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Samstag 1.5.1999 Zeiger rechtsTag weiter

Auch zweiter Streiktag optimal
Schwäbisch Hall. Auch der zweite Streiktag bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall ist nach Angaben der Streikleitung optimal verlaufen Nach Gewerkschaftsangaben nur 500, nach Angaben des Unternehmens 750 Beschäftigte haben an beiden Tagen gearbeitet. Der große Rest der Belegschaft war im Ausstand, hatte Urlaub oder nutzte sein Gleitzeitkonto für ein verlängertes 1.-Mai-Wochenende. Bis 13 Uhr gestern wurde im Streiklokal im Haller Neubausaal an die gewerkschaftlich organisierten BSH-Beschäftigten Streikgeld ausbezahlt. Da sich auf Arbeitnehmerseite jedoch keinerlei Bewegung zeigte, wird nicht ausgeschlosen, daß auch nächste Woche zu einem Streiktag aufgerufen wird. Am 6. Mai soll es in Frankfurt zu einer bundesweiten Großkundgebung kommen, zu der auch aus Schwäbisch Hall mehrere Hundert Bankenmitarbeiter fahren werden, das Gros davon aus der Bausparkasse. Wie von Seiten des Unternehmens verlautete, war und wäre man micht abgeneigt, eine betriebliche Lösung, sprich einen Haustarifvertrag abzuschließen. Dem aber hat insbesondere die HBV nicht zugestimmt, um die Gewerkschafts- bzw. Streikfront insgesamt nicht zu schwächen. Immerhin ist die BSH das aus gewerkschaftlicher Sicht mit 42 Prozent bestorganisierte Unternehmen in ganz Deutschland.

Murrbahn kommt in Verkehrswegeplan
Schwäbisch Hall. Bei der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes wird die Murrbahn miteinbezogen. Dies versprach jetzt Bundesverkehrsminister Müntefering in einem Antwortschreiben auf die Anfrage der Abgeordneten Hermann Bachmaier (MdB) und Dr. Walter Müller (MdL). Die Murrbahn werde durch das Bedarfsplan-Vorhaben der sogenannten Franken-Sachsen Magistrale Karlsruhe über Stuttgart und Nürnberg nach Leipzig und Dresden an Bedeutung gewinnen. Zum anderen, so Müntefering, werden natürlich auch die Finanzierbarkeit und die Folgekosten eine Rolle spielen. Die Abgeordneten sehen dies als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Die Attraktivität der Bahn zu steigern, das aber, so Müntefering in seinem Schreiben weiter, sei allein Aufgabe des Bahn AG. Darauf werde die Bundesregierung als Haupteigner der Bahn im Sinn der Stärkung von Eigenständigkeit des Unternehmens keinen Einfluss nehmen

DGB-Maikundgebung
Crailsheim. Unter dem Motto "Neues Handeln. Für unser Land" ruft der DGB in Hohenlohe heute am ersten Mai zur Kundgebung nach Crailsheim. Die Veranstaltung auf dem Marktplatz beginnt um 10.30 Uhr. Der DGB fordert die Arbeitgeberverbände auf, "neues Handeln für unser Land nicht länger durch Drohgebärden und Verweigerung zu blockieren." Auch Wirtschaftsinteressen hätten sich in das Gemeinwohl einzuordnen. Die so der Haller DGB Vorsitzende Günter Volz, gelte insbesondere für Unternehmer auf Kreis- und Regionsebene. Tarifflucht und Willkürakte bei der Entlohnungspolitik würden vom DGB und seinen Einzelgewerkschaften mehr den je bekämpft. gesellschaftliche Veränderung und Modernisierung müsse allen zu gute kommen und dürfe nicht für Teile der Gesellschaft Nachteile bringen. Deshalb stehe die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit auch ganz oben auf der Liste und bleibe zentrales Thema der Gewerkschaften.

Naturpark
Welzheim. Nur wer Natur versteht wird sich auch für sie einsetzen. Dies ist einer der Grundsätze des Naturparkvereines Schwäbisch-Fränkischer Wald, der gestern seine Initiative "Naturpark-Erlebnis" startete. In über 40 Veranstaltungen unterschiedlichster Art soll auf die Naturschönheit der heimischen Landschaft hingewiesen werden. Daneben locken auch kulturelle, sportliche und kulinarische Angebote, den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald zu erkunden und zu erleben. Neben dem Naturerlebnis weist der Verein auch auf die Notwendigkeit hin, diese Landschaft zu bewirtschaften, damit sie erhalten werden kann.So wirbt der Verein auch um Verständnis für die Wald- und Forstwirtschaft und weist auf den Beitrag der Landwirtschaft bei Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft hin. Mit dem Einkauf bei Direktvermarkter könne darüber hinaus ein wertvoller Beitrag zum Fortbestand der Landwirtschaft und damit der Landschaft geleistet werden.

Schlaglochminister
Schwäbisch Hall. Als "Verwalter der Schlaglöcher" bezeichnet der Schwäbisch Haller Landtagsabgeordnete Dr Walter Müller seinen Namensvetter und Verkehrsminister des Landes Ulrich Müller. MdL Müller reagiert damit auf das Ergebnis der Plenarsitzung vom Donnerstag, bei der die SPD mit ihrem Antrag nach mehr Geld für den Straßenbau im Land scheiterte. Der Bedarf für die dringendsten Straßenbau- und Unterhaltungsmaßnahmen lägen bei 250 Mio Mark. Im Landesetat stünden nach den jüngsten Kürzungen der Landesregierung aber nur noch 140 Mio Mark. Dies seien nur noch 40 Prozent der Mittel, die bis zum Jahr 92 jährlich zur Verfügung standen. Die Sparaktion des Landes im Straßenbau schade darüber hinaus auch der Konjunktur. Die Bauwirtschaft habe keine Aufträge, zahle mithin auch keine Steuern, die dann in den Folgejahren ebenfalls fehlen werden und der fehlen wiederum als Begründung für weitere Streichungen herhalten müsste.

GHK Abschluß
Oberrot/Korntal-Münchingen. Weit über 1000 Beschäftigte, vor allem beim größten Sägebetrieb Deutschland, den Oberroter Holzwerken Klenk, aber auch in zahlreichen anderen Holz und Kunststoff verarbeitenden Betrieben vor allem im Limpurger Land sind von dem Verhandlungsergebnis betroffen, das ihre Gewerkschaft jetzt nach zähen Verhandlungen in Korntal-Münchingen erzielen konnte. 3,0 Prozent bei eine Laufzeit von zwölf Monaten, dazu eine Einmal-Zahlung von 200 Mark, dieses Ergebnis nahm die Tarifkommisssion gestern abend an. Damit, so GHK-Bezirksleitzer Karl Hasenohr komme man fast an das Ergebnis der Metallindustrie heran, denn im Volumen seien dies rund 3,5 Prozent. Gefordert hatte die GHK 6,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Der Kompromiss könne nicht begeistern, sei aber akzeptabel so der Bezirksvorsitzende.

Mai-Hocketse und American Football
Schwäbisch Hall. Die Schwäbisch Hall Unicorns wollen heute in ihrem Spiel gegen die Straubing Spiders weitere zwei Punkte holen auf ihrem Weg nach oben. Die Haller Zweitligisten haben sich den Titelgewinn auf die Fahnen geschrieben. Das heutige Spiel beginnt im Hagenbach Stadion um 17 Uhr. Parallel, zuvor und danach gibt es am Rande des Stadions eine richtige schwäbische Mai-Hocketse. Insbesondere Maiwanderer in Gruppen wollen die Unicorns ansprechen, doch das Stadion zu ihrem Wanderziel zu machen. So werden unter den ankommenden Gruppen, die sich bis spätestens 17.30 Uhr beim Stadioneingang melden, ein Spanferkel, ein 20-Liter-Fass Bier und ein Grill-Paket für zehn Personen verlost.

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Sonntag 2.5.1999

Saisonstart mit Gottesdienst
Schwäbisch Hall. Malerisch beginnt alljährlich die Motorrad-Saison in Schwäbisch Hall. Wie in jedem Jahr versammeln sich auch heute die Biker nicht nur aus Hall sondern auch aus der weiteren Umgebung zu einem Gottesdienst zum Start der Motorradsaison. Der Treff der schweren Maschinen vor der mittelalterlichen Fassade des Haller Marktplatzes ist mittlerweile so etwas wie ein Geheimtip unter den Zweiradfahrern. Motorradpfarrer Georg Eberhard und Polizeihauptkommisar Hubert Rothe vom Haller Verkehrsdienst haben sich diesmal das Getriebe als Gleichnis gewählt, wollen in ihrer Predigt darauf aufmerksam machen, daß es auch im Straßenverkehr wichtig ist, daß ein Rädchen ins andere greift, damit niemand auf der Strecke bleibt. Wie in jedem Jahr ist auch heute nach dem um 11 Uhr vor der Michaelskirche beginnenden Gottesdienst eine gemeinsame Ausfahrt mit den Bikern von der Motorradstaffel der Haller Polizeidirektion geplant.

Sponsoren-Rallye
Untermünkheim-Kupfer. Zum zweiten Mal hat die evangelische Kirchengemeinde Untermünkheim-öbrigshausen zu einer Sponsoren-Rallye für Radfahrer eingeladen. Auf drei unterschiedlich schwierigen Strecken geht es rund um den kleinen Ort Kupfer. Start ist beim dortigen Obsthof. Von 12 bis 15.30 Uhr kann gestartet werden. Man sucht sich einen Sponsor, macht mit diesem einen Geldbetrag pro gefahrenem Kilometer aus und strampelt los. Das so erfahrene Geld wird der Kirchengemeinde für das mittlerweile zwar gebaute aber noch nicht finanzierte Gemeindehaus gespendet. Vor zwei Jahren gabe es bereits einmal eine solche Sponsoren Rallye. Damals kamen 18.000 Mark zusammen. Auch Prominente haben für heute zugesagt zu radeln, so der Neuensteiner FDP-Bundestagsabgeordnete Ulrich Heinrich, der Schwäbisch Haller noch Dekan und bald Heilbronner Prälat Paul Dieterich, der Chef des Haller Diakonie-Krankenhauses Pfarrer Frank O. July sowie eine gewisse Sandra Kratz...(?) Wer sich dahinter verbirgt: Nun bis vor ein paar Jahren noch hieß die Dame Sandra Schuhmacher. Sie war 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Bronze-Medaillen-Gewinnerin im Straßenradrennen.

