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Donnerstag 1.7.1999 Zeiger rechtsTag weiter

Mustang baut ab
Künzelsau. Jeanshersteller Mustang aus Künzelsau baut weiter Arbeitsplätze ab. Nachdem im vergangenen Jahr bereits die Produktion am Standort Künzelsau eingestellt und ins Ausland verlagert wurde, sollen in diesem Jahr weitere 60 Arbeitsplätze am Firmensitz Künzelsau wegfallen. "Konkrete Kündigungen wurden bislang aber nicht ausgesprochen", sagte Firmenchef Heiner Sefranek bei der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Trotz Umsatzrückgang um vier Prozent hatte Mustang bessere Umsatzergebnisse als der Gesamtmarkt, der etwa 7 Prozent einbüßte. Von den drei Marken der Künzelsauer schloß lediglich JOOP mit einem Plus. Die Young Fashion Marke W&LT fuhr ein sattes Minus von 13 Prozent ein. Im Jahr 2000 soll es mit Mustang wieder aufwärtsgehen. 1999 versuche man, das 334 Mio Mark Umsatz-Ergebnis von 1998 zu halten.

Ab heute: Weindorf Öhringen
Öhringen. Zum vierten Mal wird heute in Öhringen das Weindorf rund um das Schloß eröffnet. Erstmals wird in diesem Jahr der "Öhringer Weinschlüssel" in Form eines Trinkgefäßes aus Zinn vergeben. Geehrt werden mit diesem Preis Ex-Bundesaußenminister Klaus Kinkel und VfB-Torwart Franz Wohlfahrt. Die Übergabe findet morgen auf der Weindorfbühne um 19.30 Uhr statt. Dort geht heute ab 18 Uhr die Eröffnung mit Oberbürgermeister Jochen K. Kübler, dem Hohenloher Landrat Helmut Jahn und Weinkönigin Silke über die Bühne. Dazu spielen die Jagdhornbläser, singt ein Wengerterchor und tanzt die Winzertanzgruppe der Distelfinken aus Niedernhall.

"Der Klosterapotheker"
Künzelsau. Zwischen 1900 und 1910 entstanden die meisten Fotografien, die derzeit in der Ausstellung "Der Klosterapotheker Carl d`Alleux als Fotograf" in der Schalterhalle der Kreissparkasse Künzelsau zu sehen sind. Sie zeigen das Leben in Hohenlohe zur damaligen Zeit. Auch technisch und künstlerisch sind die erhaltenen Bilder eine wichtige Bereicherung des ansonsten recht lückenhaften archivierten Fotomaterials aus dem ländlichen Hohenlohe der Jahrhundertwende. Ergänzt wird die Präsentation der Fotos durch Exponate der Fotografiertechnik aus jener Zeit. Fotopionier Carl d'Alleux lebte von 1856 bis 1927. Er betrieb die Apotheke in Kloster Schöntal.

Aus für Sommerkonzerte?
Schwäbisch Hall. Die Reihe der Comburger Sommerkonzerte wird möglicherweise eingestellt. Grund: die organisatorische Arbeit hat so zugenommen, daß sie von Ehrenamtlichen kaum noch geleistet werden kann. Die Akademie Comburg hatte deshalb einen Zuschuss der Stadt Schwäbisch Hall beantragt, der vom Gemeinderat abgelehnt wurde. Nächste geplante Veranstaltungen der Reihe sind am Sonntag um 15 und 17 Uhr jeweils eine Führung rund um die Comburg mit kleinen Konzerten an den Plätzen der Kloster-Burganlage mit Solisten und Ensembles der Musikhochschule Stuttgart.

Woher kommen 40 Mio?
Schwäbisch Hall. Der Haller SPD-Abgeordnete Dr Walter Müller fragt in einem offziellen Antrag der SPD-Landtagsfraktion an die Landesregierung, woher die 40 Millionen Mark kommen sollen, die Innenminister Schäuble vorige Woche bei der Verbandsversammlung der Landesfeuerwehren in Schwäbisch Hall für dringende Anschaffungen versprochen hat. Reguläre Zuschüsse für den Ersatz von altem Feuerwehrgerät gibt es im Jahr 1999 nicht mehr, egal wie dringend eine Anschaffung auch wäre. So kann bislang im Kirchberger Teilort Gaggstatt ein 32 Jahre altes Feuerwehrfahrzeug nicht ersetzt werden, weil alle Einnahmen aus der Feuerschutzsteuer allein für die Feuerwehrschule und für im Vorfeld schon gegebene Verpflichtungen aus frühere Jahren aufgebraucht wurden.

Frontal-Crash
Schwer verletzt wurde gestern Nachmitttag eine junge Frau, die auf der Rottalstraße zwischen Badhaus und Obermühle mit ihrem Auto einen Lastzug überholte und dabei frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammenprallte. Die lebensgefährlich verletzte 21jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Drei in ihrem Auto mitfahrende Kinder wurden wie auch die Insassen des entgegenkommenden Autos verletzt. Auch sie wurden in Haller Diak eingeliefert

Wer kennt Bankräuber?
Bibersfeld. Vom Bibersfelder Bankräuber gibt es jetzt aufgrund von Augenzeugenbeschreibungen ein Phantombild. Der etwa 25 bis 30 jährige Mann, 175 cm groß, blonde Haare, Oberlippenbart, schwäbischer Dialekt mit hoher Stimmelage hatte am Montag gegen 12:30 Uhr die Raiffeisenbank Bibersfeld überfallen und rund 100.000 Mark geraubt. Für Hinweise zu seiner Ergreifung hat die Raiffeisenbank Michelfeld-Biberstal eine Belohnung von 10.000 Mark ausgesetzt.

An Unfallfolgen gestorben
Gerabronn. An Unfallfolgen gestorben ist gestern eine 87jährige Frau. Sie war als Beifahrerin in einem Auto gesessen, das am Sonntag Nachmittag zwischen Beimbach und Gerabronn von der Fahrbahn abkam und gegen einen Obstbaum prallte.

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Freitag 2.7.1999

Bluesfestival
Gaildorf. Zum 16. Mal kommen Bluesmusiker aus aller Welt und Fans aus ganz Deutschland auf die Kocherwiese in Gaildorf. Das Gaildorfer Bluesfest ist zu einer Institution in der Szene geworden, hat sich aus bescheidenen Anfängen zu einem der größten deutschen Bluesfestivals entwickelt. Acht Bands mit über 40 Musikern werden in diesem Jahr auftreten und ein breites Spektrum der unterschiedlichen Spielarten vom Country-Blues über modernen West-Coast bis hin zum rauchigen Chicago Blues darbieten. Das Festival beginnt heute um 19 Uhr mit B.B. and the Blues Shacks.

Zeitungsjubiläum
Schwäbisch Hall/Gerabronn. Mit der Generallizenz Nummer 3 begann im Juli 1949 die neue Pressefreiheit nach der Nazizeit. Im Bereich der amerikanischen Besatzungszone konnten vom 1. Juli 1949 an wieder vom jedermann Publikationen herausgegeben werden. In Hall gab es nach kurzem Konkurrenzkampf mit den in Besatzer-Lizenz erschienenen "Haller Nachrichten" wieder das "Haller Tagblatt", in Crailsheim und Gerabronn entstand das "Hohenloher Tagblatt", das seine Wurzeln in der Crailsheimer Zeitung "Fränkischer Grenzbote" und im "Vaterlandsfreund" aus Gerabronn hatte. In Gaildorf erschien unter dem alten Namen "Kocherbote" wieder die Zeitung, wie sie vor der Übernahme und Gleischaltung durch die Nazis bestanden hatte.

Tödlicher Verkehrsunfall
Obersontheim. Die Bühlertalkreuzung, deren Ausbau zum Kreisverkehr schon beschlossen ist, forderte ein weiteres Opfer. Eine 33jährige Autofahrerin starb gestern früh noch an der Unfallstelle. Ihr Fahrzeug war von einem Lkw gerammt worden, dessen 32jähriger Fahrer die Stopp-Stelle an der Kreuzung, trotz Blinklicht und zusätzlicher Straßenquermarkierung überfahren hatte. Der Führerschein des Lkw-Lenkers wurde beschlagnahmt. Die Landesstraßen 1060 und 1066 waren im Kreuzungsbereich mehrere Stunden völlig gesperrt.

Hohenloher Impressionen
Schwäbisch Hall. Anhand einer Auswahl von 120 Arbeiten des Malers Johann Friedrich Reik dokumentiert das Hällisch Fränkische Museum Absichten von Schwäbisch Hall, Hohenlohe und dem Limpurger Land, wie es im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts aussah. Demgegenüber werden in der Ausstellung "Impressionen aus Hohenlohe", die um 16 Uhr im Museum eröffnet wird, schwarz-weiße Fotografien des Hohenloher Fotografen Roland Bauer gestellt. Diese Gegenüberstellung soll dem Betrachter ermöglichen, den Wandel der Stadt Hall und ihres Umlandes nachzuvollziehen.
Vernisage um 19:30 Uhr

Crailsheim. Keramik und Druckgrafik von Elvira Bach stellt das Stadtmuseum im Crailsheimer Spital aus. Die Sommerausstellung mit Werken der zu den "Neuen Wilden" gerechneten Künstlerin beginnt heute abend um 19:30. Elvira Bach war mit Arbeiten auch auf der Documenta 7 vertreten. Damals kreierte sie eine für ihr gesamtes späteres Werk charakteristische Frauenfigur: selbstwusst, eine frontal dem Betrachter zugewandte, mondäne Gestalt, die sich der Welt zeigt aber niemals rechtfertigt. In den letzten zwei Jahren lebte und arbeitete die Künstlerin in Berlin.

Neues bei der Bau-Ausbildung
Schwäbisch Hall. Die neue Ausbildungsordnung der Bauberufe wurde gestern an der Haller Gewerbeschule vorgestellt. Weitere Veranstaltungen in Tauberbischofsheim und Heilbronn sollen Mitte Juli folgen. Größte Neuerung: Es gibt nicht mehr Fächer bezogenen, sondern Lernfelder bezogenen Unterricht. So steht etwa nicht mehr Fachrechnen oder Normzeichnen auf dem Stundenplan, sondern "Einrichtung einer Baustelle" oder "Lesen und Umsetzen von Architektur-Zeichnungen". Diese Form des Unterrichts orientiert sich mehr an der Praxis und kommt sowohl den Auszubildenden als auch den Handwerksbetrieben entgegen. Für die Schulen bedeutet dies: komplette Änderung der Unterrichtsgestaltung. Aber auch die Bewertungskriterien und Prüfungen werden sich für alle ändern, die ihre Ausbildung ab dem 1. August 1999 beginnen. U.a werden auch einheitliche Bewertungsbögen in Ausbildungsbetrieb und Schule eingeführt. Die ersten Prüfungen nach der neuen Ausbildungsordnung wird es im Jahr 2001 geben.

Weinbrunnenfest
Vellberg. Wein statt Wasser fließt ab heute für drei Tage aus dem Stadtbrunnen in Vellberg. Es ist die Zeit des Weinbrunnenfestes mit dem man in Vellberg historische Begebenheiten feiert und wieder aufleben ließ. So treten seit Jahren alljährlich Landsknechte auf, die das erste Weinfass eines "Weinzehnten" aus dem Unterland an die Vellberger "Herrschaft" begleiten. Drei ausgesuchte württembergische Spitzenweine werden heute und am 3. und 4. Juli aus dem Stadt- und Marktbrunnen fließen. Das ganze Städtchen ist über die Festtage mit Tausenden von Lampions illuminiert. Erwartet werden im 4000-Einwohner-Ort Vellberg über 20.000 Besucher.

Motorradtreffen in Rosenberg
Rosenberg. Bikerrock erster Güte wird heute und morgen die Erde rund ums Festzelt des Motorradclubs Rosenberg erzittern lassen. Die Motorradfreunde haben sich die Bands "Fast Lane" für heute ab 22 Uhr und "Bad Mission" für die Samstagsfete eingekauft. Zum Fest gehören auch sportliche Wettstreite und Motorradspiele sowie diverse Prämierungen von Maschinen und Outfit.

Schon wieder Neues im Glashaus
Schwäbisch Hall. Die Stadt wird nicht glücklich mit ihrem Glashaus. Nun hat der dritte Unternehmer aufgegeben und sein Modegeschäft an einen weiteren Unternehmer verkauft, der bislang aber weder über sich noch seine Firma und seine Pläne in Schwäbisch Hall etwas sagen wollte. Das Modegeschäft Lisa's Land wurde bereits Anfang Juni verkauft. Zugleich kam aber auch die Kündigung vom Glashaus-Inhaber, der Düssseldorfer Firmengruppe Sass "wegen Erfolglosigkeit des Vertriebskonzertes". Der neue Besitzer möchte mit Lisa's Land allerdings im Glashaus bleiben und verhandelt mit der Düsseldorfer Immobilienfirma. Die Mitarbeiter von Lisa's Land hatten nach dem Inhaberwechsel eine Änderungskündigungen erhalten. Bislang geht der Verkauf im Modehaus weiter.

Multi-Media-Förderung
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Kultsministerium hat Empfehlungen aus dem Bericht Enquete-Kommisssion "Jugend-Arbeit-Zukunft" umgesetzt und gibt bis zu 80 Prozent Zuschüsse an Jugendgruppen, die sich internetfähige Multimedia-Computer anschaffen wollen. Anträge müssen aber relativ rasch bis Mitte Juli über die Geschäftsstelle des Kreisjugendringes im Haller Landratsamt beim Landesjugendring in Stuttgart gestellt werden. Bis Anfang Oktober haben Anträge auf Förderung Zeit, die zur Programm-Förderung "Integration von Jugendlichen Migranten" gestellt werden. Hier werden Projekte gefördert, die Angebote der Jugendarbeit mit Maßnahmen zur beruflichen Integration von jungen Aussiedlern verknüpfen.

Von Zug überfahren
Bad Mergentheim. Von einem Eilzug erfasst und getötet wurde gestern Nachmittag ein 16jähriges Mädchen in der Nähe von Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis. Das Mädchen wollte einen kleinen einen Hund von den Gleisen holen. Dabei wurde sie von dem in Richtung Bad Mergentheim fahrenden Regionalexpress überfahren. Die 16jährige erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Die Bahnstrecke blieb für Stunden gesperrt.

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Samstag 3.7.1999

Heiße Spur
Schwäbisch Hall. Ob es tatsächlich eine heiße Spur im Fall des Mainhardter Postraubes ist, die Beamte der Haller und der Ingolstädter Kripo gerade verfolgen, wird sich nächste Woche erweisen. Dann nämlich liegen die Ergebnisse eines DNA-Tests vor. Am Mainhardter Tatort war etwas vom Blut des Täters gesichert worden, das jetzt ausgewertet wird. Ins Fadenkreuz der Fahnder geraten sind zwei Männer, von denen einer bereits Selbstmord verübte. Er hat vor wenigen Tagen seine Frau mit einer ähnlichen Drahtschlinge umgebracht, wie sie auch beim Mainhardter und beim Postraub von Lenting bei Ingolsdstadt verwendet wurde. Der andere, wohl psychisch gestörte Mann befindet sich bereits in öffentlichem Gewahrsam, nachdem er versucht hat, in Regensburg eine Bank auszurauben. Offensichtlich hat dieser zweite Täter Beziehungen zu Mainhardt und könnte für den Postraub in Frage kommen. Klarheit soll jetzt die DNA-Analyse erbringen.

Blockheizwerk eingeweiht
Ilshofen. Seit September läuft es zwar schon, das vollautmatische Blockheizkraft in Ilshofen, doch jetzt erst wurde es offiziell übergeben. Betrieben wird das BHKW, das in Ilshofen vier Heizzentralen ersetzt, von den Stadtwerken Crailsheim. Der Gasmotor steht im Keller des Schulzentrums und versorgt Schule, Sporthalle und Rathaus mit Wärme. Der erzeugte Strom geht in das Stromnetz des Elektrizitätswerkes Braunsbach. Investiert haben die Stadtwerke Crailsheim rund 700.000 Mark in die Anlage, die nun jährlich etwa 425 Tonnen CO2 einspart.

Heimatfest
Rot am See-Brettheim. Vier Tage lang wird an diesem Wochenende in der Roter Teilgemeinde Brettheim gefeiert. Ein Fest der Begegnung soll es werden, das Brettheimer Heimatfest, so der Wunsch der Organisatoren. Das Heimatfest soll Ausdruck unseres Gemeingeistes und unseres aktiven Vereinslebens sein, so Reiner Groß, Ortsvorsteher von Brettheim. Gestern wurde eine Ausstellung unter dem Titel "Brettheim - eine starke Gemeinschaft" eröffnet. Außerdem wurde zum Heimatfest eine Broschüre erarbeitet, die mittlerweile aber zum 100 Seiten starken Buch geraten ist. Auch dieses "Heimat"buch wurde gestern der Öffentlichkeit vorgestellt. Heute und morgen wird im Festzelt gefeiert. Zudem schlängelt sich am Sonntag ab 14 Uhr ein Festzug durch das Dorf, an dem sich praktische alle Gruppen und Vereine des Dorfes beteiligen.

Compostelli spielt wieder
Schwäbisch Hall. Zum dritten Mal präsentiert jetzt der Kinder- und Jugendzirkus Compostelli ein Sommer-Programm. Heute feiert das neue Programm Premiere im Zirkuszelt, das im Haller Stadtteil Teurershof steht. Mit dem Programm "Markttag in der Manege" ab 15.30 Uhr wird auch das 450 Personen fassende neue Gradin eingeweiht, das zukünftig freie Sicht für jeden Besucher gewährleistet. Die aus über 80 Kindern und Jugendlichen sowie einigen Erwachsenen bestehende Zirkustruppe ist das zweitgrößte derartige Projekt im Land, das öffentliche Unterstützung erhält.

Würth open air
Gaisbach. Mit einem Konzert der "Jule Neigel Band", mit den amerikanischen "Brandos " und der italienischen Sängerin "Gianna Nannini" geht heute der erste Tag des Würth open air über die Bühne. Morgen Nachmittag werden zunächst die "Prinzen" für die Kleinen ihren großen Auftritt haben. Danach kommen Jungs der "Spider Murphy Gang", um mit "Sperrbezirk" und anderen Hits der 80er auf die drei großen des Abends überzuleiten. "Austria 3", das sind Georg Danzer, Reinhard Fendrich und Wolfgang Ambros, werden das Würth open air 1999 beschließen.

Burgfestspiele
Schloss Stetten. Rund 40 Laiendarsteller wirken bei den Burgfestspielen auf Schloß Stetten mit. Seit Ende März wird jetzt geprobt. Morgen ist Premiere mit dem Kinderstück "Simons Bande gegen Räuber Itzenblitz", das Schlossherr Dr Wolfgang von Stetten nach Funden in alten Akten geschrieben hat. Ein spannendes Stück, so der Organisator der Burgfestspiele auf Schloss Stetten, Steffen Straube-Kögler, ein Stück mit Raufereien, Überfällen und einer Räuberbande, die das Kloster Gnadental bei Schwäbisch Hall überfällt. Regie führt beim Kinderstück Andrea Funk. Das Erwachsenenstück "Die Heilige und ihr Narr" hat am 21. Juli Premiere. Die Romanvorlage dafür zu Beginn dieses Jahrhunderts lieferte die Langenburger Dekansgattin Agnes Günther.

Wasseraktion
Mit einer Aktion zum Wasserschutz, mit einer Ausstellung im Rathaus und zahlreichen Aktionen in der Region weist die Greenpeace Gruppe Kocher-Jagst auf die starke Gefährdung des Grundwassers hin. Gerade im ländlichen Raum, so Greenpeace-Sprecher Matthias Schelber, gehe die Hauptgefahr von einer großen Pestizid- und Nitratbelastung aus, nicht nur im Oberflächen- sondern auch im Grundwasser. Schon öfter habe man aufgrund zu hoher Belastungen Trinkwasserbrunnen schließen müssen. Erreichen wolle Greenpeace mit Aktionen, wie heute auf dem Crailsheimer Schweinemartktplatz, daß die Menschen sensibler mit dem inzwischen "tatsächlich kostbaren Naß" umgehen. Auch wenn es bei uns noch keine akute Not gebe, die Wasserknappheit auf der Erde wachse: nicht weil es zuwenig, sondern weil es immer weniger sauberes Wasser gebe. Umweltverschmutzung bewirke zum Beispiel heute schon, daß selbst in Gletschereis und damit auch in sonst als klar und rein geltendem Gebirgswasser das Pflanzengift DDT nachgewiesen werden könne. Weitere Aktionstage gibt es im Juli in Ellwangen, Crailsheim, Ingelfingen und Schwäbisch Hall.

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Sonntag 4.7.1999

Zahlungsunfähig
Schwäbisch Hall. Zuerst konnte die Firma den Kunstgewerbeladen in der Stadtmitte nicht mehr stützen. "Sibylle Gigga schloß ihren Laden Anfang des Jahres. Dann war lange Wochen ein großes Schild "Zu verkaufen" am Werkstattgebäude im Haller Westen angebracht. Doch anscheinend wollte niemand die Immobilie am Rande des Gewerbegebietes Stadtheide. Jetzt hat die renommierte Möbelschreinerei Fritz Hasenmajer Konkursantrag gestellt. Die zuletzt noch 26 Beschäftigten hatten schon seit Mai keine regelmäßigen Lohnzahlungen mehr bekommen. Auch der Versuch, das in dritter Generation von Margret Hasenmajer und ihrem Schwager Armin Gigga geführte Unternehmen zu verkaufen, war diese Woche gescheitert. Der vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzte Heilbronner Anwalt Gerhard Tonhäuser hat die Beschäftigten für morgen, Montag früh 7 Uhr zu einer Betriebsversammlung einbestellt. Er will zunächst weiterarbeiten und bestehende Aufträge abwickeln lassen.

Neues Stadtadressbuch
Künzelsau. Jeder Einwohner Künzelsaus über 18 Jahren ist erfasst, jede Firma und jede Behörde. Sie alle stehen im neuen Stadtadressbuch der Stadt. Und das gleich zweimal: einmal geordnet alphabethisch nach Namen, zum andern zusammengefasst und aufgelistet nach Straßennamen und Hausnummern. Zudem ist die neueste Ausgabe eines farbigen Stadtplanes im Adressbuch enthalten, das für 4,50 DM bei der Stadtverwaltung, den Banken und Sparkasssen und in Buchhandlungen erhältlich ist. Ebenfalls neu erschienen ist in Künzelsau der Kulturkalender der Stadt mit allen bislang bekannten Terminen von Musik-, Kabarett-, Film- und Theatervorstellungen von Vorträgen und Festen der Vereine bis zum Dezember 1999.

Geld für Kanalisation
Schöntal. Die Jagsttalgemeinde Schöntal hat Probleme mit Fremdwasser in der Kanalisation. Vor allem Oberflächenabflüsse aus den Außengebieten wirkeln sich negativ auf die Abwasserbehandlung in den Kläranlagen der Ortsteile Schöntal und Oberkessach aus. Zudem kostet die eigentlich unnötige Behandlung dieses Oberflächenwassers auch noch Geld. Und auch die Einschwemmung von Sand und Geröll in die Kanalisation bereitet Probleme. Schon seit 1992 laufen deshalb verschiedene Baumaßnahmen, die Oberflächen- und Quellwasser aus der Kanalisation und damit den Kläranlagen fernhalten sollen. Derzeit läuft eine Maßnahme im Bauwert von etwa drei Millionen Mark in Sindeldorf. Das Regierungspräsidium Stuttgart gewährte einen Zuschuss zu den Maßnahmen in Höhe von 2,1 Mio Mark

Heute in München
Schwäbisch Hall/München. Bei den Straubing Spiders müssen heute die Einhörner aus Schwäbisch Hall antreten. Die auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten American Football Bundesliga spielenden Schwäbisch Hall Unicorns wollen das heutige Spiel (Beginn 15 Uhr) im Peterswörther Stadion gewinnen, denn sie wollen zurück auf den dritten Tabellenplatz, den sie bislang fast die gesamte Saison belegt hatten. Möglich scheint dies auch dadurch, daß die Haller ihren wieder genesenen Quarterback Chris Stormer einsetzen können. Das Hinspiel im Haller Hagenbachstadion hatten die Haller mit 60:0 gewonnen, während die Straubinger in der gesamten Saison bislang erst 68 Zähler zusammenbrachten. Die Aufgabe der Haller in München scheint also lösbar.

Waschtag
Wackershofen. Waschkessel und Seifenlauge, Wäschestampfer und Waschbrett, Wäschepresse und Waschbürsten, das sind die Utensiline, die heute im Freilandmuseum von Wackershofen zählen. Von 13 bis 16 Uhr werden beim "Waschtag" all die Tätigleiten vorgeführt, die eine Hausfrau in der "Vor-Waschmaschinenzeit" zu verrichten hatte, wenn große Wäsche angesagt war. Zum Einsatz kommen bei diesem Vorführtag auch die heute oft Blumentöpfe missbrauchten eisernen Bügeleisen, in die man glühende Kohle einfüllte, um sie schön heiß zu machen.

Schubertiade
Dörzbach. Auch in diesem Sommer bietet Dörzbach, insbesondere die Familie von Eyb mit ihrer Schubertiade im Schloß Kunstgenuss in romantischer Umgebung. Besonderes Markenzeichen dieses Konzertsommers sind die Freiluftkonzerte im Schlosshof. Gestern begann die Schubertiade mit dem Dresdner Streichquartett, den vier Stimmführern der Sächsischen Staatskapelle, die seit etwa zehn Jahren in dieser Besetzung als Ensemble auftreten. In Dörzbach präsentierten sie sich gestern abend verstärkt um einen zusätzlichen Cellisten mit Schuberts Streichquintett C-Dur Opus 163 und Edvard Griegs Streichquartett G-moll Opus 27. Das nächste Konzert der Schubertiade findet ebenfalls im Innenhof von Schloß Eyb am kommenden Wochenende statt mit einem Mozartabend der Thüringischen Philharmonie und dem in Dörzbacher Schloß wohnenden Pianisten Christoph Soldan als Solisten.

Bilder und Objekte
Langenburg. Die Witwe des 1995 verstorbenen Künstlers Georg Sternbacher Ute Sternbacher-Bohe führt heute die Besucher durch die Sommerausstellung des Hohenloher-Kunstvereins im Langenburger Hofratshaus. Bilder und Objekte von Georg Sternbacher, der 1933 in Unterkochen bei Aalen geboren wurde, werden bis zum 8.August in Langenburg ausgestellt. Sternbacher, der in Oberriffingen auf dem Härtsfeld lebte und arbeitete, trat vor allem durch zahlreiche architekturbezogene Aufträge an Kirchen und Schulen sowie Platzgestaltungen in Erscheinung. Die Ausstellung in Langenburg versucht nun auch seine malerischen und kleinplastischen Arbeiten dem Publikum zugänglich zu machen.

Völlig ausgebrannt
Schöntal. Völlig ausgebrannt ist am Freitag ein Linienbus auf der Strecke Schöntal-Bieringen. Obwohl der 33jährige Fahrer sofort mit einem Handfeuerlöscher Gegenmaßnahmen ergriff, als er den Brandgeruch bemerkte, waren seine Bemühungen vergeblich. Der Bus brannte völlig aus. Auch die Straße und die dortige Hangbepflanzung kamen durch Hitzeeinwirkung und auslaufenden Dieseltreibstoff zu Schaden. Fahrgäste befanden sich glücklicherweise nicht im Bus. Der Sachschaden wird auf 400.000 Mark beziffert. Die Straße musste während des Einsatzes der Feuerwehren aus Schöntal, Oberkessach und Westernhausen völlig gesperrt werden.

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Montag 5.7.1999

Brandanschlag
Crailsheim. Unbekannte haben gestern am frühen Morgen zwei Brandsätze ins Innere eines türkischen Imbisses in der Crailsheimer Innenstadt geworfen. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit dem Todesurteil gegen Kurdenführer Abdullah Öcalan vergangene Woche in der Türkei nicht aus. Am Imbiss entstand ein Sachschaden von rund 10 000 Mark.

Schwer verletzt
Vellberg. Lebensgefährlich verletzt wurde am Sonntagmorgen ein Motorradfahrer auf der L 1060 zwischen Vellberg und Dörrenzimmern. Vermutlich aufgrund eines Fahrfehlers kam der Motorradfahrer aufs Straßenbankett. Dabei verlor er völlig die Kontrolle über seine Maschine stürzte und überschlug sich mehrmals, bevor er im Grün neben der Straße liegen blieb. Er wurde ins Haller Diak gebracht. An seinem Motorrad entstand Sachschaden in Höhe von etwa 8000 Mark

Bilder von Behinderten
Schwäbisch Hall. Beeindruckende großformatige schwarz-weiß Fotografien stellt derzeit der Verein Lebenshilfe in den Räumen der Beschützenden Werkstätten in Schwäbisch Hall aus. Auf über 40 ausdrucksstarken Porträts und zufälligen Momentaufnahmen zeigt der schon mehrfach preisgekrönte Fotograf Patrick Werner ein ganz anderes Bild von Menschen mit Behinderungen, als der sogenannt "Normale" sich für gewöhnlich vorstellt. "Einblick - Persönlichkeiten schwarz auf weiß" ist denn auch der Titel dieser Ausstellung, die am vergangenen Samstag vom Vorsitzenden der Lebenshilfe Schwäbisch Hall Dr Jürgen Scheidig eröffnet wurde. In diesen Bildern, so der Leiter der Beschützenden Werkstätten Schwäbisch Hall, Manfred Köger, werde auch deutlich, welch zentrale Rolle Arbeit und das Gefühl, etwas Sinnvolles leisten zu können, im Leben der Behinderten spiele. Zwei Wochen lang sind die Bilder nun direkt im Blickfeld der Behinderten, für sie eine Art Reflexion ihres eigenen Lebens, zumindest eines Teils davon. Für die Öffentlichkeit sind die Bilder wieder zugänglich am kommenden Samstag 10. Juli. Außerdem am 17. Juli, wenn die Beschützenden Werkstätten zu einem Tag der offenen Tür einladen.

