochwasser mit wenigen direkt Betroffenen gegeben.

Fassade kommt von Schneider
Stimpfach. Die Fassade des neuen Bundeskanzleramtes in Berlin wird aus Stimpfach im Landkreis Schwäbisch Hall kommen. Die Fensterbaufirma Schneider erhielt den Auftrag, für 20 Mio Mark. Gebaut wird eine Schußsichere kombinierte Alu-Stahl-Glasfassade, deren einzelne Scheiben jeweils etwa 1,5 Tonnen wiegen. Schneider ist in Berlin noch bei weiteren Gebäuden im Regierungsviertel engagiert, so am Bundesverkehrsministerium und an den Abgeordnetenbüros. 800 Mitarbeiter hat die fensterbaufirma Schneider. 250 sind davon am Stammsitz in Stimpfach beschäftigt.

Knöllchen auf Privatparkplätzen
Schwäbisch Hall. Auch auf den privaten Parkplätzen der Bausparkasse Schwäbisch Hall kann man Knöllchen bekommen, dann nämlich wenn man einen solchen Parkplatz unberechtigt benutzt. Nicht jeder Mitarbeiter hat nämlich die Berechtigung zu parken, seit der Betriebsausweis auch als kostenlose Karte für den Omnibus gilt. Lediglich 25 Park-Marken pro Jahr gibt es für Mitarbeiter ohne Dauerkarte. Und Dauerkarten gibt's nur beim Nachweis, daß OPNV-Nutzung nicht möglich ist. Die Parksünderkarte der Bausparkasse hat sich 1998 mit 15.0000 Mark gefüllt. Dieses Geld wurde jetzt an die fünf Haller sozialen Hilfe Einrichtungen Verein zur Förderung seelischer Gesundheit, AWO-Ortsverband, AIDS-Hilfe, Schuppachburg und Pro Familia als Spenden aufgeteilt. Die bedachten Organisationen danken allen Parksündern, denen die Strafe übrigens direkt vom Gehalt abgezogen werden, insbesondere dem 98er Spitzenreiter, der gleich 36 Mal eine Nachricht mit entsprechender Gehaltskürzung an der Windschutzscheibe vorgefunden hatte.

Hornschuch verschwindet
Weissbach. Der Weissbacher Hersteller von dc-fix und skai, die Hornschuch Ag wird im nächsten Jahr vom Kurszettel der Börse verschwinden. Dies bestätigte jetzt der Chef des Hornschuch Mehrheitsaktionärs Decora Industries, Nathan Hevrony. Die Amerikaner hatten im vergangenen Jahr eine 76 prozentige Mehrheit an dem Weissbacher Unternehmen übernommen. "Diese 100jährige Firma muß sich um den Markt kümmern und nicht gegen Bürokratie kämpfen", so der US-Firmenchef. Hornschuch an der Börse zu lassen, koste nur Geld. Ein Übenahmeangebot an die Kleinaktionäre machte hevrony aber noch nicht. Der höchste Kurs der Hornschuchaktie hatte 1998 bei 144,50 DM, der niedrigste bei 100 Mark gelegen.

Schüler im Multimedia Wettbewerb
Crailsheim. Schüler der Crailsheimer Käthe-Kollwitz-Schule und der Realsschule zur Flügelau werden sich am Schülerwettbewerb Join-Multimedia 99 beteiligen. Aufgabe ist es ein Thema drehbuchgerecht als Multimediashow am PC umzusetzen. Zum dritten Mal wird dieser bundesweite Schülerwettbewerb von der Siemens AG ausgeschrieben. Beim letzten Mal haben sich über 2000 Schulen mit 21000 Schülern daran beteiligt. Auf die Gewinner warten Preise im Gesamtwert von 150.000 Mark.

Notwendige Investition
Niedernhall. Der Polizeiposten Niedernhall wird ab 1999 mit zwei Mann besetzt sein. Rechtzeitig fertig geworden sind auch die neuen Räume des Polizeipostens, der künftig im ehemaligen Schulgebäude neben der Kirche untergebracht ist. Die Stadt hatte die, so Bürgermeister Emil Kalmbach, "notwendige Investition" gemacht, auch wenn sie gegenüber dem Voranschlag doppelt so hoch ausfiel, "um den Posten auf lange Sicht zu sichern". Bis 1963 residierte die Ortspolizei von Niedernhall im Rathaus, danach war der Ein-Mann-Posten Jahre lang im historischen sogenannten Goetzenhaus untergebracht.

Casino wird umgebaut
Crailsheim. Das ehemalige Casino des aufgelösten Crailsheimer Bundeswehrstandortes wird für 2,8 Mio Mark umgebaut. 770 Quadratmeter bekommen die Schüler und Lehrer der städtischen Jugendmusikschule zum üben und vorspielen, 263 Quadratmeter werden für das Stadtarchiv reserviert und mit 162 Quadratmetern muß sich eine in der Region wohl einmalige Einrichtung begnügen: der städtische Kostümfundus. Auch er soll ins Casino umziehen. Trotz der großangelegten Umbaumaßnahmen wird sich das äußere Gesicht des einstigen Casinogebäudes kaum verändern. Nur der Eingangsbereich und das Treppenhaus werden völlig neugestaltet und werden sich künftig in Material und Gestaltung vom Casino-Altbau abheben.
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Dienstag 22.12.1998

Salto im Taxi
Ilshofen. Totalschaden entstand gestern an einem Taxi, das auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern gekommen war. Kurz vor neun war die Taxifahrerin auf der Umgehungsstraße von Ilshofen unterwegs gewesen. Die Landesstraße 2218 wies dort einige vereiste Stellen auf. Das Taxi schleuderte von der Straße, pralle gegen eine Böschung und blieb nach mehreren Überschlägen im Acker liegen. Glücklicherweise hatte die Taxifahrerin keinen Fahrgast. Sie selbst wurde leicht verletzt, an ihrem Taxi entstand Totalschaden

Gesicherte Finanzen
Schwäbisch Hall. Die wirtschaftliche Situation der Kreiskrankenhäuser im Landkreis Schwäbisch Hall ist gesichert. Mit dieser Feststellung tritt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, der Schwäbisch Haller Abgeordnete Dr. Walter Müller einer Befürchtung des Haller Landrats entgegen. Landrat Stückle hatte in seiner Rede zur Vorstellung des Etats 99 geäußert, er befürchte zusätzliche Defizite für die Krankenhausträger. Auch die Krankenhäuser werden künftig budgetiert, so Müller, und der Finanzrahmen für die Krankenhäuser wird eng. Aber nicht so eng, wie Landrat Stückle befürchte. Er, Müller persönlich, sei als gesundheitspolitischer Sprecher seiner Landtagsfraktion bei den Gesprächen in Bonn gewesen und habe interveniert. Sowohl 1,1 Prozent Instandhaltungskosten als auch die Erhöhungen der Gehälter von Krankenhaus-Mitarbeitern nach BAT habe man in das Vorschaltgesetz zur Gesundheitsreform aufgenommen.
Die eigentliche Diskussion zur Gesundheitsreform werde man erst im kommenden Jahr führen und natürlich müsse dort neben der Versorgungsqualität auch die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Krankenhäuser ein Thema sein, so der SPD-Abgeordnete.

Weihnachts-All-Stars
Crailsheim. Zum zehnten Mal findet das Weihnachts-Baskettball-Spiel der Crailsheim-Merlins morgen abend in der Crailsheimer Großsporthalle statt. Die in der Regionalliga spielenden Merlins treten dabei gegen eine Weihnachst-All-Star-Mannschaft an. In dieser Mannschaft spielen u.a. Ex NBA-Topscorer Walsh Jordan, Lew Smalley, der beste Spieler der US-Universitätsliga oder Lucian Kieser aus der bundesdeutschen U20-Nationalmannschaft. Außer dem Spiel gibt es für die rund 2000 erwarteten Zuschauer kleiner Weihnachtsüberrasschungen, einen Auftritt der Tänzerinnen des Public Dance Project und natürlich nach dem Spiel auf dem Gelände der eigentlichen Merlins-Halle, dem sogenannten "Stall" in den ehemaligen McKey-Barracks eine Riesen Weihnachtsfete. Beginn des Events ist um 18:45, das eigentliche Spiel beginnt um 20 Uhr

Rettungshubschrauber im Einsatz
Schrozberg. Mit dem Rettungshubschrauber musste gestern eine ältere Dame aus Schrozberg in eine Spezialklinik gebracht werden. Die 66jährige Fußgängerin war beim Überqueren der Straße von einem PKW erfasst worden. Die 47jährige Lenkerin des Fahrzeugs gab an, die Frau vollkommen übersehen zu haben

Festschrift
Crailsheim. Zum Abschluß der Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres 600 Jahre Johanneskirche kam jetzt in Crailsheim eine Festschrift heraus. Auf 224 Seiten haben die Autoren Geschichten und Geschichtliches über die Kirche zusammengetragen. Selbst Berichte über prominente Besuche des Jubiläumsjahres, wie der des Landsbischofs Renz sind in der Schrift bereits enthalten. Sie wurde unter anderem mit Hilfe einer Spende des Rotary-Clubs in einer Auflage von 2000 Exemplaren gedruckt. Mitglieder des Historischen Vereines erhalten ein Exemplar kostenlos zu Weihnachten.

Crailsheim nicht im Internet
Crailsheim. Geldmittel für die Erstellung oder gar die ständige Betreuung eines Internet Auftrittes der Stadt gibt der Haushalt 99 nicht her. So Crailsheims Oberbürgermeister Georg Schlenvoigt auf die Anfrage von Stadträtin Vera Burkhardt. Ein Auftrag für die Erstellung einer Startseite müsse nach Außen vergeben werden. Anders als etwa die Stadt Schwäbisch Hall sieht sich Crailsheim nicht in der Lage, den Internet-Auftritt mit eigenen Kräften zu gestalten und zu organisieren.

Politischer Dauerskandal
Crailsheim-Maulach. Einen Politischen Dauerskandal nannte der Crailsheimer GRÜNE-Stadtrat Nils Kaiser die Tatsache, daß viele Jahre nach Entdeckung des Dioxinfalles von Maulach außer dem betroffenen Firmengelände selbst noch nichts wirklich saniert wurde. Seit 1996 ist den Landwirten untersagt, das Gelände rund um den einstigen Emmissionsherd landwirtschaftlich zu nutzen. Im vergangenen Sommer wurden der Stadt Vorschläge von Privatfirmen für eine kostenlose Sanierung der Wiesen gemacht. Bis heute sei nichts geschehen. 25 Tsd Mark wurden vom Gemeinderat für die Erstellung eines Sanierungskonzeptes in den städtischen Etat eingestellt. Außer der Bestätigung, daß die 25 Tsd als Restmittel in den neuen Haushalt mit übernommen würden, habe OB Georg Schlenvoigt bis heute nichts angeboten, so der Grüne Nils Kaiser. Weder der Oberbürgermeister noch die Mehrheit der anderen Fraktionen stünden zu ihrem Wort, die dioxinverseuchten Flächen sanieren zu lassen, damit sie wieder landwirtschaftlich nutzbar seien. Die Abstimmung über den Antrag der Unabhängigen Grünen Liste am Sanierungsziel festzuhalten bestätigte diese Ansicht. Neben der UGL stimmten nur vier weitere Stadträte zu.

Anzeigengeld gespendet
Schwäbisch Hall. Den Gegenwert von 667 Kleinanzeigen spendete Kreiskurier- und HT-Verleger Michael Schwend an den neugegründeten Verein "Nachbar in Not". Halls Alt-OB nahm als Vorsitzender des Hlfsvereines den Scheck über mehr als 8000 Mark entgegen. Verleger Michael Schwend hatte zu beginn der Adventszeit angekündigt, er wolle den kompletten Umsatz des umfangreichsten sogenannten "Mini-Marktes" des Vorweihnachtszeit spenden. Den größten Minimarkt mit 667 Kleinanzeigen gab es im Kreiskurier bzw Haller Tagblatt am 16. Dezember. Der im Herbst neugegründete Verein "Nachbar in Not" bekam so seine bislang größte Einzelspende. Die Spendengelder werden immer dann an 'notleidende' Menschen ausgeschüttet, wenn andere Hilfen nicht oder nicht mehr greifen.

