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Freitag 1.1.1999 Zeiger rechtsTag weiter

Landräte zu Neujahr
Hohenlohe. "Den Raum für Freiheit zu schaffen ist Aufgabe der Politik. Die Freiheit selbst zu verwirklichen ist Sache aller und eines jeden." Mit diesem Zitat des oberfränkischen Politikers Karl Theodor zu Guttenberg (1921-1972) wendet sich Landrat Ulrich Stückle aus dem Landkreis Schwäbisch Hall zum Jahreswechsel an die Bevölkerung. Allen sollte im Rückblick auf das vergangene Jahr deutlich werden, das diese Gesellschaft trotz aller Schwierigkeiten in der Finanzierung öffentlichen Lebens und trotz manch persönlicher Schwierigkeiten, nicht nur in Frieden und Freiheit, sondern als Ganzes genommen auch in Wohlstand und sozialer Sicherheit lebe. Gemeinwohl und persönliches Glück seien dabei nicht voneinander zu trennen. "Wir sind aufgefordert, Verantwortung in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Arbeitswelt, in der Kommunalpolitik und überhaupt in der Politik sowie in Gruppen und Vereinigungen aller Art zu übernehmen", schreibt Ulrich Stückle in seinem Grußwort zum Jahreswechsel. Und ohne zunehmende Gleichgültigkeit und Egoismus in der Gesellschaft beim Namen zu nennen, fragt Ulrich Stückle mit der Antwort im Unterton: "Ist im dann funktionierenden Ganzen die Verwirklichung des eigenen freien Lebens nicht viel einfacher?" Auf Gleichgültigkeit und Egoismen spielt auch Landrat Helmut Jahn aus dem Hohenlohekreis an, wenn er Heimat und Familie zu Schlüsselbegriffen seiner Neujahrsgrüße macht. Das mangelnde Gefühl für diese Begriffe, die mangelnde Verbundenheit der Menschen dazu, der immer größere Verlust der Verwurzelung sei eine der Hauptursachen für die Probleme unserer Zeit. Wer sich über die fast unerträglich hohen Sozialbeiträge, Steuern und Abgaben beklage, dürfe nicht gleichzeitig übersehen, in wievielen Fällen der Staat, und das bis hinunter zu den Kommunen, als öffentlicher 'Reparaturbetrieb' betätigen müsse. Heimat und Familie, so Helmut Jahn, seien da sehr wohl Schlüsselbegriffe für eine Wende zum Besseren. "Wo Menschen sich wohlfühlen, wo sie eingebettet sind in die örtliche Gemeinschaft, aber auch eingebettet sind in eine funktionierendes familiäres Umfeld, dort ist der Staat weit weniger gefordert." Ein friedfertiges und erfolgreiches Jahr 1999 wünschen die Landräte ihren Bürgern, aber auch eines der Toleranz, der Mitmenschlichkeit und Solidarität.

Forum Jugendarbeit
Crailsheim/Gaildorf. Zwei Fortbildungskurse in Crailsheim und Gaildorf bietet der Kreisjugendbeauftragte Martin Keller-CombÇ und die langjährige Vorsitzende des Kreisjugendringes Marianne Mühlenstedt an. Das "Forum Jugendarbeit" richtet sich vor allem an Gruppenleiter und Mitarbeiter von Jugendgruppen und Vereinen. Thema in Crailsheim: "Ohne Moos nix los". Dargestellt wird anhand von Praxis-Beispielen, wie man für Freizeitveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen an Fördertöpfe und Zuschüsse kommt. Termin ist am 14. Januar im Jugendzentrum Crailsheim. In Gaildorf dreht es sich um "Spiele für die Gruppenarbeit". Dieser Lehrgang geht über drei Abende und stellt verschiedene Interaktionsspiele vor, die mit den Teilnehmern auch gleich ausprobiert werden. Die Veranstaltungen finden statt im Graf-Gottfried-Jugendhaus und zwar ab dem 19. Januar. Noch bis zum 11. Januar kann man sich bei den Volkshochschulen (als Mitveranstalter) in Crailsheim und Schwäbisch Hall anmelden.

Neujahr bei Würth
Künzelsau-Gaisbach. Wer in der Silvesternacht nicht zulange feiert, kann sich heute ab 12 Uhr bei Würth in Künzelsau-Gaisbach schon wieder amüsieren. Dort spielt in der Halle des Verwaltungsgebäudes die "Veterinary Street Jazz Band", fast jedem aus der Fernsehsendung "Knoff-Hoff-Show" ein Begriff. Außerdem halten die Betriebsköche der Fa Würth für alle ein Kater"frühstück" bereit, das bis um "16" Uhr serviert wird.

Im Freien gestorben
Waldenburg. An Unterkühlung gestorben ist, wie die Polizei erste jetzt mitteilte, eine ältere Frau am Ersten Weihnachtsfeiertag zwischen Waldenburg und Waldenburg-Bahnhof. Sie war nach einem Streit bei einer Feier in der Bergstadt ins Freie gestürmt und wohl auf dem weg nach Hause. Doch die Frau stürzte in ihrem alkoholisierten Zustand. Obwohl sie bei diesem Sturz ohne größere Verletzungen davonkam, blieb die Frau einfach liegen und ist irgendwann in der Nacht auch eingeschlafen. Als Fußgänger sie tags darauf gegen 10:30 Uhr fanden, lebte die Frau zwar noch, doch als der Notarzt kam, konnte er nur noch den Tod feststellen. Auch alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg.In der Nacht hatten Minustemperaturen geherrscht.

Mit Hubschrauber ins Krankenhaus
Kirchberg an der Jagst. Einen schlechten Jahresabschluß hatte ein 46jähriger Arbeiter in Kirchberg an der Jagst. Er mußte mit schweren Verletzungen vom Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. In einem Firmengebäude des Industriegebietes 'Seefeld' traf ihn eine rund 500 kg schwere Stahlplatte, die trotz Transportsicherung von einem Gabelstapler rutschte. Der Arbeiter war neben dem Gabelstabler hergegangen.

Mafioso gefasst
Murrhardt.úEin mutmaßliches Mitglied der kalabresischen Mafia haben Beamte der Polizei und des Landeskriminalamts LKA in Murrhardt gefaßt. Gegen den heute 49jährigen Mafioso ermittelte die Kripo in Backnang bereits seit 1979 wegen Verdachts der Beteiligung an Schutzgelderpressung und schwerer räuberischer Erpressung. Einem Haftbefehl entzog sich der Italiener durch Flucht. Seit 1995 ermittelte auch die belgische Polizei gegen den flüchtigen Mann wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, die das Ziel hatte, den belgischen Drogenmarkt in großem Stil mit Heroin zu beliefern. Im Sommer 1998 sollte er eine 6jährige Haftstrafe antreten. Wieder flüchtete er. Hinweise aus Belgien gaben nun Anhaltspunkte dafür, daß sich der Mafioso im Rems-Murr-Kreis aufhielt. Als nun Polizisten in Murrhardt einen Mann kontrollierten, auf den die Beschreibung paßte, flüchtete dieser erneut per Auto, wurde dann aber in einer Sackgasse gestellt und mit von LKA-Beamten auch verhaftet.

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Samstag 2.1.1999

Brand: schwerverletzter Rentner
Gaildorf. Morgens um 6.30 Uhr wurden gestern in Gaildorf ein 73jähriger Rentner und seine 70jährige Frau Opfer eines Brandes. Der Mann hatte unvorsichtig mit seinem Ölofen hantiert, zuviel Öl vor dem Anzünden in die Brennkammer laufen lassen. Die herausschlagenden Flammen setzten das Wohnzimmer in Brand. Die Freiwillige Feuerwehr Gaildorf konnten die Frau über eine Leiter aus dem Schlafzimmer im 2. Stock retten. Der Mann wurde mit schwerem Atemschutz lebensgefährlich verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht. Am Haus entstand Schaden in Höhe von rund 100 Tsd Mark

75 Partnerschafts-Kontakte
Schwäbisch Hall. 75 offizielle Partnerschaftskontakte zwischen Schwäbisch Hall und seinen Partnerstädten Epinal in Frankreich, Lappeenranta in Finnland, Loughborough in Großbritannien, Zamosc in Polen und Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern gab es im abgelaufenen Jahr 1998. 1141 Haller Bürger nahmen daran teil. Neu auf Haller Seite war die Zusammenfassung der Verantwortlichkeit für die Städtepartnerschaften, die jetzt alle bei einem Amt unter der Regie von Peter Wunderlich liegt, eine Ausnahme: die innerdeutsche, die schon zu DDR-Zeiten begonnene Partnerschaft mit Neustrelitz. Sie wird von Ortsvorsteher Martin Gsell (Gelbingen) betreut. Aktivste Partnerschaften sind die nach Epinal (auch die älteste) mit 34 offiziellen Kontakten und 598 Teilnehmern und die nach Zamosc mit 20 Kontakten und 290 Personen, und dies trotz der großen Entfernung von 1500 Kilometern. An dritter Stelle steht die Partnerschaft mit Loughborough. 147 Haller nahmen an den acht Begegnungen mit der englischen Stadt teil. Immerhin noch 46 reisten nach Lappeenranta. Die Kontakte nach Neustrelitz gestalten sich auf Bürgerebene auch nach 10 Jahren immer noch eher schwierig. Alle 98er Begegnungen war rein offizieller Art. Wo es bei allen Partnerschaften noch mangelt sind Kontakte sportlicher Art.

Hohe Personalkosten
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim hat zu hohe Personalkosten. Dies moniert der städtische Rechnungsprüfer nicht zum ersten Mal. 1997 hatten die Personalkosten mit 27,3 Mio Mark fast ein Viertel des Verwaltungshaushaltes aufgefressen. Für 1999 stehen im Etatentwurf sogar 1,4 Mio Mark mehr. Der Planansatz liegt bei 28,7 Mio Mark. Schon 1996 hatte Rechnungsprüfer Günter Noack darauf hingewiesen, daß nur mit einer zielgerichteten Personalpolitik die Probleme in den Griff zu bekommen seien. Dabei könne man nicht umhin, Leistungen der Stadt zu reduzieren. Da der Rechnungsprüfer dringenden Handlungsbedarf sieht, hat er die Verwaltungsspitze erneut aufgefordert, das Thema entschlossener anzugehen.

Miete gleich Zuschuß
Gaildorf. Die Musikschule Schwäbischer Wald-Limpurgerland bekommt von der Stadt Gaildorf einen Zuschuß in Höhe von 1750 Mark. Dieser betrag wird jedoch nicht ausbezahlt, denn die Musikschule muß den exakt gleichen Betrag als Miete für die Räume in der ehemaligen Stadtschule bezahlen. Die gemeinsam von den Gemeinden im Limpurger Land getragene Musikschule unterrichtet derzeit etwa 530 Schüler, von denen knapp ein Viertel aus Gaildorf kommen.

100.000 gespendet
Crailsheim. Innerhalb nur eines Monats hat die Russlandhilfe Crailsheim ihr Spendenziel von 100 Tsd Mark erreicht. Den "letzten Tropfen" gab ein Spender, der namentlich nicht genant werden will, mit seinem 5000-Mark-Scheck in den Spendentopf. Mit diesem Geld wird nun im neunten Jahr des Bestehens der Rußlandhilfe der 20ste Transport nach Weißrußland zusammengestellt.

Voith kauft zu
Crailsheim. Rückwirkend zum 1. November 1998 hat die zum Heidenheimer Voith Konzern gehörende Voith Turbo in Crailsheim den Gelenkwellen-Hersteller Küsel in Essen zu 100 Prozent übernommen. Die Küsel Antriebe GmbH erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 25 Mio Mark. Verkauft wurde der Betrieb aus persönlichen Gründen des geschäftsführenden Inhabers. Voith will mit der Küsel-Produktion sein Programm an Transmit-Hochleistungs-Gelenkwellen ergänzen. Die Crailsheimer Voith-Turbo-Antriebstechnik ist Hersteller von hydrodynamischen Kupplungen und Gelenkwellen.

Biogas-Tagung
Weckelweiler. Mit einer Tagung zum Thema Biogas beginnt die Bauernschule in Weckelweiler bei Kirchberg das Jahr 1999. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Anlagenbetreiber und Ingenieure, aber auch an Planer, Behördenvertreter sowie politische Entscheidungsträger. Hauptthemen der Tagung sind die grundsätzliche Bewertung von Energie-Erzeugung aus Biomasse sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu, die Bio-Abfallverordnung, die vor allem das Problem der Verwertung der aus den Biogasanlagen kommenden vergorenen Gülle betrifft. Außerdem geht es bei der Tagung um die Wirtschaftlichkeit und um rechtliche Voraussetzungen bei der Errichtung von Biogasanlagen. Die Tagung findet vom 7. bis 9, Januar statt.

Toter Hohenloher gefunden
Bad Mergentheim. Ein 20jähriger, der zusammen mit seinem 25jährigen Bruder bei Bekannten in Bad Mergentheim übernachten wollte, wurde von den Wohnungsinhabern tot vor seiner Schlafstelle aufgefunden, als diese gestern Nacht nach Hause kamen. Der 25jährige Bruder lag auf einer Couch und war nicht ansprechbar. Die Polizei ermittelt. Bisher steht lediglich fest daß der 20jährige keines natürlichen Todes gestorben ist.

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Sonntag 3.1.1999

Brand im Jugendzentrum
Crailsheim. Kein offenes Feuer sondern einen Schwelbrand löschen musste die Crailsheimer Freiwillige Feuerwehr im Jugendzentrum der Stadt. Der Brand war am Neujahrstag gegen die Mittagszeit bemerkt worden. Unklar ist noch die Brandursache. Möglicherweise steckt eine "missglückte" Brandstiftung dahinter, denn ein Fenster im Erdgeschoss war eingeschlagen. Ebenso noch nicht bekannt ist die Höhe des entstandnen Sachschadens.

Junge schwer verletzt
Bühlertann. Schwer verletzt wurde ein 11jähriger Junge in Bühlertann. Er hatte in der Nähe des Bühelrtanner Sportplatzes die Patrone von einem überiggebliebenen Silvesterknaller aufgehoben und angezündet. Die Patrone, in der Silvesternacht ein Blindgänger, erwies sich jetzt aber als explosiv und fügte dem Jungen schwere Verletzungen an einer Hand und im Gesicht zu, als sie explodierte. Der Junge wurde ins Krankenhaus gebracht.

Heute Meldeschluß
Schwäbisch Hall. Rund 300 Teilnehmer erwartet die TSG Schwäbisch Hall als veranstalter zum mittlerweile traditionellen Drei-Königs-Lauf am Start. Zwei Runden über jeweils fünf Kilometer gilt es in Schwäbisch hall zu durchlaufen, wobei jeweils der Höhenunterschied zwischen Kocherufer und Marktplatz zu überwinden ist. Dort am Marktplatz wird der 14. Haller Drei-Königslauf wie immer von Organisator Günter Friedrich gestartet. Letzte Möglichkeit sich zum Lauf anzumelden ist heute über eine telefonische Hotline (0791-51368) bis 20 Uhr

Jugendfußballturniere
Weikersheim. So viele Mannschaften wie noch nie haben sich zu den Jugend-Fußball-Hallenturnieren angemeldet, die an diesem Wochenende im hohenlohischen Weikersheim im Main Tauber Kreis beginnen. Bis zum 6. Januar bemühen sich insgesamt 72 Mannschaften um den jeweiligen Sieger-Pokal. Unter den C-Jugendspielern ist unter anderem das Team des VfB Stuttgart, die Stuttgarter Kickers treten in der D-Jugend an. Um neun Uhr begannen gestern die A-Jugend-Spiele, heute spielen die E- und die F-Jugend. Einen genauen Turnierplan gibt es beim Hohenloher Fußball-Bezirksverband.

Polizist verletzt
Künzelsau. Ein Polizist wurde gestern morgen in Künzelsauer verletzt. Die Beamten waren gerufen worden, weil eine Gruppe Jugendlicher in einem Lokal Sachschaden angerichtet hatte. Als die Polizeibeamten die fünf jungen Männer stellen, wurden diese handgreiflich und beschimpften die Beamten. Außerdem versuchten sie, den Streifenwagen zu beschädigen. Jetzt haben sie eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte am Hals.

Auf frischer Tat ertappt
Künzelsau. Zwei Diebe auf frischer Tat wurden gestern in Künzelsau. Die zwei Täter hatten außerdem ein Ehepaar mit einem Messer bedroht und die Herausgabe von Bargeld erzwungen. Dabei wurde der Ehemann auch mit einem Fausthieb traktiert und im Gesicht verletzt. Die bereits einschlägig bekannten Täter, die nicht aus dem Raum Künzelsau stammen, konnten wenig später von der Polizei festgenommen werden.

Haller Telekom ohne Leiter
Schwäbisch Hall. Nur kommissarisch geleitet wird in nächster Zeit die Telekom Niederlassung in Schwäbisch hall. Heinz Matschke, seit Ende März 96 knapp drei Jahre lang Chef in der Haller Niederlassung, die für den Bereich Netze zwischen Illertissen und Bad Mergentheim, Nürtingen und Ellwangen zuständig ist, hat innerhalb der Telekom gewechselt. Der 52jährige wurde kaufmännischer und technischer Geschäftsführer einer neuen Telekom-Tochter im Bereich Neue Medien in München. Die kommisarische Leitung der Netze-Niederlassung in Schwäbisch Hall mit insgesamt rund 900 Mitarbeiter in Ulm, Aalen, Göppingen, Öhringen und Hall wird Georg Eichele übernehmen, der einst Pressesprecher des damaligen "noch" Fernemeldeamtes in Hall war, dann zu Wendezeiten in der Ex-DDR Aufbauarbeit leistete und vor wenigen Jahren als stellvertretender Niederlassungsleiter nach Schwäbisch Hall zurückkehrte.

Die falsche Feier am Jahresende
Das "Kreuz" mit dem Jahr 2000
Das Jahr 1999 ist mitnichten das letzte Jahr in diesem Jahrtausend. Die Zeitenwende zum Jahr 2000 findet nicht statt. Wer am 31. Dezember diesen Jahres sich an der Schwelle zum Dritten Jahrtausend wähnt, liegt völlig falsch und feiert "nichts Besonderes". Nur ein ganz normales Silvesterfest. Und dafür viel geld ausgeben? Nun ja: die ganze Welt feiert wahrscheinlich falsch. Warum also nicht. Das große Ereignis findet statt, wann die mehrheit der Leute das will und nicht, wann es mathematisch richtig wäre.
Ein Jahr Null hat es nie gegeben. Die Geburt Christi war ein Zeitpunkt Null. Das erste Jahr seines Lebens war das Jahr 1 und am Ende feierte er, wie alle Kinder seinen ersten Geburtstag. Hundert Jahre sind vorbei, wenn das hunderste Jahr vollendet ist. Tausend Jahre, wenn das tausendste Jahr vorüber ist, zweitausend Jahre also am Ende des Jahres 2000. Schließlich haben das 2. Jahrtausend, das 20. Jahrhundert doch ein Anrecht auf ihr tausendstes, ihr hundertstes Jahr. Nach diesem Jahr wurden sie ja sogar benannt. Und dennoch soll es nicht dazugehören? Welche Unlogik!
Doch natürlich drängt sich auch die Frage auf: Sind wirklich 2000 Jahre seit Christi Geburt vergangen? Es gibt nicht wenige Historiker, die behaupten, gleich mehrere Jahre unserer Zeitrechnung hätten gar nie existiert. Einige wollen sogar glauben machen, daß im achten Jahrhundert gleich mehrere Jahrhunderte durch Urkundenfälschungen hinzu"beschissenb" wurden, nur damit die damaligen Herrscher eine der mystisch bedeutenden Jahrtausendwenden erleben konnten.
Die Wissenschaftler haben dabei insbesondere die Zeit um das Jahr 800 im Auge. Nur durch das Fälschung von Urkunden und deren Zurückdatierung sei diese Zeit überhaupt erst entstanden. Möglich kann dies schon sein, denn Zeit, die einzelnen Jahre wurden damals nicht wie heute dokumentiert und für jeden ersichtlich auf einem Kalender abgedruckt.
Ganz sicher ist aber, daß die in Europa verwendete Zeitrechnung nicht die einzige ist. Die Mehrheit der Menschen auf dieser Erde könnte sich einen Jux daraus machen und den Aufbruch ins Dritte Jahrtausend, ob nun zu Silvester 1999 oder (mathematisch) richtig zu Silvester 2000, schlicht und einfach verschlafen. Für sie ist das ein Tag wie jeder andere. Juden, Moslems und Chinesen sehen die Nacht zum 1. Januar 2000 weitaus gelassener: Nach islamischem Kalender beginnt am 16. April 1999 unserer Zeitrechnung das Jahr 1420. Der jüdische Kalender schreibt bis zum 11. September das Jahr 5759. Und auch die Chinesen haben den Aufbruch in das dritte Jahrtausend schon längst hinter sich. Im Übrigen ist auch der 1. Januar als Jahresanfang ein eigentlich beliebiger Tag. Der Römer Julius Cäsar setzte aus politischen Gründen den Beginn eines neuen Jahres auf diesen Tag fest.
Die römische Kirche in den Jahrhunderten danach kam mit diesem Datum aber schnell in Konflikt. Grund waren unterschiedliche Ansichten über den Zeitpunkt von Christ Geburt. Ursprünglich feierten die Christen den 6. Januar als Geburtstag Jesu und als Jahresbeginn. Mitte des vierten Jahrhunderts wurde dann der 25. Dezember als Jahresbeginn festgelegt. Im Mittelalter wechselte der Termin nochmals, ehe Papst Innozenz XII. dem Neujahrstag erneut auf den 1. Januar festsetzte. Dies war im Jahr 1691.
Zuvor hatte Papst Gregor VIII. am 24. Februar 1582 den nach ihm benannten und bis heute gültigen Kalender mit Schalttagen eingeführt. Diesen Kalender übernahmen aber nicht die orthodoxen Kirchen, die sich 1054 von der römisch-katholischen Kirche getrennt hatten, ebenso wenig die deutschen Protestanten, die sich damals gerade von der katholischen Kirche losgesagt hatten. Im Rußland galt der alte Julianische Kalender sogar noch bis in dieses Jahrhundert, weshalb die russische Oktober-Revolution nach unserem Zeitverständis auch am 5. November stattfand. Doch der Gregorianische Kalender setzte sich mit der Zeit durch.
Im entschieden protestantischen Württemberg dauerte es aber bis zum Jahr 1700 und in England, das sich vom Protestantismus wie von der katholischen Mutterkirche distanzierte sogar bis zum Jahr 1752. Bis dahin feierte man zweimal Weihnachten und zweimal Neujahr, einmal katholisch, einmal protestantisch. Der heute übliche Begriff "Zwischen den Jahren" geht auf die Differenz zwischen den beiden Neujahrstagen zurück.

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Montag 4.1.1999

Gestorben
Gaildorf. Im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen gestorben ist gestern ein 73jähriger Rentner aus Gaildorf. Der Mann war am Silvestermorgen bei einem Wohnungsbrand schwer verletzt worden. Er hatte gegen 6:30 Uhr in der Frühe unvorsichtig mit seinem Ölofen hantiert, vor dem Anzünden zuviel Öl in die Brennkammer laufen lassen. Die herausschlagenden Flammen hatten das Wohnzimmer in Brand gesetzt. Die Frau des Rentners war von der Freiwilligen Feuerwehr Gaildorf über eine Leiter aus dem Schlafzimmer im 2. Stock gerettet worden. Der Rentner selbst war lebensgefährlich verletzt, als er unter schwerem Atemschutz geborgen werden konnte. Am Haus entstand Schaden in Höhe von rund 100 Tsd Mark

Einbruchserie
Blaufelden. Eine Einbruchserie musste jetzt die Polizei in Blaufelden im Landkreis Hall registrieren. Bislang unbekannte Täter waren am Wochenende in sechs Wohnungen in Blaufelden eingedrungen. Dabei gingen Sie immer nach derselben Methode vor: Sie zerschlugen eine Fensterscheibe und entriegelten diese. Alle sechs Wohnungen, die zum Zeitpunkt der Einbrüche jeweils unbewohnt waren, wurden durchsucht. Gestohlen wurde allerdings nichts, da es die Einbrecher wohl ausschließlich auf Bargeld abgesehen hatten, das sie aber nirgendwo fanden.

Landfrauen für Hospiz
Ilshofen. Ein Seminar zum Thema Sterben hatte die Hospizgruppe, die sich mit ihren Mitgliedern um die Begleitung Sterbender kümmert, für den Landfrauenverein der Stadt Ilshofen veranstaltet. Als die Landfrauen nun zur Adventszeit in ihren Reihen eine Sammlung organisierten, kamen 860 Mark zusammen. Das Geld spendeten die Frauen jetzt für die Arbeit der Hospizgruppe.

Top Team Award
Schwäbisch Hall. Wie bei allen international verflochtenen Unternehmen gibt es auch bei der Deutsche Telekom keine "Preise" für besonders gute Leistungen mehr sondern "Awards". Den Top Team Award, also den Preis für die beste Mannschaft, erhielten jetzt die 900 Mitarbeiter der Netze-Niederlassung in Schwäbisch Hall. Die Haller wurden vom Telekom-Chef Ron Sommer und dem Abteilungsleiter Finanzen und Controlling der Gesamt-Telekom Dieter Hollenbach ausgezeichnet, u. a. dafür, daß sich die Mitarbeiter, obwohl fünf Unterschiedlichen Standorten zugeordnet, als Teile eines begreifen. Dies mache sich auch in den Betriebsabläufen bemerkbar. Die Netze-Niederlassung Schwäbisch Hall wurde im Jahr 98 sowohl nach den Qualitätsnormen DIN EN ISO 9001 als auch nach Umweltgesichtspunkten DIN EN ISO 14001 zertifiziert und steht seither im Wettbewerb, diese Zertifizierungen auch alljährlich wieder zu erhalten. Dies, so Dieter Hollenbach, hebe deutlich das Niveau und mache sich in den Geschäftsergebnissen, wie im Bereich der Kundenzufriedenheit bemerkbar. In diesen Bereichen sei die Haller Niederlassung im Jahr 98 überall "top" gewesen.

Bundessieg in Augenoptik
Pfedelbach. Die Hohenloherin Marlene Gebert aus Pfedelbach wurde 1. Bundessiegerin für "gute Form" im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend. Die Optikerin, die schon ihre Gesellenprüfung mit der Note 1,6 ablegte, erzielte den Sieg mit einer poppigen Lesebrille, mit zackigem, buntem Rahmen und kreisrunden Minigläsern von drei Zentimetern Durchmesser. "Mir war schon klar, daß ich in den acht Stunden der Prüfung etwas ziemlich Ausgefallenes produziert hatte," so die Siegerin, "aber daß es gleich der erste Preis wurde, das hat mich schon überrascht." Die 20jährige, die derzeit ihre Fachhochschulreife macht und auch noch das Abitur anstrebt, will später an der Fachhochschule in Aalen Augenoptik studieren. Ihr Berufsziel ist nicht der Ladentisch eines Optikergeschäftes sondern die Forschung.

Windpark hat Chancen
Niedernhall. Die vom Niedernhaller Heizungsbauer Fritz Hertweck initiierte Idee eines Hohenloher Bürger-Windparkes hat Chancen, verwirklicht zu werden. Bereits 150 Interessenten haben ihre konkrete Bereitschaft erklärt, sich an dem Projekt zu beteiligen. Bislang gibt es Gespräche mit drei Kommunen auf der Hohenloher Ebene, eine Standort-Entscheidung gibt es allerdings noch nicht. Der Windpark, mit dessen Bau nach dem Willen des Initiators noch im Sommer diesen Jahres begonnen werden soll, soll durch Stromproduktion und Einspeisung ins öffentliche Stromnetz jährlich etwa 160 Tsd Mark Gewinn einfahren. Hertweck Betrieb seit Jahren im Schwimmbad von Niedernhall ein Blockheizkraftwerk, das von anfang an Gewinn machte. Dieses Kraftwerk aoll jetzt, nachdem es seine Baukosten erwirtschaftet hat und abgeschrieben ist, für einen symbolischen Preis an die Stadt Niederhall verkauft werden.

Erstmals Kinder-Notfalldienst
Hohenlohe. Der Kinder-Notfalldienst Hohenlohe hat an diesem Wochenende erstmals seine Arbeit aufgenommen . Fünf Kinderarzte aus den Kreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe bieten diesen speziellen Dienst an, um die Versorgung für Kinder im ländlichen Hohenlohe zu verbessern. Sie haben im Wechsel ihr Praxen in Schwäbisch Hall und Öhringen auch an Samstagen geöffnet. Außerdem ist die jeweils diensthabende Praxis am gesamten Wochenende zwischen 8 und 22 Uhr telefonisch erreichbar. Hausbesuche sind allerdings nicht möglich. Der Service ist zunächst auf ein Jahr begrenzt, die anderen Kinderärzte verhalten sich noch abwartend.

Messerstecherei
Öhringen. Zwei Südländer waren am Wochenende in Öhringen in Streit geraten. Dabei wurde ein 28jähriger am Oberschenkel und an der Hüfte von einem Messer verletzt. Sei Kontrahent hatte während der Streiterei plötzlich das Messer gezogen und war auf den 28jährigen losgegangen. Die Polizei vermutet, daß es bei dem Streit um Familienangelegenheiten ging. Der Täter wurde festgenommen.

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Dienstag 5.1.1999

Sechs-Sterne-Ferienhof
Sindringen. Der "Holzweiler Hof" in Sindringen ist von Urlaubern des Jahres 98 zum "Beliebtesten Ferienhof" Deutschlands gewählt worden. Die Benotungsaktion war von der Bonner "Zentrale für den Landurlaub" gestartet worden. Über 15 Tsd Urlauber bewerteten Unterbringung, Service und das Freizeitangebot auf deutschen Ferienhöfen. Zwölf weitere Höfe in Deutschland wurden mit sechs Sternen ausgezeichnet. Die Urkunde mit der Auszeichnung "Bester Ferienhof Deutschlands" wird an die Besitzerin des Holzweiler Hofes Brigitte Weißmann auf der Grünen Woche in Berlin im Rahmen des Ersten Europäischen Landtourismus-Kongresses überreicht.

Beerdigung
Blaufelden. Karl Östreicher wurde gestern In Blaufelden-Gammesfeld im Kreis Schwäbisch Hall beerdigt. Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete war in der Nacht zum Dienstag vergangener Woche im Künzelsauer Krankenhaus verstorben. Der 67jährige wurde Opfer einer schweren Krankheit, die ihn vor drei Jahren schon zur Aufgabe seines Mandates gezwungen hatte. Östreicher war von 1979 bis 1996 Landtagsabgeordneter der CDU gewesen. 12 Jahre lang war er auch Vorsitzender des evangelischen Bauernwerks in Württemberg, das seinen Sitz im Hohenlohischen Waldenburg-Hohebuch hat. Ministerpräsident Erwin Teufel bezeichnete den Verstorbenen als einen engagierten Landwirt und Politiker und Landwirtschafts-ministerin Gerdi Staiblin hob den unermüdlichen Einsatz des Politikers hervor, der die Struktur- und Agrarpolitik Baden-Württembergs entscheidend mitgeprägt habe. Das Land habe mit dem Tod Östreichers einen großen Verlust erlitten. Unter den Trauergästen war auch der CDU-Landtagsfraktionsführer Günter H. Oettinger, der lange Jahre Östreichers Banknachbar im Stuttgarter Landtag war, und wie er sagte, mit ihm einen Freund verloren habe. Karl Österreicher hinterläßt seine Frau und vier erwachsene Kinder.

Dringender Handlungsbedarf
Hohenlohe. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Verantwortlichen beim Regionalverband Franken und in der Region Hohenlohe, um die Verkehrsbelastung einzuschränken. Insbesondere die Bahn müsse neue Konzepte entwickeln, um den Güterverkehr schon vor Ort auf die Schiene zu bekommen. Mehr als jeder zehnte Kilometer ist nach einer Studie, die der Regionalverband jetzt bewertete, ein LKW-Kilometer. LKW aber sind für mehr als die Hälfte aller Stickoxide und zwei Drittel aller Staubpartikel in der Luft verantwortlich. Da die Region Hohenlohe und die Hohenloher Gemeinden unter anderem auch vom Fremdenverkehr lebt und mit positiv besetzten Begriffen wie Naturnähe und Erholungswert für sich wirbt, ist die Verkehrsentwicklung beunruhigend. Ein Drittel aller in Hohenlohe zurückgelegten Kilometer entfallen auf die Autobahn. Während im Land die Zuwachsrate beim Verkehr bei etwa zehn Prozent lag, stieg sie im Landkreis Hall in dem Fünf-Jahres-Zeitraum, den die Studie untersuchte um 16,5 Prozent. Bezogen auf die Jahresfahrleistung einzelner Pkw lag der Haller Landkreis um 11 Prozent höher als der Landesdurchschnitt.

Zwei neue Pfarrer
Crailsheim. Sowohl die Pfarrstellen der Christuskirchengemeinde in Crailsheim als auch die der Evangelischen Kirche des Ortsteiles Westgartshausen sind derzeit vakant. Vor einigen Tagen schon erhielt Westgarthausen die Zusage, jetzt auch die Christuskirche im Stadtteil Sauerbrunnen, daß die Stellen neu besetzt werden. Die im Sauerbrunnen sogar schon im Februar. Neuer Pfarre dort wird Frank Ritthaler. Nach Westgartshausen kommt im April Dr. Thomas Knöppler als neuer Seelsorger.