Gespalten
Neuenstein. Die kommunale Freie Wähler Vereinigung FWV in Neuenstein hat sich gespalten. Bei den Kommunalwahlen im Herbst wird es spannend für die Neuensteiener, denn einige der bisherigen Stimmenkönige, darunter auch die bisherige Sprecherin der Freien Wähler, stehen für das Ehrenamt nicht mehr zur Verfügung. Andere Mitglieder der bisherigen FWV-Liste werden auf einer neuen Liste mit Namen "Aktive BürgerInnen" kandidieren. Diese neue Liste lädt die Neuensteiner und ihre Kandidaten heute Abend zu einem Treffen ab 19 Uhr im Gasthaus "Goldene Sonne" ein. Weitere Neuensteiner, die fürs Gemeindeparlament kandidieren wollen, werden noch gesucht.

Weiterer Sieg
Schwäbisch Hall. Mit einem 42:9 Sieg kamen die Schwäbisch Hall Unicorns gestern aus dem Peterswörther Stadion in München zurück. Bei enttäuschender Zuschauer"kulisse" von nur 80 Leuten war das Spiel gegen die Straubing Spiders schon zur Halbzeit (28:9) entschieden. Und in der zweiten Hälfte ließen es die Mannschaften ob der großen Hitze auch langsamer angehen. Ansonsten gibt es aus dieser Begegnung keine Höhepunkte zu vermelden. Trotz des Sieges bleiben die Haller Einhörner in der Tabelle der Zweiten American Football Bundesliga auf dem 4. Platz. Nächsten Samstag müssen die Unicorns bei den Redskins in Mannheim zum Rückspiel antreten.

Neue Leitung
Öhringen. Der vor fünf Jahren in Öhringen gegründete Hospiz-Dienst hat eine neue Führung. Mit einer Feierstunde wurden die bisherige Einsatzleiterin Ilse Jäger und der seitherige Vorsitzende des Arbeitskreises Hospiz Günter Laier verabschiedet. Der Arbeitskreis Hospiz hat sich mit seinem Dienst zur Aufgabe gemacht, Sterbende und deren Angehörige in den letzten Stunden zu begleiten. Oft machen es gerade die Hospizdienst-Mitarbeiter erst durch ihre Mithilfe möglich, daß ein Sterbender zu Hause in vertrauter Umgebung sein kann. Neue Einsatzleiterin für die rund 15 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen ist nun Susanne Weber-Paul, den Vorsitz des Arbeitskreises übernahm Pastor Werner Reisig. Der Hospizdienst ist über die Öhringer Diakoniestation erreichbar.

InternetcafÇ für Landfrauen
Rot am See. Die Landfrauen aus Rot am See sind von heute bis Mittwoch zum Chatten, Surfen und Verschicken von emails eingeladen. Das mobile Internet-CafÇ der "Akademie Ländlicher Raum" macht Station. Unter fachkundiger Anleitung können selbst diejenigen, die noch nie mit dem Computer zu tun hatten, erste Schritte ins weltweite Daten-Netz wagen. "Niemand, so die Vorsitzende des veranstaltenden Kreis-Landfrauenvereines Brigitte Ströbe, "könne sich auf Dauer den neuen Medien entziehen, auch wenn vielfach noch Skepsis und Unsicherheit vorherrschten." Doch gerade angesichts dieser Erkenntnis wurde das mobile Internet-CafÇ eingerichtet. Die zugrunde liegende Idee sei es, die strukturellen Unterschiede zwischen Stadt und Land u.a. auch mit dieser neuen Informationstechnik abbauen, zumindest aber auszugleichen, meinte Ministerin Gerdi Staiblin bei der Eröffnung des ersten Mobilen Internet-CafÇs im Herbst 1997. Jetzt können auch die Bewohner des Raumes rund um Rot am See die Vorteile des neuen Mediums für sich entdecken und erproben.

Von Oberfischach zum Diakoniewerk
Oberfischach. Am 18 Juli feiert Pfarrer Georg Ottmar seine Investitur als zweiter Theologe beim Haller Diakoniewerk. Als geistlicher Vertreter des Diakchefs Pfarrer Frank O. July und Nachfolger von Pfarrer Jacobsen wird Ottmar dann all die seelsorgerischen Pflichten übernehmen, die Pfarrer July aufgrund seines Amtes als Direktor des Diak nicht bewältigen kann. Dazu gehört insbesondere auch die Betreuung in der Behinderten-Einrichtung Schöneck. "Er war kein Prediger mit dem erhobenen Zeigefinger", sagte Bürgermeister Siegfried Trittner, der zum Abschiedsgottesdienst und zum anschließenden Fest im Schatten unter den großen Kastanien an der Kilianskirche gekommen war. Der erhobene Zeigefinger, so Pfarrer Ottmar selbst, sei auch nie sein Anliegen gewesen. Er liebe spontane, fröhliche Gottesdienste. Wohl auch deshalb war Ottmar Beauftragter des Kirchenbezirks für die Kindergottesdienste. Nicht von ungefähr war zusammen mit dem Dekan des Kirchenbezirkes Dr Rainer Uhlmann aus Gaildorf auch Schuldekan Gerhard Kraft gekommen, um mit Georg Ottmar den Abschieds-Gottesdienst zu feiern.

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Dienstag 6.7.1999

Nachtragshaushalt
Schwäbisch Hall. Statt um sieben Millionen Mark höher wie ursprünglich im Haushalt 99 geplant werden die Schwäbisch Haller Steuereinnahmen um rund acht Millionen Mark geringer ausfallen als im Vorjahr: eine Differenz von 15 Millionen. Gleichzeitig steigt das Volumen des Haushaltes durch höheren Aufwand im Konversionsgebiet Solpark um 6 Millionen Mark. Differenz und Mehraufwand lassen sich aber nur durch 21 Mio Mark mehr Kredite finanzieren. Die Haller Verwaltung stellte diese Zahlen eines Nachtragshaushaltes dem Gemeinderat gestern Abend während einer Sondersitzung vor. Bis zur regulären Juli-Sitzung haben die Räte nun Zeit, darüber zu beraten. Besorgniserregend für viele: der Schuldenstand der Stadt wird bis zum Ende des Jahres 2000 auf über 125 Mio Mark ansteigen bei Steuereinnahmen um die 90 Mio Mark und gleichzeitiger Rückführung der städtischen Rücklagen auf Null.

EU-Ausschuss im Land
Hohenlohe. Wohin flossen die Fördergelder aus der Europäischen Union? Um diese Frage ging es bei Besprechungen und einer Besichtigungstour gestern Nachmittag durch Hohenlohe. Immerhin, so Karl Heinz Ehrmann, Sprecher des Landratsamtes Hohenlohe, sind im gegenwärtigen Förderzeitraum seit 1994 rund 150 Mio Mark EU-Gelder zusätzlich zu entsprechenden Fördergeldern aus dem Land und vom Bund nach Hohenlohe geflossen. So konnten insgesamt mehr Projekte vor allem zur touristischen Infrastruktur und zur Dorferneuerung verwirklicht werden. Mit bei den Besprechungen gestern und heute Vormittag in Ailringen im Jagsttal waren auch Vertreter der entsprechenden Bundes- und Landesministerien, für Arbeit, Wirtschaft, Soziales und Landwirtschaft bzw. Ländlichen Raum.

Es wird weitergearbeitet
Schwäbisch Hall. Bei der renommierten aber zahlungsunfähigen Möbelschreinerei Hasenmajer in Schwäbisch Hall wird vorerst weitergearbeitet. So das Ergebnis der Betriebsversammlung gestern früh. Der vom Gericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Gerhard Tonhäuser aus Heilbronn will bis zum Ende des Monats ein Gutachten erstellen lassen. Bis dahin muß aus Sicht der Beschäftigten klar sein, ob ein Konkursverfahren eingeleitet wird, damit ihnen die Ansprüch auf noch ausstehende Lohnzahlungen für Mai nicht verlorengehen. Zuletzt hatte die vor allem bei Objekteinrichtungen tätige Firma Hasenmajer 26 Beschäftigte.

Empfehlung: Investor suchen
Schwäbisch Hall. Die Vorstellung der Siegerentwürfe des städteplanerischen Wettbewerbes zur Umgestaltung des alten Gefängnisareals in Schwäbisch Hall endete gestern im Haller Gemeinderat mit einer Merkwürdigkeit. Als tage nur ein Ausschuss, fasste das Plenum des Gemeinerates lediglich einen Empfehlungsbeschluss an sich selbst. Demnach soll der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, aufgrund der drei besten Entwürfe des Wettbewerbes am freien Markt nach Investoren zu suchen. Nun müssen sich die Räte in ihrer regulären Juli-Sitzung erneut mit dem Thema befassen. Zwei der drei Siegerentwürfe gehen von einem totalen Abriss des eigentlich denkmalsgeschützten 150 Jahre alten Gefängnisbaues aus.

Bürgerinfostelle im Landratsamt
Schwäbisch Hall. Statt einer Kreissparkassen-Filiale finden Besucher des Schwäbisch Haller Landratsamtes jetzt im Foyer eine Bürgerinformationsstelle. Zum einen werden dort Besuchern Auskünften zur Zuständigkeit verschiedener Ämter erteikt und die richtigen Ansprechpartner im Amt vermittelt, zum andern können dort weiterhin die auch notwendigen Einzahlungen für die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle erledigt werden. Zudem werden am Schalter Gelbe Säcke ausgegeben und gebühremnpflichtige Müllsäcke oder Müllgebührenmarken verkauft. Gleichzeitig mit der neuen Bürgerinformationsstelle wurden auch die Öffnungszeiten der KFZ-Zulassungsstelle erweitert. Zulassungen sind jetzt von morgens Viertel nach Sieben bis mittags um ein Uhr möglich, donnerstags auch am Nachmittag.

Maschine mit "Fluch"?
Crailsheim. Erneut ist gestern in einem Crailsheimer Werk Kühlmittel ausgetreten und hat zwei Arbeiterinnen verletzt. Nach dem bereits Mitte Juni durch eine undichte Stelle zwei Frauen und vier Arbeiter zum Teil schwer verletzt und mit Reizhusten, Atemnot und Kopfschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, kam es jetzt bei der Demontage der defekten Maschine erneut zu einem Unglück. Die Arbeiter einer beauftragten Transportfirma waren davon ausgegangen, daß das Kühlmittel bereits abgepumpt war. Doch dem war nicht so. Als sie die Maschine anhoben, trat Kühlmittel aus und verletzte zwei Arbeiterinnen.

Drogenbeziehungen aufgespürt
Öhringen. Eine vorgetäuschte Erpressung brachte jetzt die Hohenloher Polizei auf ein Beziehungsnetz, das auf Drogenkonsum basierte. Ein 14jähriger Junge hatte seine Großmutter um einige Tausend Mark bestohlen und hatte vorgeschützt, er würde von einem 20jährigen erpresst. Wie sich herausstellte hatte der 14jährige versucht von dem 20jährigen Haschisch zu kaufen. Vom 20jährigen führte die Spur zu dessen 23jährigem heroinsüchtigen Freund. Die beiden hatten Rauschgift zum Eigenbedarf und zum Verkauf in den Niederlanden besorgt. Zudem wiesen die Fahnder dem 23jährigen einen Einbruch in eine Arztpraxis nach, bei dem eine größere Menge der Ersatzdroige Methadon entwendet worden war. Da er bereits eindeutig vorbestraft und nur auf Bewährung auf freiem Fuß war, wanderte er durch dieses neuerliche Delikt direkt ins Gefängnis. Weitere Recherchen der Fahnder führten zu einem 17jährigen, der für die beiden Dealer als "Unterverkäufer" Drogen abgesetzt hatte.

OB spielt Fußball
Gailenkirchen. Halls OB Hermann Josef Pelgrim wird am kommenden Freitag mal wieder auf dem Fußballplatz anzutreffen sein. Nicht als Zuschauer, sondern als Spieler. Mit einer Prominenten-Mannschaft tritt er bei einem Jubiläumsspiel zum 50jährigen Bestehen des SV Gailenkirchen-Gottwollshausen gegen eine Vereinsmannschaft an. Vom 9. bis 12. Juli feiert der SV mit Sport, Spiel und Musik sein 50jähriges.

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Mittwoch 7.7.1999

Drittbeste im Land
Schwäbisch Hall. Schneller als andere Gebiete klettert der Ländliche Raum aus der Arbeitslosigkeit heraus. Bauwirtschaft, Dienstleistung und Maschinenbau stehen im Bezirk Schwäbisch Hall-Hohenlohe besser da als im restlichen Land, so der Schwäbisch Haller Arbeitsamtsdirektor Eberhard Bauer. Überhaupt habe die Region eine gute Struktur in der Wirtschaft, einen hohen Exportanteil, Neuansiedlungen der agileren Firmen aus den Ballungszentren, und sowas wirke sich natürlich auch bei der Beschäftigung aus. Man könne es auch daran ablesen: die Kurzarbeit gehe im Bereich Hall zurück, während sie im Land noch steige. Der Bezirk Schwäbisch Hall-Hohenlohe weist jetzt eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent bezogen auf die abhängig Beschäftigten, bzw. 5,0 Prozent bezogen auf alle Erwerbspersonen auf. Innerhalb des Bezirkes schneidet erneut der Hohenlohekreis mit einer Quote von 5,5 bzw 4,9 Prozent besser ab, als der Landkreis Schwäbisch Hall. Insgesamt waren Ende Juni noch 7069 Arbeitslose gemeldet.

Doch keine heiße Spur
Schwäbisch Hall. Der DNA-Test brachte es an den Tag. Der psychisch erkrankte Mann, der vor wenigen Tagen bei Regensburg eine Bank zu überfallen versuchte, hat zwar Beziehungen zu Mainhardt, ist aber nicht der Posträuber von Mainhardt. Auch der zweite in den Verdacht der Fahnder geratene Mann kommt wahrscheinlich nicht mehr in Betracht. Die Beschreibung des Täters passt nicht. Die Fahnder der Kripo sind nun auf die 90 bereits eingegangenen und weitere Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Warnung vor Masern
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Gesundheitsamt des Landkreises Schwäbisch Hall warnte gestern vor einer Masern-Epedemie im Landkreis Schwäbisch Hall. Von Kinderärzten und aus Haller Schulen wurden bereits über zehn Erkrankte dem Gesundheitsamt gemeldet. Masern sind keine harmlose Infektionskrankheit sondern eine ernstzunehmende Infektion des Nervensystems, die in schweren Fällen zur Schädigung des Gehirns führen kann. Die Krankheit ist um so gefährlicher je älter der erkrankte Patient ist. In diesem Zusammenhang weist das Gesundheitsamt darauf hin, daß nur eine rechtzeitige Impfung gegen die Erkrankung schützen kann. Im Landkreis Hall sind derzeit lediglich 84 Prozent aller Kinder gegen Masern geimpft. Alle bislang als erkrankt gemeldeten Kinder und Jugendlichen hatten keinen Impfschutz.

Braumeister Unbehauen tot
Spielbach. Hohenlohe hat ein Original weniger. Fritz Unbehauen aus Spielbach, Braumeister und Wirt der kleinsten Brauerei mit Gaststätte weit und breit ist tot. Doch die Spielbacher Goldochsenbrauerei - seit 400 Jahren in Familienbesitz - war und ist gerade wegen Fritz Unbehauen bekannt wie keine zweite in der Region. Zum einen lag dies an der Braukunst von Fritz Unbehauen, der das Brauerhandwerk in der Fuchsbrauerei von Aalen, in der Mälzerei von Giengen an der Brenz und in der Brauereischule Hersching gelernt und sich den letzten Schliff an der Klosterbrauerei Andechs geholt hatte. Zum anderen lag es an der unnachahmlichen Art, in der er als Wirt mit seinen Gästen in der Brauereigaststätte umging. Tradition war ihm alles, vom Bügelverschluss der Flaschen bis zu den Konterfeis von Bismarck und dem Alten Fritz an den Wänden des Spielbacher Wirtshauses. Fritz Unbehauen wurde 72 Jahre alt.

Tour on Tour
Schwäbisch Hall. Um Unterstützung in der Heimat für das Team Telekom bei der Tour de France werben das Fan-Mobil der Mannschaft und ein Show-Truck unter dem Motto "Tour on Tour". München, Stuttgart Dortmund, Köln eigentlich nur in großen Städten macht die Karawane für einen Tag Halt. Heute allerdings auch in Schwäbisch Hall. Live musizieren Sänger Rossario und die Band Sentimento, live diskutieren Halls OB Hermann Josef Pelgrim und Hohenloher Radsport-Vertreter auf dem Podium, live kann man sich auf einer Großvideowand die Übertragung der 4. Etappe der Tour de France ansehen. Dazu gibt's Geschicklichkeits- und Gewinnspiele, einen Verkauf von Fanartikeln, kostenlose Probegetränke und Gesundheitsinformationen der AOK. Der Event auf dem Haller Haalplatz dauert von 12:30 Uhr bis 17:30 Uhr.

Bebauungsplan geändert
Künzelsau. Ansiedlungswünsche zweier größerer Handelsunternehmen auf dem einstigen Südmilchareal konnte die Stadt Künzelsau bislang nicht erfüllen, weil die vorgelegten Pläne der Unternehmen dem gültigen Bebauungsplan widersprachen. Gestern Abend hat der Künzelsauer Gemeinderat einen geänderten Bebauungsplanentwurf zur öffentlichen Auslegung freigegeben. Einen Monat lang haben nun die Künzelsauer Bürger das Wort, können Anregungen und Bedenken geltend machen. Zugleich beschloss das Gremium, daß zur weiteren Beteiligung der Bürger am Geschehen der Stadt regelmäßige Bürgergespräche in den einzelnen Stadtteilen veranstaltet werden.

Halle kommt später
Kupferzell. Die Mehrzweckhalle in Kupferzell kommt etwas später. Die Bauarbeiten können nicht wie ursprünglich geplant in diesem Jahr sondern erst im nächsten beginnen. Zuviele Details gebe es noch abzuklären, so Bürgermeister Joachim von Wangenheim. Das bringe den Zeitplan etwas durcheinander. Gebaut werden soll die neue dreiteilbare Mehrzweckhalle direkt neben der bisherigen Halle. Die dortige Straße wird aufgehoben und die Hallen miteinander verbunden. Derzeit werden die Ausschreibungen für die Bauarbeiten vorbereitet. Die Gemeinde hofft auf einen Kostenrahmen von 7,5 bis 8 Mio Mark.

Vollsperrung
Beimbach. Die Landesstraße zwischen Rot am See und Gerabronn wird für rund drei Monate voll gesperrt. Grund: die 150 Jahre alte Brücke über die Brettach bei Beimbach muss total saniert werden. Die letzte Generalsanierung liegt über 40 Jahre zurück. Jetzt müssen Schäden beseitigt werden, die durch Risse und undichte Fugen im Beton der Gehwege und der Fahrbahn entstanden sind. Die Brücke erhält eine neue Betonplatte. Hauptsächlich auf deren lange Aushärtungszeit ist die Sperre von 13 Wochen zurückzuführen. Die Kosten der Sanierung belaufen sich nach Auskunft des Straßenbauamtes auf etwa 450.000 Mark.

Gauturnfest der Kinder
Niederstetten. Über 600 Kinder werden beim diesjährigen Gauturnsfest erwartet, das am kommenden Sonntag vom TV Niederstetten ausgerichtet wird. Die jeweils zehn Besten einer Disziplin bei den Kreisturnfesten der Kinder Mitte Juni konnten sich qualifizieren. Teilnehmen werden in Niederstetten Kinder aus den Turnkreisen Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall. Die Wettkämpfe in Niederstetten beginnen bereits um 8:30 Uhr und sollen gegen 16:30 Uhr mit einer Siegerehrung beendet werden.

Hund auf Freierspfoten
Waldenburg. Läufige Hündinnen sollte man nicht alleine im Auto zurüclassen. Diese Lehre zieht wohl eine Hundehalterin, die genau dies auf einem Wanderparkplatz bei Waldenburg getan hatte. Als sie zurückkam, war ihr Auto zerkratzt und der Radlauf eines Kotflügels total zerbissen. Während ihrer Abwesenheit hatte sich ein bislang noch unbekannter Hunderüde wohl auf Freierspfoten am Auto zu schaffen gemacht. Schaden am Auto: 3000 Mark

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Donnerstag 8.7.1999

Murrbahn lahmgelegt
Fichtenberg. Mehr als fünf Stunden lang war gestern früh die Murrbahn lahmgelegt. Im Fichtenberger Tunnel hatte sich von einem Güterzug eine Plane gelöst. Sie war gegen die Oberleitung gewirbelt und beschädigte den Fahrdraht. Die Stromzufuhr wurde unterbrochen und ein nachfolgender Holzzug blieb zwischne Fichtenberg und Gaildorf regelrecht stecken. Weitere Züge wurden bereits in den Bahnhöfen zurückgehalten. Vor allem Pendler waren von der Störung betroffen.

Unfall mit der Feuerwehr
Satteldorf. 5000 Mark Sachschaden entstanden zwischen Satteldorf und Elrichshausen. Ein Feuerwehrfahrzeug und ein großer Lastwagen kamen auf der schmalen Kreisstraße 2504 nicht aneinander vorbei. Das Feuerwehrfahrzeug rutsche beim Ausweichmanöver in den Graben und stieß mit dem Führerhaus gegen eine am Straßenrand stehende Eiche.

Schleuser verurteilt
Crailsheim. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt wurde gestern vom Crailsheimer Amtsgericht ein slowakischer LKW-Fahrer. Der Mann hatte mit einem in der Tschechei zugelassenen LKW 54 Flüchtlinge aus Afghanisatan und dem Irak nach Deutschland eingeschmuggelt und bei Blaufelden nach und nach ausgesetzt: mitten in der Nacht und bei klirrender Februarkälte. Er selbst hatte danach am Eurorasthof Satteldorf Pause gemacht, wo er von der Polizei auch verhaftet wurde. Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Nach seinen Angaben habe er von den Hintermännern des Schmuggels umgerechnet 2000 Mark für seine menschliche Fracht erhalten. Neben der Haftstrafe erhielt der 40jährige Kraftfahrer auch ein zweijähriges Fahrverbot für Deutschland.

Alternativtrasse
Crailsheim. Seit etwa einem Jahr befasst man sich in Crailsheim mit der Trasse für eine Südumgehung der Stadt. Heute Abend berät der Gemeinderat ergänzende Ergebnisse einer bereits im Oktober vergangenen Jahres in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie. Einen völlig anderen Alternativentwurf veröffentlichten mittlerweile die Umweltverbände. Die Verbände wollen wegen des hohen Landschaftsverbrauchs und zu hoher Kosten keinen Straßen-Neubau zwischen Onolzheim und Ingersheim. Sie halten einen Ausbau der Kreisstraße K2641 zwischen Onolzheim und dem weiter südlich gelegnenen Crailsheimer Teilort Jagstheim für die bessere Lösung. Der Haller Kreistag hat der Stadt Crailsheim schon im Frühjahr seine Kostenbeteiligung und Mitwirkung beim Straßenbau signalisiert. Die Kreisräte hoffen im Gegenzug auf eine Rückstufung zweier Kreisstraßen, eine davon die K 2641, auf die Ebene von Gemeindeverbindungswegen, was den Kreis von Unterhaltspflichten entbinden würde.

30 Jahre Partnerschaft
Crailsheim. Vor 30 Jahren am 13. Juli 1969 besiegelten die Städte Crailsheim und Pamiers in Frankreich ihre Städtepartnerschaft. Am kommenden Wochenende wird zum 30jährigen Bestehen dieser Partnerschaft eine sechzigköpfige Delegation aus Crailsheim mit dem neuen Oberbürgermeister Andreas Raab an der Spitze die Stadt an der AriÇge besuchen. Die Stadt Pamiers feiert das Jubiläum der Städtepartnerschaft mit einem lateinamerikanischen Festival und weiteren Freiluftveranstaltungen, darunter am Sonntag ein Festzug durch die Stadt. Einen Gegenbesuch aus Pamiers erwartet Crailsheim während der Volksfesttage im September. Am intensivsten sind die Kontakte zwischen den beiden Städten bei den Sportvereinen und den Schulen.

Forum "Zukunft grünes Bauen"
Öhringen. Landschaftsarchitekten, Garten- ud Landschaftsbauer, der Fachverband Beton, der Industrieverband Steine und Erden sowie Vertreter der Südwest-Zement diskutieren heute Nachmittag in Öhringen. Auf Einladung der Stadt geht es im Blauen Saal des Schlosses um Hochwassersituationen, wie sie entstehen und was dagegen getan werden kann. Regenwasserbewirtschaftung, Regenwasserableitung und Verzicht auf Versiegelung der Landschaft heißen die Stichworte. Die in diesem Jahrzehnt schon mehrfach von Hochwasser bedrohte Stadt Öhringen erwartet sich auch konkrete Lösungsansätze. Man müsse "die eigene Verantwortung erkennen bevor einem das Wasser bis zum Halse steht".

Gäste aus Irland
Hohenlohekreis. Eine Delegation der irischen Entwicklungsgesellschaft Ballyhoura Development besucht von heute bis Sonntag die Gemeinde Mulfingen und den Hohenlohekreis. Die Gäste aus Irland erwarten sich von ihren Kontakten zur Gemeinde Mulfingen Informationen zur Umsetzung städtebaulicher Sanierung und Industriegeländeerschließung. Entwickelt hatten sich die Beziehungen im Rahmen des LEADER-Programmes der Europäischen Union, an dem neben den Iren auch Mulfingen und zahlreiche andere Gemeinden in Hohenlohe teilnehmen. Außer der Gemeinde Mulfingen besucht die irische Delegation Künzelsau, Kupferzell und Waldenburg sowie den von diesen Gemeinden gemeinsam entwickelten Gewerbepark Hohenlohe an der Autobahn bei Westernach.

Handwerker Existenzgründungen
Landkreis Schwäbisch Hall. Die Existenzgründer im Handwerk im Landkreis Schwäbisch Hall sind Investitions-Spitzenreiter. Nach Auskunft der Handwerkskammer beantragten die Existenzgründer im Kreis Hall Fördergeldern und Darlehen für Investitionen in Höhe von 27,7 Millionen Mark. Das sind mehr als die Hälfte von 51,7 Millionen Mark Investitionen in der gesamten Region. Entsprechend hoch, so die Handwerkskammer sei auch der Beratungsbedarf gewesen. Insbesondere nachgefragt wurden Beratungsleistungen in den Bereichen Betriebsübergabe und Krisenmanagement. Berater in Schwäbisch Hall ist Andreas Weinreich, der sein Büro im neuen "Haus der Wirtschaft" im Haller Solpark unterhält.

Schnell gefunden
Öhringen. Schnell ermittelt wurde der Besitzer eines Handy, das in der Öhringer Innenstadt gefunden worden war. Der Finder hatte das Gerät zur Polizei getragen. Kurz nachdem das Fundprotokoll fertiggestellt war, klingelte es und der Anrufer war verdutzt, deutsche Polizei am anderen Ende zu hören. Doch auf diese Weise fand die Polizei sehr schnell den Beitzer des Handy heraus. Das Gerät gehörte einem Österreicher aus der Öhringer Partnerstadt Treffen, der zum Weindorf in Öhringen gewesen war.

Neue Erzieherin
Gaildorf. Die 23jährige Erzieherin Sonja Peter aus Wolpertshausen ist neue Leiterin der Gaildorfer Jugendeinrichtungen. Sie wird ihre Stelle am 13. September antreten. Ihre ersten "Sporen" hat sich die Erzieherin im Schwäbisch Haller Kinder- und Jugendhaus "Forum" verdient. Hier absolvierte sie eine Ausbildung als Erzieherin und machte ihr Anerkennungsjahr. Daß die Stelle in Gaildorf ihre erste ist, kommentierte die 23jährige lediglich mit dem Satz "Es ist eine Herausforderung für mich". Den Gaildorfer Jugendtreff sieht sie als eine mögliche Freizeit- und Abendgestaltung für die Jugendlichen. Schon im Vorfeld hat sich die Erzieherin mit den Mitarbeitern der Gaildorfer Jugendarbeit zusammengesetzt und ein Konzept ausgearbeitet, "damit wir unsere Ziele auch kontrollieren können. Außerdem haben wir gewisse Regeln für den Jugendtreff aufgestellt, und die Konsequenzen dazu, wenn die Regeln überschritten werden."

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Freitag 9.7.1999


Dekan Lempp gestorben
Schwäbisch Hall. Der gebürtige Schwäbisch Haller Stiftungsgründer und einstige Dekan von Geislingen Paul Lempp ist tot. Lempp war von 1944 und in der Nachkriegszeit Pfarrer in Dörzbach im Hohenlohekreis und wurde nach drei weiteren Pfarrstellen 1969 zum Dekan in Geislingen an der Steige berufen. Als er 1980 in Ruhestand ging übernahm er ehrenamtlich den Vorsitz des zur Diakonie gehörenden Verbandes der Feierabendheime, der auch in Schwäbisch Hall ein Altenheim unterhält. Zudem wurde nach Paul Lempp eine Stiftung benannt, die er 1989 gründet und die sein Engagement in der stationären und ambulanten Altenhilfe weiterführen wird.

Pflanzenzucht Oberlimpurg 90
Schwäbisch Hall. Die Dr. Franck Pflanzenzucht Oberlimpurg aus Schwäbisch Hall feiert ihr 90jähriges Bestehen. Nur zwei Saatzuchtbetriebe gibt es heute noch in Baden-Württemberg, beide im Hohenlohischen. Auf 200 Hektar Land züchtet der Saatszuchtbetrieb Franck vor allem krankheitsresistente und verarbeitungsoptimierte Getreidesorten. Die Hafersorte "Tiger", beim Weizen die Sorte "Vuka" und die Dinkel-Neuzüchtung "Franckenkorn" sind die erfolgreichsten Produkte der Oberlimpurger. 15 Jahre dauert es, bis eine Neuzucht marktreif ist. Der Betrieb wird derzeit in dritter und vierter Generation von Dr Peter Franck und Tochter Stephanie geführt.

