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Sonntag 1.3.1998

73 Vemissten-Anzeigen
Schwäbisch Hall. 73 Vermissten-Anzeigen gab es im Bereich der Polizeidirektion Schwäbisch Hall im vergangenen Jahr. Bis auf einen Fall konnten die vermissten schnell aufgefunden werden. Meist handelte es sich dabei um ältere Menschen, die die Orientierung verloren hatten. In dem einen unaufgeklärten Fall handelt es sich um die heute 16jährige Sonja Schick aus Mainhardt, die sich mit ihrem Freund im vergangenen Jahr nach Südfrankreich absetzte. Der Freund hatte nach der über Satellit international ausgestrahlten Fernsehsendung "Bitte melde Dich" bei den Eltern von Sonja in Mainhardt angerufen. Er gab an, daß Sonja mittlerweile mit anderen jungen Leuten gezogen sei, sich von ihm getrennt habe. Seither fehlt von ihr jede Spur. Sie wird jetzt von Interpol gesucht.

Schwenger pleite
Schwäbisch Hall. Das Baugeschäft der traditionsreichen Haller Unternehmerfamilie Schwenger ist nach fast 130 Jahren Firmengeschichte an Ende. Nach dem Konkurs der Schwenger Wohnbau in den neuen Bundesländern im vergangenen Jahr sind nun auch die noch 30 Mitarbeiter der Schwäbisch Haller Mutterfima betroffen. Für die meisten war gestern letzter Arbeitstag. Ihre Chefs, die Brüder Bruno und Franz-Martin Schwenger hatten den Weg zum Konkursrichter angetreten. Noch im Jubiläumsjahr 1993 hatte das traditionsreiche Baugeschäft 150 Mitarbeiter. Ausstehende Millionenrechnungen, aber auch das Fehlen von Folgeaufträgen waren ursächlich für die Pleite. Sequester Eric G. Silcher prüft nun, ob überhaupt genug Masse da ist, um den Konkurs abzuwickeln. Die Brüder denken allerdings bereits an eine Auffanggesellschaft, um das große Know-How der Firma auf dem Gebiet der Altbausanierung zu erhalten.

Betriebsratswahlen.
Schwäbisch Hall. Von heute bis zum 31. Mai können in den Betrieben der Region Betriebsräte gewählt werden. Gerade in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit sei es notwendig, dem Druck, den Regierung und Arbeitgeberverbände auf die Beschäftigten ausübten, zu begegnen. So der DGB in einem Wahlaufruf. Im DGB-Kreis Hohenlohe, der die beiden Landkreise Hohenlohekreis und Schwäbisch Hall umfasst gibt es bislang 240 Betriebe mit Betriebs- und Personalräten. Diese vertreten 20.422 Gewerkschaftsmitglieder und eine Reihe von Nichtorganisierten oder in Nicht-DGB-Gewerkschaften organisierte Arbeitnehmer. 80 Prozent aller Betriebsräte sind in DGB-Gewerkschaften organisiert. Betriebsräte eingerichtet werden sollen nach dem Gesetz in allen Betrieben, die mindestens fünf wahlberechtigte Arbeitnehmer beschäftigen. Wahlberechtigt sind praktisch alle, die älter als 18 Jahre sind, auch ausländische Arbeitnehmer und Teilzeit- bzw. geringfügig Beschäftigte. nach der Statistik sind Frauen in den Betriebsratsgremien bislang unterrepräsentiert. Sie stellen nur 23 Prozent aller Räte

BI kämpft weiter
Hessental. Die Bürgerinitiative Hessental kämpft weiter gegen ein Sperrgebiet in Schwäbisch hall, obwohl der Gemeinderat ein solches beschlossen hat. Einzig für Prostitution freies sogenanntes Toleranzgebiet ist das Hessentaler Gebiet Breitloh, das direkt neben diversen Freizeit-Einrichtungen der Hessentaler und dem Naherholungsgebiet Einkorn liegt. Nachdem ein Total-Verbot der Prostitution nicht möglich ist, wollte die Bürgerinitiative erreichen, daß überhaupt kein Sperrgebiet ausgewiesen wird, damit sich nicht alle Bordellbetriebe in Hessental konzentieren und der Markt die Dinge regelt. Nachdem nun aber OB-Pelgrim auf seinen für die meisten nicht nachvollziehbaren Sperrgebietsplänen beharrte, und sie im Rat innerhalb weniger Wochen durchgezogen hat, ist neue Zielrichtung der BI nun das Regierungspräsidium, das die Anträge der Stadt ja erst genehmigen muß, durchaus aber auch eigene Vorstellungen in Hall zulassen bzw. durchsetzen kann.

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Montag 2.3.1998

Mit acht Kindern in den Wald
Schwäbisch Hall. Mit acht Kindern einer Erzieherin und einer Praktikantin wird am 4. Mai der sogenannte Waldkindergarten in Schwäbisch Hall starten. Das gab jetzt Initiator Dr. Reiner Blobel bekannt. Bis Zum Herbst wird die Gruppe dann auf 15 Kinder anwachsen. Der monatliche Kindegartenbeitrag wurde vom Trägerverein auf 130 Mark festgelegt. Die Kinder sind im sogenannten Waldkindergarten Sommer wie Winter täglich an der frischen Luft. In einem festen Gebäude wird sich die Gruppe nur bei absolut widrigen Umständen aufhalten. In Deutschland gibt es erst wenige solcher Waldkindergärten. Der erste wurde 1992 in Schleswig-Holstein eingerichtet. Am 20. März wird Professor Blobel in der Haller Volkshochschule zusammen mit der Erzieherin über Waldkindergärten informieren.

Noch ein Rasthof
Ilshofen/Kirchberg. Nachdem erst im vergangenen Jahr der Rasthof Satteldorf direkt neben der Autobahnauffahrt in Betrieb ging, wird jetzt Anfang März ein weiterer Rasthof eingeweiht. Die Rastanlage der Erlanger Firma Kempe wird mit Tankstelle, Shop und Restaurant als erster Betrieb im gemeinsamen Gewerbegebiet von Kirchberg und Ilshofen direkt an der Autobahn eröffnet. Parallel dazu werden die letzten Arbeiten an der Erschließung des Geländes getätigt. Derzeit wird noch an einer Drainage und an einem Regenwasserspeicher gebaut. Auch die Bauarbeiten beim zweiten Betrieb des Gewerbegebietes haben begonnen. Mit der Fertigstellung der Produktionsanlagen und eines Verwaltungsgebäudes wird im den Herbst diesen Jahres gerechnet.

Andere Politik
Schwäbisch Hall. DGB-Aktionismus "Wir wollen eine andere Politik" und "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit". Zu diesen beiden Themen will der DGB Schwäbisch Hall bis zu den Wahlen mehrere Aktionen veranstalten. Dazu lädt der DGB auch andere Organisationen, Verbände und die Kirchen ein. Heute abend wollen sich die Gewerkschafter mit Vertretern der anderen Organisationen erstmals im DGB-Haus treffen um die verschiedenen Aktivitäten zu besprechen. Eine Veranstaltung steht bereits fest. In einer Auftakt-Konferenz am 26. März in der Steinbacher Max-Kade-Halle sollen die unterschiedlichen Bündnispartner in Redebeiträgen ihre Positionen darlegen.

Sozialkosten eingespart
Künzelsau.Zwei Jahre Arbeitsinitiative 2,8 Mio Mark hat der Hohenlohekreis durch seine Beschäftigungsgesellschaft AIH in den zwei Jahren seit ihrem Bestehen an Sozialkosten eingespart. Außerdem so Hans-Günter Lang, Erster Landesbeamter im Künzelsauer Landratsamt, sei die Zahl der Sozialhilfe-Empfänger von 1600 auf etwa 1400 zurückgegangen. Ohne die AIH, so Lang, läge die Zahl sicher um 100 Anspruchsberechtigte höher. Die AIH hat von den 284 Leuten, die zeitweise bei ihr beschäftigt waren 117 am ersten Arbeitsmarkt vermitteln können. 40 kamen nach ihrer Zeit bei der AIH bei anderen Organisatiuonen unter, 35 konnten beim Arbeitsamt umschulen und nur 28 bekamen nach ihrer Beschäftigung bei der AIH wieder Arbeitslosengeld vom Arbeitsamt. Etwa 70 Leute beschäftigt die AIH ständig selbst, leiht sie an andere Firmen , an Kommunen oder auch an Privathaushalte als Zeitarbeitskräfte aus. Dazu kommt eine Werkstatt, die Möbel und Haushaltsgeräte recycled und so den Landkreis beim Sperrmüll entlastet.

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Dienstag 3.3.1998

Stahl baut
Künzelsau. Die Stahl Aktiengeselschaft wird ihre drei Produktions-Standorte in Künzelsau in einer großinvestition an einem Standort, direkt an der Autobahn A6 im Gewerbegebiet unterhalb von Waldenburg. Geplant ist eine 20 Tsd qm große Produktionsfläche für 700 Mitarbeiter. Der Schaltgeräte- und Fördertechnik-Hersteller Stahl rechnet mit Investitionen von 60 Mio Mark. Die Aktiengesellschaft erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 385 Mio Mark und einen Gewinn (vor Steuern) von 21,4 Mio. Nachdem das Ergebnis 1996 bei nur 13,4 Mio Mark lag entspricht dies einer Gewinn-Steigerung von rund 59,7 Prozent.

Hohenlohekreis kürzt Sozialhilfe
Künzelsau. Der Hohenlohekreis kürzt seinen Sozialhilfe-Empfängern die Zusatzleistungen. Im Detail werden die Ergänzungspauschale für Kleidung, die Erstlingsausstattung für Babies und die Weihnachtspauschale um 20, die sogenannte Schwangeschaftspauschale gar um 50 Prozent gekürzt. Eine fünfköpfige Familie bekommt so durchschittlich 80 Mark weniger pro Monat. Außerdem will der Kreis erreichen, daß mehr Kommunen gemeinnützige Arbeit für Sozialhilfe-Empfänger anbieten.

Falschgeld in Umlauf: verhaftet
Stuttgart/Schwäbisch Hall. Zwei 27jährige Türken wurden jetzt in Stuttgart verhaftet. Das erste Falschgeld war im Oktober 97 in Schwäbisch Hall aufgetaucht. Damals nahm die Haller Kripo zwei junge Türken von 16 und 15 Jahren sowie einen 27 jährigen Libanesen fest. Die gaben an, das Geld von einem befreundeten Türken aus Stuttgart erhalten zu haben. Die Festnahme dieses ebenfalls 27jährigen fürhte zu einer weiteren Fahundung. Denn auch der Stuttgarter hatte das Geld von einem anderen Türklen übernommen. Auch der konnte festgenommen werden. Er war im Besitz von etwa 500 gefälschten 100-Mark-Scheinen.

Jugend in den Container
Blaufelden.Der Gemeinderat von Blaufelden hat jetzt beschlossen Jugendräume in der Gemeinde einzurichten. Für rund 55 Tsd Mark sollen Baucontainer aufgestellt und eine 50 Prozentstelle für einen Sozialarbeite eingerichtet werden. Er soll über eine ABM-Maßnahme vom Arbeitsamt gefördert werden. Die Gemeinderäte hoffen so ihre Jugendlichen aus den Schlagzeilen zu bekommen. Wiederholt war es in der Vergangenheit zu Schlägereien bei einer Diskothek, einmal gar zu einem Brandbombenanschlag in Blaufelden gekommen.

Gamma-Kamera
Öhringen. Das Öhringer Kreiskrankenhaus hat jetzt auch eine nuklearmedizinische Abteilung. Die bisherige Radiologie von Dr. Michael Marx wurde für rund 900 Tsd Mark ausgebaut, teilweise wurden Wände mit Blei verkleidet. Herzstücke der von Belegärtzten betrieben Abteilung sind der Computertomograph und eine Gammastrahlen-Kamera. Die 48jährige Nuklearmediozinerin Dr Ingeborg Laucher erhielt ihre Fachausbildung am Haller Diakoniekrankenhaus.

Aktionsbündnis
Schwäbisch Hall. Ein Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit will der DGB zimmern. Auch in Schwäbisch Hall kamen gestern die Vertreter zahlreicher Organisationen von der Diakonie bis zur Arbeitslosenhilfe und natürlich aus den DGB-Gewerkschaften zu einem ersten Vorbereitungstreffen. Die regierung habe ihr Versprechen nicht eingehalten, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil, so der DGB-Kreisvorsitzende Günter Volz, von Gesetz zu Gesetz sei die Arbeitslosigkeit angestiegen. Auch mit Ablösuung der Regierung werde das Bündnis weitermachen müssen, bis genügend Druck "von der Straße" zu einer anderen Politik führe.

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Mittwoch 4.3.1998

Personal nun doch genehmigt
Öhringen. Vor wenigen Wochen erst hatte es der Öhringer Gemeinderat abgelehnt mehr Geld für die städtische Bibliothek zu genehmigen. Doch gab es heftige öffentliche Kritik an diesem demonstrativen Sparwillen. Nachdem jetzt engültige Zahlen vorlagen - 1997 gab es 141 677 Ausleihungen bei über 4000 Nutzern - brachte OB Kübler das Thema erneut in den Rat ein. Mit 21 zu 12 Stimmen hob der Öhringer Gemeinderat seinen ersten Beschluß auf und genehmigt nun eine weitere Personalstelle in der Stadtbibliothek.

Neue Berufe
Schwäbisch Hall. Das Berufs-Informationszentrum BIZ beim Schwäbisch Haller Arbeitsamt bot gestern Neues. "Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik" sowie der "Mechatroniker" sind zwei neue Berufsbilder, die abgestimmt mit den Kammern und beruflichen Schulen erstmals 1998 angeboten werden. Am kommenden Samstag, 7. März können sich Berufsstarter im Schwäbisch Haller BIZ die neuen Berufe genau erklären lassen. Die Haller Firma "Kurz Hessental", Hersteller von Kunststoff-Blasteilen und Spezialbehaltern wird beide Ausbildungen anbieten und ist mit Lehrlingen und Ausbildern sowie einer kleinen Ausstellung vor Ort präsent.

Vor 150 Jahren Revolution
Schwäbisch Hall. Gestern vor 150 Jahren gab es in Hall die erste Versammlung, mit der die Bürger sich der demokratischen Revolution anschlossen. Gefordert wurden wie überall in Deutschland in einer Resolution ein deutsches Parlament, Pressefreiheit, Volksbewaffnung und Schwurgerichte nach englischem Vorbild. In Hall zusätzlich wurden die Forderung nach Trennung von Kirche und Staat sowie die Religionsfreiheit aufgenommen. Am 13. und 14. März wird es in Schwäbisch Hall eine wissenschaftliche Tagung zum Revolutionsthema geben.

Wirtschaftsmesse
Ilshofen/Schwäbisch Hall. Aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens will der Landkreis Schwäbisch Hall keine großen Feiern veranstalten sondern im Herbst eine große Wirtschaftsmesse in Ilshofen abhalten. Wo anders, als im Bereich der Wirtschaft, so Halls Landrat Stückle, könne man den Wandel demonstrieren und nutzbringend nach außen darstellen. Wirtschaftsförderer Werner Schmidt stellte gestern abend den über 80 Interessenten das Konzept des über 2000 qm großen Messegeländes vor. Erwartet wird die Beteiligung von rund 150 Unternehmen.

Spender gefunden
Schwäbisch Hall. Schon vor der großen Typisierungs- und Spendenaktion am 15. Februar in Schwäbisch Hall muß bekannt gewesen sein, daß für den an Leukämie erkrankten Michael Münch ein Spender gefunden worden war. Gestern schon fand die Übertragung der fremden Knochenmarks-Stammzellen statt. Eine 14 tägige Chemotherapie ging der Operation notwendigerweise voraus und auch die anderen Vorbereitungen waren am Spendentag längst abgeschlossen. Wohl um die bereits angelaufene Typisierungsaktion nicht zu gefährden, hatte man diese Informationen zurückgehalten. Die rund 2600 Spender kamen aber dennoch nicht umsonst: Sie sind jetzt in der großen Spenderkartei der Deutschen Knochenmarks-Spenderzentrale in Tübingen erfasst und können möglicherweise irgendjemand anderem helfen, der auf geeignete Spenderzellen wartet.

Polen stellen aus
Schwäbisch Hall. 133 Exponate von vier Künstlern aus der polnischen Partnerstadt Zamosc sind derzeit in der Schwäbisch Haller Johanniterhalle ausgestellt. Eingeladen zu dieser Ausstellung wurden die polnischen Künstler von den Kollegen der Schwäbisch Haller Kunstakademie. Auch die Städtepartnerschaft zwischen Schwäbisch Hall und Zamosc läßt sich auf ein Kunst-Ereignis zurückführen. Diersten Kontakte zwischen den Städten gab es anlässlich der internationalen Kulturtage von Schwäbisch Hall im Jahr 1977

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Donnerstag 5.3.1998

Banküberfall
Mainhardt/Murhardt. Mit dem eigenen Auto war heute morgen ein Räuber zum Banküberfall nach Mainhardt-Hütten gefahren. Mit einer Schreckschußpistole verlangte der 19jährige aus dem Raum Backnang von einer Bankangestellten Geld und bekam 6000 Mark ausgehändigt. Passanten konnten sich aber das Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges merken. Die drei Polizeidirektionen Waiblingen, Heilbronn und Schwäbisch Hall sowie die Autobahnpolizei und ein Hubschrauber aus der Luft fahndeten nach dem Täter. Eine halbe Stunde nach dem Überfall fiel der blaue Golf in Murrhardt auf. Der Fahrer wurde von einer Streifenwagenbesatzung festgenommen, die Beute war noch im Auto.

BI unnachgiebig
Obersontheim. Unnachgiebig und Kompromissen nicht zugängig zeigten sich Gemeinderäte und Mitglieder der Bürgerinitiative in Obersontheim, bei einem Vermittlungsgespräch zum Thema Biomüllkompostierung. Eine private Firma will im stillgelegten Gipsbruch Heerberg nache Obersontheim den gesamten Biomüll des über 100 km entfernten Rhein-Neckar-Kreises verarbeiten. Wirtschaftsminister Dr Walter Döring brach nach der Erklärung der BI seinen Vermittlungsversuch ab. Nun werden Gerichte klären müssen, ob die Kompostierungsanlage gebaut werden kann oder nicht.

Übernimmt Hall Sindelfingen?
Schwäbisch Hall. Das Bündnis EVS/Neckarwerke Stuttgart und die Stadtwerke Schwäbisch Hall mit ihren Konsotialpartnern Vasa Energy Hamburg und Bankgesellschaft Berlin wurden vom Gemeinderat der Stadt Sindelfingen aufgefordert ihre Angebote zur Übernahme der kompletten Energieversorgung Sindelfingens zu konkretisieren. Die Stadtwerke Hall haben bereits Erfahrungen mit dem Betrieb in fremden Städten. Jahrelang wurden die Stadtwerke der Partnerstadt Neustrelitz von Hall aus verwaltet. Am 11. März berät der Aufsichtsrat der Haller Stadtwerke erneut darüber wie man sich in Sindelfingen einbringen will

Hohenloher Ökohöfe im Aufwind
Cröffelbach. Der Beratungsdienst Ökologischer Landbau hatte gestern nach Cröffelbach zur Mitgliederversammlung geladen. Unter anderem ging es um die Züchtung standortangepasster Weizen- und Dinkelsorten. Mitgliederversammlung auch bei den Hohenloher Höfen, die Getreide ohne Spritzmittel anbauen und dafür auch höhere Preise erzielen. In den jetzt sechs Jahren ihres Bestehens ist die Organisation von 19 auf 43 Mitgliedshöfe angewachsen.