Kritische Situation
Bad Mergentheim. Die Kur- und Badestädte in Baden-Württemberg werden mit den Auswirkungen der Gesundheitsreform auch im Jahr 1999 zu kämpfen haben. So ist aus einem Bericht hervor des neuen baden-württembergischen Finanzminister Gerhard Stratthaus herauszulesen, daß sich auch die Kurverwaltung Bad Mergentheim GmbH in einer wirtschaftlich kritischen Situation befindet. Trotz leicht gestiegener Übernachtungszahlen hat sich das Ergebnis 1998 weiter verschlechtert. Neben Stadt und Kreis ist auch das Land zu einem Drittel an der Gesellschaft beteiligt. Der Finanzminister forderte den Landtag auf, die erst im vergangenen Frühjahr beschlossene Deckelung des Zuschusses bei 1,8 Millionen Mark wieder aufzuheben.

Englisch für Busfahrer
Schwäbisch Hall. Englischkurse für arbeitslose Busfahrer: das Arbeitsamt Schwäbisch Hall macht es möglich. Ebenso Kurse in technischem Englisch für technische Außendienst-Mitarbeiter, die von den Spezialmaschinenbauern im Landkreis Hall für ihre Kundendienste benötigt werden. 25 Mio Mark hat das Arbeitsamt Schwäbisch Hall, zuständig für den Bereich Hohenlohe von Öhringen bis Crailsheim, im Jahr 99 für die Fort- und Weiterbildung zur Verfügung. Dabei kann man flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren, etwa mit einer Ausbildung von Mitarbeitern für Call-Center, für Industrie-Management oder im neuartigen technischen beruf des Mechatronikers. Im vergangenen Jahr hat das Haller Arbeitsamt mit einem Aufwand von 27 Mio Mark rund 2000 Kursteilnehmer weitergebildet, darunter ein hoher Anteil von Aus- und Übersiedlern.

Erst Messer dann Revolver
Murrhardt. Verhaftet wurde jetzt in Murrhardt im benachbarten Rems-Murr-Kreis ein 26jähriger Türke. Der Junge Mann hatte in einer zunächst privaten Auseinandersetzung seinen Kontrahenten, einen 22jährigen Deutschen plötzlich mit einem Messer bedroht. Im weiteren verlauf des Streites vor dem Murrhardter Jugendzentrum verletzte er den Deutschen leicht. Danach ging der Türke weg, kam aber wenig später mit einem Revolver wieder. Da zwischenzeitlich aber die Polizei alarmiert worden war, dauerte das "Herumfuchteln" mit Schußwaffe nur kurze Zeit. Die Polizisten nahmen den Türken fest. Die Herkunft des Revolvers, für den er keinen Waffenschein besitzt, ist noch nicht geklärt.

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Mittwoch 6.1.1999

Döring wiedergewählt
Stuttgart/Schwäbisch Hall. Der Schwäbisch Haller FDP-Politiker Dr. Walter Döring wurde auf dem gestrigen Landesparteitag seiner Partei in Stuttgart mit 91 Prozent der Stimmen in seinem Amt als Landesvorsitzender bestätigt. Dörings Erscheinen beim Parteitag war sein erster öffentlicher Auftritt nach dem Hubschrauberabsturz im Dezember. Dörings Rede vor dem Parteitag brachte über die bekannten FDP-Positionen hinaus wenig Neues, wurde aber wegen der deutlichen Profilierung gegenüber dem großen Koalitionspartner CDU in der Stuttgart Landesregierung, deren Vize Wirtschaftsminister Döring ist, als "kämpferisch" eingestuft. Die Delegierten honorierten es mit Dörings vierter Wiederwahl als Landeschef der Partei.

Christusträger bauen auf Taläcker
Künzelsau. Die "Communität auf Lebenszeit" der Christusträger-Schwesterngemeinschaft baut auf den Künzelsauer Taläckern. Die evangelischen "Nonnen" haben ein 2400 qm großes Grundstück erworben. Geplant ist dort ein Wohnheim erstellen für aus der Diakonie und der Mission heimkehrende Schwestern mit zehn Zimmern, einem Andachtsraum, einem Büro und einer Gästeunterkunft. Am gegenwärtigen Sitz der Christusträger-Schwestern in Braunsbach-Hergershof, direkt an der Autobahn A6, ist kein Platz für die zumeist älteren Rückkehrerinnen aus dem Ausland. Die 1961 in Darmstadt gegründete Glaubensgemeinschaft unterhält derzeit vier Schwesternwohnheime und zwei Bruderhäuser mit insgesamt rund 100 Christusträgern. Sie fühlen sich der evangelischen Kirche verbunden sind aber organisatorisch als eingetragener Verein unabhängig. Die auf Lebenszeit eingegangene "Communität" wird selbst finanziert, indem die Christusträger zumeist in ihren erlernten Berufen arbeiten, das Geld aber in die gemeinsame Kasse ihres jeweiligen Hauses geben.

Sicher in Hohenlohe
Hohenlohekreis. Die meisten Hohenloher fühlen sich an ihrem Wohnort sicher. In einer Fragebogenaktion hatten sich Polizei und Landkreisverwaltung des Hohenlohekreises im vergangenen Jahr an die Bevölkerung gewendet. Diese Aktion ist nun ausgewertet. Von rund 32.000 Fragebögen kamen 2.450 ausgefüllt zurück, das entspricht einer Beteiligung von 7,5 Prozent. 64 Prozent der Befragten gaben dabei an, daß sie in punkto Sicherheit in ihrem Wohngebiet keine Bedenken haben und sich sicher oder sogar sehr sicher fühlen. Auch mit der Polizeipräsenz vor Ort sind die Befragten mehrheitlich zufrieden. Die Einzelergebnisse der Städte und Gemeinden werden in den entsprechenden Gemeindeblättern veröffentlicht.

Fußball-Euro-Jugend
Gaildorf. Die Europäische Fußballjugend trifft sich zum zehnten Mal in der Gaildorfer Sporthalle zum Fußball-Jugend-Eurocup. Dieses sportliche Highlight gleich zu Anfang des Jahres ist nur mit Hilfe von Sponsoren möglich, so Organisator Josef Bichler. Innerhalb des TSV Gaildorf war dieses Turnier nicht immer unumstritten. Gerade die hohen Kosten der Veranstaltung bereiteten so manchem Sorgen. Doch die Händler, Handwerker und Betriebe in Gaildorf und Umgebung ziehen wie in jedem Jahr mit. Und natürlich sind auch die Zuschauer-Einnahmen ein nicht unerheblicher Beitrag zur Kostendeckung. Für Anreise, Unterkunft und Verpflegung der Mannschaften bezahlen die Gaildorfer, und in diesem Jahr reist gar eine spanische Mannschaft von Atletico Madrid reist mit dem Flugzeug an. Immerhin warf das alljährlich Turnier im Januar bislang immer soviel Überschuß ab, daß der komplette Spielbetrieb der Fußball-Jugendabteilung des TSV Gaildorf damit finanziert werden konnte: das sind Kosten von rund 12000 Mark im Jahr.

Unbeabsichtigt eingeschlossen.
Unbeabsichtigt in einem Crailsheimer Geschäftshaus eingeschlossen, fand sich jetzt ein Mann wieder. Er hatte das Geschäft kurz vor Ladenschluß betreten und war auf die Toilette gegangen. Als er wieder in den Laden kam, war bereits abgeschlossen und niemand mehr da. Durch Klopfen an der Scheibe machte er Passanten auf seine Lage aufmerksam. Als die Polizei eintraf hatte der Mann aber bereits einen Notschalter gefunden, der die Tür öffnete, und hatte sich selbst befreit.

Zwei Autos gestohlen und geschrottet
Öhringen. Von der Künzelsauer Kripo gesucht wird ein besonders dreister, aber anscheinend fahrunkundiger Autodieb. Der Mann hatte in der Nacht auf Dienstag zwei Wagen einer Öhringer Autofirma gestohlen und auf der Flucht geschrottet. Nicht weit war er mit dem ersten Auto gekommen. Damit war er schon nach kurzer Strecke gegen einen Baum geprallt. Doch der Mann gab nicht auf, kehrte zur Autofirma nach Öhringen zurück und stahl einen zweiten Wagen. Auch mit diesem Auto prallte der Mann bei Steinkirchen im Kochertal gegen einen alten Kastanienbaum. Der leicht verletzte Fahrer wurde, wie andere Zeugen beobachteten, von einem hinzugekommenen Verkehrsteilnehmer aus dem Wrack befreit und sollte mit dessen rotem Kleinbus ins Krankenhaus nach Hall gefahren werden. Doch von dort flüchtete er nach ambulanter Behandlung. Er ist vermutlich 20 Jahre alt, etwa 1,80 m groß, und er hat durch den Unfall eine deutliche Prellung am Kopf erlitten. Ein Sachschaden von rund 40.000 Mark ist durch die beiden Unfälle entstanden.

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Donnerstag 7.1.1999

Drei-Königs-Lauf in Hall
Schwäbisch Hall. Sieger des Schwäbisch Haller Drei-Königs-Laufes über zehn Kilometer wurde der für die WGL Hall startende Eugen Mager in der Zeit von 31:53. Der für den TSV Crailsheim startende Günter Seibold wurde Zweiter in 31:59 vor Paul Sichermann aus Ansbach in 32:04 Minuten. Beste Frau im Feld war die Ex-Hallerin und erstmals die TSG Wiesloch startende Esther Heinold in der Zeit von 38:49 Minuten. Am Start waren 391 Läufer und Läuferinnen, darunter auch drei Läufer, die sich als Heilige Drei Könige geschminkt und verkleidet hatten. Nicht ganz ungeübte Läufer, denn sie landeten im Ziel auf einem guten Mittelplatz.

Mit 3,0 Promille LKW umgelegt
Schwäbisch Hall. Seinen mit Sand beladenen Lastzug hat ein 42jähriger LKW-Fahrer am Dienstag-Nachmittag beim Haller Hasenbühl in den Straßengraben gefahren. Dabei kippte der Hänger auf die Straße. Düler herunterfallenden Sand beschädigte zwei vorbeifahrende Autos, ein Kleinlaster kollidierte mit dem Hänger. Beim Fahrer des Lstzuges wurden 3,0 Promille Alkohol im Blut festgestellt. Sein Führerschein wurde noch an Ort und Stelle beschlagnahmt. Es entstand ein Sachschaden von 32.000 Mark. Die L1060 zwischen Schwäbisch Hall und Sulzdorf musste für zwei Stunden vollständig gesperrt werden.

Bewerbung
Schwäbisch Hall. Der Schwäbisch Haller Sven Jehle will in der Flächengemeinde Hohenstein im Landkreis Reutlingen Bürgermeister werden. Seine Kandidatur hat er jetzt als dritter Bewerber im Hauptort Ödenwaldstetten angekündigt. Der 37jährige Haller studierte in Konstanz Verwaltungswissenschaften und Geschichte. Seine offizielle Bewerbung ist allerdings in Hohenstein noch nicht eingegangen.

Rümelin gestorben
Blaufelden. Der ehemalige Dekan des Kirchenbezirks Blaufelden Gustav Rümelin ist zu Beginn dieser Woche an seinem Altersruhesitz Wassertrüdingen gestorben. Rümelin wurde 71 Jahre alt. 15 Jahre lang hatte er das Dekanat in Blaufelden geleitet und dabei die einstigen Kirchenbezirke Langenburg und Blaufelden zu einem vereinigt, nachdem 1976 das Langenburger Dekanat aufgelöst wurde. Rümelin war 1990 in den Ruhestand gegangen, war aber auch nach seiner aktiven Dekans-Zeit noch beim Stuttgarter Oberkirchenrat aktiv, übernahm dort Aufgaben im Personalreferat. Insbesondere die Bewertung von Pfarrstellen und die Aufnahme von Vikaren gehörten zu seiner Tätigkeit. Gustav Rümelin wird heute um 14 Uhr in Wassertrüdigen beigesetzt. Die Kirchengemeinde Blaufelden hat einen Omnibus gechartert.

Hallia Venezia
Schwäbisch Hall. Genau heute in einem Monat findet in Schwäbisch Hall wieder der venezianische Karneval statt. Wer daran teilnehmen möchte, aber keine der traditionellen Masken hat, kann sich ab morgen in einem dreitägigen Seminar unter Anleitung selbst eine solche Maske herstellen. Dabei wird auf einem Gipsabdruck des eigenen Gesichtes eine Maske aus PappmachÇ aufgebaut. Zusätzlich zum Karnevalstermin am 7 Februar, bei dem die Teilnehmer mit ihren Masken durch die Haller Altstadt streifen, gibt es am 13 Februar auch noch einen Maskenball im Barocksaal der Hessentaler Krone.

In Kommission berufen
Schloß Stetten. Der Hohenloher CDU-Bundestagsabgeordnete Dr Wolfgang von Stetten wurde jetzt vom Staatspräsidenten der Republik Estland Lennart Meri in eine internationale Kommission berufen. Diese Kommission soll Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Estland im Zeitraum zwischen 1940 und 1991 untersuchen, dem Jahr in dem die Republik wieder selbständig wurde. Untersucht werden soll sowohl das Unrecht, das von deutschen und sowjetischen Besatzungstruppen an Esten geschehen ist, als auch das Unrecht, das von Esten begangen wurde. Drei Jahre Zeit wird die Kommission für diese Arbeit haben. Dr Wolfgang von Stetten wurde in die Kommission berufen, da er seit Jahren Vorsitzender des Deutsch-Baltischen Parlamentarischen Arbeitskreises ist, in dem sich Politiker aus Deutschland, Litauen, Lettland und Estland regelmäßig zum Gedankenaustausch treffen.

Bahn: außer Papier keine Ergebnisse
Oberrot. Für 1999 erwartet Deutschlands größtes Sägewerk Klenk in Oberrot rund 6.000 Waggons mit 350.000 Tonnen Rundholz. Ohne einen Gleisanschluß zu haben, ist die Oberroter Firma einer der besten Kunden der Bahn AG. Doch obwohl Klenk seit Jahren Interesse an einem eigenen Gleisanschluß hat, obwohl die Gemeinden Fichtenberg und Oberrot dies planerisch berücksichtigt haben, ist seitens der Deutschen Bahn außer viel Papier nichts herausgekommen. Auch der politischen Unterstützung kann Klenk sicher sein, denn der Platz auf der Schiene in der Region ist knapp. Bisweilen müssen schon jetzt die Bahnhöfe Wilhelmsglück bei Schwäbisch Hall und Gaildorf aushelfen, wenn zu wenig Platz am Bahnhof Fichtenberg ist, wo das Rundholz derzeit für die letzten fünf Kilometer zum Werk auf LKW verladen wird. Die Baukosten für einen Firmengleisanschluß von Klenk werden auf etwa sechs Millionen Mark geschätzt.

Tips zur Hofübergabe
Satteldorf. Tips zur Übergabe von Bauernhöfen an die Hofnachfolger gibt es heute Abend in satteldorf. Der Verein landwirtschaftlicher Fachschul-Absolventen hat dazu den Notar Gerhard Schwarz aus Weikersheim eingeladen. Er nimmt vor allem zu rechtlichen Überlegungen Stellung, etwa zur Gestaltung des Vertrages zwischen den Generationen. Der Vortrag findet im rahmen der Generalversammlung des Vereines statt. Die Veranstaltung beginnt heute um 20 Uhr im Gasthof Adler in Satteldorf.

Existenzgründer-Beratung
Künzelsau. Am 13. Januar 1999 organisiert die IHK Heilbronn zum zweiten Mal in Künzelsau einen regionalen Sprechtag für Existenzgründer aus dem Hohenlohekreis. Dabei kann insbesondere auf individuelle Fragen und Probleme gezielt eingegangen werden.Interessenten sollten sich allerdings bei der IHK Heilbronn, Hermine Dengel, Telefon 07131/9677118 voranmelden.

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Freitag 8.1.1999

Zehntes Euro-Turnier
Gaildorf. Die Europäische Fußballjugend trifft sich an diesem Wochenende zum zehnten Mal in der Gaildorfer Sporthalle zu einem U16 Fußball-Jugend-Eurocup. Erwartet werden Mannschaften von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart, die U16-Auswahl des slowakischen Fußballverbandes, der Nachwuchs des dänischen Meisters Bröndby, der Grasshoppers Zürich sowie die B-Junioren von Slavia Prag Athletico Madrid und Croatia Zagreb. Zwar muß der TSV Gaildorf für Anreise, Unterkunft und Verpflegung der Mannschaften bezahlen, doch mit Hilfe von Sponsoren und durch Eintrittsgelder konnte bislang fast immer ein Überschuss erwirtschaftet werden, aus dem der komplette Spielbetrieb der Fußball-Jugendabteilung des TSV finanziert werden konnte: das sind Kosten von rund 12.000 Mark im Jahr.

SHA: Notfallseelsorge
Schwäbisch Hall. Nach dem Hohenlohekreis und dem Kirchenbezirk Blaufelden gibt es jetzt auch im Bezirk Schwäbisch hall eine Notfallseelsorge. Vom Haller Dekanat wurde das Konzept jetzt vorgestellt. 17 Notfallseelsorger, meiste ausgebildete Pfarrer, sind im Bereich Hall eingebunden. Jeweils ein Seelsorger ist mit Handy, Notfallkoffer und orangener Schutzjacke ausgestattet reihum eine Woche lang in Bereitschaft. Am kommenden Sonntag werden die Frauen und Männer im Rahmen eines Gottesdienstes in der Haller St. Michaelskirche in ihr Amt eingeführt.

Unfallopfer gestorben
Rosengarten. An den Folgen eines schweren Unfalls auf der B19 bei Schwäbisch Hall am Dreikönigstag ist jetzt eine 20jährige Frau im Stuttgarter Katharinenhospital verstorben. Sie war als Beifahrerin im Fahrzeug des unschuldig beteiligten Fahrers gesessen. Das Auto in dem die jetzt verstorbene Frau saß, war mit dem Fahrzeug eines betrunkenen 63jährigen zusammengestoßen, der an der Einmündung Tullau die Vorfahrt mißachtet hatte. Nach Überschlag und Aufprall auf eine Böschung hatte das unschuldig beteiligte Auto beinahe Feuer gefangen, was von der Rosengartener Feuerwehr noch rechtzeitig verhindert werden konnte. Die schwerverletzten Insassen wurden nachdem sie aus dem Wrack befreit worden waren mit einem Rettungshubschrauber ins Stuttgarter Katharinenhospital geflogen, wo die junge Frau gestern verstarb

Heute endet Frist
Schwäbisch Hall. Bis heute müssen sich alle Architekten und Teams entschieden haben, ob sie sich am zweiteiligen städtebaulichen Wettbewerb "Gefängnisareal" in Schwäbisch Hall beteiligen wollen oder nicht. 330 Büros haben für 200 Mark Schutzgebühr die Unterlagen angefordert. Architekten, die sich nicht beteiligen wollen, können nur bis heute ihre Unterlagen zurückschicken und ihre 200 Mark wieder bekommen. Rund 50 haben das bereits getan. Alle anderen müssen bis zum 29. Januar ihre städtebaulichen Konzepte abgeben. 25 wird eine Jury aus den rund 280 Teilnehmern auswählen, die dann in der zweiten Phase des Wettbewerbes bis zum 14. Mai auch konkrete Pläne und ein Modell ihrer Vorstellungen abliefern dürfen. Als Preisgeld und für den Ankauf von Arbeiten stehen 160.000 Mark zur Verfügung. Das alte Haller Gefängnisareal gilt unter Architekten als eine äußerst interessante berufliche Herausforderung, denn nur selten kann ein innerstädtisches Areal von Grund auf neu konzipiert werden.

Fünf aus der Region
Hohenlohe/Stuttgart. Gleich drei Mitglieder aus der Region Franken hat der Landesvorstand der FDP-Baden-Württemberg. Neben dem Schwäbisch Haller Dr. Walter Döring als Landesvorsitzendem wurde auch der Neuensteiner Bundestagsabgeordnete Ulrich Heinrich wiedergewählt. Neu im Landesvorstand ist Dr. Friedrich Bullinger aus Rot am See, der als langjähriger Wegbegleiter von Wirtschaftsminister Döring auch zum Vizepräsidenten des Landesgewerbeamtes aufgestiegen ist. Landesschatzmeister der Südwest-FDP ist der Heilbronner Landtagsabgeordnete Richard Drautz und als Beisitzer im Landesvorstand ist auch der FDP-Bezirksvorsitzende der Region Franken, Bernhard Nüsch aus Neuenstadt am Kocher.

Bislang in keiner Chronik
Schwäbisch Hall. Auch heute noch kann man bei der Sanierung alter Gebäude Entdeckungen machen. In der Haller St. Michaelskirche wurde jetzt in einem Jochbogen oberhalb eines Kirchenfensters ein Sandsteinkopf entdeckt, der Rätsel aufgibt. Bei allen bisherigen kunsthistorischen Beschreibungen der Kirche wurde dieser Kopf niemals erwähnt. Sein Alter wird von seinem Entdecker, dem Regierungsbaudirektor a.D. Hans-Werner Hönes und Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Deutsch auf die Zeit um 1440 datiert. Dies läßt auch neue Rückschlüsse auf die Baugeschichte der Kirche zu. Der Kopf wurde sehr hoch oben an der Nordostseite der Kirche gefunden. Aus Dokumenten weiß man aber, das bei der Weihe des neuen Kirchenschiffs im Jahr 1456 noch nicht einmal der Dachstuhl der Kirche aufgerichtet war. Auch stimmen die Steinmetzzeichen auf der Nord- und Südseite nicht überein. Vermutet wird, daß einer der Baumeister der Kirche, entweder Konrad von Nürnberg, der bis 1438 den Kirchenbau leitete, oder sein Nachfolger Nikolaus Eseler sich in dem Kopf ein "Denkmal setzen wollten.

Stadt will mit Bürgern reden
Schwäbisch Hall. Am 15. Januar will die Stadtverwaltung in einem Bürgergespräch mit Anwohnern und Interessierten über den Umbau des Flugplatzes und die Verlängerung der Startbahn reden. Einen Tag vorher, am 14. Januar sollen die Gemeinderäte bei einer Flugplatzbegehung über den neuesten Entwicklungsstand bekommen. Unbehagen entstand aber ein weiteres mal über die Informationspolitik der Stadtverwaltung zu diesem Thema. Sowohl Gemeinderäte als auch die im Bürgerinitiativen-Verein "Airpeace" zusammengeschlossenen Gegner des Ausbaues mußten durch Telefonate mit Medien von diesen Terminen erfahren. Schon im Herbst hatten Teile der SPD-Fraktion im Haller Gemeinderat sich von der Informationspolitik des SPD-Oberbürgermeisters in Sachen Flugplatz distanziert und Opposition zu den Plänen angekündigt. Und die Fraktion AL/GRöNE hatte von einer "Salamitaktik bei Flugplatz-Informationen wie -Beschlussvorlagen gesprochen, an deren Ende sich die Stadtverwaltung wohl doch einen Regionalflugplatz vorstellen. Diesen Äußerungen allerdings hat OB Hermann-Josef Pelgrim energisch widersprochen. Hall bleibe ein Landeplatz für die Geschäftsfliegerei.

Von Mütterchen und Lastwagenfahrer
Niederstetten. Vom Mütterchen und Lastwagenfahrer, von Schicksalen in einem sibirischen Dorf handelt das Stück "Landsleute" des Rußland-Deutschen Theaters. Mit diesem Stück gastieren die Schauspieler, die vor fünf Jahren aus der Sowjetunion ausgewandert sind, derzeit in verschiedenen Orten der Region. Ihr Domizil haben die Mimen im Hohenlohischen Niederstetten aufgeschlagen. Zuvor waren sie am ihres Wissens einzig deutschsprachigen Theater in der Sowjetunion im kasachischen Alma Ata beschäftigt gewesen. Jetzt sehen Sie ihre Aufgabe darin, zur Integration für Rußlanddeutsche in der Region beizutragen. Nächster Auftritt des Rußland-Deutschen Theaters ist heute in einer Woche am 15. Januar in der Stadthalle von Waldenburg.

Europa von morgen
Schöntal. Ein Seminar zum Thema Europa im nächsten Jahrtausend findet am kommenden Sonntag im Bildungshaus Schöntal statt. Dabei geht es um Themen wie Euro, EU-Erweiterung Richtung Osten oder um die Agenda 2000 genannte mittelfristige Finanzplanung der Europäischen Union. Veranstalter des Seminars ist das Katholische Landvolk des Dekanats Künzelsau, das alle Mitglieder und am Thema Interessierte nach Kloster Schöntal einlädt.

Gartenzwerg-Riese
Rot am See. Ein Einzelstück ist der größte Gartenzwerg der Welt aus Keramik und: ein Riese. 1,65 Meter mißt der "Kleine von der Schuhsohle bis zur Zipfelmütze. Hergestellt wurde er bei "Rot Ceramic" von fünf Helfern und Firmenchef Günter Griebel höchstpersönlich. Der Riesenzwerg soll künftig als Maskottchen für eine Fernsehshow dienen.

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Samstag 9.1.1999

An sechster Stelle
Hohenlohe. Der Arbeitsamtsbezirk Schwäbisch Hall, zuständig für Hohenlohe schneidet im landesweiten Vergleich der Arbeitslosenzahlen gut ab. Nur fünf Bezirke im Land liegen besser. Das Arbeitsamt Schwäbisch Hall meldete als Dezemberabschluß eine Quote von 6,8 Prozent. Saisonsbedingt verschlechterte sich das Ergebnis gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, gegenüber dem Vorjahr lag es aber um einen ganzen Prozentpunkt besser. 8251 Männer und Frauen waren in der Region Hohenlohe arbeitslos gemeldet. Am besten lag wie immer der Bereich Künzelsau mit 5,7 Prozent. Öhringen meldete gegenüber November sogar eine leichte Quotenverbesserung von 6,9 auf 6,8 Prozent. Ebenfalls bei durchschnittlichen 6,8 Prozent lag der Bereich Blaufelden, der Arbeitsamtshauptsitz Schwäbisch Hall lag bei 6,9 Prozent und am schlechtesten schnitt die Stadt Crailsheim ab: 7,5 Prozent Arbeitslose.

Ärger mit Gehwegparkern
Rot am See. Ärger gibt es an der sanierten Ortsdurchfahrt von Rot am See. Fußgänger ärgern sich über Gehwegparker, die teilweise sogar mit allen vier Rädern auf dem Gehweg dauerparken. Grund: die Gehwege wurden teilweise in einer Breite von 2,50 Meter angelegt. Die Straße selbst aber ist die vielbefahrene Bundesstraße 290, so dass mancher Autofahrer lieber ein Knöllchen wegen Gehwegparkens in Kauf nimmt, als am Straßenrand zu parken. Vor allem Fußgänger mit Kinderwagen oder Lasten müssen dann die Straße benutzen, um an den parkenden Fahrzeugen vorbei zu kommen. Und obwohl es zwei Ordnungshüter in Rot am See gebe, werde sehr selten ein Knöllchen überhaupt verteilt.

Goldene Ehrennadel
Kirchberg an der Jagst. Mit der goldenen Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg wurden jetzt die Kirchberger Kommunalpolitiker Georg Wackler und Fritz Rock ausgezeichnet. Beide sind seit über 30 Jahren Mitglieder des Gemeinderates in der einstigen Hohenloher Residenzstadt. Fritz Rock war 1968 im Alter von 35 Jahren erstmals als Stadtrat verpflichtet worden. Georg Wackler war im selben Jahr als 32jähriger erstmals in den Gemeinderat von Lensiedel gewählt worden, das im Zuge der Gemeindereform nach Kirchberg eingemeindet wurde. Er war jahrelang auch stellvertretender Bürgermeister von Kirchberg und ist seit 1994 Ortsvorsteher in Lensiedel

Enkel mordet Opa
Messelhausen. Vermutlich vom eigenen Enkel, dem 31jährigen Matthias S. ist ein 83jähriger Mann in Messelhausen, einem Ortsteil von Lauda-Königshofen ermordet worden. Die Leiche des alten Mannes wurde gestern aufgefunden. Der Mörder hatten den alten Mann erschossen und vermutlich dessen gesamte Barschaft geraubt. Matthias S. wird dringen von der Kripo in Tauberbischofsheim gesucht. Er ist vermutlich mit einem Leihwagen, einem Ford Transit unterwegs, der das Kennzeichen KöN-KM 430 und die Aufschrift Hertz-Autovermietung trägt.

Pferde-und Viehmärkte
Ellwangen/Hengstfeld/Niederstetten. Die Zeit der großen Pferde- und Viehmärkte hat begonnen. Am Sonntag geht's mit einem verkaufsoffenen Sonntag in Ellwangen los mit dem "Kalten Markt". Die Pferdeprämierung beginnt am Montag um 8 Uhr und um 14 Uhr beginnt der große Umzug, bei dem auch eine Abordnung der Haller Sieder-Schützenkompanie mitmarschiert. Tags darauf am 12. 1. ist dann der traditionelle Viehmarkt in Wallhausen-Hengstfeld mit der Eröffnung einer BdS-Verkaufsausstellung und einem Bürgerabend. Vieh- und Pferdeprämierung ist am 13. Januar. Bereits zum 153 Male findet schließlich am 14. Januar der Niederstettener Roßmarkt statt. Er ist wohl der einzige Pferdemarkt weit und breit, bei dem noch richtig Pferde gehandelt und nicht nur prämiert werden. Wie zum Ellwanger Kalten Markt werden auch in Niederstetten Tausende auswärtiger Besucher erwartet. Insbesondere wenn um 13.15 der Reiterfestzug durch die Stadt startet.

Internationales Frauenfußball-Turnier
Crailsheim. Frauenfußbalteams aus Ungarn, Italien, Frankreich, der Schweiz, aus Dänemark und der Türkei messen sich ab heute mit den Teams des Bundesligatabellenführers 1.FFC Frankfurt, des FSV Frankfurt, der Truppe des Bundesligisten Grün-Weiß Brauweiler und des TSV Crailsheim im alljährlichen Hallen-Fußball-Turnier. Schon zum 13. Mal richtet der TSV Crailsheim dieses Ereignis in der Crailsheimer Großsporthalle aus. Trotz internationaler Beteiligung gilt der FFC Frankfurt mit 14 aktuellen Nationalspielerinnen in seinen Reihen als absoluter Topfavorit in diesem Turnier

Ausstellungseröffnung
Schwäbisch Hall. Mehr Verständnis füreinander hoffen die Veranstalter der "Deutsch-Türkischen Wochen" in Schwäbisch Hall zu erreichen. Das von der Stadtverwaltung unterstützte Projekt, das seit dem Herbst vergangenen Jahres läuft, zeigt ab heute in einer Ausstellung, was ein traditionell erzogenes türkisches Mädchen als Braut in die ehe mitbringt. "Die Aussteuertruhe eines türkischen Mädchens" heißt die Sonderausstellung im Hällisch Fränkischen Museum, die heute um 14 Uhr eröffnet wird. Die traditionelle Mitgift einer türkischen Braut wird nämlich bis zur Hochzeit in einer bunt bemalten Holztruhe gehütet. Schon im Alter von 10 Jahren beginnen die Mädchen unter Anleitung älterer weiblicher Familienangehöriger und mit deren Stickereien als Vorlage ihre eigene Aussteuer vorzubereiten. Geschicklichkeit, Ausdauer, Fleiß und Hingaben werden anhand dieser Aussteuerstickereien als Tugenden der Braut bewertet.

Neuer Weinvorstand
Heuholz. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der Weingärtnergenossenschaft Heuholz, Friedrich Böhringer wurde bei der jüngsten Generalversammlung der WG zum neuen Vorsitzenden des fünfköpfigen Vorstandes gewählt. Damit geht eine Ära zu Ende. Nach 18 Jahren in verantwortlicher Position und über 30 Jahren Engagement für die weitbekannte Weingärtnergenossenschaft ging der bisherige Vorstandsvorsitzende Helmut Steinbrenner in Pension. Der Heuholzer Wein übrigens schnitt auch 1998 sehr gut ab. 15 Gold, 18 Silber und 8 Bronzemedaillen gab es bei der 98er Landesweinprämierung.