Mit Laserpistolen geübt
Schwäbisch Hall. 5000 verschiedene Werte misst eine sogenannte Laserpistole innerhalb von 0,4 Sekunden. Gestern übten 18 Polizeibeamte der Schwäbisch Haller und Crailsheimer Verkehrsdienste unter Anleitung zweier Polizeilehrer aus Freiburg mit dem handlichen, einer Sofortbildkamera ähnlichen Gerät. Mit dem Meßgerät soll vor allem Jagd auf übermäßige Raser gemacht werden. Gemessene Verkehrssünder werden, anders als bei stationären Anlagen, nicht über ein Foto identifiziert, sondern sofort herausgewunken. Bislang besitzt die Polizeidirektion Hall allerdings erst ein solches Geräte, das auch aus einem Streifenwagen heraus oder bei schlechtem Wetter zuverlässig arbeitet.

Liberale Frauen
Hohenlohe. Lobby und Netzwerk für die Interessen liberaler Frauen will der Verband sein, der am Wochenende als "Liberale Frauen Baden-Württemberg" gegründet werden soll. Ziel des Verbandes ist es, die Gleichstellung voranzutreiben, sich für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzusetzen sowie sich um eine eigenständige soziale Sicherung von Frauen zu bemühen, kurz: Politik von Frauen für Frauen zu machen. Zu den Gründungsmitgliedern aus Hohenlohe zählen unter anderem die Ehefrauen des Bundestagsabgeordneten Ulrich Heinrich, Renate Heinrich und des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Dr. Walter Döring, Ruth Striebel-Döring, sowie die Haller Gemeinderätin Sigrid Müller und die frühere Vorsitzende des Kreisjugendringes Jutta Pagel. Die Gründungsversammlung findet am Samstag in Stuttgart statt.

Samstag Swiridoff im TV
Schwäbisch Hall. 50 Bildbände brachte er in seinem Leben heraus, über Schwäbisch Hall, über Landschaften von Hohenlohe bis Andalusien und über Persönlichkeitem. Portraits waren Swiridoffs zweite Leidenschaft. Er porträtierte die Großen der Bundesrepubilk, von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl, von Walter Jens bis HAP Grieshaber. Jetzt wurde der 85jährige Fotograf selbst portraitiert. Der Film über Paul Swiridoff wird am kommenden Samstag ab 19.15 Uhr auf Südwest 3 gezeigt.

Abizeitung: Beleidigungsklage
Gaildorf. Telefonisch wurden die Macher der Gaildorfer Abizeitung ins Rektorat bestellt, wo sie von einem Vertreter des Haller Amtsgerichtes eine gerichtliche Verfügung überreicht bekamen, einen bestimmten Artikel über ihren Direktor Manfred Reichert nicht zu veröffentlichen. Genau dies hatten die Schüler nach Gesprächen mit dem Schulleiter und der Erkenntnis, daß sie wohl zu weit gegangen waren, schon angboten. Doch Direktor Reichert hatte weitergehende Forderungen erhoben, die die Schüler aber nicht erfüllen wollten. Die Abizeitung erschien mit einem Geschwärzten Artikel und dem Aufdruck zensiert und wurde nur außerhalb des Schulgeländes verkauft. Dennoch gab es vom Direktor zusätzlich eine Anzeige wegen Beleidigung. Der den Lesern inhaltlich unbekannte Artikel hatte ein Wortspiel mit dem Vornamen des Direktors enthalten, das ihn vom Leiter eines Gymnasiums zum Patienten einer psychiatrischen Anstalt machte.

Seefest
Fichtenau. Zum 23. Mal schon findet von heute bis Sonntagabend das Seefest am Storchenweiher von Lautenbach statt. Traditionell beginnt dieses Heimatfest mit einem zünftigen Kuttelessen im Festzelt. Zu gleicher Zeit wie das Festzelt wird am Freitagabend auch der Markt eröffnet, der mit vielerlei Angeboten der Krämer zum Bummeln und Kaufen lockt. Sportlich wird es am Samsatag beim Seefest Crosslauf, der als Jedermannveranstaltung ausgestaltet ist. Außerdem führt eine Oldtimer-Sternfahrt viele alte Autos zum Festplatz im württembergisch-bayrischen Grenzland. Musikalisch begleitet wird das Fest vom Schwaben-Quintett und den Rotachtaler Musikanten.

Operette
Jagsthausen. Mit der "Fledermaus" von Johann Strauß feierten die Burgfestspielen von Jagsthausen gestern Abend die dritte Premiere in diesem Jahr. Zum ersten Mal in der Geschichte der Burfestspiele wird eine Operette aufgeführt unter musikalischer Leitung von Jean Hoffmann und in Regie von Helga Wolf. Die diesjährige Spielzeit ist die Jubiläumsspielzeit zum 50jährigen Bestehen der Jagsthauser Burgschauspiele auf der Götzenburg.

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Samstag 10.7.1999

Raubüberfall
Gelbingen. Erneut gab es im Raum Schwäbisch Hall einen bewaffneten Raubüberfall. Kurz vor 12 Uhr wurde gestern die Post-Quelle-Agentur im Haller Teilort Gelbingen ausgeraubt. Der mit einer Pistole bewaffnete Täter bedrohte eine Geisel und forderte von der allein anwesenden Auszubildenden Bargeld. Trotz sofort ausgelöster Alarmfahndung gelang dem Täter vermutlich mit einem Motorrad die Flucht. Er wird beschrieben als etwa 25 Jahre alt, etwa 1,80 m bis 1,85 m groß, mittelblond mit Kurzhaarschnitt, bekleidet mit beigem T-shirt, blauen Jeans, Turnschuhen und einer weißen Baseball-Mütze. Der Mann erbeutete etwa 6000 Mark Bargeld.

Delegation aus Irland
Mulfingen. Aus der offiziellen Kreispartnerschaft des Hohenlohekreises mit dem County of Limerick in Irland haben sich weitere Kontakte entwickelt. So auch zwischen der Hohenloher Gemeinde Mulfingen und der irischen Entwicklungsgesellschaft Ballyhoura Development. Eine Delegation der Gesellschaft informiert(e) sich gestern, heute und morgen im Hohenlohischen über Dorfentwicklung, städtebauliche Sanierung und Industrie-Erschließung. Neben Mulfingen besucht die Delegation auch Kupferzell, Künzelsau und Waldenburg, sowie den von diesen drei Gemeinden gegründeten Zweckverband Gewerbepark Hohenlohe.

Bald im Internet
Rot am See. Anfang der Woche war das Mobile Internet-CafÇ der "Akademie Ländlicher Raum" in Rot am See. Das MIC hatte vor allem Landfrauen eingeladen, sich mit dem für viele immer noch neuen Medium vertraut zu machen. Jetzt kündigte die Gemeinde an, daß sie selbst ebenfalls mit Seiten bald im Netz vertreten sein wird. Wie schon bei anderen Gemeinden praktiziert, hofft man auch in Rot am See auf die Beteiligung von Handel und Gewerbe, die durch ihre Werbung das Angebot der Gemeinde bezahlen sollen. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Unabhängige Bürger
Künzelsau. Unabhängige Bürger nennt sich die neue Gruppierung, die sich im Vorfeld der Kommunalwahl im Herbst jetzt in Künzelsau formierte. 18 Kandidaten hat die rund 50köpfige Gruppe von "Unzufriedenen" bereits gefunden. Sie würden gerne etwas verändern, wenn man sie lasse, so die Sprecherin der Gruppe, Josefine Fünfer, der Gemeinsinn und "Widerspruchsgeist" im gemeinderat etwas zu schwach vertreten sind. Man müsse sich doch nur die innerhalb der Fraktionen oft einstimmigen Abstimmungen im Rat anschauen. Zu den konkreten Zielen der Gruppe gehören u.a. die Erweiterung der Grundschule Amrichshausen oder der Bau einer Mehrzweckhalle für Sport und Veranstaltungen auf dem alten Südmilchgelände.

Jugendliche Unfallverursacher
Hohenlohekreis. Alkohol und Vorfahrtsmissachtung sind die Hauptursachen bei schweren Unfällen. Im Hohenlohekreis stellte die Polizei über eine Auswertung der Unfallstatistik fest, daß die weitaus größte Gruppe von Verursachern derartiger Unfälle die 18 bis 24 jährigen, also die Fahranfänger sind. Am Unfallgeschehen der mittleren bis schweren Unfälle haben sie einen Anteil von 23,2 Prozent, ihre Altersgruppe an der Bevölkerung aber nur von 8,2 Prozent. Eine besondere Häufung von Unfällen gebe es an Wochenenden, so Jürgen Baierl, Sprecher der Polizeidirektion Künzelsau. Mehr als die Hälfte derartiger Unfälle ereignen sich zwischen Freitagnacht und Montagfrüh

Gegen Mobilfunk
Sulzbach-Laufen. Nachdem sich in Rot am See mit "Funkenflug" eine Bürgerinitiative gegen Mobilfunkantennen in der Nähe von Wohngebieten gebildet hat, formieren sich jetzt auch in Sulzbach Laufen Widerstände. Ein Mobilfunkbetreiber will auf einer großen Scheune in Schloßschmiedelfeld eine Funkantenne aufstellen. Die Gegener fürchten Auswirkungen der hochfrequenten Strahlung (900 MHz) auf Mensch und Tier. Die Chancen eine derartige Anlage zu verhindern, sind (wie schon in Rot am See) relativ gering. Die Mobilfunkantennen sind, zumal auf privatem Grund aufgestellt, genehmigungsfrei.

Männer im Frauenzentrum?
Schwäbisch Hall. Das Schwäbisch Haller Frauenzentrum feiert sein 10jähriges Bestehen, offiziell mit einem großen Fest bei einem Frauencamp in idyllischer Natur vom 23 bis 25 Juli. Schon heute Abend gibt es einen Empfang im Frauenzentrum. Ein Abend, an dem (ausnahmsweise) auch Männer Zutritt zum Frauenzentrum haben. (Anm. Könnte sein, daß Männer auch gerne auf diese Zutrittserlaubnis verzichten, weil sie zwar, wo angebracht und berechtigt, Verbote respektieren, es aber ganz bestimmt nicht nötig haben, sich von irgend jemand etwas erlauben zu lassen.)

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Sonntag 11.7.1999

Studien-Ergebnis
Crailsheim. Studenten der Fachhochschule Biberach untersuchten als Studienarbeit den Bereich Fußgängerzone Lange Straße in Crailsheim. Ein Ergebnis: die Lange Straße ist als Geschäftsstraße "tot", nicht erst seit sie Fußgängerzone ist, sondern schon lange vorher. Grund: die Straße wurde nach dem Krieg nicht nur unvolsständig, sondern zudem zu gleichförmig wieder aufgebaut. Was die Studenten in der Lange Straße vermissten, Abschlüsse und Begrenzungen, Vorsprünge und Einrichtungen, an denen sich der Blick "durch den langen Trichter" bricht, das kritisierten sie am Marktplatz. Der, so die Studenten sei durch den Marktbrunnen vollgestellt und wenig attraktiv. Auch hier vermissten sie an einer Seite des Platzes einen Abschluß, den sie mit einem Kiosk als "Stellvertreter" für ein richtiges Gebäude füllen wollen. Die Ideenbörse der Studenten zum Stadtbild der Crailsheimer Innenstadt ist jetzt zwei Wochen lang im Foyer des Crailsheimer Rathauses ausgestellt.

Aircraft Seating wächst
Schwäbisch Hall. Die Keiper-Recaro-Gruppe wuchs im vergangenen Geschäftsjahr um 19,4 Prozent auf einen Umsatz von 1,29 Milliarden Mark. Das größte Wachstum der Gruppe verzeichnete dabei die vergleichsweise kleine Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall, die beim Umsatz von 124,1 auf 197,7 Mio Mark zulegte. Das ist ein Plus von 55 Prozent. Recaro investierte im vergangenen Geschäftsjahr rund sieben Millionen Mark in Schwäbisch Hall, vor allem in eine neue Montagehalle. In Hall sind derzeit 595 Recaro-Mitarbeiter beschäftigt.

Service GmbH gegründet
Löwenstein. Vor neun Monaten wurde die Klinik Löwenstein, deren Allein-Gesellschafter der Verbandsausschuß des Landeswohlfahrtsverbandes Württemberg-Hohenzollern ist, in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Jetzt wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine Service-Gesellschaft, als 100prozentige "Tochter" der Krankenhaus GmbH ausgegliedert. Die Service-Gesellschaft soll unter anderem die Wasserver- und die Abwasserentsorgung der Klinik managen und auch die bislang fremdvergebenen Putz- und Reinigungsdienste ab dem Jahr 2000 wieder in eigene Regie zurückholen. Dies sei möglich, weil man als Tochter-Unternehmen tarifrechtlich nicht mehr an den öffentlichen Dienst gebunden sei.

Solar-Frühschoppen
Eckartshausen. Ein Solarfrühschoppen im Ilshofener Ortsteil Eckartshausen soll heute von 9 bis 13 Uhr Wissenswertes über Solartechnik an Neugierige und Interessierte vermitteln. Veranstalter ist eine private Initiative um vier Familien, die jüngst bei der Ausstellung Solar99 mit einem Sonderpreis für ihre lokalen Aktivitäten ausgezeichnet wurden. Sie statteten ihre Häuser mit passiven und aktiven Solaranlagen aus, produzieren Warmwasser und Strom mit Sonnenkraft. Beim Solarfrühschoppen wollen sie auch solargekühlte Getränke und solar gegrillte Würstchen anbieten, einen Solar-Rasenmäher vorstellen und anhand von Meßgeräten demonstrieren, was herkömmliche moderne Technik an "Stromfressern" zu bieten hat und welche Ausbeute ihre Solaranlagen liefern. Zu den Referenten und Gästen des Solar-Frühschoppens gehören u.a. der Hohenloher Umwelttechnik-Entwickler Gottfried Gronbach von der Vellberger Novatech und der Sulzdorfer Elektromeister Peter Lingscheidt, der seit Jahren zu den Solarpionieren der Region zählt.

Bauern: Stimmung auf Tiefpunkt
Hohenlohe. Die Stimmung der Bauern in der Region ist auf dem Tiefpunkt. Dies war die zentrale Feststellung bei der Jahrestagung der sogenannten "Stadt-Land-Partnerschaft" im Evangelischen Bauernwerk. Allein die von der EU vorgelegte Agenda 2000, die landwirtschaftliche Produkte weitgehend an ein real nicht existierendes, und nur durch den weltweiten Verkauf von Überschussmengen künstlich herbeigeführtes "Weltmarktniveau" heranführen will, sei verantwortlich für Defizite von 10.000 bis 15.000 Mark pro Hof und Jahr. Diese Zahlen hielten die Vorsitzenden der drei Hohenloher Bauernverbände Klaus Mugele (Hohenlohekreis) Wilhelm Wackler (Crailsheim) und Wolfgang Stock (Schwäbisch Hall) dem SPD Bundestagsabgeordneten Hermann Bachmaier in einem Gespräch vor. Dazu kämen jetzt noch weitere Verdienstminderungen von mindestens 8000 Mark durch die bundesdeutsche Gesetzgebung, etwa bei der bäuerlichen Sozialversicherung aber auch durch Wegfall der sogenannten Gasöl-Verbilligung. Eigentlich, so die Bauernvertreter, sei nicht einsehbar, daß jeder Urlauberflieger durch steuerfreies Flugbenzin bezuschusst werde, daß jeder französische oder englische Bauer mit steuerbefreitem Heizöl über seine Felder tuckere, die deutschen Landwirte aber 90 Pfennig Steuern je Liter Diesel zu zahlen hätten. Zur Finanzierung der von ihnen geforderten Agenda 2000- Ausgleichsmaßnahmen forderten die Bauern eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel von 7 auf 10 Prozent. Das brächte dem Staat etwa 1,8 Milliarden Mark.

Unicorns wieder Dritte
Schwäbisch Hall. Nun wollen sie ihn nicht wieder hergeben, zumindest nicht nach unten, den dritten Tabellenplatz. Die Zweitliga-Footballer der Schwäbisch Hall Unicorns kamen gestern mit einem 41:13-Sieg von ihrem Auswärtsspiel bei den Mannheim Redskins zurück. Die Aussichten in der Tabelle noch weiter nach oben zu kommen, sind für die Unicorns aber nicht besonders rosig. Die auf Platz zwei spielenden Marburg Mercenaries haben zwar erst acht von vierzehn Saisonspielen, die Unicorns bereits elf, gelten aber als spielstärker. Zudem müssen die Unicorns und die Mercenaries noch ein Spiel gegeneinander nachholen. Nahezu uneinholbar an der Spitze der Zweiten Bundesliga im American Football liegen die Rothenburger Franken Knights.

Merlins organisieren Saison
Crailsheim. Die Crailsheim Merlins organisieren derzeit ihre zweite Saison in der Basketball Regionalliga. Mit Jamie Weller, der früher selbst für die Merlins spielte, konnten die Crailsheimer Baskettballer einen weiteren erfahrenen Mann als Co-Trainer der ersten und Head-Coach der in der Landesliga spielenden zweiten Mannschaft gewinnen. Gemeinsam mit Zoran Banonzic wird der 26jährige Crailsheimer mit australischem Pass die beiden leistungsorientierten Mannschaften der Merlins leiten und koordinieren. Jamie Weller war als Sportwart schon in den letzten Jahren ein wichtiges Glied der Organisation. Im August veranstalten die Merlins mehrere Sommercamps für Nachwuchsspieler.

Kinderbande
Crailsheim. Aufgeflogen ist gestern eine Kinderbande in Crailsheim. Die neun bis dreizehn Jahre alten Kinder wurden von einer aufmerksamen Anwohnerin dabei ertappt, wie sie mehrere Kartons außerhalb eines Kaufhauses abstellten. Sie rief eine Streife und die konnte einen Spielsachen-Diebstahl aufklären. Die Kinderbande hatte Spielzeug im Wert von rund 800 Mark gestohlen und war gerade dabei, das Diebesgut untereinander aufzuteilen, als die Polizei kam. Die Spielsachen wurden zurückgegeben und die Kinder ihren Eltern überstellt.

Böse gestürzt.
Untereppach. Böse gestürzt ist ein 16jähriger Schüler in Untereppach, als er mit seinem Mofa am Freitag Nacht gegen halb zwölf in einen offenen Kanalschacht fuhr. Sein Mofa wurde stark beschädigt, der Junge verletzte sich. Unbekannte hatten sich einen üblen "Scherz" erlaubt, und den Schachtdeckel entfernt. Die Polizei vermutet die Übeltäter im Umkreis der Teilnehmer an einer Klasenparty, die beim Untereppacher Grillplatz stattfand und nimmt Hinweise vertraulich entgegen.

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Montag 12.7.1999

Schutzengel
Sittenhardt. Einen Schutzengel hatte gestern ein 22jähriger Autofahrer. Zwischen den Haller Teilorten Sittenhardt und Bibersfeld war er in einer scharfen Linkskurve von der Straße abgekommen. Sein Auto prallte voll gegen einen Telefonmasten, der Mast knickte ab, das Auto überschlug sich und blieb völlig demoliert in einer Wiese liegen. Der 22jährige aber blieb bei dem Unfall völlig unverletzt. Nur öffnen ließ sich das Autowrack nicht mehr, der junge Mann war eingeklemmt. Mit seinem Handy rief er selbst um Hilfe

Rollsplitt-Zeit
Landkreis Schwäbisch Hall. Steine im Wert von rund 650.000 Mark werden in diesem Sommer auf Hohenloher Straßen ausgebracht. Heute beginnen auf 19 Kilometern Landes- und 36 Kilometern Kreisstraßen die sommerlichen Belagsarbeiten. Dabei werden die Straßen mit einer Bitumenemulsion bespritzt, mit Split bestreut und dann gewalzt. Für das Land entstehen dabei etwa 250.000 für den Landkreis Schwäbisch Hall 400.000 Mark an Kosten. Die Arbeiten, dauern circa drei Wochen.

IHK tagt in Hohenlohe
Gaisbach. Die Vollversammlung der Industrie- und Handelkammer Heilbronn tagt heute in der Region. Als Tagungsort ausgesucht hat man sich die Akademie Würth in Gaisbach bei Künzelsau. Themenschwerpunkte der Versammlung sind eine Diskussion um den Neubau eines Dienstleistungs- und Weiterbildungszentrums in Heilbronn, die Einrichtung eines Schiedsgerichtes bei der Kammer und ein Erfahrungsbericht über die Aktion "Unternehmer lernen von Unternehmern". Die Sitzung beginnt um 15.30 Uhr

Moderne Medien an Schulen
Schwäbisch Hall. Die Schulen am Berufsschulzentrum Schwäbisch Hall stellen heute bei einer Präsentation an der Gewerblichen Schule ihre Projekte in Kommunikationstechniken und Neuen Medien der Öffentlichketi vor, u.a die Zusammenarbeit, die Vernetzung der Schulen untereinander, aber auch Projekte, die im Rahmen der Zukunftsoffensive Baden-Württemberg mit Landesgeldern gefördert wurden, etwa die Weiterentwicklung neuer Unterrichtsformen, wie sie jetzt durch die neuen Ausbildungsverordnungen notwendig werden. Solche "Lehrpläne der Zukunft" können nur mit derzeit modernster Technik entwickelt und angepast werden, ansonsten sind die Lehrpläne schon in der Phase der Entstehung veraltet. Interessant auch ein seit bereits drei Jahren laufendes Internet-Projekt der Haus- und landwirtschaftlichen Schule, das als Klassenstufen übergreifendes Fach bereits im Rahmen der Aktion Schulen ans Netz mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Die Fächer Datenverarbeitung und Geschichte arbeiten eng zusammen am Projekt "Eine Welt voller Kriege", das sich zum Ziel gesetzt hat, alle seit 1945, dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Welt ablaufenden Konflikte und Kriege mit Beschreibngen im Netz für den Unterricht verfügbar zu machen. (http://www.hls.sha.bw.schule.de/)

Unternehmer sprechen mit Schülern
Öhringen. Zum dritten Mal lädt die Volksbank Hohenlohe Schüler und Unternehmer ein, miteinander zu sprechen. Heute treffen in der Öhringer Kultura rund 500 Schüler aus den Gymnasien Hohenlohes mit zwei Mitgliedern der Geschäftsleitung von ebm in Mulfingen zusammen. Die ebm, Hersteller von Ventilatoren, die unter anderem in vielen Computern dafür sorgen, daß es den Rechnerchips nicht zu heiß wird, beschäftigt weltweit etwa 5000 Mitarbeiter. Bei den Gesprächen und Diskussionen mit den Schülern geht es um Zukunfstperspektiven, um Mut zur Ausbildung und das Verhältnis der Wirtschaft zur Region und ihren Menschen. Die Veranstaltung beginnt heute um 9 Uhr

Gerdi Staiblin zu Agenda 2000
Crailsheim. Die baden-württembergische Ministerin für Landwirtschaft und ländlichen Raum Gerdi Staiblin kommt morgen nach Crailsheim. Als Referentin des sogenannten "Crailsheimer Kolloquiums", einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, spricht sie zum Thema Agenda 2000. Diese Handlungsanweisung der Europäischen Union für die nächsten Jahre enthalte neben Risiken auch Chancen für regionale Strukturmaßnahmen und die Landwirte bereit, so die Ministerin. Doch gerade die Ansätze für die landwirtschaft in der Agenda 2000 lösten bislang bei den Landwirten der Region nur Unmut aus. Die Bauernvertreter fürchten, daß manchen Betrieben Verluste von bis zu 15.000 Mark pro Jahr durch die Agenda entstehen werden. Die Veranstaltung mit der Ministern beginnt morgen Abend um 20 Uhr im Crailsheimer Hotel Post Faber

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Dienstag 13.7.1999

80 Jahre "Kinderkriegen"
Schwäbisch Hall. Vor 80 Jahren am 11. Juli 1919 wurde das erste Kind geboren, das im Haller Diakoniekrankenhaus das Licht der Welt erblickte. Ein Mädchen. Eine eigenständige Geburtshilfeabteilung aber gab es im Diak erst ab dem Jahr 1937. Zuvor waren Wöchnerinnenstation und Kreißsaal Teil der Chirurgie. Rund 60.000 Babies insgesamt halfen die Hebammen und Ärzte des Diak in diesen 80 Jahren ins Leben. Etwas mehr als 1100 waren es im vergangenen Jahr. Sechs Chefärzte hatte die Abteilung seit 1919 und acht Leitende Hebammen. Letzte Diakonisse in der Geburtsklinik des Diak war Johanna Binder. Sie ging im Jahr 1991 in Ruhestand. Neuer Chefarzt ist seit 1. Januar Prof. Dr. Andreas Rempen, Leitende Hebamme und Chefin von 12 Hebammen-Kolleginnen ist Pek Chin Toepfer.

Müllberg unter Garage
Bretzfeld. Gerade als die Fertiggaragen angeliefert wurden, kam auch der Wirtschaftskontrolldienst an eine Baustelle in Bretzfeld. Er stoppte die Aufstellung der Doppelgaragen gerade noch rechtzeitig. Der Bauherr hatte etwa sechs Kubikmeter seines unsortierten Bauschuttes in einem tiefen Loch deponiert, das er mit den Doppelgaragen als Deckel zu verschließen gedachte. Nun kostet der Müll etwa doppelt soviel wie eine reguläre Entsorgung auf der Mülldeponie gekostet hätte.

Ruhe sanft im Internet
Hohenlohe. Gerade noch rechtzeitig merkte ein Hohenloher Bürger, daß eine Rechnung mit ausgefülltem Zahlschein gar keine Rechnung war, sondern ein Auftrag der mit der Zahlung Gültigkeit erhalten hätte. Es ging dabei um die Veröffentlichung einer Todesanzeige im Internet. Ein Medien-Verlag mit Sitz im spanischen Palma hatte die dubiose Auftrags-Rechnung an Angehörige von Verstorbenen verschickt, die etwa einen Monat zuvor Todesanzeigen in verschiedenen deutschen Tageszeitungen veröffentlicht hatten. Nicht nur an den aufmerksamen Hohenloher war solch ein Angebot verschickt worden, ermittelte jetzt die Kripo- Sie rät, unbedingt vor dem Bezahlen immer auch das Kleingedruckte zu lesen, auch und gerade bei Geschäften, die über das Internet abgewickelt werden.

Offener Brief nach Grün-Oben
Landkreis Schwäbisch Hall. Heftige Kritik an der Arbeit ihrer Bundestagsfraktion und Bundespartei übten die Grünen des Landkreises Schwäbisch Hall. In einem offenen Brief an die Partei- und Fraktionsspitzen in Bund und Land monierten sie vor allem die mangelhafte Informationspolitik . Sowohl die Öffentlichkeitsarbeit als auch die Verknüpfung zwischen den einzelnen Parteiebenen müssen erheblich verbessert werden. Ein deutlicheres und glaubwürdigeres grünes Profil setze allerdings auch handwerklich sauber gemachte Gesetzesentwürfe und Gesetze voraus. Völlig unzureichend sei es, wenn selbst eine Landesgeschäftsstelle in einer Einladung zu einem Kreisvorständetreffen nicht wisse ob, sondern lediglich hoffe, daß ein Bundestagsabgeordneter komme, der Auskunft über finanzielle Auswirkungen von Gesetzen geben könne. So geschehen im Fall der 630-Mark Gesetzgebung. Die Abgeordneten fordern die Grünen aus dem Landkreis Schwäbisch Hall auf, nur solche Beschlüsse mitzutragen, die Städte und Gemeinden nicht zusätzlich belasten. "Spart bei Euch selbst!"

Klage der Aktionäre
Heilbronn/Weißbach. Klage gegen mehrere Beschlüsse der Aktionärs-Hauptversammlung beim Hohenloher Kunststofffolienhersteller Hornschuch AG hat jetzt die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre beim Heilbronner Landgericht eingereicht. Den Kleinaktionären geht es dabei vor allem um die Verwendung des Bilanzgewinnes. Im siebten Jahr in Folge hatte die AG für 1998 keine Dividende ausgeschüttet, zugleich aber an den Hauptaktionär, die Decora Industries in Fort Edward einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Dollar vergeben. Von Decora wurde dies zwar dementiert, doch die Kleinaktionäre hatten auf der HV kritisiert, daß Decora ihnen mit genau diesem Geld im März ein Übernahme-Angebot zu einem viel zu niedrigen Preis gemacht habe. Hornschuch hat nur noch rund 61.000 Aktien in Streubesitz.

Nicht ins Klimabündnis
Crailsheim. Abgelehnt hat der Crailsheimer Gemeinderat einen Antrag der Fraktion Unabhängige Grüne Liste. Crailsheim wird nicht dem Klimabündnis Europäischer Städte und Gemeinden beitreten. Wichtiger, als ein Papier zu unterschreiben, sei etwas Konkretes zu machen, so die CDU-Fraktion. Die konservatie "Allgemeine Wählervereinigung" nannte es gar eine Zumutung, sich einen Vorschlag überhaupt anhören zu müssen. Die Antragssteller fanden es ihrerseits empörend, daß der Antrag nach einem halben Jahr Durchlauf in den Amtsstuben des Rathauses mit solch dürren Zeilen abgehandelt werde. Die SPD nannte den Antrag durchaus berechtigt. Denn von konkretem Tun, von dem die Verwaltung spreche, sei in der Vorlage überhaupt nichts enthalten. Man müsse schon fragen, "warum nicht?", wenn doch alles Tun in Sachen Klimaschutz so konkret sei.

Vizepräsidenten nachgewählt
Künzelsau. Zwei ihrer fünf Vizepräsidenten neu gewählt hat gestern Nachmittag die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken. Nachfolger des aus Protest gegen die IHK-Politik und den seiner Meinung nach unnötigen Neubau einer IHK-Zentrale im Mai zurückgetretenen Thomas Walch wurde Hans Dieter Küpper von der Galeria Horten. Für den weiterhin in der IHK Vollversammlung tätigen Ulrich Landerer rückte Manfred Wittenstein von der gleichnamigen Unternehmensgruppe in Igersheim im Main-Tauber-Kreis nach. Weitere Themen der öffentlichen IHK-Vollversammlung, die in der Akademie Würth in Künzelsau-Gaisbach tagte, waren die Neubau-Kosten, die Einrichtung eines Schiedsgerichtes und ein Resumee der Aktion "Unternehmer lernen von Unternehmern."

