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Sonntag 1.2.1998

Wahlanfechtung vor Gericht
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Voraussichtlich am 26. Februar ab 11 Uhr wird das Stuttgarter Verwaltungsgericht die Anfechtung der Schwäbisch Haller OB-Wahl vom April 1997 durch Alfred Ernst Albig aus Vellberg verhandeln. Mitkandidat Albig hatte schon die erste Haller OB-Wahl vom Dezember 96 angefochten und damit den damaligen Wahlsieger Kurt Leibrand ausd Bietigheim-Bissingen zur Aufgabe bewegt. Die dadurch notwendige Wiederholungswahl vom April 97 focht Albig erneut an mit der Begründung, zum Zeitpunkt des April-Wahlganges habe sei seine Dezember- Wahlanfechtung vom Verwaltungsgericht noch nicht abgewiesen also noch nicht rechtgültig darüber entschieden gewesen. Albig hat bereits angekündigt, er wolle jetzt durch alle rechtlichen Instanzen gehen. Hermann Josef Pelgrim ist seit seiner Wahl vor einem dreiviertel Jahr lediglich sogenannter "Amtsverweser". Er erfüllt alle Funktionen eines Verwaltungschefs in Schwäbisch Hall, hat aber nach wie vor kein Stimmrecht im Gemeinderat.

Bauernkritik
Sulzdorf. Harte Kritik der Bauernfunktionäre gab es bei der jüngsten Versammlung des Kreisbauernverbandes Schwäbisch Hall in Sulzdorf. Die Belastung der Bauernfamilien, so der Vorsitzende Wolfgang Stock, wird allmählich zur Krise der bäuerlichen Identität. Eine steigende Flut von Verordnungen führe zur bevormundung eines ganzen Berufsstandes. Als Beispiel nannte Stock die Gängelungen aus Bonn und Brüssel durch die neue Schweinehygiene-Verordnung, die aus jedem Schweinestall einen Hochsicherheitstrakt mache, Die Verantwortlichen forderte Stock auf, sich sehr schnell zur Ruhe zu setzen, bevor die Wut der Bauern sie treffe. In die gleiche Kerbe hieb der neue Präsident des Landesbauernverbandes, Gerd Hockenberger, der als Gastreferent über die sogenannte Agenda 2000 sprach. Diese Brüsseler Regelsammlung bzw. Verordnung nannte Hockenberger einen Papiertiger, der "die Bauern nicht fit macht , sondern aushungert" Zu befürchten seien steigende Verluste, Wettbewerbsverzerrungen, mehr Bürokratie, eine noch stärkere Abhängigkeit von staatlichen Zahlungen und ein Abbau des sogenannte Außenschutzes.

Sieger kommt aus Stuttgart
Vellberg. Sieger im städtebaulichen Wettbewerb, den die Stadt Vellberg ausgeschrieben hatte, ist das Planungsbüro Ege und Speidel PES aus Stuttgart. Sieben Planungsbüros waren zu dem beschränkten Wettbewerb eingeladen worden, der für die Vellberger Klarheit über die Bebauung des Gebietes Kreuzäcker/Bocksklinge bringen sollte. Es handelt sich dabei um ein insgesamt 31 Hektar großes Gelände im Westen der Markung, entlang der einstigen Straße nach Sulzdorf bis hin zur Bucher Straße, das neben Wohnbebauung auch ein Misch-, bzw. Gewerbegebiet mit eingeschränkter Gewerbenutzung vorsieht. Alle eingereichten Arbeiten des städtebaulichen wettbewerbes werden bis zum 5. Februar in der Stadthalle auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am 6. Februar entscheidet der Gemeinderat über die Vergabe eines Planungsauftrages.

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Montag 2.2.1998

Wackler neuer BM
Satteldorf. Der bisherige Gemeindekämmerer von Rot am See Kurt Wackler hat die Bürgermeisterwahl von Satteldorf gewonnen. Er konnte sich mit 58 Prozent gegen seinen Konkurrenten Reinhard Häberlein durchsetzen, der sich als Manager des Schwäbisch Haller Konversionsgebietes Dolan Barracks/Solpark qualifiziert hatte. Amtsinhaber Walter Ströbel hatte nach 16 Jahren nicht mehr für das Amt kandidiert. Eines hatte schon vor der Wahl festgestanden: der neue Satteldorfer Bürgremeister kommt aus der benachbarten Stadt Crailsheim: Häberlein ist gebürtiger Crailsheimer, Wackler wohnt im Crailsheimer Teilort Onolzheim.

Delegation aus Komi empfangen
Schwäbisch Hall. Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring hat gestern im historischen Rathaus seiner Heimatstadt Schwäbisch Hall zum zweiten mal bereits eine internationale Wirtschaftsdelegation empfangen. Waren es vor einigen Wochen Chinesen kamen am gestrigen Sonntag Russen aus der Russischen Föderations-Republik Komi und Leitung ihres stellvertretenden Präsidenten und Wirtschaftsministers Karaktschijew. Die Delegation kam zu Verhandlungen mit dem weltweit führenden Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen, der Weinig AG Tauberbischofsheim nach Baden-Württemberg. Es geht dabei um Aufträge in Höhe von 15 bis 18 Mio Mark, die bis Mittwoch unter Dach und Fach sein sollen. Danach reist die Delegation weiter nach Bayern. Mit beim Empfang auch weitere Vertreter des baden-württembergischen Industrie. So erhielten Vertreter der Oberroter Holzwerke Klenk, größter Sägewerksbetrieb in Deutschland eine Einladung im mai mit Wirtschaftsminister Döring nach Komi zu reisen.


Info: Die Republik Komi liegt 1500 bis 2000 km nordöstlich von Moskau an den nördlichen Ausläufern des Ural. Das Land ist mit 420 000 qkm um ein Viertel größer als gesamt Deutschland. Dennoch leben in dem riesigen Land nur rund 1,3 Mio Menschen. Größte Stadt und Hauptstadt ist das 230 Tsd Einwohner zählende Syktywka. 73 Prozent des Landes sind bewaldet, knapp zehn Prozent sind Tundra und weitere zehn Prozent Sumpfland. Die besiedelte, direkt von Menschen genutzte Fläche macht nur etwas mehr als ein Prozent aus. Die Föderative Republik Komi besitzt neben Holz weitere riesige Vorkommen an Naturschätzen. So könnte das Land ganz Europa etwa 300 Jahre lang mit Kohle versorgen. Daneben gibt es Öl und Erdgasvorkommen, Silber und Gold, Wolfram, Chrom, Molybdän, Bauxit und andere Metall- sowie große Diamanten-vorkommen. Komi ist eine der wenigen russischen Republiken, die einen jährlichen Überschuß erwirtschaften. Dennoch ist der Investitionsbedarf riesig. Er wird auf ca 500 Mio Mark jährlich geschätzt. Komi will in den kommenden Jahren insbesondere in seine Infrastruktur investieren. Neben der Modernisierung von Industrie und Wirtschaftsbetrieben müssen vor allem das Straßennetz und andere Transportwege gebaut und ausgebaut werden.

CDU auf Euro-Kurs
Schwäbisch Hall. Letzte der großen Parteien, die in Hohenlohe zum Neujahrsempfang lud, ist die CDU. Sie hatte als Gastreferent den Präsidenten des Europäischen Rechnungshofes Dr. Bernhard Friedmann eingeladen, der über die Notwenigkeit der Euro-Einführung im Kontext politischer Entwicklungen in Europa sprach. Die Bemühungen um eine gemeinsame Währung seien "ein Vorgang, der Europa zusammenfinanzieren, zusammenführen wird", so Friedmann. "Denn indem jedes Land gezwungen ist, die Kriterien zu erfüllen, nähert sich die Politik dieser Staaten an. Es geht um die Bündelung der Kräfte, wie sie überall in der Welt stattfindet." Der Euro sei nur der Ausdruck davon, so Friedmann, und der für alt und verkrustet gehaltene Kontinent Europa, entwickle seit Beginn der Euro-Entwicklung eine Dynamik,"um die man uns überall in der Welt beneidet." Rund 300 Zuhörer hatte Friedmann beim Neujahrsempfang im Schwäbisch Haller Neubausaal.

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Dienstag 3.2.1998

Existenzgründer-Sparen
Ilshofen/Schwäbisch Hall. Existenzgründer-Sparen, analog zum Bausparen mit Prämien und zinsverbilligten Darlehen nach Zuteilung hat der CDU Kreisverband Schwäbisch Hall jetzt vorgeschlagen. Die Prämien sollten gedrittelt Bund, Land und die Kammern bezahlen. Für solch ein Modell, so der Kreisvorsitzende und Europa-Abgeordnete Winfried Menrad, müsse man in Deutschalnd allerdings erst eine gesetzliche Grundlage schaffen. Heute abend startet die Landesregierung gemeinsam mit den Kammern eine landesweite Existenzgründer-Initiative mit einer Veranstaltung in Ilshofen im Landkreis Schwäbisch Hall

Joop verkauft
Hamburg/Künzelsau. Der Designer Wolfgang Joop will seine Modefirma verkaufen. Die Wünsche AG aus Hamburg wird als favorisierter Übernahme-Partner genannt. Vorerst keine Auswirkungen wird diese Übernahme aber auf die Produzenten der Joop-Produkte haben. Im Jeans- und Shirtbereich ist das etwa der weltbekannte Jeanshersteller Mustang aus dem hohenlohischen Künzelsau.

Spitzenpreis für Pferd
Honhardt. Einen bisher noch nie erreichten Spitzenpreis gab es jetzt bei der Pferdeauktion in Marbach. 120 Tsd Mark für seinen Württemberger Wallach "Willi" erzielte Züchter Karl Kraft aus Honhardt bei Crailsheim. Ein weiterer Wallach aus der Zucht von Helmut Jäger aus Schrozberg wechselte für 20 Tsd Mark den Besitzer.

Verleihung verschoben
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Dr. Walter Döring, Schwäbisch Haller Bürger, Funktionär im Turngau und Sportvereinsvorsitzender, FDP Kreis- und Landesvorsitzender sowie seit anderthalb Jahren Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg soll das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen. Die ursprünglich für morgen vorgesehene Verleihung mußte auf den voraussichtlich 11. März verschoben werden. Denn Ministerpräsident Teufel, der die Verleihung vornimmt, wird morgen zum ursprünglichen Feiertermin eine Regierungserklärung abgeben.

Modelprojekt noch ohne Geld
Kupferzell. Neue Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für Frauen im Ländlichen Raum, etwa Telearbeitsplätze, neue Berufe in Dienstleistung oder Tourismus,das sind die Zielsetzungen eines Modellprojektes des Landesfrauenverbandes Württemberg-Baden. Landwirtschaftsministerin Gerdi Staiblin gab gestern an der ländlichen Akademie Kupferzell den Startschuß für das von der EU mitfinanzierte Projekt, das zunächst auf das sogenannte 5b-Zielgebioet Hohenlohe beschränkt ist. Durch den vorgezogenen Start, noch bevor die EU-Gremien entschieden haben - auf den Tag genau 100 Jahre nach Gründung des ersten ländlichen Hausfrauenverbandes - weiß Ministerin Staiblin allerdings noch nicht, wieviel Zuschüsse es dafür von der EU gibt und wieviel Komplementärfinanzierung sie aus anderen Projekten ihres Ministeriums abzweigen muß. Das Modelprojekt läuft gleichzeitig auch in den Partnerregionen Hohenlohes im französischen Rhone-Alpes, in der Lombardei und in Katalonien an. Wissenschaftlich begleitet wird es von der Universität Hohenheim.

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Mittwoch 4.2.1998

100 Mio vom Wirtschaftsminister
Ilshofen. Eine gemeinsame Aktion von Wirtschaftsministerium, den Kammern und Banken zur Förderung von Existenzgründungen wurde gestern abend mit einer Auftaktveranstaltung im Parkhotel von Ilshofen gestartet. Ziel des Initiative ist, über neue Unternehmen die Zahl der Arbeitsplätze zu erhöhen. "Jeder Exiostenzgründer",so Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring, schafft im Schnitt vier Arbeitsplätze. Schon jetzt haben wir pro Jahr etwa 3500 registrierte Beratungen. Auf dieser Basis lassen sich leicht neue Arbeitsplätze im vierstellige Berecih hochrechnen." Insgesamt ist eine ganze Reihe von zehn Veranstaltungen zum Thema Existenzgründung landesweit geplant. Und das Ministerium gibt in dieser Legislaturperiode dafür rund 100 Mio Mark aus: für Zuschüsse zu den Beratungskosten, die bis zu 50 mal innerhalb von fünf Jahren durch Neugründer in Anspruch genommen werden können, aber auch für zinsverbilligungen von Darlehen oder für Venture-Capital-Fonds, die das Wirtschaftsministerium zusammen mit privaten Kapitalgesellschaften auf die Beine stellen will. Baden Württemberg insgesamt hat ein Defizit in Selbständigkeit. Die Selbständigen-Quote sollte bei 14 bis 15 Prozent liegen, liegt aber im Land bei deutlich unter zehn Prozent.

Anklage erhoben
Schwäbisch Hall/Künzelsau. Die Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall hat jetzt Anklage erhoben gegen einen Deutschen ungarischer Herkunft, der zwischen März und Juni vergangenen Jahres versucht hatte, den Schrauben-Konzern Würth in Künzelsau um einen mehrstelligen Millionenbetrag zu erpressen. Ein Grundstück sollte zum zehnfach überhöhten Preis gegenüber dem Marktwert den besitzer wechseln. Der 44jährige Bauschlosser aus Lauda-Königshofen verbrachte zwar einige Tage in Untersuchungshaft, kann aber seitdem auf Anordnung des Amtsgerichtes in Mosbach seine Gerichtsverhandlung in Freiheit abwarten. Er hatte nach einem Geständnis sich auch mehrfach bei der erpressten Fabrikantenfamilie Würth entschuldigt. Wegen räuberischer Erpressung, so der zuständige Schwäbisch Haller Oberstaatsanwalt Erhard Lägler, muß sich der Mann voraussichtlich im April vor einer Strafkammer des Landgerichtes Heilbronn verantworten.

Veranstaltungsreihe
Schwäbisch Hall.Verantwortung über das Geschäftliche hinaus Schwäbisch Hall. Eine Reihe von Symposien über das Thema Ethik in der Medizin veranstaltet die Bausparkasse Schwäbisch Hall in diesem Jahr gemeinsam mit dem Haller Diakoniewerk. Begegnungen und Gespräche heißt die Reihe, mit der die Bausparkasse nicht nur gegenüber ihren Mitarbeitern einer Verantwortlichkeit nachkommt, die über das geschäftliche hinaus sich auch auf den gesellschaftlichen Bereich bezieht. Um Gentechnik im Spannungsfeld zwischen Ethik und Machbarkeit ging es jetzt bei Dr. Hansjörg Schneider im ersten Vortrag dieser gemeinsamen Reihe mit dem Haller Diak

Landedeck in Betrieb
Schwäbisch Hall.Eingeweiht wurde das Landedeck schon im Dezember, doch bis jetzt durften die Hubschrauber auf dem Dach des Parkhauses am Schwäbisch Haller Diakonie-Krankenhaus noch nicht landen. Nun dürfen sie. Der "ganze Papierkram" ist erledigt, die Dauerlandegenehmigung für Rettungshubschrauber wurde gestern vom Regierunsgpräsidium erteilt.

Gebhardt kandidiert erneut
Mulfingen.Die Hohenloher SPD-Europaabgeordnete Evelyn Gebhardt aus Mulfingen ist von den Delegierten des Kreisverbandes Schwäbisch Hall zur erneuten Kandidatur im nächsten Jahr aufgefordert worden. Evelyn Gebhardt habe es trotz ihres großen Betreuungsgebietes, das praktisch den gesamten Nordosten Baden-Württembergs umfasst, verstanden, der Europapolitik ein Gesicht zu geben. Der Europaparteitag der SPD findet nach der Bundestagswahl im Herbst statt. Evelyn Gebhardt hat sich zur Kandidatur bereit erklärt.

Döring eröffnet Ausstellung
Schwäbisch Hall.Die in weiten Teilen der Bevölkerung verbreitete Ablehnung des Euro ist vielfach auf mangelnde Information zurückzuführen. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring wird deshalb am kommenden Freitag in Schwäbisch Hall eine Ausstellung zum Thema eröffnen. Die von seinem Ministerium, der Europäischen Kommission und dem Landesgewerbeamt konzipierte Schau wird bis zum 17. Februar während der Schalterstunden in den Räumen der Schwäbisch Haller Filiale der Deutschen Bank zu sehen sein.