Haller Landkreis schließt sich an
Schwäbisch Hall. Der Landkreis Schwäbisch Hall schließt sich der Forderung des Landkreistages an, sofort die Kostenerstattungen des Landes an die Landkreise für die Unterbringung von Bürgerkriegsflüchtlingen den Gegebenheiten anzupassen. Die Landkreise fürchten, daß sie auf den Kosten für nicht als Kontingent-Flüchtlinge eingereiste Kosovo-Albaner selbst aufbringen müssen. Außerdem laufen die Verträge für die Kontingent-Flüchtlinge nach sechs Monaten aus. Danach könnten die Flüchtlinge aber möglicherweise das Land nicht verlassen, da sie weder in ein Kriegsgebiet abgeschoben werden können noch in ein anderes als ihr möglicherweise serbisch besetztes Heimatland. Nach sechs Monaten Schutz und Unterbringung in staatlichen Sammelunterkünften aber werden wiederum die Landkreise für die Unterbringung und Unterhalt der Flüchtlinge zuständig. Befürchtet werden Kosten in Millionenhöhe, die dadurch auf die schon überlasteten Sozialhaushalte der Landkreise zukommen könnten. deshalb die Forderung nach einer Erweiterung der Kostenerstattung. Diese aber wird von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Schäuble kategorisch abgelehnt.

Bechtle kommt
Untermünkheim. Das EDV Systemhaus Bechtle, Gaildorf/Heilbronn hat im künftigen Gewerbegebiet Übrigshausen direkt am Autobahnzubringer B19 drei Hektar Land gekauft. Bechtle will dort im nächsten Jahr mit dem Bau eines Logistikzentrums beginnen. In einem ersten Bauchschnitt sollen zunächst 10.000 Quadratmeter überbaut werden. Der Gemeinderat von Untermünkheim hat dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt, nachdem das Projekt schon vor Wochen nichtöffentlich vorberaten worden war. Weder über den Kaufpreis des Geländes noch über die Kosten des künftigen Logistikzentrum oder die Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze gibt es bislang Angaben.

IHK machte Anfang
Schwäbisch Hall. Die IHK-Außenstelle Schwäbisch Hall hat vergangenen Donnerstag an ihrem alten Domizil im Haller Technologiezentrum die Koffer gepackt.Die IHK macht damit den Anfang unter all den Wirtschafts-Behörden, die jetzt in den Haller Solpark umziehen. Die IHK wird ab morgen im neuen Haller Haus der Wirtschaft, der ehemaligen Kommandantur der Dolan Barracks , im Solpark zu finden sein. Folgen werden die Handwerkskammer, das Technologiezentrum selbst sowie die Wirtschafts-Fördergesellschaft des Landkreises. Die Gesellschaften werben nicht nur kräftig für Existenzgründung, sie unterstützen auch die jungen Selbständigen. Den Umzugs-Auftrag der Behörden bekam ein gerade gegründetes Unternehmen aus Ilshofen-Eckartshausen.

Wieder Sonntagskonzerte
Seit heute gibt es wieder Sonntagskonzerte in Musikmuschel von Schwäbisch Hall. Gestern schon um 14 Uhr gab es einen kleinen Vorgeschmack mit den Squaredancers vom Club der Sweathearts. Heute ab 11 Uhr spielen zunächst der kleine Siedershof und anschließend Stadtkapelle unter Leitung von Armin Scheibeck Die Reihe der Sonntagskonzerte geht bis zum 26.September. Das Repertoire reicht vom Fanfarenzug bis zur Rockband.

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Montag 3.5.1999

Gegner deklassiert
Schwäbisch Hall. Ihre Gegner, die Aufsteiger der Straubing Spiders haben die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag mit einem 60:0 Sieg geradezu deklassiert. In dem American Football Zweitliga Spiel im Haller Hagenbach-Stadion stellten die Bayern die körperlich zwar stärkere Mannschaft, doch konnten sie diesen Vorteil nicht gewinnbringend einsetzen. Nach der 39:0-Führung im dritten Viertel setzte der Haller Headcoach Siegfried Gehrke weitgehend nur noch die Haller zweite Besetzung ein, um auch diesen Spielern Spielpraxis zu verschaffen. Doch auch gegen die zweite Garnitur konnten die Straubing Spiders keinen einzigen Punkt gewinnen. Mit ihrem Sieg sind die Schwäbisch Hall Unicorns ihrem Ziel, nach dieser Saison in die erste Liga aufzusteigen ein Stückchen nähergekommen. Sie stehen nach dem verpatzten Auftakt im ersten Spiel und mit einem Spiel Rückstand nun auf Platz drei der Tabelle, die von den nach wie vor ungeschlagenen Franken Knights aus Rothenburg angeführt wird.

Freispruch angefochten
Crailsheim/Schwäbisch Hall. Der Freispruch für den 64jährigen Fahrer eines Schwäbisch Haller Unglücksbusses, in dem vor anderthalb Jahren auf der Autobahn A7 bei Neu Ulm zwei Frauen aus Crailsheim starben, ist angefochten worden. Die Urteilsanfechtung kam vom Oberstaatsanwalt Joachim Wolf. Dieser hatte sich nach eigenen Worten überhaupt nicht die Mühe gemacht, die komplizierten Ausführungen der Sachverständigen zu verstehen. Für ihn sei der Fall klar: der Busfahrer habe nur "langsamer fahren müssen, als er die Spurrillen erkannte und das Unglück wäre vorhersehbar und vermeidbar gewesen." Die Richter und Schöffen allerdings sahen ein unglückliches Zusammenwirken von konstruktiven Mängeln, möglichem 'Ausfall' einer Steuerungselektronik und Sorglosigkeit, zumindest aber mangelnde Kommunikation bei Herstellern wie Busunternehmen, für dessen Ergebnis man nicht das schwächste Glied in der Kette, den Busfahrer bestrafen könne. Mittlerweile teilten auch die Vertreter der Nebenkläger mit, daß sie das Freichspruchs-Urteil anfechten werden.

Neustrukturierung
Schwäbisch Hall. Die Druckerei Schwend in Schwäbisch Hall Hessental fährt ihre Druckleistung zurück und läßt sich nicht länger auf einen Preiskampf geprägten Wettbewerb um auflagenstarke Beilagen ein. Konsequenz aus der unternehmerischen Entscheidung: Schwend muß 19 Mitarbeiter aus em Druckbereich entlassen. Vom Betriebsrat vorgelegte Schritte, zur Vermeidung der Kündgungen seien in einem tarifgebundenen Betrieb nicht realisierbar, so die Geschäftsführung. Die Tarifbindung bei Schwend hatten gewerkschaftlich organisierte Drucker erst vor zwei Jahren mit einem Streik durchgesetzt.

Alt Hall gegen Textilkaufhaus
Schwäbisch Hall. Der Verein Alt Hall ist mehrheitlich gegen ein Textilkaufhaus im Gebäude des historischen Gasthauses 'Drei König' in der Haller Altstadt. Bei der Hauptversammlung des Vereins Alt Hall war die Diskussion um den Erhalt des Gasthauses zentrales Thema. "Neben der immer stärker werdenden ausländischen Gastronomie brauchen wir eine Gaststätte althällischen Zuschnitts." Viele Mitglieder wollten den Erhalt der weithin bekannten und traditionsreichen Gaststätte mit echtem Haller Flair, während Stadtverwaltung und Gemeinderat - die bislang vergeblich nach einem geeigneten Gasthaus-Pächter Ausschau gehalten haben - die Ansiedlung eines Modefachgeschäftes favorisieren. Zweiter Vorsitzender und Stadtrat Wolfgang Denz (CDU) widersprach der These, daß es kaum noch hällische Gaststätten in der Stadt gebe. Er warnte davor, nur aus falsch verstandener Nostalgie den 'Dreikönig' in einen Zuschußbetrieb zu verwandeln. Dies sei auch ungerecht gegenüber anderen Gaststätten, die ohne solche Zuschüsse überleben müssten. Auch OB Hermann-Josef Pelgrim verteidigte die Tendenz zum Kaufhaus. Nicht nur die Gastronomie habe Tradition in Hall, sondern auch Handel und Wandel.

28.000 bei Sponsoren-Rallye
Untermünkheim. 157 Radler ließen sich gestern auf drei unterschiedlich langen Rundkursen jeden Kilometer bezahlen, den sie zurücklegten. Schon Tage vor der gestrigen Rallye hatten sie sich Sponsoren gesucht, die Beträge zwischen 30 Pfennigen und 10 Mark je gefahrenen Kilometer bereit waren zu geben. 28.000 Mark kamen so als Spenden für die Finanzierung des neuen Untermünkheimer Gemeindehauses zusammen. 3282,50 DM war der größte eingefahrene Einzelbetrag, der Fahrer hatte sich 44 Kleinsponsoren besorgt. 108 Kilometer war die längste zurückgelegte Strecke. Die jüngsten Teilnehmer waren drei, die älteste Teilnehmerin war 68 Jahre alt.

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Dienstag 4.5.1999

Parken gebührenfrei
Künzelsau. Parken ist im Mai in der Künzelsauer Innenstadt selbst an Parkuhren gebührenfrei. Mit diesem Versuch wollen Verwaltung und Einzelhandel definitiv nachweisen, ob und wie sich Parkgebühren auf das Einkaufsverhalten der Kundschaft auswirken. Der Einzelhandel, so wurde bei den Verhandlungen mit der Künzelsauer Werbegemeinschaft deutlich, erhofft sich positive Veränderungen. Die Stadtverwaltung ist skeptisch. Die Plätze mit Parkscheinautomaten auf dem Parkplatz Wertwiesen sowie die Rathaus-Tiefgarage sind in den Versuch nicht mit einbezogen. Dort müssen weiterhin Gebühren entrichtet werden.

Tödlicher Unfall
Schwäbisch Hall. Tödliche Verletzungen zog sich gestern kurz vor halb neun ein 28jähriger Zimmermann zu. Beim Umbau des Haller Hauptpostgebäudes in eine Erweiterung der Kreissparkasse war er bei Dachdeckerarbeiten acht Meter tief abgestürzt. Wie Hermann Schüttler, Sprecher Schwäbisch Haller Polizeidirektion sagte, geschah das Unglück, als der Mann ein Paket Dachziegel aus dem Lastenaufzug hievte. Die Polizei ermittle nun, ob an der Bausstelle eventuell Absicherungsvorschriften verletzt wurden.

Ökomesse mit Gründerforum
Schwäbisch Hall. Zum fünften Mal findet die Schwäbisch Haller Ökomesse am kommenden Wochenende statt. 135 Aussteller vom Möbelschreiner über Textil und Kosmetik bis zu Naturkost werden ihre Produkte und Produktionsweisen zeigen. Erfreut zeigte sich Organisator Matthias Schwarz, daß etwa die Hälfte der Aussteller auf der Messe neu ist. Dies steigere die Attraktivität für die Besucher. Etwa ein Drittel aller Aussteller mit Betrieben im Alter von weniger als fünf Jahren gilt als Existenzgründer. Sie werden in diesem Jahr vom Landesgewerbeamt mit Standgeld-Zuschüssen gefördert. Außerdem veranstaltet das Landesgewerbeamt ein Existenzgründer-Forum während der Messe, mit zahlreichen Vorträgen und Beispielen erfolgreicher Existenzgründung im Bereich des ökologischen Wirtschaftens. Diese Bereich gilt mit einer Wachstumsrate von mehr als 25 Prozent als überaus attraktiv und erfolgreich. Die Haller Ökomesse wird am kommenden Freitag gegen 14.30 Uhr von Halle OB Hermann-Josef Pelgrim eröffnet.