Preisübergabe
Schwäbisch Hall/Karlsruhe. Schüler des Gymnasiums St. Michael in Schwäbisch Hall bekommen heute in Karlsruhe einen Preis des Landes Baden-Württemberg. Sie hatten mit ihrer Umweltgruppe eine Initiative gestartet, um den Bau einer Fotovoltaik-Anlage an einer Partnerschule in der entlegenen bolivianischen Anden-Provinz Ayopaya mit zu finanzieren. 6000 Mark brachten die Haller Schüler dafür auf. Zudem bekamen die bolivianischen Schüler 600 Mark für notwendige lernmittel. Mit dieser Initiative hatte sich die Haller Schulklasse am Schüler-Wettbewerb "Umweltschutz" beteiligt, den das Umwelt-, das Kultus- und das Ministerium für Ländlichen Raum gemeinsam ausgeschrieben hatten. Der Preis - 800 Mark für die Klassenkasse - wird heute vormittag gegen 10:30 Uhr in der Karlsruher Akademie der Badischen Volks- und Raiffeisenbanken - übergeben.

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Mittwoch 14.7.1999

Doppelmörder verurteilt
Künzelsau/Heilbronn. Zwei Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, die zuletzt in einer Hohenloher Gemeinde im Jagsttal wohnten, müssen für je neun Jahre hinter Gitter. Das Heilbronner Landgericht verurteilte sie am Montagabend wegen Doppelmordes zu diesen Gefängnisstrafen. Sie hatten im Oktober vergangenen Jahres in einer Aussiedlerunterkunft in Künzelsau-Nagelsberg zwei 28 und 33 Jahre alten ehemaligen Landsleuten die Kehle durchgeschnitten.

Neue Werkstatt
Obersontheim. Rund 12 Millionen Mark wird das Samariterstift in Obersontheim in seine neue Wohnanlage mit Behindertenwerkstatt, Gärtnerei und Verwaltungsgebäude investieren. Baubeginn soll noch in diesem Herbst sein, die Grundsteinlegung ist auf den 27. Oktober terminiert. 60 neue Behindertenwerkstattplätze werden mit finanzieller Unterstützung des Bundes, des Landeswohlfahrts-verbandes und des Arbeitsamtes erstellt. 415.000 Mark bewilligte das Arbeitsamt jetzt als Zuschuß für das Projekt. Das Obersontheimer Schloß, in dem derzeit noch rund 30 pflegebedürftige alte Menschen untergebracht sind, wurde vom Samariterstift an einen Investor verkauft. Das Heim wird nach und nach in ein Wohnstift für psychisch erkrankte Menschen umstrukturiert.

In Fernsehfahndung
Mainhardt. 120 Hinweise gingen zum Postraub von Mainhardt bei der Schwäbisch Haller Kripo ein. Eine echt heiße Spur war bislang nicht dabei.Heute abend wird der Fall auch in der TV-Sendung "Fahndungsakte" bei SAT1 ausgestrahlt. Der unbekannte Täter hatte am 17. Juni 50.000 Mark erbeutet, als er die Mainhardter Postfiliale ausgeraubt und die Angestellte mit einem Draht gewürgt hatte. In nahezu gleicher Weise war schon 1996 in Lenting bei Ingolstadt ein Postbeamter umgebracht worden. Damals hatte der Räuber 11.000 Mark erbeutet. Jetzt gibt es über 15.000 Mark Belohnung durch Post und Staatsanwaltschaft für Hinweise die zur Ergreifung des Täters führen.

Sommerprogramm VHS
Schwäbisch Hall. Auch in diesem Jahr bietet die Schwäbisch Haller Volkshochschule ein spezielles Sommerprogramm an. Im Mittelpunkt stehen Freizeitveranstaltungen, Kultur, Sprachen, Computerkurse und der Bereich Gesundheit. Zahlreiche Veranstaltungen finden im Freien statt. So gibt es eine Wanderung zu Fledermäusen, Führungen durch das Freilandmuseum Wackershofen und eine Sonnenfinsternis-Exkursion. Die speziellen Sommer-Programmhefte liegen jetzt wieder bei zahlreichen Einzelhandelsgeschäften, bei Banken und an den Auslagestellen der Haller Stadtbücherei und des städtischen Informationszentrums.

Letzter Vortragsabend
Schwäbisch Hall. Zum Abschluss seiner Votragstätigkeit im Schwäbisch Haller Brenzhaus wird Dekan Paul Dietrich am kommenden Freitag das "Hohelied der Liebe" aus dem ersten Korinther-Brief des Apostels Paulus auslegen. Sein Vortrags- und Gesprächsabend steht unter der Fragestellung "Was zählt?, Was hilft?, Was bleibt?". Auch passend zu seinem Abgang aus Schwäbisch Hall. Dekan Paul Dietrich, der erst vor wenigen Jahren von der Ulmer Münster-Kirche nach Schwäbisch Hall gekommen war, wird ab August seine neuen Aufgaben als Prälat in Heilbronn wahrnehmen.

Pfarrer geht
Ilshofen. Die Kriegsdienstverweigerer aus dem Kirchenbezirk Schwäbisch Hall verlieren ihren Berater und Betreuuer, Pfarrer Ulrich Niebling aus Ilshofen. Der auch für die Kinderkirchenarbeit im Bezirk zuständige Niebling wird seine Pfarrstelle in Ilshofen im Frühherbst gegen ein neues Pfarramt an der Martin-Luther-Kirche in Heilbronn eintauschen. Ulrich Niebling war seit 1986 Gemeinde-Pfarrer in Ilshofen.

Tatverdächtiger ermittelt
Ilshofen. Zeugenaussagen brachten jetzt die Polizei auf die Spur eines Mannes, der vergangene Woche in Ilshofen zwei kleine Mädchen angesprochen hatte. Er hatte die beiden Elfjährigen überreden wollen, zu ihm ins Auto zu steigen. Der Mann war dabei recht massiv geworden. Die Hinweise aufgrund von Veröffentlichungen in den Medien führten jetzt zu einem 30jährigen Mann aus der Nähe von Schwäbisch Hall. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei umfangreiche pornografische Schriften und Videomaterial. Der 30jährige räumte in seiner Vernehmung ein, die beiden Mädchen angesprochen zu haben. Die Ermittlungen dauern an.

Melonen auf Autobahn
Satteldorf. Kurz hinter Satteldorf wurde gestern die Autobahn A6 mit Melonen gepflastert. Ein spanischer Sattelzug streifte einen Pannenlaster, der auf dem Standstreifen stand. Dabei wurde die gesamte rechte SAeite des spanischen Sattelzuges aufgerissen und rund 1000 Melonen lullerten auf die Fahrbahn, wo sie zerplatzten und zermatscht wurden. Während der stundenlangen Aufräumarbeiten kam es zu acht Kilometern Rückstau auf der A6 in Richtung Nürnberg.An den Fahrzeugen enstand Sachschaden in Höhe von 90.000 Mark. Personen wurden nicht verletzt.

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Donnerstag 15.7.1999

Blitz fetzte in Stall
Forchtenberg-Muthof. Erst zwei Stunden nach ihrem Eintreffen konnte die Feuerwehr auf dem Muthof hoch über Forchtenberg des Feuers in einem Stall- und Scheunengebäude Herr werden, das durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde. Die Wasserversorgung auf dem Einzelgehöft gestaltete sich recht schwierig. Erst eine Schaumkanone, die von der Öhringer Feuerwehr angefordert wurde, brachte das Feuer unter Kontrolle. 32 Kühe und 70 Schweine in dem Gebäude konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Es entstand ein Sachschaden von 300.000 Mark.

Solar-Antrag eingereicht
Michelfeld. Mit Solarzellen Strom auf dem mittelalterlichen Kirchendach zu produzieren, dieser Vorschlag der Kirchengemeinde Michelfeld hat für Aufsehen gesorgt. Streit mit dem Denkmalschutz ist vorprogrammiert. 4 KW für Kosten um 60.000 Mark will die Kirchengemeinde installieren, um ein Zeichen zu setzen, daß gerade die Kirche sich für die Bewahrung der Schöpfung, für die Umwelt einsetzt. Am Dienstag hat Pfarrer Dr Armin Münch den Antrag bei der unteren Denkmalbehörde im Landratsamt eingereicht. Bedenken zum Denkmalschutz kontert er mit der Einsicht, eine Kirche ist etwas Lebendiges und kein erstarrtes Museum.

Verkehrssicherheitstage
Schwäbisch Hall. Zwei Sicherheitstage veranstaltet die Schwäbisch Haller Hautschule Schenkensee zum Abschluß des Schulprojektes Verkehrssicherheit. Hauptsächlich an Eltern und Lehrer richtet sich die offizielle Eröffnungsveranstaltung heute ab 19 Uhr mit dem Referat des Haller Verkehrsdienstleiters Hubert Rothe zum Thema "Kinder und Verkehr".Ein aufgebauter Parcours mit Gurtschlitten, Fahrsimulator, Video- und Computerspielen und einem Hotzenblitz- Elektromobil wird ergänzt durch Aktionen der Feuerwehr, des DRK und des ADAC. Am Samstag besteht für die Kinder außerdem die Möglichkeit an einem Skatingkurs teilzunehmen.

"schwäbisch hallerlei" verschwindet
Schwäbisch Hall.Die Kulturbeauftragte der Stadt Schwäbisch Hall hat den Begriff "schwäbisch hallerlei" für die städtischen Kulturveranstaltungen gekippt. Künftig sollen die Abende unter dem Titel Kabarett & Co. laufen. Der alte Reihentitel, Anfang der 90er als Ergebnis eines Ideenwettbewerbes unter Kulturmanagement-Studenten der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg entstanden, habe als Wortspiel zuviel Erklärungsbedarf gehabt, so Haller Kulturmanagerin Ute Christine Berger. Kritik kam bereits von Kulturschaffenden."Kabarett & Co" habe einen entscheidenden Nachteil: das könne überall stattfinden, "schwäbisch hallerlei" aber nur in Schwäbisch Hall.

Staudacher jetzt Adenauer-Chef
Crailsheim. Der im Hohenlohischen aufgewachsene Wilhelm Staudacher, der Mitte der 60er am Crailsheimer Albert-Schweitzer Gymnasium sein Abitur machte, wird zum 1. August Generalsekretär der Konrad-Adenauer Stiftung. Seit 1994 war Staudacher Chef des Bundespräsidialamtes, sozusagen Bundespräsident Herzogs "Strippenzieher". Schon seine Karriere hatte 1973 nach dem Studium bei der Konrad Adenauer Stiftung begonnen. Später war er unter Generalsekretär Heiner Geißler erster Bundesgeschäftsführer der CDU und nach der Wende Staatssekretär und Bevollmächtigter in Bonn und Brüssel für das neuen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gewesen.

Bühlertal-Video
Vellberg. Vier Gemeinden des oberen Bühlertales lassen ein Video über ihre Region drehen, um Tourismus und Wirtschaft anzukurbeln. Das Projekt wird durch die Europäische Union über das sogenannte LEADER-Programm gefördert. Gestern beschloss auch die Gemeinde Vellberg sich an den restlichen Kosten des Videos mit einem Betrag von 6000 Mark zu beteiligen.

Solar Straßenlampen
Rosengarten. Gestern wurden im Neubaugebiet Ghai in Rosengarten-Westheim völlig neuartige Solar-Straßenlaternen präsentiert. Das Neubaugebiet machte schon im Frühjahr Furore bei der Präsentation des Null-Energie-Hauses. Jetzt werden an der Straße, an der auch die Null-Energie-Häuser stehen auch die umweltfreundlichen Solarlaternen installiert. Tagsüber produzieren sie mit ihren Fotovoltaik-Modulen den Strom direkt aus dem Tageslicht, den sie nachts wieder verbrauchen. Noch kostet ein Exemplar der Solar-Straßenlaterne etwa 6000 Mark, sechs Mal mehr als eine herkömmliche Laterne. Doch in der Gemeinde Rosengarten, die sich auch im Klimabündnis europäischer Städte und Gemeinden engagiert, hält man die Entwicklung der Solarlaterne für Richtung weisend. Da sie in Deutschland bislang einmalig sind, hat man die Laternen patentieren lassen.

Liberale Frauen
Schwäbisch Hall. Gleich zwei Frauen aus Schwäbisch Hall wurden in den Landesvorstand der neugegründeten Landesvereinigung "Liberale Frauen" gewählt. Jutta Pagel, ehemalige Vorsitzende des Haller Kreisjugendringes und Ruth Striebel-Döring, die Frau des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Dr. Walter Döring gehören als Beisitzerinnen dem elfköpfigen Landesvorstand an. Ziel der Landesvereinigung ist es, die Gleichstellung der Frauen zu fördern und zu diesem Zweck auch über Parteigrenzen hinweg mit anderen Frauenorganisationen zusammenzuarbeiten. Man habe genug lila Socken gestrickt, so die Frauenbeauftragte des FDP-Landesverbandes und stellvertretende Vorsitzende des neuen Verbandes Corinna Werwigk-Hertneck, "jetzt müssen wir einfach Politik machen."

Vandalismus
Gaildorf. Wie die Vandalen hausten in der Nacht zu gestern unbekannte Täter in einem Neubau an der Gaildorfer Bahnhofstraße. Mit einem Hammer wurden insgesamt neun Fenster aus doppeltem Isolierglas eingeschlagen. Selbst die Fensterrahmen wurden beschäftigt, sodaß sich der Sachschaden auf insgesamt 6000 Mark addiert. Der Eigentümer hat für Ergreifung der Täter eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.

Zehn Schafe tot
Kupfer. Keine Chance hatten die Schafe, die zwischen Westernach und Kupfer auf die Bahnlinie Öhringen Schwäbisch Hall geraten waren. Keine Chance hatte auch der Lokführer eines herannahenden Nahverkehrszuges, noch rechtzeitig anzuhalten. Der Zug rutsche in die Schafherde und tötete zehn Tiere.

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Freitag 16.7.1999

Jetzt auch bei XY
Mainhardt. Nachdem schon am Mittwoch in der Sendung Fahndungsakte bei SAT 1 über den Fall berichtet wurde, kommt der Mainhardter Postraub heute Abend auch in der ZDF-Fahndungs-Serie Aktenzeichen XY-ungelöst. Rund ein Dutzend Hinweise waren nach der SAT1-Sendung bei der Polizei auf den Mainhardter Posträuber eingegangen, der nach Vermutungen der Polizei auch ein Mörder sein könnte. Denn vor drei Jahren war in Lenting bei Ingolstadt auf gleiche Weise eine Post überfallen worden. Während die Mainhardter Postangestellte mit schweren Würgeverletzungen davon kam, wurde der Postbeamte in Lenting erwürgt. 20.000 Mark Bargeld erbeutete der Täter in Mainhardt. Für Hinweise auf den Täter, die zur Verhaftung führen, gibt es eine Belohnung von 13.000 Mark von der Staatsanwaltschaft und von 2500 Mark von der Post.

Kanzler im Hirschen
Blaufelden. Bundeskanzler Gerhard Schröder wird am kommenden Montag Abend nach Blaufelden kommen. Der Grüne Bundestags- Fraktionsvorsitzende Rezzo Schlauch hatte ihm vom Essen im Sterne-Restaurant "Hirschen" vorgeschwärmt und den Kanzler privat in seine Heimat nach Hohenlohe eingeladen. (Rezzo Schlauch stammt aus Bächlingen bei Langenburg). Vor dem Hohenloher Privattermin besuchen die beiden Politiker den "Global Player" in Sachen Befestigungstechnik, die Firma Würth in Künzelsau-Gaisbach. Die Ankunft am Montag ist geplant für 16:15 Uhr per Hubschrauber auf dem alten Gaisbacher Sportplatz.

Leitstelle gesichert
Schwäbisch Hall. Nachdem durch starke Rückgänge bei der Feuerschutzsteuer vor wenigen Wochen bei der Tagung des Landes-Feuerwehrverbandes noch unklar war, ob das Land überhaupt Geld für Zuschüsse haben würde, kam jetzt eine positive Nachricht vom Regierungspräsidium. Die Neue Feuerwehrleitstelle für den Landkreis Schwäbisch Hall, die gemeinsam mit der Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes in Schwäbisch Hall betrieben werden soll, kann mit einem Zuschuss von 633.000 Mark rechnen. Auch die Verlegung der Feuerwache in Crailsheim kann mit einer 600.000 Mark Förderung rechnen, und in Kupferzell im Hohenlohekreis schießt das Land 481.000 Mark zu. Niedernhall, Neuenstein und Gaildorf können mit Zuschüssen für neue Fahrzeuge rechnen

Abschlußprüfung der Bäcker
Künzelsau. 13 angehende Bäcker und Bäckerinnen aus Hohenlohe legten gestern an der einjährigen Berufsfachschule in Künzelsau ihre praktischen Prüfungen ab. Drei Roggenbrote, 30 Brötchen in fünf verschiedenen Ausgestaltungen, 25 Laugenbrezeln, zwei hochgeflochtene Vierstrangzöpfe und einen zweistrangigen Kreuzzopf sowie 20 süße Stückchen aus Blätterteig in vier verschiednen Formen hatten sie zu backen. Und das alles in sechs Stunden. Alle Prüflinge haben bei einem Notendurchschnitt von 2,1 bestanden und haben damit das erste Lehrjahr bereits hinter sich. Nur neun haben allerdings auch einen Lehrvertrag in einem der zur Innung Hohenlohe gehörigen Bäckereibetriebe.

Vier neue Hallen nötig
Crailsheim. Vier Sporthallen sollen in den nächsten Jahren in Crailsheim gebaut werden, die größte mitten in der Stadt am Volksfestplatz. Nach dem Schul- hat gestern abend auch der Sportbeirat der Stadt Crailsheim der vorgeschlagenen Sportstättenplanung zugestimmt. Weitere Hallen-Standorte sind bei der Käthe-Kollwitz-Schule, beim ebenfalls noch zu bauenden neuen Gymnasium und im Neubau-Stadtteil Kreuzberg.

Gegen Pflügeverbot
Hohenlohe. Bauern in Hohenlohe protestierten gestern gegen eine neue Umweltverordnung, die untersagt, Felder in Wasserschutzgebieten im Herbst unter den Pflug zu nehmen. Die Bauern fürchten nicht nur Einkommensverluste sondern auch negative Folgen für die Umwelt. Werde der Boden nicht gepflügt, könnten Pflanzen weniger Nitrate aufnehmen. Folge: die Nitratwerte im Grundwasser würden steigen. Die Verodnung sei schlicht unsinnig.

Mit 25 Seiten ins Web
Kupferzell. Seit gestern wird im Rathaus von Kupferzell eine neue 160.000 Mark teure EDV-Anlage eingebaut. Kommende Woche werden die 18 Bediensteten des Rathauses beim Kommunalemn Rechenzentrum für das neue System geschult. Notwendig wurde die Investition, weil die alte, 1993 eingebaute Anlage an die Grenzen ihrer Systemressourcen gestoßen war. Möglich wird mit der neuen Anlage auch die Präsentation der Gemeinde Kupferzell im Internet. 25 sogenannte Web-Seiten sind bereits vorbereitet.

Premiere in Reubach
Rot am See. Ein ganzes Dorf spielt Theater, jedes Jahr für wenige Freiluft-Vorstellungen im Sommer. Reubach, Teilgemeinde von Rot am See, will damit Dorfgeschichte erlebbbar machen. Begonnen hat es in den 80er Jahren, als der ehemalige Pfarrer von Reubach und heutige Religionslehrer an der Berufsschule Crailsheim, Dieter Kleinhanß seine Lust am Stückeschreiben entdeckte und Dorfgeschichte und Dorfgeschichten in spielbare Szenen umschrieb. Rund 15.000 Mark investiert die Dorfgemeinschaft alljährlich in ihre "Freilichtspiele". 250 Sitzplätze hat man in der Haupstraße beim ehemaligen Rathaus, wo mitten im Ort Theater gespielt wird. Sechs Vorstellungen hat man in diesem Jahr für das Stück "Junger Wein und alte Schläuche" vorgesehen. Heute Abend ist Premiere in Reubach

Neue Stadtmalerin
Gaildorf. Sumiko Shoji wird im November als dritte Gaildorfer Stadtmalerin ins Alte Schloß ziehen. Gestern hat sie sich im Rathaus vorgestellt. Bürgermeister Kurt Engel und Diethelm Reichardt, Vater der Stadtmaler-Idee begrüßten die 33jährige gebürtige Japanerin. Sumiko Shoji (das 'j' wird als ganz weiches 'sch' gesprochen) hatte sich an derselben Ausschreibung beteiligt wie die derzeitige Stadtmalerin Sabine Arnold, die noch bis Ende Oktober im Schloß arbeitet. Damals waren mehr als 100 Anfragen und schließlich 30 ernsthafte Bewerbungen eingegangen und das Auswahlgremium hatte sich geeinigt, die sozusagen Zweitplazierte ein Jahr später einzuladen und auf eine neue Ausschreibung zu verzichten. Das Projekt Stadtmaler in Gaildorf habe sein Ziel erreicht, sagte BM Engel. "Die damit verbundenen Diskussionen waren nicht immer einfach, dafür aber sehr spannend. In Gaildorf ist die Kunst ein öffentliches Thema geworden". Sumiko Shoji kündigte an, ihren derzeitigen Wohnsitz in Stuttgart aufzugeben und zusammen mit ihrem Mann Yücel Aydemir, der zur Zeit an seinem Magisterabschluß in Soziologie arbeitet, und ihrem noch nicht ein Jahr alten Töchterchen Yakamoz nach Gaildorf zu ziehen. Das tägliche Leben, sei untrennbar mit ihrer Arbeit verbunden, so die Künstlerin.

Freizeitoasen
Hohenlohe. Gleich mehrere Hohenloher Städte kamen unter die Top 20 der besten Freizeit-Orte im Südwesten. Die Stadt Weikersheim im Main-Tauber-Kreis wurde gar für 1999 zur Freizeit-Oase Nummer eins gekürt. Eine unabhängige Jury hat auf Anregung der TV-Zuschauer des Südwestfernsehens insgesamt 20 Städte und Gemeinden mit besonders attraktivem Freizeitangebot ausgewählt. Schwäbisch Hall landete bei dem Wettbewerb auf Platz 3, Bad Mergentheim belegte den 14.Platz. Die Regions-"Metropole" Heilbronn belegte Rang 4 der Liste. In den Top 10 der Freizeit-Oasen findet jeweils eine Live-Sendung des dritten Südwest-TV-Programmes statt. Außerdem erhalten die ersten 10 Gemeinden von einem Sponsor der Aktion jeweils 10 Tausend Mark.

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Samstag 17.7.1999

Fahranfängerin: Unfalltod
Ilshofen. Nachts um drei kam der Tod. Das Unglück ereignete sich auf der Kreisstraße zwischen Hessenau und Elpershofen im Jagsttal. Eine 18jährige Fahranfängerin fuhr in einer langezogenen Kurve aufgrund eines Fahrfehlers geradeaus und prallte nach einigen Metern frontal gegen einen Obstbaum. Die freiwillige Feuerwhr Gerabronn befreite die Frau zwar aus dem Fahrzeugwrack, doch auch ein zur Unfallstelle geeilter Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen. Die 18jährige starb an der Unfallstelle.

Spatenstich bei Stahl
Waldenburg. Rund 90 Millionen Mark wird die R. Stahl AG in die Umstrukturierung ihrer Künzelsauer Betriebe stecken. Kernstück ist das neue Produktionswerk im Gewerbepark Waldenburg. Dort gab es gestern nachmittag den ersten Spatenstich. Vorstandsvorsitzender Lothar Wettengel nannte die neue Waldenburger Fabrik ein Werk völlig neuer Prägung. Es werde eine Fabrik ohne Schnittstellen werden, die Fertigung werde in sogenannte Kompetenz-Center verlegt, die jeweils für eine Produktgruppe verantwortlich seien, von der Planung bis zur Auslieferung. Notwendig sei dafür eine sehr kommunikative Fabrik, in der das nichtgewerbliche Angestelltenpersonal direkt bei der Fertigung arbeite. Die Fabrik auf dem 13,5 Hektar großen neuen Betriebsgelände kostet 60 Millionen Mark. 20 zusätzliche Millionen werden für die Logistik aufgewendet und weitere 10 Millionen für Grundstück und Nebenkosten.

Hofgartenfest
Kirchberg an der Jagst. Das Hohenloher Landstädtchen Kirchberg an der Jagst feiert heute und morgen sein Hofgartenfest. Unterhaltung für die Bevölkerung steht im Vordergrund. Höhepunkte sind der Auftritt des Kinderzirkus Compostelli, ein Abend mit den musikalischen Vereinen der Stadt mit Jazztanz und einem Auftritt der Gruppe "Master Charge" sowie am Sonntag eine Verlosung, bei der eine Fahrt mit einem Heißluftballon zu gewinnen ist. Abgeschlossen wird das Fest am Sonntag kurz nach 22 Uhr mit einem Barockfeuerwerk über dem Schloß.

10 Jahre Unternehmerfrauen
Ilshofen. Seit zehn Jahren besteht der Arbeitskreis Unternehmerfrauen im Handwerk im Landkreis Schwäbisch Hall. Rund 100 Mitgliedsfrauen aus über 30 Branchen arbeiten derzeit mit. Bei monatlichen Treffen geht es mit den verschiedensten Referenten vor allem um die Weiterbildung: denn viele Handwerkerfrauen sind in ihren Betrieben zuständig für Organisation, Ausbildung, Personalfragen, Abrechnung und andere Verwaltungsaufgaben. Mittlerweile wurde in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern ein Kursprogramm entwickelt, das mit der "Büroleiterin im Handwerk" abschließt. Zur Feier des 10jährigen Bestehens haben sich die Frauen morgen auch hohen Besuch eingeladen. Erwartet werden Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring, Landrat Ulrich Stückle, Crailsheims Oberbürgermeister Andreas Raab und Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert.

Benefiz für Schwarzenhof
Neuenstein. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg organisierte für heute ab 17 Uhr auf Schloss Neuenstein eine Benefizveranstaltung zugunsten des "Schwarzenhofes" in Ingelfingen. Eingeladen hat Seine Königliche Hoheit Carl Herzog von Württemberg. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring wird eine Ansprache halten. Seine Durchlaucht Kraft Fürst zu Hohenlohe-Öhringen stellt für die rund 150 geladenen Gäste den Rittersaal seines Schlosses zur Verfügung. Die kulinarischen Genüsse des Abends werden zubereitet von Meisterkoch Lothar Eiermann vom Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg beteiligt sich mit einer Million Mark an der Renovierung des Renaissance-Fachwerkbaues, der zur Zeit mit einem Aufand von rund sechs Millionen Mark renoviert wird.

Unicorns gegen Greifs
Schwäbisch Hall. Zu ihrem letzten Heimspiel der Saison empfangen die Schwäbisch Hall Unicorns heute im Haller Hagenbach-Stadion die Karlsruhe Greifs. Nur mit Mühe hatten die Haller im Hinspiel die Greifs nach einem 0:8 Rückstand zur Halbzeit doch noch mit 16:8 geschlagen. Bei diesem Spiel hatten die Haller Unicorns auch ihren regulären Quarterback Andreas Weis verloren, der sich ein Handgelenk brach und für den Rest der Saison ausfiel. Für die Haller geht es beim heutigen Spiel, das um 17 Uhr beginnt darum, die dritte Tabellenposition in der Zweiten American Football Liga zu halten. Motivation der Greifs: sie könnten mit einem Sieg sicherstellen, daß sie nicht mehr zu den Abstieg gefährdeten Mannschaften gehören.

Straßenfest
Künzelsau. Mit einem großen Musikprogramm, mit einem Streetball-Turnier des städtischen Jugendzentrums in Zusammenarbeit mit der Polizei unter dem Motto "My Way Fair Play" und mit vielen anderen Spielen für Kinder und Erwachsene feiert die Stadt Künzelsau heute und morgen ihr traditionelles Straßenfest. Neben den zahlreichen Angeboten für die jungen Künzelsauer gibt es auch jede Menge Vergnügen bei Essen und Trinken für die Erwachsenen. An 25 Ständen in der Stadt wird für das leibliche Wohl der Festbesucher gesorgt. Zu den musikalischen "Stars" des Festes zählen die Bands "Annaweech" und "Gonzo and Friends".

Omnibus-Unfall
Marlach. Zu einer nicht ganz problemlosen Begegnung zwischen einem Lastwagen und einem mit drei Schulklassen besetzten Omnibus kam es gestern kurz nach der Mittagszeit auf der Landesstraße zwischen Marlach und Winzenhofen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden lenkte der Busfahrer sein Fahrzeug weit auf den Grünstreifen. Dabei geriet er an die Leitplanke, beschädigte den Bus. Glücklicherweise wurde beim Aufprall niemand verletzt. Der LKW setzte allerdings seine Fahrt fort, ohne daß sich sein Lenker um den Unfall gekümmert hätte. Die Polizei sucht nun Hinweise auf den Unfallflüchtigen.

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Sonntag 18.7.1999

Sammeln für Ministerin
Schwäbisch Hall. Unter dem Motto Sekt, Saft und Selters sammelten die MasseurInnen und KrankengymastInnen gestern in der Haller Innenstadt Geld für Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer. Mit dem Geld aus ihrer "Protest"-Aktion wollen die Therapeuten erreichen, daß die Etats für den Bereich der Physiotherapie erhöht werden. Denn durch die bisherige Gesundheitspolitik und den rigorosen Sparkurs sehen sich immer mehr Ärzte veranlasst, immer weniger physioptherapeutische Anwendungen zu verordnen. Sie fürchten Regressforderungen, die KrankengymnastInnen und MasseurInnen um ihre Arbeitsplätze.

Imkereitag
Wackershofen. Wachs, Pollen, Gelee royale, Bienengift zur Herstellung von Medikamenten: Bienen liefern nicht nur Honig sondern viele andere wertvolle Rohstoffe. Besucher des Hohenloher Freilandmuseums können beim heutigen Imkertag die faszinierende Welt der Honigbienen kennenlernen. Die Imkerei hat eine Jahrtausende alte Geschichte und die Imkervereine aus dem Landkreis Schwäbisch Hall versuchem diese heute im Museum darzustellen und den Besuchern nahezubringen.