16 Mio Mark-Etat
Kirchberg an der Jagst. Einen Haushaltsplanentwurf über 16,3 Mio Mark hat die Stadt Kirchberg an der Jagst gestern dem Gemeinderat vorgestellt. Die größten Ausgaben im Vermögenshaushalt, dem Etat-Teil aus dem die Investitionen getätigt werden, stehen für den Bau des Busbahnhofes mit 650 Tsd Mark, den Bau einer Aussegnungshalle auf dem Friedhof für 500 Tsd Mark, die Sanierung des mittleren und unteren Burgberges mit 579 Tsd Mark sowie für die Schuldentilgung mit 585 Tsd Mark im Plan. 2 Mio Mark will die Stadt zur Finanzierung des 99er Etats an neuen Schulden aufnehmen. Im Februar sollen die Stadträte den Etat beschließen.

Behindertenheim nach Vellberg
Schwäbisch Hall. Den Bedarf sieht das Diakoniewerk Schwäbisch Hall seit Jahren. Seit Jahren suchte man auch nach einem Standort für ein Wohnheim mit Tagesförderstätte für erwachsene Behinderte. Nun soll das 9 Mio-Mark-Projekt nach Vellberg kommen. In einer Geländemulde an der Bucher Straße sollen zwei langestreckte, vielgliedrige Wohnguppengebäude, ein flacher Zwischenbau sowie die "aus dem Hang herauswachsende Tagesförderstätte" entstehen. Bis das Projekt aber realisiert werden kann, werden voraussichtlich noch zwei oder drei Jahre ins Land gehen. Frühestens für Ende 99 rechnet man mit Finanzierungszusagen der Zuschussgeber Land, Landeswohlfahrtsverband und Aktion Sorgenkind.

Mutter in den Knast
Öhringen. Die Mutter eines achtjährigen Jungen schickte das Öhringer Schöffengericht jetzt in den Knast. Die 30jährige Frau wurde zu zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Sie hatte im Auguste vergangenen Jahres zwei junge Männer aus dem Hohenlohischen nach Amsterdam gefahren. Diese hatten dort etwa 40 Gramm Heroin gekauft und es im Auto der Frau über die Grenze geschmuggelt. Die Frau hatte das Rauschgift aus Gefälligkeit gar in ihrer Wohnung 'gebunkert', wo ihr achtjähriges Kind jederzeit hätte drangehen können. Das Gericht nannte dies besonders verantwortungslos. Ob die Frau nun vom Kauf des Rauschgiftes in Holland schon vor der Fahrt gewußt habe oder nicht, schon allein wegen des Transportes, der zweifelsfrei nachgewiesen sei, liege die Mindeststrafe nicht unter zwei Jahren so das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Die Frau sei vorgewarnt gewesen. Schon ihr Ehemann habe mit Heroin Selbstmord begangen. Und daß die neuen Freunde ebenfalls süchtig waren, habe sie gewußt.

Richtfest I
Schwäbisch Hall. Bauverzögerungen durch Regen, Hochwasser in der Stahlbaufirma, Frost und Schnee im November verhinderten, daß das Gymnasium von St. Michael in Schwäbisch Hall schon zu Weihnachten wieder ein Dach hat. Doch Richtfest wurde am aufgesetzten neuen Stockwerk gestern gefeiert. 9,7 Mio Mark kostet die gesamte Baumaßnahme. 6,9 Mio Mark sind davon reine Baukosten. Auf 2215 Quadratmetern Grundfläche entstehen in Stahl-Alu-Glas-Bauweise zwölf neue Klassenzimmer, zwei Musiksäle, ein Erdkunde- und ein Naturphänomene-Raum, ein Kursraum und ein Lehrerstützpunkt. Und auch die derzeit in einer großen Holzkiste im Innenhof der Schule geparkte Sternwarte der Schule findet wieder einen Platz auf dem künftigen Dach des neuen Stockwerkes. Zum Schuljahresbeginn 1999/2000 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Richtfest II
Künzelsau. Am Neubau der Geschwister-Scholl-Schule in Künzelsau wurde gestern Richtfest gefeiert. Für 18 Mio Mark entsteht im Neubaugebiet Taläcker auf 3700 Quadratmetern eine Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder aus dem gesamten Hohenlohekreis. Der Neubau umfasst 15 Klassenräume und zwei Kindergartengruppen. Bislang werden die über betroffenen 100 Kinder an verschiedenen Orten im Kreis unterrichtet.

Sanierung Sandel'sches Museum
Kirchberg an der Jagst. Die Stadt Kirchberg will ihr 'Sandel'sches Museum ' sanieren. Eine Stuttgarter Architekten-Planungsgruppe hat bereits Pläne vorgelegt. Die Kostenschätzungen belaufen sich auf 1,7 bis 1,9 Mio Mark. Doch zur Finanzierung hat die Stadt noch nicht die notwendigen Mittel. Weitere Zuschußmöglichkeiten über die Mittel des Landessanierungsprogrammes und des Landesdenkmalamtes hinaus müssen noch gefunden werden. Die Stadt denkt auch an private Stifter und Spender. Vorgesehen ist der Sanierungsbeginn aus Sicht der Stadtverwaltung frühestens für das erste Jahr des neuen Jahrtausends 2001

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Mittwoch 23.12.1998

Geldbotin überfallen
Crailsheim. Eine Geldbotin wurde gestern auf offener Straße in Crailsheim überfallen. Geraubt wurde ihr eine Geldtasche mit 10 Tsd Mark Inhalt. Die Geldtasche befand sich in der Plastiktüte eines Drogeriemarktes, war für Außenstehende unsichtbar. Der Räuber musste also von der Geldttasche gewusst haben. Zunächst war er mit seiner Beute durch die Crailsheimer Lange Straße gerannt und dann mit einem Fahrrad über die Grabenstraße und die Jagstbrücke geflüchtet. Kurze Zeit später wurde ein älterer roter VW Polo mit Haller Nummer beobachtet, auf dessen Fahrer die Täterbeschreibung passt. 20 bis 25 Jahre alt, schlank, schwarzhaarig mit dunklem Teint. Bekleidet war mit schwarzen Schuhen, schwarzer Hose und einer dunkelblauen Jacke mit grüner Aufsteppung. Die Polizei bittet um Mithilfe der Bevölkerung bei der Fahndung

Bischof Rere bittet um Spenden
Schwäbisch Hall. Der indonesische Bischof Armyn Rere, der 1994 beim Kirchentag in Schwäbisch Hall war, wandte sich jetzt mit einem Spendenaufruf an die Schwäbisch Haller Christen. Seite den Unruhen und dem Regierungssturz im Mai sind die Preise im Land um 150 Prozent gestiegen. Die kleinen protestantischen Kirchengemeinden in Indonesien sind nicht in der Lage ihren Pfarrern draußen in den ländlichen Orten mehr Gehalt zu bezahlen. Geld von außerhalb ist dringend nötig um die Kirchen am Leben zu erhalten. Bischof Rere wandte sich an den ehemaligen Haller Stadtpfarrer Bertold Dowerk, der vor seiner Haller Zeit lange in Indonesien gewirkt hatte. Da der Haller Kirchenbezirk, sicherlich mit anderen, aber immerhin auch finanziellen Problemen zu kämpfen hat, leiten Pfarrer Dowerk und Halls Dekan Paul Dietrich die Bitte des indonesischen Bischofs Rere an die Öffentlichkeit weiter. Ein Spendenkonto bei der Haller Kreissparkasse ist eingerichtet

Spendenkonto für die Christen in Indonesien

5192384 (Kennwort Christen in Sulawesi) bei der KSK Schwäbisch Hall BLZ 622 500 30

Kandidat aus dem Ort
Blaufelden. Der 41jährige Gemeinde-Amtsrat Klaus Köger aus Blaufelden hat sich offiziell als Nachfolger von Kurt Mündlein beworben. Für die Bürgermeisterwahl in Blaufelden im Kreis Schwäbisch Hall liegt damit jetzt die erste Bewerbung vor. Mündlein hatte im Herbst angekündigt, nach drei Amtsperioden nicht mehr zu kandidieren. Seine Amtszeit endet im März kommenden Jahres. Die Bürgermeisterwahl in Blaufelden findet am 7. Februar statt. Der 51jährige Kurt Mündlein wird künftig beim evangelischen Kirchenbezirk für die Finanzen zuständig sein.

Vollsperrung aufgehoben
Oberrot. Nur eine Woche länger als vorgesehen dauerte die Vollsperrung der Rottalstraße. Wie das Straßenbauamt mitteilte, kann seit heute früh der Verkehr wieder uneingeschränkt rollen. Der zweite Bauabschnitt, von der Hammerschmiede bis Schwäbisch Hall-Wielandsweiler werde in Angriff genommen, sobald es das Wetter zulasse. Froh über die Winterpause bei den Bauarbeiten ist man bei den Klenk-Holzwerken, die bereits mehrfach auf die sich zuspitzende Versorgungslage hingewiesen hatten. Größere Mengen Holz wurden zwar auf dem Schienenweg transportiert, doch ohne Brummi-Einsatz kann das größte Sägewerk Deutschlands seine Logistik nicht aufrecht erhalten.

Projekt Lernwerkstatt
Schwäbisch Hall. Premiere hatte jetzt das Projekt Lernwerkstatt im Hällisch Fränkischen Museum. Statt gelangweilter Schulklassen, die kurz vor den Ferien vier ermüdende Stunden durchs Museum geschleust werden, sollen jetzt die Klassen ihre Themen selbst erarbeiten. Sie erhalten dazu verschiedenes Material, das sie in Gruppen bearbeiten und anschließend der Klasse vorstellen. Entwickelt hat das Projekt Lernwerkstatt der 'Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte', organisiert wurde die Premieren-Einheit mit der Klasse 8a der Haller Hauptschule Schenkensee von Wolfgang Pistohl, dem Leiter des Staatlichen Schulamtes, Dr. Otto Windmüller, dem Leiter des Arbeitskreises und Dr. Armin Panther vom Hällisch-Fränkischen Museums. Für 1999 ist das Thema '500 Jahre Reformation und Johannes Brenz' geplant und für das letzte Jahr des Jahrtausends wird im Jahr 2000 Material zu den Themen 'Jüdisches Leben' und 'Drittes Reich' zusammengestellt.

Baumfäll-Aktion
Ilshofen. Eine ganze Allee von Pappelbäumen wird in Ilshofen gefällt. Die 1933 östlich der Kläranlage gepflanzten Bäume verlieren wegen ihres Alters immer mehr Äste und gefährden damit Spaziergänger. Da Pappelholz schon bei leichterem Wind leicht bricht, läßt sich dem Problem nicht anders beikommen. Gefällt werden auch drei Pappeln am Dorfsee von Ilshofen, wo häufig Kinder spielen. Alle Bäume sollen durch Eschen und Ahorn ersetzt werden.

Erweiterung
Michelfeld/Rosengarten. Die Bürgermeister von Michelfeld, Rosengarten und Schwäbisch Hall unterzeichneten jetzt nach fünf Jahren Planung eine Vereinbarung über die Erweiterung des Klärwerkes Biberstal. Mit 44 Prozent zahlt die Gemeinde Michelfeld den größten Anteil an den Kosten von rund zwei Millionen Mark. 34 Prozent zahlt die Bauträgergemeinde Rosengarten, den Rest finanziert die Stadt Schwäbisch Hall für ihren Teilort Bibersfeld. Das gemeinsame Klärwerk Biberstal in Rieden war 1974 gebaut worden. Es sammelt die Abwässer vom über 10 km entfernten Gnadental bis zum nahebeiliegenden Uttenhofen.