Gesetzesänderung bringt Vorteile
Landkreis Schwäbisch Hall. Das neue Gesetz zum kommunalen Finanzausgleich, das im Landtag vergangene Woche mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, bringt dem Landkreis Schwäbisch hall konkrete Vorteile. Durch neue Regelungen im Soziallastenausgleich und bei der Einwohnergewichtung werde der Haller Landkreis in den Jahren 2000 bis 2002 um jeweils 550.000 Mark höhere Zuweisungen als zunächst vorgesehen erhalten. Insgesamt würden alle Änderungen im Ausgleichsgesetz für seinen Heimatwahlkreis Schwäbisch Hall etwa sieben Millionen Mark mehr bewirken, so der Finanzexperte der CDU Landtagsfraktion Ernst Keitel aus Rot am See.

Orientierungsfahrt rund um Ilshofen
Ilshofen. Den wenigsten dürfte bekannt sein, daß es diesen Club überhaupt gibt. Doch der Deutsche Damen Automobil Club DDAC veranstaltet am kommenden Wochenende eine Orientierungsfahrt durch Hohenlohe. Aus ganz Deutschland werden dazu rund 180 Mitglieds-Frauen erwartet. Zum einen begeben sich die Damen vom zentral gelegenen Tagungsort Parkhotel Ilshofen aus auf die mehrstündige Orientierungsfahrt zum andern gibt es am Samstag ein reines Geschicklichkeitsturnier auf dem großen Parkplatz der Firma Bausch & Ströbel, gleich in Nachbarschaft des Hotels. Veranstalter ist der Landesverband Württemberg des DDAC.

In Bundesliga-Aufstiegsrunde
Crailsheim. Zuhause ungeschlagen beendeten die Crailsheimer Fußballfrauen ihre Spielsaison in der Frauenfußball-Oberliga. Das letzte Spiel gegen den TSV Ludwigsburg endete 1:1 unentschieden. Den Frauen vom TSV Crailsheim brachte dieses Spielergebnis aber auch den erstmals errungenen Titel eines baden-württembergischen Meisters. Schon am 13. Mai starten die Crailsheimer Damen in die Bundesliga-Aufstiegsrunde. In der Frauenfußball-Bundesliga haben die Crailsheimerinnen schon einmal gespielt, konnten sich aber nur eine Saison lang halten.

Schlamm nach Thüringen
Gaildorf. Schlamm aus der Gaildorfer Kläranlage wird ab dem Jahr 2000 nach Thüringen gekarrt, dort kompostiert und für Rekultivierungsmaßnahmen verwendet. Zwölf Angebote waren auf die Ausschreibung des Gemeinderates hin eingegangen. Die Preisspanne der Angebote lag zwischen 127.000 Mark und 180.000 Mark pro Jahr.Die Räte gaben den Auftrag an den billigsten Bieter, eine Entsorgungsfirma aus dem Rems-Murr-Kreis, die bisher schon im Haller Kreisgebiet tätig ist. Pro Woche wird mit drei Container-Ladungen Klärschlamm zu jeweils 10 Kubikmeter gerechnet, die aus der Gaildorfer Kläranlage abtransportiert werden müssen. Vorausgesetzt wird ein Feststoffgehalt des Schlamms von 25 bis 32 Prozent. Eine Besonderheit des Vertrages: Ab dem Tor der Kläranlage geschieht die Entsorgung voll auf Risiko der Firma. Bürgermeister Er sei froh über die neue Regelung, die für die Stadt wesentlich günstiger sei als bisher, so Bürgermeister Kurt Engel. Die Stadt spart mit dem neuen Vertrag bis zu 50.000 Mark gegenüber den bisherigen Entsorgungswegen. Aufbereitet wird der Gaildorfer Schlamm künftig in einer Kompostanlage, die zu 50 Prozent dem Land Thüringen gehört.

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Mittwoch 5.5.1999

Leistungsmißbrauch angestiegen
Schwäbisch Hall. In mehr als 80 von 325 kontrollierten Hohenloher Betrieben wurden 1998 illegal Beschäftigte Arbeitnehmer entdeckt: Ausländer ohne Arbeitsgenehmigung, arbeitslos Gemeldete, die dennoch arbeiteten. Bußgelder von über 125.000 Mark wurden im vergangenen Jahr verhängt. Wie Heinz Müller, Sprecher des zuständigen Haller Arbeitsamtes sagte, werde man die Kontrollen in diesem Jahr noch intensivieren. Zum einen gebe es immer wieder Hinweise auf illegale Beschäftigungen, zum anderen habe man ein Abgleichsystem mit den Sozialversicherern, dessen Netz sehr engmaschig sei. Kaum jemand könne da durchschlüpfen, gleichzeitig Arbeitsamts- oder Sozialleistungen erhalten und mehr als gelegentlich mal 'ne Stunde arbeiten. Das Arbeitsamt wies in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich darauf hin, daß auch geringfügige Beschäftigungen anzeigepflichtig sind. Bei nicht Einhalten der Vorschriften werden regelmäßig Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeldern bis zu 10.000 Mark eingeleitet. Bei schwerwiegenden Verstössen wurden von der Staatsanwaltschaft auch schon Gefängnisstrafen zur Bewährung und Strafbefehle mit Tagessätzen bis zu 100 Mark bei Gericht beantragt.

Sickerwasserbehandlung
Schwäbisch Hall. Unter anderem um das Dauerthema Sickerwasserbehandlung ging es gestern nachmittag in der Sitzung des Schwäbisch Haller Kreistags-Ausschusses Umwelt und Technik. Beraten wurde über die Planung eines rund 500.000 Mark teuren unterirdisches Speicherbeckens, mit dessen Bau noch in diesem Sommer begonnen werden soll. In weiteren Beratungspunkten befasste sich der Ausschuß mit Bedarfsprüfungen, Planungen und Arbeitsvergaben für Ausbauten von Kreisstraßen.

Neue Ortsmitte
Gründelhardt. Neben dem Rathaus der Flächengemeinde Frankenhardt soll in Gründelhardt ein neue Dorfplatz entstehen. Erzielt wird der Dorfplatzeffekt durch einen Gebäudekomplex aus zwei Häusern, die ein freies Areal umschließen. Dort sollen Arztpaxen, Büros, und Wohnungen, ein Bürgersaal, die Raiffeisenbank und ein Laden untergebracht werden. Und damit der Platz nicht von Autos zugestellt wird, soll auch eine Tiefgarage gebaut werden, in der 20 Fahrzeuge Platz finden. Rund drei Millionen Mark wird das Projekt kosten, das jetzt bei einer Bürgerversammlung in der Gemeinde vorgestellt und sehr wohlwollend aufgenommen wurde.

Besuch nach über 50 Jahren
Gerabronn. Am 2. Juli 1945 gab es beim Beladen eines amerikanischen Militärfahrzeuges in Gerabronn eine riesige Explosion, der 22 Soldaten und zwei Gerabronner Bürger zum Opfer fielen. Einige Häuser, die den Krieg nahezu unbeschadet überstanden hatten, wurden dabei dem Erdboden gleich gemacht. Der gerabronner Verleger und Autor Rolf Wankmüller veröffentliche vor Kurzem ein Buch zu dieser Geschichte. Einen der Überlebenden von damals, James F. Widener, nahm dieses Buch zum Anlaß, noch einmal Gerabronn zu besuchen. Ein Bericht dazu wird heute Abend im Dritten Fernsehprogramm ausgestrahlt.

Erlebnisurlaub
Hohenlohe. Erd- und Umweltgeschichten stehen auf dem Reiseplan der 15 Journalisten, die auf Einladung der Tourismusverbandes Baden-Württemberg seit gestern Hohenlohe und die Schwäbische Alb bereisen. Zuständig für den Themenschwerpunkt Umwelt war gestern Hohenlohe mit seinen direkt vermarktenden Bauern, mit Ferien auf dem Bauernhof und zahlreichen landwirtschaftlichen Attraktionen wie etwa den Weideschweinen der Schwäbisch Hällischen Rasse in Wolpertshausen oder einem zünftigen Abend im Vesperstüble auf dem Hof Badmann in Ilshofen-Altenberg. Hohenlohe mit seinen zahlreichen Radwanderwegen und dem landwirtschaftlichen Charakter hat ein für an sanftem Tourismus interessierte Individualtouristen ein attraktives Angebot. Ein ideales Gebiet für Großstädter, um Stress abzubauen, so die einhellige Meinung der Reisejournalisten nach eine nachmittäglichen Kurzwanderung durch's Hohenloher Land.

Bleibt die Aktie vorläufig?
Weißbach am Kocher. Bleibt die Aktie der Hornschuch AG aus Weißbach am Kocher vorläufig doch auf dem Börsenzettel? Die Decora Industries aus Fort Edward NY, seit anderthalb Jahren Haupteigner der Hornschuch AG hatten den Weggang von der Börse zwar angekündigt. Doch die Amerikaner besitzen derzeit lediglich 90 Prozent des Aktienkapitals. Sie hatten zwar angeboten alle Aktien zum (derzeit auch aktuellen) Kurs von 57 Euro zu übernehmen, doch die Frist bis zum 8. März war verstrichen. ohne daß das Ziel erreicht worden wäre. Um in eigener Entscheidung die Aktie vom Kurszettel zu nehmen bräuchte die Gesellschaft nach deutschem Aktienrecht aber mindestens 95 Prozent der Anteile. Hornschuch hatte im vergangenen Jahr aufgrund stockender Inlandsnachfrage und ausgebliebener Exporte nach Russland mit 192 Mio Mark weniger Umsatz als vorhergeplant erzielt. Durch billigere Rohstoffe und Umsatzzuwächse in den USA konnten aber dennoch Gewinner realisiert werden. Eine Dividende hat Hornschuch letztmals im Jahr 1991 bezahlt.

Schaubühne Hohenlohe gescheitert?
Forchtenberg. Die Schaubühne Hohenlohe, ein Theaterprojekt des vom TV-Dauerbrenner Marienhof und den Burgfestspielen Jagsthausen her bekannten Schausspielers Wolfgang Wolter scheint gescheitert. Seit seine Produktionsleiterin und Inhaberin der Theaterräume in Forchtenberg Anita Ehrmann im Streit ihren Job hinschmiss und für weitere Projekte Miete für die Räume verlangte, haben weder sie noch die Schauspiel-"Schüler" etwas von Wolter gehört. Auch in seiner Münchner Wohnung ist Wolter nicht anzutreffen. Nach dem überwältigenden Erfolg seiner Produktion "Sophie Scholl" hatte der "nicht einfach zu handhabende" Schauspieler und Regisseur mit "Hexenreigen" eine neues Projekt in Angriff genommen, das aber über ein erstes Casting nicht hinausgekommen ist.