Sprachlicher Zug
Gaildorf. Im Gaildorfer Schenk-von-Limpurg-Gymnasium soll ab dem Schuljahr 98/99 neben dem naturwissenschaftlichen auch ein sprachliches Profil eingeführt werden. Dies beschloss jetzt der Gemeinderat. Die Schüler werden dann neben Französisch und Englisch in einer dritten Fremdsprache, Spanisch Russisch oder Latein unterrichtet. Die Stadtverwaltung wird dies jetzt beim Oberschulamt beantragen.

Revolutions-Erinnerung
Hohenlohe. Im März vor 150 Jahren schlossen sich auch zahlreiche Hohenloher der demokratischen Revolution an. Sieben Schlösser müssen brennen hieß es in Niederstetten. Krawalle gab es Crailsheim Hall und auch Langenburg, wo Bauern gegen ihre doppelte Besteuerung protestierten waren die Schauplätze. Während die Revolution scheiterte, waren die Bauern die einzigen Gewinner. Feudale Altlasten wurden abgeschafft, die Fürsten mit Ablösezahlungen entmachtet.In Crailsheim gedenkt man heute abend im Ratsaal der Ereignisse mit szenischen Darstellungen, Liedern und Texten unter dem Titel "Auch in Crailsheim gab´s Spektakulum." Dargeboten wird das von der Theater-AG des Albert Schweitzer Gymnasiums.

Nach Urteil aus Gerichtsaal geflüchtet
Schwäbisch Hall. Ein 25jähriger Jugoslawe flüchtete gestern kurz vor 12 Uhr aus dem Schwäbisch Haller Amtsgericht. Kurz zuvor war er wegen einer Falschaussage zu 9 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann war extra zur Verhandlung aus einer südbadischen Haftanstalt ins Haller Amtsgericht gebracht worden. Dort müsste der 25jährige eigentlich wegen verschiedener Raubdelikte eine bereits angetretene Haftstrafe absitzen. Der Fküchtige ist etwa 1,90 m groß, hat dunkle schulterlange Haare und einen Oberlippen und Kinnbart und war zur Fluchtzeit mit einem baluen Jogginganzug, weißem T-shirt und weißen Schuhen bekleidet. Er trägt am linken Arm einen Gipsverband.

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Freitag 6.3.1998

Grabbe gewählt
Neckarsulm. Einstimmig wurde Halls Baubürgermeister Klaus Grabbe vom Neckarsulmer Gemeinderat in einer Sonersitzung zum Ersten Bürgermeister der Dtadt gewählt. Grabbe verläßt damit zum 1. April Schwäbisch Hall nach anderthalb Jahren wieder, um an seinen alten Wirkungskreis zurückzukehren, das Neckarsulmer Rathaus. Von dort war er 1996 als Leiter des Stadtplanungs- und Hochbauamtes weggegangen um in Hall Baubürgermeister zu werden. . Wie Halls OB Hermann-Josef Pelgrim erklärte, werde Grabbes Stelle als Baudezernent mit dem Titel Bürgermeister noch in der ersten Aprilwoche wieder ausgeschrieben. Frühestens in der Juni-Sitzung des Gemeinderates könne man dann über die Wiederbesetzung entscheiden. Bis dahin werde er als OB Grabbes Amtsgeschäfte mit übernehmen.

Mini-Demo
Schwäbisch Hall. Nur wenige Arbeitslose kamen in Schwäbisch Hall zur Demonstration vor dem Arbeitsamt. Doch der DGB-Kreisvorsitzende Günter Volz, der erstmals einer derartigen Demo am Tag der Bekanntgabe der neuen Arbeitslosenzahlen aufgerufen hatte, war dennoch nicht unzufrieden. "Einige arbeitslose Gewerkschafter", so Volz, "haben telefonisch abgesagt und dabei auch Befürchtungen geäußert, als Querulanten abgestempelt und nicht mehr eingestellt zu werden, wenn sie bei solch einer Demonstration erkannt würden." Die Demonstrationen sollen jetzt auch Schwäbisch Hall jeden Monat stattfinden.

Urteil am 1. April
Schwäbisch Hall/Heilbronn. Ein Urteil in der Berufungsverhandlung in Sachen Räumungsklage gegen Republikaner-MdL Alexander Schonath in Schwäbisch Hall, wird die vierte Zivilkammer am Heilbronner Landgericht erst am 1. April bekanntgeben. Sicher ein Zufall, kein Scherz, betonte der Anwalt des Klägers. Der Kläger, ein bekannter Haller Geschäftsmann war in erster Instanz unterlegen, beharrt aber darauf, er sei von Schonath nicht über den Zweck der Anmietung, nämlich ein Parteibüro einzurichten aufgeklärt worden. Als die Republikaner ihr Büro im Januar 97 eröffnen wollten, war es zu Demonstrationen und teilweise handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen

1150-Jahrfeier
Vellberg-Großaltdorf. Großaltdorf heute Teilgemeinde der Stadt Vellberg feiert in diesem Jahr 1150 Jahre urkundliche Erwähnung. Kein ganz rundes Datum, aber eine noch ältere Urkunde war nicht genau dem Ort zuzuordnen - es gibt bei Gaildorf noch einen zweiten Ort Großaltdorf. Großaltdorf bei Vellberg ist sicher noch viel älter als 1150 Jahre, doch man nahm die jünger Urkunde um sicher zu gehen. Gefeiert wird heute mit einem historischen Abend und der Vorstellung einer Dorfchronik, die im vergangnen Jahr unter Mithilfe der Bevölkerung erstellt wurde. Weitere Feste und Ereignisse sind für das ganze Jahr geplant.

Computer-Clubhaus
Schwäbisch Hall. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall finanziert ein Muli-Mediaprojekt des Landkreises, mit dem jugendliche Aussiedler in Sprache, Kultur und sozialem Verhalten trainiert werden: Das Computer Clubhaus im Solpark Schwäbisch Hall. Computer mit ihren Möglichkeiten der Musik- und Bild Bearbeitung, mit Internetzugang und mit Programmen zum Sprachtraining sollen den Jugendlichen die Annäherung an eine ihnen fremde Gesellschaft erleichtern. Nach 12 Monaten wird das Computer Clubhaus nach Crailsheim und nach Schrozberg weiterziehen. Sollten weitere Sponsoren gefunden werden, könnte es auch im Solpark weiterbestehen.

Zum dritten Mal Kreisverkehr
Öhringen. Zum dritten Mal hat der Gemeinderat jetzt einen Kreisverkehr statt einer Ampelregelung auf dem Gebiet der Stadt Öhringen beschlossen. Die Kreuzung der neuen Westtangente mit der Landesstraße nach Bitzfeld soll mit einem Kostenaufwand von 238 Tsd Mark zum Kreisverkehr ausgebaut werden. Eine Ampelanlage, so die Räte hätte 245 Tsd Mark gekostet. Außerdem wären dabei noch jährlich 10 Tsd Mark für Betrieb und Wartung angefallen

Auflösung der Ortschaftsverfassung
Kupferzell. Die Gesamtgemeinde Kupferzell sei in den 25 Jahren ihres Bestehens so gut zusammengewachsen, daß eiine Ortschaftsverfassung nun nicht mehr notwendig sei, sagte Bürgermeister Joachim von Wangenheim im Gemeinderat. Das gremium beschloss, die Ortschaftsverfassung aufzuheben, so die Ortschaftsräte zustimmen. Diese Ortschaftsräte würden durch die Aufhebung in den Orten Feßbach, Goggenbach, Magoldsall und Westernach künftig nicht mehr gewählt. Kupferzell mußte für dies Gremien jährlich etwa 40 Tsd Mark aufbringen .

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Samstag 7.3.1998

Winterliche Stadtführung
Schwäbisch Hall. Stadtführungen sind normalerweise etwas für die Sommerzeit, wenn viele Gäste nach Schwäbisch Hall kommen. Doch auch im Winter hat die Stadt am Kocher vieles zu bieten. Morgen wird es zum dritten Mal eine winterliche Stadtführung geben - eher gedacht für Einheimische, die mehr über ihre Stadt wissen wollen. Hauptthema der morgigen Führung ab 14 Uhr ist die Revolutionszeit vor 150 Jahren.

40 Jahre Miserior
Öhringen. Mit Musik, Tanzz, einem Trommelworkshop und Gästen aus Ghana beginnt heute in Öhringen der Eröffnungsgottesdienst für die diesjährige Miserior-Fastenaktion. Bischof Walter Kaspar ruft die 2,1 Mio Katholiken seiner Diözese Rottenburg zu Spenden für die Ärmsten der welt auf. Zum 40sten mal findet diese Spendenaktion in der Fastzeit statt.

Katzenquäler
Gaildorf. Ein Katzenquäler erregte den Zorn von Tierschützern in Gaildorf. Das Tier war im Teilort Unterrot mit Verbrennungen am ganzen Körper, vorwiegend aber an den Pfoten aufgefunden worden. Der noch unbekannte Täter mit einer offenen Flamme traktiert, wie an Teilen von verkohltem Fell festzustellen war. Nun sucht die Polizei nach dem Tierquäler und bittet die Bevölkerung um Mithilfe

50 Jahre Kinderabteilung
Schwäbisch Hall. Im Oktober 1947 wurde beim Diakonie-Krankenhaus von Schwäbisch Hall die Kinderabteilung eröffnet. Das 50jährige Bestehen wird heute ab 14 Uhr mit einer kleinen Feierstunde begangen. Vier Referenten konnten gewonnen werden. "Die Kinderabteilung im DIAK, einst und jetzt" ist der geschichtliche Abrisß von Chefarzt Dr.H. Geiger. "Pädiatrie 2000 - quo vadis" nennt Professor Helwig aus Freibugr seinen Beitrag. Die ehemalige DIAK-Krankenpflegeschule-Leiterin Getrud Fischer referiert über "Die Kinderkrankenpflege im DIAK" und Andreas Kray aus Neuss zum Thema "Kinderkrankenpflege - aus der Vergangenheit heraus die Zukunft gestalten." Für die Kinder, die derzeit im Krankenhaus sein müssen, gibt es parallel zu dieser Feier eine eigene Kinderveranstaltung im Speisesaal des Krankenhauses.

Seminare ausgebucht
Schwäbisch Hall. Die Seminare zur Existenzgründung, die das Bildungszentrum der IHK im Haller Techniologiezentrum anbietet, sind ausgebucht. Heute beginnt die dreiteilige Seminarreihe mit allem Wissenwerten rund um Geld und Finanzierung von Gründungsvorhaben. Im zweiten Teil in einer Woche wird es um Buchführung, Controlling, Steuerrecht und andere Planungsaufgaben gehen. Im dritten Teil dann Ende März sollen die Teilnehmer in einem Workshop eine tatsächliche Betriebsgründung mehr oder weniger spielerisch durchexerzieren. Dabei sollen nicht einfach vorgefertigte Beispiele nachgerechnet und nachrecherchiert werden sondern in Gruppen tatsächlich ein Gründungsszenario ausgearbeitet werden. Da die Seminare überbucht sind und eine Warteliste besteht, so IHK Geschäftsstellenleiter Franz Henschel könnte bei weiter anhaltendem Interesse eine weitere Seminarreihe zustandekommen. Die Existenzgründungsseminare sehen sich als Folgeveranstaltung zur landesweiten Existenzgründungs-Initiative, die Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring im Februar mit einer Auftaktveranstaltung in Ilshofen ins Leben rief.

Blockheizkraftwerk im Waschmaschinenformat
Öhringen. Ein Kleinst-Blockheizkraftwerk im "Waschmaschinenformat" wurde gestern in Öhringen in Betrieb genommen. Ötec heißt der Unbternehmensverbund in der Öhringer Kuhallmand, die mit innovativer Energietechnologie in der Region neue Maßstäbe setzen will. Wie die Ötec-Energie-Service mit Inbetriebnahme ihrer Sachs-Heiz-Kraft-Anlage beweist, so Geschäftsführer Roland Weissert, können mittlerweile auch kleinere Objekte durch sinnvollen Einsatz der ökologischen Technik der Kraft-Wärme-Kopplung, weitgehend autonom von öffentlichen Netzen sich mit Strom, Wärme aber auch Kälte für Kühl- bzw Klimaanlagen versorgen.

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Sonntag 8.3.1998

Sportler des Jahres
Neuenstein. Beim Ball des Sports gestern abend in Neuenstein wurden auch die über Leserzuschriften der Hohenloher Zeitung gewählten Sportler des Jahres 97 im Hohenlohekreis geehrt. Zu Sportlern des Jahres ernannt wurden die Gebrüder Klaus und Thomas Weinmann aus Weisbach-Crispenhofen, die sich im Motocross-Gespannfahren bei Welt- und Deutschen Meisterschaften permanent im Vorderfeld bewegen, nur leider noch nie eine Meisterschaft gewonnen haben. Sportlerin des Jahres wurde die Schwimmerin und Triathletin des TSV Künzelsau Anne-Christin Ruess und zur Mannschaft des Jahres gewählt wurde überraschend die Jazztanzgruppe des SV Mulfingen, die im Jahr 97 ihr 15jähriges Bestehen feierte.

Gemischtes Doppel
Schwäbisch Hall. Zu einem "Gemischten Doppel" lädt ab heute Psychologe Gunter König in den Kunstraum seines Seminar- und Trainingszentrums S.A.L.Z. Swantje-Britt Koerner, die Feuilletonistin der Rheinischen Post aus Düsseldorf führt in die Ausstellung von Monika und Werner Barfuss ein. Sie zeigen ihre neuesten bilder. Schon 1996 zum Thema Salz hatten die beiden Künstler am Eröffnungswettbewerb der Einrichtung S.A.L.Z. teilgenommen. Werner Barfuß war damals Erster Preisträger. S.A.L.Z. steht für Strategien für Arbeiten, Leben und Zeitgestalten.

Kein Vorstand
Blaufelden. Der TSV Blaufelden steht vor einer schwierigen Situation. Nicht nur, daß seit langer Zeit kein Zweiter Vorsitzender, kein technischer Leiter und kein Kassier dem Verein zur Verfügung stehen, nun stellte sich nach sechsjähriger Amtszeit auch der Erste Vorsitzende Kurt Schenk nicht mehr zur Wiederwahl. Der Verein hat 1020 Mitglieder, seine Sportler können in einigen Sportarten auf Erfolge verweisen und auch die Jugendarbeit und Nachwuchsförderung ist intakt. Doch geeigente Personen für einen Vorstand finden sich anscheinend nicht in Blaufelden. Nun will man auf einer außerordentlichen Versammlung noch im März das Problem angehen.

Regierspräsidium plant unseriös
Schwäbsich Hall-Gelbingen. Unseriös nannte Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann Josef Pelgrim die Planungen des Regierungspräsidiums parallel zu den Planungen der Stadt Schwäbisch Hall für eine Umgehungsstraße des Teilortes Gelbingen. Am 11. März wird die Stadtverwaltung ihre Planung und die Planung des Regierungspräsidiums den Ortschaftsräten in einer öffentlichen Sitzung ebenso parallel darstellen. Die Planungen des Regierungspräsidiums, die B 19 auf einem inclusive Schallschutzwänden bis zu 12 hohen Damm entlang des Kochers zu führen, würden den Ort völlig vom Tal abschneiden. Bei allen Kompromissen und materiellen Zwängen aber müsse auch beim Regierungspräsidium der Mensch Maßstab aller Dinge sein und bleiben, so Hermann Josef Pelgrim. Einzige tragbare Lösung sei die tiefergelegte Halbschalen-Lösung des städtischen Planungsamtes. Diese werde die Stadt als einzige auch weiterverfolgen. Die vom Regierungspräsidium vorgeschlagene (Un-)Lösung lehnte Pelgrim in einer Stellungnahme jetzt erneut strikt ab.

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Montag 9.3.1998

Weniger Einwohner
Landkreis Schwäbisch Hall. Es sind zwar gegenüber dem letzten Stichtag nur 31 Einwohner weniger. Doch erstmals seit einem Jahrzehnt ist die Einwohnerzahl des Landkreises Schwäbisch Hall gefallen. Seit dem Stichtag 1987 war die Einwohnerzahl kontinuierlich gewachsen. Den größten Anstieg mit fast 5000 Menschen verzeichnete der Landkreis im Berichtsjahr 89/90. Seither flachte sich der Anstieg kontinuierlich ab. Die letzte Zunahme zwischen den Stichtagen 96 und 97 hatte noch 1159 Personen betragen. Dabei gibt es im Landkreis durchaus Gemeinden, die seit Jahren kontinuierlich weniger Einwohner haben, dazu zählen u.a. die "Rand"gemeinden Sulzbach-Lauffen und Stimpfach, aber auch die Stadt Gaildorf oder Untermünkheim vor den Toren der Stadt Hall.

Wieder Kirchengemeinderat
Dörzbach. Die katholishce Kirchengemeinde Dörzbach hat wieder einen Kirchengemeinderat. Nachdem sich bei den letzen Kirchengemeinderatswahlen im Jahr 1995 nur drei statt notwendiger zwölf Kandidaten bereit erklärten, fand die Wahl erst gar nicht statt und die katholische Kirchengemeinde wurde seitdem ganz urdemokratisch durch Gemeindeversammlungen geleitet. Doch dies erwies sich wegen stark schwankender Teilnehmerzahlen und sehr unterschiedlicher Zusammensetzung der Versammlungen als nicht sehr praktikabel. Dekan Walter Pierro und Pastoralreferent Wolfgang Bork gingen deshalb auf engagierte Gemeindemitglieder zu und fragten gezielt nach möglicher Mitarbeit in einem Gremium. Nun hat Bischof Walter Kasper diese fünf Frauen und vier Männer ohne Wahl berufen und zur Mitarbeit im so neugebildeten Kirchengemeinderat verpflichtet. Die katholische Kirchengemeinde Dörzbach hat rund 600 Mitgglieder.

Anderswo kaum günstiger
Schwäbisch Hall. Ein Vergleich mit 36 anderen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg mit eigener Müll-Entsorgung zeigt: es ist fast nirgendwo günstiger als in Schwäbisch Hall, seine Abfälle los zu werden. Für Selbstanlieferer wurden die Gebühren auf der Deponie Hasenbühl bei Schwäbisch Hall jetzt von 270 auf 205 Mark je Tonnen abgesenkt. Die Deponie wird noch bis zum Jahr 2005 im Rotteverfahren mit Schredder und Absiebung unerwünschter Stoffe betrieben. Anlieferer können sich also sicher sein, daß ihr Müll in Hall nicht auf Abwege gerät. Auch weite Wege mit entsprechenden Transportkosten und Transportrisiken zu vermeintlich billigeren Entsorgern im Osten sind nicht mehr nötig.

Zweite Nord-Süd-Achse
Schwäbisch Hall. Die Region Franken-Heilbronn will eine zweite Nord-Süd-Achse im Eisenbahnverkehr durch Baden-Württemberg durchsetzen, so Verbandsdirektor Dr Ekkehard Hein bei der jüngsten Sitzung der Verbands-Planungsgruppe in der Schwäbisch Haller Blendstatthalle. Damit die Region verkehrsmäßig nicht auf der Linie Stuttgart-Mannheim-Frankfurt-Berlin exzellent umfahren werde, wenn die Gäu-Bahn Stuttgart-Singen-Zürich zu einer Hauptverkehrsader ausgebaut werde, müsse man den Ausbau der Strecke Stuttgart-Heilbronn-Würzburg forcieren. Auch die Strecke Mannheim-Heilbronn müsse nach Osten über Schwäbisch Hall und Crailsheim nach Nürnberg ausgebaut werden. Die zweigleisige Strecke sei alles andere als ausgelastet. Deutliche Verbesserungen könne man mit einer Fortführung der Nei-Tech-Kurse Mannheim-Heilbronn oder mit einer Elektrifizierung der Strecke erreichen. Immerhin gebe es von Crailsheim aus die kürzeste Schienenverbindung nach Dresden. Hein forderte auch den Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes in Crailsheim. Das seit dem Bombenangriff im Jahr 1945 bestehende Provisorium an diesem Knotenbahnhof nannte er eine Zumutung.