Doppelt bringt auch doppelt Gäste?
Schwäbisch Hall/Crailsheim. Sowohl in Crailsheim als auch in Schwäbisch hall finden an diesem Wochenende kleine, regionale Reisemessen statt. Zum vierten Mal lädt das Crailsheimer "Reiseparadies" ab heute 10.30 Uhr zu einer unterhaltsamen Info-Show ins Casino der Firma Schubert. Man rechnet bei dieser zweitägigen Reisemesse mit Tausenden von Besuchern. Doch doppeltes Angebot heißt nicht doppelte Besucherzahl. Auch in Schwäbisch hall gibt es an diesem Wochenende eine Reisemesse: zum zweiten Mal wird diese Show im Haller Neubausaal veranstaltet. Jeweils von 10 bis 18 Uhr können sich Reiselustige beim TUI-Reisebüro , insbesondere in Multivisionsshows über die Reiseziele Türkei und Kuba informieren lassen

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Sonntag 10.1.1999

Autoknacker gefasst
Schwäbisch Hall. Was anderen Polizeidirektionen nicht gelang, glückte jetzt der Haller Polizei. Sie nahm zwei 20jährige Autoknacker fest, die eine Spur von aufgebrochenen VW Golf durch das bayrische Franken und den Norden Baden-Württembergs gelegt hatten. Auf ihr Konto gehen auch Autodiebstähle und -aufbrüche in Stuttgart, Heilbronn, Fürth, Ansbach, Künzelsau, Öhringen, Schwäbisch Gmünd, Mutlangen, Schnelldorf, Satteldorf und Crailsheim. Sie hatten sich nach der Methode "stechen und entriegeln" auf den Golf vom Typ 2 spezialisiert und raubten in den vergangenen Wochen etwa 40 Fahrzeuge aus und stahlen insgesamt 9 Autos. In einem der gestohlenen Golf wurden die zwei jetzt von einer Streife auf der B14 bei Schwäbisch Hall erkannt, angehalten und festgenommen. Die beiden jungen Männer stammen aus Schwäbisch Hall. Zuletzt waren sie im Raum Crailsheim vor wenigen Tagen aktiv gewesen.

Tag der offenen Tür
Gaildorf. Einen Tag der offenen Tür gibt es heute von 11 bis 17 Uhr im Anbau-Ost des Gaildorfer Kreiskrankenhauses. Morgen wird der Anbau von Patienten und Personal bezogen. 5,8 Mio Mark hat die Krankenhauserweiterung bislang gekostet. Weitere 12 Mio Mark für die nun folgende Sanierung des Altbaues aus dem Jahr 1909 hat der Kreistag noch im vergangenen Jahr genehmigt. Im neuen Anbau Ost untergebracht werden eine physikalische Abteilung mit Massage, Bädern und Krankengymnastik, die sogenannte Funktionsdiagnostik, die mit einer Zwölfkanal-Langzeit-EKG-Anlage sogar eine Besonderheit aufweist, die nur wenigen Krankenhäusern in Deutschland zur Verfügung steht, sowie die internistische Abteilung von Chefarzt Dr Jürgen Ansel. Auch nach der Fertigstellung wird das Krankenhaus nicht mehr als 85 Betten aufweisen. Aber die räumliche Enge in den Abteilungen wird dann ein Ende haben. Es wird noch mit insgesamt weiteren fünf Jahren Bauzeit gerechnet.

Einigung im Sportplatzstreit
Ingelfingen. Künftig wird die Stadt Ingelfingen die Sport- bzw Fußballplätze selbst bewirtschaften. Der TSV Ingelfingen erhält 50.000 Mark für seine Investitionen am sogenannten 'Neuen Sportplatz' und 25.000 Mark für die Einrichtungen am 'Alten Sportplatz'. Dieser soll, wegen der ständigen Hochwasserschäden nur noch in Bolzplatz-Qualität wiederhergerichtet werden. Oberhalb des 'Neuen Sportplatzes' soll zusätzlich ein weiteres Spielfeld entstehen. Notwendig geworden waren die Regelungen, nachdem im Herbst 97 die Fußballgruppe des TSV aufgrund interner Streitigkeiten mit dem Vorstand zuerst die Rückrunde verweigert und sich dann völlig vom Verein verabschiedet hatte. Als SC Ingelfingen spielen die 'Abtrünnigen' seither als eigenständiger Verein in der Kreisliga Hohenlohe Fußball.

Neujahrsempfang
Schwäbisch Hall. Die FDP des Kreisverbandes Schwäbisch Hall hält heute ihren traditionellen Neujahrs-Empfang ab: nicht mehr wie früher üblich in der TSG-Gaststätte am Hagenbach-Stadion, sondern seit einigen Jahren in der Haller Hospitalkirche. Man braucht das Ambiente für die prominenten Besucher und Gastredner. Im vergangenen Jahr war dies der damalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel, in diesem Jahr ist es EU-Kommissar Martin Bangemann, der zu den Gästen sprechen wird. Auch Halls Kreisvorsitzender, der Landtagsabgeordnete und baden-württembergische Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring wird beim Neujahrsempfang erstmals nach seinem Hubschrauberabsturz im Dezember wieder in der Haller Öffentlichkeit auftreten.

Wissenschaftler kommen
Obersontheim. Die wissenschaftliche Begleitforschung zur Kompostierung in der Obersontheimer Anlage scheint nun sicher. Wie die Betreibergesellschaft biodegma mitteilte, gab es vom Bundesumweltamt bereits eine mündliche Zusage, daß das Bundesforschungsministerium das Vorhaben unterstützen werde. In der Untersuchung geht es vor allem um die Emissionen der Kompostierungsanlage und was davon in der nur wenige hundert Meter entfernten Ortslage Obersontheim ankomme. Den in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossenen Gegnern der Anlage geht es vor allem um Pilzsporen und Bakterien. Betreibergesellschaft und Anlagen-Gegner beharren bislang auf ihren sehr konträren Auffassungen. Gestützt wird die Position der Gegner in jüngster Zeit durch die Schließung einer vergleichbaren Anlage bei Kassel, weil dort eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Obersontheimer Anlage befindet sich seit wenigen Wochen im Probebetrieb. Die Betreibergesellschaft ist der Meinung durch neue, in den letzten drei Jahren entwickelte Methoden alle Geruchs- und Keimemissionen erfassen zu können.

Rekordergebnis
Landkreis Schwäbisch Hall. 871 Jugendliche und Kinder waren im Landkreis Schwäbisch Hall in diesem Jahr als Sternsinger unterwegs um für Kinderprojekte in der Dritten Welt Spendengelder zu sammeln. Zum 41sten Mal fand in diesem Jahr die Sternsinger-Aktion statt und sie erbrachte im Bereich des katholischen Dekanats Schwäbisch Hall, das praktisch den gesamten Landkreis erfasst exakt 195.676,56 Mark an Spenden ein, über elftausend Mark mehr als im Vorjahr. Dabei, so die Geschäftsstelle des Dekanates entwickle sich die Aktion immer mehr zu einer Sache der Ökumene. Auch viele nicht-katholische Familien öffneten den Sternsingern die Tür und beteiligten sich an der guten Sache. "Shomobeto" hieß das Leitwort der diesjährigen Aktion, ein Wort aus dem Bengalischen Sprachraum,, das soviel bedeutet wie "Miteinander Singen". Die gesammelten Spenden der Haller gehen denn auch in diesem Jahr in 18 Projektdörfer in Bangladesh. Vor allem Kinder sollen dort bessere Bildungs-Chancen erhalten. Mit dem Geld wird der Schul- und Vorschulbesuch von 480 Kindern gefördert.

Dampfloks werden angeheizt
Gaildorf. Zum erstenmal in diesem Jahr wird heute in Gaildorf die Dampflok angeheizt. Die Dampfbahnfreunde Kochertal fahren mit der 64419 , die einst in Crailsheim ihren Heimatbahnhof hatte und von Gönnern und Spendern vor dem 'Rost-Tod' im Museum bewahrt wurde, zweimal zwischen Gaildorf und Untergröningen. Abfahrtszeiten sind in Gaildorf 10.30 Uhr 14 Uhr und in Untergröningen 11.50 und 15.20 Uhr. Danach allerdings hat die Kochertalbahn erstmal Dampf-Pause. Lok und Wagen gehen zur Inspektion und stehen erst wieder am 1.Mai bereit.

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Montag 11.1.1999

FDP Neujahrsempfang
Schwäbisch Hall. Weniger Gäste als in den Jahren zuvor konnte die auf Bundesebene Nicht-Mehr-Regierungspartei FDP in diesem Jahr bei ihrem Neujahrsempfang im Landkreis Schwäbisch Hall begrüßen. Und dies obwohl der Kreisvorsitzende Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring Prominenz eingeladen hatte. Dr Martin Bangemann, EU-Kommissar für gewerbliche Wirtschaft und Telekommunikation hielt das Gastreferat vor etwa 200 Zuhörern. Er sprach über die föderale Struktur Europas, die Einführung des Euro, über das Thema doppelte Staatsbürgerschaft, die Verschiebung der moralischen Maßstäbe im europäischen Geschäftsleben, über die neuen Medien und die neue Art der Informationsverbreitung. Das Internet etwa, so Bangemann, werde Journalisten im herkömmlichen Sinne überflüssig machen. Daß er diesen Berufsstand nicht besonders mag, war aus seinen Äußerungen deutlich abzuleiten. In die gleiche Kerbe, wenn auch mit anderen Akzenten hieb der "Meister im Verbreiten von Pressemitteilungen" Dr. Walter Döring, der im vergangenen Jahr vielfach von Teilen der Presse aufs Korn genommen worden war. Die politischen Aussagen der FDP am Anfang des Jahres 99 unterschieden sich kaum von denen des Jahre 98. Nur die Rollenverteilung war anders und auch die CDU war beim Kritisieren - gerade in der Frage der doppelten Staatsbürgerschaft - keinesfalls tabu.

Dehoga Neujahrsempfang
Bühlerzell. Wege zum Erfolg sucht der Kreisverband des Hotel- und Gaststättengewerbes und hat dies auch zum Motto seines Neujahrsempfanges erhoben. der findet heute am Nachmittag im Gasthof Goldener Hirsch in Bühlerzell statt. Unter den Gastreferenten auch Dehoga Landesvorsitzender Waldemar Fretz, der sich die Zukunft der Ausbildung im Gaststättengewerbe zum Thema gewählt hat. Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim wird in seinem Referat über die Zukunft des Tourismus in der Region sprechen. Er ist Vorsitzender des Touristikverbandes und ohne Gastronomie ist alles im Tourismus nichts.

Treffen der Schweine-Erzeuger
Schwäbisch Hall. Eine der für die Region wichtigsten bäuerlichen Organisationen trifft sich heute Abend zur Generalversammlung: Die Schweine-Erzeuger-Vereinigung. Hauptreferent des Abends in der Hessentaler Krone ist der ehemalige Staatssekretär aus dem Bonner Landwirtschaftsministerium Dr. Helmut Scholz. Er wird seine Prognose für die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe darstellen. Nach seiner Ansicht wird der Strukturwandel, der Hohenlohe in den letzten 25 Jahren mindestens die Hälfte seiner landwirtschaftlichen betriebe gekostet hat, noch rasanter ablaufen. Werde die mittelfristige Planung der EU, die sogenannte Agenda 2000 umgesetzt, dann könnte das darauf hinauslaufen, daß künftig nur noch Kapitalgesellschaften mit mehr als 1000 Hektar bewirtschafteter Fläche in Deutschland Landwirtschaft betreiben können. Dies hätte fatale Folgen für bäuerlich geprägte Landschaften wir Hohenlohe. Die Tatsache, daß die Schweineerzeuger in Hohenlohe heute schon in Handelsbeziehungen mit ganz Europa stünden, ändere an dieser Prognose nur wenig. Letztendlich müsse man die Frage stellen, wie wenig Landwirte sich diese Gesellschaft überhaupt leisten wolle. Die Versammlung heute Abend beginnt um 19.30 Uhr

'Boeuf de Hohenlohe' gegründet
Cröffelbach. In Cröffelbach im Kreis Schwäbisch Hall wurde am Wochenende eine neue Erzeugergemeinschaft für Rindfleisch gegründet. An der Gründungs-Versammlung des Vereins in Cröffelbach nahmen rund 100 Landwirte teil. Unter dem EU-weit als kontrollierte Herkunftsbezeichnung geschützten Markennamen 'Boeuf de Hohenlohe' wird das Fleisch vermarktet werden. Geprägt wurde dieser Begriff im 18. Jahrhundert in Paris, wohin viele Hohenloher Bauern ihr Vieh zum Verkauf getrieben hatte. An diese alte Qualität von Weiderindern wieder anknüpfen will die neue Erzeugergemeinschaft. Dafür sollen vor allem die Flusstäler von Kocher, Jagst und Bühler, sowie die Wiesen des Limpurger Landes genutzt werden. Als Rassen sind ausschließlich Limpurger Rind, Hohenloher Fleckvieh sowie Fränkisches Gelbvieh und im männlichen Stamm Limousine-Rinder zugelassen. Vertrieben wird 'Boeuf de Hohenlohe' von der 'Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall' übernommen, die mit dem `Schwäbisch Hällischen Schwein` bereits große Vermarktungserfolge vorzuweisen hat.

Gute Chancen für Schiene
Oberrot/Stuttgart. Gute Chancen für einen Gleisanschluß von Deutschlands größtem Sägewerk, der Fa. Klenk in Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall sieht Wirtschaftsminister Döring. Er wird sich demnächst mit Vertretern der Bahn und des baden-württembergischen Verkehrsministeriums zusammensetzen. Angesichts des Güteraufkommens müsse die Bahn sich einfach bewegen, wenn sie nicht ihrerseits die Chancen im ländlichen Raum verspielen wolle. Im Grunde sei das aber wohl 'nur' eine finanzielle Frage, so Döring. Gleiches gilt auch für Ausstattungswünsche der Krankenhäuser. Auch da werde es bezüglich der gewünschten Investitionen des Haller Diakoniekrankenhauses Gespräche mit dem Sozialministerium geben, so Döring. Er unterstütze den Wunsch nach einem sogenannten Herzlinkskathedermessplatz, der in den letzten Wochen von vielen Gremien auf vielen politischen Ebenen thematisiert worden sei. Aber, so Döring, es gebe halt nur einen Topf mit einem bestimmten Inhalt. Und von dem wolle jeder Träger im Gesundheitssystem etwas abhaben. Die wäre etwas einfacher, wenn sie nicht derart im Rampenlicht der Öffentlichkeit abgehandelt würde.

Waldenburger Sportschützen siegten
Waldenburg/Luxemburg. Die Waldenburger-Junioren- Pistolenschützen haben am Wochenende den RIAC Pokal in Luxemburg gewonnen. Als Vereinsmannschaft besiegten sie sogar die Nationalmannschaften aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Auch in der Einzelwertung konnten sich die Waldenburger vor den Schützen aus sieben Nationen auf den ersten drei Plätzen durchsetzen.

Mit Niederlage in zweiten Saisonhälfte
Crailsheim. Zur Halbzeit noch war beim Spielstand 29:39 alles offen in der Baskettball-Begegnung der Crailsheim Merlins gegen die Tabellenzweiten aus Karlsruhe. Doch am Schluß verloren die Crailsheim mit einem deutlichen 27 Punkte-Unterschied. In der zehnten Minute der zweiten Spielhälfte hatten die Merlins ihren wallisischen Spielmacher Phil Jones verloren, der wegen seines fünften Fouls auf der Strafbank Platz nehmen musste. Und von diesem Verlust und den Folgen im Punktestand erholten sich die Merlins nicht mehr. 62 zu 89 hieß es am Schluß für den SSV Karlsruhe. Das nächste Heimspiel der Merlins ist am 23. Januar gegen die TG Sandhausen.

Richling ausverkauft
Öhringen. Bereits ausverkauft ist der Kabarettabend mit Mathias Richling in der Öhringer Kultura in zweieinhalb Wochen am 27. Januar. Aber auch wer eine Karte hat, könnte um den Genuß des Kabarett-Abends kommen. Der zulange Aufenthalt im Badezimmer vor dem Toilettenspiegel könnte fatale Folgen haben. Wer nämlich nach Beginn der Vorstellung in der Kultura eintrifft, erhält keinen Einlaß mehr. Und die Karten werden auch nicht zurückgenommen. So streng sind die Regeln in der Öhringer Kultura.

Stürmische Jugendliche
Gerabronn. Dreier Jugendlicher erwehren musste sich in Gerabronn eine 14jährige Zeitungsausträgerin. Die jungen Männer waren zudringlich geworden und dabei über's Ziel hinausgeschossen. Sie stießen das Mädchen vom Fahrrad und verletzten es durch Schläge. Die Polizei sucht Zeugen zu dem Vorfall, der sich in der am Samstag Nachmittag gegen Viertel vor Drei in der Gerabronner Mörike- und Rilkestraße abspielte.

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Dienstag 12.1.1999

Mutmaßlicher Mörder festgenommen
Messelhausen/ Ungarn. Der mutmaßliche Mörder eines 83jährigen Mannes aus Messelhausen, einem Ortsteil von Lauda-Königshofen im Main-Tauber-Kreis, ist gestern in Ungarn festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wird nun ein Auslieferungsverfahren in Gang setzen. Der 31jährige Matthias S. aus Tauberbischofsheim ist dringend verdächtig, am vergangenen Donnerstag seinen eigenen Großvater erschossen zu haben. Vermutlich hat er bei dem alten Mann Bargeld in bislang unbekannter Höhe geraubt. Anschließend war er mit einem im Hohenlohekreis gemieteten Pkw geflohen.

Kritische Finanzlage
Hohenlohe/Stuttgart. Schwäbisch Hall gehört zu den vier Städten im Regierungsbezirk Nord-Württemberg, die im kommenden Jahr ihre Schulden nicht erhöhen müssen. Kritisch bewertet das Stuttgarter Regierungspräsidium aber insgesamt die Finanzlage seiner Großen Kreisstädte und Landkreise. Ein gutes Indiz ist die sogenannte Netto-Investitionsrate, also das, was in den Vermögenshaushalten nach Abzug aller Tilgungen, Zinsen und fixen Kosten noch übrig bleibt. Bei sieben Großen Kreisstädten und sieben Landkreisen, darunter dem Landkreis Schwäbisch Hall ist diese Zahl negativ. In vier Städten und im Landkreis Heidenheim auf der Ostalb entsteht eine Deckungslücke sogar im Verwaltungshaushalt, in dem normalerweise die Gelder für den Vermögenshaushalt erwirtschaftet werden müssen. Dort wird zum Ausgleich der Deckungslücken der Geldfluss sogar umgekehrt sein müssen. Der Schuldenstand steigt bei den meisten Kommunen. Städte und Gemeinden legen im Schnitt 4,9 Prozent, Landkreise, darunter der Hohenlohekreis, um 8 Prozent zu. 16 Kommunalverwaltungen wollen die Schulden senken, mit dabei die Stadt Öhringen. Die Reduzierung der Schulden ist oftmals aber nur eine scheinbare, da zahlreiche öffentliche Einrichtungen, wie etwa Abwasser- oder Müllbeseitigung, Schwimmbäder oder Krankenhäuser als Eigenbetriebe ausgelagert worden sind und in den Haushalten nicht mehr auftauchen.

Tourismus GmbH im Frühjahr
Schwäbisch Hall. Die neue Tourismus GmbH Neckar Hohenlohe Schwäbischer Wald soll im Frühjahr gegründet werden. Doch es könnte sein, daß dann der Schwäbische Wald nur noch zum teil darin vertreten ist. Die Gemeinden der Fremdenverkehrsgemeinschaft aus dem rems-Murr-Kreis bekamen ein interessantes Angebot aus der Region Stuttgart. Derzeit sind noch 62 Gemeinden Mitglied in der Touristikgemeinschaft, deren Vorsitzender der Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ist. Mit einem Brief an die Verantwortlichen will dieser nun doch noch die Abwanderung nach Stuttgart verhindern. Der Schwäbische Wald dürfe nicht auseinander gerissen werden. Mit dem Städtetourismusmarketing der Region Stuttgart würden die Rems-Murr-Gemeinden nicht glücklich.

Morgen tagt Arbeitsgericht
Crailsheim. Im Streit um die künftige Lohnstruktur beim Baumaschinenhersteller Schaeff aus Langenburg entscheidet morgen das Crailsheimer Arbeitsgericht über eine Einigungsstelle. Diese Entscheidung wurde notwendig, nachdem sich Betriebsleitung und Arbeitnehmerschaft nicht einmal über die Besetzung einer Verhandlungsdelegation einigen konnten. Nun entscheidet das Gericht wer Vorsitzender der Einigungsstelle wird und wieviele Beisitzer an den Verhandlungen über den künftigen Lohn der Schaeff-Beschäftigten teilnehmen. Im Streit, so die Gewerkschaft IGMetall, geht es um die Abschaffung der Akkordarbeit und die Einführung von Zeitlohn. Dies, so die Gewerkschaft, bringe bisherigen Akkordarbeitern massive Einkommens-Einbußen.

15 Jahre Neurologie
Schwäbisch Hall. Seit 15 Jahren gibt es im Haller Diakoniekrankenhaus eine Hauptabteilung Neurologie. Still und leise ging das Jubiläum Mitte Dezember, fast unbemerkt, in der 30-Bettenabteilung vorbei. Dabei kann jetzt vielen Patienten geholfen werden, gerade mit Krankheiten, die heute vielfach im Gespräch sind wie Parkinson, Alzheimer, oder Multiple Sklerose. Die häufigste Erkrankung in der im DIAK zu 93 Prozent belegten Abteilung sind allerdings die Schlaganfälle, gefolgt von Migräne und anderen chronischen Kopfschmerzen sowie Ischias und die Folge-Erscheinungen von Bandscheiben-Erkrankung. Aufgebaut wurde die Abteilung Neurologie von Chefarzt Dr. Jürgen Meyer-Wahl, der heute zusammen mit einem Oberarzt vier Ärzten und 32 weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Daneben ist die Abteilung in die Ausbildung sowohl bei die Patienten der DIAK-eigenen Schwesternschule integriert als auch mit der studentischen und Facharzt-Ausbildung der Universität Heidelberg, zu deren Lehrkrankenhäusern das Haller DIAK gehört.

Tauberkraft macht Strom
Weikersheim. Nach der Region Schwäbisch Hall entwickelt jetzt auch der Norden Hohenlohes rund um Weikersheim Modelle zur ökologischen Energie-Erzeugung. Bei Neubronn arbeitet bereits eine Windkraftanlage, eine zweite ist in Planung und die Tauberkraft GmbH in Weikersheim plant an Tauber und Nebenflüssen die Realisierung von Wasserkraftwerken. Eines tritt jetzt in die Realisierungsphase. Das Grundstück am Sportplatz von Schäftersheim ist gekauft, die Voraussetzungen für die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz sind geschaffen, die Baugenehmigung ist erteilt. Ab Herbst diesen Jahres soll eine Turbine mit einem 80 KW-Generator Strom produzieren. Für Interessenten an einer Beteiligung an dem Unternehmen 'Strom aus Wasserkraft' gibt es Ende Januar im Klosterhof von Schäftersheim einen Informationsabend

Öko-Wohnprojekt
Öhringen. Eine für Interessenten noch offene Gruppe von Bauwilligen trifft sich heute abend in der Haus- und Landwirtschaftlichen Schule von Öhringen. Es geht um eine Öko-Wohnprojekt, das im stadtnahen Neubaugebiet der ehemals fürstlichen Baumschule entstehen soll. Gespräche mit der Schwäbisch Hall-Immobilien (SHI) und der Kreisbaugenossenschaft Öhringen, die das Gelände erworben haben, wurden bereits geführt. Die SHI wäre bereit einen Teil des Grundstückes für das Projekt zu verkaufen. Darauf könnten etwa 15 Wohneinheiten realisiert werden. Die Öhringer Gruppe möchte mit ihrem Projekt Impulse geben für naturnahe Bau- und Lebensweisen, soziale Netze und deren Umsetzung im Alltag.

Fernweh-Konjunktur
Crailsheim. Weit übertroffen wurden die Erwartungen der Veranstalter einer regionalen Reisemesse in Crailsheim. Das "Reiseparadies" zog am Wochenende so viele Besucher an, daß die Kataloge der Aussteller innerhalb weniger Stunden vergriffen waren. Gezählt hat niemand, doch schätzen die Veranstalter, daß etwa 5000 Besucher in den zwei Tagen im Casino der Fa Schubert waren. Auch die Vorträge der Flughafen Stuttgart GmbH und des Golf-Clubs "Romantische Straße" Dinkelsbühl waren jeweils ausgebucht. Trends für den Urlaub 999 allerdings konnte man keine ausmachen. Die Nachfrage war fast überall gleichmäßig hoch.

Bestenliste der Senioren
Schwäbisch Hall. Der Württembergische Leichtathletikverband hat eine Senioren-Bestenliste des Jahres 1998 herausgegeben. 36 Mal sind dort in den einzelnen Disziplinen Wettkämpfer der WGL Schwäbisch hall genannt. Gleich neunmal unter die besten 10 kam Siebenkämpferin Corinna Mulfinger, sechsmal genannt wurde Langläufer Eugen Mager, Marathonman Hans Meinel wurde in vier Langstrecken auf Platz eins gelistet, dreimal mit einem württembergischen Rekord.

Räuberstück im Burggraben
Schloß Stetten. Wolfgang von Stetten, Festspielvereinsvorsitzender auf seiner Burg und Stücke-Autor wird seine Serie vom Räuber Itzenblitz fortsetzen. "Simons Bande gegen Itzenblitz" heißt das Jugendstück, das in diesem Sommer im Burggraben aufgeführt werden soll. Dabei geht es um die junge Apollonia von Nagelsberg, die ins Kloster Gnadental abgeschoben wurde, und die vom Räuber Itzenblitz entführt werden soll. Ritter Simon und seine Freunde wollen dies verhindern. Wie auch schon bei den Vorgängerstücken handelt es sich um reine Fiktion, die aber auf tatsächlichen historischen Spuren beruht und an in der Region wohlbekannten Orten spielt. Mehr als 20 Kinder-Darsteller werden für das diesjährige Stück gebraucht, das am 4. Juli Premiere im Burggrabem von Schloß Stetten haben soll.

Baubeginn Kunsthalle Würth
Schwäbisch Hall. Seit gestern laufen offiziell die Bauarbeiten an der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Auf dem Dach der Tiefgarage im Areal der Alten Brauerei wird für geschätzte Kosten von 20 Mio Mark ein großer Museumsbau entstehen mit rund 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche entstehen. Ursprünglich war auf dem Dach eine neue Bibliothek für die Stadt vorgesehen, die von der Bevölkerung sowohl vom Standort als auch von ihrer Konzeption her abgelehnt worden war. Die Stadt hatte das Tiefgaragendach jetzt zwar für den symbolischen Preis von einer Mark als Baugrund verkauft, doch muss Würth mit Mio-Aufwand die Statik verstärken und einen bereits gebauten Aufzug wieder demontieren und an anderer Stelle wiederbauen lassen. Rechtlich wird das Haller Würth-Museum eine Zweigstelle des Museums in der Firmenzentrale in Künzelsau-Gaisbach werden. Die erste Ausstellung soll schon zur Jahrtausendwende in Hall gezeigt werden.

Überfall im Schloßpark
Neuenstein. Ein 20 Jahre alter Mann ist gestern in Neuenstein im Hohenlohekreis überfallen worden. Der junge Mann war durch den Schloßpark auf dem Nachhauseweg, als er ohne Vorwarnung und ohne ihm ersichtlichen Grund von vier unbekannten Männern überfallen und zusammengeschlagen wurde. Der 20jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Öhringer Krankenhaus eingeliefert. Die Kripo in Künzelsau sucht nach möglichen Zeugen und Hinweisen.

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Mittwoch 13.1.1999

Banken-Fusion
Schwäbisch Hall. Was die Hohenloher Volksbank vorexerziert, die im vergangenen Jahr mit Gerabronn, Kirchberg und Kupferzell fusionierte, vollzieht jetzt auch die Volksbank in Schwäbisch Hall. Ihre Fusions-Partner sind die Michelfelder und die Mainhardter Raiffeisenbanken. Stimmen alle Mitgliederversammlungen zu, entsteht daraus die größte genossenschaftliche Bank im Landkreis Hall mit einem Geschäftsvolumen um die 1,2 Mrd. Mark. Größer in der Region ist dann nur noch die Volksbank Hohenlohe mit einem Volumen von 1,9 Mrd Mark. Auf Mitgliederversammlungen im April und Mai gibt es ausführliche Informationen im Detail, die Vertreterversammlungen sollen am 8. Juni in Michelfeld, am 11. Juni in Mainhardt und am 17. Juni in Schwäbisch Hall entscheiden. Wie bei den Fusionen der Hohenloher soll diese Fusion dann rückwirkend zum Jahresanfang gelten. Die Vorstände sind sich jetzt bereits einig. Allerdings noch nicht über die Besetzung der künftigen Gremien und auch ein Name für die neue Bank ist noch nicht festgelegt. Die Fusionswelle aber geht noch weiter. Über weitere Fusionen will die Bezirksvereinigung der genossenschaftlichen Banken Ende Februar informieren.

Zweiter Bewerber
Blaufelden. Nach dem 41jährigen Klaus Köger, derzeit Finanzfachbeamter der Gemeinde, hat sich nun noch ein zweiter Kandidat für die Nachfolge von Bürgermeister Kurt Mündlein gemeldet. Auch der 51jährige Bankkaufmann Josef Schill aus Böblingen, derzeit bei eine Stuttgarter Bank beschäftigt, will in Blaufelden Bürgermeister werden. Schill stammt aus Rumänien, hat dort nach eigenen Angaben nach dem Abitur eine Ausbildung zum Fernmeldetechniker und zum Industriekaufmann absolviert. Wurde später Dolmetscher für die rumänische Eisenbahngesellschaft für Deutsch und Rumänisch, übersiedelte 1987 nach Deutschland, wo er erneut eine Lehre, diesmal zum Bankkaufmann absolvierte. Bürgermeister Kurt Mündlein wird nicht für eine vierte Amtszeit kandidieren. Er wechselt als Kirchenpfleger zum Evangelischen Kirchenbezirk Blaufelden. Die Bewerbungsfrist in Blaufelden endet am kommenden Donnerstag. Gewählt wird am 25. Januar.

Übler Scherz mit Folgen
Crailsheim. Teuer dürfte eine 13jährige Schülerin in Crailsheim zu stehen kommen, daß sie eine Klassenkamaradin nicht leiden kann. Das zumindest war die Begründung dafür, daß sie unter dem Namen der Mitschülerin bei der Crailsheimer Wehr angerufen hatte: "Hilfe bei uns brennt die Küche". Natürlich war dort nichts, als Feuerwehr und Polizei eintrafen. Doch schon tags darauf war die Übeltäterin ermittelt. Strafmündig ist die 13jährige noch nicht. Doch ihre Eltern müssen die Kosten des Feuerwehreinsatzes bezahlen. Geld, das der Schülerin sicherlich vom Taschengeld abgeht.

Drei Spuren im Plan
Künzelsau. Das Regierungspräsidium hat jetzt mit der Planfeststellung die rechtlichen Voraussetzungen für den dreispurigen Ausbau der Bundesstraße 19 in der Steige zwischen Künzelsau und Gaisbach geschaffen. Auf etwa 1,3 Kilometern Länge soll die Straße mit einer Kriechspur für schwere Fahrzeuge versehen werden. Der zum Teil innerörtliche Verkehr soll dadurch flüssiger, Staus in der Innenstadt von Künzelsau aufgelöst werden. Auch werde, so Regierungspräsident Andriof, eine besonders unfallträchtige Stelle entschärft, an der es allein im Jahr 1998 13 Unfälle mit einem Toten und mehr als zehn Verletzten gegeben habe. Die Kosten für das Straßenbauprojekt werden auf 7,2 Mio Mark berechnet.

Buntes Treiben in Hengstfeld
Wallhausen-Hengstfeld. Auftakt zum traditionellen Hengstfelder Viehmarkt war schon gestern Abend mit einer Veranstaltung des Bundes der Selbständigen. Heute ab 9 Uhr kann in Hengstfeld die Pferdeprämierung mitverfolgt werden. Vieh, wie es eigentlich der Name sagt wird selten bis nie aufgetrieben. Die Handelsstruturen der Bauern haben sich völig verändert. Doch der Markttag als solcher bleibt und hat durch allerlei andere Attraktionen, zum Beispiel eine Verkaufsausstellung und eine Vorführung von landwirtschaftlichen Gerätschaften seine Anziehungskraft nicht verloren.

Zwischen-Einweihung
Öhringen. Dies sei die letzte Zwischen-Einweihung gewesen, scherzte Öhringens Oberbürgermeister Jochen K. Kübler bei der Einweihung des sogenannten Denitrifikations-Bauabschnittes der Öhringer Kläranlage Er senkt künftig die Stickstoff- und die Phosphat-Belastung der Abwässer. Seit Jahren wird an der Öhringer Sammelkläranlage neben der Autobahn gebaut. Spätestens seit der Inbetriebnahme der Schlammbehandlungsanlage vor vier Jahren "kann man Öhringen im Vorbeifahren nicht mehr am Gestank, sondern allenfalls an der Silhouette erkennen", so der OB. Noch ist die Kläranlage aber nicht fertig. Der letzte Bauabschnitt soll aber noch in diesem Jahr beendet werden. Insgesamt kostet die Kläranlage in der auch die Abwässer umliegender Gemeinden behandelt werden, 28 Mio Mark. Neun Mio gibt das Land als Zuschuss für diese größte Investition Öhringens der letzten Jahre

Haller Freilichtspiele auf CMT
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Stand 412 in Halle 4 auf der CMT in Stuttgart, dort findet man die Festspielprogramme der Freilichtspiele Schwäbisch hall und der Festspiele in Bad Hersfeld. Auch in diesem Jahr beziehen die beiden Festspielstädte wieder ihren bewährten Gemeinschaftsstand. Auch ein Preisausschreiben bieten die Festpiele an, Ziehung der Gratis-Eintrittskarten-Preise ist am letzten Messetag, dem 24. Januar. Daneben machen Hall und Bad Hersfeld mit zahlreichen Sonderveranstaltungen bei der Messe auf sich aufmerksam.