25 Mio für Umschulung
Schwäbisch Hall. Rund 25 Mio Mark hat das Arbeitsamt Schwäbisch Hall im kommenden Jahr zur Verfügung, um Umschulungen, Lehrgänge und Weiterbildung von Arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen zu bezahlen. das sind rund zwei Mio weniger als in diesem Jahr. Dennoch wurde mit den Trägern der beruflichen Bildung in Hohenlohe ein interessantes Angebot zusammengestellt. Neu ist ein an regionalen Bedürfnissen der Spezialmaschinenbauer ausgerichtetes Weiterbildungsangebot zum Kundenbetreuer im Maschinenbau mit Schwerpunkt technisches Englisch. Angebote des Haller Arbeitsamtes gibt es in Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall.

20.000 Mark gespendet
Mulfingen. Zwei Schecks über je 10.000 Mark gingen jetzt an die Ortsverbände Heidelberg und Veitshöchheim der DLFH-Hilfsaktionen für krebskranke Kinder. Spender sind die ebm-Werke in Mulfingen und die Besucher eines Tages der offenen Tür. 17 200 Mark kamen durch den symbolischen Preis von einer Mark zusammen, der für alle Aktivitäten und den Verzehr am Tag der offenen Tür anläßlich der Einweihung des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums verlangt wurde. Diesen betrag stockte die Firmenleitung auf 20.000 Mark auf und überreichte jetzt die Spenden .

Verlängerte Bewerbungsfrist
Bretzfeld. Für die Bürgermeisterwahl am 14. März nächsten Jahres läuft die Bewerbungsfrist seit dem 15. Dezember und damit vier Wochen länger als ursprünglich vorgesehen. Der Grund: im Staatsanzeiger wurde die Ausschreibung statt wie vorgesehen am 11. Januar nächsten Jahres schon am 14. Dezember veröffentlichet. Widerruf und erneute Ausschreibung hätten zuviel Verwirrung gestiftet. deshalb entschied der Bretzfelder Gemeinderat, die durch den Irrtum der Staatsanzeiger-Redaktion zustandegekommene unfreiwillige Verlängerung der Bewerbungsfrist zu akzeptieren. Am Wahltermin 14. März ändert sich dadurch aber nichts.

Spanisch am Ganerben-Gymnasium
Künzelsau. Das Künzelsauer Ganerben-Gymnasium will ab dem kommenden Schuljahr auch Spanisch als Unterichtsfach anbieten. Mit Spanisch als dritter Fremdsprache soll das sprachliche Profil der Schule geschärft und ein mehr an Attraktivität gewonnen werden. Der Beschluß der Gesamtlehrerkonferenz muß allerdings vom Gemeinderat, vom Oberschulamt und vom Kultusministerium abgesegnet werden. Zusätzliche Lehrkräfte müssten nicht eingestellt werden, da es bereits zwei Lehrer an der Schule gibt, die Spanisch unterrichten könnten.
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Donnerstag 24.12.1998

'Linksherzkathedermeßplatz'
Schwäbisch Hall. Dr Walter Müller, Haller SPD-Abgeordneter und gesundheitspolitischer Sprecher unterstützt die Forderung nach einem sogenannten Linksherzkathedermeßplatz am Haller Diakoniekrankenhaus. 'Eine baldige Realisierung dieser Maßnahme ist aufgrund der weiten Entfernungen zu den nächsten Standorten in Heilbronn, Heidenheim oder Bad Mergentheim erstrebenswert', schrieb Dr Walter Müller an den baden-württembergischen Sozialminister Repnik. Doch andere Ärzte in Hall ein solches gerät in Hall für überflüssig. es gebe bereits zu viele, die unnötige viel Geld verbrauchen und zwar auf Kosten der Budgets der praktischen Ärzte. Zudem sei die Sache nicht ungefährlich und es gebe um so mehr Komplikationen je weniger Messungen ein Institut vornehme. Dies spreche eher für eine Konzentration solcher Geräte auf weniger Standorte. Nach Ansicht Dr. Müllers allerdings ist der Einzugsbereich des Haller Diakoniekrankenhauses mit über 250000 Einwohner Anlaß genug, um das neue Großgerät zur Diagnose und Therapie von Herzinfarkten in Schwäbisch Hall einzurichten. Müller begrüßte auch eine entsprechenden Vorstoß der FWV-Fraktion im Haller Gemeinderat zur Bezuschussung eines solchen Großgerätes und die nahezu gleichlautende Verlautbarung der AOK Schwäbisch Hall, deren Ex-Geschäftsführer auch FWV-Gemeinderat ist.

500 Mark gespendet
Schwäbisch Hall. Eine 500 Mark-Spende überreichte gestern Halls OB Hermann-Josef Pelgrim an den Haller Verein Hondurashilfe. Das Geld stammt aus der Versteigerung von Geschenken, die der OB im Verlauf des Jahres 1998 erhalten hatte. Pelgrim hatte rund 30 Objekte, vom Zigarettenanzünder bis zum attraktiven Jahreskalender für eine amerikanische Versteigerung während der Weihnachtsfeier seines Dezernates zur Verfügung gestellt. Die Haller Hondurashilfe hat einen ersten Container bereits im November nach Honduras auf den Weg gebracht, der in diesen Tagen auf der Honduras vorgelagerten Insel Guanaja angelandet wird. Der nächste Container soll Ende Januar verschickt werden. Rund 100 Tsd Mark an Geld- und Sachspenden hat die Hondurashilfe Schwäbisch Hall mittlerweile erhalten.

Eigenwerbung
Gaildorf. Einen Branchen- und Gewerbeführer gibt es jetzt für Gaildorf und das Limpurger Land. Das DIN A 4 große, in blau und beige gehaltene Heft gibt Informationen zu den Strukturdaten der Gemeinden im Limpurger Land und präsentiert mehr als 100 Industrie- und Gewerbebetriebe von Gaildorf bis Oberrot oder Sulzbach-Lauffen. Herausgegeben wird der Führer vom Arbeitskreis Stadtmarketing in Gaildorf und ist bei den Bürgermeisterämtern erhältlich.

Weihnachtskrippen im Dekanat
Schwäbisch Hall. Die Haller Dekans-Familie öffnet ihr Haus am Sonntag nach dem Weihnachts-Gottesdienst für einige Stunden ihr Haus zu einer Art Tag der offenen Tür. Ausgestellt sind in den Räumen des Dekanats zwei Großkrippen. Die von Iris Dietrich mit Steinen und Wurzeln aus Südtirol kunstvoll gestalteten Weihnachtskrippen, können zwischen 11.30 und 12.30 Uhr und zwischen 14 und 18 Uhr besichtigt werden. Für alle Besucher, die eine Spende geben können, steht im Foyer des Dekanats auch ein Opferstock. Die Spenden werden für den Bau eines Gemeindezentrums verwendet im Haller Stadtteil Teurershof verwendet, der mittlerweile größter Kirchenbezirk in der Stadt ist, aber außer einem Provisorium weder über Gemeindehaus noch Kirche verfügt.

Straße wieder offen
Die Straße zwischen dem Haller Teilort Steinbach und Tullau entlang des Stausees ist wieder befahrbar. Seit dem 1. Dezember war die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt. Ein rutschender Hang hatte den Neubau einer 160 Meter langen Stützmauer notwendig gemacht Dabei wurden etwa 400 Kubikmeter Erde ausgehoben sowie eine Stützwand aus 80 Drahtschotter-Behältern mit einer Höhe von 4,5 Meter erstellt. Die Kosten einschließlich der Verlängerung der Schutzplanken belaufen sich auf etwa 120 Tsd Mark.

Besser als die Republik
Schwäbisch Hall. Die Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall sind top. Im bundesweiten Zehnjahresvergleich hat die Region Franken hat bei der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und im Dienstleistungsbereich mit rund 30 Tsd neuen Arbeitsplätzen relativ günstiger als die anderen 97 Regionen der Bundesrepublik abgeschnitten. In den meisten der Vergleichkategorien findet die sich die Region im oberen Viertel wieder, so der Regionalverband. Den höchsten Beschäftigungsstand hatte die Region 1992 mit 298 Tsd Beschäftigten, den niedrigsten Stand an Arbeitslosen im Mai 1991 mit 10 Tsd arbeitslos gemeldeten Menschen. In den Kreisen Hohenlohe und Schwäbisch Hall gab es mit drei Prozent Arbeitslosen damals praktisch Vollbeschäftigung. Die Bevölkerung in der Region hat zwischen 1987 und 1997 um rund 125 Tsd Menschen zugenommen.

Boeuf de Hohenlohe
Wolpertshausen. Nach dem Schwäbisch Hällischen Schwein, einer alten Rasse, die vor dem Aussterben gerettet wurde, hat die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall mit Sitz in Wolpertshausen jetzt ein neues Hohenloher Qualitätsprodukt entwickelt. Wie für das Schwäbisch Hällische Schwein ist auch dafür bereits eine "geschützte Ursprungsbezeichnung" bei der EU beantragt. Im Paris des letzten Jahrhunderts wurde Boeuf de Hohenlohe als Qualitätsbegriff geprägt, als Hohenloher Bauern ihre Rinderherden bis in die französische Hauptstadt trieben. Unter dieser Bezeichnung wurde jetzt zwischen BES und Kreisbauernverband Schwäbisch Hall vereinbart eine Markenschutz und Vermarktungsgemeinschaft in Form einer GmbH zu gründen. Hohenloher Rindfleisch soll als Boeuf de Hohenlohe nach strengen ökologischen Richtlinien vorwiegend in Weidehaltung erzeugt und über die Strukturen der BES regional vermarktet werden. Die zugehörige Erzeugergemeinschaft soll am 8. Januar in Cröffelbach gegründet werden. Mitglieder können alle Landwirte werden, die Schlachtrinder verkaufen und unter den Bedingungen der Gemeinschaft erzeugen wollen.

DIAK weit Vorwürfe zurück
Schwäbisch Hall. Das Diakonie-Krankenhaus in Schwäbisch Hall hat Vorwürfe, daß Sicherheitsvorkehrungen lasch gehandhabt worden seien zurückgewiesen. Dennoch wurden aufgrund jüngster Ereignisse offenbar die Schutzvorkehrungen für Mitarbeiter verstärkt, die sich in asbestbelasteten Räumen aufhalten müssen. U.a. gehört dazu auch die Bettenzentrale des Krankenhauses. Ein ehemaliger Mitarbeiter, der 30 Jahre lang als Installateur im Krankenhaus gearbeitet hatte soll in dieser Zeit ohne Asbest-Schutzanzug oder Atemschutzmasken in asbestbelasteten Räumen tätig gewesen und häufig mit belastetem Isolationsmaterial in Kontakt gekommen sein. Er ist mittlerweile an durch Asbest ausgelöstem Lungenkrebs erkrankt.

Busfahrer angeklagt
Schwäbisch Hall/Crailsheim. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung muß sich jetzt ein 64jähriger Busfahrer aus Schwäbisch Hall verantworten. Die Staatsanwaltschaft Memmingen wirft ihm in ihrer Anklage vor, mit seinem Gelenkbus für die Straßenlage unangepaßt schnell gefahren zu sein. Der mittlerweile in den Ruhestand verabschiedete Busfahrer hatte im Juni vergangenen Jahres für eine Haller Busunternehmen 54 Mitarbeiter des Altenzentrums Wolfgangstift in Crailsheim zu einem Tagesausflug gefahren. Dabei war der Gelenkbus war auf der Autobahn bei Neu-Ulm verunglückt. Bei dem Unfall starben zwei Frauen, 22 weitere Ausflügler wurden zum Teil schwer verletzt.