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Dienstag 10.3.1998

Richter für Flucht mitverantwortlich
Schwäbisch Hall. Ein Richter trägt Mitverantwortung für das Verschwinden eines 25jährigen Jugoslawen aus dem Gerichtssaal des Schwäbisch Haller Amtsgerichtes. Der Mann war vergangenen Mittwoch wenige Sekunden nach der Urteilsverkündung geflüchtet. Da der Mann aus der Haft vorgeführt worden war, hatte er zu Beginn der Verhandlung Fußfesseln getragen. Der Richter hatte jedoch entgegen eines Widerspruchs des begleitenden Justizbeamten angeordnet, diese Fußfesseln während der Verhandlung aufzuschließen. Seit der Flucht aus dem Haller Amtsgericht fehlt von dem wegen diverser Raubdelikte und Falschaussage verurteilten Mann jede Spur.

Haller Pflegedienst unter Betrugsverdacht
Schwäbisch Hall. Mit richterlichem Durchsuchungsbefehl wurden jetzt die Räume eines privaten Pfelgedienstes in Schwäbisch Hall durchsucht. Dabei erhärtete sich der Verdacht, daß in mehreren Fällen falsch abgerechnet wurde. So entdeckten die Beamten Unterlagen auf denen Fachkräfte abgerechnet, aber nur Hilfskräfte tatsächlich beschäftigt wurden, oder Unterlagen, in denen Leistungen bei bestimmten Leuten angegeben wurden, die dort überhaupt nicht erbracht wurden. Die Verantwortliche des Pflegedienstes, eine 47jährige Frau, hat sich bislang zu dem Fall nicht geäußert. Ins Rollen gebracht hatte die Sache die Schwäbisch Haller Niederlassung der DAK, die nach einem von außen kommenden Verdacht die fünf mit ihr vertraglich verbundenen Pflegedienste überprüfte und dann den einzigen privaten bei der Kriminalpolizei anzeigte. Die Kripo ermittelte weiter und beschlagtnahmte jetzt bei der Durchsuchung Akten, Rechnungsbelege und eine Computeranlage. Keine Angaben konnten Polize oder DAK bislang dazu machen, wielange schon die Betrügereien andauern bzw. welcher Schaden entstanden ist.

Streit um Kindergärten
Rot am See. Schlammschlacht rief der Pfarrer Ulrich Müller erregt in den Reubacher Saal, wo der Gemeinderat von Rot am See Vorschläge der Kirche in Sachen Kindergärten gerade zurückgewiesen hatte. Vor einem Jahr hatte die Gemeinde die Kindergartenverträge gekündigt, wirksam ab diesem Herbst. Zuletzt wollte die Kirche noch drei Kindergartengruppen im Ortsteil Brettheim behalten bei 2/3 Abmangelübernahme durch die Gemeinde ohne Mitspracherecht. Andereseits wollte die Kirche dennoch bei den künftig gemeindlichen Kindergartengruppen in der Hauptgemeinde Rot am See mitreden, ohne große finanzielle Verantwortung. 500 Mark pro weltlicher Gruppe bot die Kirche an. Weniger als ein Zehntel dessen, was die Gemeinde sich vorstellte. Für Bürgermeister Setzer und die Räte nicht akzeptabel.

Bleibt der Knast?
Schwäbisch Hall. Anfang April wird die Schwäbisch Haller Justizvollzugsanstalt mit dem Umzug ins neue Areal beginnen, so JVA-Leiter Peter Unfried. 150 Jahre lang stand dann das Gefängnis direkt an den Stadtmauern der Altstadt. Für 70 Mio baute der Staat das neue Gefängnis auf der Haller Stadtheide. Unsicher ist die Zukunft des alten Knastgebäudes. Die Stadtväter wollen es abreißen, der Denkmalschutz und manche Haller erhalten und das Land braucht es möglicherweise noch ein wenig länger. Im Land fehlen derzeit 1100 Haftplätze.

Lebenshilfe sucht ehrenamtliche Helfer
Schwäbisch Hall. 210 Mitglieder hat die Lebenshilfe Schwäbisch Hall, die mit Hausbesuchen, Einzelbetreuung und Freizeitangeboten Familien mit Behinderten bei der Betreuung hilft. Drei hauptamtliche Mitarbeiter und ein Zivildienstleistender werden bei der Offenen Hilfe eingesetzt. Ehrenamtliche Helfer sind gesucht und können jederzeit einsteigen, so der jetzt neugewählte Vorstand.

4jähriges Mädchen gerettet.
Schwäbisch Hall. Zwei Passanten, eine 60jährige Frau und ein 43jähriger Mann, retteten einem vierjährigen Mädchen gestern nachmittag das Leben. Sie hatten das Mädchen gegen 15:30 Uhr leblos im Fluß treiben sehen und sprangen sofort ins kalte Wasser des Kocher, um die Kleine an Land zu bringen. Das Mädchen war beim Spielen mit einem gleichaltrigen Freund am Ufer aus dem Gleichgewicht geraten und ins Wasser gestürzt. Bei dem mit Unterkühlung ins Haller Diakonie-Krankenhaus eingelieferten Kind besteht keine Lebensgefahr mehr.

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Mittwoch 11.3.1998

47 Mio für Müll
Schwäbisch Hall. Mehr als 47 Mio Mark Nachsorgekosten entstehen dem Landkreis Schwäbisch Hall bei der Mülldeponie Hasenbühl. 30 Jahre lang nach Schließung im Jahr 2005 muß die Deponie noch betreut werden: Oberflächenabdichtung, Entwässerung Sickerwasserreinigung und Entgasung dazu die Personalkosten. Kreiskämmerer Dieter Häussler hat die Kosten bis 2035 berechnet und dem Kreistag empfohlen, Rücklagen zu bilden. Bis zur Schließung der Deponie so die Planung, sollten sich 28 Mio an Rücklagen angesammelt haben. Was aus diesem Kapital und seinen Zinsen nicht an Kosten gedeckt werden kann, muß von den dann Zahlungspflichtigen über die Müllgebühren finanziert werden.

Podiumsdiskussion
Ilshofen. Verleiht der Bildung Flügel verlangt ein Aktionsbündnis aus Lehrer, Eltern und Politikern, das vor wenigen Wochen schon einmal mit einer "Licht aus, Licht an"-Aktion versuchte auf sich aufmerksam zu machen. Gestern abend fand eine Podiumsdiskussion der Aktion im Ilshofener Bildungszentrum statt. Auf dem Podium alle Haller Wahlkreisabgeordneten, bzw. Kandidaten für die nächste Landtagswahl, dazu Lehrer und Eltern-Vertreter. Rund 150 Personen im Saal mischten sich ein: Themen der Diskussion: Chancengleichheit für Bildung - auch auf dem Lande, bessere Versorgung der Schulen mit Lehrern, damit weniger Stunden ausfallen, und noch stärkere Anstrengungen, um die Situationnbeim Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern.

Bundesverdienstkreuz
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring bekommt heute nachmittag das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Ministerpräsident Erwin Teufel überreicht die Ehrung im Marmorsaal des Stuttgarter Neuen Schlosses. Geehrt wird Dr Walter Döring für seine ehrenamtliches Engagement im Turngau und bei der TSG Schwäbisch Hall sowie seine kommunalpolitische Tätigkeit. Zwölf Jahre lang war Döring Kreisrat und Gemeinderat in Schwäbisch Hall. Die Verleihung war ursprünglich auf den 4. Februar terminiert, war aber wegen einer Regierungserklärung verschoben worden.

Sonja zurück
Mainhardt. Die seit August letzten Jahres vermisste 16jährige Schülerin Sonja Schick aus Mainhardt ist wieder da. Sie hatte sich mit ihrem Freund nach Südfrankreich abgesetzt. Als einziger im vergangenen Jahr ungelöster Vermisstenfall der Haller Polizeidirektion, war die Schülerin von Interpol und über international ausgestrahlte Fernseh-Sendungen gesucht worden. Jetzt kehrte sie aus freien Stücken nach Hause zurück.

"Modenschau" in der Landwehr
Rot am See-Brettheim. Eine Premiere der besonderen Art gibt es heute ab 14 Uhr in der Landwehr-Metropole Brettheim beim traditionellen Viehmarkt. Neben der Ausstellung der Gewerbtreibenden und zahlreichen anderen Vorführungen präsentieren die Landfrauen nach dem Motto in and out auf einem echten Laufsteg eine Modenschau. Mit zweibeinigen Modellen, wie Bauernverbands-Geschäftsführer Werner Groß am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung scherzend betonte.

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Donnerstag 12.3.1998

Streit um Mehrzweckhalle
Wallhausen. Seit acht Jahren streitet man sich in Wallhausen um den Bau einer Schulerweiterung mit Turn- bzw Mehrzeckhalle. Insbesondere ein Bürger, der Teile eines vor 20 Jahren von der Gemeinde erworbenen Grundstückes wieder hergeben soll, leistet heftigen Widerstand. Er wehrte sich vor Gericht gegen ein sogenanntes Umlageverfahren und verlor. Über ein gleichzeitig angestrengtes Normenkontrollverfahren gegen den begleitenden Bebauungsplan ist noch nicht entschieden. Doch gestern abend wurde dies bedeutungslos. Der Gemeinderat verabschiedete einen neuen Bebauungsplan.

Stop, so nicht!
Ilshofen. "Stop so nicht", heißt die Aktionsgruppe von Eltern, die sich um die Chancengleichheit von Schülern auf dem flachen Land sorgt. Festgemacht wird die Sorge an den hohen Selbstbeteiligungen am Busfahrgeld für die Schüler. Es dürfe nicht sein, daß Kindern eine höhere Schulbildung verwehrt werde, nur weil die Eltern das Fahrgeld zum Gymnasium oder zur Realschule nicht bezahlen könnten, so Sprecherin Regine v. Varnbüler. Die Aktionsgruppe arbeite an Lösungsvorschlägen, die eine finanzielle Umverteilung im Auge haben, sodaß die Belastungen nicht mehr nur auf den Familien liegen. Diese Vorschläge werde man demnächst den politischen Entscheidungsträgern zukommen lassen.

Betriebsrat gewählt
Schwäbisch Hall. Als einer der ersten Großbetriebe in der Region hielt die Bausparkasse Schwäbisch Hall gestern ihre Betriebsratswahlen ab. Vier Sitze für die DAG, 19 Sitze für die HBV, einen mehr als bei der letzten Wahl, so das Ergebnis. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat hat die HBV fünf von sechs betriebsinternen Gewerkschaftern auf der insgesamt 10köpfigen Arbeitnehmerbank. "Wir haben bei den Angestellten von 15 auf 16 Sitze im betriebsrat auf hohem Niveau noch zugelegt", zeigte sich Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Siegfried Hägele (HBV) zufrieden. 1536 Angestellte der BSH nahmen ihr Stimmrecht wahr. 312 Stimmen entfielen auf die Liste der DAG = 3 Sitze und die HBV-Liste bekam 1209 Stimmen. 15 Stimmen waren ungültig. Bei der Gruppe der Arbeiter (188 abgegebene Stimmen = 58 Prozent) entfielen alle drei Sitze auf die HBV. Wermutstropfen für den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Hägele: die insgesamt niedrige Wahlbeteiligung die bei 54 Prozent und damit um 10 Prozent niedriger lag, als bei der letzten Wahl. "Es gab eben keine Kontroversen zwischen den Listen", so Hägele. "Da sind dann doch viele den Wahlurnen ferngeblieben."

Gegen Biotopkartierung
Bühlertann. Die Unterlagen zur Biotopkartierung sind in Bühlertann zwar noch bis zum 6. April öffentlich ausgelegt. Doch der Gemeinderat lehnt eine derartige Kartierung rundweg ab. Eine mögliche Einschränkung in der Bewirtschaftung einzelner Grundstücke sei für die Landwirtschaft unzumutbar. Außerdem fürchten die Räte Eingriffe in Eigentumsrechte und in die Planungshoheit der Gemeinde.

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Freitag 13.3.1998

Saisonbeginn im Freilandmuseum
Wackershofen. Neue alte Häuser wird es in nächster Zeit im Hohenloher Freilandmuseum kaum geben. Es fehlt das Geld, nachdem das Land seine Zuschüsse ein weiteres Mal um 10 Prozent gekürzt hat und selbst diese Gelder nur bewilligt, letztendelich aber nur teilweise auszahlt und den Rest auf zukünftige Jahre verschiobt. Das Museum wird zum Jahresende seinen Bautrupp auflösen ,üssen. Die städtischen Arbeiter werden weiterbeschäftigt, damit das Wissen um alte Bautechnologie nicht verloren geht. Die vier von verschgiedenen bauunternhemen vertraglich im Bautrupp tätigen Arbeiter aber werden wohl arbeitslos. Das Programm des Museums ist auch 1998 so attraktiv wie immer. Morgen beginnt im Freilandmuseum Wackershofen die neue Saison mit einer Ausstellung über typische Hohenloher Landschaften, in der Woche vor Ostern geht es an Aktionstagen umd Osterbräuche und Ende April werden die Küchen in den alten Bauernhäusern in Betrieb genommen und ehrenamtliche Helfer zeigen, wie man früher gekocht hat. Die Besucher dürfen die Speisen dann verkosten.aber. Einen Wehrmutstropfen allerdings gibt es auch hier: Das von drei Landkreisen und der Stadt Hall getragene Museum mußte die Eintrittspreise moderat erhöhen. Eine Familien-Tageskarte kostet immer noch wenoiger als 20 Mark.

Städtebaulicher Wettbewerb
Schwäbisch Hall. Anfang April wird das alte Gefängnis in Schwäbisch Hall geräumt. Die Stadt will einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben und beantragt dazu den Abriß der über 150 Jahre alten Gebäude, was dem Denkmalschutz und einigen Haller Bürgern überhaupt nicht gefällt. Prominentester Abrißgegener ist Wirtschaftsminister Dr Walter Döring. Abriß bedeute nicht unbedingt den völligen Verlust der alten Gebäude. Aber die Genehmigung mache eine sinnvolle Planung überthaupt erst möglich, so Halls OB Hermann Josef Pelgrim. Hätte der Denkmalschutz die Hand drauf, könnte nicht mal die Zellenstrukltur im Innern der Gebäude geändert werden. Und dann sei die Bausubstanz wirtschaftlich nicht verwertbar. Er wolle, so Pelgrim, Wirtschaftsminister Döring gerne in die Jury des städtebaulichen Wettbewerbes berufen. Im übrigen bleibe ein Teil ganz sicher stehen: das Torhaus. Das habe der Haller Gemeinderat bereits beschlossen.

Zweitägige Tagung
Schwäbisch Hall. In einer zweitägigen Tagung präsentieren heute und morgen das Hohenlohe-Zentralarchiv, das Stadt- und Hospitalarchiv Schwäbisch Hall sowie das Institut für Geschichte und Landeskunde der Uni Tübingen Ergebnisse eines mehrjährigen Projektes. Thema die demokratische Revolution von 1848/49 wie sie in Hall und Hohenlohe ablief. Für die Hohenloher Fürsten brachte sie das endgültige Aus einer Jahrhunderte langen Herrschaft.

Englisch-sprachiger Museumsführer
Schwäbisch Hall. Fremdsprachliche Museumsbesucher haben es künftig im Hohenloher Freilandmuseum einfacher. Es gibt jetzt eine englisch-sprachige Beschreibung des Museumsdorfes, in dem Häuser und Dorfgeschichte des letzten Jahrhunderts bewahrt werden. Die englisch-sprachige Museumsführer ist keine Übersetzung einer deutschen Version, sondern wurde speziell verfasst. Er enthält nicht nur eine Beschreibung der Häuser, sondern versucht auch einen Zusammenhang mit den historischen Verhältnissen in Deutschland herzustellen.

Keine unechte Teilortswahl mehr
Hessental. Die Stadt Schwäbisch Hall will die unechte Teilortswahl für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr für den Ortsteil Hessental aufheben. Hessental sei in dern letzten Jahren so rasant gewachsen und auch schon baulich in einem Zusammenhang mit der Kernstadt zu sehen, daß dies nur das "Wir"-Gefühl heben könne. Befürchtungen, der Ortsteile können dadurch nicht mehr ausreichend im Rat vertreten sein, gibt es bei der Verwaltung nicht. Möglicherweise hätten dadurch sogar mehr Hessentaler Kandidaten als die seither vorgeschriebenen drei die Chance, in den Rat einzuziehen. Vor Jahren schon wurde die unechte Teilortswahl mit Steinbach aufgehoben. Seither vertreten vier statt zwei Räten den Ort.

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Samstag 14.3.1998

Notlandung im Acker
Eltershofen. nur wenige 100 Meter Luftlinie vom Flugplatz Weckrieden entfernt mußte gestern nachmittag ein zweimotoriges Flugzeug notlanden. Die Maschine war nach Wartungsarbeiten auf dem Flugplatz von Weckrieden gestartet. Der Piot, ein 30jähriger aus dem Hohenlohekreis, hatte die Maschine zunächst in Richtung Heilbronn gesteuert. Auf dem Rückweg fiel zunächst einer der beiden Motoren aus. Als wenige Minuten später auch der zweite Motor versagte, blieb dem Piloten nichts anderes übrig, als gegen 13:15 Uhr bei Eltershofen notzulanden. Nach einer Rutschpartie über einen Acker blieb die Maschine am Rande eines Feldweges auf einer Wiese zwischen Eltershofen und der Windkraftanlage bei Veinau liegen. Pilot und ein 27jähriger Mitflieger blieben unverletzt. Schaden an Flugzeug und Flur: etwa eine viertel Million Mark. Ein Sachverständiger des Luftfahrtbundesamtes versucht nun die Ursache des Beinahe-Absturzes zu klären.

Statue enthüllt
Schwäbisch Hall. Die Stadt hat ein neues öffentliches Kunstwerk. In der Nähe des Friedhofsdreieck am einstigen Gelbinger Tor wurde die Statue "Der Wächter" des Künstlers Gunther Stilling am Freitag den 13ten um 13 Uhr enthüllt. Die kopflose und etwas futuristisch anmutende Figur (als hätten die BORG aus Startrek einen der ihren ausgeschlachtet und die reste der Stadt überlassen: Kommentar eines Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Formum gegenüber des neuen Standortes der Skultur) wird sicherlich zu mancherlei Auseinandersetzung über das Thema Kunst im Stadtraum führen, so Bürgermeister Klaus Grabbe bei der offfiziellen Übergabe des Kunstwerkes. Die Stadt kaufte das Kunstwerk, das während der landesgartenschau 1981 bereits einmal in Hall zu sehen war, für 48 Tsd Mark.

Gelder fließen
Stuttgart. Das Regierungspräsidium hat jetzt Finanzmittel nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz auf die Kreise und Gemeinden aufgeteilt. In einer ersten Förderrunde erhalten die Kommunen 102 Mio Mark für den Straßenbau. Rund 3,5 Mio gehen in den Hohenlohekreis, etwas mehr als 3,3 Mio in den Landkreis Schwäbisch Hall. Besonders gefördert werden die Nordwestumgehung und die Bahnunterquerung in Crailsheim mit insgesamt 2,5 Mio Mark, weitere 845 Tsd Mark gehen nach Schw. Hall, Schrozberg und Gaildorf.