Nun auch offiziell
Crailsheim. Zwei Kandidaten haben schon im vorigen Jahr bekannt gegeben, daß sie im März zur Oberbürgermeisterwahl in Crailsheim antreten wollen: der gegenwärtige Amtsinhaber Georg Schlenvoigt SPD und der von der örtlichen CDU ausgeguckte Andreas Raabe. Der war früher Bürgermeister der Albgemeinde Laichingen. Machte sich dann aber mit einer Beratungsfirma selbständig. Jetzt will er doch wieder Chef einer Verwaltung werden.Seit gestern nun läuft die offizielle Bewerbungsfrist in Crailsheim. Sie endet am 1.3., gewählt wird am 28. März.

Kein Mehrgewicht
Rot am See/Stuttgart. Einen ablehnenden bescheid der Landesregierung erhielt jetzt der CDU-Landtagsabgeordnete für den Landkreis Hall, Ernst Keitel aus Rot am See. Er hatte beantragt, für Rundholzlaster ein höheres Achslastgewicht als 40 Tonnen zuzulassen. Zwar gab man ihm beim Verkehrsministerium in vielen Punkten seiner Argumentation recht - schwere Einschätzbarkeit des Gewichtes beim laden im Wald, Wettbewerbsverzerrung gegenüber anderen europäischen Ländern, wo bis zu 60 Tonnen geladen werden können - aber letztendlich müsse dies sogar beim Bund entschieden werden. Außerdem so die Landsregierung in ihre Absage, schädigte das höhere Gewicht den Straßenunterbau und Hunderte von Brücken müssten mit hohem Kostenaufwand anders beschildert werden. Die Ausnahmegenehmigung nach den Stürmen Anfang der 90er sei eine solche gewesen und anders als bei vielen Schwerlasten, sei Rundholz durchaus teilbar und deshalb eigentlich gar nicht ausnahmegenehmigungsfähig. Der Hohenloher Landtagsabgeordnete Keitel, der mit seiner Anfrage auch die Bedürfnisse der heimischen Sägeindustrie im Auge hatte, will sich mit dieser Antwort dennoch nicht zufrieden geben und weitere Vorstöße in diese Richtung unternehmen.

Spraydosen-Blockade
Öhringen. Acht Tonnen leere Spraydosen schepperten auf die Fahrbahn, als gestern früh ein Lastzug aus Neckarsulm bei Öhringen auf der Autobahn A6 unglückte. Auf schneeglatter Fahrbahn war der Hänger des Zuges ins Schlingern geraten. Der Fahrer konnte seinen Zug nicht wieder unter Kontrolle bringen, knallte gegen die Mittelleitplanke und stürzte dann mit dem gesamten Zug um. Auf der zu früher Stunde nach heftigen Schneefällen noch nicht geräumten Autobahn rutsche der Laster weiter, Hänger und Zugmaschine rissen sich die Flanken auf, die acht-Tonnen -Ladung Spraydosen ergoß sich auf die Fahrbahn. Stundenlang war die Autobahn völlig blockiert. Trotz ausgeschilderter Umleitung bildete sich ein Rückstau von acht Kilometern. Es entstand ein Sachschaden von über 100 Tsd Mark

Info über Erziehungsberuf
Schwäbisch Hall. Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in der Schwäbisch Haller Kreuzäckersiedlung lädt heute von 16.30 bis 18.30 Uhr ein zu eine Informationsveranstaltung ein. Vorgestellt wird das Berufsbild der Erzieherin, des Erzieher an dieser Ausbildungsstätte. Es besteht die Möglichkeit, die Schule kennenzulernen, mit einzelnen Lehrern und Lehrerinnen zu sprechen und Informationen sowie eine nähere Beratung über die Ausbildung und das Berufsbild zu bekommen.

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Donnerstag 14.1.1999

Hohe Kreditausfälle
Öhringen. Die Volksbank Hohenlohe hat die Arbeitsverträge mit den drei fürs Kreditgeschäft sowie für die Geschäftsbereiche Öhringen und Künzelsau zuständigen Vorstandsmitgliedern aufgelöst. Hintergrund sind die Zahlungsschwierigkeiten einer nicht genannten Hohenloher Firmengruppe. Auf die Bank kommen dadurch Kreditausfälle von mehr als zehn Millionen Mark zu. Erst Mitte des vergangenen Jahres hatte die Hohenloher Bank Wertberichtigungen von über elf Mio Mark vornehmen müssen, als sie mit den Banken von Kupferzell, Gerabronn und Kirchberg-Ruppertshofen fusionierte. Trotzdem, so der Vorstandsvorsitzende Dr Manfred Goeke werde seine Bank für 98 einen Bilanzgewinn von etwa 2,5 Mio Mark ausweisen und den 35 Tsd Mitgliedern eine Dividende von 8,57 Prozent bezahlen. Die Volksbank Hohenlohe bleibe die größte Bank in der Region und sei Dank entsprechender Vorsorge kerngesund.

Vorläufiger Vergleich
Crailsheim. Betriebsrat und Geschäftsleitung des Baumaschinen-Herstellers Schaeff schlossen gestern einen bis Freitag widerrufbaren Vergleich vor dem Crailsheimner Arbeitsgericht.In dem Streit geht es um die Besetzung einer Einigungsstelle für Lohnverhandlungen. Die Einigungsstelle wird nach diesem Vergleich der stellvertretende Vorsitzende des Stuttgarter Arbeitsgerichtes a.D. Leonhardt leiten. Jeweils vier Beisitzer werden von der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat bestimmt. Diese Kommission soll darüber entscheiden, ob die Firma Schaeff die Akkordarbeit abschaffen und auf Zeitlohn umstellen kann. Für rund 180 Akkordarbeiter in den Werken Langenburg, Crailsheim und Rothenburg würde dies Einkommensverluste bis zu 40 Prozent bedeuten.

Mehr Investitionen
Pfedelbach. Drei Mio Mark mehr als noch im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Pfedelbach im Hohenlohekreis in ihrem 99er Etat für Investitionen stehen. Mit einem Gesamtvolumen von 40,5 Mio Mark wurde der Haushaltsplan gestern dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt. Schon in 14 Tagen soll abschließend darüber entschieden werden. Möglich wird dies, weil viele Einzelposten des Etats schon lange vorberaten und im Grundsatz beschlossen wurden, so der Neubau einer Realschule in Pfedelbach, die Erweiterung der Creutzfeldschule sowie die Maßnahmen im Straßenbau und bei der Abwasserbeseitigung.

Jugendgemeinderat beschlußunfähig
Künzelsau. Erstmals war der Künzelsauer Jugendgemeinderat beschlußunfähig. Nur eines der fehlenden Mitglieder hatte sich frist- und formgerecht entschuldigt. Die andern kamen einfach nicht. Und so warteten der Bürgermeister, eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, zwei Amtsleiter vier Stadträte im Publikum und natürlich die arbeitswilligen Jugendgemeinderäte vergebens. Ein weiterer Jugendgemeinderat hätte zur Beschlußfähigkeit gefehlt. So jedoch war es ein vertaner Termin. Jugendliche, die ihre Wahl nicht ernst und ihr Mandat nicht wahr nehmen, schaden nicht nur dem Ansehen dieses Gremiums, sie behindern die Arbeit. Die anwesenden Räte unter den Künzelsauer Jugendlichen wollen nun mit ihren Ratskollegen in einer Klausursitzung ohne die Verwaltungsspitze Tacheles reden.

Öhringen 2000
Öhringen. Eine Wirtschaftsmesse möchte der Öhringer Oberbürgermeister Jochen K. Kübler im nächsten Jahr veranstalten. Öhringen müsse sich als Große Kreisstadt klarer in der Öffentlichkeit als Wirtschaftsstandort profilieren, so der OB. "Die Konkurrenz schläft nicht", verwies er auf die 'kleine Kreisstadt' Künzelsau, die sich in diesem Jahr bereits mit einer solchen Messe profilieren will. Vorbild für beide Planungen ist die Wirtschaftsmesse des Landkreises Schwäbisch Hall, der eine solche kreisweite Messe im Oktober in Ilshofen aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens veranstaltet hatte. Die Vertreter der Öhringer Wirtschaft aber reagierten auf die Vorstellungen von Jochen K. Kübler bislang eher zögerlich.

Erstmals eigener Stand
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Erstmals ist die Touristikgemeinschaft (TG) Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald mit Sitz in Schwäbisch Hall mit einem eigenen Stand auf der am Samstag beginnenden Messe 'Caravan Motor Touristik' (CMT) in Stuttgart vertreten. Neu gestaltet wurde das Gastgeberverzeichnis 99, das zahlreiche Pauschalangebote enthält, in der dritten Auflage erscheint der Kulturkalender SpielPlätze, der die Konzertreihen, Freilichttheater, Jazzfestivals und andere Kultur-Highlights zwischen Neckar, Kocher und Jagst vorstellt. Neu aufgelegt wurde auch die Broschüre "Kocher-Jagst-Radweg", der um das Angebot "Radwandern ohne Gepäck in sieben Tagen" erweitert wurde und neu auch ein Prospekt der Stadt Schwäbisch hall, der alles wichtige "für Kultouristen" zusammenfasst. Zu finden ist die TG auf der CMT an Stand 436 in Halle 4.

Kostenlose Vermittlung
Schwäbisch Hall. Einen neuen Service bietet die Wirtschafts-Förderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall. Vermietung und verkauf von Gewerbehallen und -flächen über das Internet. Für die Präsentation wird zwar eine Kostenpauschale verlangt, die eigentliche Vermittlung aber erfolgt, so Landrat Stückle über den neuen Service, als Bestandteil der Wirtschaftsförderung des Landkreises kostenlos. Unter der Web-Adresse www.wfgsha.de sind die Angebote mit Bild und Beschreibung abrufbar.

SPD-Neujahrsempfang
Crailsheim. Nach der FDP, die schon traditionell im Landkreis Schwäbisch Hall als erste Partei zum Neujahrs-Empfang lädt, findet heute Abend der Neujahrsempfang der SPD statt. In diesem Jahr laden die Sozialdemokraten, wohl auch als Unterstützung für den SPD-Oberbürgermeister gedacht, der im Wahlkampf steht, ins Crailsheimer Spital ein. Hauptrednerin ist die Heidelberger Oberbürgermeisterin Beate Weber. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Rossmarkt zum 153sten
Niederstetten. Zum 153. Mal findet heute in Niederstetten der Rossmarkt statt. Tausende Besucher werden erwartet wenn heute ohne vorherige Anmeldung Zuchtstuten, Gebrauchs- und Reitpferde, Fohlen und ganze Pferdfamilien prämiert werden. In der Langen Gasse gibt es einen Krämermarkt und Informationen rund um die Landwirtschaft werden beim Lagerhaus vorgestellt. Kurz nach der Mittagszeit gibt es ab 13:30 Uhr in Niederstetten einen Reiterfestzug, bei dem sich die prämierten Pferde und Kutschengespanne präsentieren.

Mit 20.000 Liter Milch verunglückt
Ummenhofen. Glück im Unglück hatte heute früh der Fahrer eines Milchlastzuges bei seinem Unfall zwischen Ummenhofen und Hausen im Landkreis Schwäbisch Hall. Bei dem Unfall entstand kein Sachschaden. Dennoch war die Landesstraße 1060 zwischen Schwäbisch Hall und Ellwangen für mehrere Stunden gesperrt. Der Fahrer war einem entgegenkommenden Laster ausgewichen, der zu weit links gefahren war. Dabei geriet er mit seinem schweren Zug aufs aufgeweichte Bankett und hatte Glück im Unglück. Sein Laster kippte nicht um, blieb aber so tief stecken, daß nichts mehr ging. Auf freier Strecke mussten die geladenen 20.000 Liter Milch umgepumpt werden, damit der Milchlaster überhaupt freigeschleppt werden konnte. Als Schaden entstanden lediglich die Kosten der Umpumpaktion.

Tramper ausgeraubt
Großbottwar/Schwäbisch Hall. Von den Insassen eines dunkelblau lackierten Fiesta ausgeraubt wurde schon am vergangenen Montag ein Tramper bei Großbottwar. Noch bevor er in das Auto eingestiegen war, geschah das ganze. Die Scheibe wurde runtergekurbelt, dem Tramper ein Reizgas ins Gesicht gesprüht, dann wurde die Seitentüre gegen ihn gestoßen, sodaß er umfiel. Als der 22jährige am Boden lag wurden ihm von dem Beifahrer, der ein T-shirt mit dem Aufdruck eine Heavy-Metal-Band trug, die Geldbörse mit 110 Mark Inhalt gestohlen. Die wurde nur 300 Meter vom Tatort entfernt aufgefunden. Der dunkelblaue Ford Fiesta hatte Schwäbisch Haller Kennzeichen. Fahrer und Beifahrer waren zwischen 25 und 30 Jahre alt. Beide hatten schulterlange Haare, der Täter trägt eine Tätowierung am rechten Unterarm.

511 Unfällen
Landkreis Schwäbisch Hall. 511 Unfälle gab es im Bereich des Landkreises Schwäbisch Hall auf der Autobahn A6 im vergangenen Jahr, 23 mehr als im Jahr zuvor. Die Autobahnpolizeistation von Ilshofen musste bei diesen Unfällen sieben Verkehrstote registrieren, doppelt so viele wie 1997. Nur die Zahl der Verletzten war im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen. 1997 waren es 145 Personen, 1998 'nur' 136. Die Summe der Sachschäden belief sich 1998 auf 8,52 Millionen Mark. 56 Führerscheine wurden beschlagnahmt, 240 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen.

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Freitag 15.1.1999

Palmer verhaftet
Geradstetten/Landkreis Schwäbisch Hall. Der als Remstalrebell bekannte Helmut Palmer ist verhaftet worden. Mit einem Trick hatten Beamte in Zivil den Obsthändler festgenommen. Die Beamten hatten sich als Interessenten ausgegeben und nahmen den Obstbau-Experten aus Geradstetten während eines Schnitt-Kurses fest und brachten den sich heftig wehrenden 68jährigen ihn in Handschellen ins Gefängnis. Palmer soll am Montag dem Amtsgericht Schwäbisch Gmünd zu einer Verhandlung wegen Beleidigung von Vollzugsbeamten vorgeführt werden. Palmer war vergangenen Sommer im Landkreis Hall als Einzelskandidat zum Bundestag im Wahlkampf. Zum damals angesetzten Gerichtstermin war er nicht erschienen mit der Begründung für sowas habe er keine Zeit. Der Richter hatte deshalb den Haftbefehl verfügt. Auch jetzt bei der Verhaftung soll Palmer erneut die Vollzugsbeamten beleidigt haben

Flugplatzgespräche
Schwäbisch Hall. Die Stadtverwaltung will heute Abend mit betroffenen Bürgern und Mitgliedern der Bürgerinitiative Airpeace zusammentreffen, um über den Umbau und die Erweiterung des Haller Geschäftsflugplatzes zu reden. Erwartet wird eine emotionsgeladene Auseinandersetzung, denn die BI traut der Stadtverwaltung nicht mehr, da diese erhebliche Defizite in ihrer Informationspolitik hat. Halls OB Pelgrim, der gestern mit Gemeinderäten eine Begehung des Areals am Flugplatz veranstaltete, hält die Verschwenkung der Runway um 15 Grad aus der Ost-Westrichtung für die Lärmminderung der Anlieger als auch eine Verlängerung der Startbahn für die Flugsicherheit für notwendig. Eine EU-Richtlinie schreibe das zwingend vor. da sie aber nicht für Werkverkehr gelte, sei die Sache nicht mehr so dringlich, wie ursprünglich gedacht. Er strebt weiterhin einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates an. Dieser sei notwendig, damit das Regierungspräsidium überhaupt prüfen könne, ob die beabsichtigten Änderungen umweltfreundlich und genehmigungsfähig seien.

Bus in Graben gerutscht
Gerabronn. Ein mit zehn Schulkindern und dem Fahrer besetzter Bus ist zwischen Ober- und Unterweiler bei Gerabronn in den Straßengraben gerutscht und mit einiger Schräglage stecken geblieben. Kinder und Fahrer blieben unverletzt, da der Röhler-Bus nicht umkippte. Verursacht wurde der Unfall durch einen auf der schmalen und schneebedeckten Straße entgegenkommenden Pkw, dem der Busfahrer ausweichen musste. Der Pkw war ohne anzuhalten weitergefahren, weil der Fahrer vom Busunfall möglicherweise gar nichts bemerkt hatte.

Stauffermedaille zum Abschied
Schwäbisch Hall. Die Stauffermedaille des Landes und die Ehrennadel des deutschen Genossenschaftsverbandes erhielt Dietrich Hempel, der bisherige Geschäftsführer der Hohenloher Molkerei in Schwäbisch Hall bei seiner offiziellen Verabschiedung. 28 Jahre lang war er Chef der Molkerei gewesen und hatte sie mit insgesamt 17 Fusionen zur zweitgrößten Molkereigenossenschaft des Landes gemacht. Hempel wird bei der Hohenloher "Hofgut" Molkerei auch nach seinem Ausscheiden den beiden Nachfolgern eine Zeit lang beratend zur Seite stehen.

Renovierung beschlossen
Kirchberg an der Jagst. Der Renovierung des Sandelschen Museums in Kirchberg an der Jagst wurde vom Gemeinderat beschlossen. Eine Voruntersuchung durch ein Stuttgarter Planungsbüro ermittelte Kosten von 1,7 bis 1,9 Mio Mark. Die Sanierung soll mit Mitteln aus dem Landesdenkmalamt, Zuschüssen des Landes und Geldern aus dem sogenannten Ausgleichsstock finanziert werden. Geklärt werden muß noch, ob sich auch die Denkmalstiftung des Landes an der Renovierung der für die Kulturgeschichte des Hohenloher Residenzstädtchens wichtigen Einrichtung beteiligen wird. Die restlichen Kosten will die Stadt zudem mit Spendenaufrufen in der Bevölkerung mindern.

Gebhardt stimmt für Mißtrauen
Mulfingen/Straßburg. Die SPD-Europa-Abgeordnete aus Mulfingen, Evelyne Gebhardt hat gestern in Straßburg für das Mißtrauensvotum gegen die Brüsseler Kommission gestimmt. Sie war damit allerdings auf der Verliererseite der Abstimmung. Das Mißtrauensvotum erreichte mit nur 232 Befürworterstimmen nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Vor allem Abgeordnete aus den südeuropäischen Ländern hatten auf Druck ihrer Regierungen die Kommission gestützt. Einzelne Kommissare waren in jüngster Zeit in den Verdacht von Mißmanagement, Vetternwirtschaft und sogar Betrug geraten waren.

Höfesterben stoppen
Weckelweiler. Stoppt das Bauernsterben mit allen möglichen Mitteln, dies war der Tenor der alljährlichen Bauerntagung zum Jahreswechsel an der Bauernschule in Kirchberg an der Jagst-Weckelweiler im Landkreis Schwäbisch Hall. Zwar lasse sich auf den heute von der europäischen Politik angestrebten Großbetrieben immer billiger produzieren, doch geschehe dies um den Preis der Zerstörung natürlicher Fruchtbarkeit, auch mit Auswirkung auf den Menschen. Schon heute werde ein

Gebäudehöhe reduziert
Michelbach Bilz. Die Bauarbeiten an der Erweiterung der Evangelischen Internatsschule in Michelbach an der Bilz können beginnen. Die Schule wird zu einem richtigen Schulzentrum, das künftig in einer Realschule und einem Gymnasium neben dem Internat für rund 180 Schüler aus ganz Baden-Württemberg auch ein Ganztageskonzept für Schüler aus der Region anbietet. 13 Mio Mark sollen die Neubauten kosten, für die der Gemeinderat gestern den vom Architekten selbst erstellten Bebauungsplan genehmigten. Allerdings dürfen die teilweise vier unterirdisch im Hang liegenden neuen Schulgebäude nicht ganz so hoch wie ursprünglich geplant aus dem Gelände herausragen. Die Gebäudehöhen wurden reduziert.Außerdem wurde ein vom Landkreis vorgeschlagenes größeres Anpflanzugsgebot in den Plan aufgenommen.

Gasti gibt's nicht mehr
Schwäbisch Hall. Die einstige Haller Traditionsfirma Gasti, eine der Urmütter des Spezialmaschinenbaues im Haller Raum, gibt es nicht mehr. Vor einigen Jahren schon hatte die zum Rüstungskonzern Rheinmetall gehörende Jagenberg-Gruppe das Haller Unternehmen erworben und die Produktion der auf Abfüllmaschinen für pastöse Stoffe spezialisierten Gasti GmbH nach Neuss verlegt. Jetzt wurde Gasti mit der Benhil & Hilgers GmbH in Neuss verschmolzen, die künftig Benhil-Gasti Verpackungsmaschinen GmbH heißt. Das in Schwäbisch Hall-Hessental neugebaute Service-Center von Benhil-Gasti wird in dem rund 50 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird sicherlich erhalten bleiben, so ein Firmensprecher.

500 Mark für Deutsch
Schwäbisch Hall. Viele Aussiedler sind damit aufgewachsen, sich aus einem eigenen Garten mit frischem Gemüse zu versorgen, Und so haben viele Familien auch in Hall sich Kleingärten gepachtet. Liebe Leute, finden auch die Mitglieder vom Siedler- und Kleingärtnerbund in der Schwäbisch Haller Heimbachsiedlung, die mit den Menschen aus Osteuropa schon viele Feste gefeiert haben. Nur mit der Sprache hapert es vielfach. Beim Fest zum 10jährigen Bestehen des Vereines hatten die Aussiedler sich mit gekochten Spezialitäten aus ihren alten Heimatländern beteiligt. Aus dem Erlös dieses Festes spendierte jetzt der Verein 500 Mark für speziellen Deutschunterricht für Aussiedlerkinder. Das Geld wurde an den Rektor der Grundschule von Schwäbisch Hall-Gottwollshausen übergeben Grundschule wo viele Kinder ihrer Aussiedler-Mitglieder zur Schule gehen.

Künstlerkneipe kommt
Waldenburg. Der Verein Künstlerkneipe wurde gestern Abend in Waldenburg gegründet. Mehrere Künstler aus dem Hohenlohischen kamen nach langer Vorbereitung zu dem Schluß, daß sie das Wagnis "Künstlerkneipe Bahnhof Waldenburg" eingehen wollen, in der Ausstellungen und Veranstaltungen von und mit Künstlern aus der Region stattfinden sollen. Die Gründungsmitglieder des Trägervereines rechnen damit, daß im Lauf dieses Jahres noch rund hundert Mitgliedern zum verein stoßen werden. Die Deutsche Bahn AG unterstützt das Projekt. Sie will den Verein zu Beginn nur mit einer niedrigen Miete belasten. Eröffnet werden soll die "Künstlerkneipe Bahnhof Waldenburg" am 1. April dieses Jahres mit einer Maultaschenvernisage.

Rote-Liste-Vogel Dohle
Hohenlohe. Im alten Volksglauben galten Rabe, Krähe und Dohle als Todesboten und Zaubervögel und verfolgte sie als im Bund mit Hexen stehende Wesen. Das Hauptproblem der Vögel heute sind fehlende Brutmöglichkeiten und Nahrungsmangel. Ursprünglich zogen Dohlen ihre Jungen in hohlen Baumstämmen. Die gibt es hierzulande leider kaum noch. Sämtliche Dohlen im Landkreis Schwäbisch Hall brüten deshalb in Gebäuden, insbesondere in Türmen, Burgruinen und Kirchen. Die Dohle ist selten geworden und steht auf der Rotr Liste. Nur noch 150 Brutpaare gibt es in Hohenlohe, so der Haller Vogelexperte Hans-Ulrich Stuiber. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Dohlen, die das erste Jahr überlebt haben, liegt unter drei Jahren. Die älteste beringte Dohle brachte es allerdings auf stolze 18.

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Samstag 16.1.1999

Mehr Schaden als Beute
Ilshofen. Mehr Schaden richtete ein Einbrecher in Ilshofen an, als er am Beute finden konnte. Er hatte es offensichtlich nur auf Bargeld abgesehen, fand aber in zwei von ihm heimgesuchten Firmen nur rund 100 Mark in einer Portokasse. Der Angerichtete Schaden aber beträgt weit mehr als 5000 Mark. Der Einbrecher hatte Fenster und Türen aufgewuchtet, Schubladen, Schränke und Rollkontainer aufgebrochen und in einem Betrieb ein teures Meßgerät zerstört, das ihm wohl zu Boden gefallen war.

Unfall an Forsthauskreuzung
Forsthaus. Ein schwerverletzter Autofahrer, ein Lkw-Fahrer unter Schock und 60.000 Mark Sachschaden, so die Bilanz eines Unfalls an der Forsthauskreuzung im Mainhardter Wald. Der mit Lebensmitteln für Supermärkte beladenen Lastzug hatte, von Waldenburg Richtung Mainhardt unterwegs, einen aus Richtung Öhringen heranfahrenden Pkw gerammt und anschließend noch 40 Meter weit mitgeschleift. Der Lkw-Fahrer hatte schlicht die Vorfahrt des Pkw übersehen, dessen Fahrer nach dem Unfall eingeklemmt war, aber bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits von anderen Verkehrsteilnehmern befreit werden konnte.

Baubeginn im Frühjahr
Ilshofen. Noch im Frühjahr sollen die Bauarbeiten am neuen, zentralen Landwirtschaftsamt für den Landkreis Schwäbisch Hall im Gewerbegebiet der Gemeinde Ilshofen beginnen. Unter sieben konkreten Angeboten erhielt jetzt die Baufirma Ströbel aus Schrozberg-Spielbach den Zuschlag. Die Firma ist bereits im Geschäft mit dem Land. Sie hat auch das vor wenigen Jahren erst bezogene Gebäude des Landwirtschaftsamtes in Blaufelden gebaut und an das Land vermietet. Jetzt erlässt die Firma dort dem Land zwei Jahre Mietvertrag. Ende 2000 könnte in das neue Landwirtschaftsamt umgezogen werden. Dann endlich könnten wie verwaltungstechnisch bei der Reform 1997 bereits geschehen, die Landwirtschaftsämter in Hall und Blaufelden auch räumlich zu einem Amt zusammengelegt werden.

Nun doch: "wichtige Gemeindesache"
Untermünkheim. Gegen den vermutlich mehrheitlichen Willen der Untermünkheimer Bevölkerung hat der Gemeinderat des Ortes ein Baugebiet auf den Höhen über dem Kochertal beschlossen. Ein dagegen angestrengter Bürgerentscheid wurde von den Räten aus formalen Gründen zurückgewiesen. Jetzt stimmten die Räte mehrheitlich für eine Änderung der Hauptsatzung, in der die Höhenbebauung Falkert ausdrücklich als "wichtige Gemeindesache" benannt wird. So wird der Weg doch noch für einen Bürgerentscheid frei, den der Gemeinderat in seiner Sitzung im März wohl selbst beschließen wird. In Untermünkheim hatte es im vergangenen Jahr erheblichen Wirbel und viel öffentlichen Widerstand gegen das bereits durch einen Architektenwettbewerb ausgestaltete Neubaugebiet gegeben, das die Gemeinde allein 18 Mio Mark für die Erschließung und Anbindung an den Hauptort kosten soll.

Mehr als eine Mio für ÖPNV
Landkreis Schwäbisch Hall. Mehr als eine Mio Mark, genau 1,129 Mio flossen im vergangenen Jahr vom Land an verschiedene Träger für die Förderung des ÖPNV. Den größten Broken bekam dabei das Diak für den Bau der neuen Bushaltestelle unterm Parkhaus samt der dazu nötigen An- und Abfahrten, nämlich 820.000 Mark. Gefördert wurden auch Haltestellen am Haller Spitalbach, in Heimbach und in Ilshofen. Mit lediglich 100.000 Mark mußte sich im vergangenen Jahr der Hohenlohekreis begnügen, während der südliche Nachbarkreis Ostalb 2,2 Mio Mark bekam. Der Löwenanteil der 45 Mio Mark Fördermittel des Landes aber floss wie in jedem Jahr in die Anschaffung neuer Linienbusse. 30 Mio Mark blätterte das Land dafür auf den Tisch. Eine Maßnahme, die letztlich auch Arbeitsplätze bei gerade in Baden-Württemberg stark vertretenen Busherstellern sichert.

1,2 Mio für Lagerhausgelände
Gerabronn. Wie vom Wirtschaftsministerium noch kurz vor Ende des alten Jahres angekündigt, wurden jetzt weitere Gelder für städtebauliche Maßnahmen bewilligt. Die Finanzmittel stammen aus einem Ergänzungsprogramm zum Landessanierungsprogrammm 98. Das Regierungspräsidium teilte jetzt mit, daß im Bereich Nord -Württemberg acht Maßnahmen mit insgesamt 5,44 Mio Mark gefördert werden könnten. Darunter auch das Lagerlandgelände in Gerabronn. Als größtes Einzelprojekt bekommt diese Maßnahme einen Zuschuss von 1,2 Mio Mark. Gerabronn hatte mit diesem Projekt einen Wettbewerb der Baden-Württembergischen Bausparkassen für beispielhaftes und familienfreundliches 'Innerstädtisches Wohnen' gewonnen

Schulanbau
Gaildorf. 2,6 Mio Mark wird der An- und Umbau des Gaildorfer Schenck-von-Limpurg-Gymnasiums kosten, 600 Tsd Mark mehr als nach dem Architekten-Entwurf geplant. Doch die Schüler und Lehrer haben sich mit ihren Ideen durchgesetzt und den Entwurf entsprechend umgeplant. Wichtig war Schulleitung, der Gesamtlehrerkonferenz und der Schülermitverantwortung, daß statt eines speziellen Musiksaales und eines großen Eingangsbereiches eine glasüberdachte Aula geplant wurde, von der mit einer beweglichen Wand ein Musikunterrichtsraum abgetrennt werden kann, in dem auch, so die Planungen, die Abitursprüfungen abgelegt werden sollen. Im kommenden Jahr bereits soll mit dem Um- und Anbau begonnen werden, vorausgesetzt die entsprechenden Landesmittel fließen. Hierfür ist aber bereits am 1. Februar diesen Jahres Antragsschluß.

Chance für Thailand
Schwäbisch Hall. Eine Chance sich für die Teilnahme an der internationalen Chemie-Olympiade in Thailand zu qualifizieren, haben jetzt zwei Schüler des Schwäbisch Haller Gymnasiums von St Michael. Corinna Schindler und Mathias Zimmer nahmen mit acht weiteren Schülern ihrer Schule an den alljährlichen Qualifizierungsrunden auf Landesebene teil und wurden Landessieger. Sie wurden jetzt von ihrem Schulleiter Thomas Preisendanz und vom Präsidenten des Oberschulamtes Manfred Hahl belobigt.

Neuer Besitzer
Tauberbischofsheim. Der Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen in Tauberbischofsheim, die Michael Weinig AG hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Die Hohenstaufen-Vermögensverwaltung in Köln hat 75 Prozent der Anteile von einer Holländischen Gesellschaft übernommen und hält damit fast 80 Prozent des Weinig-Kapitals. Hinter der Hohenstaufen-Vermögensverwaltung stehen vor allem arabische Investoren. Weinig, weltweiter Marktführer in Holzbearbeitungsmaschinen plant im laufenden Jahr einen Umsatzzuwachs auf 550 Mio.

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Sonntag 17.1.1999

Verräterische Schuhe
Crailsheim. Nicht mit der Aufmerksamkeit einer Verkäuferin gerechnet hat ein Schuhdieb in Crailsheim. Der 19jährige hatte in einem Schuhgeschäft verschieden Modelle anprobiert, verabschiedet sich aber in einem Augenblick, als die Verkäuferin zwischendurch anderweitig beschäftigt war, ohne zu kaufen. Kurze Zeit später bemerkte die Verkäuferin, daß ihr ein Paar Schuhe fehlte. Wenig später in der Fußgängerzone sah die Frau den Mann wieder, erkannte ihn eindeutig an den gestohlenen Schuhen, die der junge Mann bereits an den Füßen trug. Sie verständigte die Polizei, die den 19jährigen kurze Zeit später dingfest machte.

Zusammenlegung
Crailsheim/Schwäbisch Hall. Die beiden Bauernverbände im Landkreis Schwäbisch Hall haben sich darauf geeinigt ihre, Kräfte zu bündeln und die Geschäftsstellen zusammenzulegen. Der Bau des gemeinsamen Landwirtschaftsamtes in Ilshofen gab hierfür die Initialzündung. Auch die gemeinsame Geschäftsstelle soll ab dem Jahr 2000 in Ilshofen eingerichtet sein. Allerdings sei derzeit noch in keiner Weise daran gedacht, auch die beiden Bauernverbände Hall und Crailsheim zu fusionieren. Gewachsene Strukturen, so Wilhelm Wackler, Vorsitzender des Crailsheimer Verbandes, könne man nicht von heute auf morgen einfach aufheben.