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Freitag 25.12.1998

Rollenbuben unterwegs
Ilshofen/Wolpertshausen. In der Regel sind es die Jungen, die im darauffolgenden Frühjahr konfirmiert werden, die im Hohenlohischen einem alten Brauch folgen und am Heiligen Abend als 'Rollenbuben' durch den Ort laufen, Mägdelein und brav zu Hause feiernde Leute erschrecken und sich nur mit Weihnachtsgutsle, Äpfeln, Nüssen und auch Geld befrieden lassen. Auch gestern abend liefen wieder Rollenbuben durch Ilshofen und Wolpertshausen, wo dieses Brauchtum noch lebendig ist.In einer alten Beschreibung zu den Rollenbuben heißt es: Sie sind weiß gekleidet, tragen einen zuckerhutförmigen Rollenhut, an dem etwa 40 cm lange und 2 cm breite 'Flenderlich' aus Papier herunterhängen. Rollriemen werden umgehängt, Glockenschnüre, wie sie sonst den Pferdehals schmücken und der Anführer hat außerdem auf seinem Hut einen fünfzackigen Stern. Die zwei 'Seitentreiber' und der 'Nachtreiber' haben jeweils auch noch eine Klopfpeitsche bei sich oder auch eine große Peitsche mit der sie kräftig knallen können. So rennen die Rollenbuben durchs ganze Dorf. Geld das den Buben gegeben wird, wird von diesen in der Regel immer für einen wohltätigen Zweck gespendet.

Hohenloher im Vorstand
Stuttgart/Michelbach an der Bilz. Im neuen 17köpfigen Vorstand des Daimler-Crysler Weltkonzerns findet sich auch ein Hohenloher. Der 51jährige Kurt J. Lauk ist einst in Michelbach an der Bilz aufgewachsen. Er ist einer von vier Söhnen des 1966 verstorbenen einstigen Schulleiters am Ev. kirchlichen Internat im Michelbacher Schloß Willi Lauk, der auch als Landtagsabgeordneter in Stuttgart tätig war. Kurt J. Lauk war bei Daimler Benz seit 1996 für den gesamten Nutzfahrzeuge-Bereich zuständig. Er übernimmt auch im Mammutunternehmen Daimler-Crysler die gesamte Nutzfahrzeugsparte.

Grüner Bumerang
Landkreis Schwäbisch Hall. Mit einer 16seitigen Beilage stellen sich unter dem Titel "der Grüne Bumerang" in der jüngsten Ausgabe des IHK-Wirtschaftsdienstes die Wäldergemeinden Kreßberg, Fichtenau, Stimpfach und Frankenhardt vor. Im zu Ende gehenden Jahr 98 ist dies die dritte IHK Beilage, die von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall initiiert und auch mitfinanziert wurde. Premiere war im Frühjahr mit "Kiwi", der Präsentation von Kirchberg, Wolpertshausen und Ilshofen, im Herbst folgten die Kochertalgemeinden Braunsbach und Untermünkheim unter dem Titel "Die Zwei". Weitere solche Präsentationen sollen folgen.

Bek am Thor geschlossen
Kirchberg an der Jagst. Nach 310 Jahren und neun Generationen ist die Geschichte der ältesten Bäckerei Hohenlohes in Familienbesitz beendet. gestern schloß Bäcker Heinz Schmidt seine Bäckerei. Er fand in der Familie keinen Nachfolger für den Betrieb, der 1688 erstmals im Kirchenbuch als der 'Bek am Thor' erwähnt wurde. Seit dem ersten Bäcker Michael Schmid lebte und arbeitete die Familie im selben Doppelhaus, das 1670 erstellt wurde. Die Vorfahren der Schmid(t)-Bäcker stammten von der 1544 erbauten Mittelmühle in Eichenau, woher sie auch ursprünglich all ihr Mehl bezogen. Der eigentliche Verkaufsladen der Bäckerei war 1962 in die Vorstadt verlegt worden. Doch bis zuletzt versorgte die Bäcker Schmidt seine Kunden in der Altstadt, indem er Brötchen und bestellte Ware direkt an die Haustüre brachte. Gestern ging das Feuer in der Backstube für immer aus.

Einbrecher festgenommen
Schwäbisch Hall. Mindestens neun Einbrüche gehen nach derzeitigem Ermittlungsstand auf das Konto eines Einbrechers, der jetzt in Schwäbisch Hall festgenommen wurde. Der 48jährige Wohnsitzlose war unter anderem mindestens vier Mal ins Schützenhaus von Sulzdorf eingebrochen und fünf Mal ins Schäferhunder-Vereinsheim in Hessental. Unterwegs war der 48jährige mit einem kleinen Gelände-Fahrzeug, das er einer bekannten im Oktober entwendet hatte. Ohne Führerschein hatte er mit dem Fahrzeug, das jetzt festgefahren in einem Waldstück bei Sulzdorf gefunden wurde, Tausende von Kilometern zurückgelegt. Das notwendige Benzin erschlich er sich durch Betrügereien an Tankstellen der Region. Die Beute bei seinen Einbrüchen war relativ gering. Meist waren es nur Getränke und Speisen, die er sich manchmal noch am Einbruchsort zubereitete und verzehrte. Solange die Ermittlungen andauern hat der Mann nun zumindest einen warmen Schlafplatz und regelmäßige Mahlzeiten: In einer Zelle in Untersuchungshaft.

1000 Mark gespendet
Hohenlohekreis. Durch den Verzicht auf Weihnachtsgrüße und Weihnachtskarten kamen im Hohenlohekreis 1000 Mark zusammen. Dieses Geld spendete Landrat Helmut Jahn an die Ehe- Familien und Lebensberatung des Hohenlohekreises. Beraterin Eva-Maria Schilling, deren Hauptarbeit in der Partnerschaftsberatung liegt, nahm das Geld entgegen. Die Beratungsstelle wurde in diesem Jahr 10 Jahre alt.


Erinnerung an einen besonderen Hl. Abend

Eigentlich, so kann ich mich erinnern, sind wir, meine zwei kleineren Brüder und ich, immer zusammen mit der Mama am frühen Hl Abend so um fünf Uhr abends rum in die sogenannte "Lichtleskirche" gegangen, während unser Vater zu Hause den Weihnachtsbaum schmückte und das Hl. Abend-Essen kochte. Bei uns zuhause gab's solange ich mich erinnern kann immer Kottlett und Sauerkraut. Einmal aber, ich weiß allerdings nicht mehr den Grund, da mußte ich - ich war vielleicht zehn oder vielleicht auch erst neun - allein in die Kirche gehen.
Es war kalt draußen und es hatte geschneit, als ich aus der Kirche kam, wo ich wie alle anderen auch an einer Christbaumkerze mein Weihnachtslicht angezündet hatte. Dieses Weihnachtslicht leuchtete nun in einer alten, schon leicht angerosteten Stall-Laterne hinter den Glasfensterchen und wenn ich die Laterne nahe genug an den Boden hielt, warf der frisch gefallene Schnee den schein zurück. Es war schon dunkel und überall wo ich hinschaute konnte ich das Funkeln anderer Laternen sehen, mit denen andere Leute ihr Licht aus der Kirche nach Hause trugen, um dort die eigenen Christbaum-Kerzen damit anzuzünden.
Mir jedoch passierte ein Mißgeschick. Irgendwie passte ich bei meinem Spiel mit dem Widerschein des Kerzenlichtes im frisch gefallenen Schnee nicht recht auf, ich rutschte und fiel hin. Ein Fenster meiner wunderschönen Stall-Laterne zerbrach und das Kerzenlicht erlosch.
Da stand ich nun in einer dunklen Nebenstraße, auf halbem Weg zwischen der Kirche und meinem Elternhaus und wußte nicht so recht, was ich tun sollte. Ich glaube, ich weinte sogar, wohl halb aus Schreck über den unerwarteten Sturz, zum andern aber auch, weil ich ja nicht ohne das Licht nach Hause kommen konnte. Ich machte mich also wieder auf den Weg zurück zur Kirche. Vielleicht brannte ja dort noch ein Licht am Christbaum, vielleicht konnte ich beim Pfarrer klingeln vielleicht...
Ich war noch nicht weit gegangen, da kam mir eine Frau mit ihrem Kind entgegen, das etwa in meinem Alter gewesen sein muß. Jedenfalls weiß ich noch, daß ich mich ein wenig schämte, weil ich heulte. Vielleicht hatte die Mutter nach der Kirche noch mit jemand geredet, weil sie so weit hinter den anderen Leuten daherkamen, von denen nichts mehr zu sehen war. Jedenfalls, auch sie trugen eine Licht bei sich und an meinem heulenden Gesicht und der ausgegangenen Laterne sah die Frau sofort, was passiert sein mußte. Sie tröstet mich und ich durfte meine Kerze an ihrem Licht anzünden. So war's zwar kein ganz originales Licht aus der Kirche, aber immerhin ein Licht vom einem Licht, das dort angezündet worden war. Das erzählte ich natürlich nicht zu Hause, obwohl mein Vater sicherlich das zerbrochene Laternenfenster bemerkte, als ich ihm an der Tür zum Weihnachtszimmer übergab. Nur meine Mutter schimpfte mit mir, weil ich mit nassem Hosenboden heimkam und so lange herumgetrödelt hatte.

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Samstag 26.12.1998

Wasserwerk stillgelegt
Schwäbisch Hall. Die Stadwerke Schwäbisch hall haben das Kocher-Wasserwerk bei Uttenhofen stillgelegt. Statt aufbereitetes Kocherwasser gibt es im Haller Leitungsnetz künftig Wasser von der Schwäbischen Alb, aus dem Donauries und vom Härzfeld. Die Stadt Hall hat darüber eine neue Vereinbarung mit der Nord-Ost-Wasserversorgung NOW in Crailsheim getroffen. Zwar ist die Stadt Schwäbisch Hall schon seit langem Mitglied bei diesem Zweckverband. Die Wasser-Lieferungen kamen aber nie über 150 Tsd Kubikmeter jährlich hinaus, da die NOW nur bei Wasserknappheit und bei Notfällen zulieferte. Jetzt wurde die Wassermenge auf 1,8 Millionen Kubikmeter jährlich vereinbart und die städtische Wasserversorgung gänzlich auf die NOW umgestellt. Eine Sanierung des Kocherwasserwerkes hätte rund 11 Mio Mark gekostet. Die Umstellungskosten auf die NOW beliefen sich auf etwa 750 Tsd Mark. Dazu kommen einmalige Kosten von 1,55 Mio Mark für die Bezugsrechte. Das neue Wasser ist mit 13 bis 14 Grad dH etwas weicher als das Kocherwasser, das mit 18-21 Grad dH gemessen wurde.

184 Tsd Einwohner
Landkreis Schwäbisch Hall. Die Bevölkerung im Landkreis Hall hat auch 1998 weiter zugenommen. Es leben jetzt nach neuesten Zählungen 184 088 Einwohner in den 30 Gemeinden zwischen Mainhardt im Westen und Kreßberg im Osten, Schrozberg im Norden und Sulzbach-Laufen im Süden. Damit ist die Kreisbevölkerung in den letzten 20 Jahren um die Größenordnung einer Stadt wie Hall oder Crailsheim gewachsen. Dabei gibt es zwei Gemeinden im Landkreis, die in diesem Zeitraum Einwohner verloren haben: Braunsbach im Kochertal verlor 6,2 Prozent, das äußerst ländliche Fichtenau 2,4 Prozent.

Spenden für Teurershof
Schwäbisch Hall. Spenden für den Bau eines Gemeindezentrums im Haller Stadtteil Teurershof, der mittlerweile größter Kirchenbezirk in der Stadt ist, aber außer einem Provisorium weder über Gemeindehaus noch Kirche verfügt, werden morgen im Evang. Dekanat gesammelt. Die Haller Dekans-Familie öffnet ihr Haus nach dem Weihnachts-Gottesdienst für einige Stunden zu einer Ausstellung von zwei Großkrippen. Die von Iris Dietrich mit Steinen und Wurzeln aus Südtirol kunstvoll gestalteten Weihnachtskrippen, können zwischen 11.30 und 12.30 Uhr und zwischen 14 und 18 Uhr besichtigt werden. Für alle Besucher, die eine Spende geben können, steht im Foyer des Dekanats ein Opferstock.