Wettbewerb
Schwäbisch Hall.Start up heißt der Wettbewerb der Sparkassen-Organisation bundesweit, der Existenzgründer fördern will. Zusätzlich hat die Kreissparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim jetzt einen Gründerpreis ausgeschrieben. Die Teilnehmer müssen im Laufe des Jahre 98 oder 99 ein Unternehmen gründen und den dafür notwendigen Geschäftsplan als Wettbewerbsunterlagen einreichen. Die Preise: zwei- bis fünftausend Mark.

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Donnerstag 5.2.1998

33 neue Räte
Hohenlohe. Sechs Hohenloher sitzen im Verwaltungsrat des fusionierten Rechenzentrums Franken- Unterer Neckar: Landrat Helmut Jahn und Öhringens OB Jochen Kübler aus dem Hohenlohekreis, die Bürgermeister Klemens Iszak aus Schrozberg und Volker Schneider aus Michelbach/Bilz sowie Crailsheims OB Georg Schlenvoigt und der Erste Landesbeamte Gerhard Bauer aus dem Landkreis Schwäbisch Hall. Bei ihrer konstituierenden Sitzung beschlossen die insgesamt 33 Verwaltungsräte auch den ersten Haushalt mit einem Volumen von 28,9 Mio Mark.

Kreisdiakon geht
Schwäbisch Hall. Gottfried Loos, 18 Jahre Vorsitzender des Kreisverbandes der Diakonie und Leiter der Diakonischen Bezirksstelle in Schwäbisch Hall geht am Wochenende in den Ruhestand. Suchtberatungsstelle, ein sozialpsachiatrischer Dienst, Ehe- und Lebensberatung sowie die Schwangerschaftskonfliktberatung wurden während seiner Amtszeit ausgebaut oder erst bei der Bezirksstelle eingerichtet. Obwohl nach ursprünglicher Planung die Stelle Ende Januar ausgeschrieben und bis zum September besetzt sein sollte, ist derzeit noch kein Nachfolger für Gottfried Loos in Sicht.

Republikanerstreit: Fortsetzung
Schwäbisch Hall. Die gerichtliche Auseinandersetzung um ein Parteibüro der Republikaner in Schwäbisch Hall erfährt eine zweite Auflage. Erst Demonstrationen hatten vor einem Jahr den Hausbesitzer, einen bekannten Haller Geschäftsmann, darauf aufmerksam gemacht, wen er sich als Mieter angetan hatte. Das Ergebnis eines ersten Prozesses um eine Räumungsklage akzeptiert der Vermieter nicht. Jetzt gibt es am 4. März eine Berufungsverhandlung am Heilbronner Landgericht.

Schloß-Umbau
Michelbach/Bilz. Bereits Ende Mai soll das Ergebnis eines Architektewettbewerbs zur Umgestaltung des Schlosses von Michelbach an der Bilz feststehen. Das Aufbaugymnasium mit Internat, das die ev. Landeskirche dort betreibt soll um eine Realschule und ein Vollgymnasium zu einem kleinen Schulzentrum erweitert werden. Geplante, aber noch nicht abgesicherte Kosten des Projektes Michelbach 2000: 13 Mio Mark.

36 Prozent Vermittlungsquote
Ilshofen. 86 Langzeitarbeitslose werden derzeit bei der "Neuen Arbeit auf dem Lande" in Ilshofen beschäftigt. Vermittlungsquote in feste Jobs: 36 Prozent. Wesentlich mehr, als beim jüngst von CDU MdL Ernst Keitel gelobten Lübecker Modell. Im Programm Arbeit und Zukunft für Langszeitarbeitslose des Sozialministeriums werden die Zuschüsse künftig auch nicht mehr nach Fehlbeträgen, sondern anhand tatsächlicher Arbeitsplätze bemessen. Die diakonische Einrichtung "Neue Arbeit auf dem Lande" erwartet die Zuschußzusage für Anfang, Mitte April.

Kirchberg weiter gegen Windkraft
Kirchberg/Jagst. Die Stadt Kirchberg an der Jagst geht weiter gegen eine Windkraftanlage vor Gericht, die ein engagierte Privatmann auf seinem Grundstück am Ortsrand des Teilortes Lensiedel errichten will. Gemeinderat und Stadtverwaltung lehnen die Anlage als baulichen Wildwuchs ab, obwohl das Verwaltungsgericht eine Beeinträchtigung des Ortsbildes durch den geplanten 18m-Gittermast verneint und das Landratsamt anwiesen hatte, die Anlage zu genehmigen. (Siehe auch Archiv Jan.98)

Mit Stoff im Bauch festgenommen
Schwäbisch Hall. Nichts nützte es einem 17jährigen Sudanesen, daß er ein kleines Plastikpäckchen mit Rauschgift einfach verschluckte. Die Kripo nahm den jungen Asylbewerber fest und benachrichtigte einen Notarzt, der ihn zum Magenauspumpen ins Krankenhaus verfrachtete. Das Schwäbisch Haller Amtsgericht hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Mann erlassen, der im Verdacht steht, seit Sommer letzten Jahres einen schwunghaften Handel mit Heroin und Kokain zu betrieben zu haben.

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Freitag 6.2.1998

Arbeitslosenzahlen.
Schwäbisch Hall. IUm Bereich des Arbeitsamtes Schwäbisch Hall, mit Dienststellen in Öringen, Künzelsau, Crailsheim und Schwäbisch Hall zuständig für fast ganz Hohenlohe liegt die Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent, gemessen an den sogenannt abhängig Beschäftigten. Um Zahlen vergleichbar zu machen und etwas "zu schönen" werden von den Arbeitsämtern seit einiger Zeit auch die Quoten bezogen auf alle Erwerbstätigen angegeben, also inclusive aller Selbständigen: so berechnet liegt die Quote bei 7,3 Prozent. Das sind in absoluten Zahlen 9897 Menschen, die am Ende des Monats Januar in Hohenlohe ohne Arbeit waren, 1050 weniger als noch vor einem Jahr (9,2%). Neu gemeldet haben sich seit Jahresbeginn 1861 Arbeitslose, vor allem aus den Branchen Sozial- und Erziehungsberufe (+20), Handel (+30) sowie Hauswirtschaft und Reinigungsberufe (+80). Weniger Arbeitslose gab es in Fertigungsberufen(-750), Metall- und Elektro (-350) und Bauberufe (-80). 17,8 Prozent aller Arbeitslosen in Hohenlohe sind 55 oder älter, 13,3 Prozent jünger als 25 Jahre. 47,7 Prozent aller Arbeitslosen sind Frauen, 12,1 Prozent suchen lediglich eine Teilzeitarbeit. 1343 oder 13,5 Prozent aller Hohenloher Arbeitslosen sind Aussiedler, die zuvor noch nicht hier erwerbstätig waren, 14,8 Prozent sind Ausländer und insgesamt 29,5 Prozent sind länger als ein Jahr arbeitslos und zählen damit zu den sogenannten Langzeitarbeitslosen. In dieser zuletzt genannten Gruppe gibt es so gut wie keine Bewegung. Konstant über das gesamte vergangene Jahr liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Bereich des Arbeitsamtes Schwäbisch Hall bei rund 2900. Dem Haller Arbeitsamt waren Ende Januar 1363 offene Stellen gemeldet, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings sind nahezu ein Viertel davon nur befristete Stellen in der Land- und Forstwirtschaft. Vermitteln konnte das Amt seit Jahresbeginn 303 Menschen. Und die Zahl der Kurzarbeiter lag um 16,5 Prozent unter dem Vorjahr

Geringste Quote
Hohenlohekreis. Künzelsau hat die niedrigste Arbeitslosenquote in der Region Franken. Nur 7,0 Prozent, das sind 1435 Menschen waren dort arbeitslos. Der gesamte Hohenlohekreis hat sich nach Zeiten des Gleichstandes mit dem Landkreis Schwäbisch Hall bei den Arbeitslosenquoten wieder deutlich abgesetzt. und steht rund ein Prozent besser da. Künzelsau ist damit landesweit unter den Spitzenreitern zu finden.

Doch Zustimmung zum Kreishaushalt?
Schwäbisch Hall. Der Landkreis Hall hat seinen Finanzbedarf auf 35 Prozent Kreisulage gesenkt und hofft mit diesem Entgegenkommen die Zustimmung von CDU und Teilen der Freien zum Haushalt 98 zu bekommen: so vorgestellt in einer nichtöffentlichen Finanzausschuß-Sitzung. Möglich werden soll dieses Kuststück durch erneuten Tilgungsaufschub, durch Verschieben von Maßnahmen der Sickerwasserbehandlung und Kürzungen bzw. Mehreinnahmen im Bereich Jugendhilfe

Zukunftsgemeinden
Schwäbisch Hall. Rund 100 Städte und Gemeinden aller Größen sind an der Gründung eines Netzwerkes unter dem Titel Gemeinden der Zukunft" beteiligt, darunter auch die Stadt Schwäbisch Hall. OB Herman Josef Pelgrim und der neue Leiter des Hauptamtes Rainer Wunderlich sind zu einem Gründungssymposium nach Gütersloh gereist. Das Netzwerk "Gemeinden der Zukunft" wird getragen von der Bertelsmann Stiftung, der Hans-Böckl-Stiftung und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle KGS. Ziel des Netzwerkes ist es, Reformbemühungen der Verwaltungen vor Ort zu unterstützen.

Wohnhaus brannte
Schwäbisch Hall. 250 Tsd Mark Sachschaden entstand heute morgen, als in Schwäbisch Hall Weckrieden ein Haus ein Raub der Flammen wurde. Fünf Erwachsene, zwei Kinder und ein Hund konnten sich unverletzt ins Freie retten. Gegen halb sieben war die Haller Wehr alarmiert worden. Sie schickte 38 Mann in den Einsatz gegen die Flammen. Sie konnten ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindern und hatten nach etwa einer Stunde das Feuer gelöscht. Ausgebrochen war der Brand vermutlich im Treppenhaus. Die Kripo hat zur Ermittlung der Ursache einen Sachverständigen hinzugezogen, der die Brandursache in der elektrischen Zuleitung zu einem Warmwasserboiler ortete..

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Samstag 7.2.1998

Pferdemarkt
Gaildorf. Mit einer landwirtschaflichen Ausstellung beim Hallengelände und am Abend einer Podiumsdiskussion in der Körhalle zum Thema Hufbeschlag und Hufpflege begann gestern der 62. Gaildorfer Pferdemarkt. Heute geht es weiter mit einer Fachingsveranstaltung. Am Sonntag gibt es die Hengstpräsentation und einen Reitpferdeverkauf in der Reithalle. Am Montag, dem Haupttag des Gaildorfer Pferdemarktes werden rund 150 Pferde prämiert, der Bürgermeister von Gaildorf lädt zu einem "politischen Faschings-Empfang" ins Schloß und zum Krämermarkt und Festumzug strömen rund 25 Tsd Besucher in die Stadt.

Tauben-und Geflügelmarkt
Mulfingen. Ein Großereignis im Jagsttal ist seit heute früh der der Tauben- und Geflügelmarkt, der in diesem jahr zum 94. Mal stattfindet. Das liebe Federvieh und andere Kleintiere sind zwar am Vormittag die Stars. Ab 13:30 Uhr sind es die Teilnehmer des Festzuges, der wie immer den Charakter eines Faschingsumzuges mit vielen Kapellen, und Themenwagen hat. Aufs Korn genommen werden lokale Ereignisse wie die große Politik.

Solarenergieprojekt
Heilbronn. Die Solarinitiative, ein zwei Jahre alter Heilbronner Verein aus Gemeinden, Firmen, Verbänden und Einzelpersonen hat Halls (Noch-)Baubürgermeister Klaus Grabbe zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt Solarenergie ideel aber auch praktisch zu fördern. Haupt-idee: eine große Photovoltaik-Anlage, an der sich verschiedene Geldgeber beteiligen sollen, die auf dem Dach der Audi-Werke in Neckarsulm installiert werden soll. Kostenpunkt: rund vier Mio Mark. Der neue Vorsitzende Klaus Grabbe wird, wenn alles wie geplant läuft, am 19. März zum neuen Ersten Bürgermeister der Stadt Neckarsulm gewählt.

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Sonntag 8.2.1998

FDP Landeshauptausschuß tagte
Crailsheim. Der Landeshauptausschuß der Freien Demokraten, höchstes Gremium der Südwestliberalen zwischen den Parteitagen, tagte gestern in Crailsheim. Mittelstand - Motor unserer Wirtschaft, so das Oberthema der Veranstaltung und Vorsitz von MdB Dr. Helmut Hausmann. Die Referate hielten Wirtschaftsminister Dr Walter Döring, Bundesausßenminister Dr. Klaus Kinkel und der Hohenloher Vorzeige-Unternehmer Reinhold Würth. Passend zum Thema fand die Versammlung bei einem typischen Mittelständischen Betrieb statt, im Casino der Gerhard Schubert GmbH

Biodiesel für Hall
Schwäbisch Hall. Ab März wird es an der Schwäbisch Haller Avia Tankstelle an der Friedensbrücke sogenannten Bio-Diesel geben. Der Treibstoff aus verestertem Rapsöl, das unter anderem bei der Blaufeldener GEOGE produziert wird, gilt als umweltfreundlich, da nicht mehr CO2-Abgase produziert werden als zuvor von den Pflanzen aus der Luft entnommen wurden. Nachdem die TESSOL schon seit einiger Zeit Vertriebspartner der GEOGE ist, öffnet sie die Biodiesel-Tankstelle auf die Bemühungen eines Haller Öko-Unternehmers hin, der sich neben Solaranlagen auch für regenerative Energien insgesamt einsetzt. Auch die Stadt Schwäbisch Hall hat ihr Interesse an Biodiesel bekundet und will künftig bestimmte städtische Fahrzeuge damit betanken lassen. Biodiesel ist für die meisten Dieselmotoren auch in Pkw geeignet. Eventuell müssen Gummi- Kunststoff und lackierte Teile, die mit dem Kraftsstoff in Berührung geraten, häufiger ausgetauscht werden.

Prostitution:Keine Ausnahmeregelung
Schwäbisch Hall. Die von Teilen der CDU-Gemeinderatsfraktion gewünschte Ausnahmeregelung durch die Landesregierung bezüglich der Ablehnung von Prostitution wird es nicht geben. Die Stadt hatte auf Antrag der CDU angefragt, ob für Schwäbisch Hall die landesweite Regelung einer 35 Tsd Einwohner-Grenze zugunsten der bundesgesetzlichen Regelung 50 Tsd Einwohner als Ausnahme aufgehoben werden könne. Dies hat das Regierungspräsidium ausdrücklich verneint. Man wolle eine landesweite Diskussion zu diesem Thema vermeiden. Der CDU Stadtverband will dennoch aus Gründen eines sogenannten "öffentliche Anstandes" auf Erlaß einer Verordnung dränegn, die Prostitution im gesamten Stadtgebiet verbietet.

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Montag 9.2.1998

BdS Bundes-Sozialausschuss tagte
Ilshofen. Wie Parteien so haben auch berufsständische Vereinigungen ihre Fachausschüsse. Der Bundes-Sozialausschuß des Bundes der Selbständigen, zu dessen Mitgliedern auch der Hohenloher Unternehmer Klaus Dieter Rupp aus Rot am See gehört, tagte jetzt in Ilshofen. Vorsitzender Heinrich Dittmann:"Wir sind nicht dafür da, Sozialabbau zu betreiben." Der Sozialausschuss des BdS sei das Instrument einer mittelständischen Vereinigung von Unternehmen, die in der Region, vor Ort und nicht im Ausland tätig seien. Sie habe also ein ausgeprägtes Interesse daran, daß die Kaufkraft im Inland, vor Ort nicht weiter geschmälert werde. "Deshalb", so Heinricht Dittmann, "beschäftigen wir uns mit allen sozialen Themen von der Alterversorgung, über die sozialversicherungsfreie Beschäftigung nach dem 620 Mark Gesetz bis hin zur Finanzierung von Krankheit. Oder sollen wir lieber sagen Krankenkassen?" Die Abgaben müssen runter, die Kaufkraft des einzelnen wieder rauf. Nur so steige die Inlandsnachfrage, fasse die Wirtschaft wieder nachhaltig Tritt. Was derzeit für eine gewisse Belebung sorge, sei fast ausschließlich Nachfrage aus dem Ausland, nütze also nur der exportorientierten Wirtschaft.

Wiedergewählt
Dörzbach. Mit 1188 für ihn abgegebenen Stimmen von 1740 Wahlberechtigten wurde gestern der Bürgermeister von Dörzbach Willi Schmitt wiedergewählt. Das sind 95 Prozent aller gültigen Wählerstimmen. Willi Schmitt war einziger Kandidat. Die Wahlbeteiligung in Dörzbach lag bei 75 Prozent. Willi Schmidt´s zweite Amtsperiode beginnt am 3. Mai

Haller Erste
Bad Mergenthheim. Vier junge Gitarrenspieler, drei Mädchen und ein Junge aus der Gitarrenklasse Bruno Schmidt an der Musikschule in Schwäbisch Hall erreichten beim Regionalentscheid des Wettbewerbes "Jugend musiziert" einen ersten Platz. Noch ist nicht sicher, wann es mit dem Landesentscheid weitergeht. Doch die Qualifikation dafür haben die vier in der Tasche. Aus dem Landkreis Hall waren Sie die einzigen Gitarristen, die sich dem Entscheid gestellt haben.