Kulturprogramm
Künzelsau. 25 attraktive Veranstaltungen bietet die Stadt Künzelsau in ihrem Kulturprogramm 1999/2000. Im Angebot des städtischen Kulturamtes sind Kabarett, Theater , Konzerte und Kunstaustellungen. Saisonstart ist am 23. September in der Künzelsauer Stadthalle der Gruppe Adesa aus Westafrika, die traditionelle afrikanische Musik spielt. Gepsonsert wird da Künzelsauer Kulturprogramm von einer Reihe namhafter Firmen. In gedruckter Form kann das Programm bei der Stadtverwaltung angefordert werden.

Jubiläum
Weikersheim: Der Arbeitskreis Museen und Schlösser in Hohenlohe-Franken feierte gestern Abend in Weikersheim sein 25jähriges Bestehen. 80 Einrichtungen sind derzeit in der Interessensgemeinschaft vertreten. Ihre Ziele sind die Erhaltung von Kulturgut und der kollegiale Erfahrungsaustausch. Alle Einrichtungen des Arbeitskreises werden in einem speziellen Museumsführer beschrieben. Geleitet wird "Museen und Schlösser in Hohenlohe-Franken" seit der Gründung von Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein.

Säger unzufrieden mit Markt
Stuttgart/Oberrot. Heimisches Holz ist nicht konkurrenzfähig, monieren die heimischen Sägewerke bei den Forstverwaltungen. Wirtschaftsminister Döring regte deshalb für Herbst einen Gesprächskreis zwischen Politik, Forstwirtschaft, Säge- und Holzindustrie an. Auch untereinander sollten sich die Sägebetriebe einiger sein und gemeinsam, kleine wie große in der Branche, ihr Marketing verbessern. Ein gemeinsamer Gesprächskreis könne hier schon etwas bewegen, so Eugen Klenk, Geschäftsführer der gleichnamigen Holzwerke in Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall. Klenk gehört zu den größten Sägewerken Europas.

Immer weniger Bauern im Kreis
Landkreis Schwäbisch Hall. Auch im landwirtschaftlichen Kreis Nummer eins des Landes Schwäbisch Hall nimmt die Zahl der Bauernhöfe ab, sogar stärker als im Landesdurchschnitt. 1998 gab es noch 3700 Betriebe. Jetzt sind es bereits 191 Bauernhöfe weniger, ein Minus von 4,9 Prozent. Der Landesdurchschnitt liegt bei nur 3,2 Prozent. Die Agenda 2000 und die angekündigten Kürzungen der Zuschüsse durch die Bundesregierung werden die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft noch verschlechtern, so daß Halls Landrat Ulrich Stückle einen weiteren Rückgang der Landwirtschaft befürchtet. Gegensteuern könne man nur durch Wirtschaftsförderung. Ziel bleibe, die in der Landwirtschaft verlorengegangenen Arbeitsplätze durch neue Stellen in Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungsunternehmen auszugleichen.

26 Euro für 50 Mark Aktie
Welzheim. Seit Jahren gab es für die Kleinaktionäre der Bauknecht-Nachfolgefirma ATB in Welzheim keine Dividende. Zudem unterlag die Aktie einem stetigen Preisverfall. Auch die Mehrheits-Aktienpakete wechselten mehrfach den Besitzer. Nach der Deutschen Babcock ist jetzt die österreichische Staatsgesellschaft GBI Mehrheitseigner. Sie unterbreitete jetzt den Kleinaktionären ein Übernahmeangebot. 26 Euro pro 50-Mark-Aktie bieten die Österreicher für die ATB Welzheim. Das sind 38 Prozent mehr als der Durchschnittskurs des laufenden Jahres und sechs Prozent mehr als der höchste Kurs der letzten sechs Monate. Die Österreicher rechnen damit, daß die große Mehrheit der Aktionäre auf das Angebot eingehen wird.. 1997 hatte die österreichische Staatsfirma GBI 85,3 Prozent der ATB-Aktien gekauft. Das von ihren Experten erarbeitete Umstrukturierungs-Konzept führte bereits zu Investitionen in Welzheim in Höhe von acht Millionen Mark. Für die beiden nächsten Jahre sind weitere 12 Millionen eingeplant. Entgegen vielen Befürchtungen dürfte damit gewährleistet sein, daß die GBI den Standort Welzheim erhalten und nicht aufgeben wird.

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Montag 19.7.1999

Bundeskanzler kommt
Gaisbach. Bundeskanzler Gerhard Schröder betritt heute kurz nach 16 Uhr erstmals Hohenlohischen Boden. Auf Einladung des Grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch kommt Schröder zu einem als "privat" deklarierten Besuch in die Heimat des Grünen Politikers, der aus Bächlingen bei Langenburg stammt. Vor dem privaten Essen der Politiker im "Hirschen" von Sternekoch Manfred Kurz in Blaufelden, besuchen sie die Firmenzetrale des Schraubenkonzerns Würth in Künzelsau.

Tödlicher Motorrad-Unfall
Belsenberg. Tödlich verunglückt ist in der Nacht auf Sonntag ein 23jähriger Motorradfahrer auf der B 19 in Steige zwischen Stachenhausen und Belsenberg. Der Motorradfahrer hatte auf der kurvigen Gefällstrecke ein Auto überholt und kam beim Wiedereinscheren im Ausgang einer Linkskurve von der Fahrbahn ab. Dabei rutschte er mit voller Wucht unter die Leitplanke. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des 23jährigen Motorradfahrers feststellen.

Fehlbetrag in Etat
Mainhardt. Mit einem Defizit von 300.000 Mark rechnet man beim Mainhardter Gemeinderat zum Jahresende. Bürgermeister Karl Heinz Hedrich hatte vergangene Woche die Zahlen des 99er Haushaltes in einem Zwischenbericht vorgelegt. Mainhardt wird entgegen der Planung in diesem Jahr voraussichtlich fast 900.000 Mark weniger an Gewerbesteuern einnehmen. Dies hat zur Folge, daß nicht wie geplant 750.000 Mark erwirtschaftet und zur Schuldentilgung dem Vermögenshaushalt zugeführt werden können.

M.U.T. ausgezeichnet
Schwäbisch Hall. Die Schwäbisch Haller Hilfsorganisation M.U.T., die vor allem im ehemaligen Rumänien Kindern und Waisen hilft. M.U.T. ortganisiert nicht nur zahlreiche Hilfsgüterstransporte, sondern betreibt auch ein eigenes Heim und bezahlt Fachpersonal. Vergangene Woche erhielt der Verein in der Dresdner Dreikönigskirche von der Robert-Bosch-Stiftung eine mit 5000 Mark dotierte Auszeichnung überreicht. Die Stiftung hatte einen bundesweiten Förderpreis "Humanitäre Hilfe für Mittel und Osteuropa" ausgeschrieben, um den sich insgesamt 420 Initiativen bewarben.

Unicorns schlagen Greifs zu Null
Schwäbisch Hall. Der Fabeltierkampf in der Zweiten American Football-Bundesliga zwischen den Greifs aus Karlsruhe und den Schwäbisch Haller Einhörnern endete mit einem "zu Null"-Erfolg der Schwäbisch Hall Unicorns. 27:0 lautet am Ende des zwölften Spiels der Haller in dieser Saison das Ergebnis. Die Unicorns bleiben damit auf dem dritten Tabellenplatz. Verabschiedet hat sich mit diesem Spiel auch eine der tragenden Stützen des Haller Spieles, Eric Newton. Er wird noch vor Ende der Saison in die USA zurückkehren. Zugleich war dieses von 450 Zuschauern besuchte Match auch das letzte in dieser Saison im Haller Hagenbachstadion. Die letzten beiden Spiele der Schwäbisch Hall Unicorns sind nachzuholende Auswärtsspiele

Gesichert aber nicht sicher
Landkreis Schwäbsich Hall. Finanziell ist nach der 633.000 Mark Zusage des Landes die neue integrierte Leitstelle für DRK und Feuerwehr im Landkreis Hall gesichert. Doch ob und wo sie eingerichtet wird, steht noch nicht fest. Zum einen streiten sich Krankenkassen und Landkreis über die Kostenaufteilung (43 bis 46 Prozent soll der Landkreis nach einem bislang nicht akzeptierten Vorschlag des Landes übernehmen), zum andern streiten sich die Feuerwehren von Hall und Crailsheim um den Standort. Sie kritisieren vor allem die Verquickung ihrer Leitzentrale mit dem DRK und daraus möglicherweise entstehende Interessenskonflikte zwischen Landkreis und DRK. Landrat Ulrich Stückle ist seit langen Jahren im DRK-Vorstand. Trotz allem Streit: die alten Leitstellen der Feuerwehren in Crailsheim und Schwäbisch Hall werden zum Jahresende geschlossen und eine neue Leitstelle muß ab dem 1. Januar 2000 arbeiten, ob sie nun in Crailsheim steht, oder in Schwäbisch Hall in technischer und Personalunion beim DRK betrieben wird.

Arbeitsmarkt auf dem Land
Schwäbisch Hall. "Der Gürtel um die Stadt Schwäbisch Hall ist im vergangenen Jahrezehnt deutlich enger geworden", schreibt Schwäbisch Halls Arbeitsamtsleiter Eberhard Bauer. Einige Nachbargemeinden Halls haben deutlich gegenüber der Stadt gewonnen, sowohl an Einwohnerzahlen als auch an Arbeitsplätzen. Ilshofen etwa weist 30 Prozent mehr Einwohner und 60 Prozent mehr Arbeitsplätze auf, als noch vor einem Jahrzehnt. Zuwächse gab es auch bei den Gemeinden Wolpertshausen, Obersontheim, Untermünkheim und Michelbach an der Bilz, ein kräftges Plus an Einwohnern wie an Arbeitsplätzen. Die Kreisstadt Schwäbisch Hall aber blieb mit einem Verhältnis von einem Arbeitsplatz auf je zwei Einwohner nahezu konstant.

Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht
Eschental. Ihr neues Dorfgemeinschaftshaus weihten gestern die Einwohner des Kupferzeller Teilortes Eschental ein. Zur Namensgebung hatte der Ortschaftsrat einen Wettbewerb ausgeschrieben. Gassentreff, Sommerberghaus, Kulturoase oder besonders witzig Dogeha (als Wortspiel aus den Silbenanfängen von Dorfgemeinschaftshaus) lauteten die Vorschläge. Der Ortschaftsrat entschied sich für "Treffpunkt Eschental". Das neue Haus für Vereine und öffentliche Veranstaltungen hat 1,2 Millionen Mark gekostet.

Besucherrekord
Künzelsau. Drei Tage Kaiserwetter beim Künzelsauer Straßenfest führten zu einem Rekordbesuch im Kochertal. Mindestens 45.000 Besucher zählten die Verantwortlichen bis gestern abend zum musikalischen Ausklang mit Musikkapellen und Gruppen aus der Region. Und: es wurde noch nie so viel Bier gezapft wie in diesem Jahr, so die für das leibliche Wohl der Besucher verantwortlichen örtlichen Vereine. Trotz der vielen Besucher: von Seiten der Polizei wurden nur wenige unangenehmen Zwischenfälle beim Künzelsauer Straßenfest gemeldet. So versuchten sich etwa Jugendliche eines Schlägertrupps am Samstag kurz vor Mitternacht mit Prügeln und Holzlatten bewaffnet Zutritt zu einem Lokal zu verschaffen. Zwei "Rädelsführer" im Alter von 17 und 18 Jahren wurden ermittelt.

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Dienstag 20.7.1999

Endlich veröffentlicht
Schwäbisch Hall. Die Schwäbisch Haller Nachwuchsband "Stone the Crow" stellte bei "Rock in der Ruine" auf dem Haller Hausberg Einkorn beim Benefiz - open air zugunsten der Schwäbisch Haller Behinderten-Einrichtung Sonnenhof ihr Debut-Album vor. Es heißt "Daylight" wie die erste Single und steht seit gestern bundesweit in allen Plattenläden. Die nahezu zeitgleich erschienene zweiten Single "On and On" schaffte bereits den Sprung in die Charts zahlreicher Rundfunk und Fernsehsender.

Billigstrom für Bauern
Landkreis Schwäbisch Hall. Die landwirtschaftlichen Maschinenringe haben mit Preußen Elektra einen Stromliefervertrag ausgehandelt. Sie können ihren Mitgliedern, so wurde aus verschiednen Musterrechnungen festgestellt, Strom bis zu 35 Prozent billiger verkaufen. Dickster Sparbrocken: im ausgehandelten Vertrag gibt es einen Niedrigtarif, der täglich zwei Stunden länger als bisher und zudem an Wochenenden über zwei volle Tage gilt. Die Maschinenringe schicken derzeit an ihre Mitglieder die unterschriftsreifen Stromverträge und Musterkündigungen für den bisherigen Lieferanten. Landwirte die jetzt kündigen und neu unterschreiben, können voraussichtlich ab Oktober mit billigerem Strom arbeiten, so die Maschinenringe.

Naturgarten für Kinder
Crailsheim. Mit 80.000 Mark hat das Land einen Naturgarten für Kinder gefördert, der beim Kindergarten "Pusteblume" im Crailsheimer Neubaugebiet Kreuzberg eingerichtet wurde. Am Wochenende wurde das fertige Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Gebaut wurde der Naturgarten, der den Kindern viel Freiraum beim Spielen mit Erde und Wasser lässt, ihnen zum andern aber auch die Pflanzen und Kleintierwelt nahe bringt, von Schülerinnen und Schülern der Fachschule für Sozialpädagogik und den gewerblichen Berufsschulen Crailsheim in Zusammenarbeit mit Eltern und dem städtischen Bauhof. Mit diesem Naturgarten wird in Crailsheim ein neuer Weg in der Kindergartenpädagogik beschritten, erste Schritte hin zum sogenannten "nachhaltigen Kindertgarten". Das Land bzw. die Stiftung Naturschutzfonds hat außer dem Crailsheimer noch drei weitere Kindergärten in Baden-Württemberg gefördert.

Grüne Lunge Kreuzäcker
Crailsheim. Die Kreuzäckersiedlung in Crailsheim erhält eine Grüne Lunge. Am Wochenende gab es den symbolischen ersten Spatenstich für eine Freizeitanlage mit Ruhezonen und einem großen Aktivbereich. Geplant sind unter anderem ein kleiner See mit einem Rundweg, ein Wasser- und Sandspielplatz, sowie Spielgeräten für kleine und größere Kinder. Außedem vorgesehen sind ein Abenteuer-Spiel-Areal und ein Kleinspielfeld für Ballspiele, das im Wnter als Schlittschuh-Eisfläche genutzt werden soll. Die künftigen Nutzer der Anlage, die Einwohner der Kreuzäckersiedlung haben an der Planung maßgeblich mitgewirkt. Nun sucht die Stadt Crailsheim noch nach einem Namen für die Anlage und hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, der bis November läuft.

Zusammenschluss
Crailsheim/Ellwangen. Aus den Überlandwerken Jagst (UJAG) und der Mittelschwäbischen Überlandzentrale (MöAG) wurde eine neue Aktiengesellschaft gebildet. Mehrheitsaktionär bei beiden Firmen war die EnBW Energie Baden-Württemberg. Das neue Unternehmen nennt sich EnBW ODRAG Ostwürttemberg Donau Ries Aktiengesellschaft und ist von seinem Sitz Ellwangen aus für die Strom und Erdgasversorgung von der Donau bis zum Main verantwortlich, sowohl auf baden-württembergischer als auch auf bayrischer Seite. Ein Schwerpunkt des Versorgungsgebietes ist der östliche Teil des Landkreises Schwäbisch Hall rund um die Stadt Crailsheim. Insgesamt versorgt die EnBW ODRAG rund 440 000 Einwohner auf fast 3400 Quadratkilometern mit Energie. Die neue Gesellschaft hat 450 Mitarbeiter und erwartet einen Jahresumsatz von etwa 800 Millionen Mark.

Kind angefallen
Künzelsau. Von einem Hund angefallen wurde ein Kind auf den Künzelsauer Taläckern, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits vergangene Woche. Die nach Ansicht der Künzelsauer Polizei Unbelehrbarkeit einer fragwürdigen Tierliebhaberin führte zu dem Vorfall, Der Hund war als bissig polizeibekannt und durfte auf amtliche Anordnung nur mit Leine und Maulkorb ausgeführt werden, was die Besitzerin aber missachtete. Der Hund biss ein neunjähriges Kind ins Gesicht, in Rücken und Hände, sodaß es ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Als die Polizei nach Bekanntwerden des Vorfalls mit einem Spezialkommando beiu der Hundebesitzerin anrückte, war diese mitsamt ihrer Staffordshire Hündin untergetaucht.

Lastzug umgekippt
Mainhardt. Rund 40.000 Mark Sachschaden entstand gestern auf der B14 bei Mainhardt. Ein Lastzug war aus Unachtsamkeit des Fahrers umgekippt und blieb quer zur Fahrbahn liegen. Seine Ladung, 18 Tonnen Pappe, wurde über die gesamte Straße verteilt. Wegen Bergungsarbeiten musste die B14 nahezu den gesamten Vormittag voll gesperrt werden.

Unwetter über Hohenlohe
Landkreis Schwäbisch Hall. Schwere Regenfälle richteten gestern Nachmittag und am frühen Abend im Landkreis Schwäbisch Hall Schäden in noch nicht bezifferbarer Höhe an. Allein 200.000 Mark Schaden entstand bei einem durch Blitzschlag entstandenen Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Crailsheim-Jagstheim. Ein zweiter Blitz schlug in ein Gartenhaus des Crailsheimer Stadtteils 'Türkei'. In Obespeltach vor den Toren Crailsheims war wegen der starken Regenfälle die Ortsdurchfahrt überflutet. Voll gelaufene Keller wurden auch aus Kirchberg an der Jagst gemeldet. Hagelschäden meldeten Klein- und Großaltdorf bei Vellberg. Land unter hieß es in Lorenzenzimmern und auch die Landesstraße 2218 (B14 alt) war am Ortseingang von Wolpertshausen überschwemmt. In der Schwäbisch Haller Gegend versperrten mehrere vom Wind gefällte Bäume kleinere Straßen.

Neue Fundamente
Schwäbisch Hall. Der Ostflügel des historischen Hospitalgebäudes in der Schwäbisch Haller Innenstadt muß saniert werden. In dem Gebäude sind die Hörsäle und die Verwaltung des Haller Goethe-Institutes untergebracht. Die Ferienzeit soll jetzt für die Bauarbeiten genutzt werden. Saniert werden müssen vor allem die Fundamente des Gebäudes, da es in den letzten Jahren starke Setzungen gegeben hatte. Die Arbeiten werden in Absprache mit dem Landesdenkmalamt von einer Leonberger Spezialfirma durchgeführt. Kostenpunkt: eine Viertel Million Mark

Sonderausgabe für Diplomaten
Schwäbisch Hall. Das beim Schwäbisch Haller Eppinger Verlag erscheinende 'Diplomatische Magazin' kam zum 50sten Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland jetzt mit einer Jubiläums-Sonderausgabe heraus. Die einzige bundesweit einzige Spezialzeitschrift für Diplomaten konnte für die 64seitige Jubiläumsausgabe namhafte Autoren für Beiträge und Essays gewinnen. So schreiben etwa der ehemalige Bundesaußenminister Dietrich Genscher, DGB-Chef Dieter Schulte oder der Historiker Prof Eberhard Jäckel über verschiedene Aspekte der alten Bundesrepublik. Das Jubiläumsheft ist seit Beginn der Woche im Handel.

Auftrieb
Gaisbach. Polizeikontrollen, dreifach gestaffelt. Ein Normalsterblicher hatte keine Chance zum Landeplatz des Hubschraubers mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem Grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch zu gelangen. Gedränge von rund 80 Fotografen und Journalisten, Sicherheitsleuten und Offiziellen der gastgebenden Firma Würth, Führung im Schnellgang durch die Lager- und Logistikgebäude, keine Möglichkeit für Journalisten auch nur mehr als ein paar Wortfetzen mitzubekommen. Die einzigen die wohl auf ihre Kosten kommen sind Fotografen und Kameraleute. Dann kleine Ansprache des Bundeskanzlers vor einer kleinen Schar Firmenangehöriger, ein paar Fragen und Antworten, ein paar Nettigkeiten über die Firma, ein kleiner Streit am Rande mit einer Journalistin, die es doch geschafft hat, den Kanzler von Angesicht zu Angesicht zu fragen und dann völlig aus dem Zusammenhang über Details des Projektes Stuttgart 21 argumentiert, weiter im Pulk, keine Chance irgend etwas zu erfahren, was man nicht auch vom Schreibtisch aus schreiben könnte... Besuch des Bundeskanzlers in Hohenlohe: wem bringt solch ein Auftrieb eigentlich was?

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Mittwoch 21.7.1999

Ungeklärte Verhältnisse
Schwäbisch Hall. Die Düsseldorfer Firmengruppe Sass hat genug vom ungeklärten Mietverhältnis im umstrittenen Haller Glashaus. Als Eigentümerin hat sie ihre Ankündigung wahr gemacht und das Haus schließen lassen. Vorübergehnd geschlossen stand gestern morgen an den Eingangstüren. Das Textilhaus "Lisa's Land" musste den Betrieb einstellen. 16 Mitarbeiterinnen sind davon betroffen. Der Mieter sei nicht erreichbar, hieß es von Sass-Geschäftsführer Rainer Molitor. Die bisherigen Eigentümer des Textilhauses Lisa's Land hatten das Haus an einen neuen Eigner weitergegeben, dessen Konzept zur Sanierung des Unternehmens aber von den Banken wohl nicht unterstützt wird. Fraglich ist deshalb, ob der Firmen-Verkauf überhaupt zustande gekommen ist. Das zweite Mode-Haus von Lisa's Land in Singen am Bodensee ist bereits seit Samstag geschlossen. Die Investorfirma Sass geht jetzt verstärkt auf Suche nach einem neuen Mieter. Ein Prospekt wurde bereits gedruckt

Regiotarif
Landkreis Schwäbisch Hall. Ab Januar 2000 gibt es einheitliche Regio-Tarife im Öffentlichen Personen Nahverkehr des Landkreises Schwäbisch Hall. Alle auf Straße und Schiene tätigen Unternehmen bieten künftig ein gemeinsames Fahrpreissystem und ein einheitliches Fahrscheinsortiment an: Einzelfahrscheine, Gruppenfahrscheine, Monatskarten und Schülermonatskarten, ein Monats-Abo und neu eine RegioCard. Diese kann wie eine Geldkarte aufgeladen werden und kann in allen Verkehrsmitteln zum direkten Bezahlen einer Fahrt verwendet werden. In durchgängigen Tarifen kosten Einzelfahrscheine je nach Tarifzonen von 2,10 bis 9,00 Mark Monatskarten zwischen 69 und 170 Mark und für Schüler im Abo zwischen 42 und 105 Mark. Die Einführungskosten für das neue System im gesamten Kreis belaufen sich auf etwa 1,7 Mio Mark, wovon einen Löwenanteil von mehr als 1,2 Mio das Land bezahlen soll.

Mehr Hausaufgabenbetreuung
Schwäbisch Hall. Die Hausaufgabenbetreuung der Caritas für Aussiedlerkinder wird ausgeweitet. Statt zwei wird es künftig drei vom Landkreis mit insgesamt 54.000 Mark bezuschusste Gruppen geben. Vier mal in der Woche werden die Kinder im schulischen wie im Freizeitbereich betreut. Darüberhinaus findet eine intensive Elternarbeit statt.

Biomilchprodukte ausgezeichnet
Mäusdorf. Die kleine Bioland-Molkerei in Mäusdorf bei Künzelsau erhielt jetzt Gold und Silber für die ausgezeichnete Qualität ihrer Produkte. Beim diesjährigen Wettbewerb der Deutschen Landwirtschafts Gesellschaft DLG, der übrigens zum 50sten Mal stattfand, hatten sich 153 Betriebe mit 673 Produkten beteiligt. Die kleine private Molkerei in Mäusdorf hatte die Bioland-Produktlinie vor wenigen Jahren von der Hohenloher Molkerei in Hall übernommen

Leitstelle kommt nach Hall
Schwäbisch Hall/Crailsheim. Nach langer Debatte im Kreistag wurde gestern mehrheitlich beschlossen, die Feuerwehrleitstelle für den gesamten Landkreis Schwäbisch Hall gemeinsam mit dem DRK an der Haller Bahnhofstraße einzurichten. Die Gegenstimmen im Kreistag kamen ausschließlich von Crailsheimer Räten, die nach den Meinungsverschiedenheiten zwischen Landkreis und Krankenkassen über die Aufteilung des finanziellen Aufwandes gehofft hatten, die Leitstelle doch noch nach Crailsheim zu bekommen. Im Gegensatz zur Haller Freiwilligen Feuerwehr, die den bisherigen Leitstellen-Vertrag mit dem Landkreis gekündigt hatte, wird die Crailsheimer Leitstelle eher zwangsläufig aufgelöst, nachdem der Landkreis die Lösung mit der gemeinsamen DRK-Feuerwehr-Leitstelle angestrebt und gestern nun im Kreistag durchgesetzt hatte. Die neue gemeinsame Leitstelle soll schon zum 1. Januar 2000 ihren Betrieb aufnehmen. Ein Zuschuss des Landes über mehr als 600.000 Mark wurde vor wenigen Tagen zugesagt.

Streetworker bleiben
Gaildorf/Crailsheim. Die "Streetworker" von der sogenannten "aufsuchenden Sozialarbeit" in Gaildorf und in Crailsheim bleiben. Dem Antrag des Vereines Offene Jugendarbeit Gaildorf, die beiden Halbtagsstellen auf zwei weitere Jahre bis Ende 2001 zu fördern, wurde von den Kreisräten entsprochen. Einstimmig beschlossen sie die Förderung mit jährlich bis zu 120.000 Mark. Auch in Crailsheim gibt es mobile Jugendarbeit. Träger dort ist die Caritas. Der Landkreis unterstützt deren Arbeit auf dem Crailsheime Kreuzberg seit drei Jahren mit jährlich 40.000 Mark. Das Projekt wurde einstimmig um weitere drei Jahre verlängert.

Ohne Sprit fahr ich mit
Öhringen. Die Bekämpfung sogenannter Disco-Unfälle zum Ziel gesetzt hat sich die Aktion "Ohne Sprit fahr ich mit". Heute wird die Aktion an den beruflichen Schulen Öhringen eröffnet. Drei Tage lang werden SchülerInnen der Kaufmännischen, der Gewerblichen sowie der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen an diesem Projekt teilnehmen, sich mit ihrem Wochenend-Verhalten und ihrem Fahrstil auseinandersetzen. Zum gibt es das Erlebnis eines Fahrsimulators mit Alkoholprogramm, zum zweiten werden sie in Gruppen, bzw. Klassengesprächen über Ursachen und Auslöser für riskantes Fahrverhalten diskutieren und in einer dritten Stufe geht es um reales Sicherheitstraining in den eigenen Autos auf der Öhringer Herrenwiese. Schon im Herbst 1995 war "Ohne Sprit fahr ich mit" im Landkreis Hall bei den beruflichen Schulen Crailsheim eingesetzt. Im nächsten Jahr soll das Projekt in Künzelsau Station machen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Hohenloher Polizei in einer Unfallstatistik nachgewiesen, daß Jugendliche bei mittleren bis schweren Unfällen einen Anteil von 23,2 Prozent haben, ihre Altersgruppe an der Bevölkerung aber nur von 8,2 Prozent. Zudem wurde eine besondere Häufung von Unfällen an Wochenenden festgestellt.

SPD-Experten unterwegs
Crailsheim. Auf ihrer sogenannten "Energie-Reise" kommen heute die Experten der SPD-Landtagsfraktion in den Landkreis Schwäbisch Hall. Am Nachmittag werden sie sich über die preisgekrönte Kraft-Wärme-Kopplung der Stadtwerke Schwäbisch Hall und das Biogas-Kraftwerk in Wolpertshausen informieren. Am Abend wird es auf Einladung des Crailsheimer Ortsvereines ein öffentliches Expertengespräch zum Thema "Hohenloher Energiewende" geben. Dabei wird es vor allem um den Einsatz von Solarenergie und um das Thema Windkraft gehen, die derzeit im Hohenlohischen mit zahlreichen neuen Anlagen "boomt". Auch der Moderator der Veranstaltung, der Haller SPD Landtagsabgeordnete Dr. Walter Müller ist Geschäftsführer und Miteigner der ersten Hohenloher Windkraftanlage bei Veinau vor den Toren Schwäbisch Halls.

Politische Bildungsreise
Landkreis Schwäbisch Hall. Die FDP-Landtagsfraktion ist mit Abgeordneten und parlamentarischen Mitarbeitern unter der Leitung ihres Vorsitzenden Ernst Pfister im Land unterwegs. Schwerpunkte der Informationsreise bilden wirtschafts- und bildungspolitische Themen sowie Fragen der inneren Sicherheit. Auf dem Programm stehen heute Besuche im Landkreis Schwäbisch Hall. So besuchen die Abgeordneten, die in mehreren Gruppen unterwegs sind eine Firma in Gaildorf, die Zuckerwarenfabrik in Rosengarten-Westheim, die Gewerblichen Schule in Crailsheim, eine Ausbildungswerkstätte des Bausektors in Crailsheim sowie die Putenschlächterei in Rot am See.

88 Mio für Wasser
Hohenlohe. Von den insgesamt 88 Mio Mark, die das Land für die Verbesserung von Wasserver- und Abwasserentsorgung im Jahr 1999 im Regierungsbezirk Nordwürttemberg ausgibt, fließen etliche Millionen auch nach Hohenlohe. Creglingen bekommt für die Erneuerung der Ortskanalisation fast 2,5 Mio, Niederstetten 1,4 Mio für die Entwässerung des Teilortes Ebersbronn, Dörzbach erhält für zwei Regenüberlaufbecken über fast 3,1 Mio Mark, Kupferzell für den Anschluß mehrerer Teilorte an seine Sammelkläranlage nahezu 1,7 Mio Mark, Mulfingen steht mit 3,08 Mio Mark in den Zuschusslisten und Schöntal mit 2,5 Mio. Die größte Einzelzuwendung des gesamten Programmes bekommt mit 4,9 Mio Mark die Gemeinde Mainhardt für die Erweiterung ihrer Sammelkläranlage. Neben den wasserbaulichen Kriterien hat das Regierungspräsidium bei seinen Entscheidungen auch ein besonderes Augenmerk auf Maßnahmen gelegt, die der Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region dienen.

ecoSWITCH vorgestellt
Crailsheim/Stutgart. Die von den Stadtwerken Crailsheim und der Aare-Tessin AG (Atel), einem der bedeutendsten Stromhandels-Unternehmen Europas, gegründete Tochtergesellschaft ecoSWITCH stellt sich heute in Stuttgart der Öffentlichkeit vor. Die neue Aktiengesellschaft wird nicht nur die Stromversorgung Crailsheims sichern sondern auch über die Landesgrenzen hinaus im Bereich Energie-Contracting tätig sein. Je 45 Prozent des Aktien-Stammkapitals der ecoSWITCH in Höhe von 500.000 Euro wird von den Crailsheimer Stadtwerken und der Atel gehalten. Jeweils fünf Prozent halten die Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Stargardt und Josef Wagner. Schon im Namen weist die neue AG auf die ökologisch einwandfreie Herkunft ihres Stromes hin: die Atel produziert gut zwei Drittel ihres Stromes aus Wasserkraft.