Auch Menrad für Mißtrauen
Schwäbisch Hall. Auch der Haller CDU-Europaabgeordnete Winfried Menrad hat am Donnerstag in Straßburg für das Mißtrauensvotum gegen die Kommission gestimmt. Vor allem geärgert an der Niederlage hat ihn das Taktieren der Vorsitzenden der sozialistischen Fraktion Green und die Tatsache, daß nun die beiden Kommissare, die am meisten belastet sind, Cresson und Marin, im Amt bleiben. Menrad wies allerdings daraufhin, daß die Nicht-Entlastung für den Haushalt 96 bestehen bleibt und die Kommission weiter unter Druck steht. Menrad stimmte auch gegen die Einrichtung eines 'Komitees der Weisen`, das angeblich die Kommission künftig kontrollieren soll. Das Parlament dürfe sich nicht weiter selbst schwächen, in dem es Befugnisse nicht an sich ziehe sondern außerhalb der parlamentarischen Kontrolle stelle.

Neujahrsempfang im Jagsttal
Mulfingen. Aktuelle Politik für den ländlichen Raum steht auf der Tagesordnung des Neujahrs-Empfanges der CDU im Jagsttal in Mulfingen. Als Hauptreferent gewonnen werden konnte Erwin Teufels neuer Staatsminister Dr Christoph Palmer. Unter den Gästen werden auch der Hohenloher Landtagsabgeordnete Karl Hehn und der Europaabgeordnete Winfried Menrad erwartet. Die Veranstaltung findet heute Abend ab 19 Uhr im Rathaussaal von Mulfingen statt.

Engel eingesetzt
Schwäbisch Hall. Als Nachfolger von Gottfried Loos hat der bisherige Chef der Nichtsesshaftenhilfe Erlacher Höhe Wolfgang Engel sein Amt als Leiter der Diakonischen Bezirksstelle in Schwäbisch Hall schon am 1. Januar angetreten. Während eines Gottesdienstes in St. Michael wird Engel heute von Dekan Dietrich offiziell in seine verantwortungsvolle Tätigkeit als Kreis- und Bezirksgeschäftsführer eingesetzt. Engel ist künftig verantwortlich für die Psychologische Beratungsstelle, die Suchtberatung, den Sozialpsychiatrischen Dienst, die Ehe-, Familien- und Lebensberatung, eine Beratungsstelle für Problemschwangerschaften, für das Frauen- und Kinderschutzhaus, für eine Kleiderkammer und eine Kurvermittlung für Mütter.

Glasausstellung
Schrozberg. Schon vor mehr als 4000 Jahren hat farbiges Glas Faszination ausgeübt - und bis heute nichts davon verloren. Der Glaskünstler und Maschinenbauingenieur Gunter Streng, stellt von heute bis 7. Februar im Erdgeschoß des Schrozberger Schlosses ein breites Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten von Glas vor. Die Ausstellung "Kunst aus Glas" wird am heute um 11 Uhr von Schrozbergs Bürgermeister Klemens Izsak eröffnet.

Frauen-Kirchentag
Schrozberg. Erstmals in Nord-Ost-Württemberg findet heute ein spezieller Frauenkirchentag statt. Unter dem Oberthema "Umbruch-Aufbruch- Frauen stellen sich der Zukunft" erarbeiten Frauen aus der gesamten Prälatur Heilbronn sich ein Thema mit dem sie sich auf den 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart einstimmen und vorbereiten wollen. Der Frauenkirchentag in Schrozberg beginnt am Vormittag mit einem Gottesdienst in der Stadthalle - die normale Feier in der Kirche entfällt.

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Montag 18.1.1999

Polizei sucht Ideen
Landkreis Schwäbisch Hall. Nach dem mißglückten Start der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion in Blaufelden sucht die Polizei nun Ideen. Die wenigen Jugendlichen, die die Aktion im Dezember überhaupt besuchten, hatten massive Kritik an der Art und Weise der 'Anmache' durch das Innenministerium und die Polizeioberen geübt, die vor Frauenfeindlichkeit und überholten Vorstellungen über Jugend gekennzeichnet gewesen sei. Nun sucht die Polizei vor Ort, die Haller Polizeidirektion nach neuen Ansätzen, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und hat einen Wettbewerb für ein markantes Logo, eine `zündende`Idee, einen treffenden Spruch ausgeschrieben. Als Preise gibt's einen Hohenlohe-Rundflug, ein Handy mit Gutscheinkarte, Taxigutscheine und Kinokarten.

Gleicher Täter?
Mainhardt. Vermutlich der gleiche Täter wie in Ilshofen war auch im Bereich Mainhardt zugange. Wie jetzt bekannt wurde, waren dort in derselben Nacht mit der gleichen "Handschrift" Türen und Fenster in Firmengebäuden aufgebrochen worden. Während in Ilshofen der Diebstahlschaden nur 100 Mark aus einer Portokasse betrug, gab es in Mainhardt anscheinend mehr zu holen: dort fehlen u.a. eine rosafarbene Geldkassette und ein teures Handy. Dennoch war wie in Ilshofen der Sachschaden mit mehr als 7000 Mark erheblich höher als der Wert des Diebesgutes.

Früher Abriss
Schwäbisch Hall. Für den Haller Club alpha 60 und andere Anrainer an der Schwäbisch Haller Stuttgarter Straße kommt der Abriss früher als der vierspurige Straßenausbau selbst. Dies zumindest geht aus einem Plan hervor, den die Stadtverwaltung heute Abend dem Bau- und Planungsausschuß des Gemeinderates vorlegt. Schon im November hatte das Regierungspräsidium zugestimmt, die Verlegung des Geh- und Radweges im Zuge einer sogenannten Baufeld-Freimachung als vorgezogene Kleinmaßnahme zu bauen, falls die notwendigen Finanzmittel bereitgestellt werden können. Erst jetzt gibt die Stadtverwaltung diese Nachricht dem Gemeinderat zur Kenntnis. Bereits im Zuge dieser Gehwegverlegung sind Schwäbisch Hall. Für den Haller Club alpha 60 und andere Anrainer an der Schwäbisch Haller Stuttgarter Straße kommt der Abriss früher als der vierspurige Straßenausbau selbst. Dies zumindest geht aus einem Plan hervor, den die Stadtverwaltung heute Abend dem Bau- und Planungsausschuß des Gemeinderates vorlegt. Schon im November hatte das Regierungspräsidium zugestimmt, die Verlegung des Geh- und Radweges im Zuge einer sogenannten Baufeld-Freimachung als vorgezogene Kleinmaßnahme zu bauen, falls die notwendigen Finanzmittel bereitgestellt werden können. Bereits im Zuge dieser Gehwegverlegung sind die acht Gebäude entlang der Straße laut dem der Nachricht beiliegenden Plan des Haller städtischen Tiefbauamtes vom 11. Januar zum Abriss vorgesehen.

Auswärtssieg
Crailsheim. Ihr zweites Rückrundenspiel haben die Crailsheim Merlins gewonnen. Nachdem die Crailsheimer Basketballcracks vergangenes Wochenende zu Hause verloren hatten gewannen sie jetzt sogar ein Auswärtsspiel. Allerdings gehört der tabellenletzte Gegener SV Tübingen nicht zu den stärksten in der Basketball-Regionalliga. Mit ihrem 72:87 Erfolg landeten die Merlins auf dem fünften Tabellenplatz. Gemeinsam mit SV Sandhausen und dem UFC Freiburg zeigt ihr Punktekonto ein ausgeglichenes 10:10. Allerdings scheint dies Klassen entfernt von den beiden Spitzenreitern Karlsruhe und BV "Cosmos" Tübingen, die beide mit 18:2 Punkten uneinholbar die Tabelle anführen.

Aufträge vorhanden
Schwäbisch Hall. Aufträge für die Kunststoffblastechnik und den Palettenbau sind beim in Konkurs gegangenen Traditionsbetrieb Kurz in Schwäbisch Hall Hessental weiter vorhanden. So können jetzt drei Nachfolgefirmen weitermachen. Die Besitzverhältnisse der neuen Firmen reichen bis nach Peru und in die Slowakei. Die Kunststoffblastechnik mit 60 Beschäftigten wurde von dem Altenkirchener Unternehmer Anton Linner übernommen. Eine zweite Auffangfirma, die den Palettenbau übernimmt wurde vom langjährigen Kurz-Mitarbeiter Walter Luth gegründet. Luth ist auch Geschäftsführer eines rechtlich selbständigen Kurz-Betriebes in der Slowakei, die verschiedene Holzwaren fertigt. Und auch in seiner Auffanggesellschaft hat ein Mitglied der Kurzfamilie einen 25prozentigen Anteil als stille Gesellschafterin: die Schwester des vor drei Jahren ermordeten Manfred Kurz, die in Peru lebt. Insgesamt 74 Kurz-Mitarbeiter kommen so zu einem neuen Job. 60 der bis zuletzt noch etwa 140 Mitarbeiter werden über das Arbeitsamt für ein Jahr in einer Qualifizierungsgesellschaft beschäftigt. Die Arbeit des Konkursverwalters ist allerdings noch nicht beendet. Michael Pluha verhandelt derzeit mit der Stadt Schwäbisch Hall über die Übernahme des kompletten Werksgeländes und der Gebäude.

Gott als Terrorist
Schwäbisch Hall. Der Autor und Literaturwissenshaftler Dr. Joachim Zelter, Sohn des einstigen Haller Gefängnisdirektors, spricht heute Abend in der Volkshochschule über das bewusst provokante Thema:"Gott als Terrorist". Zugrunde legt er seinem Vortrag die Gottesbilder in den Romanen Robinson Crusoe und Frankenstein. Beim einen erscheint Gott angstmachend und schwerbewaffnet auf einer schwarzen Wolke, beim andern droht die Angst vor der Fehlbarkeit und Unbeherrschbarkeit aller Schöpfung. Und das wirft auch religiöse Fragen auf, auf die Dr Joachim Zelter ebenfalls eingehen will. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Löchnerhaus in Schwäbisch Hall.

Video erhältlich
Landkreis Schwäbisch Hall. Mit Unterstützung der Europäischen Union hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall ein Video über den Wirtschaftsstandort drehen lassen. Vorgestellt wurde der Film erstmals bei der Wirtschaftsmesse im Oktober 98 in Ilshofen. Jetzt ist das Video auch für jedermann erhältlich. Das von der Wallhausener Firma Video Cut produzierte 20 Minuten-Werk über den Landkreis wird auch für Unterrichtszwecke eingesetzt werden. Landrat Ulrich Stückle hat das Video auch der Aktion des Stuttgarter Wirtschaftsministeriums "Unternehmer in die Schulen" als Ergänzungsmaterial zur Verfügung gestellt.

SPD-Neujahrsempfang
Crailsheim. Nicht die Kritik, sondern das bereits Erreichte stand im Mittelpunkt des SPD-Neujahrsempfanges in Crailsheim. Nicht ohne Grund war der Empfang der Kreis-SPD nach Crailsheim verlegt worden, und nicht ohne Grund gehörte die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt zu den Hauptrednern des Empfangs. Drei Wahlen stehen 1999 auf dem Crailsheimer Programm. Zunächst die Wahl des Crailsheimer Oberbürgermeisters Ende März. SPD-OB Georg Schlenvoigt tritt wieder an und wird es nicht leicht haben. Er schätzte die Unterstützung seiner Partei. Dann folgt im Juni die Europawahl und Evelyne Gebhardt konnte in ihrem Part auf einiges verweisen, was sie und ihre Kollegen erreicht haben, auch wenn sie gerade von einer Abstimmungsniederlage gegen die europäische Kommisssion nach Crailsheim kam. Im Herbst wird es dann Kommunalwahlen geben. Und auch dafür hatte die SPD, die passende Frau, auch sie einst Europaabgeordnete, auch sie Oberbürgermeisterin. Beate Weber, OB in Heidelberg forderte in einer 20minütigen freie Rede eine "Kultur des kritischen und strittigen Dialogs" anstelle der Einteilung der Welt in gut und böse, schwarz und weiß. Vor allem auf Crailsheimer Kommunalpolitiker war diese Forderung gemünzt.

Wer kennt kann auch schützen
Mainhardt. Zum 20jährigen Bestehen des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald wurde in Mainhardt jetzt eine neue Broschüre vorgestellt. Sie zeigt die naturkundlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Denn wer die Landschaft und ihre Zusammenhänge kennt, kann sie auch schützen. Die neue 36seitige Broschüre enthält eine topographische Übersichtskarte und Wissenswertes über Landschaft, Geologie und Geschichte, zur Situation der Land- und Forstwirtschaft und zu den Aufgaben des Naturparkvereins. Es gibt viele Tips für Unternehmungen, Wanderziele, Radwanderungen, eine Liste beliebter Ausflugsorte, Badeseen, Aussichtstürme oder Museen und natürlich wird auf die Reste des römischen Limes mit seinen Befestigungsanlagen hingewiesen, auf alte Burgen und Mühlen sowie viele kleine Kulturgüter und Kunstschätze. Die Broschüre ist beim Naturparkverein, bei vielen Reisebüros und Touristik-Informationen und natürlich auch in vielen Gasthöfen und anderen touristischen Anlaufzielen erhältlich. Erstmals unter die Leute gebracht wurde die Schrift am Wochenende auf der CMT in Stuttgart.

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Dienstag 19.1.1999

Kreisdiakonie-Verband
Schwäbisch Hall. Der gestern in sein Amt als Leiter bei der Haller Diakonie-Bezirksstelle eingeführte Wolfgang Engel wird bald größere Aufgaben vorfinden. Die Diakoniebezirke des Kreises Gaildorf, Hall, Crailsheim und Blaufelden sind derzeit im Gespräch über die Bildung eines Kreisdiakonie-Verbandes. Auch der Diakonie-Bezirk bad Mergentheim hat sein Interesse an einem solchen Verband bekundet. Hintergrund des möglichen Zusammenschlusses sind die finanziellen Auswirkungen der vielen Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand. Die Diakonie nimmt dem Staat in vielen Bereichen, etwa der Suchtberatung viele Aufgaben ab, erhält dafür aber immer weniger Zuschüsse. Mit Wolfgang Engel habe man den richtigen Mann für die Leitung eines solchen Verbandes gefunden. Er kenne die Realitäten, habe aber dennoch Visionen. Engel soll auch die Koordination und den Zusammenschluß der einzelnen Bezirke in die Wege leiten.

Fachtagung Pflanzenbau
Ilshofen. Regierungspräsident Dr. Udo Andriof wird heute die Fachtagung Pflanzenbau des Landwirtschaftsamtes in Ilshofen eröffnen. Er wird aktuelle Informationen zur Situation der Landwirtschaft mitbringen. Weitere Referate beschäftigen sich mit der Kostensituation im Pflanzenbau, mit dem Einsatz von Herbiziden im Wintergetreide, wo Änderungen in den EU-Zuslassungsrichtlinien zu erwarten sind sowie mit aktuellen Ergebissen der Queckenbekämpfung im Winterweizen. Schwerpunkt der Veranstaltung ist der Fusarienbefall beim Getreide. Dr Johann-Albert Pfister stellt Abwehrmaßnahmen vor. Ein Bericht über den Krankheitsbefall im Getreideanbau Hohenlohes gibt es schließlich zum Ende der Tagung von Petermichael Eckstein vom Ilshofener Landwirtschaftsamt.

Bald neue Hilfslieferung
Schwäbisch Hall. Nachdem die erste Container-Lieferung an Hilfsgütern sicher auf der Insel Guanaja in Honduras angekommen ist, und auch die Verteilung ohne Probleme klappte, wird die Haller Honduras-Hilfe in den nächsten Wochen einen weiteren Container über den Atlantik schicken. Nach wie vor werden Spenden in Form von Geldmitteln aber auch jede Menge gezielter Sachspenden gebraucht. Gefragt sind vor allem Sägen und anderes Werkzeug, jede Form von Verbindungselementen, Wellblech und starke Folien, sowie andere Baumaterialien. Der Verein Hondurashilfe hat mittlerweile eine Sammelstelle auf dem Gelände der kürzlich in Konkurs geratenen Hessentaler Firma Kurz eingerichtet, die jeden Freitag zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet ist.

Weniger Schulden
Gaildorf. Wenn andere jammern, hat Gaildorf immer noch ein Zehnerle in der Tasche, so Kämmerer Hartmut Lenz gegenüber den Gemeinderäten bei den Beratungen zum 99er Haushalt. Gaildorf hat trotz finanzieller Anspannung den Gürtel noch enger geschnallt und alte Schulden abgebaut. Die Gesamtverschuldung am Ende des Jahres 98 betrug 11,73 Mio Mark. Ein vom Gemeinderat genehmigter 950 Tsd Mark Kreditrahmen musste nicht in Anspruch genommen werden. Auch 1999 sollen rund 600 Tsd Mark alte Schulden getilgt werden. Der neue Kreditrahmen für das Jahr 99 wurde auf 850 Tsd Mark reduziert. Zusammen mit den Verbindlichkeiten aus dem städtischen Wasserwerk hätte dann Gaildorf am Ende des Jahres dann Schulden von rund 19 Millionen Mark oder 1570 Mark pro Einwohner - t deutlich weniger als im landesweiten Vergleich mit gleich großen Kommunen: der Durchschnitt dort liegt bei rund 1800 Mark.

Palmer bleibt in Haft
Schwäbisch Gmünd. Der 69jährige Bürgerrechtler Helmut Palmer wird auch nach seiner gestrigen Verhandlung am Schwäbisch Gmünder Amtsgericht noch einige Zeit im Gefängnis bleiben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, daß Palmer in einer anderen Sache mehrfach zu Haftantritt aufgefordert worden war, dem aber nicht nachkam. Ein Gericht hatte den als "Remstalrebellen" bekannt gewordenen Palmer im Juli 1997 "wegen vorsätzlicher Körperverletzung" am Schorndorfer OB Winfried Kübler zu 100 Tagessätzen   30 Mark verurteilt. Palmer hatte dem OB an den Schlips gegriffen, die Strafe aber nicht bezahlt. Einen weiteren Gerichtstermin hatte Palmer im Sommer 98 während seines Wahlkampfes als Einzelkandidat zum Bundestag im Wahlkreis Schwäbisch Hall nicht wahrgenommen, mit der Begründung "er habe für sowas keine Zeit". Das Amtsgericht hatte deshalb im Dezember einen Haftbefehl erwirkt, der vor wenigen Tagen vollstreckt worden war. Palmer befindet sich nach Aussage seiner Frau Erika im "Hunger- und Arzneimittel-Streik" und könnte seinen mehrmonatigen Gefängnisaufenthalt im Gefängniskrankenhaus verbringen.

Aldi baut neu
Öhringen. Aldi baut einen neuen Markt in Öhringen und gibt seine Innenstadtlage am oberen Tor auf. Für den neuen Markt braucht der Lebensmittel-Discounter eine Ausnahmegenehmigung, da die Fläche des neuen Marktes die gehmigungsfreie Zulässigkeit um 53 Quadratmeter überschreitet. darüber hat heute abend der Öhringer Gemeinderat zu befinden. Für den bisherigen Verkaufsmarkt fordert die Stadt eine Nachfolgenutzung, die für die Stadt weiterhin attraktiv ist.

Aktion Einkehr
Öhringen. In der Spitalkirche von Öhringen im Hohenlohekreis hat jetzt die Aktion "Zur Einkehr" begonnen. Täglich von 11 bis 15 Uhr gibt es ein warmes Mittagessen für zwei Mark. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen am Rande der Gesellschaft, so der veranstaltende kirchliche Arbeitskreis. Grundsätzlich soll aber jeder Bürger zur Begegnung mit diesen Menschen aufgerufen werden. Die Aktion in der Öhringer Spitalkirche dauert bis Ende des Monats.

Jagsttäler beobachtet
Schöntal. Fünf Lehrer aus Hohenlohe durchstreiften ein Jahr lang das Jagsttal von Kirchberg bis Möckmühl und beobachteten dabei die jagsttäler Menschen bei ihren alltäglichen und weniger alltäglichen Verrichtungen.. Im Rahmen der Fortbildungsreihe Mensch und Natur fotografierten sie, was sie sahen, und entwickelten daraus eine Art Spiegelbild in Fotografien. Was bedeutet die Umwelt für diese Menschen, welchen stetigen Veränderungen sind sie unterworfen, so die Fragestellung der Schwarz-Weiß-Bilder, die demnächst im Bildungshaus von Kloster Schöntal zu sehen sind. Die Ausstellung wird bis zum 7. März dauern.

Kritik am Messekonzept
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Kritik am Messekonzept der Schwäbisch Haller auf der Stuttgarter CMT gab es jetzt von kompetenter Seite. Dicht umlagert waren zumindest am ersten Wochenende nur die Stände, an denen es Aktionen gab. An den anderen Ständen gingen die meisten Menschen einfach vorbei. Zwar habe der Gemeinschaftsstand der Haller Freilichtspiele und der Festspiele Bad Hersfeld mit einem Gewinnspiel gelockt, sich auch die Spiel-Pläne anzuschauen, zwar habe es neue Prospekte der Stadt Schwäbisch hall und des Naturparks Schwäbisch Fränkischer Wald gegeben, doch Stände mit vielen Prospekten seien kein Anziehungsmagnet und keine Animation für die Gäste der Messe , an den Ständen auch stehen zu bleiben. Man habe das Konzept vom 1998 aufgelösten Fremdenverkehrsverband übernommen, so Erika Bösler von der in Gründung befindlichen Touristikgemeinschaft. Man werde daran in Zukunft sicher etwas ändern, sofern man es finanzieren könne. "Größte" Attraktion am Stand der Touristikgemeinschaft ist der Darsteller des "Götz" von Berlichingen (Volker Parson), der fünf Tage lang Prospekte in voller Rüstung verteilt.

Seminare zum Jahreswechsel
Schwäbisch Hall. Einmal mehr brachte der Jahreswechsel vor allem für Unternehmen und Selbständige zahlreiche Änderungen mit sich Die AOK veranstaltet in den kommenden Wochen auch im Landkreis Schwäbisch Hall mehrere Seminare für Arbeitgeber und MitarbeiterInnen in Personalbüros. Sie werden über Neuerungen und Änderungen im Kranken- und Sozialversicherungswesen informiert. Weitere Schwerpunktthemen sind Neues zum Meldeverfahren, Grundsätzliches zu Altersteilzeit, flexibler Arbeitszeit oder Arbeitsförderung. Darüberhinaus geht es um Frage zu Entgelt und Steuer sowie um die Auswirkungen des Vorschaltgesetzes der neuen Bundesregierung.

Morgen-Meyer tot
Region. Der im Hohenlohischen äußerst beliebte Moderator der Radio-TON Morgenshow "Steffi und der Morgen-Meyer" ist tot. Steffen Meyer, der seit Sommer 1997 beim Sender Radio TON auch die Funktion des Programmchefs innehatte, wurde am Wochenende von seiner Mitarbeiterin Steffi Heußlein tot in seiner Heilbronner Wohnung aufgefunden. Der Mitt-Dreißiger hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren.

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Mittwoch 20.1.1999

Windkraft im Aufwind
Veinau. Die zwei Windräder der Schwäbisch Haller WIKRA in Veinau haben im vergangen Jahr 1,14 Mio Kilowattstunden Strom erzeugt, eine wesentliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die Stromernte unter einer Mio Kilowattstunden geblieben war. Vor allem durch den Austausch der Rotoren im vergangenen Oktober konnte die Ausbeute um 10 bis 12 Prozent gesteigert werden. Insgesamt hat diese erste Windkraftanlage Hohenlohes seit Inbetriebnahme mit 2,5 Mio Kilowattstunden zur öffentlichen Stromversorgung beigetragen. Dadurch wurden der Umwelt 1450 to CO2 erspart. Mit ihrem Ergebnis bewegt sich die WIKRA nun im Bereich der Wirtschaftlichkeit. Gegründet worden war die Betreibergesellschaft vor drei Jahren vom Landtagsabgeordneten Dr. Walter Müller, den Haller Stadtwerken sowie einer Reihe stiller Gesellschafter für ökologische Geldanlagen.

Verbund zur Qualitätssicherung
Hohenlohekreis. Zwölf Alten- und Pflegeheime im Hohenlohekreis kooperieren jetzt in einem Verbund zur Qualitätssicherung. Gemeinsame Qualitätsstandards in der Pflege von Alten und behinderten sollen erarbeitet und auch deren Umsetzung kontrolliert werden. Im Team einer regelmäßig stattfindenden Konferenz sollen die Kriterien dafür festgelegt werden. In dieser Konferenz sind Mitarbeiter der Heime, das Hohenloher Sozialamt, das Gesundheitsamt, die AOK als Vertreter der Pflegekassen, der Kreisseniorenrat und der Betreuungsverein. Angehörige von Pflegepersonen fehlen noch in dem Gremium, sind aber so der Leiter des Caritas-Altenzentrums St. Bernhard in Künzelsau und Sprecher des Verbunds, Jürgen Maczollek, gerne willkommen.

Einstieg mit 400.000
Schwäbisch Hall. Die Stadt Schwäbisch Hall will noch in diesem Frühjahr mit einem Betrag von 400.000 Mark in professionelles Stadtmarketing einsteigen. Mit diesem Jahrestetat soll die noch zu gründende GmbH ausgestattet werden. Auch ein Geschäftsführer und eine zusätzliche Halbtagskraft müssen noch gefunden werden. Träger und Gesellschafter der neuen Stadtmarketing GmbH sollen vor allem die Werbegemeinschaften, der Bund der Selbständigen sowie einige der größeren Haller Firmen sein. Erster Schwerpunkt der Stadtmarketing GmbH soll die Stadtwerbung in einem Umkreis von 20 bis 100 Kilometern sein, wobei die Stadt in Ihrer Gesamtheit einschließlich ihres Anspruchs als Handels- und Informationszentrum des Hohenloher Landes und nicht nur ihr überkommenes Image als mittelalterliche Reichsstadt mit Kultur vermarktet werden sollen. Durch Übernahme städtischer Aufgaben, wie etwa die Veranstaltung der Haller Märkte oder den Betrieb einer noch einzurichtenden Messehalle könnte die GmbH langfristig zu einem sich selber tragenden Betrieb werden. Doch all dies, so Halls OB Hermann-Josef Pelgrim könne nur erreicht werden, wenn auch die kleinen Händler und die Bürger sich vom Stadtmarketing vertreten fühlen.

Rückgabe ans Land
Braunsbach. Die Gemeinde Braunsbach im Kochertal gibt zugesagte Fördermittel für die Neuanschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges vom Typ LF16/12 zurück. Bürgermeister Ulrich Naas begründete dies damit, daß der Eigenanteil von 300.000 Mark für dieses eigentlich dringend benötigte Fahrzeug für die Gemeinde bei den wenigen freien Mitteln, die zur Verfügung stehen, nicht finanzierbar sei. Die Verwaltung, so der Bürgermeister, werde sich nun darum bemühen, gemeinsam mit benachbarten Gemeinden wie Untermünkheim oder Wolpertshausen eine Lösung zu finden. Die Braunsbacher Feuerwehr wird in diesem Jahr 120 Jahre alt.

Bescherung
Schwäbisch Hall/Heilbronn. Nicht alle Weihnachtsgeschenke liegen unterm Baum. In den Kinderabteilungen des Schwäbisch Haller Diakoniekrankenhauses und im Caritaskrankenhaus von Bad Mergentheim ist Bescherung erst am 29. Januar. Dann werden dort die Spielzimmer-Ausstattungen überreicht, für deren Finanzierung die Hörer von Radio TON durch eine Weihnachtswunsch-Aktion gesorgt haben. Alle für Musikwünsche eingegangenen Zahlungen wurden gemeinsam mit den Bankhäusern Partin und Hörner sowie der auf Kindersachen spezialisierten Firma 'eibe' aus Röttingen in hochwertige Ausstattungen umgewandelt. Radio-TON Moderator Klaus Höflinger und Geschäftsführerin Christine Winkelmann werden die "Weihnachtsgaben" der Hörer überbringen.

Dunkler Mercedes gesucht
Mainhardt/Ilshofen. Hinter den Firmeneinbrüchen von Mainhardt und Ilshofen vergangene Woche steht möglicherweise eine osteuropäische Diebesbande. Wie die Polizei-Ermittlungen bislang ergaben, wurde in der Nacht der Einbrüche bei Mainhardt auf einem Gemeindeverbindungsweg ein dunkler Mercedes älteren Baujahrs mit polnischen Kennzeichen gesehen. Ein Zusammenhang mit der Einbruchserie könnte durchaus bestehen. Die Polizeidirektion Schwäbisch Hall ist deshalb daran interessiert, wo in jüngster Zeit ein ähnliches Fahrzeug aufgefallen ist.

Hochwertiges Frühjahrsprogramm
Schwäbisch Hall. Mit einem hochwertigen Frühjahrsprogramm startet die Volkshochschule Schwäbisch Hall ins neue Jahr. Einer der Schwerpunkte ist das Jubiläum zum 500sten Geburtstag des Reformators Johannes Brenz, der als Prediger in Schwäbisch Hall die Reformation durchsetzte. Im Bereich Literatur gibt es in diesem Semester wieder ein Schreibwerkstatt und neu einen Autorentreff für alle, die selbst schreiben, sowie einen Ausbildungsgang zum "Theaterspielleiter". Insgesamt 18 Vorträge werden allein im Januar und Februar außerhalb des normalen Kursprogrammes als Einzelvorträge angeboten.

Internet für Landwirte
Öhringen. Aufbau und Struktur des Internet stehen heute und morgen auf dem Lehrplan von Landwirten, die an einem Seminar des Landwirtschaftsamtes Öhringen teilnehmen. Ein Schwerpunkt des Lehrganges ist die praktische Anwendung des sogenannten "Surfens". Weitere Themen und Fragestellungen, mit denen sich die Teilnehmer auseinandersetzen sind: "Wie nutzt man welche Suchmaschinen, um möglichst effektiv und schnelle gesuchte Informationen zu finden, wie funktioniert das mit dem online-banking, mit online- Einkauf und welche Vorteile bietet e-mail gegenüber Fax oder herkömmlicher Post? Das Seminar findet statt ab 9.30 Uhr in der Fachschule für Landwirtschaft in Öhringen

Social Sponsoring
Ingelfingen. Neue Sponsoring Wege ging die Ingelfinger Firma Bürkert. Nicht Spitzensport oder der heimische Verein werden mehr oder weniger publikumswirksam gesponsert, sondern eine soziale Einrichtung. In diesem fall waren es die beiden Ingelfinger Kindergärten. Das jüngste von Bürkert geförderte Projekt war im Bereich der Kunsterziehung. Und die Arbeit die die Kinder dabei geleistet haben ist jetzt in einer Ausstellung im Gebäude der Künzelsauer AOK zu sehen. Social Sponsering ist für die Firma Bürkert ein Bekenntnis für den Standort, so Geschäftsführer Klaus Frink. Schließlich wachsen Kreativität und Ideen vor Ort , und diese Art denken solle gefördert werden. Bis zum 26. Februar ist die Ausstellung in Künzelsau zu sehen, danach wandert sie nach Öhringen, Heilbronn und Stuttgart.

650 Jahre Stadtrecht
Creglingen Vor genau 650 Jahren erhielt die Stadt Creglingen im Main-Tauber-Kreis die Stadtrechte verliehen. Mit dieser Verleihung im Jahr 1349 verbunden waren unter anderem das Recht, Mauern, Graben und Türme zu bauen, einen Wochenmarkt abzuhalten, sowie die Gerichtsbarkeit und das Recht einen eigenen Galgen zu errichten. Ausschlaggebend für die Verleihung des Stadtrechtes war die Kriegstüchtigkeit der Herren von Brauneck. Heute Abend ist aus diesem Anlass ein Festakt in der Stadthalle von Creglingen geplant zu dem auch der baden-württembergische Innenminister Dr. Thomas Schäuble als Gast erwartet wird.

Butzkolonne kommt
Niederstetten. Hans Günter Butzko war im vergangenen Jahr Regisseur bei den kleinen ländlichen Freilichtspielen im Tempele. Jetzt kommt der junge "Theaterbesessene" (Butzko über Butzko) wieder. Übermorgen präsentiert Butzko sich als Kabarettist. In seiner "Butzkolonne oder die crazy-gaga-musical-comedy-show" fegt er wie "ein Tornado durch die Gegenwart. Kabarett im Stile von Ex- und Hopp-Comedy. Dabei putzt Butzko alles weg, was gegenwärtig in ist", so die Ankündigung des Veranstalters. Hans Günter Butzko ist zu sehen und zu hören im 'Kult' in Niederstetten, am Freitag ab 20 Uhr.

Keine Gewerbeflächen mehr
Gaildorf. In Gaildorf müssen erst alte Hallen und Gebäude des einst weltweit bekannten ARWA-Strumpf-Konzerns, der 1973 pleite ging, abgerissen werden, bevor neue gewerbeflächen zur Verfügung gestellt werden können. Derzeit werden 3500 Quadratmeter neu bebaut.Für die weitere Entwicklung des einstigen ARWA-Areals zum Gewerbepark Limpurger Land will die Stadt 1,5 Mio Mark in den Haushalt 1999 einstellen Aus dem Landessanierungsprogramm werden dafür Zuschüsse in Höhe von 850 000 Mark erwartet.