3000 beim Theater
Der Januar ist traditionell der Monate der Vereins-Winterfeiern und der Monat, in dem auf den Dörfen Laientheater gespielt wird. Ein Laien-Theater in Hohenlohe hat sich längst von allen anderen abgehoben: das von Hollenbach bei Mulfingen. Zwei Mal schon wurden die Aufführungen vom Fernsehen aufgezeichnet und in diesem Jahr kam der Autor des Stücks Fitzgerald Kusz, um sich anzusehen, was die Hollenbacher aus dem vierten Stück, das sie von ihm spielen, gemacht haben. Mehr als 3000 Zuschauer gab es in den 15 Aufführungen der Komödie "Letzter Wille". Und zumindest zwei Aufführungen folgen noch. Am 4. April in der Nachbargemeinde Schrozberg und am 21. März im Landespavillion in Stuttgart.

Gut verdient
Gerabronn. Die Schweinebauern in der Region, vor allem die Hohenloher Ferkel-Erzeuger sprechen derzeit vom "Schweine-Wunder" 1997, das ihnen dicke Geldbeutel brachte, wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr in der Tasche getragen habe. Bei Preisen bis zu 165 Mark je Ferkel haben die Bauern gut verdient. Vor allem die Schweinepest in Holland, beim europäischen Hauptkonkurrenten, machte solche Preis-Höhenflüge möglich, hierß es am Wochenende bei der Versammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel in Gerabronn. Mehr als eine Million Ferkel verlassen jedes Jahr Hohenlohe, werden nicht nur in Deutschland sondern überall in Europa an Mastbetriebe verkauft.

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Dienstag 10.2.1998

Baussparkasse zieht Bilanz
Schwäbisch Hall. Die Baussparkasse Schwäbisch Hall gibt heute bei einer Bilanz-Pressekonferenz die aktuellen Zahlen des 97er Geschäftsjahres bekannt. Außerdem wird Vorstandsvorsitzender Horst Kleiner über aktuelle Entwicklungen und Ziele der Haller Baussparkasse informieren. Die BSH hat nach der Tschechei, der Slowakei und Ungarn im vergangenen Jahr auch die Geschäfte in Polen aufgenommen. Außerdem wurde in der Volksrepublik China ein Kontakbüro gegründet. Rund eine Million Verträge werden jedes Jahr neu bei Schwäbisch Hall abgeschlossen.

Offener Brief
Crailsheim. In einem offenen Brief beschweren sich Lehrer und Elternbeiräte aus Crailsheim das Verhalten der Polizei bei der versuchten Abschiebung einer bosnischen Familie. Es gehe doch wohl nicht an daß in Deutschland, ohne etwas verbrochen zu haben, eine ganze Familie zu nachtschlafener Zeit innerhalb fünf Minuten zuhause abgeholt, erkennungsdienstlich behandelt und ins Gefängnis gesperrt werden könne. Kurz vor dem Abflug war diese Abschiebung zwar gestoppt worden, doch die Kinder der Familie seien seither völlig verstört, beschweren sich die Pädagogen. Sie fordern dringend mehr Humanität von Polizei und Behörden.

Gegen den Trend
Schwäbisch Hall. Entgegen dem allgemeinen Trend für den Tourismus im Land haben sich in Schwäbisch Hall die Zahl der Ankünfte um 4,7 und die Übernachtungszahlen um 5,7 Prozent verbessert. Vor allem Komplettangebote für Kurzurlaub in der Salzstadt am Kocher waren bei Touristen gefragt. Insgesamt wurden in Hall im vergangenen Jahr weit über 130000 Übernachtungen registriert.

Siegerpferd
Gaildorf. Mehr als 25 Tsd Menschen säumten gestern die Straßen von Gaildorf, als der 62. Pferdemark mit einem Festumzug seinen Höhepunkt fand. Zuvor hatten sich rund 160 Stuten den Preisrichtern einer Prämierung gestellt. Siegerpferd ist die 5jährige Fjordpferdstute Jessy aus dem Stall von Kurt Braun aus Langenbrettach. Der 1928 erstmals abgehaltene Gaildorfer Pferdemarkt hat sich mittlerweile zum größten Volksfest im sogenannten Limpurger Land entwickelt.

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Mittwoch 11.2.1998

Bauspar-Bilanz
Schwäbisch Hall. 6 Wochen früher als sonst üblich gab die Baussparkasse Schwäbisch Hall die Zahlen ihrer Bilanz des vergangenen Jahres bekannt. Knapp 70 Mrd Mark Baugeld haben alle Baussparkassen zugeteilt. Allein 16,6 Mrd Mark - das sind plus 12 Prozent - kamen von der BSH. 940 000 neue Verträge mit einer Baussparsumme von 39 Mrd Mark wurden abgeschlossen. Zweitbestes Ergebnis nach dem Ausnahmejahr 1996. DerMarktanteil stieg damit auf 24 Prozent. Der Vertragsbetand liegt bei 289 Mrd Mark. Damit hat die BSH erstmals die beiden öffentlichen Landesbausparkassen in Baden-Württemberg übertroffen. Bei eine aktuellen Einlage von 44 Mrd Mark stieg die Bilanzsumme der BSH um 11,3 Prozent auf 53 Mrd. An die Aktionäre - Hauptanteilseigner ist die Frankfurter DG-Bank - wird wie im Vorjahr eine Dividende von 8,5 Prozent bezahlt.

Kreishaushalt verabschiedet
Rosengarten. Der Landkreis Schwäbisch Hall hat einen Haushalt für das Jahr 98, Gesamtvolumen 241 363 Mio Mark. Ursprünglich hatte es so ausgesehn, als werde der Landkreis Hall dem Konstanzer Beispiel folgen und sich ohne beschlossenen Etat vom Regierungspräsidium durch Kommissar zwangsverwalten lassen. Doch mit knapper Mehrheit von 30 zu 24 stimmte gestern der Kreistag bei seiner Sitzung in Rosengarten-Uttenhofen dem Etat zu, der sich nun doch mit einer Kreisumlage von nur 35 statt 37 Prozent finanzieren läßt. Grund: es kommt knapp eine Mio Mark mehr aus dem Soziallastenausgleich des Landes und der Kreis setzt die Tilgung alter Schulden aus. Die (CDU)-Verwaltungsspitze nannte es Zufall, daß die Marge von 35 Prozent genau der als "Schmerzgrenze" bezeichneten Forderung der CDU-Kreistagsmehrheit entsprach. Ohne die Tatsache aber, daß man aus dem Jahr 97 ohne Defizit herauskomme, so Kreiskämmerer Dieter Häusler, hätte sich die Situation ganz anders dargestellt. Dann hätte er einer Aussetzung der Tilgung sicherlich nicht zugestimmt "Schiefgehen kann nun nur noch, daß die Entwicklung der Grunerwerbsteuer und der Soziallasten anders verläuft, als geplant", sagte Häußler. "Das Jahresergebnis 97 aber hält uns den Rücken frei, daß wir sagen können, wir setzen die Tilgung für zwei Jahre aus." Das dicke Ende für den Landkreis kommt aber nach, doch erst wenn die Kreisräte, die den heutogen Beschluss fassten längst nicht mehr Räte sind, in 20 Jahren nämlich. Dann wird man immer noch die Schulden tilgen müssen, die jetzt nicht zurückbezahlt wurden. Und genau das nannten die Kritiker von SPD, Grünen und Teilen der Freien einen ungedeckten Wechsel auf die Zukunft.

Fachschul hat begonnen
Kupferzell. Mit den ersten 40 Schülern in zwei Klassen begann jetzt die neue Fachschule für Landwirtschaft in Kupferzell mit den Schwerpunkten Schweine- und Rinderhaltung. Für die neue Fachschule wurde nun ein Beirat gegründet, dem die Landräte aus Künzelsau und Schwäbisch Hall, die Vorsitzenden der Kreis-Bauernverbände, die Leiter der Landwirtschaftsämter sowie Vertreter des regierungspräsidiums und des Landwirtschaftsministeriums angehören. Die Fachschule war auf Initiative von Landwirtschaftsministerin Gerdi Staiblin bei der Kupferzeller Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Ende vergangenen Jahres eingerichtet worden.

Weg mit Sammelunterkunft
Schwäbisch Hall/Crailsheim. Die Sammelunterkunft für Asylbewerber Camp Dolan muß geschlossen werden, drängt die Stadt Schwäbisch Hall jetzt in einem Schreiben an Landrat Ulrich Stückle. Die Stadt beginne jetzt mit einem umfassenden Sanierungs- und Konversionskonzept für die ehemals militärische Anlage, gebe Millionen für Entwicklung und Altlastensanierung aus. Crailsheim dagegen, so die Argumentation der Haller Stadtverwaltung, habe noch nicht einmal einen Kaufvertrag für das Gelände der dortigen McKee-Barracks, wo sich ebenfalls eine Sammelunterkunft des Landes befindet.

Sportler ausgezeichnet
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Die erfolgreichsten Sportler des Jahres 97 wurden jetzt von Baden-Württembergs Innenmister Thomas Schäuble ausgezeichnet, darunter auch der Schwäbisch Haller Polizeihauptkommisar Jürgen Schenk für den 6. Dan-Grad im Jiu Jitsu. Schenk ist der erste Polizist und der vierte Baden-Württemberger überhaupt, der diesen Grad erreichte.

Jusos stützen Club
Schwäbisch Hall. Nach dem Club alpha selbst fordern nun auch die Haller Jusos die Stadtverwaltung auf, ihre Zusage gegenüber dem Club einzuhalten und ihm ein dauerhaftes Domizil zu verschaffen. Der Gemeinderat, so die Jusos in einer Presse-Erklärung, solle seine Zusage einhalten und spätestens mit einem Nachtragshaushalt 98 Gelder für den Umzug des nun seit 30 Jahren bestehenden Jugendclubs in das Areal der ehemaligen Haller Wildbadquelle bereitzustellen, denn noch beteilige sich das Land an Umbau und Umzug mit bis zu einem Drittel der Kosten.

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Donnerstag 12.2.1998

Poller-Ausschuß
Künzelsau. Die Stadt Künzelsau hat nicht nur einen Technischen Ausschuß des Gemeinderates sondern auch einen sogenannten Poller-Ausschuß. Der soll den knappen Parkraum in der Innenstadt möglichst gerecht verteilen und bewirtschaften. Doch davon gibt es zu wenig, weiß auch Bürgermeister Volker Lenz. Verkehrsprobleme habe man in Künzelsau "in der Vergangenheit oft durch Handauflegen" zu lösen versucht, räumte er ein. Jetzt sollen die Anwohner und die Einzelhändler befragt werden, welche Lösungen sie sich für die enge und historische Innenstadt vorstellen könnten.

Keine Sickerwasser-Kläranlage
Schwäbisch Hall. Der Landkreis Schwäbisch Hall kann keine Sickerwasser-Behandlungsanlage an der Deponie Hasenbühl bauen, nicht in diesem Jahr. Die Kreisräte stimmten mehrheitlich dafür, die im Haushalt vorgesehenen 1,5 Mio Mark zu streichen. Auch die Forderung von Landrat Ulrich Stückle wenigstens eine Verpflichtungsermächtigung aufzunehmen, weil der Landkreis seinen wasserrechtlichen Verpflichtungen nachkommen müsse, stimmten die Kreisräte nieder. So hat die Kreisverwaltung kein Geld mit den Planungen für das mehrere Mio Mark teure Klärwerk jetzt schon zu beginnen.

BI wird Verein
Obersontheim. Die Bürgerinitiative Obersontheim, die sich gegen die Ansiedlung eines Bio-Kompostwerkes wehrt, will eingetragener Verein werden. Man rechnet mit längerer Auseinandersetzung und will sich festere Strukturen geben. Die Gründungsversammlung soll heute Abend stattfinden.

Grünflächen-Paten
Öhringen. Die Stadt Öhringen will und muß sparen. Deshalb versucht sie die Kosten für die Grünflächen in der Stadt zu minmieren. Weil es beim Blumenschmuck wie auch in anderen Städten wie etwa in Schwäbisch Hall hervorragend funktioniert, daß die von der Stadtgärtnerei gestelltn Blumenkübel, Büsche, Bäumchen und dergleichen den Sommer über von den Bewohnern der Häuser, vor denen sie aufgestellt sind, gewässert und gepflegt werden, sucht man jetzt auch für Grünanlagen ein solche Lösung. Paten für Grünflächen werden gesucht.

Seltene 'Blüte'
Fichtenberg. Eine seltene Blüte der sogenannten geschlechtsneutralen Formulierung bei öffentlichen Stellenausschreibungen war jetzt im Staatsanzeiger zu lesen. Es ist ja vollkommen in Ordnung, daß Fichtenbergte die Stelle einer Bürgermeisters bzw einer Bürgermeisterin ausschreibt. Aber daß unter der Anzeige steht der/die Stelleninhaber in bewirbt sich wieder... Also beim Vollbart von Bürgermeister Roland Miola sieht eigentlich doch wohl jeder, daß er ein Bürgermeist-'er' ist.

Schon wieder Prozeß
Crailsheim. In Crailsheim tagt heute abend erstmals nach dem Gerichtsprozeß gegen Oberbürgermeister Georg Schlenvoigt der Gemeinderat. Auf der Tagesordnung ein weiterer Prozeß: gegen die Stadt Crailsheim wurde wegen des Bebauungsplanes Kreiuzberg IV ein Normenkontrollverfahren angestrengt. Außerdem geht es um die Feststellung der Jahresrechnung 96 sowie um die Änderungsantröge der Gemeinderäte zum Etat 98.

Staat zockt ab
Neckarsulm. Von einer Prämie, die ein Ferienarbeiter sich im Sommer bei Audi in Neckarsulm durch einen Verbesserungsvorschlag verdiente, bekam er jetzt überhaupt nichts. Nicht daß Audi sich drücken wollte. Nur, von den 75 Mark die der junge Mann jetzt zum Jahresende 97 zugesprochen bekam und auf seiner Abrechnung auch ausgedruckt fand, zog (oder besser zockte) der Staat 78,35 (!!!) an Steuern (Klasse 5) Kirchensteuer und Solibeitrag ab. Audio bedauerte und verwies auf das geltende Steuerrecht und verzichtete (großzügig) auf die Erstattung von 3,35 DM Insgesamt 5,8 Mio Mark sparte allein das Neckarsulmer Audi-Werk durch Verbesserungsvorschläge von 58 Prozent aller Mitarbeiter ein. Über zwei Millionen wurden an Prämien ausbezahlt. In manchen Fällen, wie bei dem ferienarbeiter ausschließlich ans Finanzamt. Dem Ferienarbeiter aber darf niemand mehr mit dem Politikerspruch "Leistung muß sich wieder lohnen" kommen.

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Freitag 13.2.1998

Wasservertrag perfekt
Schwäbisch Hall. Der Wasservertrag zwischen dem Zweckverband Nord-Ost-Wasserversorgung NOW mit Sitz in Crailsheim und den Stadtwerken Schwäbisch Hall ist perfekt. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall geben ihr Anfang der 70er Jahre gebautes Wasserwerk am Kocher auf und beziehen ab dem 1. Januar 99 das Trinkwasser für die Stadt Hall von der NOW, so der Aufsichtsratsbeschluß. Kostenvorteil für beide Seiten anfänglich 300 Tsd Mark, Tendenz steigend. Die eingesparten Kosten werden in Hall für die Sanierung des örtlichen Netzes verwendet, auf Seiten der NOW, so der technische Geschäftsführer Ernst Rommel, für eine Senkung des Bezugspreises von derzeit 69 Pfennige auf 65 Pfennige je Kubikmeter - für alle Mitglieder. Die Stadt Schwäbisch hall wird mit einer Abnahme von zwei Mio Kubikmeter pro Jahr größter Partner der NOW, der Zweckverband kann seinen Absatz von 14 auf 16 Mio Kubikmeter steigern. Der politische Einfluß der Stadt Schwäbisch hall, die bislang ja schon Mitglied im Zweckverband war, oihr Bezugsrecht aber kaum ausnutzte, wird durch den neuen Status allerdings nicht größer werden. Hall hat nach wie vor nur sechs Stimmen im NOW Verwaltungsrat.