Laster brannten
Neuenstein. 350 Tsd Mark Sachschaden und ein LkW-Fajrer, der mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus nach Öhringen gebracht werden mußte, sind das Resultat eines verkehrsunfalles gestern auf der Autobahn A6, Fahrtrichtung Mannheim, nahe der Ausfahrt Neuenstein. Ein Schweizer Gefahrgut-Transporter, der wegen einer reifenpanne auf der Standspur angehalten hatte, war von einem nachfolgenden Sattelzug gestreift worden. Beide Laster gerieten in Brand. Der Schweizer Gefahrgut-Transporter hatte Spraydosen, Kleber und Gasfeuerzeuge geladen. Mehrere Stunden war die Autobahn gesperrt. Da eine Brücke der Umeltungsstrecke genau über die Brandstelle führte, mußte auch auf der Umleitungsstrecke eine weitere Umleitung eingerichtet werden, so daß es zu erheblichen Staus von bis zu 16 km Länge kam.

Offener Brief für Krankenhaus
Rot am See-Brettheim. In einem offenen Brief wandte sich jetzt der Ortschaftsrat von Brettheim an Politiker und andere Entscheidungsträger. Gefordert wird der Erhalt des 20 Betten Krankenhauses von Brettheim. In dem Krankenhaus werden vor allem kleinere Leiden behandelt und Patienten zur Nachsorge , vor allem ältere Leute aus der ländlichen Bevölkerung Hohenlohes behandelt. Die familäre Athmosphäre des mvon Belegärzten betreuten Krankenhauses fördere den Heilungsprozess ungemein. Die Bevölkerung können nicht verstehen., daß durch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ausgerechnet dieses kleine Krankenhaus aus den Plänen gestrichen werden solle, dessen Tagessatz mit 150 Mark ungemein viel billiger sei, als etwa die Tagessätze im Crailsheimer Kreiskrankenhaus (360 DM) oder im Diakonie-Krankenhaus von Schwäbisch Hall (450 DM). 1,4 Mio Mark hat die Gemeinde Rot-am See in ihr Krankenhaus gesteckt und ein Förderverein sowie viele Einzelspender bringen jährlich 10 Tausende von Mark auf, um das Kranknehaus mit seinen 20 Arbeitsplätzen zu erhalten.

Stadtwerke geben 'know how' weiter?
Schwäbisch Hall/Reutlingen. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall stehen in Verhandlungen mit der Stadt Reutlingen. Die Haller sollen für Reutlingen ein schlüsselfertiges Kraftwerk bauen lassen. Reutlingen ist interessiert an einem Gasturbinen-Blockheizk-Kraftwerk, wie es die Stadtwerke Hall vor wenigen Monaten im Solpark Hall in Betrieb genommen haben. Bei dem in Verhandlung stehenden Deal geht es um eine Summe von 12 Mio Mark.

19 Mio Haushalt.
Mainhardt. Die Gemeinde Mainhardt hat jetzt ihren 98er Haushalt verabschiedet. Er hat ein Volumen von 19 Mio Mark. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 15,3 Mio, auf den Vermögenshaushalt 3,7 Mio Mark. Genehmigt wurde auch der Wirtschaftsplan für die gemeindliche Sonerrechnung Wasserwirtschaft, 1,15 Mio stehen hier im Erfolgsplan, auf der Vermögensseite sind 1,03 Mio Mark eingeplant.

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.Sonntag 15.3.1998

4000 Mark für Musikschule
Crailsheim. Einen Scheck in Höhe von 4000 Mark konnte jetzt die Leiterin der Crailsheimer Jugendmusikschule Christina Riedesel als Spende entgegennehmen. Das Geld kommt aus dem ertrag einer Stiftung, die von der Kreissparkasse zu ihrem 100jährigen Bestehen im Jahr 1984 für die Jugendmusikschule eingerichtet worden war. Das ursprüngliche Stiftungskapital von 25 Tsd Mark war 1989 um fünf Tsd, 1995 um weitere zehn Tsd und 1997 ein weiteres Mal um zehn Tsd Mark auf jetzt 50 Tsd erhöht worden. Seit Stiftungsgründung wurden bereits mehr als 30 tsd Mark zum Kauf von Noten und Instrumenten ausgeschüttet.

Krebsverein erhält Kalendergeld
Schwäbisch Hall. Aus dem alljährlichen Verkauf des Wandkalenders "Haller Jahreszeiten" wurde in der Saison 97/98 für den Haller Krebsverein 24198 Mark erlöst. Mit dem geld wird vor allem die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten finanziert. Initiiert worden war die Kalender-Aktion vor neun Jahren vom Druckr-Ehepaar Brigitte und Franz Schaupp. Verkauft wird der kalender auf Weihnachtsmärkten und an Wochenendständen in der Haller Innenstadt sowie über zahlreiche Geschäfte, die den Kalender für ihre Kunden ankaufen oder selbst weiterverkaufen. Besondere Hilfe beim Verkauf sind die Schüler der Grundschule von Michelfeld, die jetzt auch bei der Scheckübergabe an den Haller Krebsverein dabei sein durften. Der Krebsverein bezahlt die jährlich fast 90 Tsd Mark, die die psychosoziale Betreuung verschliengt fast ausschließlich aus Spenden. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht an der Arbeit, bedauert der Vorsitzende des Krebsvereinse Professor Heißmeyer.

Regionalgeschäftsstelle
Schwäbisch Hall. Rund 11 Tsd Mitglieder in den Kreisen Heilbronn, Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Main-Tauber wird die neue Regionalgeschäftsstelle des VdK in Schwäbisch Hall betreuen. Die Geschäftsstelle des Sozialverbandes wird am 19. März offiziell eingeweiht. Aus dem einstigen Verband der Kriegsopfer wurde mittlöerweile ein Interessensverband von Behinderten, chronisch Kranken, Rentnern und Sozialversicherten, der vor allem in Beratung in in der Vertretung seiner Mitglieder vor Sozialgerichten seine Aufgabe sieht. Allein in Baden-Württemberg hat der VdK in über 5000 Verfahren bereits über 10 Mio Mark für seine Mitglieder erstritten. Der bislang hauptsächlich ehrenamtlich geführte Verband mit mehr als 1 Mio Mitgliedern bundesweit unterstützt seine Arbeit seit 1997 auch durch hauptamtlich geführte Regionalgeschäftsstellen.

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Montag 16.3.1998

Internet-Cafe für Senioren
Schwäbisch Hall. Ein mobiles Internet-Cafe für Senioren startetet gestern beim Schwäbisch Haller Seniorenwohnstift "Im Lindach" seine Tournee durch drei Bundesländer. Die diakonische Unternehmensgruppe Dienste für Menschen hatte für das Projekt einen Preis des Bundesforschungs-Ministeriums gewonnen. Deshalb, so Urs Bruhn, Leiter des Seniorenwohnstiftes, werde das Projekt über die Paul-Lempp-Stiftung auch wissenschaftlich begleitet. Die Erfahrungen, die man hier mache, sollen zu einer stärkeren pädagogischen Verzahnung all der Bildungseinrichtungen für Senioren führen, die gerade dabei sind, ein Konzept zu entwickeln, wie man Senioren an nicht gerade einfache technische Materie, wie etwa die datenübermittlung heranführen könne. (siehe auch Extra News)

Brandanschlag auf Tankstelle
Crailsheim. Schlimmeres verhindern konnte die Crailsheimer Feuerwehr am Samstag abend. Gegen 19.15 wurde ein Brand an einem Tankstellengebäude in der Ellwanger Straße bemerkt. Ein unbekannter Täter hatte einen Altpapierstapel an einer der Seitenwände in Brand gesetzt. Durch Brand und Raucheinwirkung entstand zwar nur ein Schaden von etwa 1000 Mark, doch ohn das rasche Eingreifen der freiwilligen Feuerwehr hätte es zu einer Katastrophe kommen können. Die Polizei sucht nun nach Hinweisen auf den oder die Täter.

Kennzeichen gesucht
Öhringen. Im Hohenlohekreis scheint jemand erheblichen Bedarf an falschen Kennzeichen zu haben. Entwendet wurden vergangene Wochen wurden an einem einzigen Tag in Öhringen die Nummernschilder KÜN-KD 934, ursprünglich für einen VW-Golf ausgegeben, der an der Hohenlohehalle parkte, KÜN-KL 957, entwendet von einem VW Polo am parkplatz Herrenwiese, KÜN CR 90, von einem Daimler-Benz enemfalls an der Herrenwiese geklaut und KÜN-KD 639, abgeschraubt von einem Opel Kadett, der beim Spar-Markt Ellhofen stand. Die Polizei Öhringen bittet um Hinweise.

Gips-Apostel 200 Jahre tot
Kupferzell. Der als Gips-Apostel von Hohenlohe apostrophierte Pfarrer Johann Friedrich Mayer starb vor 200 Jahren. Morgen wird sein 200ster Todestag auch an der stattlichen Akademie für Landbau in Kupferzell begangen. Dr. Klaus Hermman vom Stuttgarter Landwirtschaftsmuseum wird in einem Festvortrag über das Leben und Wirken des Agrar-Reformers berichten. 53 Jahre lang war Mayer Pfarrer in Kupferzell. Er war einer der ersten, der Zusammenhänge zwischen mineralischer Düngung und Ernte-Erträgen erkannte. Seine Bauern lehrte er "seine" Bauern, die bis dahin in der sogenannten Dreifelder-Wirtschaft bebauten Flächen durch Bodenverbesserung mit Dung, Knochen, Grünsaat wie Klee und Luzerne und vor allem durch seine Empfehlung der Gips-Düngung ertragreicher zu machen. Johann-Friedrich Mayer war am 21. September 1719 in Herbsthausen bei Bad Mergetheim geboren worden. Auch dort wird am kommenden Wochenende 21. März in seinem Geburtshaus, dem heutigen Brauereigasthof, eine Feierstunde stattfinden.

FH Standort Künzelsau bleibt
Künzelsau. Der Standort Künzelsau für die Fachhochschule Heilbronn ist gesichert. Die Außenstelle soll sogar ausgebaut werden. dazu notwendig ist aber auch ein positives Votum des Wissenschaftsrates, dessen endgültige Empfehlung für Mai erwartet wird. Ohne diese Empfehlung gibt es keine 50 prozentige Beteiligung des Bundes an Investitionen nach dem Hochschulbauförderungsgesetz. Bisher in Künzelsau angeboten werden Studiengänge in Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurswesen und Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Kulturmanagement. Dazu soll künftig noch ein Studiengang Gebäudesystemtechnik kommen. Wissenschaftsminister Klaus von Trotha hofft, daß mit dem jetzigen Votum des Wissenschaftsrats-Ausschusses ein Schlußstrich unter die jahrelange Diskussion gezogen wird, die sich an der Gründung von Hochschul-Außenstellen außerhalb der Ballungszentren entzündet hatte.

Kreisverkehr auf B19?
Kupferzell. Einen Kreisverkehr statt einer Ampelanlage empfiehlt der Künzelsauer Gemeinderat für die Einmündung der Landesstraße 1036 in die B19 bei Kupferzell. Diese Straßeneinmündung fällt zwar nicht in die originäre Zuständigkeit der Stadt Künzelsau, doch sind diese Straßen eine Hauptverbindung zur zweiten großen Stadt im Hohenlohekreis nach Öhringen und deshalb von einiger Bedeutung für Künzelsau. Bürgermeister Lenz will nun Stra0enbauamt und Landratsamt um Prüfung der Kreisverkehrsvariante bitten, nachdem das Vorhaben eine Ampelregelung an der Einmündung bekannt geworden war. An einem Kreisverkehr habe selten noch ein Autofahrer einen Rückstau erlebt, wohl aber bei Ampelregelung. Kreisverkehre machen, so das Straßenbauamt aber nur Sinn bis zu einer bestimmten Verkehrsaufkommen. Zu großes Aufkommen auf einer der einmündenden Straßen mache alle Vorteile des Kreisverkehrs wieder zunichte.

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Dienstag 17.3.1998

Asylbewerber streiken
Schwäbisch Hall. Die Asylbewerber in der Sammelunterkunft von Hessental sind in Streik getreten. "Wir brauchen kein Essen, wir wollen Geld", so ein Sprecher der Asylbewerber in der Sammelunterkunft Hessental. Drei mal pro Woche bekommen die Asylbewerber Lebensmittel-Pakete. Die wollen Sie jetzt mehrheitlich nicht mehr abholen. Wie sie allerdings über die Runden kommen wollen, wenn sie diese Hilfe verweigern, das wissen sie selbst noch nicht so genau. Ursache des Streiks ist eine steigende Unzufriedenheit über die Zusammensetzung der Lebensmittel-Pakete, die vielfach nicht den sehr unterschiedlichen Ernährungsvorstellungen vieler Asylbewerber entsprechen. Außerdem seien manchmal Lebensmittel darunter, deren Verfallsdatum gerade abgelaufen sei. Den letzten Vorwurf wies die Leiterin der Hessentaler Essensausgabe zurück Erst vor Kurzem habe der Wirtschaftskontrolldienst alles überprüft und nichts beanstandet . Im übrigen müssten die Asylbewerber sich anpassen, wenn sie hier leben wolten. Die Asylbewerber haben neben ihrer Transparentaktion den Streik auch in einem Scgreiben an das haller Sozialamt angekündigt, der von etwa 200 Asylbewerbern unterschrieben war. Doch das Sozialamt ist noch nicht für die Asylbewerber zuständig. Diese Zuständigkeit wird erst ab dem 1. April gegeben sein.

Offener Brief gegen Flugzeug
Schwäbisch Hall. In einem offenen Brief, der gestern in der Haller Innenstadt verteilt wurde, wendet sich die Bürgerinitiative airpeace, eine Interessensgemeinschaft gegen den Flugplatzausbau, gegen die Stationierung eines neuen Flugzeugtyps in Hessental. Die Firma Würth möchte dort eine Maschine vom Typ Falcon 50 EX stationieren, die das bisher in Hessental zulässige Startgewicht von acht Tonnen um mehr als 130 Prozent überschreitet. Genehmigungsbehörde wäre das Stuttgarter Regierungspräsidium, von dem sich die BI nicht ausreichend informiert sieht, so Sprecher Rolf Heyd. Insbesondere die Auskunft, das Regierungspräsidium genehmige die Stationierung nach dem Paragrafen 25 der Luftverkehrsgesetzes, zweifelt man an, denn dieser Paragraph betreffe nur nicht flugplatzgebundene Außenstarts und -landungen, etwa auf Wiesen und Privatpisten, wo der Grundbesitzer das Startgewicht bestimmen könne. Dies, so Heyd treffe auf den öffentlichen Geschäftsflugplatz Hessental ja nicht zu, und man erwarte vom Regierungspräsidium nun Auskuft darüber, nach welchen Regelungen man in Hessental verfahre. Immerhin verursache die 18,5 Tonnen schwere Falcon 50 EX etwa achteinhalb mal stärkeren Lärm als die bisher von Würth in Hessental Cessna 560. Werde dieses Flugzeug genehmigt, müsste man auch Antröäge von anderen Nutzern nach größeren Maschinen bewilligen. Und diese Ausweitung des Flugplatzes sei die größte Befürchtung, die der Verein airpeace hege.

Rarität erworben.
Schwäbisch hall. Für einen nicht näher bezeichneten Betrag von mehreren tausend Mark ist es dem Stadtarchiv von Schwäbisch Hall gelungen eine Rarität zu erwerben: eine "Kleine Kirchenordnung", die vom Haller Reformator Johannes Brenz 1553 herausgegeben wurde. Neben dem nun im Haller Archiv befindlichen Exemplar sind lediglich fünf weitere vollständig erhaltene Ausgaben dieses von Ulrich Morhart in Tübingen gedruckten Buches bekannt. Johannes Brenz gilt als einer der Gründer der württembergischen Evangelischen Landeskriche. Vermutlich zum 500sten Geburtstag des Reformators wird das Buch im kommenden Jahr erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Ministerin bei Einweihung
Oberrot. Entgegen allen gängigen Trends zur Konzentration der Wirtschaft in den Ballungsräumen biete die holzverarbeitende Industrie wertvolle Arbeitsplätze im ländlichen Raum. So lobte Ministerin Gerdi Staiblin gestern bei der Einweihung eines neuen Verwaltungsgebäudes und einer neuen Hobelanlage die Investoren in Deutschlands größtes Sägewerk: Klenk in Oberrot. Mit einem Mitarbeiterstamm von 800 Leuten verarbeiten die Holzewerke Klenk jährlich etwa 1 Mio Kubikmeter Nadelstammholz. Das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Produktion in Baden-Württemberg

Stadt kauft Tunnelkamera
Schwäbisch Hall. Für 56859,97 DM kauft die Stadt Hall eine Farb-Dreh-Schwenkkopf-Kamera,die bei der begutachtung von Tunnels, vor allem aber Kanalisationsröhren eingesetzt werden soll. Bisher hat man für die jährlich notwendigen 80 Std Kameraarbeite jeweils eine solche für 11500 Mark ausgeliehen. Die Arbeiten selbst sollen nach wie vor von beauftragten Fremdfirmen vorgenommen und dokumentiert werden, nur eben mit der stadt-eigenen Kamera. Insbesondere für die Aufnahme des Altbestandes im Sanierungsgebiet Solpark wird die kamera in den kommenden jahren häufiger als die bsilang jährlichen 80 Stunden in Betrieb sein.

Bescheide verschickt
Schwäbisch Hall. Der Landkreis Hall verschickt in diesen Tagen etwa 45 Tsd Müllgebühren-Bescheide über die Jahresgrundgebühren für Haushalte, Gewerbe und Freiberufler. Die Höhe der Bescheide richtet sich nach den auf einzelnen Grundstücken gemeldeten Personen. Maßgebend sind jeweils die Verhältnisse, wie sie am 1. Januar beim Amt für Abfallwirtschaft aktenkundig waren. Die Berechnungsgrundlagen wurden gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Die Müllgebühren bleiben im Landkreis Hall stabil. Singles zahlen 70 Mark und der Vier-Personenhaushalt 125 Mark.

Motorradausstellung
Crailsheim. Unter dem Titel 'Motorrad - Technik - Verkehrssicherheit 98' veranstalten die Motorradfreunde Hohenlohe-Crailsheim am kommenden Wochenende ihre bereits zur Tradition gewordene Frühjahrsausstellung. Motorräder führender Marken, eine Ausstellung von Trikes und Quads, ein Gebrauchtmotorradmarkt, Tips für´s Reisen mit dem Motorrad und - ganz wichtig -der TÜV wird wieder dabei sein und Fahrzeuge auf ihre Fahrtauglichkeit prüfen. Die Ausstellung findet am 21. und 22. März in und an der Markthalle auf dem Volksfestplatz von Crailsheim statt. Sie ist jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Verschätzt
Schwäbisch Hall. Die Stadtplanung Schwäbisch Hall hat sich gewaltig verschätzt und verrechnet, als sie die Ausschreibung für den Rückbau befestigter Flächen im Solpark auf den Weg brachte. Statt ursprünglich 200 to teerhaltigen Fräsgutes sind es jetzt plötzlich 3000 to, die auf dem Konversionsgelände anfallen. Die ursprüngliche Bieterfirma kann natürlich so ihren Preis nicht halten. Es entsteht ein Mehraufwand von sage und schreibe 220 Tsd Mark. Anstatt das teerhaltige Material wiederzuverwerten, landet es jetzt für 70 Mark je Tonne auf der Mülldeponie des Landkreises Hall. Dies, so die Stadtverwaltung, sei die kostengünstigste Beseitigung. Und nachdem die Stadt gegenübe dem Landkreis nicht mehrwertsteuerpflichtig ist, werden die Beträge nicht über die Beseitigungsfirmen abgerechnet, sondern direkt zwischen den Behörden. So kann die Stadt Hall weitere 31 500 Mark einsparen.