Weihnacht läßt grüßen
Öhringen. Die Stadt Öhringen will weg vom üblichen Weihnachtsmarkt, der in den letzten Jahren nicht mehr in ausreichendem Maße angenommen bloßen Verkaufsrummel zu Weihnachten. Neues Konzept: Öhringen soll sich zu Weihnachten in eine Märchenstadt verwandeln. In den Innenstadtstraßen sollen animierte Märchenszenen aufgebaut werden, auf dem Marktplatz wird ein Märchenwald entstehen und eine Märchen-Bimmelbahn soll in der Innenstadt verkehren. Einige Verpflegungs- und Verkaufsstände sowie an den Wochenenden verschiedene Aktionen rund um die Märchenwelt sollen das Programm abrunden. So haben es Gemeinderat und Werbegemeinschaft vorberaten und beschlossen. Rund 50.000 Mark will die Stadt dafür ausgeben.

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Donnerstag 6.5.1999

Eröffnung Weygang Museum
Öhringen. Die Stadt Öhringen und die "August und Thekla Weygang Stiftung" feiern am Wochenende die Wiedereröffnung des Weygangmuseums. Attraktionen am Sonntag, dem Tag der offenen Tür, sind eine römische Ausstellung und Vorführungen des Zinngießers Gerhard Weiß. Dieses Zinn-Museum, so Öhringens OB Jochen K. Kübler, gehört zu den bundesweiten Einmaligkeiten. "Wir haben hier ein richtiges Kleinod aufwendig saniert". Der Umbau des Museums hat die Stadt Öhringen 2,4 Mio Mark gekostet, wurde allerdings auch mit Landesmitteln und Mitteln aus der Stiftung gefördert.

Europatag - Europapreis
Sechs Landespreise und elf Preise auf örtlicher Ebene gab es unter den Schwäbisch Haller Schülern im 46. Europäischen Wettbewerb. Vergeben wurden die Preise gestern am Europatag, der an die Gründung des Europäischen Rates erinnert. OB Hermann-Josef Pelgrim, der durch seine frühere Tätigkeit in Brüssel ja sehr enge Beziehungen zu Europa hat, überreichte die Preis im Rathaus. Er wies in seiner kleinen Ansprache auch auf die Beziehungen Schwäbisch Halls zu Europa hin, auf die fünf Partnerstädte Halls von Loughborough in England bis Zamosc im Osten Polens. Gerda da zeige sich, wenn man genau hinschaue, daß es nicht allen Menschen in Europa gleich gut gehe und man hier noch viel arbeiten müsse. Not in Europa war auch eines der Themen des Wettbewerbes, dem sich die Klassen 7a und 7d der Realschule Schenkensee gewidmet haben Die Klassen 10a und 10 b der Leonhard-Kern-Realschule im Schulzentrum West behandelten in einem Aufsatz das Thema " Meinungsfreiheit in Europa" und die Aufgabe ein Demonstrationsplakat zum Thema "Recht auf Arbeit" zu entwerfen.

Europatag - Wahlkampfstart
Schwäbisch Hall. Gleich drei Kandidaten zum Europaparlament stellten sich am Europatag im FDP-Bezirksbüro in Schwäbisch Hall der Öffentlichkeit vor: Ingo Bücher kandidiert im Landkreis Schwäbisch Hall. Er ist Vertreter des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg bei der EU in Brüssel und in diesem Job Nachfolger des Schwäbisch Haller Oberbürgermeisters H.J.Pelgrim. Im Hohenlohekreis kandidiert Michael Lippold aus Bretzfeld, der vor Kurzem erst sein zweites Staatsexamen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen abgeschlossen hat. Der dritte Kandidat der sich für den Bereich der Region Heilbronn-Franken vorstellte war der Physiker Prof Dr Georg Bucher aus Heilbronn. Keiner der Kandidaten rechnet sich bei den derzeitigen Verhältnissen eine persönlich Chance aus, ins Europaparlament gewählt zu werden. Aber es sei wichtig. Europapolitik vor Ort mit Personen zu vertreten und der liberalen Liste Stimmen zuzuführen. Entsprechend werde man auch im Europawahlkampf innerdeutsche Themen ansprechen. Vieles, was hier an Politik gemacht oder falsch gemacht werde, habe Auswirkungen auf die europäische Politik. Die CDU wird am heutigen Donnerstag ihren Auftakt zur Europawahl veranstalten, und zwar in Tiefenbach, einem Teilort von Crailsheim. Dort steht mit Winfried Menrad ein gestandener Europaparlamentarier erneut als Kandidat zur Verfügung. Zur Auftaktveranstaltung als Gastredner kommt auch Prof Dr Hans-Gert Pöttering, stellvertretender Vorsitzender der CDU/EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. SPD-Kandidatin und Europaparlamentarierin Evelyne Gebhardt startete ihre Wahlkampftour bereits am 28. April auf dem Haller Marktplatz

10 Jahre Festspiele
Künzelsau. Der Künzelsauer Fotograf Kurt Gesper begleitete zehn Jahre lang die Burgfestspiele auf Schloss Stetten mit der Kamera. Das Ergebnis dieser Arbeit ist seit gestern in der Künzelsauer Sparkasse ausgestellt.Im zehnten Jahr ihres Bestehens geben die Schlossfestspiele 1999 das Stück "Die Heilige und Ihr Narr. Ein Stück, daß 1991 bereits einmal auf der Bühne im Burggraben gespielt wurde, das jetzt aber in einer völlig neuen Überarbeitung durch Autor Wolfgang von Stetten von Regisseur Franz Bäck inszeniert wird. Außerdem gibt es als Kinderstück die dritte Folge vom "Räuber Itzenblitz", ebenfalls aus der Feder von Wolfgang von Stetten. Die Bilder des Künzelsauer Fotografen die bis zum 28. Mai in der Kundenhalle der Sparkasse Hohenlohekreis zu sehen sind, vermittelt einen guten Eindruck der Charaktere und Stimmungen des Geschehens im Stettener Burggraben.

Literaturpreis
Künzelsau/Tübingen. Zum sechsten Mal wird heute in Künzelsau Gaisbach der Würth-Literaturpreis verliehen. Im Rahmen der von Würth an der Tübinger Universität gesponserten Poetik-Dozentur, schreiben die jeweiligen Dozenten jeweils einen Schreibwettbewerb zu einem von ihnen frei gewählten Thema aus. Dozent und Autor Andrzej Szczypiorski stellte das Thema "Pistole und Würde". Der Preis ist mit 15.000 Mark dotiert und wird auch in diesem Jahr gesplittet an drei Preisträger vergeben.

Drummer aus der Nähe erleben
Wolpertshausen. Der 'Spitzendrummer' Wolf Simon, der unter anderem für Klaus Lage, Jennifer Rush, Albert Mangelsdorf und Billy Bang trommelte gastiert heute Abend ab 20 Uhr bei Music & Light in Wolpertshausen im Landkreis Schwäbisch Hall. Schon am Nachmittag hält er für Musiker einen Workshop ab, bei dem es vor allem um das Thema Gehörschutz geht.

Millionen bewilligt
Crailsheim. Das Stuttgarter Regierungspräsidium hat 71 Mio Mark Fördersummen für kommunalen Straßenbau bewilligt. Allerdings ist es unausweichlich, daß die Kommunen als Zuschussempfänger ihren Anteil an den Landesmillionen zunächst zwischen finanzieren. Denn die Mittel des Landes reichen bei weitem nicht aus, um alle Bedarfsanmeldungen abdecken zu können. Die Quote liegt derzeit bei lediglich 40 Prozent. Gefördert werden im Regierungsbezirk Stuttgart insgesamt 311 Straßenbaumaßnahmen Im Landkreis Hall sind dies die Nordwestumgehung Crailsheim, die neue Bahnunterführung Goethestraße in Crailsheim, der Seestraßen-Ausbau in Gaildorf und der Bau einer Verbindungsstraße zwischen zwei Landesstraßen in Schrozberg. Im Hohenlohekreis gingen die Zuschüsse nach Öhringen für die Beseitigung eines Bahnüberganges und den Bau der Westtangente sowie nach Künzelsau in den Ausbau der Straße zwischen den Teilorten Garnberg und Ammrichshausen.

Klostermaler
Künzelsauú Vierzehn Künstler aus Hohenlohe zeigen ab heute eine Auswahl ihrer Werke im Foyer des Künzelsauer Landratsamts. Die Künstlergruppe Klostermaler hat sich seit 1996 gebildet, um gemeinsam bei Ausstellungen aufzutreten. Obwohl keine berufsmäßigen Künstler, sind die Exponate von besonderer künstlerischer Qualität.Die Ausstellung wird heute um 17.30 Uhr von Landrat Helmut Jahn eröffnet. Eine Einführung gibt der Schwäbisch Haller Künstler Johannes Seibt

Storz kommt
Schwäbisch Hall. Der Regisseur und Autor Oliver Storz präsentiert am Samstag im Haller Kino im Schafstall seinen preisgekrönten Film "Gegen Ende der Nacht" Storz erhielt bei der diesjährigen Grimme-Preis-Verleihung fünf Auszeichnungen für diesen Film. Seine Beziehungen zu Schwäbisch Hall, wo er seine Kindheit verbrachte, erläutert Storz anschließend in seinem Vortrag "Schwäbisch Hall - Geschichtenheimat und Heimatgeschichten eines Filmemachers" Oliver Storz, der im April seinen 70. Geburtstag feierte, gilt als "Fernsehpionier" und "Altmeister des Fernsehspiels"

Film-Spende für Kosovo
Gaildorf. Wer am heutigen Donnerstag ins Kino geht, beteiligt sich auch an der Aktion "Kino für die Kinder des Kosovo". Von zehn Mark Eintrittsgeld für den Film "Rush Hour" zahlt beispielsweise der Gaildorfer Kino-Chef Heiner Langanke zwei Mark auf ein Spendenkonto, das speziell für Kinder im Kriegsgebiet und in den Flüchtlingslagern eingerichtet wurde. Die Idee zu dieser bundesweiten Aktion kommt vom Hauptverband Deutscher Filmtheater. Ihr Ziel: das Flüchlingselend bei den Schwächsten der Gesellschaft zu lindern. "Angesichts der schlimmen Bilder, die wir täglich im Fernsehen sehen, ist die Aktion eine sehr gute Sache", so Heiner Langanke.