Coop bei Telekommunikation.
Schwäbisch Hall. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen von April an ins Telekommunikationsgeschäft einsteigen. Über die eigens gegründete Firma HallCom bieten sie Bündelfunk an und möglicherweise auch Dienste im bereich telefonie. Die Stadt Hall besitzt innerhalb der Stadt ein Leitungsnetz von etwa 140 km Länge Außerdem hat die Stadtwerke GmbH einen Cooperationsvertrag mit der NOW abgeschlossen, die entlang ihres Fernwassernetzes ebnfalls Leitungen zur Verfügung stellen kann, insbesondere zu den geplanten Antennenstandorten des Bündelfunk-Systems bei Crailheim bzw. Gschwend auf den Höhen des Schwäbischen Waldes.

Immer noch: Prostitution in Hall
Schwäbisch Hall. Halls OB Hermann Josef Pelgrim wird am Dienstag persönlich bei Regierungspräsident Udo Andrioff in Stuttgart vorprechen. Thema natürlich: die Prostitution in Hall. Mittlerweile hat CDU-Gemeinderat Claus Unser, der trotz Negativ-Bescheides aus dem Innministerium der meinung ist, Prostitution in Hall verhindern zu können, auch an Andriof geschrieben und zur Unterstützung einen Brief des evangelischen Dekans Paul Dietrich beigelegt, der sich dagegen ausspricht Bordellbetriebe als ganz normals Gewerbe zu betrachten. Doch was anderes ist das älteste Gewerbe der Welt? OB Pelgrim will das Ergebnis seines Besuches in Stuttgart am Mittwoch in den Gemeinderat einbringen.

Schließung inakzeptabel
Kirchberg/Jagst. Die ab 2003 geplante und vielkritisierte Schließung der Kirchberger Autobahnmeisterei soll durch ein Weiterbestehen als Winterstützpunkt abgemildert werden. Doch die Gemeinde Kirchberg und die ÖTV wollen die Zusammenlegung mit Neuenstadt in einer neuen Meisterei in Öhringen nicht akzeptieren. Sie halten die Pläne des Verkehrsministeriums 21 bisherige Autobahnmeistereien in Baden-Württemberg auf 14 zu reduzieren für an den Bedürfnissen des Verkehrs vorbeigeplant

Museum teurer als geplant
Öhringen. Die Sanierung des Öhringer Weygang Museums wird teurer als geplant. Die Schäden sind größer als vermutet. Mehrkosten geschätzt: 250 Tsd Mark. Bislang im Haushalt der Weygangstiftung finanziert sind knapp mehr als 2 Mio Mark. Rund 13 Prozent kommen als Zuschuß vom Land. Bis zum September sollen die Sanierungsarbeiten an der neuen Zinngießerwerksatt und bis Jahresende am Hauptgebäude abgeschlossen sein.

160 oder 25?
Crailsheim. Die beruflichen Schulen in Crailsheim feiern ihr 25jähriges Bestehen unter der Trägerschaft des Landkreises mit einem Tag der offenen Tür am Samstag. Begonnen hat das heutige Schulzentrum schon 1836 als Zeichenschule zur Fortbildung schulentlassener Handwerkslehrlinge, blickt also schon auf eine eigentlich 160jährige Geschichte zurück. Heute besuchen 2670 Schüler und Schülerinnen die drei beruflichen Schulen.

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Samstag 14.2.1998

OB gibt sein Blut
Schwäbisch Hall. Auch Halls OB Hermann Josef Pelgrim läßt sich morgen am 15. Februar Blut abnehmen, wenn in der Steinbacher Max-Kade-Halle die Hilfsaktion für den leukämiekranken Michael Münch startet. Die Deutsche-Knochenmark-Spender-Datei hat zu dieser Typisierungsaktion aufgerufen. Oberbürgermeister Pelgrim hat die Schirmherrschaft übernommen. Eine Typisierung kostet etwa 100 Mark, die vom Spender bezahlt werden müssen. Damit auch bereits Typisierte oder hilfsbereite Menschen ohne Geld helfen können, wurde ein Spendenkonto bei der Haller Südwestbank eingerichtet.

Geld zurück
Mainhardt. Genau 41 284 Mark zurückzahlen soll die Gemeinde Mainhardt an die Landesregierung. Ausgerechnet hat dies das staatliche Rechnungs-Prüfungsamt. Insgesamt 134 900 Mark als Zuschuß aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) hatte die Gemeinde für den Bau des Dorfgemeinschaftshauses von Ammertsweiler bekommen. Doch die Räume für die Ortschaftsverwaltung in diesem Dorfgemeinschaftshaus will das Rechnungsprüfungsamt nicht als Gemeinschaftseinrichtung anerkennen. "Was ist die Ortschaftsverwaltung denn sonst?", fragte Mainhardts Bürgermeister Karl-Heiz Hedrich. Schließlich sei sie das entscheidende Bindeglied zwischen dem Teilort und der Hauptgemeinde und werde täglich von den Bürgern fequentiert. Eine Stellungsnahme der für das ELR zuständigen Ministerin Gerdi Staiblin steht noch aus.

Leichenfund identifiziert.
Ottendorf. Der unbekannte Tote, den Spaziergängerinnen am Donnerstag gegen 12:45 Uhr im "Kräben" zwischen Ottendorf und Westheim entdeckt hatten, könnte mittlerweile identifiziert werden. Es handelt sich um einen 60jährigen Einwanderer aus Kasachstan, der in Crailsheim gewohnt hatte. Was der Mann allerdings auf dem abschüssigen Weg über 30 km von seinem Wohnort entfernt gewollt hatte, ist noch ungeklärt. Dennoch geht die Polizei nicht von einem Verbrechen, sondern eher einem Unglücksfall aus. Die Ermittlungen ergaben, daß der Mann in der Nacht auf Donnerstag vermutlich an Unterkühlung gestorben war. Vermutlich stürzte er auf dem abschüssisgen weg und kam in eine Lage, aus der er sich nicht selbst helfen konnte.

Mit 170 gestoppt
Michelfeld. Mit 170 wurde ein Motorradpilot am Freitag auf der B14 im Bereich der Roten Steige von einer Video-Streife gemessen. Als er auch noch eine 70km-Zone mit 130 durchraste, wurde der Mann gestoppt. Der Führerschein wurde einbehalten. Zum Fahrverbot wird´s auch noch Punkte in Flensburg und eine saftige Geldbuße geben.

Pferdemarkt Öhringen.
Zum 175. Mal findet morgen und übermorgen der Pferdemarkt von Öhringen statt. Mit einem großen Schauprogramm in sechs bildern auf der Herrenwiese präsentieren die Reiter und Züchter morgen am Sonntagnachmittag einen Überblick über die Historie des Pferdemarktes. Am Montag dann findet der eigentlich Pferdemarkt statt mit Hengstparade und Prämnierung der Pferde. Dazu gibte einen Krämermarkt in der Öhringer Innenstadt mit etwa 350 Ständen. 25 bis 30 Tsd Menschen werden zum Öhringher Pferdemarkt erwartet.

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Sonntag 15.2.1998

Asyl-Unterkünfte in Hohenlohe
Öhringen/Künzelsau. Der Hohenlohekreis muß bis April diesen Jahres Sammelunterkünfte für Asylbewerber nachweisen. Während im benachbarten Landkreis Schwäbisch Hall die Zuweisungsrate durch das neue Landesaufnahmegesetz zumindest für dieses und das nächste Jahr auf Null heruntergefahren wird, weil der Kreis durch zwei große Sammelunterkünfte in Crailsheim und Schwäbisch Hall schon stark belastet ist, wird der Hohenlohekreis 1998 mindestens 162 Asylbewerber zugewiesen bekommen. Eine geplante Sammelunterkunft mit 60 Plätzen im kleinen Teilort Windischenbach der Gemeinde Pfedelbach ruft bereits jetzt Proteste hervor, obwohl dort wie auch bei einer zweiten möglichen Unterkuft in Öhringen schon einmal Asylbewerber untergebracht waren. Bei der Öhringer Unterkunft handelt es sich um ein derzeit leerstehendes Lager einer Möbelfirma in der Karlsvorstadt. Auch in der Stadt Künzelsau sollen 89 Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge untergebracht werden. Ins Auge gefasst habe man dort drei Häuser, so die Auskunft aus dem Landratsamt. Entschieden sei aber noch nichts. In Öhringen dagegen steht man im Einvernehmen mit der Stadt bereits direkt vor Vertragsabschluß.

Geiselgangster in Revision
Neuenstein/Stuttgart. Der Geiselgangster Thomas Meyer-Falk, der im Oktober 1996 in der Neuensteiner Sparkasse sechs Menschen in seine Gewalt gebracht und fünf Millionen Mark Lösegeld gefordert hatte, beschäftigt nun auch den Karlsruher Bundesgerichtshof. Meyer-Falk war im Sommer vergangenen Jahres zu elfeinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherheitverwahrung verurteilt worden. Nun hat er eine umfassende Revisionsschrift von seinem Anwalt verfassen lassen, in der verschiedene Verfahrensfehler angemeldet werden. Meyer-Falk, der in Stuttgart-Stammheim einsitzt, geht es vor allem darum, die an die Haft anschließende Sicherheitsverwahrung loszuwerden.

Kiwanis Club in Hall
Schwäbisch Hall. Lions und Rotary sind viel bekannter. Doch die älteste und wohl auch größte der weltweit agierenden Service-Club-Organisationen ist Kiwanis. Auch in Schwäbisch Hall wurde jetzt ein Kiwanis-Club gegründet. Weltpräsident Walter Sellers kommt heute nach Heilbronn, wird um 14:30 Uhr im Rathaus von OB Manfred Weinmann empfangen und pflanzt gegen 15 Uhr im Gelände des geplanten Neckarparkes eine Eiche. Abends um 18 Uhr gibt´s dann einen Empfang auf der Götzenburg in Jagsthausen aus Anlaß der Kiwanisgrüdnungen von Schwäbisch Hall, Neckarsulm und Ludwigsburg. Wie die anderen Service-Clubs ist Kiwanis in vielen Ländern der Erde in Wohltätigkeitsprojekten engagiert.

Leitstelle gekündigt
Crailsheim. Der Landkreis Schwäbisch Hall hat den Vertrag über die Feuerwehrleitstelle mit der Stadt Crailsheim gekündigt. Die Leitstelle sollt in die mit neuerer Technik bestückte Zentrale der Haller Rettungsleitstelle des DRK (Vorsitzender des DRK: Landrat Ulrich Stückle) integriert werden. Wie Crailsheims Bürgermeister Harald Rilk mitteilte, sei die Stadtverwaltung von der Kündigung wie vom sprichwörtlichen Blitz aus heiterem Himmel getroffen worden. Die Verwaltung sei im Augenblick noch ratlos, wie man darauf reagieren solle. Stadt- und Kreisrat Peter Bechtel sprach von einem weiteren Zentralitäts- und Image-Verlust der Stadt.

Ja zu Windkraft
Untermünkheim/Kirchberg. Was die Stadt Kirchberg heftig bekämpft, eine Windkraftanlage, die der Bürger Dr Bruno Legittimo auf seinem Privatgrundstück in Lensiedel errichten möchte, das hat die Gemeinde Untermünkheim mit einem klaren 'Ja' befürwortet. Der Errichtung einer baugleichen Anlage auf einem 18 Meter hohen Gittermast, stimmte der Gemeinderat von Untermünkheim bei der jüngsten Sitzung zu. Die Untermünkheimer Anlage soll am Ortsrand an einem bewaldeten Steilhang errichtet werden, so Untermünkheims Bürgermeister Rudolf Hesselmeier. Der Fall sei also gar nicht mit Kirchberg-Lensiedel vergleichbar. Allerdings soll auch die Lensiedler Anlage am Ortsrand gebaut werden. Vom Gericht wurde sie optisch als untergeordnete Anlage eingestuft und das Landratsamt deshalb angewiesen, diei Genehmigung zu erteilen. Doch Kirchberg hat Berufung gegen das Urteil angekündigt.

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Montag 16.2.1998

2600 bei Hilfsaktion
Schwäbisch Hall. Rund 2600 Menschen haben sich gestern in Schwäbisch Hall je etwa 10 ml Blut abnehmen lassen. Sie alle folgten dem Aufruf der Deutschen Knochenmarksspenderdatei DKMS in Tübingen, sich Typisieren zu lassen, um möglicherweise dem Schwäbisch Haller 26jährigen Michael Münch helfen zu können, der schwer an Leukämie erkrankt ist. Etwa zweieinhalb Wochen wird es dauern, bis die Blutproben ausgewertet sind und bis die DKMS aus ihrer Kartei weiß, ob jemand von den jetzt Getesteten dem jungen Haller oder einem anderen Erkrankten helfen kann.üs

Bachmaier sicherer Kandidat
Crailsheim. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Rechtsanwalt aus Crailsheim Hermann Bachmaier wurde am Wochenende beim Landesparteitag der SPD auf den sicheren Listenplatz 12 gewählt, direkt vor Hans-Martin Bury aus Ludwigsburg. Brigitte Adler aus Tauberbischofsheim wählten die Delegierten auf Platz 15. Nur die Heilbronner dürften unzufrieden aus dem Parteitag gegangen sein. Ihr Kandidat Harald Friese rangiert auf dem für Baden-Württemberg unsicheren Listenplatz 27.

Begrenzung bleibt: mit einer Ausnahme
Schwäbisch Hall. Die Stadt Schwäbisch Hall will die acht Tonnen Begrenzung für Flugzeuge auf dem Flugplatz in Hessental nicht aufheben. Aber es soll eine gewichtige Ausnahme gemacht werden. Das Künzelsauer Unternehmen Würth hat sich eine 18,5 to schwere Mystere-Falcon 50 des französischen Herstellers Dassault gekauft und dafür eine Landegenehmigung in Hessental beantragt. Das Regierungspräsidium wird dem zustimmen, sofern der Haller Gemeinderat zustimmt. Widerstand regt sich bei den in der Bürgerinitiative Airpeace zusammengeschlossenen Anwohnern in den Dörfern östlich und nördlich des Flugplatzes. Sie befürchten größeren Lärm. Im Verleich mit der bisher für Würth in Hessental stationierten Cessna560 ist die Falcon aber nur unwesentlich lauter, so die Eigentümerfirma. Beim Abflug werden 2000 m hinter dem Abflugpunkt 83,8 dB gemessen (Cessna 82,9) beim Landeanflug 2000 m vor dem Aufsetzpunkt 95,2 dB (die Cessna ist hier sogar lauter mit 95,9 dB). Lediglich querab zum startenden Flugzeug werden im Anstand von 450 Metern mit 91,9über 6 dB mehr gemssen. Die Cessna kommt hier nur auf 85,7 dB. Der Gemeinderat entscheidet in seiner nächsten Sitzung über die Ausnahmeregelung

Pferdemarkt: ein "National"feiertag
Öhringen. Westernreiten, Kutschengespanne, Pferde bei der Feldarbeit: in sechs bildern zeigten die altiven des Fränkischen Pferdezuchtverbandes gestern, welche Bedeutung das Pferd damals hatte, als der Öhringer Pferdemarkt gegründet wurde und welche Bedeutung die Pferde heute haben. Pferdemarkt in Öhringem, für die Öhringer ist das so etwas wie ein "National"feiertag. "Besonders in diesem Jahr", so Öhringens Oberbürgermeister Jochen K. Kübler,"wo der 1823 gegründete Markt zum 175. Mal stattfindet. Damals war das noch ein riesiger Markt bei dem über 1200 Pferde zum Verkauf angeboten wurden. Aber auch heuer ist es ein Rekord. Erstmals seit dem Krieg werden mehr als 200 Pferde im Ring von Öhringen prämiert." Der Pferdemarkt der gestern mit einem Showprogramm und verkaufsoffenem Sonntag begann, zieht auch heute mit landwirtschaftlicher Ausstellung, einem Krämermarkt mit 350 Ständen und der Hengstschau und Pferdeprämierung rund 30 Tsd Menschen in die Stadt.

Schlägerei Matzenbach.
Gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und Drohung mit Schußwaffen: in Fichtenau-Matzenbach gingen 80 Personen in einer Massenschlägerei aufeinander los. Neben Pistolengefuchtel ging es mit Dachlatten und Baseballschlägern zur Sache. Belästigungen udn Bedrohungen von Deutschrussen gegenüber Einheimischen hatten sich so lange aufgestaut, bis sie sich in der Nacht auf den gestrigen Sonntag gegen halb zwei in der großen Schlägerei entlud. Die vom Fichtenauer Polizeiposten zu Hilfe gerufene Crailsheimer Polizei hatte Mühe, die Kampfhähne auseinander zu bringen. Zur Klärung des Sachverhalts sucht sie noch Zeugen.

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Dienstag 17.2.1998

Freie Kindergartenplätze
Ilshofen. Nicht alle Eltern haben ihre dreijährigen Kinder angemeldet. So gibt es in Ilshofen derzeit 73 freie Plätze in den 11 Kindergartengruppen. Dadurchkonnte zwar die Gruppengröße unter dem Limit bleiben, der Stadt allerdings entstehen dadurch Kosten von rund 170 Tsd Mark. Positiv: die Kindergartenplätze werden mindestens in den nächsten beiden Jahren ausreichen.