Nachtragshaushalt
Schwäbisch Hall. Der Nachtragshaushalt 1999 ist eines der Hauptthemen bei der Sitzung des Schwäbisch Haller Gemeinderates heute abend um 18 Uhr. Statt um sieben Millionen Mark höher, wie ursprünglich im Haushalt 99 geplant, werden die Schwäbisch Haller Steuereinnahmen um rund acht Millionen Mark geringer ausfallen als im Vorjahr: eine Differenz von 15 Millionen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben im Konversionsgebiet Solpark um 6 Millionen Mark. Differenz und Mehraufwand lassen sich aber nur durch 21 Mio Mark neue Kredite finanzieren. In einem weiteren wichtigen Tagesordnungspunkt werden die Gemeinderäte über das weitere Vorgehen nach dem städtebaulichen Wettbewerb 'Altes Gefängnisgelände' entscheiden. Dort soll nach dem Willen der Planer ein völlig neues Wohn- und Handelszentrum am Rande der Haller Altstadt entstehen. Die Ratssitzung beginnt heute abend um 18 Uhr

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Donnerstag 22.7.1999

Nachtragshaushalt verabschiedet
Schwäbisch Hall. Schwäbisch Halls Verwaltungsspitze malt düstere finanzielle Zukunftsaussichten für die Stadt. Statt 110 Mio Mark wird es voraussichtlich nur 95 Mio Mark Einnahmen aus der Gewerbesteuer geben. Hohe Umlagen an Kreis und Land, sowie teure, aber notwendige Projekte zur Umgestaltung des ehemaligen Camp Dolan zum Gewerbegebiet Solpark reißen weitere Millionen-Löcher in den Eta, so Kämmerer Josef Schmidt. "Deswegen haben wir jetzt einfach 30 Mio Mark nachzufinanzieren." Einfach geht's aber tatsächlich nicht. Der Rat hat weitere Projekte gestrichen, die gesamten Rücklagen werden aufgebraucht und verbleibende 21 Mio Mark müssen über neue Kredite finanziert werden. Auch im nächsten und übernächsten Jahr zeichnet sich keine Verbesserung ab. Zum Jahresende 2001 werden die Schulden der Stadt auf 140 Mio Mark steigen.

Investoren gesucht
Schwäbisch Hall. Die Co-Finanzierung von Seiten der Stadt ist bei der gegenwärtigen Finanzlage völlig ungewiss. Dennoch gab der Haller Gemeinderat jetzt grünes Licht für die Umgestaltung des ehemaligen Gefängnisareals. Grundlage sollen die drei ersten Entwürfe eines städtebaulichen Wettbewerbes sein, der vergangenen Monat abgeschlossen wurde. Nun sucht die Stadt Investoren, die bereit sich mehrere hundert Millionen zu investieren, um die Talaue zwischen Stadtmauer und Kocher in eine kombiniertes Wohn- und Gewerbegebiet umzuwandeln Vorgesehen sind nach den Plänen eine Kinokomplex, gastronomische Betriebe, Freiräume für Kultur und Spiel, 7000 bis 10.000 Quadratmeter Handels- und Gewerbefläche, ein integrierte Busbahnhof, rund 500 Tiefgaragenplätze sowie etwa 100 Wohneinheiten.

90 Mio für Schulen
Hohenlohekreis. Der Hohenlohekreis muß der Raumnot an seinen beruflichen Schulen begegnen. Bis zum Jahr 2010 sollen deshalb mehrere Schulgebäude an den beiden Standorten Künzelsau und Öhringen errichtet werden. Noch in diesem Jahr wird mit einem Neubau an der Gewerblichen Schule in Künzelsau begonnen. Der 970 Quadratmeter-Bau soll 6,8 Millionen Mark kosten. Bis 2003, wenn dieser Schulebau fertigestellt sein soll, wird auch in Öhringen mit dem Neubau einer Haus-und Landwirtschaftlichen Schule begonnen, die nach heutigem Stand 41,6 Millionen Mark kosten wird. Weiter Um- und Neubauten sollen in den Jahren danach folgen.

Neuer im Führungstrio
Schwäbisch Hall. Die Polizeidirektion hat wieder einen neuen Chef der Schutzpolizei. Polizeirat Klaus Auer ergänzt Polizeichef Gerd Bornschein und Kripochef Edgar Seitz wieder zu einem Führungstrio der Haller Polizeidirektion, das für die Sicherheit im Landkreis zuständig ist. Klaus Auer ersetzt damit formell Polizeioberrat Günther Freisleben, der schon im vergangenen Jahr zum Innenministerium abgeordnet wurde. Klaus Auer kommt vom Innenministerium, wo er zuletzt Dienstgruppenführer beim Lagezentrum war. Auer stammt aus dem Raum Stuttgart, ist verheiratet und privat leidenschaftlicher Motorradfahrer und Fotograf.

Deserteur als Namensgeber
Schwäbisch Hall. Die Stadt Schwäbisch Hall benennt eine Straße nach einem Deserteur, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Fliegerhorst Hessental erschossen wurde. Der junge Flieger Heinz Leiermann hatte sich geweigert, weitere Einsätze zu fliegen und sich unerlaubt von der Truppe entfernt. Nachdem er gefasst worden war, wurde er nach einem Standgerichtsurteil am 30.März 1945, wenige Tage vor Kriegsende hingerichtet. Gegen die Stimmen der CDU im Haller Rat setzten Grüne und SPD durch, daß nun eine Verbindungsstraße zum neuen Solparkgelände, eben jenem ehemaligen Fliegerhorst, der später als Dolan Barracks von der Amerikanern benutzt wurde, den Namen Heinz-Leiermann-Weg erhält.

Neue Ortsdurchfahrt
Brettach. Neue Wasserleitungen, neue Abwasserrohre zu einer neuen Kläranlage. dazu eine Zuleitung von Maienfels herab: seit 1997 wird im kleinen Ort Brettach am Rand des Mainhardter Waldes gelegen, gebuddelt. Jetzt nähern sich die Bauarbeiten mit der Anlage einer neuen Ortsdurchfahrt dem Ende. Derzeit werden die Straßenränder der neuen Straße gepflastert. Kosten der neuen Straße: 786.000 Mark. Kläranlage, Kanalisation und Regenüberlaufbecken kosteten 3,8 Millionen Mark, das neue Wasserleitungsnetz 850.000 Mark. Bis Mitte August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Vorbildliche Campingplätze
Schwäbisch Hall. Jeder vierte Campingplatz im Land beteiligte sich am Landeswettbewerb "Vorbildliche Campingplätze in Deutschland" sowie dem Sonderwettbewerb "Familienfreundlicher Campingplatz". Einer der Preisträger beim "Familienfreundlichen Campingplatz" ist die Anlage am Stausee in Schwäbisch Hall-Steinbach. Die Siegerplätze werden im Frühjahr 2000 in Verbindung mit der Expo in Hannover an einem bundesweiten Wettbewerb teilnehmen.

Bauarbeiten beendet
Künzelsau. Das Schlossgymnasium in Künzelsau feiert am kommenden Wochenende Einweihung. Der Alte Schlafbau des Internats wurde nicht nur renoviert sondern nach großzügigem Teilabriss neu aufgebaut. 1970 schon hatte das alte Marstallgebäude als Schlafhaus für die Internatsschüler ausgedient und wurde seitdem nur als Lager- und Abstellraum genutzt. Jetzt wurde es für 3,5 Mio Mark erneuert. Mit einem Festwochenende wird gefeiert. Morgen früh gegen 10 Uhr starten die Schüler zu einem gesponserten 24 Stunden-Lauf. Für jede Runde gibt e Geld, das an Ärzte ohne Grenzen gespendet wird. Um 11 Uhr gibt's den offiziellen Festakt und um 18 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema "Sport und Öffentlichkeit". Am Samstag folgen ein Fußballturnier, ein Tag der offenen Tür mit Führungen durch den Neubau und am Abend das traditionelle Sommerfest, zu dem auch eine Reihe Ehemalige erwartet werden.

Naturschutzgebiet erweitern
Sindringen. Das Regierungspräsidium Stuttgart will das Naturschutzgebiet Vogelhalde bei Sindringen im Kochertal von 190 auf 216 Hektar erweitern. Begründet wird die Erweiterung mit der ornithologischen Bedeutung des Gebietes. Im Regierungsbezirk Stuttgart nehme es aufgrund der Vielfalt vorkommender Vogelarten eine Sonderstellung ein. Unter anderem gibt es in dem Gebiet eine Reiherkolonie und ein bedeutendes Vorkommen des Eisvogels. Zudem sei die Talaue des Kochers zwischen Sindringen und Ohrnberg ein unverzichtbarer Rastplatz für Zugvögel im Herbst und im Frühjahr. U.a. machen regelmäßig Fischadler sowie zahlreiche Entenarten des Nordens Rast bei ihren Zügen.

Weiterer Umsatzrückgang
Weißbach. Der Folienhersteller Hornschuch AG in Weißbach im Kochertal meldet mit 92,2 Mio Mark im ersten Halbjahr 1999 einen weiteren Umsatzrückgang um 12,8 Prozent. Anders als im Vorjahr erwartet Vorstandsvorsitzender Rolf J Gemmersdörfer allerdings ein stabiles drittes und viertes Quartal. Das schwache Rußlandgeschäft brachte zwar weitere Umsatzeinbrüche im Export. Diese konnten über die Erschließung neuer Märkte durch die Muttergesellschaft Decora Industries in den USA teilweise ausgeglichen werden. Laminate bzw Kaschierfolien sowie Folienprodukte für den Innenausbau von Automobilen nehmen zunehmend eine tragende Rolle beim Umsatz ein. Im zweiten Halbjahr sollen in Geschäftsbereichen Dekoration und Laminate neue Produkte die Marktstellung von Hornschuch positiv unterstützen. Erwartet wird ein Jahresergebnis von 5,7 Mio Mark

Jesus festgenommen
Gaildorf. Völlig nackt und wirres Zeug redend lief am Dienstagabend in Gaildorf ein Mann durch eine Gaststätte in der Innenstadt. Gegenüber Passanten auf der Straße vor der Gaststätte verhielt er sich äußerst aggressiv. Ein Streife der Polizei nahm den 28hährigen, der sich als "Jesus" bezeichnete schließlich in Gewahrsam. Der offensichtlich kranke Mann wurde in ärztliche Obhut überstellt.

Auto beschlagnahmt
Crailsheim/Schwäbisch Hall. Mehrmals ohne Führerschein erwischt worden ist ein 22jähriger Asylbewerber aus dem ehemaligen Jugoslawien. Zunächst stoppten ihn Beamte in Crailsheim beim spazierenfahren. Dann verursachte er Anfang Juli einen Unfall an der Stuttgarter Straße in Hall, wobei er nach viel zu schneller Fahrt einen 80 Meter lange Bremsspur auf die Fahrbahn gezeichnet und einen dort abgestellten Porsche beschädigt hatte. Offensichtlich unbelehrbar erwischte ihn die Polizei gestern erneut hinterm Steuer. Das Auto wurde beschlagnahmt

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Freitag 23.7.1999

Eine Schmiede wird 100
Rosengarten-Westheim. Vom Konkursbetrieb 1899 entwickelte sich die Westheimer BEW Umformtechnik in 100 Jahren zur 300 Mitarbeiter-Schmiede. Es gibt derzeit kaum ein Auto aus deutscher Produktion, ob PKW oder LKW, das im Getriebe- und Lenkwellenbereich nicht Teile aus der BEW-Produktion enthält. Mit eigenem Werkzeugbau kann die Firma flexibel und schnell auf die Erfordernisse des Marktes reagieren. Derzeit entwickelt man gemeinsam mit schwedischen, italienischen und französischen Wissenschaftlern und Ingenieuren ein neues Produktionsverfahren zur Metallumformung, ein Kombinationsverfahren zwischen Gießen und Schmieden. Zum 100sten Geburtstag gibt's am morgigen Samstag einen Tag der offenen Tür. Bereits heute wird mit einem Festakt in der Michelbacher Rudolf-Then-Halle gefeiert.

Trinkwasser: noch keine Entwarnung
Schwäbisch Hall. Das Staatliche Gesundheitsamt gibt noch keine Entwarnung für das Schwäbisch Haller Trinkwasser. Am Freitag vor einer Woche waren in einer Probe, die die Nordostwasserversorgung vor der Übergabe an die Stadtwerke Schwäbisch Hall entnommen hatte, sogenannte coliforme Keime nachgewiesen worden. Obwohl man die Chlorgaben ins Trinkwasser auf das Doppelte erhöht hatte, wurden bei einer Probe, die am vergangenen Samstag entnommen wurde immer noch Escherchia coli und Fäkalstreptokokken festgestellt. Am Montag hatte das Gesundheitsamt dann eigene Proben entnommen, deren Ergebnisse am Mittwoch immer noch geringfügige mikrobiologische Verunreinigungen "im Bereich des Hochbehälter Einkorn West nicht ausschließen". Am Donnerstag dann waren die Proben, bis auf eine, unauffällig. Weitere Ergebnisse werden heute erwartet. "Erst wenn diese negativ sind, können Warnung und Abkoch-Empfehlung wieder aufgehoben werden", so das Gesundheitsamt am Donnerstagabend.

Kulturwochenende
Crailsheim. Zum vierten mal veranstaltet die Stadt Crailsheim kurz vor der Ferienzeit ein open air-Kulturwochenende. Eröffnet wird der Veranstaltungsreigen heute Abend um 19 Uhr von Crailsheims neuem Oberbürgermeister Andreas Raab und mit einem Konzert des Blechbläserensembles Winfried Class. Erster Höhepunkt ist gegen 22 Uhr das Musical "The Black Rider". Am Samstagabend gibt es eine Art Künstlerfestzug durch die Stadt, unter anderem mit den Aktionen "Stahl fatal" und "Die fliegenden Sachsen". Den Schlußpunkt bildet am Sonntag Abend ein Konzert mit der A Capella Band "The Flying Pickets", die bereits beim Würth open air vor einem Jahr begeisterte

Ordnung muss sein
Schwäbisch Hall. Ein berühmter Zeitgenosse der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte ist von heute an bis zum 12 September mit einer Ausstellung in Schwäbisch Hall präsent: Politkünstler Klaus Staeck zeigt Plakate und Objekte. Klaus Staeck hat sich wie kein zweiter Künstler mit seinen Plakaten und Aktionen in die Politik der Republik eingemischt. Kein Künstler sonst stand wegen seiner Kunst so oft vor Gericht wie Klaus Staeck. Mehr als 40 Prozesse musste er austragen wegen seiner Appelle, Aufrufe, Aufkleber, Postkarten oder Plakate. Seine gedruckte Auflage seit der ersten Plakataktion 1971 hat mittlerweile die 20 Millionen-Marke überschritten. Zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Schwäbisch Haller städtischen Galerie am Hafenmarkt ist Klaus Staeck anwesend.

Baumängel vor Inbetriebnahme
Künzelsau. Die Standseilbahn muß saniert werden noch bevor der erste Wagen gefahren ist. Beton ist von Schwellen abgeplatzt, gibt den Blick auf Dübel frei. Ursachenforschung mit den beteiligten Baufirmen und ihren Subunternehmen wurde bereits betrieben, eine Betonsanierungsfirma wird gesucht. Mehrkosten werden auf die Stadt Künzelsau als Bauherr nicht zukommen. Die beteiligten Firmen haben ihre Haftpflichtversicherungen eingeschaltet. Unklar ist, ob es durch die vor allem im oberen Bereich der Bahntrasse festgestellten Schäden, die durch die Bauzeit im Winter und die damit einhergehenden Fröste verursacht wurden, zu einer Verzögerung kommt. Die Inbetriebnahme der Künzelsauer Standseilbahn war für den Herbst geplant .

Jacobsweg durch den Kreis
Crailsheim. Seit über einem Jahrtausend wallfahren Pilger zur Grabstätte des Heiligen Jacobus nach Santiago de Compostella. Den einen Pilgerweg gibt es dabei nicht. Doch entlang der vielbenutzten Wege wurden im vergangenen Jahrtausend zahlreichen Jacobuskirchen und -Kapellen errichtet. Dementsprechend wurden immer wieder entlang dieser Kirchen Wege markiert. In Kooperation mit dem Schwäbischen Albverein wurde nun ein "neuer" Jacobspilgerweg markiert, der eine 190 Kilometer große Lücke zwischen dem sogenannten fränkischen und dem oberschwäbischen Pilgerweg geschlossen. 60 der 190 neumarkierten Kilometer Wegstrecke führen auch durch den Landkreis Schwäbisch Hall. So liegen am Weg auch das Jacobskirchlein von Schainbach bei Wallhausen sowie der Burgberg bei Crailsheim, selbst Ziel von mittelalterlichen Wallfahrten. Danach steigt der Weg hinauf in die Ellwanger Berge nach Rosenberg. Im Auftrag der deutschen Jacobusgesellschaft in Aachen hat der Rosenberger Hermann Sorg auch ein Faltblatt zum neu markierten Jacobusweg herausgegeben und der Künstler Rudolf Kurz aus Stimpfach hat ein Jacobskreuz geschaffen, das zur Weihe des neuen Weges am komenden Sonntag enthüllt wird. An der Weihe beteiligen sich übrigens nicht nur katholische Geistliche. Crailsheims Dekan Peter Pfitzenmaier wird den evangelischen Landesbischof Eberhard Renz bei der Feier vertreten.

Jutta Pagel verabschiedet
Stuttgart/Schwäbisch Hall. "Jugendarbeit darf auch künftig nicht der Beliebigkeit des Rotstifts zum Opfer fallen". Mit diesem eindringlichen Appell verabschiedete sich die Hallerin Jutta Pagel von der Mitgliederversammlung des Landesjugendrings (LJR) Baden-Württembergin Stuttgart. Vier Jahre lang gehörte die ehemalige Kreisjugendringvorsitzende als Schatzmeisterin dem Vorstand an. LJR-Vorsitzender Oliver Moses dankte Jutta Pagel für ihr engagiertes Eintreten zugunsten der Jugendarbeit in Baden-Württemberg. Gegenüber Ministerien und Politik habe sie immer auf die Bedeutung der ehrenamtlichen Jugendarbeit hingewiesen und die entsprechenden finanziellen Mittel eingefordert. Jugendarbeit brauche eine verlässliche finanzielle Grundsicherung. Besonders hob Oliver Moses hervor, daß es Jutta Pagel immer wieder verstanden habe, auf die besonderen Belange des ländlichen Raumes hinzuweisen.

Künftig Sprit aus Müll
Landkreis Schwäbisch Hall. Am 31. Mai 2005 nimmt die Deponie Hasenbühl zum letztenmal Müll an. Vom 1. Juni 2005 an wird der gesamte Müll zur mechanischen Aufarbeitung und zur sogenannten Perkolation gebracht. Entsprechende Aufträge hat der Landkreis Schwäbisch Hall jetzt vergeben. In diesem künftigen Verfahren wird der Müll in verschiedene Gruppen getrennt und von Metallen sowie "Störstoffen" wie Sand befreit. Die Metalle gehen in die Verwertung, Wasser wird entzogen. Bei diesem Verfahren entsteht Biogas, das zum Antrieb von Generatoren genutzt wird. Die restlichen 40 Prozent der ursprünglichen Müllmenge werden zu Briketts gepresst. Im Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum 'Schwarze Pumpe' in der Nähe von Cottbus in Brandenburg wird aus den Müll-Briketts Methanol gewonnen. Forschung und Automobilkonzernen sehen dieses Gas als den Kraftfahrzeug-Treibstoff der Zukunft.

Das Herz eines Boxers
Schwäbisch Hall. Das Erfolgs-Stücks von Lutz Hübner "Das Herz eines Boxers" hat heute Abend als Teil des Jubiläumsprogramms "10 Jahre Theaterkeller am Hafenmarkt" bei den Haller Freilichtspielen Premiere. Zum Inhalt: Leo ist ein zorniger, alter Mann. Erniedrigungen erträgt er nicht. Einen jungen Pfleger hat er deshalb mit einem Haken niedergestreckt. Das hatte Folgen. Hätte Leo nicht einen Schlaganfall vorgetäuscht, würden sie ihn heute noch nicht in Ruhe lassen. Dummerweise hat er sich damit aber selbst zum Schweigen verurteilt. Dabei redet Leo doch so gern, erzählt Geschichten aus seinem Boxerleben. Da blüht er auf und die Fantasie geht mit ihm durch... Beginn im Theaterkeller heute Abend: 20:30 Uhr.

Heute beginnt Jacobimark
Schwäbisch Hall. Mit einem Brillantfeuerwerk über der Comburg heute am späten Abend, so gegen 23:15 Uhr nach Ende der Freilichtspielvorstellung beginnt offiziell der Haller Jacobimarkt. Alljährlich seit mehr als 600 Jahren wird dieser Markt in Schwäbisch Hall abgehalten. 140 Markthändler sind in diesem Jahr zugelassen und auf dem Haalplatz sowie einigen Altstadtstraßen von Samstag bis Montag mit ihren Waren präsent. Dazu haben 35 Schausteller ihre Fahrgeschäfte und Zelte auf den Kocherwiesen unterhalb der Comburg aufgebaut. Das Besondere an diesem Fest: es gibt keine Parkplätze am Festgelände. Die Stadt setzt Pendelbusse von und zu Park&Ride-Plätzen am Stadtrand ein, die bis tief in die Nacht fahren. Drei Tage lang ist auch ein Fernsehteam beim Marktgeschehen dabei. Gedreht wird an einem Film über den Ort Matzenbach (gelegen im württembergisch/bayrischen Grenzgebiet zwischen Ellwangen und Crailsheim), aus dem ungewöhnlich viele der Markthändler stammen.

Partnerschaft verstärkt
Hohenlohekreis. Der Hohenloher Kreistag hat die Partnerschaft mit dem Irischen County of Limerick bekräftigt. Die Kontakte sollen verstärkt und ausgebaut werden. In einer gemeinsamen Erklärung vereinbarten die Verwaltungen des Hohenlohekreises und des County of Limerick den Transfer von Erfahrungen und Informationen auf kommunaler Ebene, sowie eine Verbesserung der Jugendarbeit und des Jugendaustausches zwischen Hohenlohe und Irland. Auch die Öffentlichkeitsarbeit über die im nächsten Jahr 10 Jahre alte Partnerschaft soll verstärkt werden. Das jetzt im Hohenloher Kreistag verabschiedete Dokument, dem das entsprechende Gremium in Limerick schon im Mai zustimmte, soll im kommenden Jahr als Urkunde zur Erneuerung der Parnerschaft unterzeichnet werden. Die Feier soll im April oder Mai nächsten Jahres in Irland stattfinden.

"Kleine" Mode
Schwäbisch Hall. Kleinmodenschau und Sondervorführungen am laufenden Band sind am morgigen Samstag ab 10.00 Uhrin Halls Neuer Straße angesagt- vor und im Fachgeschäft Mieder-Truhe. Unter dem Motto "Alles was Sie interessiert - und sonst nur auf dem Bügel hängt" können sich Interessierte und Schaulustige zeigen lassen, was ihr Herz begehrt. Neueste Wolford-Modelle des Starck-naked HOT und Multi Tube, die wahren Multitalente der Sommersaison ebenso wie aktuellste Bade- und Strandmode. Sicher nicht nur für Damen interessante Vorführungen.

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Samstag 24.7.1999

Mehr als eigentlich erlaubt
Landkreis Schwäbisch Hall. Mehr als die als Obergrenze erlaubten 1,66 Prozent Steigerung bekommen in die Krankenhäuser des Landkreises Schwäbisch Hall in diesem Jahr zu ihrem Budget. Da die beiden Kreiskrankenhäuser im vergangenen Jahr wesentlich mehr Leistungen erbracht haben als vereinbart und die Entwicklung auf 1999 anhält, konnte sich der Kreis in Verhandlungen mit den Kassen mit seinen Forderungen durchsetzen. Auf der Basis von rund 31 Millionen Mark von 1998 beträgt das Budget für das Krankenhaus in Crailsheim für 1999 31.635.303 Mark. Das sind 544.242 Mark oder 1,7 Prozent mehr. Die Gaildorfer Klinik hatte im vergangenen Jahr einen Etat von 12.509.101 Mark. Der Zuschlag von 1,66 Prozent macht 207.651 aus. Neben den 120.834 Mark für den Anbau Ost, dem Fehlbelegungsmindestabzug von einem Prozent gleich 128.376 Mark und der hinzukommenden Instandsetzungspauschale von 1,1 Prozent gleich 139.801 Mark beträgt das Budget nun aber 12.849.011 Mark. Dies entspricht einer Steigerung von 2,7 Prozent oder 339.910 Mark gegenüber dem Vorjahr. Doch schon allein die Lohnsteigerungen des Jahres 1999 liegen aber höher. So bleibt für Steigerungen bei den Sachkosten nichts mehr übrig. Dennoch, so Landrat Ulrich Stückle bei Vergabe der Mittel durch den Kreistag, dürfe die Qualität der Krankenhäuser nicht leiden.

Umsatzsteigerung
Künzelsau. Der Würth-Konzern mit Sitz in Künzelsau-Gaisbach im Hohenlohekreis hat seinen Gewinn vor Steuern im ersten Halbjahr 1999 um 34,3 Prozent auf 316 Millionen Mark steigern können. Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr weltweit um rund 10 Prozent auf 3,95 Milliarden Mark. Vor wenigen Tagen erst stellte das Unternehmen seinen weltweit 30.000sten Mitarbeiter ein. Am Firmensitz in Künzelsau-Gaisbach blieb die Zahl der Beschäftigten unverändert bei etwa 1700

Kultur-Marketing
Wüstenrot. Nach Einrichtung eines Bauspar- und eines Glasmuseums will die Gemeinde Wüstenrot nun mit einem Kleinkunst-Kulturprogramm und bekannten Namen wie Augsburger Puppenkiste, Mäulesmühle, Kölner Mediengesellschaft oder Django Asyl bei den Menschen der Region bekannter werden. Dazu soll sich die vorhandene Kleinkunstszene einreihen. Bürgermeister Awe träumt zudem von Jazztagen rund um die heimische Band Fuchsbach-Stompers. Die vom Gemeinderat jährlich bewilligten 10.000 Mark für Kulturelles reichen aber allenfalls für ein zweitklassiges Programm, sodaß die Gemeinde zur Verwirklichung der Kulturpläne zumindest für die nächsten zwei Jahre auf örtliche Sponsoren zurückgreifen muss, die jährlich 60.000 Mark beisteuern, um der Kulturarbeit in Wüstenrot Schwung zu verleihen. Bürgermeister Awe setzt zudem auf die Gründung eines schlagkräftigen Kulturvereins Die Auftaktveranstaltung zum Kulturprogramm 99/2000 geht heute ab 20 Uhr in der Schwäbischen Waldhalle über die Bühne. Auf der Bühne stehen Valentino, einer der besten Jongleure Deutschlands und der Zauberkünstler Jorgos Katsaros.

Neuer Naturschutzbeauftragter
Landkreis Schwäbisch Hall. Die Amtszeit von Franz Horlacher als Naturschutzbeauftragtem des Landkreises läuft zum 31. August ab. Da er nicht mehr für das Amt zur Verfügung steht, musste der Kreistag eine neue Persönlichkeit beauftragen. Zu Horlachers Nachfolger bestellte der Kreistag einstimmig Dr. Helmut Rau auf fünf Jahre zum Naturschutzbeauftragten für die Gemeinden des Limpurger Landes. Rau, geboren 1960 lebt und arbeitet seit 1997 als selbständiger forstlicher Gutachter und Baubiologe in Schwäbisch Hall.

Öl im Steinbach
Künzelsau. Ein Leck an einer Tankanlage verursachte in Künzelsau einen Ölalarm. Ausgelaufen sind etwa 400 Liter Diesel. Ein Teil davon gelangte in den Steinbach. Mit Ölsperren konnte die Freiwillige Feuerwehr weitere Umweltverschmutzung verhindern. Ein Teil des betroffenen Geländes aber muss nun auf Kosten des Eigentümers der Tankanlage ausgebaggert werden.

650-Jahr-Feier
Creglingen. 650 Jahre Stadtrecht feiert heute und morgen die Gemeinde Creglingen. Das eigentliche Jubiläum war zwar schon am 19. Januar, an diesem Tag wurde die Stadterhebungs-Urkunde von Kaiser Karl IV 1349 in Eisenach ausgestellt, doch im Winter lassen sich so schlecht Stadtfeste feiern. Aufgrund dieser Urkunde gingen Hoheitsrechte, die bis dahin von den Herren von Hohenlohe ausgeübt wurden, auf die Stadtoberen über. Die Bürger Creglingens genossen von da aber die gleichen rechte und Pflichten wie die Bürger der nahen Reichsstadt Rothenburg. Die meisten Besucher zieht es heutzutage wegen des berühmten Riemenschneider-Altars im berühmten Hergottskirchle nach Creglingen. Creglingen lebt zum großen Teil von seiner Vergangenheit. Und auch das Jubiläumsfest heute und morgen wäre ohne die Kulisse der mittelalterlichen Altstadt nur die Hälfte dessen, was man jetzt den Besuchern am Wochenende bieten will, u.a. einen historischen Markt und einen großen Festumzug am Sonntag Nachmittag.