Qualm über Solpark
Schwäbisch Hall. Dichter Qualm lag am späten Mittwochvormittag über dem Hessentaler Solpark-Gelände. Die Polizei warnte vorsorglich die Bewohner und dort arbeitenden Menschen, Türen und Fenster zu schließen. Während Arbeiten mit dem Schweißbrenner an Trägern des abgerissenen Hangargebäudes geriet der Bauschutt in Brand. Die Haller Feuerwehr hatte den Brand aber rasch unter Kontrolle. Sachschaden entstand nicht. Gesundheitsgefahren schließt die Polizei trotz der starken Rauchentwicklung aus.

15 Kilometer Stau
Hohenlohe. Wegen Unachtsamkeit gab es gestern Nachmittag einen 15 Kilometer langen Stau auf der Autobahn. Drei leere Sattelzüge fuhren ineineinader. Der Fahrer eines Sattelzuges aus Künzelsau hatte zu spät bemerkt, daß der verkehr stockte fuhr auf seinen Vordermnann auf und schob diesen noch auf einen weiteren Lastzug. Die Fahrer blieben unverletzt. Doch die Bergung des unfallverursachenden Fahrzeugs gestaltete sich schwierig, da sich weder Gang noch Bremse an der stark beschädigten Zugmaschine lösen ließen. Zweieinhalb Stunden war während der spätnachmittäglichen Hauptverkehrszeit die A6 zwischen Öhringen und Neuenstein nur halbseitig befahrbar.

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Freitag 7.5.1999

Fachtagung
Schwäbisch Hall. `Politik - ohne Frauen fehlt die bessere Hälfte'. Zu diesem Thema haben die Frauenbeauftragte der Stadt Schwäbisch Hall, Ursula Hefter Hövelborn und Halls OB Hermann Josef Pelgrim gestern eine Fachtagung in der Haller Blendstatthalle eröffnet. Anlässlich der Europawoche 99 wurde diese Fachtagung auch mit Geldern der Europäischen Union gefördert. Nach einem Einführungsreferat am Vormittag beschäftigten sich die teilnehmenden Kommunalpolitikerinnen, Kandidatinnen und andere politikinteressierte Frauen am Nachmittag in Workshops mit verschiedenen Themen wie "EU-Ausländerinnen in der Kommunalpolitik" "Chancen und Barrieren für Frauen in der Politik" oder "Wege in die Kommunalpolitik, steinig aber gangbar"

Profi Point eröffnet
Künzelsau/Heilbronn. Am Heilbronner Europaplatz hat gestern der Künzelsauer Handwerksausrüster Berner einen sogenannten Profi-Point eröffnet. Damit setzt Berner erstmals sein neues Vertriebskonzept um und ergänzt seine große Direktvertriebsorganisation um eine Verkaufsniederlassung. Solche jeweils rund 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassenden Profi Points sollen demnächst in allen Ballungszentren entstehen. Kunden aus dem Bau- und Kfz-Handwerk können dort ihren Sofortbedarf decken und werden fachmännisch beraten. Die Profi-Center werden allerdings nur rund 6000 aus dem 25.000 Artikel umfassenden Lieferprogramm von Berner anbieten.

Jugendberufshelfer
Schwäbisch hall/Stuttgart. Das Modell des Schwäbisch Haller Arbeitsamtes Jugendberufshelfer an den gewerblichen Schulen einzusetzen, soll nach dem Willen der Landesregierung auf das im ganze Land ausgedehnt werden. Bis zum Jahr 2001 sollen bereits 60 solche Jugendberufshelfer zum Einsatz kommen. Betreut werden, so Elmar Zeller Leiter der Berufsberatung im Haller Arbeitsamt, vor allem benachteiligte Jugendliche in sogenannten Berufsvorbereitungsjahren."Die brauchen teilweise so etwas wie einen Paten, der sie berät, ihnen Nachhilfe gibt, bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz behilflich ist und sogar direkt die Unternehmen anspricht und zum Bewerbungsgespräch mitgeht. Viele gehandicapte Jugendliche haben sonst oft nicht einmal die Chance zu einem Bewerbungsgespräch vorgelassen zu werden. Die vier Jugendberufshelfer im Landkreis Hall haben es zumindest in den vergangenen vier Jahren geschafft, daß alle Absolventen des Berufsvorbereitungsjahres eine Ausbildungsstelle, einen Arbeitsplatz oder einer Weiterbildungsmöglichkeit gefunden haben.

Ritterturniere und Marktgericht
Schrozberg. Schrozberg feiert am Wochenende seine 750-Jahr-Feier. Die Stadt wandelt sich aus diesem Anlaß wieder zum mittelalterlichen Städtchen mit Ritterspielen, einem Marktgericht und natürlich einem bunten Markt selbst. Gaukler, Wahrsager, Musikgruppen und Marketender werden dort ihr buntes Treiben zeigen. Auch alte Handwerksberufe werden vorgestellt, Lederpunzer, Färberinnen oder Fellhändler zeigen, wie sie damals mit den Schrozbergern umgegangen sind. Selbst die Wirtsleute aus Schrozberg warten am Wochenende mit mittelalterlichen Genüssen und deftigen Speisen auf.

Spiel-Plätze
Schwäbisch Hall. Die Gebietsgemeinschaft Neckar Hohenlohe Schwäbischer Wald hat ihre Sommeraktivitäten in einer Broschüre unter dem Titel "Spiel-Plätze" zusammengefasst. Sie erschließt dem Theater und Musikfreund die gesamte Palette der Veranstaltungen und Festivals der Ferienregion zwischen neckar und Jagst, informiert über Konzertreihen, Freilichttheater und Opern, Jazzfestivals und andere Kultur-Higlights sowie Märkte und Stadtfeste. Die Broschüre ist erhältlich bei der Touristikgemeinschaft Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald oder im Internet abrufbar (http://www.schwaebischhall.com/tg/index.html)

Eröffnung Ökomesse
Schwäbisch Hall. Zum fünften mal öffnet heute Nachmittag ab 14:30 die Ökomesse Schwäbisch hall ihre Pforten. 130 Aussteller aus den Bereichen Wohnen, Bauen, Energie, Textil, Kosmetik, Naturkost und erstmal auch Sanfter Tourismus stellen sich und ihre Produkte dem Publikum vor. Knapp die Hälfte der Aussteller ist erstmals auf der Haller Öko, sodaß auch für Stamm-Besucher die alljährliche Messe reizvoll bleibt. Verbunden mit der Messe ist in diesem Jahr ein vom Landesgewerbeamt mitgetragenes Existenzgründerforum . Ergänzt wird die Ökomesse von zahlreichen Zusatzveranstaltungen, Vorträgen, Musik und einer Modenschau. Zehn- bis fünfzehn Tausend Besucher werden bis Sonntag abend auf dem Messegelände Kocherwiesen in Schwäbisch Hall Steinbach erwartet. Zur Messe gibt es am Sonntag ein kostenloses Bus-Shuttle.

20 auf der `interpack`
Crailsheim/Schwäbisch Hall. Zwanzig Firmen aus dem Bereich der Verpackungstechnik aus dem Landkreis Schwäbisch hall stellen auf der 'interpack 99 in Düsseldorf aus, die gestern begonnen hat. Die zwanzig sind nur ein verschwindend kleiner Teil unter den 2500 Ausstellern der Weltmesse für Verpackung. Aber es sind durchweg Spitzenunternehmen der Branche, die in ihren Segmenten zu den Weltmarktführern gehören. In Anlehnung an die Computerbranche nennt man das Hohenloher Gebiet rund um Hall und Crailsheim in der Branche auch schon das `packaging valley`, weil es nirgendwo auf der Welt eine derartige Massierung von Unternehmen der Verpackungsmaschinenbranche gibt, wie zwischen Hall und Crailsheim.

Bauernland im Internet
Hohenlohe. Der Verein Bauernland Hohenlohe wird sich demnächst im Internet präsentieren. Der Verein der Direktvermarkter sieht im Internet Marktchancen. gerade für Direktvermarkter sei es ein ideales Instrument , die Höfe und die Produkte auch einem Publikum vorzustellen, das sonst nie einen Bauernhof direkt zu Gesicht bekommen würde. Der vor drei Jahren gegründete Verein hat derzeit 40 Mitglieder, deren Produktpalette von Wein Obst Gemüse über Fleisch Eier und Milch bis zu kunsthandwerklichen Produkten und Bastelutensilien reicht, so vielfältig eben, wie die Landwirtschaft in Hohenlohe selbst. Die Angebote der Direktvermarkter sollen über das Internet in einer Art Katalog zusammengefasst werden. beliefert werden die Verbraucher aber nicht zentral sondern von den Anbietern direkt.

Multi-Verkehrsvergehen
Crailsheim. Erst überholte ein 44jähriger Autofahrer auf der Autobahn rechts drängte den Überholten dabei nach links ab, dann fuhr er wenig später in der Nähe von Crailsheim gegen die Leitplanken. Da das Auto dabei fahruntüchtig beschädigt wurde, Ließ der Fahrer das Auto einfach stehen, nahm seinen Hund - einen scharfen Dobermann - und floh mit diesem querfeldein. Wenig später aber wurde der unfallflüchtige Verkehrsrowdie im Crailsheimer Teilort Tiefenbach gestellt. Der Hund kam in Gewahrsam, der Fahrer zur Vernehmung aufs Polizeirevier. Der Grund für seine Flucht war schnell klar. Der Mann besitzt keinen Führerschein und hatte erhebliche Promille, wie die Blutuntersuchung ergab. Außerdem gehörte ihm das Auto überhaupt nicht. Dessen Halter sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Nächtlicher Hunger führte zu Festnahme
Schwäbisch Hall. Von der Autobahn fuhren sie bei Kupferzell, weil sie Hunger hatten und nach einem Imbißstand suchten, der noch offen hatte. Am Ortseingang von Schwäbisch Hall aber kamen die Insassen in eine Polizeikontrolle. Sie versuchten zwar noch durch eine Seitenstraße zu entkommen, wurden aber rasch gestellt. Der Fahrer, ein 20jähriger aus dem Hohenlohekreis versuchte zu fliehen. Die Mitfahrer, eine 19jährige aus Straubing und zwei 19 und 24 Jahre alte Männer aus dem Hohenlohekreis wurden beim Aussteigen dabei erwischt, wie sie eine gläserne Haschischpfeife unter dem Auto verstecken wollten. Bei dem Quartett wurden eine Plastiktüte mit 50 Tabletten Ecstasy sowie einige in Stanniol gehüllte Bruchstücke Haschisch gefunden. Nach Art der Verpackung geht die Polizei davon aus, daß es sich um Verkaufsware handelte. Alle vier Fahrzeuginsassen wurden vorläufig festgenommen. Fahrer und ein Mitfahrer waren bereits einschlägig polizeibekannt

TC Alk kickt
Ingelfingen. Der Vereinsnahme TC Alk sagt es schon: es handelt sich um eine Vereinigung von Tresensportlern. Doch schon zum 10. Mal in Folge veranstalten sie ein Fußballturnier für Freizeitmannschaften. Das Kleinfeldturnier für Damen- wie Herrenmannschaften wird am Kommenden Wochenende am Ingelfinger Sportplatz stattfinden. Doch Sport ist nicht alles. Im Festzelt treten heute Abend die Gruppe "Curley Sue" und am Samstag und Sonntag jeweils die Gruppe F.U.C.K. auf. Im Festzelt gibt es auch ein Preisausschreiben mit einer dreitägigen Busreise nach Paris als erstem Preis.