16,6, Mio Haushalt
Obersontheim. Die knapp 4600 Einwohner zählende Gemeinde Obersontheim hat jetzt ihren haushalt beschlossen. Bei 16,6 Mio liet das Gesamtvilumen, 12,2 Mio sind im Verwaltungs-, 4,4 Mio im Vermögenshaushalt. Die sogenannte Netto- Investitionsrate, akso alles was nach Abzug von Zinsen, Tilgungen und Umlagen übrigbleibt, wurde in diesem Sparhaushalt 98 auf Null abgesenkt. Nur einen kostenträchtiogen Beschluß fassten die Räte. Der nächste Bürgremeister, der am 14. Juni gewählt werden soll, wird eine Gehaltsstufe höher nach Gehaltsstufe A15 bezahlt. Dem jetzigen Bürgremeister Detlef Klauck hatten die Räte diese Höhergruppierung zweimal abgelehnt. Klauck bewirbt sich zwar wieder, will aber gar nicht mehr Bürgermeister werden, sondern sieht diese Bewerbung als taktische Maßnahme zur Sicherung seiner Pension.

Vier Sonderpreise
Öhringen. Vier Sonderpreise wurden bei der Pferdeprämierung gestern in Öhringen vergeben. Der Sonderpreis des Landes ging nach Neuenstein zu Züchter Manfred Bauer für die Warmblutfamilie der Stute Halla mit den Jungtieren Axella, Feine Dame, Feine Perle und Flying Fantasy. Im ersten Vorführring siegte die Warmblutstute Taiga von Züchter Helmut Jäger aus Schrozberg, der vor wenigen Wochen erst in Marbach einen Spitzenpreis für einen Wallach erzielt hatte. Im 2. Ring ging der Sonderpreis der Stadt Öhringen an die Kaltblutstute Ronja und ihre Besitzer Marianne Kraute und Erwin Rogatti aus Oberrot-Hohenhardtweiler. Im dritten Ring schließlich siegte wieder eine Pferdefamilie. Besitzer Kurt Braun aus Langenbrettach hatte dort seine Fjordpferdstute mit ihren Nachkommen Ottina, Jessy und Jana präsentiert. Mit Jessy stellte Kurt Braun auch schon das Siegerpferd beim Pferdemarkt von Gaildorf.

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Mittwoch 18.2.1998

Offizieller Auftrag
Der bisherige Gesprächskreis Schutz von Kindern vor Gefährdungssituationen im Hohenlohekreis hat jetzt einen offziellen Auftrag. Nachdem der Arbeitskreis zum Thema Sexuelle Gewalt auf der Basis einer unverbindlichen Informationsgruppe nicht mehr weiterarbeiten wollte, andererseits der Jugendhilfeausschuß auf die fachkompetenz der Mitglieder aber nicht verzichten wollte, gab es jetzt einen offiziellen Auftrag. Die Arbeit des jetzt zur Planungsgruppe erhobenen Gesprächskreises, so Hans-Günther Lang, Erster Landesbeamter im Hohenlohekreis, sei Teil des offfiziellen Jugendhilfeplanes. Die Gruppe, der neben Polizei, Mitarbeitern des Kinderschutzbundes und des Jugendamtes auch Vertreter der Jugendhilfe Friedenshort Cappelrain, des Albert Schweitzer-Kinderdorfes in Waldenburg und der Josefspflege in Mulfingen angehören, habe durch diesen offziellen Auftrag mehr Gewicht und Einfluß auf die Planungen und Beschlüsse des Jugendhilfe-Ausschusses. Ziel der Gruppe selbst ist es, eine Informations- und Kooperationsstelle zum Thema Sexuelle Gewalt zu Schaffen, für die sich als Träger das Albert Schweitez Kinderdorf zur verfügung stellen würde.

Heute Beschluß?
Das Thema Prostitution wird heute erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderates stehen. Nachdem OB Pelgrim gestern beim Regierungspräsidium erfahren hat, daß das Land mit Sicherheit keine Ausnahmeregelung für Schwäbisch Hall schaffen wird, informiert er heute den Gemeinderat und stellt weitere Möglichkeiten zur Formulierung eines Sperrbezirksantrages an das Regierungspräsidium vor. Ein Beschlußantrag allerdings steht nicht auf der Tagesordnung und kann auch nicht aus der letzten Sitzung als vertagt wieder aufgenommen werden, da das Thema am 28. Januar von der Tagesordnung abgesetzt worden war. In Hall bleibt also zumindest bis zur Gemeinderatssitzung im März alles beim alten.

Studienzentrum im Solpark?
Schwäbisch Hall. Eine Delegation der staatlich anerkannten Kolping-Fachhochschule für Wirtschaft mit Studienzentren in Riedlingen und Cannstatt besuchte heute Schwäbisch hall. Möglicherweise wird die Fachhochschule sich mit einem weiteren Studienzentrum für das Fernstudium der Betriebswirtschaft im Hessentaler künftigen Solpark ansiedeln. Neben dem Technologiezentrum könnte dieses Studienzentrum im ehemaligen Kasernengebäude der Dolan Barracks untergebracht werden. Schon ab Herbst könnten die ersten Fachhochschüler dort studieren.

Ermittelt
Mainhardt. Zu den Mitgliedern einer 9köpfigen Bande, die jetzt in Heidelberg von der Polizei hochgenommen wurde, gehört auch ein junger Mann aus Mainhardt im Landkreis Schwäbisch Hall. Die 15 bis 20 Jahre alten mutmaßlichen Täter haben im Raum Heidelberg-Mannheim mehr als 150 Autos aufgebrochen und über 20 davon auch gestohlen. Nach mehrstündiger Benutzung wurden die Autos stets wieder abgestellt. Doch der Schaden, den die Bande angerichtet hat, beläuft sich auf mehr als 40 Tsd Mark. Die Ermitlungen dauern an.

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Donnerstag 19.2.1998

Doch Abstimmung über Sperrgebiet
Schwäbisch Hall. Nur die Räte der CDU, allen voran der Hessentaler Stadtrat Claus Unser wollten gestern nicht über einen Sperrbezirk für Prostitution in Hall entscheiden. Trotz negativen Bescheides aus Stuttgart beharren sie auf einem totalen Verbot für Schwäbisch Hall. Die anderen Fraktionen stimmten einem neuen Beschlußantrag der Verwaltung zu. Die Lösung für Hall: Sperrgebiet ja, jedoch nur für Straßenstrich und Bordellbetriebe, mit Ausnahme des Hessentaler Gebietes Breitloh. Private Prostitution einzelner Frauen außerhalb reiner Wohngebiete wird in Hall toleriert. Die Bürgerinitiative Hessental sei mit dem Ergebnis im Gemeinderat natürlich nicht zufireden, so Sprecherin Kerstin Körner. Eigentlich habe man in der letzten Woche besprochen, die Haltung von Claus Unser zu unterstützen. Da diese aber in Stuttgart abgelehnt wurde, habe man sich gesagt, daß man dann lieber überhaupt kein Sperrgebiet wolle, und so wie die Grünen es dargelegt haben, der Markt sich von selbst regle. Auf jedenfall hoffe an, daß es im Breitloh kleine Konzentration von Bordellbetrieben gebe. Hessental sei seit Jahren durch andere ungeliebte Einrichtungen wie die Mülldeponie oder die Asylbewerber-Sammelunterkünfte schon genug belastet. "Nun haben sich die Heuchler doch durchgesetzt", sagte eine andere Zuhörerin, und schüttelte den Kopf über Claus Unsers Aussage, die Jugend werde gefährdet, wenn sie vom 500 Meter entfernten Sportplatz aus die rote Laterne am Bordell-Club 66 im Breitloh sehe."Aber doch nur", sagte sie, " wenn sich zum Anblick der roten Laterne im Kopf der Jugendlichen bilder einstellen, die sicher nicht durch hessentaler Prostituierte dorthinein gekommen sind." Vorausichtlich Ende März oder Anfang April könnte nach dem heutigen Gemeinderatsbeschluß das Regierungspräsidium über den Antrag auf eine Sperrgebietsverordnung entscheiden.

Stiftung gegründet
Crailsheim. Eine Stiftung wurde am Stadtfeiertag in Crailsheim gegründet. Für die Ausbildung begabter Schüler soll die mit einer viertel Million dotierte Stiftung jeweils zweijährige Stipendien bereitstellen. Das Stiftungskapital stammt aus dem privaten Vermögen von Ernst Hippelein, dem Seniorchef eines großen Steinmetzbetriebes der Region. Hippelein feierte gestern auch seinen 75sten Geburtstag.

Jugendberufshilfe fortführen
Hohenlohekreis.Die seit drei Jahren aktive Jugendberufshilfe, ein Modellprojekt des Hohenlohekreises und des Arbeitsamtes Schwäbisch Hall soll fortgestezt werden. Der Jugendhilfeausschuß hat jetzt dem Kreistag empfohlen die erforderlichen Komplementärmittel zur Verfügung zu stellen. Dann fließen auch EU-Mittel für die aktive Betreuung und Unterbringung von Jugendlichen in Ausbildungsplätzen. Das Hohenloher Modellprojekt, das über ABM-Maßnahmen aktive Ausbildungsplatzwerber beschäftigt, die in den Betrieben direkt aquirieren, konnte in den vergangenen drei Jahren über 100 Jugendliche in Ausbildungsverhältnissen unterbringen. Deshalb, so Hohenlohes Erster Landesbeamter Hans-Günter Lang, sei es die Hoffnung aller Beteiligten - das sind die Landkreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe und das Arbeitsamt, daß dieses Projekt fortgesetzt werden kann, solange die große Anzahl Jugendlicher, die auf den Arbeitsmarkt drängen, dies erforderlich macht.

Rechnungsabschluß vorgelegt.
Schwäbisch Hall.Die über 600 Jahre alte Schwäbisch Haller Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist hat den Schlußbericht ihrer Jahresrechnung vorgelegt. Das 96er Haushaltsjahr schloß mit einem Überschuß von 1,7 Mio Mark. Die 17 Mio Mark Schulden fallen gemessen am großen Vermögen an Wald Grundbesitz und mehreren hundert Mietwohnungen in Schwäbsch Hall allerdings kaum ins Gewicht. Die Stiftung unterhält Altenwohnheime, Kindergärten und andere soziale Einrichtungen in der Stadt.

Stadtfeiertag
Kirchberg/Jagst. Im Hohenlohischen Kirchberg an der Jagst wird heute der Stadtfeiertag begangen. Vor 26 Jahren hatte man das Fest anläßlich der 600-Jahrfeiern der Stadt eingeführt und mit dem auf alten Marktrechten basierenden Februarmarkt verbunden. Heute feiert man das Stadtfest mit Vieh- und Mostprämioerung, einem Kleintier- und Krämermarkt sowie vielen kulturellen Veranstaltungen.

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Freitag 20.2.1998

Aus für Bahnhof?
Schwäbisch Hall. Die Deutsche Bahn AG hält das Schwäbisch Haller Bahnhofsgebäude mittelfristig für entbehrlich. Einen Haltepunkt, so erfuhr Halls OB Hermann Josef Pelgrim auf Anfrage, will die Bahn aber weiterbetreiben. Beim Haller Hauptbahnhof in Hessental dagegen soll ein Reisecenter eingerichtet und der Bahnhof mit erweitertem Service ausgebaut werden. Halls OB Hermann Josef Pelgrim hat sein Interesse bekundet, das Haller Bahnhofsgelände für die Stadt zu erwerben und dort möglicherweise den Club alpha 60 unterzubringen.

Wie in Feuerzangenbowle
Schwäbisch Hall. Schwäbisch Hall will die Talhänge entlang der Stadt durchforsten. Ziel ist es, von den Höhenwanderwegen wieder freie Ausblicke auf die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten zu schaffen. Die Stadt verwies in diesem Zusammenhang auf den Film "Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann, der mehrere Sequenzen mit solchen Ausblicken auf die Stadt Hall enthalte. Dem Zustand, wie er zur Drehzeit des Films 1935 war, will die Stadt dabei möglichst nahe kommen.

Kostumverleih an Fasching geschlossen
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim hat, was nicht jede Stadt ihr Eigen nennt: einen öffentlich zugänglichen Kostümfundus. Doch in diesem Jahr können die Crailsheimer zum Fasching weder Hexenkostüm noch Ritterrüstung ausleihen. Wegen Ausbesserungsarbeiten bleibt der Kostümfundus noch bis Ende April geschlossen.

54 Mio für Ausbildungsplätze
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Ein Sonderprogramm für mehr Ausbildungsplätze in Höhe von 54 Mio Mark hat jetzt der Schwäbisch Haller SPD-Landtagsabgeordnete und sozialpolitische Sprecher seiner Partei Dr. Walter Müller gefordert. Unter anderem fordert die SPD die Rückgängigmachung von Kürzungen im kommunalen Schulhausbau, die sofortige Einstellung aller Studienreferendare und Lehrstellenanwärter sowie die Aufstockung der Fördermittel für Weiterbildungsträger.

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Samstag 21.2.1998

Banken erfolgreich
Hohenlohe. Um 3,6 Prozent auf insgesamt 7,3 Mrd Mark wuchsen die Bilanzsummen der 35 rechtlich selbständigen Volks- und Raiffeisenbanken der Bezirksvereinigung Hohenlohe-Franken. Neben den Zahlen sprach die größte Bankengruppe der Region bei ihrer Jahres-Pressekonferenz auch über die Zukunft ihres neustrukturierten Zusammenschlusses. Gemeinsame Schulungen des Personals und gemeinsames Markketing sieht Bezirksvorsitzender Günter Krist als Hauptaufgabe. Das werde Kosten sparen. Dennoch werden sich auch innerhalb der Bezirksvereinigung weiter Banken in Fusionen zusammentun: Gerabronn hat die Fusion mit der Volksbank Hohenlohe in Öhringen und Künzelsau bereits beschlossen, Kirchberg und Kupferzell werden wohl folgen. Günter Krist rechnet, daß von den jetzt 35 selbständigen Banken langsfristig nur etwa zehn überigbleiben werden.

Günstigere Baulandpreise
Ilshofen. Die Wasser- und Kanalleitungen für das gemeinsame Gewerbegebiet von Ilshofen und Kirchberg nahe der Autobahn sind jetzt verlegt. Dadurch wurden auch für das kleine Gewerbegebiet "Kreuzfeld" im Ilshofener Teilort Großallmerspann die Abrechnungsbedingungen der Erschließung günstiger. Die Gemeinderäte beschlossen dies im Intresse der Schaffung neuer Arbeitsplätze an potientielle Kunden weiterzugeben. Die Preise für vollerschlossenes Bauland werden entgegen früheren Kalkulationen auf 60 Mark je qm gesenkt. Nur noch 16 Mark beträgt daran der Erschließungskostenanteil.

15,5 Mio im Etat
Vellberg. Genau 342 800 Markmehr als im vergangenen Jahr stehen im Etat der Stadt Vellberg für das Jahr 98, insgesamt 15 514 400 Mark. Schon im zweiten Jahr in Folge reichen die Einnahmen des Verwaltungshaushaltes nicht um die Ausgaben zu decken, "trotz größter Sparanstrengungen", so Bürgermeister Walter. 600 Tsd Mark müssen als sogenannte negative Zuführungsrate aus dem Vermögen entnommen werden. Doch das geht auch 16 weiteren Gemeinden im Landkreis Schwäbisch Hall, so inclusive der Kreisstadt Hall selbst. Die Neuverschuldung der Gemeinde wächst um 2,1 Mio Mark , die Pro-Kopfverschuldung, Ende 1996 noch bei 350 Mark kletterte steil nach oben. Sie wird Ende 98 bei 1340 Mark liegen.

Hospital kauft Wald
Schwäbisch Hall. Das Haller Hospital zum Heiligen Geist kauft 1998 36 ha Wald. Der Preis: 1 Mio Mark. Die Stiftung schließt sich dabei an ein Tauschgeschäft zwischen Land und Evangelischer Landeskirche an, die Wald im Ohrntal bei Öhringen gegen Wald am Einkorn, dem Haller Hausberg tauschen. Ziel des Hospitals ist es, weiter entfernte Waldungen gegen nahegelegene zu tauschen. Dazu ist es nötig das Zwischenstück von 36 ha zu kaufen. Damit könnte die Stiftung nach dem Naherholungsgebiet im Westen auch das Naherholungsgebiet im Osten der Stadt übernehmen

Würth unter Top 250
Gaisbach. Die Zeitschrift Wirtschaftswoche hat in mühevoller Kleinarbeit ermittelt, welche der deutschen Unternehmen die meisten neuen Arbeitsplätze im vergangenen Jahr geschaffen haben. Der Hohenloher Schraubenhandelskonzern Würth aus Künzelsau Gaisbach kam dabei auf den 25. Platz mit 408 Arbeitsplätzen in Deutschland. Weltweit war es ein Vielfaches davon. Für das laufende Jahr plant Würth, weitere 674 Arbeitsplätze neu zu schaffen. An der Spitze von Deutschland Top 250 standen übrigens die Daimler Benz AG mit einem plus von 4800 und die Rewe Gruppe mit 4500 und Volkwagen AG mit einem plus von 3166 neuen Arbeitsplätzen.