Verlorenes PVC-Rohr
Mainhardt. Ein auf der Straße verlorenes PVC-Rohr im Wert von wenigen Mark führte an Heiligabend zu einem Verkehrsunfall mit 8000 Mark Sachschaden. Das Rohr lag bei der Abzweigung Hütten auf der B14 und war wegen der Straßenverhältnisse nur schwer auszumachen. Ein Fahrzeuglenker bremste sein Fahrzeug so stark ab, daß ein nachfolgendes Auto nicht mehr anhalten konnte und auf den Vorausfahrenden prallte. Gesucht wird nun nach dem Fahrzeug und dessen Fahrer bzw, Halter, von dem das Rohr gefallen war.

Alkoholfahne störte
Schwäbisch Hall. Weil einen anderen Tankstellenkunden die Alkoholfahne eines 41jährigen Haller störte, wurde dieser an Heiligabend seinen Führerschein los. Der 41jährige hatte an der Hessentaler Tankstelle 'Nachschub' nicht nur für sein Auto geholt. Als der Mann trotz Alkoholfahne sich wieder in sein Auto setzte, tätigte der andere Tankstellenkunde einen kurzen Anruf bei der Polizei. Wenig später kam für den 41jährigen auf der Bühlertalstraße die 'Bescherung'. Ein Alcotest erbrachte 1,3 Promille: der Führerschein wurde von den Polizeibeamten sofort einbehalten.

Von Erfolg überrollt.
Schwäbisch Hall. Vom Erfolg überrollt wurde das musikalische Kabarett "Die AchtLosen". Ihr gegenwärtiges Revue-Programm im "Kleinen Theater Hall" ist restlos ausverkauft. Auch für drei Zusatztermine, zu denen sich die Akteure entschlossen sind keine Karten mehr zu bekommen. Und immer noch gäbe es Nachfrage. Doch diese können die Achtlosen leider nicht bedienen. Die Akteure sind alle berufstätig und haben Familie. Außerdem bräuchten sie für weitere Vorstellungen einen neuen Beleuchter. Und auch das "Kleine Theater Hall" hätte Mühe, weitere Termine für die "AchtLosen" freizumachen. Bei neuen Produktionen will sich die Haller Truppe langfristig mehr Termine einplanen um auch Angebote zu Gastspielen annehmen zu können.
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Sonntag 27.12.1998

Wer war ER?
Gaildorf. Bislang unbekannt war, daß es in Gaildorf Silberschmiede gab, die über die Region hinaus bekannt waren. Doch nun entdeckte man auf einem Silberlöffel die Punze (den Stempel) eines Gaildorfer Silberschmiedes ER neben dem Stadtwappen von Gaildorf und der Zahl 13 im Oval, die auf den Feingehalt 13 Lot = 812.5/000 hinweist. Bei diesem Zeichen ER handelt es sich um das Meisterzeichen des am 1. März 1819 in Gaildorf geborenen Eduard (Friedrich Karl) Reuss. Sein Vater Joseph Friedrich Reuss stammte aus Brackenheim und war mit der Hallerin Maria Susanne Seiferheld verheiratet. Sohn Eduard erlernte beim Vater 1834 bis 1837 den Beruf des Gold- und Silberarbeiters und begab sich danach auf Wanderschaft. In dieser Zeit arbeitete er unter anderem in Schweinfurt, Bamberg und Nürnberg. Ab 1845 war er wieder beim Vater tätig, und in der Zeit um 1850 dürfte auch der abgebildete Löffel in Gaildorf entstanden sein. Manchmal wird Geschirr und Besteck ja von Generation zu Generation weitervererbt. Und vielleicht findet der eine oder die andere ebenfalls Gaildorfer Stempel auf dem Besteck. Man muß Messer, Gabel oder Löffel nur mal umdrehen und genau betrachten. Die Gaildorfer Gold- und Silberarbeiter sind bisher nicht erforscht. Im Standardwerk 'Der Goldschmiede Merkzeichen' von Marc Rosenberg und in anderen Forschungsarbeiten ist kein Gaildorfer Merkzeichen aufgeführt.

40.000 in nur drei Wochen
Schwäbisch Hall. Über 40 Tsd Mark in nur drei Wochen kamen an Spenden für die Schwäbisch Haller Hilfsaktion Nachbar in Not zusammen. Die ersten Hilfsgelder konnte die von der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, den Wohlfahrtsverbänden und dem Haller Tagblatt gemeinsam getragene Aktion bereits ausbezahlen. So bekam unter anderem eine Familie, der wenige Tage vor Weihnachten das Haus abgebrannt ist, einen Scheck über zweieinhalbtausend Mark als Soforthilfe. Zeitungsberichte über 'Nachbar in Not' brachten auch schon weitere Hilfe und Sachspenden, an der Aktion vorbei direkt an die Betroffenen. Die Aktion 'Nachbar in Not' wurde zwar kurz vor Weihnachten gegründet. Doch die Aktion soll ganzjährig weiter laufen. Menschen sind oder kommen schließlich auch ganzjährig in Notlagen. Vorsitzender von 'Nachbar in Not' ist Hall Alt-OB Karl-Friedrich Binder.

Um Nachfolge beworben
Neuenstein. Der gebürtige Crailsheimer und beim Liegenschaftsamt in Schwäbisch Hall als Manager für das Sanierungs- und Gewerbegebiet Solpark beschäftigte Reinhard Häberlein hat sich als Bürgermeisterkandiat beworben. Nach dem er vor wenigen Monaten bei der Wahl zum Satteldorfer Bürgermeister dem einstigen Kämmerer von Rot am See unterlegen war, will Häberlein mit seinen 17 Jahren Verwaltungserfahrung es nun erneut wissen. Als erster und bislang einziger Kandidat bewarb er sich jetzt um die Nachfolge des ausscheidenden Bürgermeisters Dietrich Berner. Berner will nach drei Wahlperioden nicht noch einmal in der Stadt Neuenstein antreten. Die Bewerbungsfrist endet am 25. Januar, gewählt wird in Neuenstein am 21. Februar

Neuer Image Prospekt
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim hat einen neuen Image-Prospekt entwickelt und produzieren lassen. Die ersten Exemplare wurden noch kurz vor Weihnachten zum Versand gebracht. Titel der Broschüre: "Crailsheim... dicht an der Natur" Der Text ist ein fiktiver Brief an eine (wahrscheinlich ebenso fiktive) Bürgermeisterin aus dem Jahr 1380, die bei der damaligen Belagerung Crailsheims eine gewisse Rolle gespielt haben soll. In dem Brief wird in groben Zügen die Entwicklung der Stadt seit damals erläutert. Kritiker, die das Heft schon gesehen haben, monierten, daß die Fotos wenig aussagekräftig über Crailsheim, grüne Landschaft, blauen Himmel mit Kondensstreifen und vier farbenreiche Detailaufnahmen von Gebäuden zeigten, die sonst wo aufgenommen sein könnten.

Mehr als 2000 für Orgel
Gaildorf. 2108 Mark zählten die Verantwortlichen am Ende des Benefizkonzertes in der katholischen Kirche von Gaildorf im Spendenkörbchen. Da gab es nur strahlende Gesichter zu sehen: Auch die Zuhörer waren vom Konzert begeistert. Und die Solisten, die Musikerinnen und Musiker sowie die Sängerinnen und Sänger freuten sich über den herzlichen Beifall. Das gespendete Geld ist für den geplanten Orgelneubau in der Sankt Josefskirche bestimmt.

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Montag 28.12.1998

Standseilbahn-Chef
Künzelsau. Die Künzelauer haben den Leiter ihrer künftigen Standseilbahn gefunden: Oliver Stitz, 31 Jahre, von Beruf Elektroingenieur. Sozusagen ein 'Eigengewächs' Künzelsaus ist der künftige Betriebsleiter: Er hat in der Künzelsauer Fachhochschule Elektrotechnik studiert. Die letzten Jahre arbeitete Oliver Stitz bei der Haller Firma Ziehl als Industrie-Elektroniker. Sein Büro wird Stitz im Künzelsauer Rathaus haben. Die Bahn selbst arbeitet vollautomatische und wird über die Rettungsleitstelle video-überwacht. Sie soll in der zweiten Jahreshälfte 1999 in Betrieb gehen.

Bauerntagung
Weckelweiler. Von heute bis zum 30. Dezember findet in der Bauernschule von Weckelweiler die alljährliche Bauerntagung statt. Die Zukunft der Landwirtschaft steht in diesem Jahr auf der Tagesordnung. Zu den Referenten gehören der Hohenheimer Universitätsprofessor Ulrich Plank, der diplomierte Biolandbauer Alfred Colsman, der österreichische Landwirtschaftsingenieur Georg Abermann, sowie vier Jungbauern, die aus der Praxis berichten. Abgeschlossen wird das dreitägige Seminar am kommenden Mittwoch mit einer Besichtigungsfahrt zu Biolandhöfen in der Gemeinde Frankenhardt.

Probebetrieb
Obersontheim. Das umstrittene Kompostwerk im aufgelassenen Steinbruch Heerberg hat seinen Probebetrieb aufgenommen. In dem Werk sollen einmal - so die Verträge - die gesamten Bioabfälle des Rhein-Neckar-Kreises zu Kompost verarbeitet werden. Der Vollbetrieb der Anlage soll wissenschaftlich begleitet werden und wird voraussichtlich im Februar starten.

Recycling-Firma in Existenzangst
Bad Mergentheim. Die auf dem Kasernengelände in Bad Mergentheim als Mieter der Stadt residierende Recycling-Firma hat Existenzangst. Die Mergentheimer Gemeinderäte entschieden am Tag Weihnachten in nichtöffentlicher Sitzung das gesamte Kasernenareal an die Firma Würth zu verkaufen, die dort ihre Industrie-Sparte unterbringen will. Die Recycling-Firma reklamierte ein angebliches Vorkaufsrecht, das die Stadt bei Abschluß des Pachtvertrages eingeräumt habe, und daß sie in ihr Gelände bereits 4,3 Mio Mark investiert habe. Bei Würth hieß es, man wolle niemand vertreiben, und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Möglicherweise könne man den Pachtvertrag verlängern bis Würth dort tatsächlich mit dem Bau beginne. Zunächst aber, hieß es in der Künzelsauer Zentrale von Würth, sei dies ein Fall für den Verkäufer, die Stadt Bad Mergentheim und ihre Gemeinderäte.

5000 für TAT
Öhringen. Eine Spende von 5000 Mark aus einer Benefizaktion erhielt jetzt das Arbeitslosenprojekt Tatkraft-Arbeitslosen-Treff. Das bei der Diakonie in Öhringen angesiedelte Projekt vermittelt Arbeitslose zu einem Stundenlohn von 15 Mark an Privatleute und Firmen zur Erledigung von einmaligen Aufgaben bei Umzug, Renovierung, Gartenarbeit, Aufräumarbeiten, aber auch zum Putzen, Bügeln, Einkaufen oder ähnlichen Dingen. Im Startmonat November erledigten 35 Arbeitssuchende 31 Aufträge. Das Projekt ist, u.a. zur Finanzierung eines Transporters, auf Spenden angewiesen.

Amt soll umziehen
Schwäbisch Hall. Geht es nach dem Willen der Verantwortlichen im Haller Landratsamt, wird das Gesundheitsamt bald in eine Landkreis eigenes Gebäude umziehen. Seit die sogenannten unteren staatlichen Behörden dem Landratsamt angegliedert wurden, muß für das bisherige Gebäude, in dem das Gesundheitsamt seit Jahr und Tag residiert Miete an das Land bezahlt werden. Dies sieht man beim Haller Landratsamt nicht länger ein. Wenn man schon vom Land nach unten delegierte Ämter übernimmt, dann will man nicht auch noch dafür bezahlen der Landkreis will deshalb ein dem Kreis gehörendes Gebäude und ein danebenliegendes der Stadt Schwäbisch Hall renovieren, bzw. kaufen und renovieren und dort das Gesundheitsamt unterbringen. Auch das Veterinäramt, das einmal in die Räume des jetzigen Haller Landwirtschaftsamtes umziehen soll, könnte dort vorübergehend einziehen. Denn bis das Haller Landwirtschaftsamt aus und wie geplant in ein neues Domizile in Ilshofen einziehen kann, werden noch Jahre ins Land gehen. Beim Landratsamt hofft man, daß das Gesundheitsamt schon zum Jahrtausendwechsel 2000/2001 in das neue Domizil einziehen kann.