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Samstag 8.5.1999

Arbeitslosigkeit zurückgegangen
Hohenlohe. Nur noch 5,5 Prozent beträgt die Arbeitslosigkeit in Hohenlohe. Das sind 1,2 Prozentpunkt weniger als der Landesdurchschnitt. Arbeitsamtschef Eberhard Bauer freute sich gestern zwar über diesen Wert, merkte aber an, daß ein Großteil des Rückganges doch saisonbedingt zustande gekommen sei. Besonders erfreut zeigte er sich aber über den großen Rückgang bei der Jugendarbeitslosigkeit. Gegenüber dem April des Vorjahres nahm die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren um 20,3, die der Arbeitslosen unter 20 Jahren sogar um 26,2 Prozent ab. Dies ist zum teil auch ein Erfolg des vor kurzem in Gang gesetzten Bundesprogrammes zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit, wodurch die Arbeitsämter einiges an Geldmittel für Fort- und Weiterbildung einsetzen konnten. Doch auch die saisonale Vermittlung Jugendlicher habe natürlich eine Rolle gespielt, so Bauer. Was das Sonderprogramm der Bundesregierung tatsächlich leiste, werde sich erst in fünf bis acht Wochen zeigen, wenn die Jugendlichen, die derzeit noch in Ausblidungskursen stecken auch tatsächlich auf den Arbeitsmarkt drängen.

Existenzgründerforum
Schwäbisch Hall. Es gibt nichts Besseres, als Erfahrungen direkt auszutauschen mit den Leuten, die eine bestimmte Erfahrung gerade gemacht haben. So Der Vizepräsident Dr Friedrich Bullinger, der heute auf der Haller Ökomesse das Existenzgründerforum mit betreut, das die Macher der fünften Haller Öko organisiert haben. Warum nicht die Gelegenheit einer solchen Messe nutzen, überlegten sich die Initiatoren. Etwa ein Drittel aller Aussteller gelten mit ihren Betrieb, die nicht älter als fünf Jahre sind, noch als Existenzgründer. Sie wurden selbst vom Landesgewerbeamt mit Zuschüssen zu den Standmieten gefördert. Quasi als Gegenleistung berichten sie von ihren Erfahrungen der Existenzgründung im nicht ganz einfachen Markt ökologischen Wirtschaftens. Diese Wirtschaftsbereich expandiert rasch. Etwa vier Prozent aller Betriebe rechnen sich heute zur ökologisch orientierten Branche.

Erstaunlicher Erfolg
Schwäbisch Hall. Über 80.000 Mark für die Kosovo-Opfer erbrachte ein Spendenaufruf, den der Schwäbisch Haller Dekan Paul Dietrich in der Osternacht als Brief in seiner Kirche, der St. Michaelskirche in Schwäbisch Hall verteilte. Fünf Wochen sind seither vergangen und die Spendenfreudigkeit scheint nicht abzureisen. Die bislang genau 80.460 Mark setzen sich aus vielen zumeist kleineren Einzelspenden zusammen, und speisen sich aus Sammlungen Spendenaktionen der unterschiedlichsten Gruppen aus Schwäbisch hall und Umgebung. Mit dem Geld werden über das Diakonische Werk und deren Partnerorganisationen in Albanien und Mazedonien Flüchtlingscamps mit Trink- und Abwasseranlagen versorgt, medizinische Hilfe gewährt und in mazedonien diejenigen Familien unterstützt, die trotz eigener Armut Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Weitere Spenden sind unter der Kontonummer 5192384 bei der Kreissparkasse Schwäbisch Hall BLZ 62250030 gerne willkommen.

Unicorns erwarten Sieg
Schwäbisch Hall. Erneut ein Heimspiel im Haller Hagenbachstadion haben die Zweitliga-Footballer der Schwäbisch Hall Unicorns. Zum Spiel ab 15 Uhr erwarten die Einhörner aus Hall die Rothäute aus Mannheim. Die Mannheim Redskins liegen derzeit auf dem letzten Tabellenplatz, sind aber unterbewertet, da ein eigentlich gewonnenes Spiel wegen eines Regelverstoßes nachträglich als verloren gewertet wurde. Der Haller Headcoach Siegfried Gehrke warnte deshalb seine Spieler vor Überheblichkeit, damit Mannheim nicht zum Stolperstein auf dem Weg an die Tabellenspitze wird. Dorthin wollen die Haller nämlich, die sich für diese Saison den Aufstieg in der erste Liga zum Ziel gesetzt haben.

Befragung
Wackershofen. Besucher des Hohenloher Freilandmuseums werden bei ihrem besuch jetzt Anfang Mai möglicherweise befragt über ihre Eindrücke und über ihre Wünsche zum Museumsprogramm. Diese Befragung findet jeweils im Herbst und im Frühjahr an allen sieben Freilandmuseen des Landes statt. Die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Freilandmuseen hat damit das Institut für Soziologie von Professor Hans-Joachim Klein in Karlsruhe beauftragt. 50.000 Mark lassen sich die Museum de jährlich zweimalige Umfrage kosten. Es gibt dazu allerdings auch einen Zuschuss des Landes.

Komplett-Abriss
Crailsheim. Kann man Gebäude stehen lassen oder wird das zu teuer,weil man dann den Gebäudewert bezahlen und einen Teil der Abrisskosten wieder zurückzahlen muss? Diese Frage hatte der Crailsheimer rat am Donnerstagabend zu entscheiden. Die Räte entschieden sich für den Totalabriss der McKee-Barracks. Bis zum Jahr 2004 muss das Gelände, auf dem jetzt noch Asylbewerber im Sammellager des Landes untergebracht sind, platt gemacht sein. Nach dem Beschluß des Gemeinderates wird die dadurch entstehende Fläche in drei Abschnitten neu überplant. Sollte das mit den Planungenbeauftragte Ingenieurbüro zum Schluß kommen, daß noch brauchbare Gebäude doch erhalten werden können, ohne daß es zu höheren Kosten kommt, könnte das eine oder andere Haus doch noch erhalten bleiben. Eine Reihe von Autohäusern aus Crailsheim haben bereits Interesse am Kauf von Gelände in den ehemaligen McKee Barracks von Crailsheim signalisiert

Tiefgaragen Party
Künzelsau. Tiefgaragen sind nicht nur dazu da, Autos abzustellen. Alle paar Monate wird in Künzelsau die Tiefgarage unter dem Rathaus auch für die Jugendlichen freigeräumt, die dort eine Riesen Party feiern. Heute ab 19.30 Uhr ist es wieder soweit. In der Künzelsauer Tiefgarage startet die XXL-Fete. Schon zuvor können Interessierte im Jugendzentrum von Künzelsau an Workshops teilnehmen, etwa zum Thema Styling und Frisuren oder einen Second Hand Shop mit Sachen beschicken, die sie loswerden wollen. In der Tiefgarage kann man zunächst noch auf eigenen Inlinern skaten, später tritt die OASE Break Company auf, ein Eigengewächs aus dem Jugendzentrum. Zur Fete am Abend spielen und tanzen dann die Rapper der W4C-Band aus Stuttgart.

Miss Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall. Noch nie hat ein Mädchen aus Schwäbisch Hall den Titel errungen Miss Schwäbisch Hall zu werden. Doch heute Abend, bei der Veranstaltung der Miss Germany Corporation haben die Hallerinnen erneut die Chance diesen Zustand zu ändern. Im Atlantis steigt heute Abend die Wahl zur Miss Schwäbisch Hall. Die Konkurrenz, die die MGC mitbringt ist allerdings stark. 16 bis 25 dürfen die Mädels sein, die sich zur Wahl stellen. Als Special Guest kommt auf jeden Fall Miss Germany 1999 Alexandra Philipps mit nach Schwäbisch Hall. Auch wenn der eigentliche Wettbewerb erst später am Abend stattfindet. Einlass ist bereits um 20 Uhr

Künstlermarkt
Künzelsau. Zum ersten Mal gibt es an diesem Wochenende in der Künzelsauer Altstadt einen Künstlermark auf dem Platz hinter dem alten Rathaus. Rund 40 Künstler werden dort ihre Kunstwerke zur Schau stellen aber auch zum verkauf anbieten: Aquarelle und Grafiken, Arbeiten in Ton, Glas, Filz oder Holz Seidenmalereien, Silberschmuck oder Musikinstrumente. Wichtiges Kriterium für die Auswahl der Künstler und Kunsthandwerker war ein Angebot ausschließlich aus eigener Produktion. Einige der Aussteller werden bei Vorführungen auch Einblicke in ihre Arbeiten geben. Je nach Wetter werden zwischen 3.000 und 6.000 Besucher erwartet.

Hoher Sachschaden
Schrozberg. Sachschaden von über 80.000 Mark verursachte ein eigentlich eher harmloser Unfall gestern vormittag auf einer Landstraße bei Schrozberg. Ein Autofahrer hatte das Blinklicht an einem Traktor wegen eines angehängten Kunstdüngerstreuers nicht gesehen und überholte, während der Treckerfahrer vor dem Abbiegen nicht in den Rückspiegel gesehen hatte. Es kam zum Zusammenstoß. Folge: Totalschaden am PKW in Höhe von 50.000 Mark und Reparaturkosten am Trecker die auf rund 30.000 Mark geschätzt werden.

American Lifestyle
Gschlachtenbretzingen. Ein Bistro und Freizeit-Entertainment nennen die Betreiber ihre SPACKS genannte Bar amerikanischen Zuschnitts, die gestern Abend in Gschlachtenbretzingen, einem Teilort von Michelbach an der Bilz eröffnet wurde. SPACKS steht für Sports, Snacks und Drinks. Und das ist es genau, was dort angeboten wird. Sportsender auf mehreren TV-Bildschirmen und einer Großleinwand, dazu Drinks zum Feierabend und kleine Gerichte. 100 Gäste finden im Bistrobereich Platz, weitere Gäste beim Billard, Dart oder Tischfußball im Eventbereich, wo auch zwei Kegelbahnen auf Spieler warten und wo für die Zukunft auch Live-Sport-Events geplant sind. Hierzu wollen die beiden sportbegeisterten Geschäftsführer auch Stars aus der Welt des Sports nach Gschlachtenbretzingen holen, zu Vorführungen, Gesprächen und Autogrammstunden.