Sudanese erstochen
Halle an der Saale/Schwäbisch Hall. Ein Sudanese, der eigentlich der Asylbewerber-Sammelunterkuft in Schwäbisch Hall zugeteilt war, wurde jetzt in Halle an der Saale auf offener Straße von einem Landsmann erstochen. Der 28jährige Asylbewerber hatte seinen zugewiesenen Aufenthaltsort illegal verlassen, hatte in Halle eine Veranstaltung besucht und war gegen 3 Uhr nachts auf dem Weg in die dortige Asylbewerber-Unterkunft. Dabei wurde er vom späteren Täter begleitet. Unterwegs gerieten die beiden Männer in heftigen Streit der mit dem tödlichen Stich ins Herz endete.

62 Mio investieren Mulfingen.
62 Millionen Mark will die Gemeinde Mulfingen in den nächsten zehn Jahren investieren. Das meiste Geld fließt allerdings in sogenannte Pflichtaufgaben. Mehr als 40 Millionen müssen in verscheidene Wasser- und Abwasserprojekte gesteckt werden, allein 9,9 Mio sind für die neue Sammelkläranlage vorgesehen. Doch der finanziell recht gut gestellten Jagsttalgemeinde bleiben auch noch Spielräume für Wunscherfüllung. Sieben Millionen soll eine neue Sporthalle kosten und für über eine Million soll die alte Dreschhalle des Teilortes Hollenbach in ein Gemeindezentrum umgebaut werden.

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Sonntag 22.2.98

Kirche wird 600
Crailsheim. Die Johanneskirche von Crailsheim wurde heute vor 600 Jahren gegründet. Am 22. Januar 1398 wurde der Grundstein gelegt. Schon zuvor hatte an dieser Stelle eine Kirche gestanden, denn die Kirchengemeinde kann auf über 1000 Jahre Kirchengeschichte zurückblicken. Bei Ausgrabungen entdeckte man etwa 1400 Jahre alte Spuren kultureller Nutzung auf dem Kirchplatz. So wurden auch Gräber aus dem siebten Jahrhundert entdeckt, aus der Zeit vor der Besiedlung des Gebietes durch die Franken. Die Johanneskriche erlebte in ihrer Geschichte mehrere Um- und Ausbauten. Zuletzt umgebaut wurde der Kirchturm im Jahr 1643, nachdem ein Blitzschlag Glockenstuhl und Glocken vernichtet hatte. 1792 bekam die Kirche ein flacheres Ziegeldach. Seither wurde sie nicht mehr verändert.

Scholl-Ausstellung
Forchtenberg/Crailsheim. In Forchtenberg ist seit heute die Ausstellung "Die weiße Rose" zu sehen, und zwar im Rathaus, zugleich auch Geburtshaus von Sophie Scholl. Heute vor 55 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl in München-Stadelheim durch Enthaupten hingerichet. Sie hatte sich als Köpfe der studentischen Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" mit Flublättern und anderen politischen Aktivitäten gegen das Hitler-Regime eingesetzt. In Crailsheim verstreicht der Gedenktag ein weiteres Mal ohne offiielles Gedenken. Dort im Teilort Ingersheim war vor 80 Jahren Hans Scholl geboren worden. Vater Robert Scholl war dort ebenfalls Bürgermeister gewesen.

Chancen für Berufsakademie
Untermünkheim. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring sieht nach wie vor Chancen für einen Berufsakademie in Hohenlohisch-Franken. Die Vertreter der einzelnen Landkreise, so Döring bei eine Pressekonferenz im Untermünkheimer Steigenhaus, bräuchten sich nur auf ein Konzept zu einigen. Der Standort wäre eine zweitrangige Frage. Er könne sich durchaus eine Akademie mit mehreren Lehrstandorten vorstellen, so der Wirtschaftsminister. Die Kommunen in der Wirtschaftsregion Franken forderte Döring auf, mehr für sich zu werben, etwa im Internetangebot seines Ministeriums, das speziell für Kommunen eingerichtet worden sei. Die Region habe gute Substanz, "besser, als viele hier denken", und das sei eine gute Basis für die Zukunft. Um mehr innovative Existenzgründer nach Hohenlohe-Franken zu bringen regte Döring an, die Pegasus-Initiative des Ostalbkreises zu kopieren: dort helfen aktive und ehemalige Unternehmer dem Nachwuchs mit Know How und, ganz wichtig, sie vermittelten den innovativen Gründern Risikokapital, das ihnen die Banken normalerweise verweigerten. Im Hohenlohekries gebe es einen Ansatz dafür, der durch den Unternehmer Reinhold Würth initiiert werden.

Motorradfahrer tot
Grünbühl. Auf der Landesstraße von der B19 nach Öhringen starb gestern kurz hinter dem Ort Grünbühl ein Motorradfahrer. Der 23jährige wurde das Opfer eines unachtsamen Autofahrers. Als dieser zum Überholen eines vorausfahrenden, langsameren Fahrzeugs ansetzte übersah er den hinter ihm fahrenden Motorradfahrer, der sich ebenfalls überholen bereits auf der linken Straßenseite befand. Der Mottorradfahrer prallte auf das heck des ausgescherten Fahrzeugs, kam bei hoher Geschwindigkeit zu Fall und knallte in die Leitplanke. Trotz Einsatz eines Rettugshubschraubers kam für den Motorradfahrer jede Hilfe zu spät. Die Strecke nach Öhringen war fast zwei Stunden völlig für den Verkehr gesperrt.

Döring Bundesminister?
Schwäbisch Hall. "Nach heutigem Stand eher nicht", antwortet Landes-Wirtschaftsminister Dr. Walter Dörig, ob er nach einem Wahlsieg der Koalition in Bonn Minister Rexrodt als Bundesminister ablösen werde. Ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung hatte die Frage erneut zur Aktualität erhoben, nachdem Döring solch Bonner Ambitionen schon früher immer wieder verneint hatte. Auch jetzt sagt Döring immer noch nei: er wolle im Jahr 2001 erneut bei den Landtagswahlen ein Super-Ergebis für die FDP holen und bestätigen, daß das 96er Ergebnis keine Eintagsfliege gewesen sei. Und wenn es im Jahr 2002 dann immer noch aktuell seinmit dem Bundesminsiter..., da sei er dann 48, und das reiche dann immer noch, so Döring.

Fröber hörte auf
Ilshofen. Er habe die Stadt Ilshofen durch seine Umtriebigkeit zwischen den konkurrierenden Interessen der Städte Hall und Crailsheim auf eine bemerkenswerte Position gehoben, so sagte es Ilshofens Bürgermeister Roland Wurmtaler. Walter Fröber, seit sechs Jahren Vorsitzender der Ilshofener Selbständigen und Gewerbtreibenden im BdS, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Auch ein letzte Versuch bei der Versammlung, ihn zum bleiben zu bewegen, schlug fehl. Er wolle nicht länger der Vorturner und Motor bleiben, sondern sich künftig verstärkt anderen Aufgaben widmen, so Fröber, der sich künftig mehr um Fremdenverkehr und seine Hotelgäste bemühen wird. Neuer Vorsitzender des Bundes der Selbständigen in Ilshofen wurde der bisherige Kassier des Verbandes: das Vorstandsmitglied der Volksbank Crailsheim Franz Weissinger

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Montag 23.2.98

Montag 23.2.1998

Gülle-Alarm Kleinansbach.
Ein teures Kalb brachte am Wochenende ein Kuh auf einem Bioland-Hof bei Kleinansbach zur Welt. Weil die Kuh kalbte vergaß der Landwirt einen Schieber zu schließen, durch den den Gülle aus seiner Biogasanlage in ein Anhänger-Faß lief. Über eine Stunde lang wurde nicht bemerkt, daß das Faß übergelaufen war und rund 10 000 Lieter Gülle liefen in den unterhalb des Hofes vorbeifließenden Bach. Mit einem grenzüberschreitenden Gülle-Alarm - Kleinansbach liegt direkt an der bayrischen Grenze oberhalb des Taubertales - konnte verhindert werden, daß die Gülle in die Tauber und die dort sehr zahlreichen Fischzuchtanlagen geriet. Insgesamt 60 Feuerwehrleute aus beiden Bundesländern waren mit 17 Güllewagen im Einsatz, um Sperren zu errichten und das verschmutze Bachwasser abzupumpen.

Genmanipulierte Zuckerrüben?
Kupferzell. Nach den zum Teil heftigen Diskussionen um einen Feldversuch mit genmanipuliertem Raps bei Schrozberg, macht der US-Konzern Monsanto erneut in Hohenlohe den Versuch, den Landwirten und der besorgten Bevölkerung eine Freilandaussetzung, diesmal von genveränderten Zuckerrüben, schmackhaft zu machen. Ein weiteres Mal geht es dabei um das Herbizid Roundup Ready, das praktisch alle Wildkräuter auf dem Feld vernichtet. Doch den genveränderten Zuckerrüben kan es nichts anhaben, da diese durch die Veränderung resistent gegen den Roundup Hauptwirkstoff Glyphosat sind. Anders als in Schrozberg beim Raps sind bei den Zuckerrübenbauern noch keine Verträge unterschrieben hieß es jetzt bei einer Diskussionsveranstaltung mit Fachleuten in Kupferzell. Einen Landwirt, der die für den Freisetzungsversuch notwendigen 1,5 ha Ackerfläche zur Verfügung stellen will, gibt es allerdings schon.

Hohenloher Fasching?
Bühlertann/Bühlerzell/Gerabronn. Hohenlohe ist zwar ganz und gar keine katholischer Landstrich, in weiten Teilen ist eher der protestantische Pietismus verbreitet: dennoch gibt es auch hier Ausnahmen. Fasching so richtig gefeiert wird in den Gemeinden Bühlertann und Bühlerzell, die aus historischen Gründen ihrer ehmaligen Zugehörigkeit zu den Ländereien des Klosters Ellwangen überwiegend katholische Bevölkerung haben , und in der Stadt Gerabronn, die seit jahr und Tag am Faschingsdienstag ihren Pferdemarkt abhält. Samstag in Bühlertann, gestern in Bühlerzell und morgen in Gerabronn bewegen sich große Umzüge durch die Gemeinden. Viele Tausend Besucher werden die Straßen säumen.

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Dienstag 24.2.98

Schulanfang auf neuen Wegen
Gaildorf. Auf zunächst vier Jahre begrenzt gibt es seit einem halben Jahr an der Gaildorfer Parkschule ein Projekt, das den Erstklässlern den Schulanfang erleichtern soll. Vor allem das große Gefälle in der Entwicklung der Kinder macht den Lehreren zu schaffen. Schon zu ersten Stunde bietet das Lernprojekt den Kindern die Möglichkeit zur Schule zu kommen. Doch dann wird nicht "gelernt" sondern unter Anleitung gespielt. Diese erste Stunde, vor allem gedacht für Kinder mit motorischen und sozialen Defiziten, ist freiwillig. Um 8:30 Uhr, zur zweiten Stunde beginnt für alle Kinder dann der Pflichtunterricht. Und drei Mal die Woche gibt es dann für Kinder mit Lernschwierigkeiten und Wissensdefiziten Förderunterricht, der an die normalen Schulstunden angehängt wird. Vom Ministerium bekamen die Lehrer der Parkschule für ihr Projekt sogar einige Lehrerstunden mehr genehmigt, denn der Aufwand für diesem neuen Weg, den Schulanfang zu erleichtern ist doch enorm.

Kanuten auf dem Trockenen.
Crailsheim. Die 200 im Kanuclub Hohenlohe organisierten Paddler werden sich selbstverständlich an die seit dem 15 Februar erstmals wirksame Sperrung der Jagst halten, so die Kanuten in einer Pressemitteilung. Die Sperrung der Jagst von Crailsheim bis Untergruppenbach im Landkreis Hall und von Untergruppenbach bis Dörzbach im Hohenlohekreis war von den Behörden aus Naturschutzgründen erlassen worde. Doch schon zuvor hatten sich die organisierten Kanu-Sportler an bestimmt Regeln gehalten, waren nur an besfestigten Uferstellen unter Brücken ein- und ausgestiegen, hatten sich für´s Paddeln nur bei aureichenden Pegelständen entschieden. Andererseits, so der Kanuclub, könne man der Jugend Naturliebe nicht vom grünen Tisch aus vermitteln. Er spricht sich deshalb nach wie vor gegen eine starre zeitliche Sperrung der Jagst aus, sondern hält seine bislang praktizierte Pegelstandsregelung für praktikabler. Die Jagst ist jetzt bis zum 15. September für Boote gesperrt.

VHS: noch viele Plätze frei
Schwäbisch Hall. Der Versuch der Volkshochschule Schwäbisch Hall in diesem Jahr Geld zu sparen und das Programmheft nicht über die Zeitung an alle Haushalte zu verteilen, sondern nur in Ladengeschäfte, Banken und an anderen öffentlichen Orten aufzulegen, verläuft nicht zufriedenstellend. Es sind noch sehr viele Plätze in den Kursen frei, heißt es jetzt in einer Mitteilung der VHS. Insbesondere in den Bereichen Kultur, Sprachen, Gesundheit und Hauswirtschaft können noch zahlreiche Kurse belegt werden. Anmeldung ist täglich von 9 bis 18 in der Geschäftsstelle der VHS im Haller Löchnerhaus möglich.

318 wollten, 110 können
Künzelsau. Einer der alten Kirchenmärkte in der Region ist der Matthias-Markt, der alljährlich in Künzelsau am vierten Dienstag im Februar stattfindet. Heute fällt der Markt zufällig auch auf den Faschingsdienstag. 318 Markthändler hätten gerne einen Stand in der Künzelsauer Hauptstraße gehabt. Doch 110 Händler konnten vom Ordnungsamt nur zugelassen werden. Seit 8:30 Uhr heute früh bieten sie ihr altbekanntes Angebot feil: Textilien, Haushaltswaren, Süßigkeiten, Spielwaren. Der Wochenmarkt in Künzelsau fällt aus.

Preise der Umweltstiftung ausgelobt
Westernach. Die Umweltstiftung Westernach wird für das Jahr 1998 wieder Umweltpreise vergeben. Bewerben können sich Schulen, Verwalltungen, Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen, die mit Projekten in Energieeinsparung, Abfallvermeidung, Regenwassernutzung oder Renaturierung zum Nachdenken und Nachmachen anregen. Bewerbungen müssen bis zum 30. April an die Umweltstiftung in Kupferzell eingereicht werden. Die Umweltstiftung ging aus der ehemaligen Bürgerinitiative Westernach gegen eine Sondermüll-Verbrennungsanlage hervor, die auf ihrem Höhepunkt Anfang der 90er mehr als 5000 Mitglieder zählte.

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Mittwoch 25.2.98

Keine Angst vor Asien
Schwäbisch Hall. Die Verpackungsmaschinen-Hersteller im landkreis Schwäbisch Hall fürchten die gegenwärtige asiatische Finanz- und Wirtschaftskrise in der regel nicht. Die Beschäftigten der Spezialmaschinenbauer brauen nicht um ihren Arbeitsplatz zu bangen. Jedenfalls nicht als Folge einer "Grippe" der Börse in Honkong oder einer kränkelnden Wirtschaft in Korea, so der Vertriebsleiter der Haller Optima Maschinenfabrig, Siegfried Vogel, der gerade aus Asien zurückkam. "Unsere Kunden in den sogenannten Tigerstaaten", so Vogel, "sind vorwiegend sogenannte 'global players' mit Konzernmüttern zumeist in den USA. Auch wenn die von uns gelieferten Maschinen letztendlich aus den jeweiligen Landeswährungen bezahlt werden müssen, es sind sehr spezielle Maschinen, die sich längerfristig amortisieren als kurzlebige Wirtschaftsgüter. Die Wirtschaftskrise betrifft uns also nicht in dem Maße wie etwa die Konsumgüter-Industrie oder Firmen, die in eines der vielen asiatischen Staatsprojekte investiert haben." Wichtig, so Vogel sei, daß man in Asien ständig am Ball bleibe, sich sehen lasse und "das Gesicht" nicht verliere. Bereits am kommenden Sonntag fliegt Siegfried Vogel wieder nach Taiwan.