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Mittwoch 18.3.1998

Blockheizkraftwerk
Waldenburg. Der Luftkurort Waldenburg will seiner Stadthalle eine moderne Heizanlage verpassen. Ein Ingenieurbüro hat jetzt Pläne für ein gemeinsames Blockheizkraftwerk für Stadthalle, Kleinschwinnbecken und Höhencafe vorgestellt. 110 Tsd Mark soll die Anlage kosten. Die Räte wollen das Projekt nach ihrem gestrigen Beschluß im Haushalt 99 oder je nach Finanzlage schon im Nachtragshaushalt 98 finanzieren.

VHS-Card Schwäbisch Hall.
Die Volkshochschule in Schwäbisch Hall wird ihren Kursteilnehmern noch in diesem Jahr eine VHS-Card anbieten. Die endgültige Form hat die Idee noch nicht, so VHS-Leiter Dr Matthias Setzer, doch vorstellbar sind Vorteile bei Kursen und Sonderveranstaltungen der VHS, aber auch bei kooperierenden Unternehmen. Außerdem könnte die Karte ähnlich der Karte bei den Krankenkassen die Grunddaten der Studierenden enthalten.

Kämmerer wird Bürgermeister
Rot am See. Die Gemeinde Rot am See verabschiedet bei der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag in Hausen am Bach ihren langjährigen Kämmerer Kurt Wackler. Seit November 1982 war der Crailsheimer bei der Gemeinde in Rot am See. Jetzt Anfang Februar war er in Satteldorf zum neuen Bürgermeister gewählt worden. Dort wird er am 27. März in einer Gemeinderatssitzung in sein Amt verpflichtet, das er offiziell am Montag 30. März antritt.

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Donnerstag 19.3.1998

Problemstoffsammler
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Umweltmobil des Landkreises ist heute zu seiner Tour zu den privaten Haushalten gestartet. Abgegeben werden können alle Problemstoffe von Pflanzen- und Holzschutzmitteln über Fotochemikalien bis hin zu alten oder aus gebrauchten Medikamenten. Für einzelne Stoffe wie Säuren oder Laugen gibt es Mengenbegrenzungen von 10 Litern. Für Leuchstoffröhren und Energiesparlampen wird eine Gebürh von 1 Mark pro Stück erhoben

Bilanz vorgelegt
Öhringen. 1,28 Mrd Bilanzsumme, ein Plus von 6%, 941 Mio Mark Kundeneinlagen, 782 Mio vergebene Kredite gab die Volksbank Hohenlohe heute ihre Zahlen des Vorjahres bekannt. 224 Mitarbeiter hat die Volksbank Hohenlohe, die in diesem Jahr noch mit der Gerabronner Volksbank zur größten Bank der Region fusionieren wird. Die Bank wird dann von jetzt knapp 25 auf dann mehr als 31 Tsd Mitglieder anwachsen. Mit Qualität und Freundlichkeit begeistern, haben sich die Banker auf ihre Fahnen geschrieben. Hauptvoraussetzungen, so Vorstandsmitglied Dr. Manfred Goeke, wenn man sich auf dem Markt als echter Partner und Freund seiner Kunden etablieren wolle. Die technischen und geschäftlichen Voraussetzungen dazu sind mit der Fusion, mit dann drei Hauptgeschäftsstellen und 38 Filialen an allen Hauptorten Hohenlohes, mit electronic banking und ersten Schritten hin zur Direktbank zusätzlich zur üblichen traditionellen Bankensparte gemacht. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand der Volksbank Hohenlohe, bereinigt um die Zuwächse aus der Fusion ein eher moderates Wachstum ohne große Ausschläge nach oben oder unten, was aber angesichts der konjunkturellen Wirtschaftslage immer noch zufriedenstellend sei.

Wahlvorstand per Arbeitsgericht einsetzen
Crailsheim. Die Gewerkschaft Nahrung Genußmittel Gaststätten NGG hat Schwierigkeiten beim Crailsheimer Toastbrot-Hersteller Zimmermann einen Betriebsrat zu etablieren. Die Firma behauptet,ihre Belegschaft wolle keinen Betriebsrat,die Gewerkschaft sagt, es gebe Mitglieder, die einen Betriebsrat wählen wollen. Man könne sie nur nicht nennen, da sie noch keinen Kündigungsschutz genießen. Die Firma kündigte daraufhin an, selbst eine Liste zu erstellen, indem die Mitarbeiter in Gruppen auf´s Büro bestellt werden und sich mit ja oder nein erklären sollen. Die NGG nennt dies massive Einschüchterung und Behinderung und wird jetzt das Arbeitsgericht bemühen einen Wahlvorstand einzusetzen. NGG Geschäftsführer Helmut Müller meinte, er komme sich so vor wie bei Herodes' Suche nach dem Jesuskind. Die Firma wollen unbedingt vorab herausbekommen, wer eine Betriebsratswahl unterstütze. Erst wenn das Arbeitsgericht aber entschieden habe, genieße der Wahlvorstand nach dem Betriebsverfassungsgesetz Kündigungsschutz. Dieses Gesetz sei ein Rechtsgrundsatzwie die Straßenverkehrsordnung. Wer bei Rot über die Ampel fahre werde bestraft, wer gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoße ebenso. Wer auf der einen Seite verlautbaren lasse, man sei nicht gegen eine Mitarbeiter-Vertretung und gleichzeitig versuche die Belegschaft einzuschüchtern, sich offen für einen Betriebsrat einzusetzen, mache sich, so Helmut Müller von der NGG, selbst beim eigenen Justitiar unglaubwürdig. Mit dem nämlich habe man gesprochen und dieser Rechtsanwalt in Erkrath, dem Stammsitz der Firma, der zugleich auch Mitglied im Arbeitgeberverband der Brot- und Backwarenindustrie ist, habe erhebliche Zweifel daran, daß das Verhalten der Firma rechtmäßig sei. Die Firma Zimmerman beschäftigt in Crailsheim etwa 170 Leute, was die Wahl eines siebenköpfigen Betriebsrates erfordere. Der wird keinen leichten Stand in der Firma haben. Doch während die Mitglieder des Betriebsrates Kündigungsschutz genießen, gilt der für zur Wahlurne gehende Mitarbeiter nicht. Die werden, so Helmut Müller, wie auch jetzt schon unter Beobachtung stehen, wenn sie ihr verbrieftes Recht wahrnehmen, bei der Betriebsratswahl ihr Kreuzchen zu machen. Die Wahlbeteiligung wird unter solchen Umständen nicht berauschend sein.

Handwerk trotz Wandel attraktiv
Ingelfingen. 138 Auszubildende im Handwerk, 63 kamen allein aus dem KFZ-Gewerbe, erhielten jetzt bei der Gesellenfreisprechungs-feier aus der Hand von Kreishandwerksmeister Werner Dierolf ihre Gesellenbriefe. 11 Junghandwerker wurden wegen ihres guten Notenschnitts mit einer Belobigung geehrt. Das Handwerk, so Werner Dierolf habe auf Jugendliche nach wie vor große Anziehungskraft und Attraktivität. Einen großen Wandel aber gebe es bei den Anforderungen ans Handwerk wie auch bei den Ansprüchen der Kundschaft. Wer heute im Handwerk bestehen wolle, so Dierolf müsse besonders flexibel und leistungsfähig sein.

Verhandlung im Mai
Heilbronn/Künzelsau. Voraussichtlich im Mai wird gegen den mutmaßlichen Erpresser des Würth-Konzerns vor dem Heilbronner Landgericht verhandelt. Der 44jährige Bauschlosser aus Lauda Königshofen hatte von März bis Juni vergangenen Jahres den Künzelsauer Schrauben-Konzern um mehrerer Millionen Mark zu erpressen versucht. Nachdem der hochverschuldete und geständige Mann sich bei der Familie des Konzernchefs entschuldigt hatte, durfte er bis zu seiner Verhandlung auf freiem Fuß bleiben. Die Anklage lautet auf versuchte räuberische Erpressung.

Kunst im DIAK
Schwäbisch Hall. Zum 16. Mal wurde gestern abend im Schwäbisch Haller Diakoniekrankenhaus eine Kunstausstellung eröffnet. Diesmal ist sie keinem einzelnen Künstler gewidmet, sondern einer besonderen Kunstgattung: der Grafik. Die Weltfirma Würth aus Künzelsau stellte eine Auswahl von Grafiken aus der Sammlung des Firmenchefs und Mäzens Reinhold Würth zur Verfügung. Die Werke sind bis zum 18. Mai im Foyer, in der Cafeteria und in der Wartezone des DIAK-Zwischengeschosses zu sehen.

Staufermedaille zum Geburtstag
Oberrot. Eugen Klenk erhielt jetzt zu seinem 70. Geburtstag die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg. Klenk ist Chef des größten Sägewerkes in Deutschland, der Klenk Holzwerke in Oberrot. Mit 500 Mitarbeitern dort, 130 Mitarbeitern im Werk Gaildorf und 220 im Werk Baruth bei Berlin erwirtschaften die Holzwerke einen Jahresumsatz von derzeit 360 Millionen Mark, die bis zur Jahrtausendwende auf deutlich über 400 Millionen gesteigert werden sollen. Um dem Werk die dafür notwendige Basis zu geben ist noch in diesem Jahrtausend der Gang an die Börse geplant.

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Freitag 20.3.1998

Biodiesel
Schwäbisch Hall. Seit gestern gibt es in Schwäbisch Hall eine Zapfsäule, an der Biodiesel getankt werden kann. Der Umwelt-Unternehmer Carsten Walloschke hatte nach einem Partner für die Idee gesucht und in der Avia-Tankstelle von Albuin Fallmerayer an der Haller Friedensbrücke gefunden. Deren Vorlieferant Tessol arbeitet schon seit einiger Zeit auch mit Hohenloher Bauern zusammen, die auf Stillegungsflächen Raps für die Herstellung von Biodiesel anbauen. Lange Zeit gab es Widerstand bei der Autoindustrie gegen Biodiesel. Doch der scheint nun überwunden. Biodiesel (Rapsmethylester) ist mittlerweile genormt, so Tessol-Sprecher Willi Welzel und einige Hersteller sagen, alle ihre Dieselmodelle seien ohne Umbau geeignet. Andere Hersteller bieten Umbau, bzw Nachrüstsätze an. RME greift Kunststoffteile schneller an, als herkömmlicher Diesel.

Jux-Falschgeld
Schwäbisch Hall. Aus Jux habe er das alles geacht, gab ein 16jähriger Schüler bei seiner Vernehmung durch die kripo an. Der Junge hatte auf seinem Computer 10- und 100-Markscheine gefälscht. Ein Zehnmarkschein, den er in der großen Pause einem Mitschüler gab, womit der ihm einen Kaba kaufen sollte, fiel sofort auf. Als die Kripo den Computer des 16jährigen kontrollierte, fiel ihr auch der Text einer Datei auf, die als Bombendrohung vor Kurzem auf einer Diskette in der Schule eingegangen war. Er habe nur mal sehen wollen, wie sein Lehrer auf solch einen Jux reagiere, so der Junge zur Erklärung.

Schwangeschafts-Konfliktberatung geht weiter
Schwäbisch Hall. Das Stuttgarter Sozialministerium hatte im Dezember zwar die Schwangerschafts-Konflikt-Beratung durch die Gesundheitsämter per Erlaß zwar für beendet erklärt, da in zumutbarer Entfernung überall genügend Beraterinnen zur Verfügung stünden. Doch beim haller Gesundheitsamt, so stellte der direkte Dienstherr, Landrat Ulrich Stückle fest, kommen die Sollzahl von einer Beraterin auf 40 Tsd Einwohner bei weitem nicht erreicht wird. Die Kreisverwaltung hatte sich daraufhin entschieden, die Beratungen beim Haller Gesundheitsamt weiterlaufen zu lassen. Wie richtig die Entscheidung war, zeigte sich kurz darauf, als ausgelöst durch den Papstbrief an die Bischöffe die Diskussion um die Fortführung bei der Caritas geführt wurde. Bei den Gesundheitsamts-Stellen im Landkreis Hall wird die Beratung nun definitiv weitergeführt.

Döring besucht cebit
Crailsheim/Hannover. Der Haller FDP-Landtags-Abgeordnete und Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring besucht heute die cebit in Hannover. Nahezu 10 Prozent aller Aussteller, das sind etwa 700 Firmen kommen aus Baden-Württemberg. Unter anderm wird Wirtschaftsminister Döring auch auf dem Stand der Crailsheimer WZ-Mikroelektronik mit den Geschäftsführern dieser Firma zusammentreffen. WZM stellt Sender und Empfänger für Lichtsignalanlagen und Funksonderanwendungen her.

Lernseminar
Kirchberg/Jagst. Ein Lernseminar in den Osterferien bietet die Schloßschule von Kirchberg an. Teilnehmen können Schüler der Klassenstufen drei bis 13. Dabei geht es weniger um das Pauken von Unterrichtsstoff, sondern um das Wie des Lernens: Lernmethodik, Rhetorik, Kommunikation und Konzentration in den schulischen Hauptfächern von Mathe bis Latein. Daneben gibt es - Lernen ist ja nicht alles - in der Internatsschule vom 5. bis zum 18 April auch ein kreatives Freizeitprogramm.

Ausstellung
Rot am See. Die sozialtherapeutischen Gemeinschaften von Weckelweiler stellen im Rathaus von Rot am See aus: künstlerische Arbeiten und Produkte aus den Werkstätten der Behinderten. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntagvormittag um 11 gibt es außerdem auch Informationen zur Entstehungsgeschichte des Weckelweiler Zentrums. Die Ausstellung dauert bis zum 12. Mai.

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Samstag 21.3.1998

Döring nach Indien
Schwäbisch Hall. Beim Besuch von Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring in Indien von heute bis zum 28. März ist auch die Schwäbisch Haller Firma Chemsoft dabei. Schon bei der China-Reise des Ministers hatte die im Bereich Trinkwasseraufbereitung tätige Firma großen Erfolg. Vor allem Technologietransfer für Kleinindustrie und Handwerk stehen auf dem Programm auch der Indienreise. Besonders reizvoll, so Döring sei, daß in Indien erst vor Kurzem gewählt habe und so jetzt Kontakte zu einer neuen Regierung zustande kommen.

Berufs-Info-Tag
Künzelsaau. Mit einem Berufsinformationstag heute in der Grund- und Hauptschule von Künzelsau wenden sich Industrie, Handwerk, Schulen und Arbeitsamt an die Schüler der Abschluß und Vorabschlußklassen, vor allem der Real und Hauptschulen. Mit einem Werbeaufwand von über 60 tsd Mark unterstützen die Unternehmen der Region diesen Tag, der für direkte Kontakte zwischen Ausbildungswilligen und Ausbildungsbetrieben sorgen soll. Wie die Erfahrungen mit anderen Lehrstellenbörsen zeigen, werden diese Tage mittlerweile gerne genutzt. Sowohl die Lehrer mit ihren Schülern, als auch Industrie und Handwrek haben ihre Hausaufgaben gemacht, so Elmar Zeller von der Berufsberatung des Haller Arbeitsamtes. Sie gehen das Thema Ausbildung, das heute vielfach zu einem Problem geworden ist, aktiv an: Teile der Industrie suchen heute schon über ein Jahr im Voraus die Ausbildungswilligen aus, die sie in ihren Betrieben brauchen können. Was aber nicht heißt, so Zeller, daß es auf solch einer Lehrstellenbörse nicht auch noch Ausbildungsplätze zu vergeben gibt. Schüler und andere Ausbildungswillige haben aber auch erkannt, daß sie sich nicht ausschließlich an eigenen Wünschen und Vorstellungen orientieren können, sondern sich an den Angeboten der Wirtschaft orientieren müssen. Die Anstrengungen, die alle gemeinsam mit der Werbung für Ausbildungsplätze unternommen haben, müssen auch in den nächsten Jahren noch fortgesetzt werden, damit wieder alle ausbildungswilligen Jugendlichen auch einen Ausbildungsplatz finden können. Die Region Hohenlohe habe sich da in den vergangenen Jahren vorbildlich für das ganze Land angestrengt, "doch zum Selbstläufer ist die Sache deswegen noch nicht geworden" so Elmar Zeller. Die Tendenz auf dem Ausbildungsmarkt sei positiv, aber die Zahl der ausbildungswilligen Jugendlichen sei werde 1998 ein weiteres Mal ansteigen. Wie das letztendlich ausgehen werde, könne noch nicht abgeschätzt werden. Loben aber, so Zeller, wolle er den Hohenlohekreis, der wieder Mittel für einen Ausbildungsplatz-Werber bewilligt habe. In den vergangenen Jahren sei es diesem Werber gelungen, Unternehmen in die Reihen der Ausbildungsbetreibe zu holen, die seit Jahren nicht mehr oder gar noch nie ausgebildet hatten.

Kein Konkursgericht mehr
Crailsheim. In Crailsheim wird es bald kein Konkursgericht mehr geben. Für Insolvenzen aus dem Raum Bad Mergentheim und Crailsheim ist künftig das Aalener Amtsgericht zuständig. Dies wurde im Justizministerium in aller Stille entschieden. Mit der Neuordnung des Insolvenzrechtes hat man dort auch eine begleitende Strukturreform der Gerichte entwickelt, die man nun umsetzen will. Dagegen gibt es Widerstände selbst an prominenter Stelle: Halls Landrat Ulrich Stückle sieht gerade bei Ausdehnung des Insolvenzrechtes auf Private in dieser Umstrukturierung mangelnde Bürgernähe. Außerdem werde ein zusammenhängender, nach Heilbronn orientierter Wirtschaftsraum in der Rechtsprechung auseinandergerissen. Ob das Justizministerium seine bereits erlassene Verordnung noch einmal überdenkt, konnte Justizministeriumssprecher Kai Sonntag nicht sagen. Man habe die Sache aus technischen, personellen und Raumkapazitätsgründen so entschieden.

Wilhelm-Zimmermann-Straße
Schwäbisch Hall. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr Walter Müller spricht sich in einem offenen Brief an Halls Oberbürgermeister Hermann Josef Pelgrim für die Benennung eines Platzes oder einer Straße nach dem Volksvertreter Wilhelm Zimmermann aus. Dieser lebte von 1807 bis 1878 und er war Vertreter des Wahlkreises Gaildorf-Hall-Crailsheim bei der ersten Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche. Zeitgenossen bezeichneten den Haller Abgeordneten als einen der Besten in der Paulskirche. Als ein Mann, der sich vor 150 Jahren im Obrigkeitsstaat für Demomratie und Freiheit einsetzte, so Dr Walter Müller, solle der Abgeordnete Wilhelm Zimmermann der Haller Bevölkerung in Erinnerung bleiben. Ohne bleibendes Symbol, wie etwa eine Straßenbenennung würde seiner sonst wohl erst wieder in 50 Jahren beim nächsten Jubiläum der demokratischen Revolution von 1848/49 gedacht.

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Sonntag 22.3.1998

Hilfe am Tanganjikasee
Crailsheim. Die Nordost-Wasserversorgung in Crailsheim ist auch in der Entwicklungshilfe tätig. Darauf wies am heutigen internationalen Tag des Wassers der Geschäftsführer des regionalen Wasserversorgers Gerhard Leupold hin. Die NOW engagiert sich in einem Projekt der Regenwassernutzung bei einem Behinderten- und Waisenheim in Gitega im Staat Burundi. Die Projektierungsphase konnte jetzt trotz Bürgerkrieg und Handelsembargo der Nachbarstaaten abgeschlossen werden. Möglichst noch vor der Trockenzeit im Mai soll das Projekt realisiert werden, damit durch ie Regenwassernutzung die Existenz von 150 Kindern und Jugendlichen gesichert werden kann. Neben Landesmitteln sollen auch NOW-eigene Gelder zur Finanzierung des Wasserprojektes beitragen. Mit dem Projekt will die NOW auf die schwierige Situation in vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt aufmerksam machen. Über 1,1 Milliarden Menschen in etwa 80 Ländern haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser. Jährlich sterben etwa 4 Millionen Kinder an den Folgen mangelnder Wasserhygiene. Im Vergleich zum durchschnittlichen Bedarf von 20 Litern pro Person verschwenden Mitteleuropäer geradezu Wasser. Im Bereich der NOW liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei 128 Litern.