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Sonntag 9.5.1999

Minister verkauft Brötchen
Schwäbisch Hall. Aus Protest gegen die Änderung des sogenannten 630-Mark-Gesetzes begibt sich der Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg für einige Stunden selbst in solch ein "Arbeitsverhältnis". In seinem Heimatwahlkreis Schwäbisch Hall wird er heute von 9 bis 11 Uhr bei einem Sonntagsbäcker Brötchen verkaufen. Neben Aufmerksamkeit und Sensibilisierung in der Bevölkerung, schreibt Döring in einer Pressemitteilung, erhoffe er sich von dieser Aktion doch noch späte Einsicht bei den Verantwortlichen. "Die Hand an diese Beschäftigungsverhältnisse zu legen, bedeutet eine erhebliche Schwächung der kleinen und mittleren Betriebe." Flexibilität gehe verloren, die Schwarzarbeit blühe.

Weiter gegen Kompostwerk
Obersontheim. Die Bürgerinitiative Obersontheim läuft weiter Sturm gegen das Kompostwerk im einstigen Steinbruch am Heerberg. Der einstige Steinbruchbetreiber und eine Verwertungsgesellschaft betreiben dort gemeinsam ein Kompostwerk, dessen wissenschaftliche Begleituntersuchung jetzt finanziell durch die "Deutsche Bundesstiftung Umwelt" gesichert ist. Die Untersuchung soll Aufschluß über Gesundheitsrisiken aufgrund möglicher Keimkonzentrationen in der Atemluft im Umfeld der Anlage ergeben. Die Untersuchung könnte im Juni starten. Doch schon jetzt, nach wenigen Monaten Betriebszeit gab es 176 Mal Beschwerden über Geruchsbelästigungen. "Das was vom Kompostwerk ausgehe, kann nicht mehr mit Anlaufschwierigkeiten begründet werden", so einer der Beschwerdeführer. Am 19. Mai veranstaltet die Bürgerinitiative eine "Vor-Ort-Besichtigung" und anschließend einen Diskussionsabend in der Obersontheimer Schubarthalle.

Der Frühling grüßt
Wackershofen. Das Hohenloher Freilandmuseum und der Arbeitskreis für Trachten und Brauchtum laden heute zu einem Mundart-Nachmittag ein. Von 14 bis 16 Uhr wird die aus Forchtenberg im Kochertal stammende Autorin Gudrun Hammel im Steigengasthaus Mundartgedichte und Gedichte zum Frühling vortragen. Umrahmt wird das Programm mit dem Frühling gewidmeten Volksliedern und Instrumentalstücken, dargeboten von der aus dem Hohenlohischen stammenden 'Eichacher Stubenmusik'.

113. Jahresfest
Schwäbisch hall. Zum 113. Mal feiert das Diakoniekrankenhaus heute sein Jahresfest. In diesem Jahr steht das Fest unter dem Motto Handlungen-Wandlungen. Man hoffe, so hieß es im Diakoniekrankenhaus beim Empfang am Freitag, der anlässlich dieses Jahresfestes für Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stattfand, daß aus dem Motto angesichts der angespannten Finanzlage des Diakoniewerkes nicht "Irrungen und Wirrungen" werden. Angesichts noch nicht abgeschossener Reformvorhaben durch das Bundesgesundheitsministerium bezüglich der Abrechnungsmodalitäten von Krankenhäusern und ihrer Budgetierung gebe es Rechtsunsicherheiten, die eine sinnvolle Planung kaum möglich machen. So seien etwa im Etat des im laufenden Jahres noch rund 500.000 Mark nicht gedeckt, so der seit Januar amtierende neue Krankenhausdirektor Hans-Peter Maier. Das Haller Diakoniekrankenhaus betreute im vergangenen Jahr rund 22.000 Patienten in 578 'Plan'-Betten. Rund 150 Millionen Mark, so Diak-Chef Pfarrer Frank O. July, müssen im kommenden Jahrzehnt im Diak in Sanierungsmaßnahmen investiert worden. Ein Raumprogramm für die Entwicklung der Klinik soll bis Juni diesen Jahres vorliegen.

Erweiterung oder Neubau
Crailsheim. Das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Crailsheim Platz aus allen Nähten. Doch die Entscheidung, ob Erweiterung oder Neubau eines zweiten Gymnasiums ist in Crailsheim noch nicht gefallen. Wenn neu gebaut wird, dann wohl im Westen der Stadt auf dem heute noch bestehenden Kasernenareal der McKee-Barracks. Das Stuttgarter Schulamt hat bereits grundsätzlich sein Einverständnis erklärt, denn die Kapazitäten in Crailsheim müssen in jedem Fall erweitert werden. Bis zum Jahr 2003 denkt Finanzbürgermeister Harald Rilk, der in Crailsheim auch für das Schulwesen zuständig ist, kann man im Albert-Schweitzer-Gymnasium noch mit Übergangs- und Notlösungen zurecht kommen, dann muß entweder die Erneuerung oder der Neubau in Betrieb gehen.

Stromkauf Hohenlohe
Kirchberg an der Jagst. Mit der Gründung der "Stromkauf Hohenlohe hat die Energie-Initiative Kirchberg an der Jagst voll ins Schwarze getroffen. Aufrufe zum Zusammenschluß brachten der Stromkauf bereits eine potentielle Stromabnahmemenge von nahezu 50 Millionen Kilowattstunden. Die Stromkauf will über den Einkauf dieser Menge mit verschiedenen Stromlieferanten verhandeln. Anvisiert wird dabei aber vorwiegend Strom aus regenerativen Energiequellen. Obwohl dieser Strom am Markt teurer als Strom aus Atomkraft angeboten wird, erwartet die Stromkauf Hohenlohe ein nicht geringes Einsparpotential. 50 Prozent dieser Einsparungen werden den Mitgliedern gut geschrieben. Die andere Hälfte wird zurückgelegt, um weitere Projekte der regenerativen Stromerzeugung, also aus Windkraft, Sonne, Wasser, Biogas oder Biomasse zu fördern. Auch eine eigene Windkraftanlage der Energie-Initiative Kirchberg ist im Entstehen. Die Genehmigung der Stadt Kirchberg liegt bereits vor. Zur Finanzierung fehlen aber noch rund 40 Gesellschafter. Die Windkraftanlage im Megawatt-Bereich soll nahe der Autobahn bei Kirchberg entstehen.

Musiklehrer war Pornohändler
Künzelsau/Obersulm. Nach einem Scheingeschäft wurde vergangene Woche in Stuttgart ein Kinderporno-Händler festgenommen. Der Mann wohnt in Obersulm, stammt aus dem Hohenlohekreis und war seit einigen Jahren in Künzelsau als selbständiger Musiklehrer tätig. Mehrmals schon wurde der Mann polizeibekannt wegen sogenannter Grapschereien. Die letzte Anzeige der Mutter eines seiner Schüler wurde vor wenigen Wochen von der Staatsanwaltschaft negativ beschieden. Wegen mangelnden öffentlichen Interesses werde das verfahren eingestellt. Vor etwa sechs Jahren hatte der Mann bereits einmal vor dem Künzelsauer Amtsgericht gestanden, auch wegen des Vorwurfes Kinder begrapscht zu haben. Eine gleichartige Verhandlung in Heilbronn folgte. Beide blieben damals aber ohne große Folgen für den Mann. Die Polizei hat jetzt die Wohnung des heute 46jährigen in Obersulm durchsucht und nach Beobachtungen von Anwohnern kistenweise Videos und dessen Computeranlage beschlagnahmt und abtranportiert.

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Montag 10.5.1999

Klage in Verhandlung
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Beim Oberlandesgericht in Stuttgart wird heute über die Normenkontrollklage des Landkreises Schwäbisch Hall verhandelt. Der Landkreis will gerichtlich feststellen lassen, daß das Gesetz über den kommunalen Finanzausgleich mit der Verfassung des Landes Baden-Württemberg nicht vereinbar und damit ungültig ist. Anlass für die Klage ist, daß weder das Land noch der Bund ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stellen für Aufgaben, die sie den Landkreisen übertragen, wie dies die Landesverfassung aber vorschreibt. Zudem sei es unzulässig, daß der Bund im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe per Gesetz eine Zuständigkeit von Gemeinden und Landkreisen festsetze. Nach der im Grundgesetz festgelegten Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern sei zu solch einer Zuständigkeitsregelung allein das Land berechtigt. Für den Landkreis Schwäbisch Hall geht es bei dieser Normenkontrollklage, die in weiteren Schritten möglicherweise bis zum Bundesverfassungsgericht geht, auch um einen finanziellen Hintergrund. Die Haller Kreisräte fordern vom Land rund sechs Millionen Mark zurück, die sie aufgrund der Sozialhilferegelung bisher für Asylbewerber mehr ausgeben mussten. als sie vom Land an Zuschüssen bekommen.

Ende der Antragsfrist
Hohenlohe. Heute läuft die Antragsfrist für EU-Ausländer aus, die an ihrem deutschen Wohnort wählen wollen. Anders als bei den Kommunalwahlen haben die EU-Ausländer bei der Europawahl dieses Wahlrecht nicht automatisch. Wer sich bislang aber in seinem Heimatstaat nicht um eine Bescheinigung seines Wahlrechtes gekümmert hat, hat wenig Chancen, hier in Deutschland noch zugelassen zu werden. Diese Bescheinigung ist zusammen mit einem Antrag auf Eintragung ins deutsche Wählerverzeichnis bis 34 Tage vor der Wahl, also heute, 16 Uhr bei den deutschen Behörden abzugeben. Wie bei den Hohenloher Wahlämtern zu erfahren war, haben nur sehr sehr wenige EU-Ausländer bislang von ihrem Recht Gebrauch gemacht. In Öhringen waren es bis zum Wochenende vier Meldungen von 434 an sich wahlberechtigten EU-Bürgern, in Künzelsau war es nur einer. Wer heute keinen Antrag mehr abgibt, hat nur noch die Möglichkeit zur Wahl in sein Heimatland zu fahren. In Schwäbisch Hall sind 582 und in Crailsheim 290 EU-Bürger theoretisch wahlberechtigt. Insgesamt leben im Landkreis Hall 2013 EU-Bürger über 18 Jahren, im Hohenlohekreis etwa 1600.

Geldbuße für "Kleintierzoo"
Hohenlohekreis. Eine Geldbuße von 1200 Mark muß eine ehemalige Gastwirtin aus dem Hohenlohekreis bezahlen. Diese "Strafe" verhängte jetzt das Landratsamt, nachdem der WirtschaftsKontrolldienst bei einer Überprüfung im vergangenen Sommer katastrophale Zustände in der Gaststätte der 32jährigen festgestellt hatte. Auf dem Boden, auf den Oberflächen von Regale und Tresen und in der Küche, überall fanden die Beamten Mäusekot. Im total verdreckten Kühlschrank lagerten verdorbene Lebensmittel neben unverpackter Frischware. Der laufende Betrieb war damals sofort zwangsweise eingestellt worden. Die 32jährige hat ihren Gaststättenbetrieb mittlerweile komplett eingestellt.