Golfplatz wird erweitert
Friedrichsruhe. Die Golfanlage des Golfclubs Heilbronn-Öhringen beim Schloßhotel Friedrichsruhe soll von einer 20 auf eine 27-Loch-Anlage erweitert werden. Das Vorprüfungsverfahren beim Regierungspräsidium ist bereits abgeschlossen. Nun müssen die örtlichen Gemeinderäte, betroffen sind die Stadt Öhringen und die Gemeinde Zweiflingen ihr Votum abgeben. 19,4 Hektar groß soll die Erweiterungsfläche sein, die in Teilen die Gemeindmarkungen überschreitet. Mit dem Umbau in zwei Bauabschnitten soll noch im Jahr 1999 begonnen werden.

Bestand gesichert
Bühlerzell. Die AOK und der Landeswohlfahrtsverband haben als Vertreter der übrigen Kostenträger die Forderungen des Altenpflegeheimes St. Josef in Bühlerzell akzeptiert, und der für den Betrieb des katholischen Heimes zuständige Sachausschuß hat dem Ergebnis der Pflegesatzverhandlungen ebenfalls zugestimmt. Er ist der Ansicht, daß das Altenpflegeheim ab 1999 wieder auf einer soliden finanziellen Basis steht. Der bestand des Heimes war auf der Kippe gestanden, nachdem der katholische Kirchengemeinderat eine weitere Betriebsführung abgelehnt hatte und das Heim so aus den Pflegesatzverhandlungen herausgefallen war. Erst durch die Gründung eines unabhängigen Sachkostenausschusses war eine neue Grundlage für Verhandlungen und einen Fortbestand des Heimes gegeben worden, wie er von der Bevölkerung des oberen Bühlertales gefordert worden war.
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Dienstag 29.12.1998

Brand und Befreiungsaktion
Schwäbisch hall. Noch während ihre Kollegen einen Brand in einer Tiefgarage bekämpfen mußten, dem ein Auto, ein Anhänger und gespendete Waren für eine Rumänien-Hilfsaktion zum Opfer fielen, mußten fünf Feuerwehrmänner nach Hessental ausrücken. Eine Gleitschirm-Fliegerin war mit ihrem Schirm in einem Baum hängengeblieben. Sie war bei ihrem Flug vom Einkorn herunter plötzlich von einer Windboe erfasst worden und in den Baum getrieben worden. Die Wehrmänner konnten die Frau unverletzt bergen. Auch der Gleitschirm trug keinen Schaden davon. Weniger glücklich ging die Sache mit dem Brand aus. Zwei Feuerwehrmänner wurde bei den Löscharbeiten verletzt.

Neues für Asylbewerber
Schwäbisch Hall. Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften werden künftig nicht mehr über die Liga Freie Wohlfahrtspflege sondern über die Landkreise betreut. In Schwäbisch hall kostete dies sieben Mitarbeitern der Arbeiterwohlfahrt AWO den Arbeitsplatz. Drei Sozialarbeiter können auf 2,7 Stellen weiterarbeite, Der Landkreis hat vier Leute neu eingestellt, zwei Betreuer und zwei Verwaltungsangestelte. Diese vier übernehmen die gesetzliche Betreuung, bei ihnen laufen alle Informationen über den Stand eines Asylverfahrens zusammen. Die AWO-Betreuer sollen sich gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern der Freundeskreise Asyl um die soziale Betreuung von der Intervention in psychischen Krisen bis zum Betrieb einer Teestube und dergleichen kümmern. 508 Asylbewerber gibt es zum Jahresende in der Gemeinschaftsunterkunft in Crailsheim, 247 sind es in Schwäbisch Hall.

27 neue Stiftungen
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Zwar keine neue Stiftung gründen will die Stadt Schwäbisch hall, doch werden aus dem Haushalt 1999 Gelder aus einer Gewerbesteuernachzahlung in eine Stiftungs-Sonderkapital bei der städtischen Hospitalstiftung eingebracht. Immerhin 10 Mio Mark, zweckbestimmt für die Förderung von Hochschul-Bildungseinrichtungen in Schwäbisch Hall. Insgesamt wurden in diesem Jahr vom Regierungspräsidium Stuttgart 27 neue Stiftungen zugelassen, die über 41 Mio Mark verfügen. Insgesamt gibt es im Regierungsbezirk Nord-Württemberg 530 Stiftungen mit einem Kapital von insgesamt 2,6 Mrd Mark. Dabei ist der Wert mancher Stiftung schwer zu beurteilen. Viele Stiftungen verfügen nicht nur über Geldwerte sondern auch über nicht unbeträchtliche Vermögen in Firmenbeteiligungen oder Immobilien und Ländereien. So auch die 700 Jahre alte Schwäbisch Haller Stiftung des Hospitals zum heiligen Geist, die jährlich einen Wirtschaftsplan mit Volumen um die 20 Mio Mark vorlegt.

Gute Geschäfte
Oberrot. Gute Geschäfte scheint man im abgelaufenen Jahr in der Fertigbaubranche gemacht zu haben. Die Fertighausfirma Weiss aus dem Oberroter Ortsteil Scheuerhalden jedenfalls stellte ihren eigenen Rekord ein. Nach dem Rekord-Jahr 97, in dem 82 Häuser gebaut wurden, verließen in diesem Jahr 25 Häuser mehr die Fabrikationshallen. Dieser Zuwachs auf 107 Fertighäuser spiegelt sich auch in der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen wider. So waren 1998 bei der Firma Fertighaus-Weiss GmbH 110 Mitarbeiter, und bei der Firma Weiss-Holzhausbau und Haustechnik GmbH 44 Mitarbeiter tätig. Nicht zu vergessen die Azubis: Derzeit bildet die Firma 15 Mitarbeiter in sieben Berufen aus.

Hallia Venezia
Schwäbisch Hall· Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren. Auch 1999 soll in Schwäbisch Hall wieder ein venezianischer Karneval stattfinden. Höhepunkt von 'Hallia Venezia' ist erstmalig ein Maskenball unter dem Motto 'Cosi fan Tutte' am 13. Februar. Leute, die Interesse haben, sich eine eigene Maske anzufertigen, haben im Januar an zwei Wochenenden Gelegenheit zu Wochenendkursen im Maskenbau unter professioneller Anleitung. Anmelden kann man sich bei der Haller Volkshochschule.

Baubeginn im Januar
Schwäbisch Hall. Schon im Januar wird in der Schwäbisch Haller Katharinenvorstadt mit dem Bau der Kunsthalle 'Adolf Würth' auf der Tiefgarage der Alten Brauerei begonnen.Im Dezember 1996 hatte die Stadt mit der Firma Würth einen Vorvertrag abgeschlossen. Ursprünglich war auf der Tiefgarage ein Neubau der Stadtbücherei geplant. Die Kosten für die Kunsthalle waren ursprünglich mit zehn Millionen Mark veranschlagt. Nach einem international ausgeschriebenen Architektenwettbewerb wurde der Entwurf des dänischen Professors Henning Larsen ausgewählt. Nach jetzigen Schätzungen werden die Baukosten bei etwa 20 Millionen Mark liegen. Die gerade mit Millionenaufwand gebaute Tiefgarage muß umgebaut und in ihrer Statik verstärkt werden. Fördermittel beim Land Baden-Württemberg wurden zum Bau beantragt.

Baurechtsamt nach Gaildorf?
Gaildorf. Gaildorfs Bürgermeister Kurt Engel und Oberrots Bürgermeister Werner Strack sind in Überlegungen, das Baurechtsamt vom Landkreis weg zum Verbandsbauamt nach Gaildorf zu holen. Doch die Selbständigkeit hätte ihren Preis. Man müsste eine kompetente und deshalb nicht gerade billige Fachkraft vom freien Markt gewinnen können. "Wenn sich alle Gemeinden einig wären, würde sich die Stadt Gaildorf der Idee aber nicht verschließen, so Bürgermeister Kurt Engel. "Mit einem 'Baurechtsamt Limpurger Land' wären im Alltag die Dienstwege kürzer, Projekte würden problemloser umsetzbar sein". Fichtenbergs Bürgermeister Miola "Grundsätzlich würde man in Gaildorf sicher bürgernähere Entscheidungen treffen können, als derzeit von Hall aus". Nur Sulzbach-Laufens Bürgermeister Heinrich Krockenberger erteilt der Idee grundsätzlich eine Absage: "Wir sind nicht daran interessiert".
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Mittwoch 30.12.1998

Karl Östreicher tot
Ehringshausen. Karl Östreicher ist tot. Er starb 67jährig in der nacht zum Dienstag im Künzelsauer Kreiskrankenhaus. Schon seit langem war der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete krank. Seine Krankheit war es auch gewesen, die den Landwirt aus Ehringshausen (nahe Blaufelden) aus der politik gedrängt hat. 17 Jahre lang hatte Östreicher sich für die Belange aller Hohenloher im Stuttgarter Landtag eingesetzt und Hohenlohe verdankt ihm mehr als jedem anderen Politiker. Ministerpräsident Erwin Teufel wandte sich mit einem Kondolenzschreiben gestern an Östreichers Gattin Irmgard und betrauerte den "Verlust für Hohenlohe und das ganze Land" Östreicher war CDU Landtagsabgeordneter bis 1995 Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes, das ihm 1983 und 1990 gleich zweimal verliehen wurde.

Viertel Million Schaden
Schwäbisch Hall. Mindestens eine Viertel Million Sachschaden entstand beim Brand in einer Tiefgarage im Haller Teurershof am vergangenen Wochenende. Neben Hilfsgütern des Vereines M.U.T., die dort für einen Transport nach Rumänien gelagert waren, wurden auch zahlreiche Fahrzeuge und die Betonkonstruktion des Hauses selbst beschädigt.Ein Statiker wurde hinzugezogen, der das die Sicherheit des über der Tiefgarage liegenden Gebäudes prüfen wird. Dort ist eine Außenwohngruppe des Behinderten-Heimes Schöneck untergebracht. Die Bewohner konnten vor dem Brand rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Brandstiftung wird nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht ausgeschlossen. der Brandherd lag im Bereich der gelagerten Spendengüter

Umweltpreise für Unternehmen
Gaisbach/Forchtenberg. Die Firmenzentrale der Adolf Würth GmbH in Künzelsau-Gaisbach und die Firma Richard Henkel in Forchtenberg werden eine Anerkennung im Umweltwettbewerb für Unternehmen des baden-württembergischen Umweltministeriums erhalten. Die ersten Preise gingen an die August Faller KG in Waldkirch und an die Naturwarenhandelsfirma pax an in Engstingen. Der Wettbewerb mit der mittlerweile begehrten Auszeichnung wurde schon zum sechsten Mal ausgeschrieben. Bewertet werden ökologisch vorbildliche Leistungen der Unternehmen im Sinne einer ganzheitlichen betrieblichen Unternehmensführung. Die Preisträger wurden zwar schon jetzt benannt, die Preise selbst werden allerdings erst am 2. Februar im Stuttgarter Haus der Wirtschaft in einer kleinen Feierstunde übergeben.