300 Mark für USA Reise
Crailsheim. Mitreisende aus Crailsheim, die sich einer offiziellen Delegation von 10 Stadträten bei einer Reise in die amerikanische Stadt Worthington anschließen, erhalten von der Stadt einen Reisekostenzuschuß von je 300 Mark. Die zum amerikanischen Nationalfeiertag am 4. Juli geplante Reise ist ein Gegenbesuch zur Reisegruppe, die aus Worthington zum 50jährigen Bestehen der Städte-Partnerschaft im Sommer vergangenen Jahres gekommen waren. In Worthington wird am 4. July zugleich auch der 125. Geburtstag der Stadt gefeiert. Neben den Gemeinderäten wird möglicherweise auch der Musikzug der Bürgerwache zur offiziellen Delegation gehören.

Kunst auf Bahnhöfen und Geleisen
Heibronn/Hessental. Drei Monate lang wird der "öffentliche Raum Bahn" zur Kunstgalerie. 44 Künstler aus der Region stellen in Organisation der Kunstgalerie KK98HA des Bretzfelder Kunstagenten, Künstlers, Politikers und Pädagogen Hans Graef ihre Were auf 12 Nahnhöfen und in rollenden Räumen einiger Eisenbahnwaggons aus. Eröffnet wurde die "61 km lnage Ausstellung" gestrigen Samstag zwischen 12 und 13 Uhr am Heilbronner Hauptbahnhof, wo ein Kulturprogramm mit Performance geboten wurde. Weiter ging es in einem Zug der sich um 13:16 Uhr auf den Weg in Richtung Schwäbisch Hall machte. Dort, am Bahnof von Hessental wurde der zweite stationäre Teil der Ausstellung eröffnet. Weitere Ausstellungsteile sind an den Bahnhöfen von Waldenburg, Öhringen, Neuenstein, Bretzfeld, Weinsberg und Willsbach zu sehen. Bahnlnie und Kunstwerke, so Hans Graef verbinden sich so zu einer einzigen regionalen sozialen Skulptur.

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Montag 23.3.1998

Blutiges Ende
Crailsheim. Blutig endete am Wochenende eine Schülerparty an einer Crailsheimer Schule. Gegen 22 Uhr hatte eine Gruppe 16- bis 18jähriger Jugendlicher versucht die Schulparty durch überlautes Auftreten zu stören. Einer der Jugendlichen fuchtelte dabei auch mit einem Messer herum. Als einer der Feiernden dem jungen Mann das Messer abnehmen wollte, floß Blut. Die Pöbler flüchteten, ließen die Tatwaffe und einen 15jährigen Schüler mit einer tiefen Wunde zurück. Die Polizei ermittelt.

Start der Kampagne 98
Künzelsau/Schwäbisch Hall. Mit einem Berufsinformationstag an der Künzelsauer Grund- und Hauptschule starteten Industrie, Handwerker, Schulen und das Schwäbisch Haller Arbeitsamt die Ausbildungsplatz-Kampagne 1998. In diesem wie auch noch in den nächsten Jahren sind wieder ungewöhnlich große Anstrengungen vonnöten, um wie im letzten Jahr alle Jugendlichen unterzubringen. Elmar Zeller Chef der Berufsberatung am Haller Arbeitsamt ist optimistisch. Die Industrie habe ihre Ausbiuldungsbereitschaftdeutlich gesteigert. Das allerdings sei auch eine Aufforderung an die Schüler. "Sie müssen sich den Betrieben und ihren Anforderungenstellen." Wenn junge Menschen mit Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden, den Rat der Berufsberatung befolgen, und bei dem, was von dort angeboten werde auch mitarbeiten, dann, so Zeller, bekomme man die Jugendlichen auch unter.

Bestattung nach amerikanischem Vorbild
Schwäbisch Hall. Rund zwei Millionen investiert wurden in das Schwäbisch Haller Haus des Abschiedes. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Bestattungs-Institut nach amerikanischem Vorbild. Um die Atmosphäre so privat wie möglich und weit ab von Zeitplänen und Vorgaben kommunaler Ämter zu halten, hat man das Haus des Abschiedes bewußt fern von allen Friedhöfen gebaut. Neben hellen und freundlichen Beratungszimmern, mehreren Aufbahrungsräumen und einer Sargausstellung gibt es auch eine hauseigene Kapelle für Trauerzeremonien. Ob traditionell religiöse Bestattungszeremonien jeglicher Konfession oder Rockmusik am aufgebahrten Sarg, die Maxime heißt: alles geht nach den Wünschen des Verstorbenen und seiner Angehörigen, so Bestatter Robert Knapp. Man will den Angehörigen die Zeit und Ruhe verschaffen, die nötig ist, um sich wirklich von verstorbenen Lieben zu verabschieden und das unvermeidliche Ereignis des Todes zu verarbeiten.

Bürgerforen
Kirchberg/Jagst. Einer der sechs Orte im Land, in dem von der Akademie für Technologiefolgeabschätzung sogenannte Bürgerforen abgehalten werden, ist Kirchberg an der Jagst. Nach dem Zufallsprinzip aus den Gemeindelisten ausgewählt werden jeweils 25 Bürger zu einem Gesprächsabend eingeladen. An drei Tagen sollen sich die Bürger Fragen nach kommunalem Engagement, nach Belastung durch den Arbeitsmarkt oder den Gründen für einen Rückzug ins Private stellen. Die Antworten sollen als Arbeitsgrundlage für eine von der Landesregierung eingesetzte Zukunftskommission dienen. Weitere Orte an denen Bürgerforen stattfinden sind Aalen, Mannheim, Esslingen, Offenburg und Weil am Rhein.

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Dienstag 24.3.1998

Naturnahe Erlebnisräume
Crailsheim. Um naturnahe Erlebnisräume für Kinder geht es in einem zweitägigen Seminar heute und morgen im Crailsheimer Kurt-Schumacher-Kindergarten. Das Amt für Schule, Sport und Soziales, das Grünflächenamt der Stadt, die Crailsheimer Fachschule für Sozialpädagogik der Württmebergische Gemeindeunfall-Versicherungsverband, sie alle gehören zum Team des Seminars, das von über 40 Teilnehmern besucht wird. Organisiert hat das ganze Silvia Langer von der Akademie für Natur und Umweltschutz des Stuttgarter Umweltministeriums. Eigentlich sollten Kindergarten-Freiflächen mehr mit Wildnis als mit rasengepflegten Sandkastenumrandungen zu tun haben. "Wenn Natur im Spiel ist," so Silvia Langer , lernen die Kinder sich selber besser zu erleben und sie achten nach und nach mehr auf die Umwelt."

Gemeinderat wird größer
Ilshofen. Der Gemeinderat von Ilshofen wird ab den nächsten Kommunalwahlen im Jahr 1999 mehr Mitgliedervhaben. Die Gemeinde ist deutlich in die Größenordnung über 5000 Einwohner hineingewachsen und kann inclusive der Räte aus unechter Teilortswahl künftig 23 haben. Dem Hauptort Ilshofen werden demnach 11 Räte zugestanden, den Teilorten Eckartshausen 4, Obersteinach 2, Ruppertshofen 3 und Unteraspach ebenfalls 3. Gegenwärtig sitzen im Ilshofener Gemeinrat 19 Mitglieder.

Stadtmarketing professionalisieren
Schwäbisch Hall. Schwäbisch Hall will das Potential seiner Innenstadt besser nutzen. Stadtmarketing ist eine gemeinsame Aufgabe aller, so Bausparkassen-Vorstandsmitglied Anton Bühler in seinem Referat gestern abend vor zahlreichen Interessierten im Haller Neubausaal. Dort stellte auch die Stadtverwaltung ihre Ziele und Vorstellungen zur Entwicklung der Haller Innenstadt vor. Schwierig wird allerdings die verschiedenen Einzelinteressen unter einen Hut zu bringen. OB Hermann Josef Pelgrim will das Stadtmarketing gemeinsam mit der Haller Wirtschaft in einer GmbH professionalisieren. Kultur, Handel und Sport sollen von dieser GmbH gemeinsam und im Interesse der Stadt nach außen getragen und beworben werden

Defizit mit Bürgschaft gedeckt
Öhringen. Mit einem dicken Defizit von über 10 Tsd Mark mußte die TSG Öhringen die Gala des Schwäbischen Turnerbundes abrechnen zu der sie am 9. Januar anläßlich ihres 150jährigen Bestehens eingeladen hatte. Den größeren Teil dieses Defizites deckt die TSG über Sponsorengelder. Für den verbleibenden Rest mußte sie jetzt auf eine Ausfallbürgschaft der Stadt zurückgreifen. 8000 Mark war der Gemeinderat bereit gewseen, dafür auszugeben. Die Hälfte davon nimmt die TSG nun in Anspruch.

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Mittwoch 25.3.1998

Schon ein Drittel verkauft
Schwäbisch Hall. Der Glöckner von Notre Dame, Hamlet und Nathan der Weise, das sind die Stücke, die im Sommer auf der großen Freitreppe vor dem Münster St. Michael in Schwäbisch Hall gespielt werden. Schon ein Drittel aller Karten sind verkauft. Und das stimmt den Intendanten der Freilichtspiele Achim Plato optimistisch. Denn mindesten 65 Prozent des 3,1 Mio-Etats müssen die Freilichtspiele selbst einspielen und die Zusage für den bisher üblichen Landeszuschuiß fehlt noch. Doch im vergangenen Jahr kam die Zuschußzusage auch erst nach Ostern, so Achim Plato. Wenn er allerdings sein Ensemble betrachte und und den Vertrauensvorschuß von über 21 Tsd verkauften Karten im Rücken habe, dann könne er es kaum noch erwarten daß es am 27. Mai endlich losgehe. An diesem Tag beginnen bei den Haller Freilichtspielen die Proben.

Deutliche Worte
Schwäbisch Hall. Die Stadt Schwäbisch Hall muß ihre Kräfte bündeln, anstatt sich auseinander zu dividieren. Deutliche Worte fand Anton Bühler, Vorstandsmitglied der Bausparkasse in seinem Referat zum Stadtmarketing im Haller Neubausaal. Um vor allem als wirtschaftliches Zentrum gegenüber umliegenden Städten wie Crailsheim oder Öhringen bestehen zu können, müsse die Stadt sich auf ihre zweifellos vorhandenen Stärken besinnen und endlich beginnen sich nicht an sich selbst sondern an ihren Kunden zu orientieren. Die Stadtverwaltung habe sicherlich andere Ziele als etwa die Haller Gewerbetreibenden. Doch diese untereinander haben schon unterschiedliche und teilweise sich gegenseitig aufhebende Vorstellungen und Ziele. Mit einem Einheitsmarketing könne man überhaupt nichts ereichen. Aber für Hall sei es besonders wichtig die Kräfte zu bündeln und seine Altstadt zu vitalisieren. Nur so könne die Stadt insgesamt eine vom Gruindsatz her gute Position weiter ausbauen. Die Konkurrenz vergleichbar großer Städte in der Nähe, wie Crailsheim oder Öhringen sei durchaus bereits spürbar.

Kernzeiten
Öhringen.Vom kommenden Schuljahr an wird es in zwei Öhringer Schulen sogenannte Kernzeiten-Betreuung geben. Die Stadtverwaltung stellt die Räume in den Schulen kostenlos zur Verfügung, wird sich aber an den Personalkosten nicht beteiligen. Hierfür hat sich die Evangelische Jugendhilfe Friedenshort bereit erklärt, als Träger zu fungieren. Durch die Kernzeitenbetreuung wird auch Alleinerziehenden ermöglicht am vormittag einer Halbtagsbeschäftigung nachzugehen, ohne daß sich Probleme mit der Unterbringungen ihrer Kinder ergeben.

Hungestreik beendet?
Schwäbisch Hall. Der Hungerstreik bzw. der Boykott der Essenpakete durch Asylbewerber in der Schwäbisch haller Sammelunterkunft scheint beendet, zumindest aber ist er unterbrochen. Eine Woche lang hatten etwa die Hälfte aller Bewohner der Sammelunterkunft in den einstigen US Kasernen Camp Dolan die Annahme von Essen verweigert. Ihre Forderung Geld statt Essenspakete. Nachdem das Regierungspräsidium sich bereit erklärt hatte eine Delegation von vier Asylbewerbern zu empfangen, wurden jetzt am Montag praktisch alle Essenpakete wieder abgeholt. Das Regierungspräsidium wies allerdings schon im Vorfeld des Treffens darauf hin, daß Geldzahlungen für Asylbewerber in staatlichen Unterkünften nicht in Frage kommen. Diese Rechtslage werde man der vierköpfigen Delegation unmißverständlich klar machen.

Wachman machte lange Finger
Landkreis Schwäbisch Hall. Ein Wachmann, der bei einem Hohenloher Sicherheitsunternehmen angestellt war, hat über ein Jahr lang lange Finger in den Firmenobjekten gemacht, die er eigentlich bewachen und vor Dieben schützen sollte. Jetzt wurde der 25jährige auf frischer Tat von einem fimeneigenen Detektiv ertappt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden Kripobeamte jetzt Diebesgut im Wert von meherern tausend Mark.

Wirt war Gaststätten-Einbrecher
Crailsheim. Einen Schaden von 6000 Mark an aufgebrochenen Spiel- und Zigarettenautomaten hatte die Polizei bei einem Gaststätteneinbruch im Hohenlohischen registriert. Jetzt konnte die Kripo in Crailsheim durch akribische Spurenauswertung nachweisen, daß der Wirt selbst der Einbrecher war. Er hatte den Einbruch in seine Kneipe nur vorgetäuscht, die Automaten selbst aufgebrochen und das Diebesgut zusammen mit einem Komplizen in einem nicht zugelassenen Auto abtransportiert. Nach langwierigen Vernehmungen liegen jetzt Teilgeständnisse vor.

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Donnerstag 26.3.1998

Streit bei Greenpeace
Crailsheim/Schwäbisch Hall. Die Hamburger Greenpeace Zentrale hat die von Rechtsanwalt Karlheinz Lasch-Wollny initiierte Gründung einer Schwäbisch Haller Greenpeace-Gruppe untersagt. Die Crailsheimer Gruppe hatte interveniert, das Gebiet Hall werde von ihr vertreten. Auch einem Arbeitskreis unter ihrer Führung stimmte Greenpeace Crailsheim nicht zu. Man sei personell nicht in der Lage solch einen Arbeitskreis zu betreuen. Karlheinz Lasch-Wollny, bis vor einem halben Jahr aktives Mitglied in Crailsheim und bislang auch im Bundes-Beirat für die Südwestdeutschen Greenpeace-Gruppen, legte daraufhin sein Amt nieder. Für dieses Amt sei eine aktive Mitgliedschaft in einer lokalen Gruppe nötig, so Lasch-Wollny. Aber eigentlich sehe er nicht ein, wieso er dafür kämpfen müsse, für die Ziele von Greenpeace eintreten zu dürfen. Dennoch seien er und seine etwa 10 Interessenten aus schwöäbisch Hall und Umgebung gerne bereit in einer selbständigen Greenpeace-Gruppe Schwäbisch Hall dafür zu arbeiten. Wie von der Koordinatorin von Greenpeace Crailsheim Annerose Markwald zu erfahren war, werde die Gruppe sich umbenennen in Greenpeace Kocher-Jagst. Die Haller Interessenten seien eingeladen, sich zu beteiligen. Ob dies wohl auch für Karlheinz Lasch-Wollny gelte, diese Frage beantwortete sie mit: "Wohl ehe nicht. Darüber hat die Crailsheimer Gruppe abgestimmt."

Kein Totalverbot! Hohenlohe.
Die Kanusportler wehren sich gegen das strikte Wasserport-Verbot vom 15.Februar bis 15. September auf der Jagst. Dieses Verbot war aus Naturschutzgründen von den Landratsämtern Hohenlohekreis und Schwäbisch Hall verfügt worden. Nur von Dörzbach bis nach Schöntal ist die Jagst freigegeben und ab der Kreisgrenze nach Heilbronn ist sie schon wieder gesperrt. Die Vereinsjugend im Kanu-Club Hohenlohe hat nun einen neuen Vorschlag den Sachbearbeitern in den Landratsämtern unterbreitet. Statt Totalverbot den ganzen Sommer über wollen die Jugendlichen eine von Pegelständen abhängige Lösung erreichen. Entlang der Jagst sollten unmaipulierbar rot-grün lackierte Pegelstangen angebracht werden, so geeicht, daß sie einem Pegelstand von 60 cm Wassertiefe, gemessen am Pegel Dörzbach entsprächen. Darunter, also im roten Bereich sollte dann ganzjährig niemand mit einem Boot auf der Jagst fahren dürfen. Diese Lösung sei sinnvoller als eine Totalverbot, so die Jugendlichen. Die Jagst sei für die jugendlichen Kanuten als "Hausbach" unentbehrlich, da sie ohne Führerschein kaum an andere Gewässer fahren könnten. Überdies zeige das langjährige Pegeldiagramm, daß diese 60 cem höchsten drei bis vier Monate im jahr erreicht würden, zu Zeiten in denen die Eisvogelbrut nicht gefährdet werde.

Dem "Ausnahmeflugzeug" zugestimmt
Schwäbisch Hall. Der Schwäbisch Haller Gemeinderat als Eigentümer des Flugplatz Geländes in Hessental hat mit 20 zu 15 Stimmen einer Ausnahmeregelung für ein neues Flugzeug zugestimmt. Der Hohenloher Weltkonzern Würth will eine Falcon 50 EX seiner Luftflotte eingliedern, die das in Hessental höchstzulässige Startgewicht von 8 to um 130 Prozent überschreitet. Fraglich ist nun noch, ob die Genehmigungsbehörde Regierungspräsidium der 18,5 to schweren Maschine Start und Landegenehmigung erteilt.

Gradierwerk für Hall
Schwäbisch Hall. In früherer Zeit sei das Hospital das Instrument städtischer Soziakpolitik gewesen, mahnte Dieter Vogt, SPD-Fraktionsvorsitzender im Haller Gemeinderat. Einer Rückbesinnung auf den eigentlichen Stiftungsauftrag, dem Wohl und der Gesundheit der Bürger zu dienen, wolle sich die über 700 Jahre alte Stiftung des Schwäbisch Haller Hospitals zum Heiligen Geist auch gar nicht entziehen, so OB Pelgrim bei der Verabschiedung des 15 Mio Mark Hospital-Haushaltes. Und Finanzbürgermeister Uwe Winkler nannte die Erweiterung des Schwäbisch Haller Solebades einen zentralen Punkt im investiven Bereich des Hospiatl-Haushaltes 98. 5,5 Mio Mark seien dafür vorgesehen, inclusive des Baues eines Gradierwerkes. Dieses diene mit seiner salzhaltigen Luft der Linderung von Beschwerden bei Menschen mit Atemwegsbeschwerden. Allerdings, so betonte Uwe Winkler auch: Hall habe nicht die Absicht, Kur- und Bäderstadt zu werden.

Persönlicher Referent vorgestellt
Schwäbisch Hall. Vom 1. April an sollen sich Pressearbeit und Wirkung des Haller OB auf die Öffentlichkeit verbessern. OB Hermann Josef Pelgrim stellte gestern abend im Rat seinen persönlichen Referenten vor. Thomas Johann Hilbert ist 38 Jahre alt, stammt aus Biberach an der Riß und ist gelernter Diplom-Verwaltungswirt. Zuletzt war er fünf Jahre künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Vereins Kunst und Kulturzentrum K9 in Konstanz.