Einbrecher überführt

Nahezu auf frischer Tat ertappt wurden jetzt in Künzelsau ein 32jähriger Einbrecher und sein 16jähriger Komplize. Sie waren beim Diebstahl eines Autos von einer Zeugin beobachtet und kurz darauf von der Polizei ermittelt worden. Die Wohnung des 32jährigen war voll mit Diebesgut und die Beamten konnten ihm so mindestens 40 Einbrüche der jüngeren Zeit nachweisen. Der 32jährige wurde in Untersuchungshaft gebracht, sein 16jähriger Komplize in ein Erziehungsheim.

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Donnerstag 21.1.1999

Häftlinge geflohen
Schwäbisch Hall. Zwei Häftlinge des Schwäbisch Haller Gefängnisses sind gestern vormittag entflohen. Mit großem Aufgebot fahndete die Polizei nach den beiden 23jährigen Deutschen. Sie waren mit einem Pfarrer beim Religionsunterricht in einer Haller Schule gewesen und nutzten den Rückweg zur Flucht. Beim Spitalbach rissen sie sich los und rannten in Richtung des alten Gefängnisses davon. Dort am Parkplatz Froschgraben verschwanden sie zwischen den geparkten Fahrzeugen. Der eine Flüchtige ist mit 1,92 ziemlich groß. Er hat braune Haare und trägt links einen Ohrring, der andere Häftling ist 1,82 groß, hat hellblonde Haare und ist auffallend schlank. Beide waren mit Jeans und Anoraks bekleidet. Der größere trug darunter einen grünen, der kleinere eine weißen Pulli. Die beiden hätten wegen verschiedener Eigentumsdelikte noch bis 2002 im Knast sitzen müssen.

2,7 Mio für Hochwasserschutz
Künzelsau. Fünf Hochwasserschutzmaßnahmen wurden im Rahmen eine sogenannten Flußgebiets-Untersuchung am Kocher für die Stadt Künzelsau vorgeschlagen. Entlang des Gewerbegebietes Nagelsberg geplant ist eine Betonmauer, beim Künzelsauer Hallenbad eine Ufererhöhung durch Blocksteine, eine weitere Mauer müsste beim sogenannten Siglochwehr gebaut werden, im Bereich der Fachhochschule in der Hofratsmühle der Damm erhöht und ein Fußgängersteg um einen halben Meter höhergesetzt werden. Im Teilort Morsbach wurde der Bau von Ufermauern vorgeschlagen wozu auch die Straße verlegt werden müsste. Alle Maßnahmen zusammen würden nach heutigen Preisen etwa 2,7 Mio Mark kosten, wovon 70 Prozent vom Land als Zuschuß und 30 Prozent von der Stadt Künzelsau finanziert würden. Die Gewässerdirektion Künzelsau geht von einem Baubeginn frühestens im Sommer 2000 aus.

14 Mio für Jugendhilfe
Schwäbisch Hall. Rund 14 Mio Mark im Jahr gibt der Landkreis Schwäbisch Hall in diesem Jahr für Jugendliche aus. So die Zahlen im Einzelhaushalt Jugendhilfe, der heute nachmittag im Jugendhilfeausschuss vorberaten wird. Den größten Anteil an diesen Ausgaben mit weit über sechs, fast sieben Millionen Mark hat die Unterbringung von Jugendlichen in Heimen. Vergleichsweise mager macht sich dagegen der gesamte Etat für die Jugendarbeit, das sind u.a. der Etat des Jugendreferenten, die Mobile Jugendarbeit auf dem Kreuzberg in Crailsheim, der Magic Bus oder das Computer-Clubhaus mit insgesamt 440 Tsd Mark. Insgesamt will der Landkreis gegenüber 1998 etwa acht Prozent weniger für diesen Bereich ausgeben.

Kreisverkehr in Wiesenbach
Blaufelden. Mit der Übernahme von Mehrkosten für den Bau eines Kreisverkehres muß sich heute Abend der Gemeinderat von Blaufelden befassen. Der Landkreis wird in den nächsten Wochen die Kreisstraße zwischen den Blaufelder Ortsteilen Emmertsbühl und Wiesenbach auf eine Breite von sechs Metern ausbauen. Die Gemeinde Blaufelden will das neu geplante Baugebiet bei Wiesenbach mit einem Kreisverkehr anschließen. Die entsprechenden Mehrkosten von geschätzt 100 bis 150 Tsd Mark muß die Gemeinde tragen. Unklar ist noch, wer Bauträger für den Kreiselbau sein soll.

Heiratsdatum
Hohenlohe. Gar manche Zahlenspiele lassen sich in gewissen Jahren mit Monatsdaten anstellen. In diesem Jahr gibt es z.B. den 9.9.99 Das ist zwar noch eine Weile hin, aber ein besonders markantes und deshalb leicht zu merkendes Datum: ideal für Hochzeitstage, die sonst ja so gerne, vor allem von Männern, vergessen werden. Allein in Schwäbisch Hall sind für diesen Tag schon 13 Hochzeiten vorgemerkt, also fast ausgebucht. Acht Vormerkungen gibt es in Crailsheim, sechs in Öhringen und selbst im "kleinen" Künzelsau sind es schon "ungewöhnliche" vier Paare, die am selben Tag heiraten wollen. Vereinzelt gibt es auch schon in den kleineren Gemeinden der Region Vormerkungen für dieses Datum. Verbindlich sind die Termine allerdings noch nicht, denn amtlich zu einer Hochzeit mit allen Dokumenten anmelden kann man sich frühestens ein halbes Jahr zuvor.

Und es stinkt doch
Obersontheim. Allen anderslautenden Berichten in den Medien zum trotz: es stinkt doch auf der Obersontheimer Kompostierungsanlage. So die Bürgerinitiative in Obersontheim (BIO) in einer Pressemitteilung. Auf der Kompostierungsanlage soll künftig und derzeit noch im Versuchsbetrieb professionell der gesamte Bioabfall des Rhein-Neckar-Kreises verarbeitet werden. Ein Steinbruch-Unternehmer und die Entwicklungsfirma der Anlage wollen das Unternehmen gemeinsam im aufgelassenen Steinbruch Heerberg betreiben. Doch von Professionalität sei die Anlage noch weit entfernt, so die Bügerinitiative. Da nütze auch alle bislang lediglich zugesagte wissenschaftliche Begleitung des Kompostierungsprozesses nichts. Der Rotteprozess auf der Anlage komme anscheinend nicht richtig in Gang und Arbeiter müssten immer wieder mit Schaufelladern in die Mieten fahren, um sie aufzulockern oder umzusetzen. Dabei werde sicher nicht nur "Geruch" freigesetzt. Die Obersontheimer Bevölkerung, so die BIO, sei in ihrer Mehrheit nicht bereit, die Geruchs- und vor allem die Keimbelastung der Luft durch Bakterien und Pilzsporen widerspruchslos hinzunehmen.

Elfenbein fürs Museum
Schwäbisch Hall. Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Schwäbisch Haller Bausparkasse, Horst Kleiner, macht dem Hällisch Fränkischen Museum (HFM) eine Wertvolles "Geschenk". Als Dauerleihgabe erhält das HFM die Elfenbeinskulptur "Drei klagende Frauen" des einst in Hall ansässigen Künstlers Leonhard Kern. Der von einer Forchtenberger Künstlerfamilie abstammende Bildhauer Leonhard Kern (1588-1662), der wie viele Künstler von Weltruf oft auch seine Schüler nach seinen Vorgaben und in seinem Namen hat arbeiten lassen, hat diese Drei-Figuren-Gruppe Mitte des 17. Jahrhunderts eigenhändig geschnitzt. Die kostbare Leihgabe wird heute Nachmittag während einer kleinen Zeremonie im HFM übergeben.

7,1 Milliarden Umsatz
Künzelsau-Gaisbach. Die Würth Gruppe, weltweit größtes Handelsunternehmen für Befestigungs- und Montagetechnik erzielte im vergangenen Jahr einen Konzernumsatz von 7,1 Mrd Mark Das sind 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Hohenloher Unternehmen aus Künzelsau-Gaisbach setzte damit seinen Expansionskurs fort und gründete unter anderem Tochtergesellschaften in Jordanien, Rußland und auf Zypern. Das unternehmen beschäftigt jetzt weltweit etwa 29 Tsd Mitarbeiter und will bis zur (tatsächlichen) Jahrtausendwende 2000/2001 in zwei Jahren die 10 Mrd-Umsatz-Schallmauer durchbrechen

Fünf Jahre Frauenhaus
Künzelsau. Seit fünf Jahren besteht das Frauenschutzhaus im Hohenlohekreis, das vom Verein Frauen helfen Frauen betrieben wird. Insgesamt haben in den zurückliegenden fünf Jahren 364 Menschen dort Schutz gefunden. 139 geschlagene und seelisch mißhandelte Frauen und 225 Kinder. Sechs Frauen gleichzeitig finden mit ihren Kindern im Hohenloher Frauenhaus Platz. 30 waren es im vergangenen Jahr. Das heißt: Die Fluktuation im Frauenhaus ist groß. und genau darin liegt für die Betreuerinnen eines der Probleme des Schutzhauses. 40 Prozent der Frauen, die im Hohenloher Frauenhaus Schutz gesucht haben, nahmen ihr Leben danach selbst in die Hand und suchten eine eigene Wohnung. 37 Prozent allerdings kehrten zu ihren Peinigern zurück. Gefeiert wird das Jubiläum "Fünf Jahre Frauen- und Kinderschutzhaus" vom 1. bis 19. Februar im Landratsamt Künzelsau und vom 22. Februar bis 12. März im Öhringer Rathaus mit einer Ausstellung und am 4. März in der Windischenbacher Kelter mit dem Kabarettprogramm "Als Mama Elvis küßte oder Der Sturz von Nierentisch".

Stirbt auch die Schnitzelfabrik?
Rotenhar. Die Nachricht vom plötzlichen Tod des Wirts der "Schnitzelfabrik" in Rotenhar löste in weitem Umkreis Betroffenheit aus. Der 63jährige Adolf Wolf starb wenige Augenblick vor dem Abflug in den langersehnten China-Urlaub auf dem Frankfurter Flughafen. Der im kleinen Ort Rotenhar im Welzheimer Wald von Metzgermeister Wolf aufgebaute Metzgerei und Gastronomiebetrieb "Rössle", regionsweit nur "Schnitzelfabrik" genannt, war beliebtes Ausflugslokal für Familien und Busladungen von Kurzurlaubern. Unklar ist noch, ob Adolf Wolfs Familie die Schnitzelfabrik ohne Adolf Wolf weiterbetreibt.

Gans tolle Angebote und Schafe Preise
Hohenlohe. Der Kocher-Jagst-Radwanderweg wurde jetzt zum 'Landes-Radweg ernannt. Die 350 km lange Strecke ist in diesem Jahr ein Renner am Stand der Touristikgemeinschaft Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald. Über 1000 Prospekte gingen in den ersten Tagen der Messe weg. In diesem Jahr wird der Kocher-Jagst Radweg auch als Tour ohne Gepäck mit Übernachtungen in Komforthotels als Pauschale angeboten.. Weitere Ziele von Pauschalreisen sind zum Beispiel Gschwend mit dem Thema: Backen im Holzofen oder Untergröningen mit einem traditionellen Wochenende im Brauereigasthof. Die Zentrale für den Landurlaub stellte ihr neues Programm "Urlaub auf dem Bauernhof" stellte ihr Programm unter dem einfallsreichen Titel "Angebot Gans toll, Preise einfach Schaf" vor, an dem sich auch Ferienhöfe im Hohenloher und im Limpurger Land beteiligen.

Stromkauf Hohenlohe gegründet
Kirchberg an der Jagst. Was Industriekunden können, müsste auch privaten Stromabnehmern möglich sein, so die Energie-Initiative Kirchberg an der Jagst. Mitglieder gründeten jetzt die Stromkauf Hohenlohe, die den Bezug von umweltfreundlichem Strom auch quer durch Netze anderer Anbieter möglich machen will.. Ziel ist es, möglichst viele Haushalte oder Tarifkunden wie Landwirte, Kleingewerbe oder auch Kommunen zu bewegen, beim Stromkauf-Modell mitzumachen um als Großabnehmer verhandeln zu können. Eingesparte Gelder sollen fifty-fifty aufgeteilt werden unter den Stromkunden und einem Förderprogramm für umweltfreundliche Stromerzeugung und erneuerbare Energien So könnte Strom aus Sonne, Wind, Wasser, Biogas und Biomasse wie Holz oder Stroh konkurrenzfähig werden, rechnen die Initiatoren. Würden in der Region etwa so viele Haushalte mitmachen, wie die Stadt Schwäbisch Hall Einwohner hat und würden nur zwei Pfennige pro Kilowattstunde eingespart, so ergäben sich für den Durchschnittshaushalt Einsparung um die 60 Mark im Jahr, für das Förderprogramm aber mehr als eine halbe Million Mark. Das Vierfache dessen, was die Stadtwerke Hall in ihrem aktuellen Fördertopfes für die kostendeckende Vergütung solcher Energien haben, indem sie einen halben Pfennig pro Kilowattstunde mehr als üblich erheben.

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Freitag 22.1.1998

Elfenbein fürs Museum
Schwäbisch Hall. Mehr als 120 Tsd Mark investierte die Bausparkasse Schwäbisch Hall in eine nur 16 cm hohe Elfenbeinfigur von Leonhard Kern. Die während des 30jährigen Krieges geschnitzte Kleinskulptur "Drei klagende Frauen" erhielt gestern das Hällisch Fränkische Museum als Dauerleihgabe für seine zu den bedeutendsten in Europa gehörende Sammlung von Leonhard Kern-Arbeiten. Dies glückte, so Bausparkassenchef Horst Kleiner, nur nach erheblichen Schwierigkeiten. Die Verhandlungen mit dem Schweizer Sammler und Verkäufer drohten mehrfach zu scheitern, nicht nur aus finanziellen Gründen sondern auch wegen Schwierigkeiten bei der Abwicklung des Verkaufes von Elfenbein ins gebiet der EU, aber schließlich ist es doch gelungen. "Wenn ein Unternehmen so etwas unternimmt, dann hat dies mit Mäzenatentum zu tun. Bankiers sind immer Mäzene gewesen. Und wenn ein Werk des bedeutendsten Künstlers der Stadt am Markt angeboten wird, ist es eigentlich naheliegend, daß man versucht, dieses in die Stadt zurückzuholen. Und das haben wir getan"

Haushaltsberatungen
Crailsheim. Zum vorgelegten 148 Mio Mark Entwurf der Verwaltung hatten gestern im Crailsheimer Gemeinderat die Fraktionen das Wort. Die Personalausgaben auf den Stand 27,5 Mio von 1998 begrenzen will die CDU. 28,7 Mio hat die Verwaltung eingeplant. Die SPD will die Mittel für das Crailsheimer Kulturwochenende um 10 Tsd Mark erhöhen. Ein 100 Tsd Mark-Förderprogramm für erneuerbare Energien will die Fraktion Unabhänge Grüne Liste zusätzlich nochmals 100 Tsd Mark für die Sport- und Vereinsförderung. Sowohl die Allgemeine Wählervereinigung als auch die Grünen fordern erste Planungsraten für Turnhallen in der neuen Astrid-Lindgren-Schule am Kreuzberg und Crailsheims zweite Realschule in der Flügelau. Alle Fraktionen wollen in der Stadt das Rad- und Gehwegenetz ausbauen. Die Stadt allerdings muß weiter sparen, auch wenn nach Finanzbürgermeister Harald Rilks Entwurf erstmals seit Jahren keine Neuverschuldung eingeplant ist.

Neues Zollamt
Untermünkheim. Der Kreis Schwäbisch Hall bekommt ein neues Zollamt. Gebaut wird es , nachdem nun die Baugenehmigung vorliegt, ab nächster Woche im Gewerbegebiet Kupfer der Gemeinde Untermünkheim direkt an der Bundesstraße 14 und nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt. Notwendig wurde der Neubau, weil die beiden Zollämter Schwäbisch Hall und Öhringen zu einem Amt zusammengefaßt werden. Die bisherigen Dienststellen lagen zudem in den Innenstädten ungünstig für die Abfertigung großer Lastzüge. Auch die Dienststellen Bad Mergentheim und Wertheim werden in Zukunft zu einem Amt in Tauberbischhofsheim zusammengelegt.

Um Baum gewickelt
Künzelsau-Mäusdorf. Regelrecht um einen Baum gewickelt hat es an der Landesstraße von Künzelsau nach Langenburg eine 39jährige mit ihrem Nissan. Zwischen Künzelsau-Mäusdorf und Laßbach war das Fahrzeug in einer langgezogenen Linkskurve ins Schleudern geraten und nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Dort hatte sich das Auto regelrecht um den Stamm eines Birnbaums auf einer Streuobstwiese gewickelte. Die Fahrerin mußte von der Feuerwehr aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde sie ins Diak nach Schwäbisch Hall eingeliefert. An ihrem Auto entstand Sachschaden von 30 000 Mark.

10.000 Blutspender
Sulzbach-Laufen. Als Hochburg der Blutspender bezeichnete Bürgermeister Heinrich Krockenberger seine Gemeinde Sulzbach-Laufen, als dort jetzt die 10.000ste Blutspende registriert wurde. Zwei Mal im Jahr kommt das DRK nach Sulzbach-Laufen und obwohl die Gemeinde im südlichen Landkreis Schwäbisch Hall gerade mal 2500 Einwohner hat gibt es jedesmal etwa 250 Blutspenden. Nicht ganz unschuldig sind daran die Frauen der örtlichen DRK-Gruppe. Das in Sulzbach servierte Essen nach der Spende gleiche oft einem Festmahl, hieß es jetzt bei der Feier zur 10.000sten Blutspende Die Sulzbacher Schnitzel seien weithin berühmt. Die Jubiläumsspenderin Sonja Müller aus Sulzbach allerdings bekam einen ganzen Geschenkkorb

Zu 68 Prozent am Tropf
Gaildorf. Etwa 68 Prozent aller im Gaildorfer Haushaltsentwurf 99 verbuchten Einnahmen stammen aus staatlichen Finanzzuweisungen. 32 Prozent bringt die Stadt durch eigene Steuern auf. 6,86 Millionen Mark der staatlichen Zuweisungen oder 36 Prozent der Gesamteinnahmen sind Mittel aus der Einkommensteueranteil. Gegenüber 1998 erwartet Gaildorf aus diesem Topf fünf Prozent mehr Mehr als jede vierte Mark, die Gaildorf einnehmen wird, fließt durch sogenannte Schlüsselzuweisungen. Rund fünf Prozent weniger als noch 1997. Doch die Einwohnerzahl Gaildorfs ist seitdem um etwa 100 zurückgegangen, was zu einem "niedrigeren rechnerischen Finanzbedarf" der Stadt führt.Die Gewerbesteuer Gaildorfs stammt zu 18,4 Prozent aus den Gewerbesteuern. Gerechnet wird mit 3,5 Mio Mark.

Kooperationskonzept
Schwäbisch Hall.Ein Kooperationskonzept zwischen Schule und Jugendamt hat der Landkreis Schwäbisch Hall jetzt vorgelegt. Frühzeitig sollen die Pädagogen an den Schulen als oft erste Ansprechpartner bei Problemen mit Kindern oder in Familien auf die Hilfen hinweisen, die das Jugendamt anbieten kann. Angeboten wird vom Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes auch die regelmäßige Teilnahme an Lehrerkonferenzen, pädagogischen Tagen oder Elternabenden. Darüberhinaus will das Kreisjugendamt in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Fachtagungen für Lehrer und Jugendamts-Mitarbeiter initiieren.

Wieder schwarze Zahlen?
Welzheim. Um 7,7 Prozent auf 152 (Vorjahr 141) Mio Mark wuchs im vergangenen Geschäftsjahr der Umsatz der ATB Antriebstechnik AG in Welzheim. Grundlage dieser Steigerung war ein vom neuen Vorstand erstelltes Strukturkonzept, das in wesentlichen Teilen bereits umgesetzt wurde. So die Geschäftsleitung des ehemaligen "Bauknecht"-Betriebes, der lange Jahre zur deutschen Babcock-Gruppe gehörte. Seit 1997 ist die ATB-Antriebstechnik mehrheitlich im Besitz der österreichischen Gesellschaft des Bundes für Industriepolitische Maßnahmen, kurz GBI. Nach starkem Personalabbau sind in den Werken Welzheim und Spielberg noch 566 Mitarbeiter beschäftigt. Nach eigenen Angaben gehört ATB zu den führenden Herstellern von elektrischen Antriebssystemen und Regelmotoren. Das Unternehmen schreibt allerdings seit 95 rote Zahlen. Erstmals erwartet man im laufenden Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen im operativen Geschäft.

1000 km zum Schappachhof
Ilshofen. Mehr als 1000 Kilometer bis ins polnische Jaroslaw flog der Siegerballon beim Luftballonwettbewerb für Kinder bei der Wirtschaftsmesse des Landkreises Hall, die dieser aus Anlass seines 25jährigen Bestehens im vergangenen Oktober in Ilshofen veranstaltet hatte. Dieser weite Flug brachte der vierjährigen Nadine Schust aus Ilshofen jetzt den ersten Gewinn ihres Lebens: einen einwöchigen Aufenthalt im Schullandheim des Landkreises, dem Schappachhof bei Berchtesgaden mit der ganzen Familie. Werner Schmidt, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises überreichte jetzt den Preis. Alle anderen Kinder, deren Ballon-Antwortkarten zurückgeschickt wurden erhalten ebenfalls Preise: Eintrittskarten für Gerhards Marionettentheater im Schwäbisch Haller Lindach.

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Samstag 23.1.1999

Scharfe Bombe gefunden
Crailsheim-Ingersheim. Eine Bombe sorgte im Neubaugebiet des Crailsheimer Teilortes für Aufregung. Sie war bei Baggerarbeiten heute morgen gegen 8 Uhr 50 gefunden worden. Wie die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Böblingen feststellten, hatten sie eine Splitterbombe vor sich. Ein Geschoss vom Typ FRAG 216, 117 kg schwer mit etwa 35 kg Sprengstoff darin. Eine amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg: 90 cm lang und 30 cm im Durchmesser. Anders als sonst bei derartigen Funden üblich war diese Bombe aber scharf und hätte bei entsprechender Berührung des Zünders explodieren können. "Der Baggerführer hatte riesiges Glück", so ein Kampfmittelbeseitiger. Die Polizei evakuierte etwa 30 Leute in einem Umkreis von 500 Metern um den Fundort. Dann allerdings war der Fall schnell gelöst. Das wegen der Splitter besonders gemeine Ding, ließ sich relativ leicht entschärfen. Der Zünder war nicht einmal eingerostet. Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes konnten um 11.50 Uhr drei Stunden nach dem Fund schon Entwarnung geben.

Autoknacker in Haft
Selbst gestellt hat sich ein 18jähriger Italiener der Haller Polizei. Er hatte im vergangenen Jahr 14 Autos geknackt und über 11 Tsd Mark Schaden angerichtet Von der Beute des jungen Mannes fehlt noch jede Spur. Der Täter selbst war zunächst untergetaucht, hatte sich nach Italien abgesetzt. Nun aber war ihm die Polizei so dicht auf der Spur, daß er sich lieber selber stellte. Doch nicht nur die Haller Polizei hatte Interesse an dem jungen Mann. Es lagen auch zwei Haftbefehle aus Heidelberg wegen weiterer Autoaufbrüche und aus Crailsheim wegen Körperverletzung gegen den 18jährigen vor. Jetzt sitzt er in U-Haft sitzt.

Erneut Einbruchserie
Blaufelden. Erneut haben Einbrecher Firmengebäude am Rand einer kleineren Gemeinde heimgesucht, diesmal in Blaufelden. Es gibt zwar keinerlei Beweise, daß es sich um dieselben Einbrecher handelt wie vergangene Woche in Mainhardt und Ilshofen. Doch wieder wurden Fenster eingeschlagen und Türen aufgehebelt. Und wieder waren sie wohl nur auf der Suche nach Bargeld. Denn viele Dinge, die sonst Einbrecher mitnehmen und zu Geld zu machen versuchen, wurden liegen gelassen. In zwei von vier aufgebrochenen Gebäuden zogen sie ohne Beute ab. In den beiden anderen konnten sie eine größere Menge Bargeld erbeuten. Die Sachschäden addieren sich wieder auf mehrere Tausend Mark. Das Muster der Einbrüche deutet auf eine der berüchtigten "Osteuropa-Banden" hin. In Mainhardt wollen Zeugen auch einen dunklen Mercedes älterer Bauart mit polnischen Kennzeichen bemerkt haben. Doch in Blaufelden gibt es derlei Hinweise bislang nicht.

Gewerbevereinsvorsitzender gibt auf
Crailsheim. Der Vorsitzende des Crailsheimer Gewerbevereins Tilman Wurm gibt auf. Er schließt nach 132 Jahren Firmengeschichte sein Modegeschäft mitten in der Crailsheimer City. Das Modehaus Oechsle verschickte in diesen Tagen die ersten Kündigungen. Von der Schließung zum 31. Juli sind 43 MitarbeiterInnen betroffen. Vor allem die Verlagerung des Handels auf die Grüne Wiese, aber auch die konjunkturelle Lage waren ausschlaggebend für die Firmenschließung. Und, so Tilman Wurm, "es ist keine nennenswerte finanzielle Entlastung der Bürger abzusehen, die dem Handel wirklich einen Schub bringen würden." Betroffen von der Firmenschließung sind auch assoziierte Laden-Geschäfte in Schwäbisch Hall.

Zum siebten Mal Chefsache
Hohenlohe. Die Abfallwirtschaft Hohenlohe versendet in diesen tagen zum siebten Mal ihre "Chefsache Abfall". Die zweimal jährlich erscheinende achtseitige Schrift wird kostenlos an circa 2000 Betriebe aus Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie verschickt. Die neue Ausgabe beschäftigt sich u.a. mit dem umweltfreundlichen Büro, mit Möbeln aus recycelten TraPack-Verpackungen sowie der Verwertung von Leuchtstofflampen. Fester Bestandteil der Ausgaben von "Chefsache Abfall" sind Reportagen, in denen vorbildlich umweltfreundliche Unternehmen vorgestellt werden.

Abwasser-Zusammenarbeit
Mulfingen/Dörzbach. Die Gemeinden Mulfingen und Dörzbach arbeiten künftig in der Abwasser-Entsorgung zusammen. Zwei Teilorte von Dörzbach werden mit einer zwei Kilometer langen Druckleitung an die Sammelkläranlage Mulfingen angeschlossen. Die Gemeinderäte stimmten dieser Lösung in ihren jüngsten Sitzung zu. Die Anschlußkosten der beiden Weiler und die Folgekosten für etwa sechs Kubikmeter Schmutzwasser täglich muß die Gemeinde Dörzbach bezahlen. Für sie ist der Anschluß an die Mulfinger Kläranlage aber weitaus Günstiger als eine lange Leitung zur Dörzbacher Anlage zu bauen.

Doch eigene Klage
Schwäbisch Hall. Die Baussparkasse Schwäbisch Hall hat im Streitfall um den steuerlichen Umgang mit Abschlußgebühren für Bausparverträge nun doch eine eigene Klage eingereicht. Nachdem die Wüstenrot im vergangenen Jahr ihren Rechtsstreit verloren hatte, hatte auch die Stadt Schwäbisch hall noch ausstehende Gewerbesteuern der BSH vereinnahmt. Nun stehen erneut rund 200 Mio Mark zur Debatte, die Schwäbisch Hall möglicherweise an das Unternehmen zurückbezahlen muß, und dann Jahr für Jahr verteilt über die Laufzeit der Verträge doch wieder bekommt. Schon im letzten Jahr hatte auch die Leonberger Bausparkasse eine eigene Klage beim Finanzgericht Stuttgart eingereicht. Nach Einschätzung von Halls Finanzbürgermeister Uwe Winkler ist noch im ersten Halbjahr 1999 mit einer Entscheidung in diesem Fall zu rechnen. Dann ließen sich auch die Chancen der Klage der BSH besser einschätzen.

Geldstrafe für Pfarrer Bechstein
Region. Der ehemalige Leiter der Behinderten Werkstätten in der Region Heilbronn-Hohenlohe, Hans-Dieter Bechstein wurde gestern wegen Untreue zu 30.000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Pfarrer die doppelte Summe beantragt, da er in seiner Vertrauensposition den Beschützenden Werkstätten einen Schaden von 130.000 Mark zugefügt habe, indem er behinderte Mitarbeiter ohne Bezahlung für sich persönlich arbeiten ließ. Der mitangeklagte ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende erhielt wegen Beihilfe zur Untreue eine Geldstrafe von 7.000 Mark. Die beschützenden Werkstätten Heilbronn sind mit Heimen und Werkstätten u.a. auch in Crailsheim, Schwäbisch Hall und Ingelfingen vertreten.

Gemeinsames Tourismus-Marketing
Jagsttal. Die Gemeinden Langenburg, Mulfingen, Dörzbach, Krautheim, Jagsthausen und Widdern sowie Vertreter aus Gastronomie, Fremdenverkehrswerbung und Naturschutz sowie die wissenschaftliche Projektgruppe "Kulturlandschaft Hohenlohe" haben einen Arbeitskreis Tourismus-Marketing gegründet. Sie wollen ein einheitliches Marketing für das Jagsttal entwickeln. Neben der Erstellung des touristischen Marketingkonzeptes für das Jagsttal wird der Arbeitskreis auch gleich praktische Vorhaben angehen. Dazu zählt die Verbesserung des Wanderwegenetzes sowie die Erstellung einer Freizeitkarte. Außerdem will der Arbeitskreis die Wiederinbetriebnahme der Jagsttalbahn unterstützen.

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Sonntag 24.1.1999

Selbst mit VVN zusammengearbeitet
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Freie Bürgerradio "StHörfunk" in Schwäbisch Hall, soll trotz seiner allgemein anerkannten Jugendarbeit keine Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bekommen. Im Fördervereins sei auch ein Mitglied der PDS und der Sender würde der vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" VVN Sendezeit einräumen. Abgesehen davon, daß die Sendungen des Freien Bürgerradios demokratischer Kontrolle unterliegen und auch von Seiten der Landesanstalt für Kommunikation noch nie Anlass zu Beschwerden gegeben haben, hat Landrat Ulrich Stückle (CDU) selbst schon mit der VVN zusammengearbeitet. Im Januar 1995 gab es gar eine Ausstellung zum Thema "Hessentaler Todesmarsch" im Haller Landratsamtsfoyer, erstellt in Zusammenarbeit mit dem VVN, deren Arbeit Landrat Stückle damals ausdrücklich lobte. Auch parteipolitische Einflußnahme ist durch die Satzung des Fördervereins bei Radio StHörfunk ausgeschlossen. Dies und weitere Fakten zur Arbeit des Radio-Fördervereines wurden noch am Abend vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses schriftlich eingereicht. Dennoch sagte Sozialdezernent Claus Boldt (CDU) im Ausschuss, er habe nichts vom Verein gehört... (Im Landratsamt ist politische Einflußnahme nicht per Satzung ausgeschlossen). Der Förderverein fragt mittlerweile, wielange man im Landratsamt einen vermuteten politischen Machtmißbrauch des CDU-Sozialdezernenten dulden werde? Denn mit den Erfordernissen rechtsstaatlichen Handelns sei das Vorgehen Boldts, den Fördervereinsantrag mehrmals von der Tagesordnung zu nehmen, den Förderverein ohne Anhörung öffentlich zu diskreditieren und die Ausschussmitglieder unzureichend zu informieren, wohl nicht zu vereinbaren. Der DGB-Kreisvorsitzende Günter-Volz, Gründungsmitglied des StHörfunk-Fördervereines und VVN-Mitglied läßt gar die Erfolgsaussichten einer Klage wegen übler Nachrede und Beleidigung gegen Dezernatsleiter Claus Boldt prüfen.

Döring gibt Kreisvorsitz ab
Schwäbisch Hall. Entgegen aller anderslautenden Spekulationen setzt FDP-Landeschef Dr Walter Döring seine Arbeit auch als Abgeordneter des Wahlkreises seiner Heimatstadt Schwäbisch Hall fort und sieht auch in Zukunft seine politische Heimat im Hällischen. Bundes- und landespolitisch stark eingespannt, will er allerdings den Kreisvorsitz abgeben. Seit fast 18 Jahren ist der 44jährige Döring jetzt Kreisvorsitzender. Der Kreisvorstand hat jetzt einstimmig den 54jährigen Elmar Zeller als Nachfolger vorgeschlagen. Der Leiter des Berufs-Ausbildungs-und-Informations-Zentrums im Haller Arbeitsamt soll am kommenden Wochenende von den Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt werden. Döring wird lediglich für einen Stellvertreter-Posten auf Kreisebene kandidieren.

Neue Pfarrerin
Schwäbisch Hall. Die Kreuzäckergemeinde in Schwäbisch hall bekommt eine Pfarrerin als Nachfolgerin von Pfarrer Hans Villiger, der am 1. November in den Ruhestand verabschiedet worden war. Er lebt seither in Schwäbisch Gmünd. Pfarrerin Susanne Spöhrer wird am heutigen Sonntag ab 10 Uhr während eines feierlichen Gottesdienstes in der Kreuzäckerkirche investiert. Sie war zuvor Pfarrerin in Herrenberg-Oberjesingen gewesen..