Noch ein Tag Zeit
Schwäbisch Hall. Morgen ist Einsendeschluß beim Malwettbewerb der Telekom. "Zeitzeich(n)en" hieß das Motto der Bilder, die auch noch am 31. Dezember bei der Telekom-Niederlassung in den Herrenäckern in Schwäbisch Hall oder bei den T-Punkten in der Region abgegeben werden können. Wie die meisten Institutionen ist allerdings auch die Telekom ein Jahr zu früh mit dem Thema : "Das zweite Jahrtausend geht - Du zeichnest, was bleibt", mit dem sie sich an Schüler und Jugendliche gewandt hat. Auch das zweite Jahrtausend hat schließlich ein Anrecht auf sein tausendstes Jahr und Jahrtausendwechsel ist erst vom Jahr 2000 auf 2001. Aber wenn alle falsch feiern, warum nicht auch die Haller Telekom. Gezeichnete und gemalte Ideen zu besonders beeindruckenden Personen, zu herausragenden Ereignissen erwartet die Telekom, Dinge an die man sich auch im kommenden Jahrtausend erinnern wird. Das Siegerbild wird auf der Titelseite des nächsten Telefonbuches der Region veröffentlicht. Außerdem gibt es Preise für die zweiten und dritten Sieger sowie Gruppenpreise für Schulklassen.

Neue Post-Agenturen
Rot am See/Schwäbisch Hall. Die Postfiliale in Rot am See hat geschlossen, seit gestern ist offiziell eine Postagentur im örtlichen Schreibwarengeschäft Ansprechpartner aller Postkunden. Auch im Schwäbisch Haller Teurershof hat ab heute eine neue Postagentur geöffnet. Dort können Kunden ihre Postgeschäfte in einem Supermarkt abwickeln. Auch in Untergröningen im Kochertal wird im kommenden Jahr eine Post-Agentur öffnen. Dort gibt es allerdings drei Bewerber und die Post hat noch nicht entschieden, wer die Agentur erhalten wird.

3000 für Leistungsschau
Hohenlohe/Stuttgart. Auch künftig werden Leistungsschauen in Gemeinden des Landes gefördert. Das teilte jetzt der in Rot am See beheimatete Vize des Stuttgarter Landesgewerbeamtes und Leiter der Abteilung Mittelstand Dr Friedrich Bullinger mit. Förderung von Handels- und Gewerbevereinen die eine Leistungsschau organisieren ist allerdings nur möglich, wenn mit der Leistungsschau auch eine Fortbildungsveranstaltung für die teilnehmenden Handwerker und Gewerbetreibenden zu einem aktuellen Thema angeboten wird. Der Fördersatz bleibt wie bisher bei 3000 Mark. Bei Leistungsschauen mit Europabezug gibt es gar 4500 Mark. Die Förderanträge für 1999 müssen bis zum 15. März gestellt sein. In der Region hatte insbesondere der Bund der Selbständigen aus Gerabronn gegen die vom Landesrechnungshof geforderte Einstellung der Förderung protestiert.

Urteil bestätigt
Schnelldorf/Crailsheim. Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen eine lebenslange Freiheitsstrafe der Schnelldorfer Ärztin Ruth Meyer verworfen. Damit ist das Urteil des Ansbacher Landgerichtes vom Juni rechtskräftig. Die 45jährige Ärztin war wegen Mordes an einem Crailsheimer und Anstiftung zu weiteren Morden verurteilt worden. Nach 10 Jahren Haft, so verfügte das Gericht, werde die Frau in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht.

40.000 gesammelt
Hohenlohe. Die Mitarbeiter der Hohenloher Bürkert-Werke in Ingelfingen, Öhringen und Gerabronn haben auch in diesem Jahr vor Weihnachten wieder gesammelt. 40 Tsd kamen in diesem Jahr zusammen. Seit 13 Jahren wird das gesammelte Geld regelmäßig der Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" von Karl-Heinz Böhm gespendet. Insgesamt 420 Tsd Mark seither. In diesem Jahr wurden vom Spendengeld 15 Tsd Mark abgezweigt und der evangelischen Kindernothilfe Honduras übergeben, die versucht die Not nach dem verheerenden Hurrikan 'Mitch' vom Oktober zu lindern.

Eigene Stadtwerke?
Öhringen. Im Hohenlohischen Öhringen gibt es Überlegungen in Richtung der Gründung eigener Stadtwerke. Unter dem Titel "Technische Werke" zusammengefasst stehen beim Gemeinderat Entscheidungen an, die Sanierung des Hallen- und des Freibades zu organisieren, ebenso die des Blockheizwerkes beim Feuerwehrmagazin, das bislang über eine Gas-Motor-Wärmepumpenanlage eine ganze Reihe von öffentlichen und privaten Gebäuden mit Wärme versorgt. Wird das Heizwerk zu einem Kraft-Wärme gekoppelten Heizkraftwerk umgebaut und produziert künftig auch Strom? Schon jetzt sind die nominell 14 Mio Mark an Aktien an der öffentlichen Energieversorgung Baden-Württemberg EnBW, die von der Stadt Öhringen gehalten werden, der Stadtbusbetrieb und Wasserwerke in einer städtischen Betriebsgesellschaft zusammengefasst. Wenn die Bäder und das dann sanierte Blockheizkraftwerk mit der ersten städtischen Eigenproduktion an Strom ebenfalls in diese Betriebsgesellschaft eingebracht werden, könnte dies die Keimzelle eigener Öhringer Stadtwerke sein. Der Konzessionsvertrag von Öhringen mit der EnBW läuft noch bis zum Jahr 2008.
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Donnerstag 31.12.1998

Brandursache geklärt
Schwäbisch Hall. Zwei zündelnde Buben waren ursächlich am Ausbruch des Brandes in Schwäbisch Hall-Teurershof beteiligt. Mindestens eine Viertel Million Sachschaden war bei dem Brand entstanden. Neben einigen Fahrzeugen verbrannten auch in der Tiefgarage am vergangenen Wochenende auch alle für einen Transport nach Rumänien des Vereines M.U.T. dort bereitgestellten Hilfsgüter. Beschädigt wurde durch das Feuer auch die Betonkonstruktion des Hauses über der Tiefgarage. Ein Statiker wurde hinzugezogen, der die Sicherheit des Gebäudes prüfen wird. Die Ermittlungen gehen weiter.

Räuber gefasst
Waldenburg. Fast zwei Jahre auf der Flucht war ein Mann, der u.a. auch in Waldenburg im Hohenlohekreis die dortige Bank überfallen hatte. Jetzt konnte der 24jährige aufgrund einer Fahndung in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" in einem Dortmunder Hotel festgenommen werden. Der 24jährige, der immer eine schussbereite Waffe bei sich trug, feuerte dabei neun Schüsse ab. Mittlerweile hat er die ihm zur Last gelegten Taten gestanden. Neben dem Waldenburger Banküberfall vom 9. Januar 1997 auch Überfälle in Friedrichshafen, Meckenbeuren und Rottweil.

1,2 Mio freigegeben
Gerabronn. Noch kurz vor Schluß des Jahres hat Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring 16 Mio Mark Fördermittel für ein Ergänzungsprogramm zur Städte-Erneuerung freigegeben. Profitieren wird davon auch das Hohenlohische Gerabronn. Gerabronn beteiligt sich als Modellgemeinde an einem Städtebaukongress der baden-württembergischen Bausparkassen, bei dem es um Sanierung und Nutzung von innerstädtischen "Brachflächen" geht. Gerabronn bekam von den Bausparkassen die Kosten für einen Architektenwettbewerb geschenkt, der die Sanierung der alten "Lagerland"-Flächen zum Ziel hatte. Dort sollen bis zu 95 Wohnungen entstehen, die nun mit 1,2 Mio Mark aus dem Ergänzungsprogramm gefördert werden.

Große Verdienste
Stuttgart/Ehringshausen. "Der unermüdliche Einsatz von Karl Östreicher für die Landwirte war beeindruckend und sein Tod bedeutet einen schweren Verlust ". So Landwirtschaftsministerin Gerdi Staiblin in ihrem Kondolenzschreiben an die Familie des ehemaligen Landtagsabgeordneten. Der 67jährige Karl Östreicher war in der Nacht zum Dienstag im Künzelsauer Kreiskrankenhaus einem langwierigen Leiden erlegen. 17 Jahre lang, bis in seine Krankheit 1995 zwang von einer weiteren Kandidatur abzusehen, hatte der Landwirt aus Ehringshausen als CDU-Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises vor allem die Struktur- und Agrarpolitik des Landes Baden-Württemberg entscheidend mitgestaltet. War er doch zuletzt der einzig noch praktizierende Landwirt im Stuttgarter Parlament. Durch die bodenständige Verwurzelung in seiner Hohenloher Heimat, so die Landwirtschaftsministerin jetzt in ihrem Kondolenzschreiben, habe sich Karl Österreicher zu einem wichtigen Ratgeber bei vielen politischen Entscheidungen gemacht und sich "große Verdienste um Landwirtschaft und den Ländlichen Raum" erworben

Besonnenes Verhalten
Untermünkheim-Kupfer. Nur durch das besonnene Verhalten der Wohnungsinhaber wurde größerer Schaden vermieden, als es gestern früh um 4.45 in einer Wohnung in Untermünkheim-Kupfer brannte. Durch Brandgeruch geweckt entdeckten sie ihre brennende Sitzecke und brennende Vorhänge im Wohnzimmer. Während die Frau die Feuerwehr alarmierte, konnte der Hausherr das Feuer mit einem Handlöscher eindämmen und löschen. Die herbeigeeilte Feuerwehr brauchte nicht mehr einzugreifen. Doch war ein Sachschaden von immerhin rund 15 Tsd Mark entstanden. verletzt wurde niemand. Erste Ermittlungen deuten auf einen Schwelbrand hin, der nach dem Ausblasen der Kerzen im Bereich einer Weihnachtspyramide entstanden war und Stunden später erst zum offenen Feuer wurde.

Im Kinderwagen versteckt
Schwäbisch Hall. Obwohl sie sich besonders clever vorkamen, wurden jetzt ein Mann und eine junge Frau in einem Einkaufsmarkt beim Diebstahl erwischt. Sie hatten einen Virdeorekorder gestohlen und in einem Kinderwagen unter dem Kleinkind versteckt. So hatten sie versucht die Kasse zu passieren. Doch sie waren beobachtet worden und wurden vom Hausdetektiv bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Anzeige folgt.

Kein Gülle-Verbot
Hohenlohe. Nicht der Kalender, sondern die äußeren Umstände wie Wetter, Befahrbarkeit und Aufnahmefähigkeit des Bodens seien maßgebend für die Ausbringung von Gülle. Darüber könne aber weder ein Beamter vom Schreibtisch aus, noch eine starre Gesetzesregelung entscheiden, sondern einzig und allein der Landwirt. Hohenloher Bauern fordern deshalb die Abschaffung des derzeitigen Ausbringeverbotes von Gülle zwischen 15. November und 15. Januar. Daß die Bauern in diesem Jahr besonders heftig gegen die Gülleverordnung protestieren, hat seine Ursache in der schlechten Witterung im Herbst. Die machte ein Ausbringen innerhalb der erlaubten Zeit unmöglich und viele Gülletanks auf den Höfen sind so voll, daß die Bauern nicht wissen wohin mit dem 'Segen'. Die Behörden hatten zwar Anfang Dezember Ausnahmegenehmigungen angeboten. Doch das bürokratische Verfahren ist den Landwirten schlicht zuviel.

Bahnhofsgelände gekauft
Künzelsau. Die Stadt Künzelsau hat kurz vor Jahresende 1998 noch das Bahnhofsgelände in der Stadt von der Deutschen Bundesbahn erworben. 1988 war der letzte Zug aus dem Bahnhof abgefahren. Die Gleisanlagen mit einer Länge von rund acht Kilometern und das gesamte Bahnhofsareal ergeben ein neu verplanbares Gelände von 12,8 Hektar. Geplant wurde in Künzelsau schon lange. Es soll eine neue Straße, die sogenannte B19-Querspange entstehen, durch die die Innenstadt von Künzelsau entlastet wird. 3,35 Mio Mark bezahlt die Stadt Künzelsau an die Bahn. Das Querspangenprojekt, das damit in greifbare Nähe rückt, wird nach heutigen Kosten weitere fünf Mio Mark verschlingen.

84jähriger getötet
Tauberbischofsheim. Ein 84jähriger Fußgänger wurde am Mittwoch in Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis von einem Auto erfaßt und tödlich verletzt. Der Mann wollte nach Auskunft der Polizei die B27 zu Fuß überqueren. Dabei übersah er vermutlich das Fahrzeug. Der 84jährige wurde bei dem Unglück so schwer verletzt, daß er in der Nacht zu Silvester im Krankenhaus verstarb.