Ein Konzert schon ausverkauft
Künzelsau. Das Programm des diesjährigen Hohenloher Kultursommers scheint beim Publikum gut anzukommen. Ein Konzert - das vom 13. Juni im Schloß Neuenstein - ist bereits ausverkauft. Der Kultursommer, eine Reihe von Konzerten mit mittelalterlicher, barocker oder klassischer Musik in Konzerträumen auf den Burgen und Schlössern Hohenlohes, war vor etwa zehn Jahren als Antwort auf ähnliche, aber ungleich größere Festivals dieser Art ins Leben gerufen worden. 48 Konzerte, das letzte am 27 September wird es in diesem Jahr geben. Die Nachfrage nach Karten ist in diesem Jahr um rund 10 Prozent größer als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, so die Veranstalter von der Hohenloher Kulturstiftung.

Mathematiker zum Pfarrer gewählt
Mainhardt/Adelmannsfelden. Dr. Werner Kugler, seit etwa drei Jahren als Pfarrvikar in der Gemeinde Mainhardt im Landkreis Schwäbisch Hall tätig, war vor seinem Theologiestudium Mathematiker. Jetzt wurde er von den Räten der evangelischen Kirchengemeinden Adelmannsfelden und Pommertsweiler im Ostalbkreis zum Pfarrer gewählt. Wann Dr. Kugler sein Amt bei den etwa 1600 Gemeindemitgliedern antreten wird ist noch nicht entschieden.

OB-Wahl vor Gericht
Schwäbisch Hall. Morgen früh ab 10 Uhr wird das Stuttgarter Verwaltungsgericht über die Klagen der unterlegenen OB-Kandidaten Alfred Ernst Albig und Florian Burlafinger gegen die Schwäbisch Haller Oberbürgermeister-Wahl vom April letzten Jahres entscheiden. Beide Ex-Kandidaten führen u.a. Veleumdung durch die Medien und öffentliches Ins-Unrecht-Setzen als Anfechtungsgründe an. Ihre Chancengleichheit sei von Anfang an systematische beschnitten worden. Burlafinger war bei der öffentlichen Kandidatenvorstellung von Ordnern aus dem Saal geführt worden, weil er sich entgegen den Regeln der Fairness nicht zu den anderen Kandidaten in einen Nebenraum begeben, sondern sich zum Publikum in den Saal gesetzt hatte. Rechtlich gewichtigster Grund der Anfechtung, dürfte wohl das Vorbringen Albigs sein, die Wahl im April habe gar nicht stattfinden dürfen, da über seine Anfechtung der Wahl vom Dezember zum Wahlzeitpunkt im April noch gar nicht rechtskräftig entschieden gewesen sei. Albig hatte durch seine Anfechtung der Wahl vom Dezember 1996 den damaligen Gewinner Kurt Leibbrandt zur Aufgabe bewegt, weshalb die Wiederholungswahl im April vom Haller Gemeinderat angesetzt worden war. Das Regierungspräsidium hatte die Anfechtungen von Burlafinger und Albig bereits zurückgewiesen.

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Donnerstag 26.2.1998

Döring: Saumäßig viel Geld
Bühlertann. Ein weiteres Mal rief Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring bei seiner gestrigen Aschermittwochs-Veranstaltung in Bühlertann im Landkreis Schwäbisch Hall dringend nach einer Änderung des Länderfinanzausgleiches. Über 40 Milliarden habe das Land in den letzten 25 Jahren in den Länderfinanzausgleich bezahlt. Jetzt werde das Land gegen die Regelung klagen."Ich mag nicht einsehen, so Döring vor rund 150 Zuhörern, "daß Baden-Württemberg vor dem Länderfinanzausgleich auf Platz drei im Vergleich der Bundesländer liegt und nachdem der Länderfinanzausgleich über uns hinweggerauscht ist auf Platz 15." Das Kabinett werde deshalb, und darüber hatte sich Döring mit Ministerpräsident Teufel noch kurz vor der Veranstaltungverständigt, im März im Kabinett die Klage gegen den Länderausgleich vorbereiten. "Wenn wir nur die Hälfte dessen, was wir einzahlen, behalten dürften, dann wären das zwei Milliarden. Das muß man sich mal vorstellen, des isch saumäßig viel Geld: 2000 Millionen Mark!" Baden-Württemberg, so Döring, werde nicht länger die Verschwendung anderer Bundesländer mifinanzieren - und damit meinte der Wirtschaftsminister insbesondere das Saarland mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von über 12 Tsd Mark - und den eigenen Bürgern Leistungen verweigern, etwa bei der Bildung und bei der inneren Sicherheit verweigern.

1892+488 Unfälle
Hohenlohekreis. Vorfahrtsverletzungen waren die häufigsten Unfallursachen im vergangenen Jahr im Hohenlohekreis, verursacht zumeist von Führerschein-Neulingen bis zum Alter von 38 Jahren und Fahrern älter als 60 Jahren. Insgesamt 1892 Unfälle bei 91 Tsd angemeldeten Fahrzeugen gab es 1991 im Hohenlohekreis. Dazu kommen 488 Unfälle auf der A6 im Bereich Hohenlohe, die von der Autobahnpolizei in Ilshofen gemeldet wurden. Dabei gab es 145 Verletzte und drei Tote.

Rotary stütz Brückenlehrer
Schwäbisch Hall. Sogennante Brückenlehrer, die Aussiedlerkindern und ihren Familien beim Erlernen der deutschen Sprache helfen, können seit Ende 97 aufgrund mangelnder Finanzierung nicht mehr unterrichten. Nur bei der AWO-Schülerhilfe auf dem Teurershof ist in Hall noch eine Brückenlehrerin tätig. Der Rotary-Club von Schwäbisch Hall will jetzt durch Spenden und ein Benefizkonzert im März erreichen, daß die jetzt entlassenen Brückenlehrer in Hall wieder an ihrem bisherigen Wirkungskreis tätig werden können. Denn mit der Sprache stehen oder scheitern alle Versuche der Integration von Aussiedlern.

Transavantguardia
Gaisbach. Etwas Kunstgeschichte, ironische Selbsdistanz, naive Tendenzen und Comicfiguren. Gemälde und Skulptiuren von vier italienischen Künstlern der Nachkriegsgeneration gibt es seit gestern abend im Museum Würth zu sehen. Beate Elsen-Schwedler eröffnete die neue Ausstellung Transavanguardia. Die Vertreter der Transavantguardia, so Elsen Schwedler, werden oft mit den jugend Wilden in Deutschland verglichen, doch seit Trasnavantguardia etwas völlig Anderes, Eigenständiges. Gemeinsam allenfalls die großen Formate und die Vielfalt der Materialien. Die täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnete Ausstellung zeigt Werke der vier italienischen Künstler, Sandro Chia, Enzo Cucchi, Francesco Clemente und Mimmo Paladino, die wie kaum andere die Kunstszene seit Mitte der 70er geprägt haben. Die Schau dauert bis zum 1. Juni.

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Freitag 27.2.1998

OB-Wahlanfechtung abgewiesen.
Stuttgart/Schwäbisch Hall. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies gestern die Klagen von Alfred Ernst Albig und Florian Burlafinger gegen die Schäbisch Haller Oberbürgermeisterwahl vom April als unbegründet ab. Ein Gutachter hatte zudem aufgrund der Schriftsätze - ohne jedoch den Kläger zu kennen oder je persönlich gesehen zu haben - erhebliche Zweifel an der Prozeßfähigkeit von Alfred Ernst Albig bekundet. Das Gericht befaßte sich auch erst gar nicht mit den Ausführungen des Vellbergers, sondern wies seine Klage als unzulässig ab. Burlafingers Klage wurde zwar zugelassen doch als in der Sache unbegründet zurückgewiesen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Und Alfred Ernst Albig hat auch angekündigt, sich sein Recht vor der nächsten Instanz erkämpfen zu wollen. Dazu muß aber erst über die Zulässigkeit einer Berufung entschieden werden. Und es sei nach derzeitigem Stand der Dinge sehr unwahrscheinlich, so der Sprecher des Verwaltungsgerichts Dr. Kaspar, daß Berufung zugelassen werde.

Mit Sammelbüchsen auf die Straße
Crailsheim. Die Arbeiterwohlfahrt geht nächste Woche landesweit auf die Straße um mit der Sammelbüchse ihre Finanzen aufzubessern. Auch in Crailsheim. "Wir kommen uns wie Bettler vor" sagte Lilly Venohr, eherenamtliche Chefin der Crailsheimer AWO. Aber öffentliche Zuschüsse bleiben mittlerweile völlig aus. Schon seit vier Jahren kommt keine Geld mehr vom Land und seit zwei Jahren zahlt auch der Kreis nicht mehr. Bettreuungsangebote und Essen auf Rädern haben die Ortsverbände und der Kreisverband im Landkreis an den starken Ortsverband Schwäbisch Hall abgegeben. Doch Jugendfreizeiten, Altennachmittage und die regelmäßige Sozialberatung des Ortsverbandes müssen auch bezahlt werden. Vor 34 Jahren wurde die AWO Crailsheim gegründet. Sie ist mit 180 Mitgliedern zweitstärkster Ortsverband im Landkreis Hall

Verschuldung steigt.
Gerabronn. Die Stadt Gerabronn muß sich im Jahr 99 neu verschulden. Ursache steigende Umlagen. Schon in diesem Jahr bezahlt die Gemeinde aus ihrem 15,6 Mio Mark Haushalt 700 Tsd Mark mehr an Umlagen, als sie an Schlüsselzuweisungen bekommt. 1999 wird man auch Gelder aus dem Vermögens- für die Aufgaben im Verwaltungshaushalt benötigen. Normalerweise sollte der Geldfluß aber umgekehrt verlaufen. Zur Jahrtausendwende wird die pro-Kopf-Verschuldung in Gerabronn auf fast 2000 Mark ansteigen.

Smart Getriebe aus Hohenlohe
Neuenstein. Das Getriebe für das Swatch-Auto Smart wird in Neuenstein im Hohenlohischen gebaut und zwar beim dortigen Zahnradwerk. 90 Million hat die Firma investiert, um diesen Auftrag zu bekommen. Durch die Verzögerungen beim Smart wird das Werk zwar getroffen, Kurzarbeit oder Entlassungen unter den 300 Mitarbeitern beim Smart-Getriebebau wird es aber nicht geben, so die ZWN-Geschäftsführung.

700 Jahre Eckartshausen
Ilshofen.Mit der Eröffnung einer Ausstellung von bildern und Texten aus vergangenen Zeiten werden im Ilshofener Teilort Eckartshausen heute abend die Jubiläumsfeierlichkeiten eingeläutet. Vor 700 Jahren wurde Eckartshausen in einer Verkaufsurkunde erstmals erwähnt. Mit einem Programm bis zum 24. Mai und der Präsentation eines Heimatbuches feiert die Ortschaft ihr Jubiläum.

Mofa-Fahrer tot
Crailsheim. Weil er die Vorfahrt mißachtetet starb gestern ein Mofafahrer gestern noch an der Unfallstelle. Zwischen den Crailsheiemr Teilorten Triensbach und Roßfeld war der 46jährige Mann aus einem feldweg auf die Straße eingebogen, ohne auf ein herankommendes Auto zu achten. dessen 20jährige Fahrerein konnte nicht mehr anhalten, der Mofafahrer wurde erfaßt und regelrecht durch die Luft geschleudert. Auch der sofort herbeigerufene Notarzt konnte dem mann nicht mehr helfen. Unfallschaden etwa 10000 Mark.

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Mittwoch 28.1.1998

Krawattenzieher verurteilt
Schwaebisch Hall/Braunsbach. In der Polizeistatistik wurde sein Fall noch als versuchter Totschlag geführt. Vor Gericht angeklagt war ein 43jähriger Braunsbacher wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen einer Trunkenheitsfahrt. Er hatte im Februar 97 nach einer weilden Verfolgungsjagd durch die stockdunkle Nacht in Braunsbach einen Polizisten, der ihn stellen wollte, so heftig an der >Krawatte gezogen daß dieser sich nur noch mit Schüssen aus der Dienstpistole zu helfen wußte. Verurteilt wurde der juristische gebildete 43jährige Braunsbacher jetzt nach sechs Verhandlungstagen zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Rechtsmittel hat der Beklagte gegen diese Urteil vor dem Haller Amtsgericht bereits eingelegt. (Siehe auch Extra News)

Kompostierung grober Unfung?
Obersontheim. Als Groben Unfug klassifizierte das Kreis-Umweltzentrum in einem Brief an die Genehmigungsbehörde Landratsamt die Errichtung eines Kompostwerkes für Biomüll am Obersontheimer Heerberg, eine aufgelassenen Steinbruch. Nicht die Kompostierung an sich ist es, was das Umweltzentrum kritisiert, sondern der Transport des Rohgutes. Das ist nämlich der gesammelt Biomüll des rhein-Neckarkreises. Jährlich über 250 Tsd Lastwagen-Kilometer kämen zusammen, wenn der Biomüll bis zu 105 km von seinem Entstehungsort entfernt kompostiert werde. Am kommenden Mittwoch wird Wirtschaftminister Döring mit den Betreibern, der Genehmigungsbehörde (die vom Regierungspräsidium zwar eine Anweisung zur Genehmigung, ihre bisherige Ablehnung des Werkes aber noch nicht aufgehoben hat) mit Vertretern der Gemeinde und der Bürgerinitiative am Standort Kompostieranlage zu einer Ortsbesichtigung zusammenkommen. Alleridngs, so Döring, könne auch ein Minister nicht an recht und gesetz vorbei. Wenn das Unternehmen einen Anspruch auf Genehmigung der Anlage habe, dann werde das so kommen, ohne daß die gemeinde darauf auch nur in irgendeiner Weise beteiligt werde. Nur über die Rahmenbedingungen, Sickerwasser, Lärmbelästigung, Anfahrtsbeschränkungen und dergleichen könne die Gemeinde dann noch Einfluß nehmen.

Fußball ade.
Ingelfingen. Die Chancen für Ingelfingens Turn- und Sportverein sind endgültig passe. Die Fußball-Abteilung wird aus protest gegen ihren eigenen Vereinsvorstand zur Rückrunde der gegenwärtigen Saison nicht antreten. der Verein wird absteigen. Ursache sind unüberbrückbare Streitigkeiten zwischen teilen des Vorstandes und dem Abteilungsleiter der Fußballabteilung, der mehr Eigenständigkeit auch bei der Finanzierung der Abteilung gefordert hatte. Ein Vorstandsmitglied, das im Streit zunächst eine einen mittlerweile zurückgenommenen Auschlußantrag gegen den Fußball-Abteilungsleiter mitunterschireben hatte, hat seine Meinung zwar geändert, ist seitdem aber selbst Angriffen innerhalb des Vereines ausgesetzt. Inzwischen befassen sich auch die Anwälte von Fußballabteilungschef und Vereinvorsitzem mit der Angelegenheit.


Anmerkung: Die Frage sei gestattet. warum haben Fußballer und Abteilungsleiter nicht längst einen eigenen verein gegründet? Oder sollte letztendlich die Lust am Streit der Antrieb für die Vorkommnise sein?

Ost-West-Synthese
Schwäbisch Hall. Ich habe schon europäisch gefühlt, als ich zu Hause in japan begann, mich mit Kunst zu befassen, sagte die Wahl-Düsseldorferin Setsuko Ikai bei der Vernisage ihrer Ausstellung im Forum der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Die Erschaffung von Harmonie mit großen Pinselgesten expressivem Umgang mit Farbe, das ist ihr Anliegen. Daß große Pinselgesten großzügig wirken, aber nicht großspurig, daß expressive Farben kräftig aber nicht protzig daherkommen, das ist ihre Kunst. Doch geht es der Künstlerin dabei nicht nur um Ästhetik sondern gerade um die künstlerische Freiheit im Spannungsfeld zweier Kulturen. Die Ausstellung "Brücke zwischen den Welten" ist bis zum 24. März im BSH-Forum der Öffentlichkeit zugänglich.