Rettung für Internat?
Creglingen. Das Creglinger Volleyball-Internat soll durch eine Privatinitiative vor dem Aus bewahrt werden. Der Rektor der Realschule, Leonhard Sackmann und der Internatsleiter, Roland Schappacher-Heid wollen das Haus am Creglinger Schickenweg kaufen. Träger soll ein Förderverein 'Creglinger Modell zur Jugendförderung' werden. Dieser soll am 4. Februar gegründet werden. Der Volleyball-Bundesligist TV Creglingen hat nach Medienberichten erhebliche Finanzprobleme. Die Schulden sollen sich demnach auf mehr als 400.000 Mark belaufen.

Im Reich des Sultans
Schwäbisch Hall. Über Kunst und Kultur der Osmanen ging es in einer Ausstellung im Hällisch Fränkischen Museum, die heute während des Türkischen Festes ihren Abschluß findet. Letztmals um 11 und um 15 Uhr gibt es heute Führungen durch die Schau. Ab 14 Uhr werden alte Handarbeitstechniken im Foyer des Museums gezeigt, wo eine zweite Ausstellung zum Thema Türkei die traditionellen Inhalte der Aussteuertruhe eines türkischen Mädchens zeigt. Vorgeführt werden auch türkische Tänze durch die Volkstanzgruppe des türkischen Hilfs- und Sportvereines Schwäbisch Hall. Um 15 Uhr gibt es ein Schattenspiel zu sehen und um 16 Uhr tritt ein türkischer Kinderchor auf. Mit diesem fest enden auch die Türkischen Wochen, die seit November in Schwäbisch Hall mit allerlei Veranstaltungen stattfanden.

Film über Pferde
Sulzbach-Laufen. Über die Pferde des Werner Beißwenger aus Sulzbach-Laufen soll ein Film gedreht werden. Beißwenger geht mit seinen Percheron-Pferden regelmäßig zum Holz rücken in den Kohlwald. Thema des Films ist aber nicht die seltene Tatsache, daß da ein Mann noch mit Pferden im Wald arbeitet, sondern sind die Pferde an sich. Die aus Frankreich stammende Pferderasse ist auch dort mittlerweile selten. Der Film ist eine französisch-deutsche Kooperation, Autor ist der Franzose Jean Leo Dugast, der auch ein Buch über diese Pferderasse geschrieben hat. Bis September werden zwei Fernseh-Teams Leben die Arbeit der Pferde und ihrer Menschen dokumentieren. Vier Tage waren das Kamerateam und Jean Leo Dugast jetzt erstmals in Sulzbach-Laufen und im Kochertal unterwegs, um die Tiere bei der Rückearbeit im Wald, beim Schmied und auf dem Beißwengerschen Hof zu beobachten. Der Film soll am 15. Dezember von 'arte' ausgetrahlt werden.

Schefold in Galerie
Gaildorf. Die erste Ausstellung der Gaildorfer IG Kunst in der Galerie im Alten Schloß wird der Haller Künstlerin Ruth Schefold gewidmet. Ruth Schefold war viele Jahre lang Kunsterzieherin am Gaildorfer Schenk-von-Limpurg-Gymnasium. Die Vernissage findet am heutigen Sonntag um 17 Uhr im Wurmbrandsaal des Schlosses statt. Walter Conradt, Vorsitzender der IG Kunst wird zusammen mit der Interims-Vorsitzende des Hohenloher Kunstvereins Uta Clement von Rehekampff die Einführung in die Werkschau übernehmen. Thema der Ausstellung: 'Ruth Schefold - auf Reisen'. Gezeigt werden Bilder, die im Jemen, in Tibet oder Japan entstanden sind - und zwar von der ersten Skizze über den Entwurf bis zur Ausführung, zum fertigen Holzschnitt oder Aquarell. Die Ausstellung dauert bis zum 14. Februar.

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Montag 25.1.1999

FDP-Kandidaten
Schwäbisch Hall. Der designierte neue Kreisvorsitzende der FDP Elmar Zeller wird neben einer Kandidatur für den Haller Gemeinderat auch bei der Kreistagswahl im Herbst diesen Jahres als Kandidat antreten. Unklar ist allerdings noch, ob die FDP unter dem eher liberalen Geist Elmar Zeller wieder mit den eher konservativen Freien Wählern auf einer gemeinsamen Liste für den Kreistag kandidiert. Neben Zeller wird ein weiterer prominenter FDP-Mann auf der Kreistagswahlliste stehen: auch Dr Friedrich Bullinger, Vizepräsident des Landesgewerbeamtes wird sich einer Kandidatur stellen. Aus Altersgründen nicht mehr antreten wird allerdings Sigrid Müller, Witwe des einstigen baden-württembergischen FDP-Finanzministers Hermann Müller, der einst den Landkreis Schwäbisch Hall zur FDP-Hochburg machte.

Palmer sitzt in Heidenheim
Heidenheim/Hohenlohe. Drei Monate auf Bewährung wegen Beleidigung bekam Remstalrebell Helmut Palmer vergangene Woche bei seinem Prozess in Schwäbisch Gmünd. Trotz Bewährung sitzt Palmer im Gefängnis von Heidenheim an der Brenz. Er hat frühere Geldbußen nicht bezahlt und sitzt jetzt die Ersatzstrafe dafür ab. Etwa 220 Tage haben Palmer-Kenner ausgerechnet. Außerdem stehen dem 68jährigen, der im vergangenen Sommer als Bundestagskandidat im Hohenlohischen aufgetreten war, weitere Klagen ins Haus, u.a. weil er den Richter beim jüngsten Prozess mit dem Nazigruß empfangen hatte. Und weil ihm angeblich vom Gefängnisessen schlecht geworden sei, hat Palmer selbst Anzeige erstattet und der Gefängnisküche den Wirtschaftskontrolldienst auf den Hals gehetzt. Als Corpus Delicti hatte Palmer ein Ei aus der Gefängnisküche an seine Anwältin übergeben.

Von Ast erschlagen
Blaufelden. Tödlichen verletzt wurde am Wochenende ein Mann in Blaufelden. Der 50jährige war bei Holzfällarbeiten im Gewann Burgstall von einem Ast getroffen worden, der plötzlich aus größerer Höhe herabstürzte. Er traf den Mann so unglücklich am Kopf, daß dieser wenig später noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen erlag.

Brandstiftung in Tennishütte?
Gaildorf. Am frühen Sonntag morgen ist die Tennishütte des TC Gaildorf auf dessen Vereinsgelände bis auf das Fundament niedergebrannt. Bei dem Brand wurde zwar niemand verletzt , doch der Sachschaden für den Verein ist enorm. Er wird auf weit über 10 Tsd Mark geschätzt. Unklar ist, wie es zu dem Brand kommen konnte und ob Brandstiftung im Spiel ist. In der Hütte gab es kaum Möglichkeiten, daß sich etwas von selbst hätte entzünden können. Beim Verein fragt man sich, wer hier dem Tennis oder dem Verein schaden wollte. Der Polizeiposten Gaildorf hat die Ermittlungen aufgenommen.

Hungrige Einbrecher?
Oberkessach. Mit einem Fall der Wilderei beschäftigt sich seit gestern die Polizei im Hohenlohekreis. Auf der Straße zwischen Oberkessach und Rossach wurde die Decke eines Rehs gefunden. Das enthäutete Reh ist verschwunden. Das Tier war aber nicht, wie man vielleicht annehmen könnte von einem Auto erfasst und zufällig überfahren, sondern mit einem Schrotgewehr erschossen worden. Einheimischen war am Wochenende in der Gegend ein Auto mit 'ausländischem' Kennzeichen aufgefallen. Einige Einbrüche in Firmengebäude am Rand von Hohenlohischen Dörfern lassen durchaus den Verdacht zu, daß sich in den Wäldern wieder eine osteuropäische Einbrecherbande herumtreibt. Waren diese Einbrecher hungrig und betätigten sich deshalb als Jagdwilderer? Die Polizei nimmt Hinweise entgegen.

Spanische Kunst bei Würth
Künzelsau-Gaisbach. Im Museum Würth in Künzelsau-Gaisbach im Hohenlohekreis wurde gestern nachmittag eine Ausstellung mit Spanischer Kunst der Gegenwart eröffnet. Zu sehen sind rund 100 Arbeiten spanischer Künstler. Basis der Ausstellung "Spanische Kunst am Ende des Jahrhunderts" ist die Sammlung Reinhold Würth, die insbesondere 1996 durch einige Großplastiken erweitert wurde. Parallel dazu wurde in der Künzelsauer Innenstadt in der Hirschwirtsscheuer eine Ausstellung der spanischen Künstlerin Agatha Ruiz de la Prada eröffnet. Beide Ausstellungen werden bis zum 26. Mai dauern.

3500ste Versteigerung
Schwäbisch Hall. Die 3500ste Versteigerung von Zuchtschweinen der Erzeugergemeinschaft Baden-Württemberg fand jetzt in Schwäbisch Hall statt. Das Jubiläum änderte aber nichts daran, daß Schweine-Versteigerungen derzeit schwach besucht sind, da die Vermarktungspreise von Schweinen die Zucht nicht gerade als lukratives Geschäft erscheinen lassen. Dennoch konnten 45 PiÇtrain-Eber und fünf Deutsche-Landrasseeber, sowie einige tragende Zuchtsauen versteigert werden. Die Pietrain-Eber erzielten Preise zwischen 800 und 1950 Mark, die Sauen um 650 Mark. Der Spitzeneber kam aus der Zucht Bauer in Langensall

Bewerber-Vorstellung.
Blaufelden. Erstmals stellen sich heute die Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Kurt Mündlein in Blaufelden der Öffentlichkeit vor. Einer der Kandidaten ist den Blaufelder Bürgern allerdings bereits bekannt: der 41jährige Klaus Köger ist Gemeindeamtsrat für Finanzen in Blaufelden. Sein Konkurrent ist 51 Jahre alt und kommt aus Böblingen Josef Schill ist gebürtiger Rumänien-Deutscher. Die Kandidatenvorstellung beginnt heute um 19:30 Uhr in der Festhalle von Blaufelden. Die Wahl findet am 7. Februar statt.

Hehn wurde Vize
Schöntal. Der Hohenloher CDU-Landtagsabgeordnete Karl Hehn aus Schöntal ist zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses Ländlicher Raum im Stuttgarter Landtag. gewählt worden. Er wird Nachfolger des Abgeordneten Karl Göbel der zum Vorsitzenden des Ausschusses aufrückte. Der 1940 geborene Karl Hehn vertritt mit dem Wahlkreis Hohenlohe im Landtag einen der am meisten landwirtschaftlich geprägten Kreise. Er war von 1965 bis 1996 Bürgermeister in Schöntal und wurde als Abgeordneter Nachfolger des vor wenigen Wochen verstorbenen Karl Östreicher.

VHS-Heft erschienen
Schwäbisch Hall. Das neue Programmheft der Volkshochschule Schwäbisch Hall ist erschienen. Zum dritten Male schon wird es aus Kostengründen nicht mit der Zeitung als Beilage zugestellt. Es kann, wie schon im letzten Jahr bei Banken, Sparkassen, Büchereien und Bezirksämtern sowie einigen Ladengeschäften in Hall kostenlos abgeholt werden. Semesterstart ist am 22. 2.1999 Einschreibungs-Schluß ist allerdings schon am 12. Februar

Wechsel bei Schweizer Stuben
Wertheim. Ab Freitag gibt es in den renommierten "Schweizer Stuben" in Wertheim einen neuen Küchenchef. Nachfolger von Fritz Schilling, der nach acht erfolgreichen Jahren das Haus verlässt, wird Tillmann R. Hahn. Er hat einst in den Schweizer Stuben gelernt, war dann in Hamburg, auf Schloß Lerbach und zuletzt in Honkong. Hahns Stellvertreter in der Küche wird Martin Hauber. Er kommt aus Australien zurück nach Deutschland.. Auch beim Service gibt es Veränderungen, nachdem im vergangenen Jahr Oberkellner Pedro Sandvoss verstorben ist. Neuer Oberkellner der Schweizer Stuben ist Jürgen Alt, der schon seit 1994 im Hause ist. Das von allen großen Gourmet-Führern ausgezeichnete Haus will auch unter den neuen Küchen- und Service-Chefs seine herausragende Stellung bewahren.

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Dienstag 26.1.1999

Flüchtige gefasst
Schwäbisch Hall/Pforzheim. Die beiden Häftlinge, die vergangene Woche in Schwäbisch Hall beim Freigang zum Religionsunterricht einem Pfarrer ausgebüxt waren, sind wieder dingfest. In Pforzheim und in Karlsruhe gingen sie der Polizei ins Netz. Am Sonntagmorgen bemerkten zwei Wachmänner mit Hunden die beiden Täter bei einem Einbruch in eine Kindertagesstätte. Einer flüchtete und konnte heute in Karlsruhe festgenommen werden, der andere ließ sich gleich von der herbeigerufenen Polizei festnehmen. Er hatte eine Schreckschusswaffe bei sich, kapitulierte allerdings vor den Hunden der Wachmänner. Beide Häftlinge werden jetzt wieder ins Haller Gefängnis zurückgebracht. Der Ausbruch und mögliche weitere Straftaten bringen wahrscheinlich eine längere Haftzeit, die ursprünglich bis 2002 gedauert hätte

Pilzsammler aufgefunden
Westgartshausen. Der Ende September verschwundene 86jährige Mann aus Crailsheim-Westgartshausen ist tot. Letztmals war er gesehen worden, wie er kurz hinter dem Crailsheimer Teilort in einen Waldweg abbog. Er hatte seiner Familie erklärt, er gehe Pilze sammeln. Tagelang hatten im September Hundertschaften der Polizei und die Westgartshauser Bevölkerung nach dem Mann gesucht, ohne Erfolg. Jetzt wurde die Leiche des 86jährigen von einem Waldbesitzer in dessen Waldgrundstück auf Gemarkung Kreßberg gefunden. Wie die kriminologische Untersuchung ergab, war der Mann eines natürlichen Todes gestorben.

Einbrecher: 5000 Belohnung
Fichtenau. 5000 Mark Belohnung wurden jetzt im Landkreis Hall ausgesetzt für Hinweise zu einem Einbruch am Ortsrand von Fichtenau Matzenbach. Irgendwann zwischen Donnerstag und Samstag vergangener Woche hatten dort Einbrecher einen Panzerschrank aufgebrochen. Schmuck, Devisen und Bargeld im Wert von mehreren 10 Tsd Mark fielen den Einbrechern in die Hände. Außerdem eine Pistole der Marke Unique, Kaliber 6,35 mit einigen Schuß Munition. Um an den Panzerschrank des Hauses zu kommen hatten die Einbrecher zuvor die Kabel einer Bewegungsmelder-Anlage durchgezwickt. Der Besitzer des Einfamilienhauses befindet sich derzeit auf Reisen, doch seine Familie hat zur Ergreifung des oder der Täter eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt.

Aus Ferien- wird Wohn-Siedlung
Obersontheim Herlebach. Aus der bisherigen Feriensiedlung im Obersontheimer Teilort Herlebach im Fischachtal wird jetzt möglicherweise eine normale Wohnsiedlung. Der Gemeinderat billigte jetzt eine entsprechende Vorlage der Verwaltung. In einer Art Legalisierung bereits bestehender Zustände wird jetzt das ständige Wohnen in der Feriensiedlung erlaubt. Auch Car-Ports und Garagen können nun bei den Häusern errichtet werden.

2 Mio für St. Michael
Schwäbisch Hall. 410 Tsd Mark an Zuschüssen aus der Denkmalförderung sind in den letzten beiden Jahren in die Sanierung der Haller St. Michaelskirche geflossen. So Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring in seiner Zwischenbilanz nach zweieinhalb Jahren Amtszeit. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten, so Döring, zu dessen Zuständigkeiten u.a. auch der Denkmalschutz gehört, seien es gar zwei Mio Mark für dieses bedeutende Kirchenbauwerk gewesen. Zwei Mio Mark waren es auch, die insgesamt während Dörings Amtszeit in 36 Denkmalprojekte im Landkreis Hall geflossen sind.

Run auf Miba 2000
Michelbach an der Bilz. Das künftige Angebot einer Ganztages- Realschule und eines Ganztages-Gymnasiums in Michelbach an der Bilz erlebt einen Run, von dem auch Schulleiter Kurt Hertweck überrascht ist. Über 200 Eltern informierten sich beim tag der offenen Tür über das Modell Michelbach 2000, mit dessen baulicher Umsetzung in diesem Jahr begonnen wird. Schon mit Beginn des nächsten Schuljahres im Herbst sollen die fünften Klassen von Realschule und Gymnasium beginnen. Auch in die Klassen acht und neun des derzeitigen Aufbaugymnasiums mit Internat können ab Herbst externe Ganztagesschüler aufgenommen werden. Ab dem ersten Schuljahr im neuen Jahrtausend 2000/2001 wird dann auch eine siebte Klasse für Umsteige-Schüler von anderen Schulen eingerichtet und eine elfte Klasse, die insbesondere mit dem Erlernen einer zweiten Fremdsprache speziell auf Realschüler zugeschnitten wird, die nach ihrem 'Mittlere Reife'-Abschluß doch noch weitermachen wollen. Im Jahr 2003, so die Planungen, werden dann alle Gymnasialklassen an der neuen Ganztagesschule angeboten werden können.

Ohne Geld und Milch kein Käse
Geifertshofen. Gestern hat die Dorfkäserei von Geifertshofen im Fischachtal mit einem ersten Probelauf den Betrieb wieder aufgenommen. Nach einem Kabelbrand im Oktober und finanziellen Schwierigkeiten durch Baukostenüberschreitungen und verspätete Fördergeld-Auszahlung will Geschäftsführer Hubert Wall die Produktion jetzt bis April wieder auf die Beine stellen. Die Gerüchteküche hatte die mit viel Vorschuss-Lorbeeren und Geldern aus EU-Förderprogrammen erstellte Dorfkäserei schon im Aus gesehen. Nachdem schon während des vergangenen Sommers kein Milchgeld mehr bezahlt wurde, sind auch einige der kleineren Bio-Bauern aus dem Projekt ausgestiegen. Zunächst soll die Produktion mit Allgäuer Biomilch wieder anlaufen.

Widerstandslos
Crailsheim. Widerstandslos gaben sich die Crailsheim Merlins in der zweiten Hälfte des Regionalliga-Baskettballspieles gegen die TG Sandhausen geschlagen. In der Verfassung, wie sie vor allem die zweite Spielhälfte gestalteten und schließlich deutlich 58:82 in eigener Haller verloren, werden sie es schwer haben, in der Regionalliga zu verbleiben. Und der Wunschtraum von Coach Mathias Braun "Wir werden uns zusammenreißen und außer gegen Tabellenführer 'Cosmos' Tübingen alle restlichen Spiele der Saison gewinnen" wird wohl Wunschtraum bleiben

Einzige Kirchenmalerin
Kupferzell. Tabea Gehr aus Kupferzell Rüblingen ist die einzige Kirchenmalerin aus Baden-Württemberg, die im vergangenen Jahr ihre Gesellenprüfung ablegte. Gelernt hatte sie zwar bei einem Betrieb in Bad Mergentheim, zur Berufsschule ging sie aber in München und legte dort auch ihre Prüfungen ab. Dennoch wurde sie nach einigem Hin- und Her in Baden-Württemberg zur Ersten Landessiegerin in ihrem Handwerk erklärt. Derzeit ist die 24jährige dabei sich an der TU München für den Studiengang Restaurierung zu bewerben. Doch da gab es im vergangenen Jahr 800 Bewerbungen auf 20 Studienplätze. Die junge Frau aus Kupferzell will sich aber nicht auf die akademische Ausbildung versteifen. Sollte es damit nicht klappen, will sie im Beruf weiterarbeiten und auf die Meisterprüfung lernen.

Rammstöße statt Spatenstich
Pfedelbach. Mit Rammstößen für die ersten Gründungspfeiler wurde die Feier des Ersten Spatenstich am Realschul-Neubau in Pfedelbach im Hohenlohekreis begangen. In dem 13 Millionen Mark teuren Projekt sollen 12 Klassenzimmer und 9 Fachräume entstehen. Pfedelbach entschloss sich zum Bau, nachdem Öhringen sowohl eine zweite Realschule, als auch die Erweiterung der bestehenden Realschule abgelehnt hat. Die neue Realschule ist die erste weiterführende Schule in Pfedelbach. Sie soll im Sommer 2000 eingeweiht werden.

Tageszentrum eröffnet
Tauberbischofsheim. Ein Tageszentrum für psychisch Kranke wurde jetzt in Tauberbischofsheim eröffnet. In dem 153 Quadratmeter großen Treff sollen unter Federführung des Vereins 'Offene Psychiatrie' Menschen aus dem gesamten Kreis betreut werden. Auf dem Programm stehen u. a. arbeitsorientierte Beschäftigung, sportliche und kreative Freizeitangebote. Mit dem Tageszentrum soll eine Lücke zwischen stationären und ambulanten Diensten geschlossen werden. Ein ähnliches Projekt ist derzeit auch in Schwäbisch Hall im Entstehen.

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Mittwoch 27.1.1999

86 Mio für 1999
Künzelsau. 86 Mio Mark haben die Künzelsauer für das Jahr 1999 in ihrem Stadtsäckl. Der Gemeinderat verabschiedet gestern Abend den 99er-Etat. Finanzieren kann Künzelsau seinen Haushalt im vierten Jahr in Folge ohne neue Kreditaufnahmen. Dennoch investiert man mehr als 21 Mio Mark in den Schulausbau, in die Hallenbad-Sanierung, in den Straßenbau und in den Bau der Stadtbahn. Der Kernhaushalt der Stadt umfasst etwas mehr als 75 Mio Mark. Ausgegliedert sind das Wasserwerk mit einem 8,2 Mio Mark-Etat und der städtische Bauhof, der knapp 2,7 Mio Mark benötigt.

Erneut Häftling entflohen
Schwäbisch Hall. Ein in der Außenstelle "Landwirtschaft" der Schwäbisch Haller Justizvollzugsanstalt beschäftigter Häftling ist gestern geflüchtet. Der 1,80 m große 22jährige entfloh gegen 9.15 Uhr von der Kleincomburg. Er hätte wegen verschiedener Eigentumsdelikte und Körperverletzung nur noch bis Herbst diesen Jahres einsitzen müssen. Die Fahndung nach dem Mann war bislang ergebnislos.

Sanierung wird fortgesetzt
Schwäbisch Hall. Das Land setzt die Sanierung seiner denkmalgeschützten Großimmobilie Kloster Comburg fort. 1997 wurde die alte Dekanei restauriert, 1998 die Michaelskapelle. Für 1999 stehen etwa 1,5 Mio Mark im Etat für die der Südturm und die Südfassade renoviert werden sollen. Schon 1998 wurde mit der Sanierung des vollständig erhaltenen Wehrgangs der burgartigen Klosteranlage begonnen und im Jahr 2000 soll die Nordseite der Kirche in Angriff genommen werden. Vollständig wieder begehbar und für die Öffentlichkeit zugänglich wird die Anlage erst im neuen Jahrtausend

Heute Verabschiedung
Schwäbisch Hall. Schulamtsdirektor Cupal wird heute in den Ruhestand verabschiedet. Zur Feier ab 15 Uhr im Hessentaler Hotel Krone werden zahlreiche prominente Vertreter aus Politik, Verwaltung und Schule erwartet. Cupal war zuletzt stellvertretender Leiter des Schulamtes in Schwäbisch Hall.

Grünes Licht für Spanisch
Künzelsau. Der Künzelsauer Gemeinderat als Schulträger hat gestern Abend grünes Licht für die Einführung von Spanisch am Ganerbengymnasium gegeben. Damit kann neben Englisch und Französisch als Dritte Fremdsprache nicht nur Latein sondern auch eine heute lebendige Sprache unterrichtet werden. Das Oberschulamt muß dieser von der Schule gewünschten weiteren Fremdsprache am Künzelsauer Gymnasium noch zustimmen. Da für die Einführung keine zusätzlichen Lehrkräfte gebraucht würden, dürfte dem Unterrichtsbeginn ab dem Schuljahr 1999/2000 aber eigentlich nichts im Wege stehen.

Radios erbeutet
Kirchberg an der Jagst. Autoknacker hatten es in der Nacht auf Dienstag vor allem auf Autoradio abgesehen. Sie brachen an acht Fahrzeugen verschiedener Marken die Türschlösser auf und baute die Radios aus. In einem der Fahrzeuge blieb dabei die Uhr auf 2.39 Uhr stehen. Die gestohlenen Geräte haben eine Wert von über 4000 Mark, der entstandene Sachschaden beläuft sich auf 800 Mark.

Performance
Schwäbisch Hall. Mit der Performance "Masken-Spiel" präsentieren heute vormittag zwischen neun und zehn Uhr auf dem Haller Marktplatz Absolventinnen der Schwäbisch Haller Frauenakademie die Abschlußarbeit ihres Kurses bei Künstlerin Lore Jahnel. Die Performance entwickelte sich aus der Auseinandersetzung mit urtümlichen Darstellungsformen. Die Inszenierung am öffentlichen Ort bedeutet eine nicht alltägliche Herausforderung, die mit Hilfe der Maske als uraltes, magisches Phänomen die Realität überwindet, so die Künzelsauer Künstlerin Lore Jahnel.

Lastzug gestohlen
Hohenlohe-Nord. Einem polnischen Lastzugfahrer wurde am späten Montagnachmittag auf der Autobahnraststätte Hohenlohe-Nord an der A6 zwischen den Anschlußstellen Kupferzell und Neuenstein der gesamte Lastzug samt Ladung gestohlen. Während der Fahrer seine vorgeschriebene Pause machte, verschwand der Lastzug mit fabrikneuen Fernsehgeräten im Wert von 200.000 Mark. Trotz eingeleiteter bundesweiter Fahnung blieb der Lastzug bislang verschwunden

Berufung
Heilbronn. Der Prozeß um die angebliche Untreue des Pfarrers Hans-Dieter Bechstein wird noch einmal aufgerollt. Der Anwalt des wegen Untreue zu einer Geldstrafe von 30.000 Mark verurteilten ehemaligen Chefs der Heilbronner Behinderten-Werkstätten, die auch Heime und Werkstätten im Hohenlohischen betreiben, hat Berufung gegen das Urteil von vergangener Woche eingelegt. Laut Anklage soll der jetzt im Ruhestand befindliche Pfarrer behinderte Werkstatt-Mitarbeiter ohne Entgelt mit Arbeiten an seinem Privathaus beschäftigt haben, wobei dem Verein der Behindertenwerkstätten ein Schaden von über 130.000 Mark entstanden sei.

Bewerber für Bürgermeisterwahlen
Blaufelden/Neuenstein. Die Bewerber für die Bürgermeisterwahlen in Neuenstein im Hohenlohekreis und in Blaufelden im Landkreis Schwäbisch Hall stehen jetzt fest. In Neuenstein können sich die Einwohner am 21. Februar zwischen einer Frau, der in Möckmühl wohnenden Diplom-Verwaltungswirtin Sabine Eckert-Viereckel und einem Mann, dem aus Crailsheim stammenden Diplom-Verwaltungswirt Reinhard Häberlein entscheiden. In Blaufelden ist ein Kandidat gestern Nachmittag zurückgetreten. Doch weil sein Rückzug zu spät kam, wird er dennoch auf dem Wahlzettel erscheinen. Einziger Kandidat ist in Blaufelden Gemeindeamtsrat Klaus Köger, der bislang die finanziellen Geschicke der Gemeinde leitet. Gewählt wird in Blaufelden am 7. Februar. In beiden Gemeinden treten die Amtsinhaber nach jeweils 24 Jahren nicht mehr an.

Städtebaulicher Vertrag
Künzelsau. Das ehemalige Südmilch-Areal in Künzelsau soll gewerblich vermarktet werden. Neben einem Textilmarkt und einem Getränkemarkt, die sich bereits eingekauft haben, sollen ein Lebensmittelgroßmarkt, ein Baumarkt und ein Fast-Food-Restaurant entstehen. Die notwendige Erschließung des Geländes hat die Stadt jetzt in einem städtebaulichen Vertrag an die Haupt-Eigentümerin des Geländes, die Südmilch-Verwaltungs-GmbH vergeben. Sie soll das Gewerbegelände mit Straßen und Versorgungsleitungen erschließen. Der Gemeinderat hat sich dabei ein Mitspracherecht gesichert, denn er wird die rund 1,6 Mio Mark teure Installation anschließend in seine Unterhaltungs- und Verkehrssicherungspflicht übernehmen. Die Stadt verpflichtet sich im Vertrag, die zur Vermarktung und Erschließung notwendigen Beschlüsse herbeizuführen, insbesondere die notwendige Änderung des Bebauungsplanes.

Neuer Gewerbeverein?
Oberrot. Die Gewerbetreibenden von Oberrot schließen sich möglicherweise zu einem neuen Handels- und Gewerbeverein zusammen. Die nächste Besprechung findet heute ab 17 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus des Teilortes Hausen statt. Zuvor besichtigt die Gruppe ab 15 Uhr die Firma Fertighaus Weiß in Scheuerhalden. Bei der anschließenden Besprechung geht es um die Alternativen Vereinsgründung oder Anschluß an den Handelsverein Fichtenberg sowie um die Präsentation des Oberroter Gewerbes im Internet.

Freigabe von Fördermitteln
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Land hat die Fördermittel aus dem Landeswohnbauprogramm 1999 freigegeben. Mit den Fördermitteln werden Darlehen der Landeskreditbank verbilligt. Diese werden derzeit mit Zinsfestschreibungen bis zu 30 Jahren und Zinssätzen zwischen 1,95 und 2,75 Prozent angeboten. Im Landkreis Hall wurden in den 90er Jahren 2978 Wohnungen über die Eigenheimförderung des Landes gebaut. 349 waren es im vergangenen Jahr. In den Genuß der Förderung kommen vor allem Familien mit mehreren Kindern.

Gemeinderäte tagen
Schwäbisch Hall/Gaildorf. Die Gemeinderäte von Schwäbisch Hall und Gaildorf kommen heute jeweils ab 18 Uhr zu ihren monatlichen Sitzungen zusammen. In Schwäbisch Hall beschäftigen sich die Räte u.a. mit dem umstrittenen Um- und Ausbau des Geschäftsflugplatzes ins Hessental und mit der Einsetzung eines neuen beschließenden Ausschusses, der künftig die Arbeit der Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist überwachen soll, die einen jährlichen Etat von etwa 20 Mio Mark bewirtschaftet. In Gaildorf haben die Räte als wichtigsten Tagesordnungspunkt die Verabschiedung des Etats für 1999. Außerdem geht es um die Erweiterung des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums und um einen SPD-Antrag zum Verzicht auf PVC in öffentlichen Gebäuden.

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Donnerstag 28.1.1999

Feuerwehr-Optimierung
Schwäbisch Hall. Nur noch ein Drittel aller Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr in Schwäbisch Hall dienen der Brandbekämpfung. Dieser Wandel in den Aufgaben hin zur allgemeinen Hilfe in Notlagen, insbesondere bei Verkehrsunfällen und beim Umweltschutz stellt andere Anforderungen an Ausrüstung und Organisation. Schwäbisch Hall wird dazu seinen vierten Zug der Freiwilligen Feuerwehr im Teilort Hessental auflösen. Die Fahrzeuge werden verkauft. In 10 von 13 Einsätzen der Hessentaler hatten sie zusätzlich Hilfe der zentralen Feuerwache benötigt, da nur drei Hessentaler Feuerwehrleute auch ihren Arbeitsort in Hessental haben und sofort alarmiert werden konnten. Schwäbisch Hall wird die Hessentaler Wehrleute in die zentrale Feuerwache integrieren und in den nächsten Jahren zwei neue Fahrzeuge vom Typ LF 16/12 beschaffen. Kosten dafür knapp eine Mio Mark.

Für Flugplatz-Ausbau
Schwäbisch Hall. Mit 21 gegen 14 Räte stimmte der Haller Gemeinderat gestern im Grundsatz für den Ausbau des Haller Geschäftsflugplatzes in Hessental. Gleichzeitig mit der Verlängerung der Start- und Landebahn auf 1480 Meter soll auch eine Verschwenkung der Bahn um 20 Grad aus der Ost-West-Richtung nach Norden erfolgen. Das bringt den direkt angrenzenden Wohngebieten eine Lärmminderung um bis zu 5 Dezibel am Fluglärm-Beurteilungs-Pegel, der dann in keinem Fall mehr auf über 60 dB(A) steigen wird.