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Extra 1:

Mittwoch 23.12.1998

Asylbewerber/ Betreuung neu aufgeteilt
Gleiche Betreuung mit weniger Kräften?
Statt 11 Sozialbetreuern künftig nur noch 6,7 Stellen

Zum 1. Januar wird die Betreuung der Asylbewerber in den Sammelunterkünften anders laufen. Manches ist Kosmetik: Sammelunterkünfte heißen künftig Gemeinschaftsunterkünfte, amtsdeutsch natürlich GUK abgekürzt, anderes bringt greifbare und sichtbare Veränderungen: so die Änderung der Zuständigkeit und der Finanzierung und die deutliche Reduzierung des Betreungspersonals.

Vier Leute hat das Landratsamt neu eingestellt, sieben musste die AWO entlassen. Bislang lag nämlich die sogenannte soziale Betreuung der Asylbewerber in den Sammelunterkünften in Händen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und in deren Auftrag betreute die Arbeiterwohlfahrt die Asylbewerber mit 11 Leuten. Zwar wußten die Sozialarbeiter, daß ihre Stellen nicht von Dauer waren, meist waren sie auch nur mit Zeitverträgen angestellt, doch ursprünglich ging man von einem anderen Datum aus. Bis zum 30. Juni 2000 laufen die Mietverträge der Gemeinschaftsunterkünfte. Nun hatte das Land die Leitung der Sammelunterkünfte zum April 98 aber an das Landratsamt abgegeben. Und im neuen Asylbewerberbetreuungsgesetz steht als Zuständigkeit für die Betreuung ebenfalls die Landkreisverwaltung. Doch dort muß man sparen. Ganze 1048 Mark je vorgehaltenem Asylbewerberplatz gibt es pro Jahr vom Land als Ersatz. Und dieses Geld reicht für gerade mal 6,7 Stellen in der Betreung. Beim Landkreis war man auch der Auffassung und ist immer noch der Hoffnung, dies sei ausreichend. Schließlich sollten ja die Zahlen der Asylbewerber zurückgehen. Das taten sie zunächst auch, da es vom Land keine weiteren Zuweisungen gab. Schließlich war der Landkreis Hall mit zwei Sammelunterkünften und insgesamt fast 1000 Asylbewerbern in Hall und Crailsheim mehr als belastet. Doch zum Jahreswechsel stagnieren die Zahlen. Kein weiterer Rückgang. Im Gegenteil: im Herbst gab es neue Zuweisungen. So müssen gegenwärtig 508 in Crailsheim und 247 Asylbewerber in Hall betreut werden. Wie diese Betreuung mit 6,7 Planstellen satt bisher elf in der Praxis aussehen soll, das hat man theoretisch bis in die Einzelheiten geklärt. Wie das aber in der Realität läuft, wird sich erst zeigen.Offizielle –bergabe ist am 4. Januar. Vier Leute hat das Landratsamt neu eingestellt, zwei Personen aus dem gehobenen bzw. mittleren Dienst und zwei Verwaltungsangestellte, für die 'Sekretariats'-Aufgaben. Diese vier sollen sich um die Informationen über Rechte und Pflichten kümmern, um den amtlichen Teil der Unterbringung sozusagen, und um all die daraus resultierenden Probleme eines Asylbewerbers. Daneben soll es Hilfestellung geben im täglichen Leben bei Erkrankung, bei Sprachproblemen, Schulbesuch der Kinder, möglicher Berufsausbildung, bei Kontakten mit Anwälten und ähnlichem. Auch alle Angaben über den Stand eines Asylverfahrens laufen bei diesen vier Betreuern zusammen. Die AWO übernimmt für den Landkreis mit 2,7 Planstellen, d.h. drei Leuten die sogenannte soziale Betreuung. Das sind dann die tatsächlichen Hilfen im täglichen Leben, Hilfe bei psychischen Problemen, die bei Flucht und Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften schon auftreten, Hilfe bei individuellen Notlagen, bei Gebrechlichkeit, bei Sucht oder gar bei Straffälligkeit. Und die ereilt einen Asylbewerber schon, wenn er nichts anderes macht, als Freunde oder Familienangehörige in einem Nachbarkreis zu besuchen. –berschreiten der Landkreisgrenze ist für einen Asylbewerber eine Straftat. Familienberatung, Ehe- und Konfliktberatung stehen im Betreungskatalog der AWO, die schwierige Problematik eine Lebensperspektive für die Asylbewerber zu erarbeiten, Betreuung von Kindern und Jugendlichen und auch Informationen über Hygiene, Gesundheitsfürsorge und Ernährung. Voraussichtlich ab Februar übernimmt der Landkreis bei der Essensausgabe auch ein System, das sich in anderen Unterkünften bereits bewährt: das sogenannte Shop-System. Allen Asylbewerbern werden danach eine bestimmte Anzahl von 'Punkten' pro Woche zugeteilt. Statt gleichen Lebensmittelpaketen für alle werden die Waren dann in Regalen wie in einem Laden aufgereiht und mit einem bestimmten Punktewert versehen. So können die Leute sich nach ihrem eigenen Bedarf verpflegen. Für diese 'Lebensbversorgung' der Asylbewerber bekommt der Landkreis 4920 Mark pro Person und Jahr vom eigentlich dafür zuständigen Land ersetzt. Das sind etwa 1800 Mark zuwenig, wie man aus Modellrechnungen weiß. Diese 1800 Mark zahlt der Kreis aus der Sozialkasse. Nicht ausreichend sind auch die 1140 Mark, die der Landkreis pro Asylbewerbeplatz für die Verwaltung der GUK, also die Miete und den Unterhalt der Gebäude sowie die Bezahlung des Gemeinschaftsunterkunfts-Leiters (GUKL) und seiner Leute aus der Hausverwaltung bekommt. Da fällt es angenehm auf, daß der Landkreis die 1048 Mark für die Betreuung trotz des Personalverhältnisses 4 zu 2,7 mit der AWO hälftig aufteilt. "Sozialarbeiter sind schließlich teurer als Verwaltungsangestellte", so dazu Gerhard Bauer, der Erste Landesbeamte im Haller Landratsamt. Doch die drei Leute von der AWO werden trotz der 'besseren Bezahlung' schnell an ihre Grenzen stoßen. Ohne ehrenamtliche Helfer von Freundeskreisen oder privaten Kontaktpersonen einzelner Asylbewerber wird es kaum gehen, neben all den Aufgaben auch noch eine Teestube, ein Erzählcafe für Frauen, Freizeitgruppen mit Kindern, Sportveranstaltungen und vieles mehr zu organisieren, was eigentlich ja gewünscht wird. Erschwert wird dies zusätzlich durch eine an sich begrüßenswerte Bestrebung des Landkreises: Die Verlegung der Asylbewerber in kleinere, überschaubarere Einheiten. Die Tage der großen Sammelunterkünfte sind gezählt. Die Verträge laufen, wie gesagt zum 30. Juni 2000 aus. Mit der Stadt Gaildorf will der Landkreis eine Vereinbarung treffen, die bisherige kommunale Unterkunft für 40 Bewerber samt Personalstand in die Regie des Kreises zu übernehmen. Andere kommunale Einrichtungen in Schwäbisch Hall und Mainhardt werden ebenfalls schon mitbetreut. Weitere Liegenschaften für Belegungszahlen ab 40 Personen aufwärts werden gesucht. Die Betreuung aber wird durch verschiedene Standorte erschwer, so AWO-Sozialarbeiter Walter Bayerlein, der jetzt seinen 'Amts'sitz nach Crailsheim verlegen muß.. Das könnte dann möglicherweise doch wieder dazu führen, daß man mehr als nur 2,7 Planstellen dafür benötigt. Und wer weiß heute schon, ob nicht morgen die Zahl von Asylbewerbern doch wieder steigt. .

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Montag 28.12.1998
Landwirtschaft
Boeuf de Hohenlohe
Was die Pariser einst schätzten, kommt wieder auf den Markt

Der Markenname ist geschützt, die GmbH gleichen Namens ist gegründet, die geschützte Ursprungsbezeichnung bei der Europäischen Union ist beantragt, die Erzeugergemeinschaft gründet sich Anfang Januar und die Vertriebeswege über die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall mit Sitz in Wolpertshausen sind gesichert: 'Boeuf de Hohenlohe' kommt wieder.

Geboren wurde die Idee in verschiedenen Köpfen. Jetzt wurden die Vorstellungen mit einer Vereinbarung zwischen der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und dem Haller Kreisbauernverband zusammengeführt. Bauern aus Hohenlohe trieben früher ihr Vieh bis nach Paris, wo man das gute Rindfleisch aus Hohenlohe schätzte und den Begriff 'Boeuf de Hohenlohe' im vergangenen Jahrhundert prägte. Was damals als regionale Spezialität galt, soll wieder dazu werden. Nach festgelegten Kriterien, vergleichbar denen beim Schwäbisch Hällischen Schwein, werden nun auch Rinder aus Hohenlohe erzeugt und vermarktet. Nur Tiere der Rassen Limpurger, Fleckvieh und Fränkisches Gelbvieh sind bei den Muttertieren, Limousine-Fleischrinder bei den Vatertieren zusätzlich gestattet. Großgezogen werden die Tiere ganz traditionell: historisch traditionell als Weiderinder mit Wintermast. Ein zweiter Aspekt ist hier besonders wichtig. Immer mehr Bauern geben - auch in Hohenlohe Bauernland - ihre Landwirtschaft auf. Viele schwer zu bewirtschaftende Flächen würden brach liegen. So aber besteht auch die Möglichkeit die Hang- und Talflächen der Hohenloher Flusstäler zusammenhängend als Weideland zu nutzen. Unterstützt wird das Projekt 'Boeuf de Hohenlohe' dabei von der universitären Forschungs- und Projektgruppe Kulturlandschaft Hohenlohe, die in diesem Jahr in berlichingen ihr Forschungsbüro bezogen hat. Und auch das Grasland entlang der Ellwanger Berge und im Limpurer Land, auf dem die Milchviehwirtschaft allein immer weniger einträglich ist, bekommt so eine neue Chance. "Das", so Helmut Bleher Geschäftsführer beim Kreisbauernverband Hall, "kommt unseren Bauernfamilien entgegen. Das, was man mit dem Schlagwort `bäuerliche Landwirtschaft' bezeichnet, die im Vergleich mit anderen Ländern kleinräumige Bewirtschaftung des Bodens, das wird gestärkt und bekommt neue Verdienstmöglichkeiten." Voraussetzung ist natürlich, dass die Tiere, dass das Fleisch auch vermarktet werden kann. Und hier kommt die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft ins Spiel. Ihr Gründer Rudolf Bühler hat mit dem Schwäbisch Hällischen Schwein ja bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt. Qualität, insbesondere garantierte Qualität auf gesicherten und kontrollierbaren Vermarktungswegen findet im gehobenen Sektor durchaus Abnehmer. Rund 140 Vertragsmetzgereien gibt es beim Schwein. Dazu rund 90 Gastronomen und den weitbekannten und gerühmten Hotel- und Gaststättenservice Rungis-Express. Und diese Verbindungen wird man auch beim 'Boeuf de Hohenlohe' nutzen. So schließt sich dann der Kreis wieder: Erzeugung in Hohenloher Weidehaltung bei Mitgliedern einer Erzeugergemeinschaft, Schlachtung nur am Haller Schlachthof oder bei selbst schlachtenden, lizensierten Landmetzgern, Vermarktung nur über die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft und ihre Partner oder in Dirketvermarktung der lizensierten Landwirte. Da kann dann selbst der Kunde im fernen Paris anhand der Registrier- und Lizenznummer feststellen, von welchem Rind aus Hohenlohe sein Fleischstück, sein 'Boeuf de Hohenlohe' herkommt

 

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