Goldschatz gefunden
Rothenburg. Vor großem Medienaufgebot wurde jetzt in Rothenburg ob der tauber ein Schatz aus 82 wertvollen Goldmünzen vorgestellt. Die Münzen waren nur wenige Zentimeter unter dem gestampften Lehmboden eines Kellers bei Sanierungsarbeiten in der Rothenburger Innenstadt gefunden worden. Die Münzen, die älteste geprägt im Jahr 1567, die jüngste 1673, beweisen, daß die Freie Reichsstadt Rothenburg Beziehungen in alle Welt hatte. Selbst eine arabische Goldmünze befindet sich im Schatz, dazu Goldduplonen aus den spanisch besetzten Niederlanden, in Nürnberg, Salzburg, oder Frankfurt geprägte Münzen, Hamburger Zechinen und Pfälzer Dukaten. Der geschätze Wert des Schatzes: irgendwas zwischen 50 000 und 100000 Mark, vielleicht auch mehr. Das Haus, in dessen Keller der Schatz gefunden wurde, gehörte zwar der Stadt, doch gesetzlich steht die Hälfte des Wertes den Findern zu. Das waren zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalschutz.

Kommt noch ein zweiter?
Gaildorf. Ende April läuft das Stipendium für den Gaildorfer Stadtmaler aus. Ein Nachfolger für Heinrich Knopf ist bislang nicht gefunden. Zwischen den Beteiligten herrscht Funkstille. Ideengeber Diethelm Reichardt hat sich mit dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Kunst zerstrtitten und der Gemeinderat hat es nicht eilig, das Stipendium zum zweiten Mal zu vergeben, nachdem die Aktionen des ersten Stadtmalers auch zu Mißstimmungen in der Stadt geführt hatten.

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Freitag 27.3.1998

Qualitätssiegel
Schwäbisch Hall. Das Pflegestift Teurershof der "Dienste für Menschen" in Schwäbisch Hall wurde jetzt zertifiziert: nicht nach einer europäischen ISO-Norm sondern nach einem speziell für Heime und mediznische Einrichtungen entwickelten wissenschaftlichen Qualitätssystem. Das Pflegestift konnte mit dem Qualitätssiegel für Pflegeheime vom untersuchende Institut für Qualitäts-kennzeichnung von sozialen Dienstleistungen IQD ausgezeichnet werden. Heimleiter Urs Bruhn war sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Untersuchung. Auch die Pflegekassen prüfen durch ihren Medizinischen Dienst die Qualität ihrer Vertragsheime und da, so Urs Bruhn, sei das Qualitätssiegel sicherlich ein Baustein, der sich in den Verhandlungen mit den Kassen positiv auswirken werde.

Fahndung nach PAK
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim läßt Parkettböden aus den 50er Jahren und die Raumluft in Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden mit solchen Böden untersuchen. Diese Untersucheungen erstrecken sich insbesondere auf krebeserregende sogenannte PAK, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, die in damals verwendeten Parkett-Klebern vorkommen. Einstimmig beschloß der Gemeinderat gestern abend Unteruchungen in sechs städtischen Gebäuden aus Haushaltsresten der Gebäudeunterhaltung 97 zu finanzieren. Auf die PAK-Problematik war man bei Sanierungsarbeiten in der ehemals amerikanischen Wohnsiedlung McKee Barracks gestoßen.

DGB-Konferenz
Steinbach. Eine DGB-Konferenz für Arbeit und soziale Gerechtigkeit fand gestern abend in Schwäbisch Hall statt. Rund 250 Funktionäre wurden darauf eingestimmt, sich im Wahljahr 98 aktiv in die Politik einzumischen. Unter den Rednern auch der neue DGB-Landesbezirksvorsitzende Rainer Bliesener, der insbesondere falsche Versprechungen in der Steuer- und Arbeitsmarktpolitik beklagte. Eigentlich sollten Steuern und Soziallasten für mittlere und kleine Einkommen gesenkt werden. das Gegenteil sei eingetreten. Folge: Kaufkraftverlust. Und dies wiederum habe zu noch mehr Arbeitslosen geführt. Seit die Regierung von kanzler Kohl die Gewerkschaften aus ihrem sogenannten Bündnis für Arbeit hinausgetrieben habe, sei die Zahl der Arbeitslosen um weitere 500 Tsd angestiegen.

Vergewaltigung bei XY
Pfedelbach. Ein Kriminalfall aus Hohenlohe wird heute abend in der Fernsehfahnungsreihe Aktenzeichen XY... ungelöst vorgestellt. Im Juni 1997 war eine Hausangestellte in einem abgelegen Haus bei Pfedelbach überfallen und brutal vergewaltigt worden. Danach flüchteten die Täter mit Beute aus dem Haus: Schmuck, Bargeld und zwei Schusswaffen des Hausherrn im Auto ihres Opfers. Nur das Auto wurde wiedergefunden. Sonst fehlt jede Spur. Die Kripo in Künzelsau ist während und nach der Fernsehsendung bis 24 Uhr für Hinweise telefonisch erreichbar.

Blutspenden
Schwäbisch Hall. 9434 Blutspenden gab es im vergangenen Jahr in im Landkreis Schwäbisch Hall. 608 Menschen trauten sich dabei zum ersten Mal. Dies allerdings ist der fünftniedrigste Anteil in ganz Baden-Württemberg. Dabei stieg der Bedarf an Blutspenden in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent. Vor allem in den ferienzeiten sank die eigentlich notwendige Sicherheitsreserve von 5400 Blutpräparaten annähernd gen Null, so Manfred Stähle, Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes. Der DRK-Blutspendedienst war bei seinen 38 Terminen 1997 im Hohenlohischen vorwiegend auf sogenannte Stamm-Spender angewiesen. Doch nur 5,2 Prozent der Einwohner im Landkreis sind überhaupt Blutspender, etwa ein Drittel davon sind Frauen. Gemessen an den Einwohnerzahlen wohnen die fleißigsten Blutspender rund um die Gemeinde Blaufelden: 804 Blutspender waren dort im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Groß die Bereitschaft auch im benachbarten Rot am See-Brettheim, wo es seit langer Zeit ein mit viel Engagement betriebenes 20-Betten-Gemeindekrankenhaus gibt.: 540 Menschen kamen dort zur Blutspende. Die nächsten Termine sind am 17. April in Crailsheim, am 20. April in Bühlertann, am 21. April in Gaildorf und am 7. Mai in Stimpfach.

Schwabenküche in Konkurs Sulzdorf. Das vor einiger Zeit schon ins Schlingern geratene "Schwabenküche"-Möbelwerk Schaffitzel geht nun doch in Konkurs. Ein Vergleichsverfahren ist gescheitert. Letztendlich daran, so Vergleichsverwalter Dr Machtolf Roller, daß die Gesellschafter kein weiteres Geld zur Sanierung des Unternehmens bereitgestellt hatten. Bestellte Küchen werden jedoch noch ausgeliefert, da die Kreissparkasse Schwäbisch Hall die Produktion von während des Vergleichsverfahrens noch eingegangenen Aufträgen finanziell abgesichert hat. Anwalt und Geschäftsführung wollen trotz Konkurs das Unternehmen "Schwabenküche" am Markt halten, allerdings in stark verkleinerter Form. 60 der jetzt noch 110 Mitarbeiter sollen zum 1. April gekündigt werden. In finanzielle Schieflage geraten war das "Schwabenküche"-Möbelwerk Schaffitzel durch defizitäres Bauträger-Projekte und den verlustreichen Versuch, ein Franchise-Vertriebssystem aufzuziehen. Geschäftsleitung und Vergleichs - bzw Konkursanwalt wollen nun neue Besitzer für das Werk finden. Die qualitätsmäßig hochwertigen Küchen sollen dann wieder ausschließlich im Dirketvertrieb an Endkunden verkauft werden.

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Samstag 28.3.1998

Sperrgebiet erlassen
Schwäbisch Hall. Das Regierungspräsidium hat jetzt die Sperrgebietsverordnung Schwäbisch Hall erlassen. Straßenprostitution ist demnach völlig verboten, Bordelle sind nur im Hessentaler Gebiet Breitloh zulässig, Einzelprostitution in Wohnungen wird außer in reinen Wohngebieten überall toleriert. Das Regierungspräsidium folgte damit der Beschlußlage im Haller Gemeinderat. Die Bürgerinitiative Hessental konnte mit ihrer Eingabe nicht durchdringen. Die Verordnung tritt mit Veröffentlichung im nächsten Gesetzblatt des Landes Baden-Württemberg in Kraft.

CDA Bundeskonferenz
Schwäbisch Hall. Zu einer Bundeskonferenz für Betriebs- und Personalräte hat die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft CDA heute nach Schwäbisch Hall eingeladen. Die Unterorganisation der CDU will mit dieser Konferenz in den Räumen der Haller Bausparkasse die Tradition fortsetzen, während der Zeit der Betriebsratswahlen, Arbeitnehmer ideel und informell zu unterstützen. Betriebsratswahlen, so der Vorsitzende MdB Rainer Eppelmann in seiner Einladung seien so wichtig wie allgemeine politische Wahlen. Bei der Tagung in Schwäbisch Hall dabei auch Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm, Baden-Württembergs Sozialminister Erwin Vetter sowie der Haller Europaabgeordnete Winfired Menrad, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDA ist.

Dreimal Untersuchungshaft
Schwäbisch Hall. Untersuchungshaft angeordnet hat ein Richter des Haller Amtsgerichtes für zwei nigerianische Asylbewerber. Die zwei Männer waren als Dealer von Heroin und Kokain ermittelt und in der Hessentaler Sammelunterkunft festgenommen worden. Ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt ein 17jähriger Asylbewerbner aus dem Kosovo, der innerhalb weniger Tag in Schwäbisch Hall zweimal als Ladendieb festgehalten und angezeigt worden war. Im ersten Fall hatte der Mann, der außerdem seinen zugewiesenen Aufenthaltsraum Ostalbkreis verlassen hatte, beim Ladendienbstahl von fünf Schachteln Zigaretten erwischt worden. Jetzt wurde er beim Diebstal einer Hose im Schwäbisch Haller Westen ertappt. In beiden Fällen reagierte der 17jährige äußerst aggresiv, konnte zunächst flüchten, wurde aber jedesmal wieder gestellt.

Ausschreibung
Schwäbisch Hall. Abgeschlossenes einschlägiges Hochschul- oder Fachhochschulstudium, Erhaltung und Weiterentwicklung des Stadtbildes mit seiner hochwertigen Architektur, Dezernent über die gesamte Bauverwaltung der Stadt, Betreuung des Konversionsgeländes Solpark sowie des kzulturgeschichtlich bedeutsamen Hohenloher Freilandmuseums: die Stadt schreibt die Stelle ihres zweiten Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister aus. Notwendig wurde diese Ausschreibung, nachdem der Amtsinhaber nach anderthalb Jahren bei der Stadt zum 1. April die Stellung bereits wieder verläßt. Er wurde von der Stadt Neckarsulm abgeworben. Dort wurde er vor wenigen Wochen als Erster Bürgermeister einstimmig vom Gemeinderat gewählt. Die Bewerbungen für die nicht uninteressante Stelle eines Baubürgermeisters wickelt die Stadt Schwäbisch Hall über das Personalberatungsbüro Dr. Welsch, Koch & Kollegen ind Leinfelden-Echterdingen abgewickelt. Die Ausschreibung offiziell veröffentlicht wird nach Beschluß des Gemeinderates am 6. April im Staatsanzeiger, im Deutschen Architektenblatt sowie in der Samstagsausgabe 4. April großer Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche oder Stuttgarter Zeitung.

Michelbacher Lauf
Michelbach a.d. Bilz. Zum neunten Mal lädt der Turn- und Sportverein Michelbach an der Bilz Läufer und Jogger zu seinem 10,5 km Lauf ein. Wie in den letzten Jahren haben sich rund 100 Wettbewerbsteilnehmer gemeldet, darunter natürlich der für die WG Hall startende Michelbacher Top Läufer Stefan Böltz, der die anspruchsvolle Berg-und Tal-Strecke zum vierten Mal in Folge und zum siebten Mal insgesamt gewinnen möchte. Von Stefan Böltz wird auch der Streckenrekord von 34 Min 8 Sek gehalten, den er 1996 aufstellte.

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Sonntag 29.3.1998

Rund um den Zirkus
Schwäbisch Hall. Der Zirkus Rene & Patricia Althoff gastiert noch bis heute nachmittag in Schwäbisch Hall. Schon im Vorfeld des Gastspiels waren in Schwäbisch Hall Leute an Haustüren aufgetaucht, die im Namen des Zirkus hausierten. Sie verkauften Socken und sammelten Geldspenden für den Unterhalt der Tiere. Christoph von Braunberg, Pressesprecher des Zirkus mit dem klangvollen Namen, erklärte dazu, das Zirkus-Unternehmen verkaufe weder Socken noch sammle er Spenden. Doch damit nicht genug: Noch am Tag vor der ersten Vorstellung am jetzigen Standort in Michelfeld gab es einen Zwischenfall. Als Polizeibeamte den Zirkus überprüfen wollten, flüchteten gleich mehrere Personen und verschwanden im nahen Wald oder versuchten sich im angrenzenden Industriegebiet zu verstecken. Zwei der zu Fuß geflüchteten Männer konnten gestellt werden. Es handelt sich um polnische Staatsangehörige, die sich illegal im Bundesgebiet aufhielten. Sie waren im Februar als Touristen eingereist, arbeiteten seither aber beim Zirkus. Vier weitere Polen, die das gleiche Delikt begangen hatten, wurden dann am Tag darauf beim Zirkus festgenommen. Ein 33jähriger war gar von der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach zur Festnahme ausgeschrieben. Er hatte verschiedene Diebstähle verübt und sollte abgeschoben werden. Die Ermittlungen der Haller Kripo dauern noch an.

Sieger beim Michelbacher Lauf
Michelbach a.d.Bilz. Sieger beim 10,5 Kilometer-Lauf von Michelbach wurde erneut Stefan Böltz. Mit 34:47 blieb der für die WGL Hall startende Top-Läufer allerdings fast 40 Sekunden hinter seinem eigenen Streckenrekord von 34:08 aus dem Jahr 1996. Sieben von bislang neun Michelbacher Läufen konnte Böltz bisher gewinnen. Gestern gewann er zum vierten Mal in Folge. Zweiter wurde wie auch schon beim 10 km-Dreikönigs-Lauf von Schwäbisch Hall Gerhard Emmenecker von der LG Aalen mit einer Zeit von 35:11, als dritter Läufer ging mit einer Zeit von 35:41 Dirk Bauer, ebenfalls WGL Schwäbisch Hall über die Ziellinie. Bei den Damen siegte Elke Rosenauer vom VfL Kirchheim mit 43:46 vor Ute Jackert (LC Aalen) mit 45:22. 120 Läufer und Läuferinnen waren an den Start gegangen. Die Strecke mit einem Höhenunterschied von 125 Meter gehört zu den anspruchsvollsten Laufstrecken der Region.

CDA-Konferenz in SHA
Schwäbisch Hall. Arbeitnehmer haben auch eine Heimat in der Union. Davon wollte die CDA bei ihrer Bundeskonferenz gestern in SHA überzeugen. Wählt gute Betriebs- und Personalräte: So das Motto der Konferenz. Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, für qualifizierte Aus-. und Weiterbildung, für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz, für familienfreundliche Arbeitszeiten und für die konsequente Einhaltung von Tarifverträgen sollten Betriebsräte sich stets einsetzen. Betriebsräte, so auch Bundesminister Norbert Blüm in seiner Ansprache, erbringen für die Gesellschaft eine Leistung, die über die Betrieb hinaus von großer Bedeutung ist. Die betriebliche Partnerschaft ist Teil der Sozialen Marktwirtschaft. (Siehe Extra-News)

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Montag 30.3.1998

So nicht!
Gelbingen. Fünf riesige von der Stadtverwaltung aufgestellte Holzwände verdeutlichen, welch katastrophale Folgen eine vom Regierungspräsidiumg vorgeschlagene billige Lösung der Ortsumgehung haben würde. Ein mehrere Meter hoher Erddamm auf dem zusätzlich drei Meter hohe Schallschutzwände trohnten, würden den Ort völlig vom Kochertal abschneiden. Dennoch würde es im Ort nicht ruhiger. Der Lärm würde von einer großen Tunnelöffnung auf halber Hanghöhe wie aus einem Lautsprecher den kleinen Ort beschallen. Eine Bürgerinitiative für Ortsumgehung ließ kein gutes Haar am der Trasse des RP und reagierte mit großen auf die Holzwände der Stadt aufgebrachten Lettern: "So nicht" ist dort jetzt zu lesen. Heinz Rössler von der BI fühlt sich durch die RP-Trasse an Lösungen erinnert, die vor 10 Jahren schon einmal diskutiert wurden. damals hatte ein UmweltverträglichkeitsGutachten festgestellt, daß eine derartige Variante "den Ortsrand zerstört, Bauland zerstört, für einen Einkerkerungseffekt sorgt und gleichzeitig eine flächige Dauerbeschallung des Ortes mit sich bringt". Die Kostenfarge müsse hier zweitrangig hinter Interessen der Bürger von Gelbingen zurückstehen. Anfang April wird es einen Kostenvergleich zwischen der RP-Trasse und der von der Stadtverwaltung als einzig sinnvoll angesehenen tiefergelegten Halbschalen-Lösung geben.

Mit dem Rad zum Betrieb
Landkreis Schwäbisch Hall. Halls OB Hermann-Josef Pelgrim gibt heute nachmittag auf dem Marktplatz von Schwäbisch Hall den Startschuß zur Aktion mit dem Fahrrad zum Betrieb. 20 Firmen unterstützen die AOK bei dieser Aktion, die damit zu Fitneß und Gesundheit der Arbeitnehmer beitragen will. Bis zum 31. Oktober können Teilnehmer nach bestimmten Kriterien Punkte erradeln, indem sie morgens auf das Auto verzichten und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Bei mehr als 90 erreichten Punkten besteht die Chance eine der Hauptpreise, eine Ballonfahrt, einen Segelflug oder ein Musical-Arrangement zu gewinnen. Teilnehmer werden außerdem von zahlreichen Fahrradgeschäften unterstützt, die einen kostenlosen Sicherheits-Check anbieten.

Benefiz-Fußball
Obersontheim. 3500 Mark zugunsten krebskranker Kinder erspielten 21 Freizeitmannschaften bei einem Mammut-Turnier in Obersontheim. Schon zum siebten Mal fand dieses Turnier in der Schubarthalle in Organisation der Landjugend Kohlwald statt. Kurz vor Übergabe der Spendengelder von Beteiligten und Zuschauern an den DIAK-Chefarzt und Vorsitzenden des Haller Krebsvereines Professor Hannes Hinrich Heißmeyer, ließ die Siegermannschaft des Turniers "Les Häfeles" aus Obersontheim ihren Sachpreis unter den Zuschauern versteigern: der Lohn waren weitere 240 Mark für die Krebspatienten des Haller Diakonie-Krankenhauses.