Lokale Agenda in Tann
Bühlertann. Als eine weitere der kleineren Gemeinden in der Region will jetzt auch Bühlertann einen Lokale Agenda 21-Prozess in Gang setzen. Hauptaugenmerk soll dabei, so der Gemeinderat in seiner Entscheidung für die Agenda, auf die Bereiche Siedlungsökologie, Landschaftserhaltung, Energie und Klimaschutz, Abfall, Wasser und Abwasser sowie Verkehr gelegt werden. Die Bevölkerung soll zur Mitarbeit und Engagement aufgerufen werden. Die Verwaltung soll zunächst aber ein Leitbild mit Handlungskatalog erstellen.

Stadtwerke gegen Kernenergie
Schwäbisch Hall. Mit einem Verfahren bei der Europäischen Kommission wollen die Stadtwerke Schwäbisch Hall jetzt gegen die Subventionierungspraxis der Kernenergie in Deutschland vorgehen. Nach einstimmigem Aufsichtsratsbeschluss will man die WEU-Kommission auffordern, Wettbewerbsverzerrungen zu unterbinden. Diese entstehen durch 74 Milliarden steuerfreie Rückstellungen für Kernenergiefolgen, die jetzt von den Großen der Branche eingesetzt werden, um Dumpingpreise für Sondervertragskunden eingesetzt werden. Kleine Erzeuger, wie die Stadtwerke Schwäbisch Hall, die 60 Prozent ihres Stromes selbst herstellen, fordern nun ein Verbot dieser Praxis oder ähnliche steuerliche Zuwendungen für Kraft-Wärme-Kopplung und umweltfreundliche Stromerzeugung.

Zunehmend gereizter
Schwäbisch Hall. Erneut hat die Stadtverwaltung den Gemeinderat in einer Entscheidung anscheinend "übergangen". Anstoß des Unmutes einiger Räte waren diesmal die Poller vor dem Hotel Kronprinz in der Bahnhofstraße und am Limpurger Platz, die ohne Anhörung des bau-und Planungsausschusses aufgestellt wurden. "Die Poller müssen wieder raus, so geht das nicht", polterte etwa Stadtrat Hartmut Baumann von der FWV. Gegenwind erntete die Verwaltung auch von Seiten der CDU und anderen Räten, die zunehmen gereizter reagierten. Schon mehrmals seit Amtsübernahme von Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim waren die neuen, bzw. nicht vorhandenen Informations- und Entscheidugsstrukturen der Verwaltung gerügt worden. "Diesmal wird die Sache nicht ausgeschlafen", so Hartmut Baumann. Er frage sich, wie man die Feinfühligkeit des Gemeinderates so unterschätzen könne. Die Sache müsse auch nachträglich noch in der nächsten Ausschuss-Sitzung behandelt werden.

Japaner zu Gast
Crailsheim. Neun japanische Jugendliche und eine Dolmetscherin sind seit gestern Abend zu Gast im Hohenlohischen. Sie sind Teilnehmer eines Austauschprogrammes des Deutschen Sportbundes, des 26. sogenannten deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausches. Gleichzeitig sind auch deutschen Jugendliche bei japanischen Sportvereinen zu Gast. Die Crailsheimer Gruppe, die gestern Abend von Crailsheims Oberbürgermeister Raab begrüßt wurde ist eine von elf Gruppen, die derzeit in Deutschland unterwegs sind. Sie ist für drei Wochen in Baden-Württemberg zu Gast, neben dem Sportkreis Schwäbisch Hall in Esslingen und am Bodensee. Heute ist die Gruppe, die gestern Abend den FC Honhardt besuchte, bei einem Ausflug ins benachbarte Rothenburg.

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Sonntag 25.7.1999

Goethefest
Schwäbisch Hall. Das Schwäbisch Haller Goetheinstitut feiert heute sein berühmt berüchtigtes Sommerfest im Hospitalhof. Einlass ist ab 17 Uhr und wer Platz finden und etwas von den internationalen kulinarischen Spezialitäten abbekommen will, die die Goethestudenten ihren Gästen bieten, der muss früh kommen. Theaterszenen, Musik, Gesang und Kleinkunsteinlagen stehen auf dem Unterhaltungs-Programm und natürlich Musik zum Tanzen: Eingeladen haben die Goethianer erneut die Heidelberger Band 'Riddim Posse' mit Musikern aus Barbados und Trinidad, die eine hinreißende Mischung aus Soul, Calypso und Reggae spielt, und vor wenigen Jahren schon einmal die Besucher des Goethefestes unterhielt.

Wasser wieder OK
Schwäbisch Hall. Das Schwäbisch Haller Gesundheitsamt hat die Empfehlung, das Haller Trinkwasser abzukochen, wieder aufgehoben. Nachdem vergangene Woche bei einer Probe an einer einzigen Stelle des Haller Wassernetzes beim Einkornhochbehälter coliforme Keime entdeckt worden waren, sind nun wieder alle Proben normal, d.h. ohne Befund. Die verstärkte Chlorung mit nicht riechendem Chlordioxid wird allerdings noch einige Tage beibehalten. Die Ursachen der kurzeitigen Belastung, die aber stets weit unterhalb jeglicher Grenzwerte lag, ist noch nicht hinreichend geklärt. Experten vermuten aber im Zulauf vom NOW-Einkornbehälter die Ursache. Dort könnten zwei Ausbuchtungen, in denen das Wasser nicht kontinuierlich fließt, zu günstigen Bedingungen für die Entwicklung der Bakterien beigetragen haben. Allerdings erklärt das nicht deren Herkunft.

Südweststrom liefert
Schwäbisch Hall/Crailsheim. Nicht nur die Stadtwerke Crailsheim, die vergangene Woche ihre gemeinsame Aktiengesellschaft mit der Aare-Tessin AG (Atel) gegründet, eine Pressekonferenz wegen noch bestehender Vertragsunstimmigkeiten aber verschoben haben, bekommen künftig ihren Strom aus Tessiner Wasserkraft. Auch die Stadtwerke Schwäbisch Hall beziehen künftig Strom von Atel. Die Haller sind Gründungsmitglied der SüdwestStrom, einem Zusammenschluss süddeutscher Stadtwerke mit Sitz in Tübingen. Die SüdwestStrom hat jetzt mit Strom-Lieferung an ihre Mitglieder begonnen. Vertrags- und Lieferpartner der SüdwestStrom ist die Aare-Tessin AG aus dem schweizerischen Olten, die über 60 Prozent ihres Stromes aus Wasserkraft erzeugt.

Flying Pickets open air
Crailsheim. Die Straßenshow "Mixctura Unica" ist heute den tag über Hauptattraktion beim Crailsheimer Kulturwochenende. Dazu kommen das Kindertheater Tranquilla Trampeltreu sowie das Wortspektakel "Das große Lalula" der Freien Bühne Freiburg. Open air am Crailsheimer Schweinemarktplatz zeigt dann die englische A-Capella-Gruppe "The Flying Pickets", die viele noch vom Würth-open-air des vergangenen Jahres her noch kennen, was sie mit ihren Stimmen so alles leisten können. Dieser Auftritt bildet den offiziellen Schlußpunkt zum vierten Crailsheimer Kulturwochenende.

Hagelfeiertag
Honhardt. Mit einem Erntebittgottesdienst und einer anschließend öffentlich gegessenen Hungersuppe erinnert man in Honhardt alljährlich am 25. Juli an die Ohnmacht des Menschen gegenüber den Unbilden des Wetters. Hagelfeiertag wird in Honhardt seit jahrhunderten gefeiert. Denn nicht nur einmal in den vergangenen Zeiten hat Hagel die Ernte vernichtet, was in früheren Jahrhunderten immer auch Hungersnot bedeutete. Heute ist der "Hagelfeiertag" ein wirklicher Dorffeiertag, der auch abgehalten wird, wenn der Tag nicht wie in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt. Den Festgottesdienst hält heute ab 10 Uhr die Landes-Bauernpfarrerin Anette Kick. Anschließend gibt es auf dem Kirchvorplatz an Tischen und Bänken die "Hungersuppe" zu essen, aber auch Habhaftes. Verschiedene Gruppen der Kirchengemeinde haben Aktionen vorbereitet. Der Erlös des festes soll der Finanzierung eines neuen Gemeindehauses dienen, dessen erste Planskizzen auf dem Fest ausgestellt werden.

Off-Road-Erlebnis-Tour
Schloss Stetten. Off-Road Profis nehmen heute interessierte Besucher der Offroad-Show eines berühmten japanischen Herstellers von Geländefahrzeugen mit auf eine Fahrt über Stock und Stein. Gefahren wird auf dem Stettenring bei Künzeslau. Wer im eigenen geländegängigen Fahrzeug anreist, kann dieses auf einer zweiten anspruchsvollen Strecke selber testen und an einem bundesweiten Gewinnspiel teilnehmen, bei dem es eine Off-Road-Erlebnisreise zu gewinnen gibt. Außerdem gibt es einen Wettbewerb für das schönste Off-Road-Fahrzeug, getrennt nach Fahrzeugen des berühmten japanischen Herstellers und Fahrzeugen von Mitbewerbern. Neben den Off-Road-Aktivitäten gibt es auch ein interessantes Rahmenprogramm vom Bogenschießen bis Kinderschminken, damit der Sonntag nicht nur ein Erlebnis für den Off-Road begeisterten Fahrer sondern für die ganze Familie wird.

Diebin in Schutz genommen
Hohenlohekreis. Eine kleine Ladendiebin vor dem Zorn der Mutter in Schutz nehmen mussten Polizeibeamte am Wochenende. Sie hatten das Mädchen nach Hause gebracht, nachdem es beim Ladendiebstahl erwischt worden war. Doch als die Mutter deswegen auf das Kind einprügelte, mussten die Beamten handfest einschreiten und zunächst die Mutter beruhigen, bevor sie die "junge Dame" ihrer Obhut überlassen konnten. 14 Ladendiebe in nur zwei Tagen, darunter auch besagtes Mädchen, hatte ein Hausdedektiv in einem Öhringer Einkaufszentrum erwischt. Mehr als die Hälfte der Diebe waren strafunmündige Kinder und Jugendliche. Für alle fällig wurde die Bezahlung einer Bearbeitungsgebühr an den Ladeninhaber. Für manche kommt eine Anzeige hinzu. Alle erhielten in dem betreffenden Laden Hausverbot.

Ernte fällt aus
Wackershofen. Der für heute im Hohenloher Freilandmuseum angekündigte Ernte tag kann nicht stattfinden. das Getreide auf dem für die Vorführung vorgesehenen Feld ist aufgrund der Witterung in den vergangenen Wochen noch nicht reif. Geerntet wird nun irgendwann in den kommenden Wochen ohne speziellen Vorführtag. Doch natürlich können dann zufällig im Museum anwesende Besucher bei der Ernte wie in früheren Zeiten, beim Sensen, beim Garbenmachen und Aufstellen der Garben zum Trocknen helfen oder auch nur zuschauen.

Wieder mehr Beschäftigte
Landkreis Schwäbisch Hall. Der Landkreis Schwäbisch Hall hat wieder mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte . Nach fünf Jahren zurückgehender Zahlen hat die Statistik für das vergangene Jahr erstmals wieder steigende Tendenz. 59.800 Menschen waren zum Jahresende sozialversicherungspflichtig beschäftigt, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Rund 8.400 zusätzliche Arbeitsplätze sind in den vergangenen zehn Jahren im Landkreis Hall entstanden, weist die Statistik aus, ein Zuwachs von 16,3 Prozent gegenüber nur 2 Prozent im Landesdurchschnitt. Zugleich stieg aber auch die Bevölkerung Im Landkreis Hall um 24 500 Personen. 742 Arbeitsplätze gingen in den vergangenen fünf Jahren allerdings wieder verloren, ein Minus von 1,2 Prozent. Der Vergleichswert im Land Baden-Württemberg: minus 7,4 Prozent. Die Region Hohenlohe-Schwäbisch Hall gilt als die dynamischste im ganzen Land.

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Montag 26.7.1999

Mit Messer traktiert
Pfedelbach. Angeblich ohne Grund wurde am Wochenende ein junger Mann nach seinem Diskotheken-Besuch auf seinem Fußweg von Pfedelbach Richtung Öhringen angegriffen. Ein Mann habe ihn von hinten angefallen und mit einem Messer traktiert. Der Angegriffene wurde bei dem Überfall verletzt und musste seine Wunden im Öhringer Kreiskrankenhaus behandeln lassen. Die Polizei sucht Zeugen, die den Vorfall am frühen Samstagmorgen oder eine eventuelle Vorgeschichte beobachtet haben.

Geld für Investitionen
Hohenlohe/Stuttgart. Mit insgesamt 58 Mio Mark Zuschussgeldern will das Regierungspräsidium bei den Gemeinden in Nordwürttemberg 227 Mark an Investitionen auslösen. Gefördert werden dabei vorwiegend finanzschwächere Gemeinden in den einzelnen Landkreisen. Der ländliche Raum ist dabei ein besonderer Schwerpunkt. So erhalten etwa Gemeinden im Landkreis Schwäbisch Hall mit 10,3 Millionen und Gemeinden im benachbarten Ostalbkreis mit 11,9 Millionen Mark die größten Zuschüsse. Insgesamt fließen in die drei hohenloheischen Landkreise Main-Tauber, Hohenlohe und Schwäbisch Hall 20,7 Mio Mark für den Bau von Straßen, Gemeindehallen, Schulen oder anderen Infrastrukturmaßnahmen.

Zukauf in USA
Künzelsau Gaisbach. Der Künzelsauer Würth-Konzern expandiert weiter in den USA. 95 Millionen Mark Umsatz mit 180 Mitarbeitern erzielte 1998 das Unternehmen "Charlotte Hardwood Center" in Charlotte North Carolina. Die Unternehmensgruppe mit insgesamt sieben Standorten in Nord- und Süd-Carolina, Virginia und Tennessee vertreibt baubezogene Produkte für das holzverarbeitende Gewerbe wie Baubeschläge, Bodenbeläge oder Bauholz. Die Firma ist nun das 16. Tochterunternehmen der Würth-Gruppe in den USA. Würth erzielte im ersten Halbjahr 1999 im Ausland einen Umsatz von 2,4 Milliarden, das ist ein Plus von 14,2 Prozent, im Inland einen Umsatz von 1,6 Millarden, was einem Zuwachs von 3,9 Prozent entspricht. Der Würth Handelskonzern für Befestigungstechnik beschäftigt 30.000 Mitarbeiter weltweit.

Unzufriedenheit mit Kommunalpolitik
Kirchberg an der Jagst. Im Vorfeld der Kommunalwahlen vom 24. Oktober regen sich immer mehr auch die mit der bisherigen Kommunalpolitik Unzufriedenen. Viele machen ihre Kritik an Parteipolitik fest und wollen unabhängige Wählerinitiativen gründen. So auch in Kirchberg an der Jagst. Zu einem Gründungstreffen für die Initiative 'BürgerInnen in Bewegung' (BiB) lädt jetzt eine Vorbereitunggruppe ein. Das Treffen soll im Kirchberger Landhotel am kommenden Mittwoch ab 20 Uhr stattfinden. Neben der Vorstellung eines detailierten Konzeptes will die Initiativgruppe von BiB bei genügend Interesse und Bereitschaft auch bereits eine Wahlversammlung abhalten und einen Wahlvorschlag mit eigenen Bewerbern für die Gemeinderatswahl verabschieden.

Landschaftsschutz an der Jagst
Hohenlohekreis. Das Landratsamt des Hohenlohekreises beabsichtigt verschiedene bestehende Landschaftsschutzgebiete im Bereich des mittleren Jagsttales, seinen Nebentälern und angrenzenden Gebieten zu einem einheitlichen zusammnhängenden Landschaftsschutzgebiet zusammenzufassen. Es soll von der Kreisgrenze zum Landkreis Schwäbisch Hall bis zur Markungsgrenze zwischen der Stadt Krautheim und der Gemeinde Schöntal reichen und die Jagst und die Talaue, alle Nebenbäche und Klingen sowie die Talhänge und damit zusammenhängende Fluren umfassen. Die Ortslagen der Dörfer entlang der Jagst von Eberbach bis Gommersdorf sind aus dem Schutzgebiet ausgenommen. "Im Zuge der Überarbeitung ist vorgesehen, für die Ortschaften eine längerfristige bauliche Entwicklung zu ermöglichen", heißt es in der Bekanntmachung des Landratsamtes. Morgen gibt es zum neuen Landschaftsschutzgebiet eine öffentliche Versammlung und Informationsveranstaltung im Dörzbacher Feuerwehrgerätehaus ab 20 Uhr. Zudem werden die Pläne vom 9. August bis zum 27. September im Künzelauer Landratsamt sowie auf den Bürgermeisterämtern der betroffenen Gemeinden öffentlich zur Einsichtnahme aufgelegt.

Es geht bergab
Pfedelbach. Der traditinsreiche Handels- und Gewerbeverein Pfedelbach hat einen Generationswechsel vollzogen. Nachdem in der Pfedelbacher Ortsmitte einige Läden leerstehen bzw. nicht optimal belegt sind, wünscht man sich in Pfedelbach von der jungen Truppe des HGV einen neuen Aufschwung. Das neue Logo, das sich der HGV verpasst hat und eigentlich den Wandel und die Dynamik symbolisieren soll, zeigt allerdings einen - nach westlichen Sehgewohnheiten - von links oben nach rechts unten gegenläufigen Trend. Es geht bergab. Ein rotes Dreieck auf weißem Grund vermittelt optisch das eigentlich falsche Signal.

129 Meister gefördert
Landkreis Schwäbisch Hall. Bund, Land und die Ausgleichsbank gewähren für die Ausbildung zum Handwerksmeister, Techniker oder Betriebswirt sogenanntes "Meister-BAFöG". Zu beantragen sind die Darlehen beim Amt für Ausbildungsförderung im Landratsamt. 129 Aufstiegskandidaten wurden im vergangenen Jahr vom Haller Landratsamt gefördert. Gewährt werden die Leistungen für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, bei Vollzeit-Ausbildungen kann es darüber hinaus auch Geld zum Lebensunterhalt geben. Auch für die schulische Berufsausbildung an Berufsfachschulen und weiterführenden allgemeinbildenden Schulen gibt es BAFöG. Gefördert werden allerdings nur Schüler, die nicht mehr bei den Eltern wohnen können, weil die Schule unzumutbar weit vom Elternhaus entfernt ist. Dennoch ist für dieses Schüler-BAFöG in der Regel das Einkommen der Eltern maßgebend. Rund 400 Schüler im Landkreis Hall wurden im vergangenen Jahr gefördert.

Mehr Tal als Berg
Schwäbisch Hall. Heute beginnt der Sommeschlussverkauf. Nachdem das Wetter dieses Sommers bislang sehr durchwachsen war, sind die Läger des Schwäbisch Haller Einzelhandels noch gut gefüllt. "Der bisherige Geschäftsverlauf glich einer Berg- und Talfahrt, mit mehr Tal als Berg", so ein Haller Geschäftsmann. Gerade für Hochsommer-Mode ist das Wetter aber sehr entscheidend. Preisnachlässe wird es hierfür bis zu 70 Prozent geben. Der Haller Textil- und Schuhhandel erwartet durch den Sommerschlussverkauf einen gewissen Umsatzschub, zumal mitten in der Schlussverkaufszeit auch die Sommerferien beginnen, an deren Anfang man sich erfahrungsgemäß noch mit leichter Sommerbekleidung eindeckt. Vor allem Männer, so der Inhaber eines Herrenmodehauses, kommen erst nach drei heißen Tagen in Folge auf die Idee, etwas Neues, Leichtes zum Anziehen zu kaufen. Doch die drei heißen Tage in Folge gab es diesen Sommer noch nicht.

Annatag
Mulfingen. Die Gemeinde Mulfingen im Jagsttal ist einmal im Jahr großer Wallfahrtsort. Über tausend Wallfahrer werden auch heute beim Annatag erwartet, an dem die Gläubigen aus Nah- und Fern in die St Anna-Kapelle besuchen. Selbst heutzutageerwarten sich manche noch Heilung vom Wasser, das aus der Quelle bei der Kapelle stammt. In früheren Jahrhunderten waren bis zu 400 Pilger täglich nach Mulfingen gekommen, nachdem 1597 die altüberlieferte, aber verschüttete Heilquelle wieder entdeckt worden war. Der heutige Wallfahrtstag beginnt mit einer Eucharistiefeier um 7 Uhr in der Mulfinger Pfarrkirche. Der Festgottesdienst findet um 9 Uhr im Freien bei der Anna-Kapelle statt. Es predigt Pfarrer Burkhard Keck aus Ehingen. Abschluß des Wallfahrttages ist eine weitere Eucharistiefeier bei der Kapelle ab 20 Uhr mit anschließender Lichterprozession zurück zur Dorfmitte von Mulfingen.

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Dienstag 27.7.1999

Klische wiederlegt
Hohenlohe. Die Statistik widerlegt ein lange gehegtes Kischee: Ländlich strukturierte Landkreise sind im Durchschnitt der Bevölkerung zum Teil erheblich "jünger" als Kreise in Ballungsräumen. Der Landkreis Schwäbisch Hall ist der siebtjüngste im ganzen Land. Daß immer mehr junge Leute den ländlichen Raum verlassen, weil sie keine Perspektiven sehen, und daß deshalb die Bevölkerung immer älter werde, vor allem älter als in anderen, dichter besiedelten Regionen, dieses vor allem von Kommunalpolitikern und Unternehmern gebrauchte Klischee ist widerlegt. Eine umfangreiche Erhebung des Statistisschen Landesamtes in Stuttgart brachte gar Gegenteiliges hervor. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Baden-Württembergs ist seit dem Jahr 1970 zwar um fast fünf Prozent auf 39,8 Jahre gestiegen. Auffallend ist aber: Unter dem Landesdurchschnitt liegen die meisten ländlichen Kreise, z.B. der Landkreis Heilbronn bei 38,4 oder die Kreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall jeweils bei 38,7. Im Schnitt geringfügig älter sind die Menschen im Ostalbkreis (39) und im Rems-Murr-Kreis (39,8). Der Anteil junger Leute an der Gesamtbevölkerung ist hier eindeutig höher als im Ballungsraum.

CDU-Sozialpolitiker wiedergewählt
Schwäbisch Hall/Straßburg. Der CDU-Europa-Abgeordnete Winfried Menrad aus Schwäbisch Hall wurde erneut in das Amt als erster Vizepräsident des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten des Europaparlamentes gewählt. Menrad hatte dieses Amt auch schon in der vergangenen Legislaturperiode inne. U.a. geht es in dem Ausschuss darum, die Mitspracherechte von ArbeitnehmerInnen auch in einem europäischen Umfeld zu sichern. So wurde in der vergangenen Leigaslaturperiode eine Richterlinie für Europäische Betriebsräte verabschiedet, die auf einen Vorschlag Menrads zurückgeht und die sowohl von den Gewerkschaften als auch den Arbeitgebern akzeptiert worden war.

Nein der Naturfreunde
Einkorn. Die Naturfreunde Hall wollen die Einkorngaststätte nicht übernehmen. In einer Mitgliederversammlung mit heftigen Diskussionen über das Für und Wider kam es schließlich zu einer knappen Entscheidung von 31:27 gegen den Einkorn. Vor allem langjährige Mitglieder hatten sich gegen ein weiteres Engagement ausgesprochen. Mit dem Lemberghaus sei das ehrenamtliche Potential zum Betrieb eines solchen Hauses ausgeschöpft. Und die Arbeit im mit sehr viel Eigeninitiative und Eigenarbeit ausgebauten Lemberghaus wollten vor allem diese Mitglieder nicht gefährdet sehen. Unklar ist nun, was die Stadtverwaltung mit dem Haus auf dem Einkorn macht. Dem bisherigen Pächter hat die Stadt gekündigt.

Umstellung bis 2004
Schwäbisch Hall. Wie groß das Vermögen des Hospitals zum Heiligen Geist ist, weiß niemand so genau, da eine Bewwertung der Grundstücke im Besitz der Stiftung fehlt. Diese muss aber bis spätestens zum Abschluss des Jahres 2004 vorliegen, da zu diesem Zeitpunkt die Rechnungsführung vom sogenannten kameralistischen System auf kaufmännisches Rechnungswesen umgestellt wird. Derzeit werden die etwa 600 Wohnungen des Hospitals neu bewertet. Aufgrund einiger Hausverkäufe waren die Mieteinnahmen im vergangenen Rechnungsjahr rund 150.000 Mark unter dem Plansoll geblieben. 1,7 Mio Mark konnte das Hospital dennoch den Rücklagen zuführen. 15 Mio Mark Schulden sind auf den Konten des Hospitals eingetragen.

Sozialpolitiker unterwegs
Crailsheim/Schwäbisch Hall. Sozialpolitiker sind - Sommerzeit ist Reisezeit - zum Abschluss der parlamentarischen Sommersaison unterwegs im Land. Heute treffen die SPD-Politiker in Crailsheim ein, wo sie die Altenpflegeeinrichtung Wolfgangstift besichtigen. Am Nachmittag gilt ihr Interesse der Arbeitsinitiative AIH in Künzelsau. Dieses Projekt des Hohenlohekreises fördert Langzeitarbeitslose mit Kursen bei großen und kleineren Arbeitgebern, aber auch durch eigene Projekte. So sind die Beschäftigten der AIH u.a. für den gesamten Sperrmüll des Hohenlohekreises verantwortlich. Brauchbare Stücke aus der Entsorgungsmasse werden wiederaufgearbeitet und in einem eigenen Möbellager verkauft. Neben Zuschüssen vom Landkreis, der Arbeitsverwaltung und des Landes finanziert sich die als GmbH geführte AIH damit zu einem Teil selbst. Die Reise der SPD-Politiker wird am morgigen Mittwoch in Schwäbisch Hall mit Kindergarten-Besuchen fortgesetzt.

Tourismus-AK on Tour
Wackershofen. Das Hohenloher Freilandmuseum und der nach einem Brand wieder aufgebaute Museums-Gasthof Roter Ochsen sind u.a. Ziel einer Tour des Arbeitskreises Tourismus der FDP-Landtagsfraktion heute durch Baden-Württemberg. Zentrales Thema der Veranstaltung im Roten Ochsen sind die 630-Mark-Jobs und die steuerlichen Rahmenbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe. Mit rund 5 Prozent Anteil am sogenannten Bruttosozialprodukt ist der Fremdenverkehr in Baden-Württemberg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Rund 200.000 Arbeitsplätze sind unmittelbar vom Tourismus abhängig. Nach ihrem von 12 bis 14 Uhr dauernden Stopp in Wackershofen werden die Parlamentarier um 16 Uhr in Bad Waldsee bei einem der bedeutendsten Hersteller von Reisemobilen erwartet.

Biker schwerverletzt
Gailorf. Mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste ein Motorradfahrer, der zwischen Gaildorf und Münstermühle ein vorausfahrendes Auto falsch eingeschätzt hatte. Der an sich erfahrene 64jährige Biker fuhr von hinten mit voller Wucht auf das Fahrzeug, das beim Sportplatz verkehrsbedingt hatte anhalten müssen. Der Schaden am Auto beläuft sich auf etwa 2000 Mark. Das Motorrad hat nur noch Schrottwert.

Geschenk billig entsorgt
Künzelsau. Total demoliert, mit eingeschlagenen Fensterscheiben und ohne Zuslassungskennzeichen fand die Polizei gestern ein Auto bei der Schlossbergsteige im Künzelsauer Teilort Kocherstetten. Die Vorbesitzerin des Autos hatte den stillgelegten Wagen am Samstag aufgrund einer Zeitungsannonce an einen jungen Mann verschenkt. Der hatte aber, wie sich nun herausstellte falsche Personalien angegeben. Zeugen hatten das Fahrzeug am Sonntagmorgen noch mehrfach durch Kocherstetten fahren sehen, besetzt jeweils mit mehreren jungen Männern. Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise auf den Fahrer geben können. Auf diesen warten neben einer Anzeige auch eine Rechnung über die Beseitigungskosten des Autowracks.

Krise im Fechtzentrum
Tauberbischofsheim. Die Krise zwischen Cheftrainer Emil Beck und Trainern wie Athleten im Fechtzentrum von Tauberbischofsheim weitet sich aus. Dabei wächst die Kritik am Führungsstil von Emil Beck, der in der Vergangenheit wohl nicht nur die Geschäfte kontrollierte, sondern auch das Umfeld einiger Mitarbeiter. So wurde beispielsweise ein Trainer verwarnt, weil er in seiner Freizeit in der Athleten-Wohnanlage geraucht hatte. Ominös soll auch das Geschäftsgebaren von Emil Beck selbst sein, so die Stuttgarter Zeitung. Sie berichtet, Emil Beck habe vor einem Monat die Satzung der Fördergesellschaft des Fechtclubs geändert. Diese Gesellschaft unterstützt künftig nicht mehr ausschließlich den Fechtclub sondern auch den Golfclub Kaiserhöhe auf der Golfanlage Ravenstein. Beck als Chef der Fördergesellschaft könnte den Geldfluss an den Fechtclub total stoppen und damit die Gehaltszahlungen an einen Teil der 120 Mitarbeiter am Olympiazentrum Tauberbischofsheim in Gefahr bringen.

Ferien CD
Stuttgart-Hohenlohe Mit "Neckar-Odenwald" ist jetzt die dritte CD-ROM mit digitalen topografischen Karten des Landesvermessungsamtes erschienen. Darauf enthalten ist auch die Region Hohenlohe. Mit dieser CD-ROM ist nun nach den Titeln "Schwarzwald" und "Schwäbische Alb-Bodenseen" die Serie "Wandern und Radwandern" komplett und die gesamte Fläche des Landes abgedeckt. Die in enger Zusammenarbeit mit den Touristikvereinen zusammengestellten CDs enthalten alle Informationen über Wander- und Radwanderwege im Land. Darunter sind auch 60 überregionale Radwanderwege dargestellt und ausführlich beschrieben. Kombiniert sind die CD-ROMs mit Büchern, die rund 260 brillante Farbbilder der Landschaften sowie Detailkarten enthalten. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring stellte die CD-ROM mit Buch gestern als Präsident des Tourismusverbandes Baden-Württemberg der Öffentlichkeit vor und rührte dabei gleich auch noch die Werbetrommel für Urlaub in Baden-Württemberg. Das Land verzeichnete im vergangenen Jahr einen 4 prozentigen Zuwachs bei den Übernachtungszahlen auf 36,3 Mio Übernachtungen.