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Extra 1:

La Via Campesina
Internationale Bauernsolidarität?
Delegation des internationalen Bauernverbandes besucht Ev. Bauernwerk - Vorbereitung einer "Brot für die Welt"-Konferenz am 14./15/ 2. in Stuttgart

Hohebuch. Eine internationale Bauerndelegation der Organisation La Via Campesina mit Mitgliedern aus Kolumbien, Mexico, Indien und anderen Dritte Welt Ländern kommt am Wochenende nach Hohebuch zum Ev. Bauernwerk Württemberg. Die Gespräche und Arbeitskreise, die das Bauernwerk in Hohebuch zusammen mit einheimischen Bauern organisiert dienen der Vorbereitung einer Konferenz zur Ernährungssituation, die nächste Woche in Stuttgart stattfindet. "La via Campesina will Württemberger Bauern treffen, die ja auch nicht frei von Sorgen sind", so Organisator Dr. Rudolph Buntzel vom Ev. Bauernwerk. Außerdem will das Bauernwerk mit seiner Einladung an La Via Campesina Kontakte vermitteln zu Vertretern des deutschen Bauernverbandes und darüber sprechen, was eigentlich internationale Bauernsolidarität heißt. Denn der Deutsche Bauernverband (DBV) ist Mitglied der IFAP, die vornehmlich die Interessen der großen Bauern vertritt, und La Via Campesina wird vom DBV nicht anerkannt. La Via Campesina setzt sich vornehmlich für kleine Bauern und eine bäuerliche Landwirtschaft ein. Dennoch ist es keine kleine Organisation. Praktisch alle süd- und mittelamerikanischen Bauernverbände, Verbände aus Afrika und Asien, aber auch vor allem alternative Verbände wie die deutsche Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft AbL aus Europa gehören zu den Mitgliedern. Landwirtschaftspolitik wird heute nicht mehr in Bonn, aber auch kaum noch im so viel kritisierten Brüssel gemacht, sondern seit der GATT-Konferenz bei der Welthandelsorganisation in Genf. Sie und die von ihr vertretenen Freihandelsbefürworter reden auch in der Landwirtschaft einer Globalisierung das Wort. Für sie sind landwirtschaftliche Produkte im Prinzip Waren, wie Industrieprodukte auch. Die Welternährung soll durch Import und Export überall gleichmäßig gesichert werden, so die Theorie. Doch die Welthandelspreise sind überall stark subventioniert. Niemand, kein Bauer auf der ganzen Welt kann Getreide zu einem Preis von 20 Mark je Doppelzentner produzieren. Dennoch ist dieser Dumpingpreis , verursacht durch Subeventionen, aktueller Weltmarktpreis. Arme Länder, die ihre eigene Landwirtschaft nicht in dem Maße subventionieren können, gehören zu den Verlierern. Die vor allem kleinen Bauern geben auf, die Ernährungssituation verschlechtert sich und diese Länder geraten in völlig Abhängigkeit von Importen, die sie oft nicht bezahlen können, weil keine oder kaum andere Produkte als Exportartikel dagegen stehen. Für La Via Campesina stellt sich deshalb die Frage, was man gemeinsam gegen die Pläne der Welthandelsorganisation WTO in Genf machen kann. Bekanntlich sind die kleineren Bauern im Süden Deutschlands, also gerade in Württemberg auch nicht sehr begeistert darüber, was als Auswirkung der von der WTO gesteuerten Globalisierung über Brüssel auf sie unter dem Stichwort Agenda 2000 zukommt: Auch in Württemberg geben immer mehr kleinere Landwirte auf. Neben den Gesprächen mit dem Bauernverband und den württembergischen Bauern wird am Wochenende beim Ev. Bauernwerk in Hohebuch auch eine Konferenz vorbereitet, die von "Brot für die Welt" nächste Woche in Stuttgart zum Thema Ernährungssicherung abgehalten wird.

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Extra 2:

Leukämie
Spendenaktion für Michael Münch
Verkäuferin aus der Region hat 14jährigem mit Knochenmarkspende das Leben gerettet.

Schwäbisch Hall/Leuzendorf. Am 15. Februar findet in der Max-Kade-Halle von Steinbach die Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) für Michael Münch aus Schwäbisch hall statt. Der 26jährige Haller, Vater eines fünfjährigen Sohnes, leidet an einer Form der Leukämie, der mit Chemotherapie anscheinden nicht mehr beizukommen ist. Helfen kann eine Stammzellen- Übertragung von einem Spender, einer Spenderin, falls jemand Geeignetes bei der weiltweiten Suche gefunden wird. Die 37jährige Monika Krauss aus Leuzendorf, die sich bei einer anderen Typisierungsaktion untersuchen ließ konnte jetzt einem 14jährigen Jungen helfen.

Monika Krauss, selbst Mutter von drei Kindern ließ sich im Januar 1996 typisieren. Dmalas ging es um das Schicksal des 23jährigen Michael Wiedmann aus Schrozberg. Über 1200 Menschen ließen sich damals je etwa 30 ml Blut abnehmen, um dem Molkereifachmann zu helfen. Über 186 000 Mark an Spenden gingen binnen weniger Wochen an "Spenden für Michael" ein. Er bekam schließlich die Stammzellen seines Onkels übertragen. Doch Verwandtschaft ist keine Garantie. Michael Wiedmann überlebte die Transplantation der blutbildenden zellen nur um 14 Tage.

Doch Die Stammzellen von Monika Krauss, die sich bei deiser Aktion untersuchen ließ, passten schließlich auf einen 14jährigen Jungen, bei dem die Chemothearpie ebenfalls versagt hatte. Anfang 1997 war Monilka Kraus informiert worden, daß ihre Gewebemerkmale zu dem 14jährigen René passten, der seit seinem neunten Lebensjahr an Leukämie erkrankt war.. Sie willigte in eine Spende ein. Drei Tage lang wurde sie stationär in die städtische Klinik von Nürnberg aufgenommen, wo unter Narkose ca 1 Liter Knochenmarksgewebe aus ihrem Beckenknochen entnommen wurden. Einziges Risiko dees Eingriffes: die Vollnarkose. Nach drei Stunden war alles glücklich überstanden.

Die DKMS hatte zuvor schon alles geregelt. Die Tübinger Einrichtung hatte den Entnahmetermin organisiert und mit Renés Ärzteteam koordiniert, hatte alles mit Monika Krauss´Arbeitgeber geregelt, bezahlte die Aushilfskraft für die Tage, an denen die Verkäuferin nicht arbeiten konnte, übernahm den Ausfall des Lohns von Monika, bezahlte die Fahrtkosten und den Klinik-Aufenthalt.

Die Übertragung von Monikas Stammzellen auf René war erfolgreich. Kurz vor der Transplantation waren seine körpereigenen Stammzellen abgetötet worden. Wochenlang verbraxchte der Junge in einem Steril-Raum, denn dadurch wurde auch der letzte Rest seines Immunsystems zerstört. Darin liegt auch eines der großen Risiken der Transplation. Doch 17 Tag nach der Übertragung begannen Monikas Stammzellen in Renés Körper wieder Blut und Abwehstoffe zu produzieren. Vier Wochen später konnte der junge aus dem Krankenhaus entassen werden.

Monika Krauss und René kennen sich nicht persönlich. Die DKMS hält Spender und Empfänger zumindest für ein Jahr anonym. Doch die Regel wird durchbrochen, falls beide Betroffenen dies wünschen. Monika Krauss erhielt schon drei Wochen nach dem Eingriff Post von René und den Eltern des Jungen.


Info: Die DKMS in Tübingen hat mittlerweile Daten von 475 000 Menschen in ihrer Kartei. Doch allein in Deutschland erkranken jährlich um die 4000 Menschen an der oft auch Blutkrebs genannten Form von Leukämie. Die bösartige Veränderung der weißen Blutkörperchen, die für das Immunsystem des Körpers eine so große Rolle spielen, verläuft trotz Chemotherapie oft tödlich. Für viele Patienten ist deshalb die Übertragung von Stammzellen fremder Menschen die letzte Rettungschance. Dazu müssen die eigenen Stammzellen des Patienten, die kranke Blutkörperchen bilden, zuvor abgetötet werden. Dioe Chance, daß Stammzellen eines anderen Menschen genetisch passen, liegt bei etwa eins zu einer Million. Die Blutgruppe selbst ist dabei eher zweitrangig. Doch über eine Blutuntersuchung kenn die genetische Passgenauigkeit herausgefunden werden. Rund 100 Mark kostet solch eine Untersuchung, die in der Regel vom Spender selbst bezahlt werden muß. Über Spenden können die Kosten acuh ganz oder teilweise übernommen werden, wenn jemand zwar helfen will, aber das Geld dafür nicht aufbringen kann. Jeden Tag findet die DKMS bei ihrer weltweiten Suche - auch in anderen Ländern gibt es Spenderkarteien - zwar einen passenden Spender, doch warten immer noch etwa 30 Prozent aller Leukämiekranken vergebens. Die Spendenaktion für den Schwäbisch Haller Michael Münch findet am 15. Februar von 10 bis 17 Uhr in der Max-Kade-Halle von Schwäbisch Hall Stinbach statt.

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Extra 3:

Stadtfeiertag Crailsheim:
Wie im Jahr 1380 so auch heute
Bemerkenswerte Rede des Oberbürgermeisters beim Stadfeiertags-Empfang

Crailsheim. In Crailsheim wird alljährlich am Mittwoch nach dem Kirchensonntag "Estomihi" der Stadtfeiertag begangen, der auf eine Belagerung der Stadt im Winter 1380/81 durch die Reichsstädte Rotheburg, Dinkelsbühl und Hall zurückgeht. Oberbürgermeister Georg Schlenvoigt (SPD) knüpfte in seiner Rede beim traditionellen Empfang zum Stadtfeiertag gedankliche Verbindungen zwischen der damaligen und der heutigen Situation nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Rechtsbeugung vor dem Ellwanger Landgericht vor wenigen Wochen. Wie die damalige Bürgermeisterin, ungeschützt und entblößt dem fein ausgeliefert haben er und seine Familie sich gefühlt, so Georg Schlenvoigt. Was sich aus der zunächst unterschätzten Geschichte des verjährten Bußgeldverfahrens gegen einen Crailsheimer Unternehmer entwickelt habe, war "zum Schaden für uns alle."

Die Formel, die bei Gericht geprägt worden sei, "OB freigesprochen, Stadtverwaltung verurteilt" halte er für falsch. Wörtlich sagte Schlenvoigt: "Ich als Oberbürgermeister und Chef der Verwaltung trage die politische Verantwortung für den negativen Verlauf des Bußgeldverfahrens. Hätte ich meinen eigenen Ansprüchen nach Ergebnis- und Zielorientierung entsprochen, wäre das nicht passiert. ich will deshalb meinen Fehler nicht schönreden, sondern daraus lernen."

Ob diese Worte bei Schlenvoigts Haupt-Gegenspieler im Gemeinderat Werner Gulden innerlich angekommen sind, bezweifeln professionelle Beobachter, die dem CDU-Fraktionsvorsitzenden zunehmend destruktives Agieren im Rat vorwerfen. Allerdings habe Gulden während der Rede Schlenvoigts mit betroffener Miene und gesenktem Haupt in der etwa 200köpfigen Gästeschar beim Stadtfeiertagsempfang gestanden.

Indirekt gab Georg Schlenvoigt auch bereits seine Wiederkandidatur bei den im nächsten jahr anstehenden OB-Wahlen bekannt: "Wenn Sie bei allem, was passiert ist, verehrte Crailsheimerinnen und Crailsheimer, es wollen und mich dabei weiterhin mit ihrem Vertrauen unterstützen, dann will ich mich auch weiterhin in die Pflicht nehmen lassen! Allerdings werde ich zukünftig noch konsequenter handeln, wenn mir dies von Ihnen, verehrte Bürgerinnen und Bürger angetragen wird."

Der mehrtägige Reigen von Stadtfeiertags-Veranstaltungen in Crailsheim endet mit einem "Bunten Abend" in der zur Stadthalle umfunktionierten Großsporthalle in den Kistenwiesen.

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Extra 4:
Krawattenzieher verurteilt
Schwaebisch Hall/Braunsbach. In der Polizeistatistik wurde sein Fall noch als versuchter Totschlag geführt. Vor Gericht angeklagt war ein 43jähriger Braunsbacher wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen einer Trunkenheitsfahrt. Verurteilt wurde er jetzt zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Rechtsmittel hat der Beklagte gegen diese Urteil vor dem haller Amtsgericht bereits eingelegt. Sechs Verhandlungstage widmete das Gericht dem Fall, der unter normalen Umständnen in drei Stunden abgehandelt worden wäre. Doch an diesem Fall war nichts normal.

Im Februar 97 war der jetzt Angeklagte der Polizei erstmals aufgefallen. Er hatte bei einer (nach seiner Ansicht nur angeblichen aber nicht bewiesener Maßen tatsächlichen) Bombendrohung der Aufforderung der Polizei einen Veranstaltungsraum zu räumen nicht Folge geleistet. Er war daraufhin mit sanfter Gewalt aus dem Gebäude gebracht worden. (Eine Bombe fand man damals übrigens nicht.) Um seine "Niederlage" gegen die Polizei gefühlsmäßig zu überwinden, habe er einiges an Alkohol getrunken, räumte der Beklagte vor Gericht auch ein. Aber als einer der Unterstützer und juristischer Berater einer Wahlanfechtergruppe der OB-Wahl vom Dezember in Schwäbisch Hall sei er damals sehr unter öffentlichem Druck gestanden und habe sich wie andere Mitglieder der gruppe auch verfolgt gefühlt. Denn nachdem der damalige Wahlgewinner wegen der Wahlanfechtung seine Wahl nicht angenommen hatte und Hall erneut auf die Suche nach geeigneten Kandidaten gehen mußte, habe es sogar Morddrohungen gegen einzelne Mitglieder der Wahlanfechtergruppe gegeben. (Auch die natürlich nicht bewiesen. Kein Wunder also, daß der 43jährige sich weiterhin verfolgt fühlte, als er sich in jener Bombendruhungsnacht im Februar später in sein Auto setzte, um Richtung Heimatdorf Braunsbach zu fahren, als ein anderes Fahrzeug ihn versuchte anzuhalten. Daß es sich bei dem Anhalteversuch um eine Polizeikontrolle handelte, will er damals nicht erkannt haben. Und die Polzei sagte: es habe sich um reinen Zufall gehandelt, daß die Polizei ausgerechnet ihn ein weiteres Mal an diesem Abend versucht zu kontrollieren. Jedenfalls: der Angeklagte flüchtete. Er trat auf gas seines schon etwas betagten Mercedes und raste Richtung Braunsbach. Mehrere Versuche der mittlerweile zwei Streifenwagen, ihn zu stoppen wehrte er ab. Mit 150 bis 160 Stundenkilometern sei der Angeklagte immer auf der Ideallinie durchs Kochertal gerast, so die Polizeibeamten. Ein Gutachter stellte im Laufe des Prozesses allerdings fest (wieder mit Hilfe der Polizei und einer Geschwindigkeitsmessanlage der Polizei) daß der Mercedes gar nicht so schnell fuhr. Auf besagte Strecke brachte der Profi von der DEKRA gerade mal 141 auf den Tacho. Immer noch vol Angst vor Verfolgung brachte der Angeklagte schließlich seinen Mercedes in der Tordurchfahrt des Braunsbacher Schlosses zum Stehen und flüchtete zu Fuß. Ein Beamter, im Prozeß auch Nebenkläger, folgte ihm und versuchte ihn schließlich zu überwältigen. Mit einer schweren Taschenlampe sei er blutiggeschlagen worden, so der Angeklagte. Im blendenen Schein der Lampe habe er nicht erkannt, daß sein Angreifer ein Polizist gewesen sei. Der Angeklagte habe ihn mit der Krawatte gewürgt, so der Polizist. Schließlich habe er sich in Todesangst, erwürgt zu werden nicht anders zu helfen gewußt als von der Schußwaffe gebrauch zu machen. Vier Schüsse wurden damals in die Luft abgegeben. Mit einer Krawatte könne man niemand erwürgen, versuchte der Angeklagte im Prozess zu beweisen. Und tatsächlich: es wird zwar der Knoten fester, die Schlinge aber nicht enger. Die Abschürfungen am Hals und hinter dem Bart des Polizisten, wie sie auf den Beweisfotos zu sehen seien, könnten gar nicht durch das Ziehen an der Krawatzte verursacht sein. Der Polizist sei vielmerh bei der Verfolgung über einen zaun gestiegen und wegen eines früheren Unfalls und eines daraus resultierenden Knieschadens nicht sofort über den Zaun gekommen sondern vielmerh zwischen zwei Zaunlatten stecken geblieben. Ein fünf meter langes zaunstück hatte der Braunsbacher gleich mit ins Gerichtsgebäude bringen lassen, nachdem das gericht einen ortstermin abgelehnt hatte. Aber auch der zaun im Flur wurde nicht als Beweismittel anerkannt. Über 30 Beweisanträge stellte der Beklagte, die vom Amtsrichter fast alle abgelehnt wurden. Am fünften Verhandlungstag - ohne die juristische Vorbildung des Angeklagten wäre der Prozess bereits nach wenigen Stunden vorbei gewesen - stellte der Beklagte dann einen Befangenheitsantrag hehen den Richter. Auch der wurde am Ende des fünften Verhandlungstages schließlich abgelehnt. Am sechsten Tag endlich gab es dann das Urteil. Acht Monate wird der 43jährige Braunsbacher hinter Gitter müssen, falls er nochmals einschlägig in Erscheinung tritt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte noch am Tag des Urteils Rechtsmittel eingelegt.

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