Unglücklicher Schulleiter?
Künzelsau. Auf etwas seltsam unglückliche Art kommt das Ganerben-Gymnasium in Künzelsau zu einem neuen Schulleiter. Sowohl Schule als auch Stadt fühlen sich vom Oberschulamt um ihr Mitwirkungsrecht gebracht. Eine bereits laufende Ausschreibung wurde wieder zurückgenommen, nachdem der Leiter des Hermann-Hesse-Gymnasiums in Calw, der 53jährige Gerd Unzeitig um seine Versetzung beim Präsidenten des Oberschulamtes nachgesucht hatte. Oberstudiendirektor Gerd Unzeitig, der in Aalen wohnt, kommt jetzt mit Künzelsau zu einer Stelle näher an seinem Wohort. Oberschulamtspräsident Manfred Hahl mußte gegenüber einer nach Stuttgart gefahrenen Delegation aus Künzelsau allerdings einräumen, daß der neue Schulleiter des Ganerbengymnasiums an seiner Calwer Schule Schwierigkeiten mit Schülern Eltern und Lehrern hatte. In seinen sechs Jahren dort fand er keinen Draht zum Lehrerkollegium, ein Lehrer gar wurde wegversetzt, weil es erhebliche Probleme gegeben hatte. Kurz darauf kündigte Unzeitig selbst seinen Wegzug aus Calw an. Offiziell begründete das Oberschulamt die Versetzung Unzeitigs nach Künzelsau mit "persönlicher Kenntnis und schulischen Leistungen", die zur Auffasung geführt hätten, daß Gerd Unzeitig "der richtige Mann für Künzelsau" sei.

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Dienstag 31.3.1998

Knast eingeweiht.
Schwäbisch Hall. Seinen Personal- oder Dienstausweis brauchte, wer gestern zur Einweihung des neuen Gefängnisses in Schwäbisch Hall wollte. Die 70 Mio Mark teure Anlage wird seit ihrer Fertigstellung bereits Tag und Nacht beleuchtet und bewacht. Gleich zwei Landesminister, Finanzminister Gerhard Meyer Vorfelder und Justizminister Dr. Ulrich Goll waren zur Übergabe nach Schwäbisch Hall gekommen. Nahezu 30 Jahre lang war der Neubau des Gefängnisses von Schwäbisch Hall gewünscht, geplant und vom land immer wieder verzögert und hinausgeschoben worden. Die Stadt wünscht sich seit langer Zeit, das Gelände der 150 Jahre alten Justiz-Vollzugsanstalt zwischen Altstadt und Kocher zu sanieren und wirtschaftlich zu nutzen. Doch auch wenn nun in das neue Haller Gefängnis rund 300 Gefangene "einziehen", das alte Gefängnis wird der Stadt noch einige Zeit erhalten bleiben. Im Land gibt es rund 1100 Haftplätze zu wenig und das Land wird das alte Gefängnis, das jetzt wegen eines Grundstückstausches in den Besitz der Stadt übergeht, zurückmieten und mindestens für ein Jahr rund 100 Häftlinge dort unterbringen. Die Stadt wird dafür zwar rund 200 Tsd Mark Mieteinnahmen bekommen, doch will die Verwaltung eigentlich möglichst rasch einen Abriß der alten Gebäude erreichen. Dazu wird es aber noch einiger Verhandlungen mit dem Denkmalschutz bedürfen. Der nämlich will das alte Gemäuer erhalten, während dei Stadt noch in diesem Jahr einen stadtplanerischen Architektenwettbewerb ausschreiben möchte, der den Teilnehmern alle Freiheiten von Abriß bis Nutzung der alten Substanz eröffnen soll.

236 Mio ausgegeben
Schwäbisch Hall. 236 Mio Mark hat das Arbeitsamt Schwäbisch Hall im vergangenen Jahr an Leistungen von Aus- und Weiterbildung zur Auszahlung von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe aufgewendet. Ausbezahlt wurden 111 Mio Arbeitslosengeld, 49 Mio Mark Arbeitslosenhilfe, fast 34 Mio für die berufliche Bildung, 15 Millionen für Reha-Maßnahmen. Insgesamt gab das Arbeitsamt etwas weniger aus als im Jahr zuvor, da wegen Haushaltsbeschränkungen für die aktive Arbeitsmarktpolitik weniger Mittel zur Verfügung standen.

Effizienter verwalten
Kupferzell. Ihre Verwaltung effizienter gestalten will die Gemeinde Kupferzell. Das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung dazu wurde gestern abend dem Gemeinderat vorgestellt. Die Kommunen, so Bürgermeister Joachim von Wangenheim haben immer weniger Einnahmen, bekommen immer mehr Aufgaben zugewiesen bei gleichzeitig zurückgehenden Zuweisungen von Staatsgeldern und die Bürger selbst haben ein ständig zunnehmendes Anspruchsdenken und Verhalten. Die Gemeinde sei deshalb gefordert nach Lösungen zu suchen, die praktikabel und zielgerichtet umsetzbar seien. Nur so habe der Bürger auch etwas davon.

Geld für Deponie
Hohenlohekreis. Auftragsvergaben standen heute vormittag auf der Tagesordnung des Betriebsausschusses Abfallwirtschaft im Hohenlohekreis. Mehr als 850 Tsd Mark gaben die Räte für die Nachsorge der seit 1. Januar stillgelegten Deponie Beltersrot aus. Gebaut werden sollen eine Gasförderstation und ein kleines Kraftwerk, das aus Deponiegas Strom machen soll.

Entscheid über Straße
Neuenstein. Das Stuttgarter Verwaltungsgericht tagte gestern bis in den Abend in der Stadthalle von Neuenstein. Verhandelt wurden sechs von ursprünglich neun Widersprüchen gegen den Planfeststellungsbeschluß einer Umgehungstraße im Norden Neuensteins durch das Bernbachtal. Regierungspräsidium und das Landratsamt sehen in dieser seit 20 Jahren geplanten Trasse die beste Lösung. Es sei beim heutigen Verkehr unzumutbar, so landrat Helmut Jahn, daß eine enge Altstadtdurchfahrt mit teilweise nur 3,80 m Fahrbahnbreite als Autobahnzubringer mit Lastwagenverkehr diene. dazu komme, daß es in der Stadt noch einen schienengleichen Bahnübergang gebe, der bis zu 40 Mal pro Tag geschlossen werde. Bürgermeister, der die Verhandlung verfolgt hatte, glaubt, daß das Gericht mit 95prozentiger wahrscheinlichkeit die Einsprüche gegen den Straßenbau zurückweisen werde. Schließlich sei unter den Klägern zuletzt kein direkter Grundstückanrainer mehr gewesen. Das Verwaltungsgericht will seine Entscheidung am 7. April bekanntgeben.


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Lauschangriff
Ein Freudentag für Gauner?
Wie die Hohenloher Bundestagsabgeordneten abstimmten und reagierten
Hohenlohe. Äußerst unterschiedlich waren die Abstimmungsverhalten, vor allem aber die anschließenden Reaktionen der drei Hohenloher Bundestagsabgeordneten gegenüber dem Wahlvolk. Eher verhalten reagierte FDP-Fraktions-Geschäftsführer Ulrich Heinrich aus Neuenstein. Er stimmte mit der CDU, war aber nicht sehr glücklich über das Verhalten der neun Abweichler in den Reihen seiner Fraktion, die der Bundesregierung mit ihrem Abstimmungsverhalten eine Niederlage beibrachten. Der Crailsheimer Hermann Bachmeier von der SPD zeigte sich befriedigt, daß man im Vermittlungsausschuß wenigstens das Schlimmste verhindern konnte und dies auch noch im Bundestag durchbrachte. Der Abgeordnete aus dem Hohenlohekreis Dr. Wolfgang von Stetten, CDU, sprach von einem schwarzen Tag und erwartete allen Ernstes, daß Journalisten seine Pressemitteilung abdruckten, in der er bedauerte, daß sie künftig nicht abgehört werden dürften. (Wer läßt sich schon gerne abhören. Anm.red)

Beinahe sei durch den sogenannten "großen Lauschangriff" selbst das Grundgesetz ausgehebelt worden. Beispiel Pressefreiheit: "einer der wichtigsten Pfeiler unseres demokratischen Rechtsstaates", so der Hohenloher SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Bachmeier, der von Anfang an gegen das Gesetz gestimmt hatte und nun froh ist, daß das Ergebnis des Vermittlungsausschusses angenommen wurde. Nicht weil die Regierung ihre erste Niederlage ihrer langen Regierungszeit erliten hatte, sondern weil diese Entschärfung des Gesetzes dem Vertrauen des Bürgers in seinen Staat dienlich sei. Wer nicht ohne Grund in diesem Staat ein sogenanntes Zeugnisverweigerungsrecht nach §53 der StPO geniese, dessen Vertrauensschutz können nun von vornherein nicht durchgbrochen werden. Genauso wichtig wie bei Geistlichen, Strafverteidigern und Abgeordneten (wieso eigentlich Abgeordneten?: Anm.red)sei dies auch bei Ärzten, anderen Anwältenals Strafverteidigern und auch bei Journalisten. "Wir alle haben einen Anspruch darauf, von den Medien möglichst umfassend, gerade auch über dubiose Vorgänge informiert zu werden", so Bachmaier. (z.B. über so dubiose Vorhaben wie den großen Lauschangriff. Anm.red) Ganz anders Bachmaiers Bundestagskontrahent vom konservativen Flügel. Dr Wolfgang von Stetten, CDU nannte die Abstimmungsniederlage einen "Freudentag für Gangster" und einen "schwarzen Tag für den Rechtsstaat". Die SPD habe mit PDS, GRÜNEN und Abweichlern aus der FDP das gesetz so entschärft, daß es praktisch nicht mehr wirksam sei. Das Bündnis für inner Sicherheit zwischen den Parteien sei zerbrochen und bei den Gangstern würden die Champagnerkorken laut knallen. "Gauner, Gangster und Ganoven" schreibt von Stetten in blumigem Stammtisch-Deutsch, "können sich nun auf Räumlichkeiten bicht nur von Rechtsanwälten und Ärzten, sondern auch von Buchprüfern, Steuerberatern, Zahnärzten, Apothekern, Hebammen, Journalisten, aber auch Druckern und ggfls. Zeitungsausträgern und -verkäufer zurückziehen, wenn sie vor dem Abhören sicher sein wollen, oder Gangster umgeben sich rund um die Uhr mit solchen Personen. (Als ob das die oberste Gilde der internationalen Verbrechersyndikate nicht sowieso schon tut. Schaut der Mann denn nie Gangsterfilme im tv an? Anm.red) Hohenlohes FDP-Abgeordneter Ulrich Heinrich stimmte wie sein CDU-Kollege von Stetten gegen den Kompromiß aus dem vermittlungsausschuß. Die Erweiterung des Abhörverbotes auf Ärzte, Anwälte und Journalisten gehe im zu weit, sagte Heinrich. Das gesetz werde dadurch so weit gelockert, daß die Kriminalitätsbekämpfung geschwächt werde. Der sogenannte Lauschangriff sei , so der parlamentarische FDP-Geschäftsführer, durch scharfe Vorschriften vor Mißbrauch geschützt. Nur mit Zustimmung von drei Reichtern am Landgericht könne überhaupt abgehört werden, und dann auch nur für die dauer von zwei Wochen. Heinricht sieht dieses Gesetz sowieso nur als den Ausnahme- nicht den Regelfall in einem demokratischen Rechtsstaat an. Der Staat brauche diese Möglichkeit der elektronischen Überwachung auch in Privaträumen. Die Unverletzlichkeit der Wohnung müsse zurückstehen, wenn der Staat in Gefahr sei.

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Internet Senioren ans Netz
Diakonische Unternehmensgruppe Dienste für Menschen startet Projekt
Schwäbsich Hall.Beim Wettbewerb 'Multimedia - Vermittlung von Mendienkompetenz', den das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie ausgeschrieben hatte, erhielt das Projekt Internet-Cafe für Senioren der diakonischen Unternehmengruppe Dienste für Menschen einen 50 Tsd Mark-Preis. Das geld wurde jetzt in der Umsetzung des Projektes angelegt. Ein Internet-Cafe, das auf Tournee durch Seniorenheime geht. Gestern war Bundesstart beim 'Wohnstift im Lindach' in Schwäbisch Hall.

Es sei ein übles Gerücht, wenn ständig behauptet werde, Senioren würden sich nicht mehr mit moderner Technik auseinandersetzen, sagte Peter Junker, Geschäftsführer von Diakonie mobil in der Unternehmensgruppe Dienste für Menschen. Und tatsächlich, rund 30 Senioren saßen da, um sich anzuhören und anzusehen, was es mit dem angekündigten Internet-Cafe für Senioren auf sich habe. Irgendwas mit dem Computer, sagte eine ältere Dame und der freundliche Herr neben ihr meinte, er wisse auch nicht so genau, was er sich darunter vorzustellen habe. "Ich bin ja auch schon 88 Jahr", sagte er entschuldigend. Aber:dennoch Auch er hatte sich zur Internetschulung angemeldet, wie stets von allem Neuen begeistert."Ja, Nein nein", wehrte er bescheiden ab. "Das wäre ja nun ein wenig übertrieben, aber interessieren kann es mich ja. Vor allem wenn meine Kinder mal davon sprechen, oder sonstwie, und der Vater ist dann ganz blöd, ja das kann ich auch nicht." Mitreden können, wenn die Kinder und die Enkel kommen, das war für viele das Motiv sich zu interessieren."Ich bin auch gerne bereit, andere Sachen zu lernen", sagte eine Frau kurz nach dem Einführungsreferat von Peter Junker und Urs Bruhn. Sehr deutlich waren ihre Vorstellungen davon, was das internet eigentlich ist, noch nicht. Vorwiegend bilder erwarte sie dort zu finden. Etwa von Canada, wo oihre Schwester wohne. Den Ontario-See oder das höchste gebäude der Welt in Toronto, was es jetzt ja wohl nicht mehr, aber mal gewesen sei. "Wär ja mal interessant, sich kundig zu machen, auf diese Art, vielleicht, wenn ichs versteh." Unsicher lacht eine andere Bewohnerin des Seniorenstifts. Auchbsie hat bestimmte Vorstellung. Sie interessiertsich für Kunst und möchte nach Informationen über bestimmte Werke suchen, die ihr ans Herz gewachsen sind. Und eine dritte Bewohnerin gibt sich relativ forsch. "Das mache ich jetzt einfach mal. Ich möchte irgendwie ein bißchen weiterarbeiten, innerlich, daß man nicht ganz verblödet. Und meine Söhne machen das alle, und da denk ich, dann kann ich mal mitreden." Und dann führte der Leiter der Senioreneinrichtung Wohnstift Lindach Urs Bruhn die Interessierten in die Grundbegriffe des Internet ein. Nicht, was ist ein browser oder was ist das world wide web, sondern wie nutze ich sie, wie finde ich mit Hilfe einer Suchmaschine, was ich mir ansehen will. Die Marssonde Pathfinder z.B... Wie von Geisterhand erscheint das Bild auf dem Projektionsschirm, den man für einen der drei Computer-Bildschirme im Internet-Cafe aufgebaut hat. Kaum einer der Senioren hat begriffen, was der Helfer von Urs Bruhn da am Computer angestellt hat. Aber nach zwei drei Erklärungen wird das dann klar. Vor den anderen Geräten veruschen die ersten Nachzuvollziehen, was auf dem grißen Schirm abläuft. Es folgten eine Tour durch´s Allgäu, Thailand, Giraffen in Kenia, jemand wollte das Nebelhorn sehen und eine Dame schnell über den Antlantik nach Sao Paolo, wo ein Neffe wohnt. Vielen allerdings, die nicht direkt an den Geräten sitzen konnten, ging das zu schnell, sie fanden sich eigentlich nicht so sehr zurecht. "Da brauche ich einen Plan, damit ich das lernen kann", meinte die Dame, die den Ausflug zu den Giraffen nach Kenia vorgeschlagen hatte. Da war sie nämlich mal gewesen, im Urlaub vor zehn Jahren. Fünf Tage lang werden die Damen und Herrn Senioren nun geschult. dann zieht das Internetcafe weiter zum nächsten Heim. Für die Idee bekam Dienste für Menschen ja einen Preis des Bundesforschungsministriums. "Wir werden diese Erfahrung, die wir hier machen", meint Urs Bruhn, "durch Begleitstudien der Paul-Lempp-Stiftung besonders auswerten und erhoffen auch hier ne stärkere pädagogische Verzahnung zwischen den Anbietern der Seniorenbildung, die hier ein abgestimmtes Konzept entwickeln, wie man Senioren noch mehr mit diesem schwierigen technischen Bereich vertraut machen kann". Herausgefunden werden soll außerdem, ob es bevorzugte Einsatzgebiete des PC´s für Senioren gibt.

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CDA-Konferenz in SHA
Werben für Engagement
Interview mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDA Hermann-Josef Arentz, MdL-NRW
Schwäbisch Hall. Ein Signal dafür, daß Christlich Soziale in den Betriebsräten und in der Union ein deutlicheres und gewichtigeres Wort mitsprechen wollen, sei diese Konferenz in Schwäbisch Hall, so der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDA Hermann-Josef Arentz, der den erkrankten Bundesvorsitzenden Rainer Eppelmann zu vertreten hatte. Es gelte, Arbeitnehmer davon zu überzeugen, daß sie eine Heimat in der Union haben. Nur so könne die Union auch die nächsten Bundestagswahlen gewinnen, sagte Arentz.

F: "Herr Arentz: Wieviele Ihrer CDA-Mitglieder CDA, der Union nahestehende Leute sind denn in den Gewerkschaften vertreten und wieviele sind auch Betriebsräten? Mit eigenen Listen treten sie ja wohl kaum irgendwo an." A: " Betriebsratswahlen sind genauso wichtig wie Kommunalwahlen oder Landtagswahlen. Und wir treten auch mit eihene Listen an. Nämlich da, wo Christlich Soziale nicht auf originär gewerkschaftlichen Listen vertreten sind. Aber im Großen und Ganzen haben Sie schon recht, äh, brauchen wir diese eigenen Listen nicht. Ich kann Ihnen die Zahl aus meinem eigenen Landesverband Nordrhein-Westfalen sagen. Wir haben über 2000 Betriebs- und Personalräte, die Mitglied bei der CDA, in der CDA sind. Da sind wir auch stolz drauf und das pflegen wir auch." F: "Bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall hier, in deren Räumen die Konferenz heute stattfindet, haben die Betriebsratswahlen bereits stattgefunden. Nur wenig mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter haben daran teilgenommen. Wie motivieren Sie Ihre Leute, sich überhaupt aufstellen zu lassen? Geringe Wahlbeteiligung ist ja eines der Hauptprobleme bei Betriebsratswahlen. A: " Das ist richtig. Es wird immer schwieriger, Menschen zu finden die bereit sind, freiwillig für ihre Mitmenschen eine Verantwortung, eine Pflicht zu übernehmen. Und weil wir das wissen, werben wir ja auch dafür, auch zwischen den Wahlen, daß sich jüngere Kolleginnen und Kollegen bereit finden, sich vorzubereiten. Wir machen wir machen eine unglaubliche Zahl von Weiterbildungs - bzw Motivationskursen, um Menschen zu qualifizieren, Verantwortung in Betriebsräten, in der Politik zu übernehmen, denn es ist wie alles im Leben, auch das muß gelernt sein." F: "Wie ist denn Ihr Verhältnis zu den Gewerkschaften?" A: "Unser Verhältnis zu den Gewerkschaften ist im Großen und Ganzen sehr gut. Ähhh, das betrifft die normale Zusammenarbeit, auch außerhalb dieser BetriebsratsWahlzeiten. Wir verstehuns ja als CDA ein Stück weit doch als Brücke zwischen Union, zwischen Bundesregierung und Gewerkschaften. Und eine solche Brücke muß belastbar sein, und eine solche Brücke muß von beiden Seiten aus begehbar sein. Und so führen wir im Lauf des jahres sicherlich 25, 30, 35 Gespräche auf Bundesvorstandsebene zwischen CDA und den Gewerkschaften." F: "Darf ich ihr Stichwort Brücke gleich aufnehmen: Vestehen sie sich da wie ´ne Brücke zwischen verschiedenen Welten?" A: "Nein, nicht zwischen verschiedenen Welten. Wir leben alle in einer Welt. Aber durchaus als eine Organisation, die Spannung aushalten muß."

 

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