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Mittwoch 28.7.1999

Heute Musical-Premiere
Schwäbisch Hall. Die Schwäbisch Haller Freilichtspiele feiern heute - spät in der Freilichtsaison - ihre dritte Premiere. Von heute bis zum Ende der Spielzeit wird auf der großen Treppe vor der Kirche St. Michael nur noch "Cyrano - das Musical" gespielt. Nach der holländischen Uraufführung und der Premiere am New Yorker Broadway ist Cyrano nun in deutschsprachiger Erstaufführung auf der Haller Treppe. Das Musical erzählt die Geschichte der unerwiderten Liebe Cyranos zu Roxanne, die ihrerseits den Schönling Christian liebt. Das Musical Cyrano basiert auf einer der beliebtesten Bühnenfiguren Frankreichs, die 1897 in der romantischen Komödie "Cyrano de Bergerac" von Edmond Rostand verewigt wurde

Müll-Gutachten da
Schwäbisch Hall. Statt im Gemeinderat bzw. dessen Bau- und Planungsausschuss wurde gestern bei einer Veranstaltung der SPD das Gutachten zur Müll-Situation der Stadt vorgestellt. Der Gemeinderat hatte es Anfang des Jahres beim Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart in Auftrag gegeben. Grund für das Gutachten: viele Gemeinderäte und Bürger der Stadt waren seit der Übergabe der Müllentsorgung unzufrieden mit gewissen Erscheinungen und Regelungen der Müllentsorgung. Doch so sehr unterschiedlich zum Landkreis fielen die Vorschläge der Stuttgarter Wissenschaftler nicht aus. Einzig neuer Vorschlag: die Einrichtung sogenannter Wertstoff-Läden in der Haller Innenstadt und im Problemgebiet Teurershof. Damit könnten dort die Ärger verursachenden Sammlungen des Gelben Sacks dort entfallen.

Gastwirte gründen IG
Braunsbach. Dorfgasthäuser in Hohenlohe gründeten eine Interessengemeinschaft, um dem wirtschaftlichen Niedergang zu begegnen. Nur 30 Prozent der heute noch existierenden Dorfgasthäuser werden überleben, fürchten zahlreiche Gastwirte, die Jahr für Jahr schlechtere wirtschaftliche Ergebnisse ihrer Betriebe registrieren. Neben der großen Mobilität der Dorfbewohner haben die Gastwirte auch die zahlreichen Vereins- und Bürgerschaftsfeste als Ursache ausgemacht. Um nicht zu den 70 Prozent der Verlierer zu gehören, gründeten rund 15 Hohenloher Gastwirte gestern in Braunsbach eine Interessengemeinschaft Hohenloher Dorfgasthäuser. Durch gezielte Imagepflege in der Öffentlichkeit und durch Verbesserung des Dienstleistungsangebotes auch bei Vereins- und Straßenfesten sowie durch gemeinsame Interessensvertretung gegenüber Behörden und Zulieferern wollen sie einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der typischen Dorfgemeinschaft leisten. Dazu gehöre unbedingt auch das Dorfgasthaus, so der neue Vereinsvorsitzende Roland Gögelein.

Bauern boykottieren Saatgut
Schrozberg. Bauern und der Maschinenring Blaufelden rufen ihre Berufskollegen dazu auf, in diesem Herbst kein zertifiziertes Saatgut von Saatzuchtbetrieben auszusäen. Sie protestieren mit diesem Boykottaufruf gegen die Forderung der Saatzüchter, daß auch für Saatgetreide, das in der zweiten und dritten Generation von solchem Saatgut abstammt, sogenannte Nachbaugebühren zu entrichten sind. Dieses Geld wollen die Landwirte nicht bezahlen, weil die Saatmultis damit nur neue Genprodukte entwickeln, die zu noch größerer Abhängigkeit der Landwirte von den Saatzüchtern führen. Einen Prozess vor dem Mannheimer Landgericht gegen ihre Zahlungsverweigerung haben die Bauern aus Schrozberg und Umgebung bereits verloren. Insgesamt sind derzeit 40 Klagen gegen sich verweigernde Bauern in ganz Deutschland anhängig. Weiteren 1000 Bauern wurden rechtliche Schritte angedroht, falls sie die sogenannten Nachbaugebühren nicht bezahlen. Für die Bauern verstößt es gegen überkommenes Recht und gegen das Grundgesetz, daß sie für ihr eigenes Getreide Gebühren an irgendwelche Konzerne bezahlen sollen.

Strompreissenkung für Treuekunden
Schwäbisch Hall. Wer bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall längerfristige Stromverträge abschließt, kann zusätzlich zu den bereits angekündigten Strompreissenkungen weitere Einsparungen erzielen. Zwei Langfristtarife bieten die Stadtwerke, die den privaten Endverbrauchskunden Einsparungen von sieben bis zehn Prozent oder 60 bis 90 Mark an den Stromrechnungen bringen können. Besonders deutlich wird die Einsparung beim Kleingewerbe, das bei einer Abnahme von 10.000 KWh zwischen 440 und 600 Mark je nach Tarif einsparen kann.

Tierquälerischer Landwirt
Landkreis Schwäbisch Hall. Einen tierquälerischen Landwirt dingfest gemacht hat der Wirtschaftskontrolldienst. Beamte des Veterinäramtes hatten das Leiden der Tiere bei einem Kontrollbesuch entdeckt. Zehn total verdreckte Kühe mussten statt auf Stroh auf ihrem eigenen Kot stehen und liegen. Zudem waren die Klauen der Tiere so hochgewachsen, daß die Tiere kaum noch auf ihren Füßen stehen konnten.

Einbruch in Schule
Ilshofen. Erheblicher Sachschaden entstand bei einem Einbruch in der Nacht auf Montag in der Maria-Montessori-Schule von Ilshofen. Gestohlen wurde offensichtlich nichts. Doch die Einbrecher beschädigten Tische, verschütteten Bier und Spirituosen in Aquarien, leerten Mülleimer aus und rissen Bilder von der Wand. Die Polizisten vom Ilshofnerer Posten haben die Ermittlungen aufgenommen und suchen Zeugen, die Hinweise geben könnten.

Bald Bio-Benzin aus Hall?
Schwäbisch Hall. Der Aufsich7tsrat der Haller Stadtwerke hat sein grundsätzliches "Ja" zu einer Holzvergasungsanlage gegeben, die nach einem weltweit patentierten Verfahren aus dem Holzgas Methanol und Benzin herstellen kann. Der Erfinder Dr. Ing. Bodo Wolf betreibt bereits in Freiberg bei Dresden eine Versuchsanlage, deren Ergebnisse er im vergangenen Jahr beim sogenannten Holz-Kongress in Schwäbisch Hall vorgestellt hatte. Die Vorstellungen für eine Anlage in Schwäbisch Hall sind bereits sehr konkret. 50 Mio Mark würde das Projekt kosten. Es könnte aus 35.000 bis 40.000 Tonnen Holzhackschnitzeln pro Jahr etwa elf Millionen Liter Bio-Super-Benzin herstellen. Gebaut wird die Anlage aber nur, wenn Land, Bund und Europäische Union zusammen etwa 40 Mio Mark an Zuschüssen gewähren. Außerdem müsste der Staat gewährleisten, daß das Bio-Benzin für mindestens zehn Jahre von der Mineralölsteuer befreut bleibt. (Es ist ja auch kein Mineralöl).

Pfad restauriert
Hohenlohekreis. Der vor fünf Jahren eröffnete Hohenloher Bauernlehrpfad wurde restauriert. Neue Fotos werten die Informationen über die Landwirtschaft in Hohenlohe auf, die der Pfad an 35 Informationsstellen zwischen Forchtenberg, Muthof und Schleierhof auf einem zehn Kilometer langen Rundkurs bietet. Wanderer, Familien Schüler- und Kindergruppen oder Belegschaftsgruppen von Betriebsausfliügen erfahren viel Wissenswertes über Land- und Forstwirtschaft. Der Bauernlehrpfad vermittelt so eine engere Beziehung zwischen dem "täglichen Brot" der Besucher und der Arbeit der Landwirte im Hohenloher Land.

Wasser wird billiger
Oberrot. Rückwirkend zum 1. Juli wird die Gemeinde Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall den Wasserzins um 15 Pfennig auf 2,65 Mark pro Kubikmeter senken. Zum einen wurde mehr Wasser verkauft, zum andern konnte mehr Eigenwasser in die Leitungsnetze eingespeist und der Fremdwasserbezug gesenkt werden. Nachdem die neuen Wasserleitungen in den Ortsteilen Frankenberg, Ebersberg und Wolfenbrück fertiggestellt sind, soll der Wasserzins wieder neu kalkuliert werden, so der Gemeinderat.

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Donnerstag 29.7.1999

Brennender Reisebus
Kupferzell. Dunkle Rauchwolken stiegen gestern am Rande der Autobahn A6 auf Höhe des Kupferzeller Teilortes Brachbach auf. Ein belgischer Reisebus war gegen Viertel nach elf Uhr am Vormittag aus bislang noch ungeklärter Ursache in Flammen aufgegangen. Die 28 Fahrgäste und die beiden Busfahrer kamen unverletzt ins Freie. Ihr Reisegepäck verbrannte zum größten Teil mit dem Bus. Die Haller Feuerwehr war zwar mit sechs Fahrzeugen und 24 Mann vor Ort, doch sie konnte nicht verhindern, daß der Bus völlig ausbrannte. Mehrere Stunden war die A6 völlig gesperrt. Zur Klärung des Vorfalls wird das Wrack nun zum Hersteller des Busses überführt. Sachschaden rund 200.000 Mark.

Badeunfall
Mainhardt. Ein zehnjähriger Junge aus Mainhardt wurde gestern um die Mittagszeit mit dem Rettungshubschrauber ins Haller Diak gebracht. Badegäste hatten den Jungen bewußtlos im Wasser des Mainhardter Freibades treibend gefunden. Mittlerweile ist der Junge wieder außer Lebensgefahr. Nähere Umstände dieses Badeunfalls sind aber noch nicht bekannt. Die Kripo ermittelt.

Jeunesse Musical
Weikersheim. Tabea Zimmermann, mit 33 Jahren eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands und eine der bedeutendsten Bratschistinnen der Welt, erhielt gestern Abend im Weikersheimer Schloss den alljährlich verliehenen Prix Jeunesses Musicales. Der von der Künzelsauer Würth-Stiftung gesponserte Preis ist mit 10.000 Mark dotiert und wird an herausragende Persönlichkeiten oder Ensembles der Musikszene verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern waren die Junge Deutsche Philharmonie, das Musikschulenprojekt "Casa des los tres Mundos" von Dietmar Schönherr in Nicaragua oder der Komponist Philip Glass

Streetworker
Neuenstadt am Kocher. Die Stadt Neuenstadt am Kocher verstärkt ihre mobile Sozialarbeit und stellt einen sogenannten Streetworker an. Ab September soll er sich unter anderem um die Verbesserung der Situation ausländischer Jugendlicher bemühen und zur Verständigung zwischen ausländischen, Aussiedler- und einheimischen Jugendlichen beitragen. Der Landkreis Heilbronn unterstützt das Projekt mit jährlich 30.000 Mark.

Erstes Nachholspiel
Schwäbisch Hall/Kempten. Die Schwäbisch Hall Unicorns müssen am kommenden Samstag zum ersten von zwei Nachholspielen der Saison nach Kempten zu den Allgäu Comets reisen. Die Comets sind zwar Tabellenletzte, sind aber zu Hause nicht zu unterschätzen. Für die Schwäbisch Hall Unicorns ist rechnerisch noch alles zwischen dem zweiten und vierten Tabellenplatz der Zweiten American Football Bundesliga drin. Für einen Aufstieg auf Platz zwei sind aber Siege in beiden Nachholspielen notwendig. Zudem müssten die anderen Nachholspiel-Gegner, die Marburg Mercenaries, derzeit Tabellenzweite, in ihrem Nachholspiel gegen die Saarland Hurricanes verlieren.

Schlange im Treppenhaus
Schwäbisch Hall. Zum Schlangenfänger wurde am Dienstagabend die Haller Polizei. In einem Treppenhaus am Langen Graben hatte sich eine etwa Halbmeter lange Schlange zusammengeringelt und sonnte sich im Licht der untergehenden Sonne. Da zunächst nicht festgestellt werden konnte, um was für eine Schlange es sich handelte, brachten die Beamten das Tier zu einem Spezialisten aus einem Haller Zoo-Fachgeschäft nach Hause, der die Schlange als eine heimische und für Menschen ungefährliche Schlingnatter identifizierte. Schlingnattern ernähren sich überwiegend von Eidechsen und ähnlichen Tieren, wie sie an den Kochertalhängen rund um Hall vorkommen. Die Schlingnatter ist im Haller Raum relativ häufig.

Morgen Rock am See
Neuenstein. Samstag Rock und Sonntag Blasmusik. Das Fest am Schleifsee von Neuenstein wird von der Stadtkapelle veranstaltet. Morgen am Freitag können sich die Jugendlichen der Region auf ein open air mit den Gruppen "True Life" und "Wasting Time" freuen. Nach "Rock am See" am Freitag geht's am Samstag und Sonntag dann eher zünftig zu. Unter anderen treten am Samstag der Musikverein Lehrensteinsfeld auf sowie die Musikkapelle Wuchzenhofen mit "Guggenmusik". Am Sonntag greifen dann der Musikverein Eschenau und die Stadtverwaltung an die Instrumente

Am Platz der alten
Bühlerzell. 4,1 Mio Mark muß die Gemeinde Bühlerzell für eine neue Kläranlage aufbringen. Sie wird aus Sparsamkeitsgründen am Platz der derzeit bestehenden Anlage gebaut. Das Land wird das Vorhaben voraussichtlich mit 90 Prozent der Baukosten fördern, sodaß die Gemeinde "nur" noch rund 600.000 Mark aufbringen muß.

Ballonspektakel im August
Schwäbisch Hall. Ein farbenprächtiges Spektakel auf dem Gelände des früheren Camp Dolan in Hessental wird nicht nur Luftsportfreunde im August erfreuen: Das Ballonteam Schwäbisch Hall um Rudolf Höfer organisiert zum dritten Mal ein Internationales Ballon-Meeting. Bislang haben etwa 60 Teams aus ihre Teilnahme zugesagt. "Stars" dieses Ballon-Festivals sind einmal mehr fantasievolle Sonderformen von Ballons wie Telefonzelle, Dampflok, Pinguin, Eistüte und: ein gigantischer Panda-Bär. Dieser Ballon, den eine Mannschaft aus China in den Himmel über Hall aufsteigen lassen will, ist übrigens schon da. Er kam sicher verpackt mit dem Flugzeug. Zusammen mit den vielen anderen Ballons kann er vom 13. bis 15. August in Schwäbisch Hall-Hessental bestaunt werden.

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Freitag 30.7.1999

Langer Tisch
Schwäbisch Hall. Einen besonders langen Tisch werden die Schwäbisch Haller am 15. August in ihrer Fußgängerzone aufbauen. Essen für 1000 Personen wird dort serviert werden, kostenlos zur Verfügung gestellt vom Hotel Hohenlohe. Der Erlös der "Tafelrunde" - OB Hermann Josef Pelgrim soll dem Festmahl wie einst König Artus auf einem besonders erhabenen "Thron" vorsitzen - soll der Finanzierung des Globe-Theater dienen. Die Stadt Schwäbisch Hall will den Nachbau dieses hölzernen Shakespeare-Theaters aus London den Freilichtspielen im kommenden Jahr aus Anlass des 75jährigen Bestehens zum Millionen teuren Geschenk machen.

Michelfeld wehrt sich
Schwäbisch Hall/Michelfeld. Der Gemeinderat von Michelfeld legt Widerspruch gegen einen Beschluss der Verwaltungsgemeinschaft Schwäbisch Hall ein, der eine Erweiterung des Gewerbegebietes Kerz verbietet. Der Widerspruch könnte nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit zurückgewiesen werden und "so stark ist auch die Stadt Schwäbisch Hall nicht", die den ursprünglichen Beschluss herbeiführte um Handel und Wandel in der Innenstadt zu schützen. Eine Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt sei auf solcher Basis in der Verwaltungsgemeinschaft künftig nicht mehr möglich, hieß es dazu im Michelfelder Rat. Möglicherweise bereitet Michelfeld auch seinen (nicht ganz einfachen) Austritt aus dem Kommunalverband vor.

Alle Lücken aufgespürt
Oberrot. In über einjähriger Arbeit hat die Verwaltung der Gemeinde Oberrot im Landkreis Hall jetzt alle möglichn Baulücken im Hauptort und allen Teilorten aufgespürt und ist so zu potentiellem Bauland von über 10 Hektar gekommen. Das Ergebnis der Untersuchung wurde jetzt in einem "Ortsabrundungsplan" erfasst und mit den Naturschutzbehörden abgestimmt. Ein Vorbild für andere Gemeinden, nannte Dezernent Werner Iländer das im Landkreis Hall bislang einmalige Projekt. Eine solche Ortsabrundung schaffe Rechtssicherheit für Bürger, Gemeinde und Behörden.

Jugend-Kunst-Baustellen
Ilshofen. Am kommnden Montag startet in Ilshofen die vom Landkreis initiierte Jugend-Kunst-Baustelle. Nachdem es im letzten Jahr um die Gestaltung einer Skulptur ging, kommt in diesem Jahr der Zirkus. Kinder ab neun können inerhalb einer Woche bei den Experten des Kinderzirkus Compostelli echte Zirkuskunststücke lernen: Jonglieren, Einradfahren, auf einem Seil laufen und vieles mehr an traditioneller Zirkuskunst. Eine Woche später vom 9. bis 13. August heißt es dann in Gerabronn "Zauber der Manege".

Kein Akkord mehr
Langenburg. Der Baumaschinenhersteller Schaeff in Langenburg zahlt keine Akkordlöhne mehr. Die Firma hat damit im Streit mit den Gewerkschaften und den betroffenen Arbeitern um eine neue Lohnstruktur einen ersten Erfolg verbucht. Für 170 der insgesamt 800 Beschäftigten in den Werken Langenburg, Crailsheim, Gerabronn und Rotenburg bedeutet diese nach Angaben der Geschäftsleitung ab Juli Lohneinbußen von monatlich rund 100 Mark. Bis zum Jahr 2003 soll die Höhe der Entgelte bisheriger Akkordlohnbezieher stufenweise dem normalen Lohnniveau angepaßt werden. Insgesamt können die Lohneinbußen bis zu 1000 Mark anwachsen. Der Betriebsrat will die neue Regelung der Einigungsstelle erneut vom Arbeitsgericht in Crailsheim überprüfen lassen.

Kein Hengst mehr
Blaufelden. Wo jetzt noch das Haupt- und Landgestüt Marbach seinen Zuchthengst stehen hat, könnte in Blaufelden ab dem Jahr 2000 eine Jugendbetreuerin arbeiten. Der Blaufelder Gemeinderat nahm zur Kenntnis, dass das Gestüt die seit dem Jahr 1890 bestehende Beschälplatte aufgeben will, da die meisten Züchter ihre Stuten heutzutage künstlich besamen und sich das Angebot eines Hengstes vor Ort in Blaufelden nicht mehr rechnet. Als alternative Nutzung will der Gemeinderat in den Räumlichkeiten ein Büro für die künftige Jugendbetreuerin einrichten und Platz für soziale Gruppenarbeit, eventuell in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde schaffen.

Chefarzt muss gehen
Rothenburg ob der Tauber. Der Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus von Rothenburg ob der Tauber muss gehen. Er wird die Klinik Ende Oktober verlassen. Die Leitung der gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft nahm zwar zu den Hintergründen keine Stellung. Die Staatsanwaltschaft Ansbach bestätigte aber, dass gegen den Arzt Ermittlungen wegen Unregelmäßigkeiten bei den Abrechnungen eingeleitet wurden. Über die Nachfolge will der Aufsichtsrat der Klinik Anfang August entscheiden.

"Lädle" eröffnet
Künzelsau. Die Standseilbahn in Künzelsau fährt noch nicht. Doch das "Taläcker-Lädle" bei der Bergstation der Bahn aber ist bereits in Betrieb gegangen. Gestern wurde die kleine Einkaufsmöglichkeit für Dinge des täglichen Bedarfs eingeweiht. Hinter dem "Lädle" steht das Projekt "Ikarus" der Arbeitsinitiative Hohenlohe, die damit junge Erwachsene, vorwiegend junge Frauen, unter den Spätaussiedlern fördert.

Statt Wildsau fast Jäger erschossen
Crailsheim. Schwer verletzt wurde am späten Mittwochabend ein 74jähriger Jäger ins Krankenhaus eingeliefert. Während er einen gerade erlegten Rehbock ausnehmen wollte, wurde er von einem anderen Jäger angeschossen. Der hatte ihn für ein Wildschwein gehalten, das auf der Waldwiese in der Erde wühlt. Die Crailsheimer Kripo ermittelt nun, um diesen Jagdunfall aufzuklären

Vier Schwerverletzte
Gaildorf. Vier schwerverletzte Verkehrsteilnehmer wurden gestern nachmittag ins Gaildorfer Kreiskrankenhaus eingeliefert. Sie waren Opfer eines Frontalzusammenstosses, der sich zwischen Gaildorf und Bröckingen auf der Bundesstraße 19 ereignete. Ein 19 Jahre junger, unerfahrener Fahrer wollte ein vorausfahrendes Auto überholen. Er scherte aus und prallte frontal auf ein entgegenkommendes Fahrzeug, das er übersehen hatte. Beide Fahrzeuglenker sowie zwei Beifahrer im Auto des 19jährigen wurden schwer verletzt.

Tschernobyl-Kinder
Unterregenbach. Gestern sind die ersten Tschernobyl-Kinder bei Gastfamilien in Unterregenbach im Jagsttal eingetroffen. Bis zum 24. August werden sie unbeschwerte Ferien in unbelasteter Umgebung erleben. Wie schon 1993, '95 und '97 haben die Organisatoren auch in diesem Jahr derartige Ferien in die Wege geleitet. Doch dieses vierte Mal gestaltete sich als überaus schwierig. Einige der von der Kirchengemeinde Unterregenbach eingeladenen Kinder hatten noch nicht einmal Reisepapiere. Insbesondere die hohen Kosten für Reise, Versicherungen und Gebühren stellen nun ein großes Problem dar. Die Organisatoren hoffen daher auf Spenden aus der Bevölkerung.

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Samstag 31.7.1999

Philosoph wurde 90
Crailsheim. Bruno Vogelmann feierte gestern seinen 90sten Geburtstag. Der in Heilbronn geborene einstige Volksschullehrer und Kommunist, den die Nazis in Konzentrationslager steckten, wurde nach dem Krieg Unternehmer, baute eine kleine Fabrik für chemische Erzeugnisse auf, war jahrelang Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Industrie in Crailsheim, blieb aber sein leben lang sozialistischen Zielsetzungen treu. Der Unternehmer Vogelmann war Ostermarschierer, Anti-Atom-Demonstrant, Mitte der 80er Jahre Grüner Stadtrat in Crailsheim. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Geschäftsleitung begann Vogelmann Bücher zu schreiben, analysierte Wege und Irrwege des Sozialismus und begründete nach intensivem Studium des Marxismus, der Soziologie und der Ökologie die philosophische Schule des "Neuen Denkens". Vogelmanns philosophisches Hauptwerk "Der neue Realismus", vor etwa zehn Jahren erschienen und in nahezu 30 Sprachen übersetzt, brachte im Anerkennung vor allem im Ausland, während ihn die deutsche Philosophie weitgehend ignorierte. Bruno Vogelmann ist trotz seines hohen Alters ein weiterhin kritischer und aktiver Zeitgenosse.

Krach zwischen JU und CDU
Crailsheim. Die CDU Crailsheim hat den Kandidaten der eigenen Jugendorganisation Junge Union Uwe Berger nicht auf ihre Gemeinderats-Kandidatenliste gelassen. Einen Affront und "Schlag ins Gesicht" der eigenen Partei-Jugend nannte die der Crailheimer JU-Vorsitzende Clemens Jacobsen. Die Führung des CDU Stadtverbandes sei eine Riege diskussionsunwilliger, erzkonservativer und rückwärts gewandt denkender älterer Herren. Uwe Berger ist seit bereits seit einer Lergislaturperiode Stadtrat, kam aber vor fünf Jahren bereits nicht auf die CDU-Liste, sondern musste bei Allgemeinen Wähler Vereinigung AWV kandidieren. Diese hatte ihn aber aus der Fraktion ausgeschlossen, in die sich Berger aber per Gerichtsbeschluss wieder zurückklagte. Unklar ist noch, ob und wie Uwe Berger, selbst ehemaliger JU-Vorsitzender in Crailsheim, nun für den Gemeinderat wieder kandidiert

Windrad genehmigt
Nesselbach. Das erste von geplanten fünf Windrädern des Bürgerwindpark Hohenlohe ist genehmigt. Schon im August will die Windpark-Gesellschaft am Standort Nesselbach hoch über dem Jagsttal mit den Betonarbeiten des ersten Mastes beginnen. Im Herbst kann das erste Windrad in 70 Meter über Grund dann mit der Strom-Produktion beginnen. Der Bürgerwindpark ist nach zwei Anlagen bei Gerabronn und der ersten Zweimast-Anlage bei Veinau die vierte, die im Landkreis Hall genehmigt wurde. Zwei weitere Anlagen bei Kirchberg und bei Wolpertshausen sind in Planung.

In Lebensgefahr
Crailsheim. Vier Autofahrerinnen, zwei Unfälle, zwei Schwerverletzte: Fast zur selben Zeit ereigneten sich gestern früh auf der L 2218 bei Crailsheim-Wittau und auf der B 290 Ellwanger Straße in Crailsheim Verkehrsunfälle. Darin verwickelt jeweils ein Kleinlaster und ein Pkw. Alle vier Fahrzeuge gesteuert von Frauen. Jeweils die Pkw-Fahrerinnen mussten schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Fahrerin des Unfalles bei Wittau schwebt in Lebensgefahr. Die Sachschäden liegen bei 35.000 und 40.000 Mark.

Geringe Ernte
Hohenlohe. Eine Getreideernte weit unter dem Durchschnitt erwartet das Landwirtschaftsamt Hohenlohe aufgrund von Meldungen über Hagelschäden. Vor allem im Raum Waldenburg haben Hagelschläge große Schäden im fast reifen Getreide angerichtet, Wintergerste und Weizen noch auf dem Halm gedroschen. Geschätzt werden Ernteverluste von 15 bis 20 Prozent. Zudem sinken die Erlöse aufgrund der EU-Preisdrosselung. Der Verdienst der mehr als 3000 Getreidebauern im Hohenlohischen geht dadurch gegen Null.

Täter entlarvt aber flüchtig
Hohenlohe. Ein 38jähriger Wohnsitzloser aus Köln wurde jetzt als Einbruchstäter entlarvt. Er hatte im Februar auf einem Campingplatz bei Waldenburg insgesamt 36 Wohnwagen aufgebrochen. Der Sachschaden überstieg dabei bei weitem den Wert der Beute. Ein zweite Serie von Wohnwagenaufbrüchen gab es im März bei Pfedelbach. Die Spuren-Auswertung führte jetzt zu dem Mann aus Köln, der bundesweit per Haftbefehl gesucht wird. Er kommt möglicherweise für weitere Einbruchserien im Raum Göppigen und bei Horb-Tübingen als Täter in Frage.

Hohe Verluste
Gaildorf. Das Wasserwerk Gaildorf schreibt rote Zahlen. Zum Ausgleich der Verluste müßte der Preis für einen Kubikmeter Wasser um 20 Pfennige auf 3,60 Mark erhöht werden. Nur die Gewinne aus dem städtischen Aktienpaket der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) machten es möglich, den Wasserpreis in Gaildorf niedrig zu halten. Dennoch machte das Wasserwerk aufgrund einer Änderung des Steuerrechts zum Ende des letzten Rechnungsjahres einen Verlust von rund 104.000 Mark. Das Wasserwerk steht gegenüber den Banken mit rund 6,44 Millionen Mark in der Kreide und allein für Zinsen und ähnliche Aufwendungen fielen 413.000 Mark an Aufwendungen an. Diese Ausgaben in den Wasserpreis eingerechnet, müsste dieser sogar um 55 Pfennige erhöht werden. Derartige Entscheidungen traf der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung jedoch nicht. Diese stehen im Herbst erneut auf der Tagesordnung.

Letztes Urteil
Schwäbisch Hall. Amtrichter Herold ging gestern nach 34 Jahren als Richter am Haller Amtsgericht in den Ruhestand. Sein letztes Urteil: drei Monate zur Bewährung. Ein milderes Urteil als es die Staatsanwaltschaft gegen einen 38jährigen Bosnier gefordert hatte. Im Herbst 1996 war er gemeinsam mit einem Komplizen beim Verkauf von 789 kg gestohlenen Kupfergranulates erwischt worden. Während der Komplize schon vor zwei Jahren verurteilt wurde, wart der Bosnier mit seiner Familie nach Frankreich geflüchtet. Als er dort ausgewiesen werden sollte , war die Familie dabei nach Dänemark weiterzureisen. Doch in Flensburg an der Grenze wurde der Mann verhaftet, seine Familie, Frau und vier Kinder, kamen in ein Heim nach Sachsen.

CD zum Musical
Schwäbisch Hall. Rechtzeitig zur Premiere haben die Freilichtspiele Schwäbisch hall auch eine CD veröffentlicht, die etwa 30 Minuten Musik aus "Cyrano - das Musical" enthält. Eingespielt wurden die schönsten Melodien der Haller Inszenierung in der slowakischen Hauptstadt Bratislawa vom Pressburger Symfonietta Orchester. Die Musik stammt vom holländischen Komponisten Ad van Dijk. Sie wurde speziell für die Haller Aufführung neu bearbeitet. Verkauft wird die CD vor und nach den Aufführungen, sowie außerhalb der Freilichtspiele beim Kartenkontor der Stadt Hall.

 

 

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