16 neue Tagesmütter
Schwäbisch Hall. Seit Oktober nahmen sie an einem Kurs des LandFrauenService Kupferzell an der Schwäbisch Haller Volkshochschule teil. Heute bekommen 16 neue Tagesmütter ihr Zertifikat. Der Kurs war angeboten worden, nachdem sich in Schwäbisch Hall ein Tagesmutterverein gegründet hatte, der die Frauen künftig an Mitglieds-Familien vermitteln wird. Im Lehrgang wurden die Tagesmütter von qualifizierten Referenten in Pädagogik und Psychologie, Ernährungs- und Gesundheitserziehung sowie mit den gesetzlichen Grundlagen von Kinderbetreuung vertraut gemacht. Auch der nächste Kurs für Tagesmütter ist schon ausgebucht

Einbrecher klauten Tresor
Schrozberg. Gleich den ganzen Tresor nahmen Einbrecher jetzt in Schrozberg mit. Sie waren in der Nacht zum Mittwoch in ein Bekleidungsgeschäft eingedrungen, hebelten im Untergeschoß den würfelförmigen Tresor von der Wand und nahmen ihn mit. In dem Tresor befand sich eine erkleckliche Menge Bargeld. Dem Bekleidungsgeschäft entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Mark. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

Hospital-Ausschuss
Schwäbisch Hall. Einen beschließenden Hospital-Ausschuss hat der Gemeinderat von Schwäbisch Hall gestern beschlossen. Die rund 700 Jahre alte Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist mit einem Etat, der dem einer Kleinstadt entspricht, soll künftig von 10 Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister direkt kontrolliert werden. Bislang wurden die Hospital-Angelegenheiten weitgehend ohne große Kontrolle durch die Verwaltung erledigt und eher nebenbei in den verschiedenen Ausschüssen mitbehandelt. Einer entsprechenden Änderung der Hauptsatzung Schwäbisch Halls zur Installation des Ausschusses stimmten die Räte gestern mit großer Mehrheit zu.
Ohne Führerschein ausgeliefert

Frankenhardt. In der Gemeinde Frankenhardt bei Crailsheim rutschte der Lieferwagen eines Paketzustellers von der Straße und blieb seitlich im Straßengraben liegen. Dumm für den 28jährigen Fahrer. Denn die Polizei stellte nicht nur den Schaden von etwa 5000 Mark fest, sondern auch, daß der Fahrer jeden Tag im Raum zwischen Aalen, Crailsheim und Schwäbisch Hall Pakete auslieferte, obwohl er nicht im Besitz eines Führerscheines war. Der war ihm vor vier Monaten schon wegen eines Verkehrsvergehens abgenommen worden.

Eheringe geangelt
Gaildorf. Mit einem Gullideckel ein Loch in die Schaufensterscheibe eines Schmuckgeschäftes stießen zwei unbekannte Täter in Gaildorf. Durch das entstandene etwa faustgroße Loch angelten sie sich einen Schmuckständer auf dem Eheringe befestigt waren. Die hatten insgesamt einen Wert von fast 10 Tsd Mark.

Storz-Straße beschlossen
Schwäbisch Hall. Der einstige Haller Schulleiter und spätere baden-württembergische Kultusminister Dr. Gerhard Storz bekommt eine eigene Straße in Schwäbisch Hall. Der künftige Gerhard-Storz-Weg ist eine kleine Erschließungsstraße im Wohnbaugebiet auf dem ehemaligen Postgelände an der Crailsheimer Straße. In Verbindung zu bringen ist dieser Weg mit dem etwas stadteinwärts gelegenen Gräterweg. Auch David Gräter war einst Leiter des Gymnasiums bei St. Michael gewesen. Vorgeschlagen hatte die Namensgebung der Haller Gemeinderat Kristian Neidhardt kurz nach der Feier anlässlich des 100sten Geburtstages von Gerhard Storz. Neidhardt hatte allerdings an die Straße zwischen Altem Gymnasium und Marktplatz gedacht

Verwaltung unterlegen
Schwäbisch Hall. Die Haller Stadtverwaltung scheiterte gestern Abend im Haller Gemeinderat knapp mit ihrem Vorschlag, das alte Wachhaus des ehemaligen Wehrmachtsstandortes Hessental, der später zum Nato-Camp-Dolan wurde, abzureißen. nach Auffassung der Verwaltung passt das Gebäude nicht zum Image des dort jetzt im Aufbau befindlichen Gewerbegebietes Solpark. Die Räte jedoch waren mehrheitlich anderer Meinung. Vorgeschlagen wurde, das einstige Wachhaus zur Gedenkstätte oder zu einem Ausstellungsraum umzuwidmen, in dem sowohl Vergangenheit als auch Zukunft des Geländes erklärt werden. Nun muß sich die Bauverwaltung andere Lösungen überlegen. Sie hatte erwartet, das besonders markante Eingangsgrundstück zum Solpark-Gelände zu einem attraktiven Preis verkaufen zu können.

Handwerksstudie
Hohenlohe. Die Volksbank Hohenlohe präsentiert heute Abend gemeinsam mit der Handwerkskammer Heilbronn die Studie "Gestaltungs- und Lernchancen in Kundenaufträgen" des Bundesinstitutes für Berufsbildung. Hans-Dieter Eheim, einer der vier Autoren der Studie, stellt in Zusammenarbeit mit einem renommierten Handwerksbetrieb der Region die Untersuchungen und die Ergebnisse dieser Studie vor. Dabei geht es unter anderem um die Grundsätze der Kundenorientierung und Kundenbetreuung sowie um Wege und Lösungen, die sich daraus für die Ausbildung im Handwerk ergeben. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Gebäude der Künzelsauer Volksbank

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Freitag 29.1.1999

Zweitbestes Bausparjahr zum Abschied
Schwäbisch Hall. Als ein guter Bauspar-Jahrgang herangereift sei das vergangene Jahr, sagte Baussparkassenchef Dr. Horst Kleiner auf seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz vor seinem Ruhestand. Die Baugeldzuteilungen stiegen um 14 Prozent auf fast 19 Mrd Mark. Damit haben die BSH-Kunden rund 70 Tsd Häuser gebaut und über 200 Tsd Wohnungen modernisiert. Fast eine Mio neue Verträge mit einem Vertragswert knapp unter 40 Mrd Mark wurden bei der BSH im Jahr 98 neu abgeschlossen. Bausparen ist also weiter im Trend und die BSH hat in Deutschland einen Marktanteil von 23,5 Prozent, Platz 1 in Deutschland. Insgesamt hält die Bausparkasse einen Vertragsbestand von 300 Mrd Mark. Erwirtschaftet wurde eine um 7,7, Prozent höhere Bilanzsumme von 57,7 Mrd Mark. Doch die Gewinne wurden vor allem durch zwei Faktoren geschmälert. Zum einen mussten rund 80 Mio Mark für die Umstellung auf EURO und den sogenannten Jahr-2000-Bug der Computersysteme aufgewendet werden. Zum anderen wurden etwa zehn Prozent der im letzten Jahr abgeschlossenen Verträge aufgrund der Gesetzeslage erst jetzt Anfang 1999 eingelöst.Im Endergebnis brachte dies etwa 35 Mio Mark weniger Gewinn. Obwohl vom Ergebnis etwas durchwachsen, war das Bausparjahr 1998 das insgesamt zweitbeste der Geschichte der Bausparkasse Schwäbisch Hall, sagte Horst Kleiner auf der Bilanzpressekonferenz der BSH gestern in Schwäbisch Hall. Ende März geht er 62jährig in den Ruhestand. Er werde seinem Nachfolger Dr Alexander Erdland, derzeit noch Vorstandsmitglied der Muttergesellschaft DG-Bank, ein wohlbestelltes Haus hinterlassen.

Unklare Stimmungslage
Region Franken.Zwischen Unsicherheit und Optimismus bewegen sich die Aussagen der Kammern zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region. Die konjunkturellen Erwartungen in den jüngsten Berichten der Kämmern sind zweigeteilt. Während die Handwerksbetriebe überwiegend eine gute Auftragslage verzeichnen, klagen die Industrieunternehmen über Schwierigkeiten auf den Exportmärkten. Nach einer Umfrage der Industrie und Handelskammer bezeichnen nur noch knapp 32 Prozent der Mitglieder ihre Geschäftslage als gut, gegenüber 38 Prozent im Vorquartal. Eine Mehrheit der Handwerksbetriebe dagegen erwartet in den kommenden Monaten eine weitere Belebung des Geschäfts, jedes zehnte Unternehmen meldete Auftragsbestände für mehr als zwölf Wochen.

Jugendschutz-Kontrollen
Landkreis Schwäbisch Hall. Die Polizeidirektion Schwäbisch hall wird in den nächsten Tag verstärkt in Diskotheken, Gaststätten und bei öffentlichen Veranstaltungen gezielt Jugendliche überprüfen. So weist die PD im Vorfeld der Kontrollen ausdrücklich auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin. Demnach dürfen Jugendliche unter 14 Jahren nur in Begleitung von Erwachsenen in Gaststätten, Diskotheken oder zu öffentlichen Tanzveranstaltungen. Für Diskotheken gilt dies sogar noch für 16jährige. Ohne Begleitung von Erwachsenen sind Discos tabu. Und wer noch keine 18 ist, muß spätestens um Mitternacht nach Hause. Dies gilt auch jetzt während der Faschingszeit. Übrigens: unter 16 dürfen Kinder in der Öffentlichkeit auch nicht rauchen, was viele Kids aber anscheinend nicht kümmert. Auf sie wird die Polizei in nächster Zeit verstärkt ein Auge haben. Ebenfalls überprüfen wird die Polizei in diesen Tagen Videotheken bezüglich der Kennzeichnung und Zugänglichkeit von Filmen für Jugendliche.

Geburtsfehler vor Gericht
Crailsheim/Stuttgart. Eine Anomalie bei einer Schwangeren übersehen hatte 1992 im Crailsheimer Krankenhaus die diensthabende Ärztin. Als während der Geburt plötzlich eine Operation notwendig wurde, war auch noch der Schlüssel für den Operationssaal minutenlang nicht auffindbar. Durch die Fehler wurde das Kind schwer behindert geboren. Das Oberlandesgericht Stuttgart will den Kreis Schwäbisch Hall nun für den ärztlichen Kunstfehler mit haftbar machen.. Die Richter kündigten einen Vergleich an, wonach die Ärztin fünf Achtel eines noch nicht benannten Schmerzensgeldes und Schadenersatzes tragen soll, der Kreis als Betreiber des Krankenhauses drei Achtel.

Nahverkehr in Klausur
Künzelsau. Der Prüfausschuß des Kreistages im Hohenlohekreis hat gestern seine Beratungen über die Zukunft des Öffentlichen-Personen-Nahverkehrs NVH fortgesetzt. Hinter verschlossenen Türen ging es vor allem um den Abbau eines mittlerweile großen Schuldenberges von fast zehn Millionen Mark, der aufgelaufen ist, weil jährliche Defizite des sogenannten Eigenbetriebes haushaltstechnisch jeweils auf das nächste Geschäftsjahr vorgetragen und nicht vom Landkreis aus der Kreiskasse übernommen wurden. Um Kosten zu senken ist im Gespräch, ganze Buslinien zu streichen und das NVH-Angebot am Wochenende deutlich zu reduzieren. Die Beratungsergebnisse werden in der nächsten Kreistagssitzung vorgestellt.

Aus Wunschhits wurden Spielsachen
Schwäbisch Hall/Heilbronn. In den Kinderabteilungen des Schwäbisch Haller Diakoniekrankenhauses und im Caritaskrankenhaus von Bad Mergentheim ist heute Bescherung. Um 9 Uhr in Schwäbisch Hall und gegen 12.30 Uhr in Bad Mergentheim werden die Spielsachen überreicht, für deren Finanzierung die Hörer des Regionalsenders Radio TON durch eine Weihnachts-Wunschhit-Aktion gesorgt haben. Alle für Musikwünsche eingegangenen Zahlungen wurden gemeinsam mit den Bankhäusern Partin und Hörner sowie der auf Kindersachen spezialisierten Firma 'eibe' aus Röttingen in hochwertige Spielzimmer-Ausstattungen umgewandelt. Radio-TON Moderator Klaus Höflinger und Geschäftsführerin Christine Winkelmann überbringen die etwas verspäteten "Weihnachtsgeschenke" der Hörer von Radio TON.

Baubeginn am neuen Zollamt
Kupfer. Die Zollämter Öhringen und Schwäbisch Hall werden aufgelöst und im neuen Zollamt Untermünkheim-Kupfer im Gewerbegericht nahe der Autobahn A6 zusammengefasst. Bei dichtem Schneetreiben fand gestern Nachmittag der berühmte "Erste Spatenstich" statt. Schon im Juni will die Staatliche Hochbauverwaltung das Amt schlüsselfertig an die Zollverwaltung übergeben. Gebaut wird das 2-Mio-Mark-Projekt von der jungen Haller Bauträgerfirma "ProjektBau2000 plus" und ihrem Architekten Klaus Ziemen, die damit ihren ersten größeren öffentlichen Auftrag erhielten. In dem neuen Zollgebäude im Gewerbegebiet Kupfer werden einmal 20 Beamte der Zollverwaltung sowie der Steuer- und Zollfahndung arbeiten. Drei Lastzüge gleichzeitig können künftig an der Rampe abgefertigt werden. Derzeit kommen Ost-West-Geschäft über die A6 bis zu 170 LKW pro Woche an die bisherigen beiden Standorte.

Richtfest bei Kreissparkasse
Künzelsau. Die Kreissparkasse des Hohenlohekreises feiert heute Richtfest an ihrer neuen Zentrale. Der Neubau entsteht derzeit auf dem von der EVS geräumten Gelände in der Innenstadt von Künzelsau, direkt neben dem bisherigen Kreissparkassengebäude. Grundsteinlegung war im Juni 1998. Fertig werden soll der Bau Mitte Dezember diesen Jahres. Die neue Hauptstelle künftig auf über 7.000 Quadratmetern Fläche in vier ober und zwei unterirdischen geschossen Platz für 160 Mitarbeiter bieten. Zentrale Räume für die Kundenöffentlichkeit werden eine lichtdurchflutete Kundenhalle mit modernster Banktechnik und ein großer Veranstaltungsraum im 3. Obergeschoss werden. Für den Neubau mußten fast 15.000 Kubikmeter Aushub bewegt werden, darunter 2.500 Kubikmeter Fels, der unter schwierigen Verhältnissen entfernt werden musste. Verbaut wurden 4500 Kubikmeter Beton und 1000 Tonnen Stahl. Kosten wird der Neubau rund 39 Mio Mark. Die Sparkasse des Hohenlohekreises hatte im vergangen Jahr eine Bilanzsumme von 2,1 Mrd Mark. Beschäftigt werden 348 Mitarbeiter in 62 Geschäftsstellen im Landkreis

Anwälte für Kinder
Künzelsau. Ein ungewöhnliches Angebot gibt es künftig in Künzelsau. Kinder und Jugendliche können sich direkt und ohne Einschaltung ihrer Eltern von richtigen Rechtsanwälten beraten lassen, wenn sie Probleme mit der Justiz oder der Polizei haben, etwa weil sie über die Stränge geschlagen oder Probleme mit Drogen haben. Der Service, getragen von der Diakonischen Bezirksstelle und zwei Rechtsanwältinnen aus Künzelsau, kam aufgrund einer Idee aus den Reihen des Jugendgemeinderates zustande. Startschuss für das Modellprojekt ist heute Nachmittag ab 14 Uhr im Alten Bahnhof, wo im Raum des Jugendgemeinderates auch künftig die Beratungsstunden abgehalten werden.

Erfolgreichste im Freiverkehr
Schwäbisch Hall. Die erfolgreichste Aktie des letzten Jahres im Freiverkehr an deutschen Börsen war die GUB-Aktie. Die Glasauer-Unternehmensbeteilugungen AG mit Sitz in Schwäbisch Hall, die im Oktober 97 an die Börse ging, konnte für ihre Aktie einen Kursgewinn von 388 Prozent verzeichnen. Nachdem die Aktie zwischenzeitlich über 120 Mark gehandelt wurde, stabilisierte sie sich mittlerweile bei einem Kurs um 90 Mark (aktuell 95.50 bis 97.00) an den Wertpapierbörsen von Frankfurt, Berlin, Stuttgart, München und Hamburg, an denen die Aktie gehandelt wird. Heute hält die Gesellschaft in Schwäbisch Hall ihre jährliche Hauptversammlung ab. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr im Haller Neubausaal. Unter anderem sollen die Aktionäre der Umwandlung der bisherigen 5-DM-Aktien in nennwertlose Stückaktien, sowie der Umstellung des Grundkapitals von gegenwärtig 3,61 Mio Mark auf EURO zustimmen. Zudem will der Vorstand das Grundkapital durch Ausgabe von über 360 Tsd neuen Aktien deutlich erhöhen. Die GUB ist gegenwärtig mit vier sogenannten Fonds an insgesamt 27 jungen Technologie-Unternehmen beteiligt, von denen einige ebenfalls demnächst an die Börse gehen.

Frau an der Spitze
Ilshofen. Claudia Klug, leitende Angestellte der Baussparkasse Schwäbisch Hall ist neue Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren im Landkreis Hall. Erstmals steht damit eine Frau an der Spitze der Organisation. Dieser Wechsel stand bereits seit einem Jahr fest, denn Tradition bei den Wirtschaftsjunioren ist, daß jeweils der Vize des Vorjahres Chef für das kommende Jahr wird. Claudia Klug stellte ihren Vorsitz unter das Motto "Fördern und Fordern". Zu ihrem Vize und damit zum Vorsitzenden des nächsten Jahres wurde Stefan Braun, Vermögensberater bei der Schwäbisch Haller BW-Bank gewählt.

FDP Hauptversammlung
Schwäbisch Hall. Einer der stärksten FDP-Kreisverbände des Landes, die FDP im Landkreis Schwäbisch Hall wird heute Abend ihre jährliche Hauptversammlung abhalten. Schwäbisch Hall ist Wahlkreis des Landes-Wirtschaftsministers Dr. Walter Döring. Bislang war Döring auch Kreisvorsitzender. Dieses Amt will er heute abgeben. Sein designierter Nachfolger ist Elmar Zeller, Chef der Abteilung Berufsbildung im Haller Arbeitsamt. Referate wird es vom Hohenloher FDP-Bundestagsabgeordneten Ulrich Heinrich zum 'neuen Verständis der FDP als Oppositionspartei' geben sowie Programmatisches vom Haller FDP-Kandidaten für das Europa-Parlament Ingo Bücher. Bücher ist auch beruflich in Europa zu Hause. Er wurde Nachfolger von Hermann-Josef Pelgrim, den die Schwäbisch Haller 1997 zu ihrem Oberbürgermeister wählten, als Vertreter des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums in Brüssel. Die FDP Versammlung beginnt um 19:30 Uhr im Hotel "Haller Hof" in Schwäbisch Hall- Hessental

Ausstellungseröffnung
Rot am See. Eine Ausstellung zum Thema moderne Architektur wird heute von Bürgermeister Manfred Setzer in Rot am See eröffnet. In der Reihe Kunst im Rathaus geht es diesmal um die Gestaltungsaufgaben von Architekten, Innenarchitekten und Landschaftsgestaltern. In die Ausstellung ab 19 Uhr einführen wird der Vorsitzende der Schwäbisch Haller Architektenkammer Wolfgang Kuhn. Die Ausstellung wird bis zum 3. März im Foyer des Rathauses von Rot am See zu sehen sein.

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Samstag 30.1.1999

Mehr Unfälle, weniger Folgen
Schwäbisch Hall. Ein positives Jahr 1998 hat die Polizeidirektion Schwäbisch Hall in Sachen Verkehrssicherheit abgeschlossen. Im Jahr 1998 sind die Folgen von Verkehrsunfällen deutlich zurückgegangen: Bei 3501 Verkehrsunfällen sank die Zahl der Toten von 20 auf 13 und die der Verletzten auf 857. Kein Einzelfall, so Polizeidirektor Gerd Bornschein, sondern ein Trend, der sich trotz steigender Zahl der Verkehrsteilnehmer seit 10 Jahren entwickelt. Zum einen ist die verbesserte Verkehrstechnik mit eine der Hauptursachen, daß es weniger Verletzte und Tote im Straßenverkehr gibt, zum anderen aber auch der doch enorm angestiegene Kontrolldruck durch die Polizei. Neben Geschwindigkeitskontrollen wird es in Zukunft auch verstärkt Drogenkontrollen geben, nicht nur zur Droge Alkohol. Auch für andere Drogenarten stehen der Polizei mittlerweile schnelle Testgeräte zur Verfügung.

Beschluß für Pflegeheim
Rot am See. Der Gemeinderat von Rot am See und der Ortschaftsrat von Brettheim haben sich in einer gemeinsamen Sitzung entschlossen, das bisherige Gemeindekrankenhaus in Rot am See-Brettheim in ein Pflegehaus umzunutzen. Ein Investor aus Crailsheim, der dort bereits ein Pflegeheim betreibt, hat dem Rat seine Konzeption vorgestellt, das Krankenhaus künftig als Kleinstpflegeheim mit 20 Betten zu betreiben. So wird gewährleistet daß das Haus auch künftig für die Pflege von Menschen aus der Region zur Verfügung steht, nachdem die Krankenkassen bereits für 1998 aufgrund des neuen Krankenhaus-Bedarfsplanes eine 40prozentige Fehlbelegung feststellten und eine entsprechende Abgabe von der Gemeinde forderten. Der nicht durch die Pflegesätze der Kassen gedeckte Abmangel mußte aus den allgemeinen Steuern der Gemeinde finanziert werden. Der Crailsheimer Investor denkt, das Haus mit seinem Vorhaben halten zu können und will nach Möglichkeit auch das bisherige Personal des Krankenhauses übernehmen.

Rentner gestorben
Mainhardt. Ein bereits am Mittwoch in Mainhardt vermisster 78jähriger Rentner ist jetzt gefunden worden. Er wurde tot in einem nahen Waldstück aufgefunden. Nachbarn hatten tags zuvor beobachtet, wie der Rentner spazieren gegangen war und hatten die Polizei alarmiert, als er am nächsten Tag auch zur Mittagszeit seine Zeitung noch nicht aus dem Briefkasten geholt hatte. Da der Mann sich nicht in seiner Wohnung aufhielt wurde die Suchaktion in der Umgebung gestartet. Mittlerweile hat die Obduktion ergeben, daß der alte Mann während seines Spazierganges eines natürlichen Todes gestorben war.

Auf Bestellung geklaut
Schwäbisch Hall. Eine Liste mit Bestellungen hatte ein 13jähriger Schüler in seinem Geldbeutel, der jetzt bei einer seiner Diebestouren durch Haller Geschäfte erwischt wurde. Er hatte mit Diebstählen in Haller Märkten seinen Sommerurlaub finanzieren wollen und hatte deshalb bekannten Jugendlichen angeboten, alle waren zum halben Preis besorgen zu können. Als er gestellt wurde hatte er gerade vier CDs und eine Tube Blondiermittel gekauft. Die Ermittlungen ergaben, daß der Junge seit Anfang des Jahres bereits aktiv und schon mehrmals auf Diebestour gewesen war. Der Junge ist nach dem Gesetz noch nicht strafmündig.

Rieseninteresse noch vor Eröffnung
Schwäbisch hall. Schon vor Eröffnung der geplanten Ausstellung über den Reformator Johannes Brenz, der im 16. Jahrhundert auch in Schwäbisch hall wirkte, Verzeichnen die Veranstalter bereit sein riesiges Interesse. Bereits jetzt wurden für die Ausstellung über 70 Führungen vereinbart. Die Ausstellung wird unter dem Titel "'alleyn zwey ding:glauben und lieben' - Johannes Brenz 1499 bis 1570- Prediger - Reformator - Politiker" vom 28.Februar bis zum 24. Mai im Hällisch Fränkischen Museum von Schwäbisch Hall gezeigt. Organisiert wird die Ausstellung, die anschließend auch in Stuttgart und anderen Städten zu sehen sein wird, wurde in aufwendigen Recherchen von der Evangelischen Landeskirche, dem Württembergischen Landesmuseum Stuttgart, dem Hällisch Fränkischen Museum und dem Stadtarchiv der Stadt Schwäbisch Hall zum 500sten Geburtstag des Reformators organisiert. Zur Nachkommenschaft des Reformators Brenz gehören auch heute noch bekannte Namen, wie der Philosoph Wilhelm Hegel, die Dichter Ludwig Uhland und Hermann Hesse, aber auch die Familien Bonhoeffer und von Weizsäcker.

Flug ohne Wiederkehr
Hohenlohe. Bei einer Fahrzeugkontrolle an der Autobahnrastanlage Hohenlohe Nord an der A6 nahm die Ilshofener Autobahnpolizei jetzt einen jungen Türken fest. Wie im berühmt gewordenen Münchner Fall Mehmet, hatte der junge Mann sich als Jugendlicher zahlreicher Straftaten und Vergehen schuldig gemacht, hatte aller Besserungsversuche und Bewährungsauflagen in den Wind geschlagen. Er war dann als 18jähriger aus der Bundesrepublik ausgewiesen worden. Da er sich jetzt also illegal in Deutschland aufhielt, wurde er direkt von der Autobahn in Abschiebehaft genommen und auf einen Flug ohne Wiederkehr in die Türkei geschickt. Sollte er ein weiteres Mal in die Bundesrepublik einreisen, droht ihm hier eine hohe Haftstrafe.

Prager in Hohenlohe
Hohenlohekreis. Zunächst stand mal "Deutsch"-Unterricht auf dem Studenplan von sieben tschechischen Firmenpraktikanten, die jetzt zu einem zweimonatigen Firmenpraktikum in den Hohenlohekreis kamen. Dabei ging es für die Absolventen der Prager Höheren Fachschule für Ökonomie aber nicht darum Deutsch zu lernen, sondern Hohenlohisch, und um ein bißchen Landeskunde. Auch an einer tschechischen Schule mit Unterrichtssprache Deutsch lernt man nicht unbedingt, daß Hohenlohisch Teil des Fränkischen Sprachraumes ist und nichts mit Schwäbisch zu tun hat. Vor allem Firmen, die auch Kontakte oder gar Niederlassungen in Tschechien haben, waren an den Praktikanten interessiert und so war es kein Problem, Praktikumsplätze für die Studenten zu finden bei Würth und der Rudolf Stahl AG in Künzelsau, bei der ebm in Mulfingen, bei Hornschuch in Weißbach und Bürkert in Ingelfingen. Fünf Praktikanten einer früheren Gruppe haben mittlerweile Arbeitsverträge bei Tochterfirmen ihrer Hohenloher Gastgeber-Betriebe in Tschechien unterschrieben.

Kein PVC mehr
Gaildorf. Die Stadt Gaildorf will in Zukunft bei allen Neuanschaffungen im Hochbau auf den Problemstoff PVC verzichten. Auch bei öffentlich geförderten Bauten wird angestrebt, die Vergabe von Fördermitteln von einem entsprechenden PVC-Verzicht abhängig zu machen. Ausnahmen sind vom Gemeinderat zu genehmigen. Die Stadtverwaltung gab zwar zu bedenken, daß Materialien ohne PVC "teilweise erheblich teurer sind". Dennoch folgte das Gremium in seiner letzten Sitzung einstimmig einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion. In einem Informationsblatt hatten die Sozialdemokraten zuvor auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die etwa bei Bränden von PVC ausgehen. So würden Salzsäure in großen Mengen sowie hochgiftige Dioxine freigesetzt.

Kurzarbeit
Murhardt. Einem Zehntel der Beschäftigten der Firma Soehnle-Waagen in Murrhardt droht ab Mitte Februar Kurzarbeit. Betroffen sind 40 Personen in der Produktionsgruppe, in der mechanische Personenwaagen und einfache digitale Waagen hergestellt werden. Es handele sich um eine zyklisch wiederkehrende Saure- Gurken-Zeit nach Weihnachten und um keinen dauerhaften Abschwung, verlautete bei Soehnle-Waagen. Schon in den vergangenen Jahren war die Belegschaft um fast 200 Personen reduziert worden. Soehnle beschäftigt zur Zeit etwa 600 Leute, davon 414 in Murrhardt.

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Sonntag 31.1.1999

Copilot verletzt
Öhringen. Nicht angeschnallt war der Co-Pilot einer deutschen Fluggesellschaft, der sich am Samstag früh auf der Heimfahrt von Leipzig in den Raum Pforzheim befand. Bei Öhringen auf der A6 verunglückte er so schwer, daß er mit komplizierten Rückenverletzungen in eine Spezialklinik eingeliefert werden musste. Sein Auto hatte beim Überholen einen LKW oder Sattelzug an der linken hinteren Ecke gestreift, hatte sich überschlagend den LKW noch überholt, bevor es im Grünstreifen liegen blieb. Der LKW-Fahrer setzte ohne Anzuhalten seine Fahrt fort und wird jetzt wegen Unfallflucht von der Autobahnpolizei gesucht. Sein Fahrzeug müsste in 93 Zentimetern lichter Höhe über der Fahrbahn beschädigt sein, zumindest aber grüne Lackspuren des PKW tragen

Täter ermittelt
Schrozberg. Der Einbruch in die Schuhfabrik Sioux in Schrozberg vom Februar 1997 ist geklärt. Den Tätern waren damals Bargeld, Schecks und auch ein Laptop im Gesamtwert von mehr als 10.000 Mark in die Hände gefallen. Wie sich jetzt herausstellte, sitzen die Täter bereits im Gefängnis von Kaiserslautern. Die Kripo Pirmasens, die in andere Sache gegen drei Männer im Alter zwischen 25 und 45 ermittelte, konnte ihnen jetzt auch den Einbruch von Schrozberg nachweisen. Insgesamt werden dem Trio bislang 57 Einbruchsdiebstähle zur Last gelegt.

Neue Stellvertreterin
Schwäbisch Hall. Maria Riek wird neue stellvertretende Leiterin des Schulamtes von Schwäbisch hall. Sie erhielt diese Funktion als Nachfolgerin des in Ruhestand getretenen Schulrates Adolf Franz Cupal, der am Mittwoch verabschiedet wurde. Schulamtsleiter Wolfgang Pistohl konnte zwar die Bestellungsurkunde für die Funktion Stellvertreter bereits weitergeben. Die Schulrats-Stelle von Adolf Franz Cupal aber wird frühestens zum 1. August wieder besetzt.

Neuer Verwaltungsdirektor
Schwäbisch hall. Hans Peter Maier heißt der neue Verwaltungsdirektor des Haller Diakoniekrankenhauses. Er tritt jetzt die Nachfolge des vor vier Wochen ausgeschiedenen Heinz Nägele an. Nägele war 15 Jahre lang Chef der Diak-Verwaltung gewesen. Schwerpunkt seiner Arbeit, so Nägele bei der offiziellen Übergabe des Amtes, sei die wirtschaftliche Konsolidierung des 600-Betten-Krankenhauses und seine bauliche Sanierung gewesen. Das Diak ist immerhin über 110 Jahre alt. Nägeles Nachfolger warnte vor den Gefahren von innen und außen. Von außen habe die Gesundheitsreform so tiefe Löcher in Budget gerissen, daß insbesondere die Personalkosten kaum noch zu bewältigen seien. Von Innen drohe der Spagat zwischen Ökonomie und sozial verantwortlichem Management, der zu bewältigen sei.

Italien gewann
Tauberbischofsheim: Italien hat das Sieben-Nationen-Turnier der Florettfechterinnen in Tauberbischofsheim und damit die Siegprämie von 5000 Mark gewonnen. Zuletzt hatten die Italienerinnen das deutsche Team besiegt. die vor dem abschließenden Gefecht bereits gegen Rumänien und Frankreich verloren hatten. Auch gegen Italien hatten die Deutschen keine Chancen. Zweite des Turniers wurden die Fechterinnen aus Rumänien.

Metall-Streiks auch hier
GaildorfúAuch in der Region gab es zum Ende der Woche Warnstreiks von Mitgliedern der Gewerkschaft IGMetall. Unter anderem in Gaildorf und Öhringen waren die Arbeitnehmer und die Gewerkschaftler aktiv. Rund 100 unzufriedene Metaller etwa versammelten sich vor den Toren des zum Mahle-Konzern gehörenden Auto-Zuliefer-Betriebes MWP und machten ihrem Unmut Luft. Von einer "unzumutbaren Tarifrunde" sprach Siegfried Haug, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Hall. Da die Arbeitgeber auch auf der letzten Tarifverhandlung kein Angebot gemacht hätten und die Arbeitnehmer nur "hinhalten" wollten, würden jetzt die Gewerkschafter eben aktiv. Getreu ihrem Motto "Auf geht's, raus geht's" brachten die Gewerkschafter vor rund 20 Betrieben in der Lohnsteigerung von 6,5 Prozent.

Schafft die Stadtmalerin?
Gaildorf. man sieht sie wenig in der Öffentlichkeit, die Gaildorfer Stadtmalerin Sabine Arnold und das beschäftigt die gaildorfer, nachdem ihr Vorgänger so streitbar war. Doch obwohl Sabine Arnold vor ihrer Wahl noch als sehr streitbar galt, hält sie sich aus Gaildorfer Querelen heraus. Ihren Ruf als streitbare Künstlerin hatte ihr eine Installation ausgedienter und zersägter Friedhofs-Holzkreuze während der Landeskunstwochen 1995 in Waiblingen eingetragen. Der Aufruhr an der Rems ging damals bis zu Morddrohungen gegen die Künstlerin und schließlich der Zerstörung ihres Kunstwerks. In Gaildorf geht ihr Wirken bislang recht unsichtbar vor sich. Neben den Gaildorf-Projekten (Reliquienschrein, Schulkontakte, Volkshochschule) arbeitet sie auch an Nicht-Gaildorfer- Konzepten. Gaildorf ist nicht Lebensmittelpunkt der Künstlerin - und auch ihre Familie kann sie nicht einfach fallenlassen. Dach Sabine Arnold sicher: "Auch ich werde meine Spuren in Gaildorf hinterlassen". Spätestens, wenn der zeitgenössische Reliquienschrein neben der Stadtkirche aufgestellt ist.

 

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