Mit 16 in Papas Auto
Schwäbisch Hall. Taxifahrer lassen sich im Straßenverkehr nichts gefallen. Per Funk verständigte ein Taxifahrer in der frühen Sonntag Nacht die Polizei von einem Beinahe-Unfall mit einem anderen Fahrzeug. Kurze Zeit später konnt die Polzei das betreffende Auto finden und anhalten. Am Steuer saß ein 16jähriger, der sich Papas Zweitschlüssel angeeignet hatte und ohne Wissen der Eltern mit deren Auto unterwegs war. Die Anzeige wegen Straßenverkehrsgefährdung, Fahrens ohne Führterschein und unbefugter Ingebrauchnahme eines Fahrzeuges folgt.

Begegnungsfest
Schwäbisch Hall. Ein Begegnungsfest zwischen Aussiedlern und Bürgern der Stadt Hall bereitet der Rotary Club für den 26. Juni vor. das fest soll auf dem Gelände des Spätaussiedlerheimes Steinbeisweg stattfinden. Bislang blieben die Aussiedler bei ihren festen, auch bei noch so großartiger Vorbereitung und Anstrengung für ein attraktives Programm stets mehr oder weniger unter sich. Der Rotary Club will diese Mauer unter dem Motto "aufnehmen statt ausgrenzen" durchbrechen. Mit dazu beitragen soll das gemeinsame Interesse am Fußball. So wird zum zweiten mal in Hall ein "Baker's Cup" Streetfußball-Turnier organisiert, das, wie schon beim Begegnungsfest mit der Türkei im vergangenen Jahr, wieder von der Bäckerei Scholl gesponsert wird. Den Siegern des Turniers winkt ein Profi-Training beim FC Bayern München und die Teilnahme am Bundesfinale 2000 in Heilbronn.

Autor zu Gast
Schwäbisch Hall. Mit rund sechs Millionen verkauften Exemplaren ist Rainer Haak einer der erfolgreichsten Autoren medidativer Geschenkbücher. Auf Einladung der Familienbildungsstätte Schwäbisch Hall und der Buchhandlung Eva kommt er heute zu einem Vortragsabend ins Haller Brenzhaus. Der Hamburger Pfarrer sieht seine Texte als "Champagner für die Seele". Gedanken und Geschichten, die Mut machen, gut zu sich selber zu sein und das Leben in seiner Vielfältigkeit anzunehmen. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr

Training für Langzeitarbeitslose
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Beschäftigungsunternehmen "Haller Arbeit" startet heute mit einer zwölfwöchigen Trainingsmaßnahme im hauswirtschaftlichen Bereich. Das Tochterunternehmen der Erlacher Höhe Künzelsau betritt mit dieser Bildungsmaßnahme Neuland. Das Angebot richtet sich vor allem an Frauen, die lange Zeit ohne Arbeit waren. Seit Einrichtung des sozialen Beschäftigungs-unternehmens vor zwei Jahren haben zahlreiche Langzeitarbeitslose mit einer auf ein Jahr befristeten Beschäftigung neue Perspektiven bekommen. "Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß für die Teilnehmer mehr getan werden muss, um sie wieder für den freien Arbeitsmarkt fit zu machen", so Projektleiterin Doris Krüger über die Hintergründe zu der neuen Maßnahme. Diese wird aus Mitteln des Arbeitsamts finanziert und ist mit 20 Teilnehmerinnen bereits überbelegt.

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Dienstag 11.5.1999

Kein Geld aber künftige Beteiligung
Landkreis Schwäbisch Hall/Stuttgart. Das Finanzausgleichsgesetz ist in Teilen unvereinbar mit der Landesverfassung. Dies ergab gestern die mündliche Verhandlung einer Normenkontrollklage des Landkreises Schwäbisch Hall vor dem Staatsgerichtshof des Landes. Allerdings gab der Staatsgerichtshof den Kreisräten keine Handhabe für die Forderung einer 6-Mio-Mark-Nachzahlung an das Land, weil diese zuwenig Finanzmittel für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung stellte. "Die Auswirkungen des kommunalen Finanzausgleiches [...] könnten auch nicht nachträglich durch den Staatsgerichtshof rückgängig gemacht werden, da der Finanzausgleich [...] integraler Bestandteil der gesamten Wirtschaft des Landes ist," so das gestrige Urteil. Bei künftigen Finanzausgleichen aber dürfen die Landkreise und Kommunen gleichrangig mitentscheiden, so der Staatsgerichtshof. Die Kommunen dürften in einem solchen Verfahren nicht auf eine rein passive Rolle beschränkt werden.

Jugendkriminalität steigt
Landkreis Schwäbisch Hall. Vor allem in den größeren Städten des Landkreises Schwäbisch Hall ist die Jugendkriminalität - wie im ganzen Land - weiter angestiegen, um rund vier Prozent im vergangenen Jahr. Rund 32 Prozent aller Tatverdächtigen, so Edgar Seitz, Chef der Haller Kriminalpolizei, waren jünger als 21 Jahre. Zwei Drittel aller Räuber im Landkreis und die Hälfte aller Erpresser waren unter 21 und über 40 Prozent all derjenigen, die einen anderen schwer verletzten oder ein Tatwerkzeug benutzten, waren Jugendliche. Prävention, etwa in gemeinsamen Arbeitskreisen mit Schulen und Jugendeinrichtungen der Kommunen setzt die Polizei dagegen. Das hilft aber nur langfristig, so Edgar Seitz. Kurzfristig bewirkt es wohl sogar einen Anstieg der offiziellen Statistik, da durch die bessere Zusammenarbeit vieles aus dem Bereich der Dunkelziffer nun polizeibekannt wird.

70sten in Hall gefeiert
Schwäbisch Hall. Der einst jüngste Insasse des Konzentrationslagers in Schwäbisch Hall-Hessental, Mendel Gutt feierte gestern seinen 70. Geburtstag in Schwäbisch Hall. Der Initiativkreis KZ-Gedenkstätte hatte für ihn ein kleines Programm organisiert. So wurde Mendel Gutt auch von Halls OB Hermann-Josef Pelgrim und den beiden Fraktionsvorsitzenden der SPD, Dieter Vogt und von AL/GRöNE Günter Hasenfuß im Haller Rathaus empfangen. Am Nachmittag besuchte Mendel Gutt in Begleitung des katholischen Geistlichen Giancarlo Aldrighetti den jüdischen Friedhof in Steinbach und die Comburg. Ein Jahr und vier Monate hatte der in Warschau geborene Mendel Gutt im Hessentaler Lager zugebracht, nachdem er in Auschwitz an der Rampe "aussortiert" worden und ins sogenannte "Sterbelager" Vaihingen verbracht worden war. Von dort hatte er sich freiwillig nach Hessental gemeldet, was ihm wohl das Leben rettete, denn auch den sogenannten Todesmarsch der Lagerinsassen gegen Kriegsende 1945 von Hessental Richtung Dachau überlebte er. Nach Kriegsende zurück in Polen flüchtete er auch von dort, "weil dort die Kommunisten herrschten", über Tschechien ausgerechnet wieder nach Deutschland. Zunächst zog er nach Berlin, und seit 1951 lebt er in Mannheim. Daß er zu den Leuten des Initiativkreises KZ-Gedenkstätte Hessental eine solch freundschaftlichen Kontakt pflegen könne, so Mendel Gutt, dazu mussten erst einmal "zwei Generationen vorbeigehen, damit so etwas möglich war."

Unicorns gefestigt
Schwäbisch Hall. Mit einem 34:7 Erfolg gegen die Mannheim Redskins konnten die Schwäbisch Hall Unicorns ihren dritten Tabellenplatz in der Zweiten American Football Bundesliga sichern. Weiter nach oben ging es nicht, da der Tabellenzweite Marburg Mercenaries gewann und die bisherigen ersten die Rothenburger Franken Knights verloren. Einzig die Marburg Mercenaries, gegen die die Haller noch antreten müssen, sind bislang noch ungeschlagen.

Würger im Auto
Kirchberg an der Jagst. Während der Fahrer in einem Waldstück austreten musste, würgte ein Tramper, den die beiden mitgenommen hatten, plötzlich den Beifahrer vom Rücksitz aus mit einem Stromkabel. Der 24 jährige Beifahrer konnte sich befreien, zerrte den Tramper ins Freie, wo ihm dann der Fahrer zu Hilfe kam. Schließlich gelang es den Autofahrern, mit dem Auto zu fliehen. den Tramper, den sie bei Crailsheim Roßfeld aufgenommen hatten, ließen sie im Wald bei Kirchberg zurück. Jetzt sucht diesen Tramper die Polizei. Während der Fahrt hatte er angegeben, daß er aus Berlin stamme und einen Kumpel in Crailsheim besucht habe. Der Mann wird beschrieben als etwa 25 bis 30 Jahre alt, 175 cm groß, kräftige Figur, leichter Kinnbart, Glatze. Bekleidet war er mit Schwarzer Jacke und schwarzer Hose.

Illegale kommen ins Heim
Landkreis Schwäbisch Hall. 26 Kosovo-Flüchtlinge hat der Landkreis Schwäbisch Hall bis jetzt "legal" aufgenommen. Sie wurden dem Landkreis als Kontingentflüchtlinge zugewiesen. Sie sind in der Crailsheimer Sammelunterkunft untergebracht. Mittlerweile 82 auf eigene Faust eingereiste "illegale" Kosovo-Flüchtlinge sind der Landkreisverwaltung bekannt, die bei Bekannten, Verwandten oder in Mietwohnungen untergekommen sind. Zwei Drittel davon erhalten Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz. Damit sie aber nicht besser gestellt sind als die Kontingent-Flüchtlinge sollen auch sie jetzt in die Sammelunterkünfte eingewiesen und mit Sachleistungen unterhalten werden. Rechtlich sind sie den "legalen" Flüchtlingen nicht gleichgestellt. Während die 26 Kontingentflüchtlinge eine Aufenthaltsbefugnis bekommen erhalten die 82 "illegalen" lediglich eine Duldung. Sie sind grundsätzlich ausreisepflichtig und werden in den sicheren Drittstaat zurückgeschoben, aus dem sie eingereist sind, sofern der Einreiseweg beweisbar ist. Als sichere Drittländer gelten alle Anrainerstaaten Deutschlands.

Pelgrim Verbraucherschützer
Schwäbisch Hall/Stuttgart. Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim wurde bereits am 27. April auf Vorschlag der SPD-Landeszentrale als ihr Vertreter in den Vorstand der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gewählt. Gestern konstituierte sich der neugewählte Vorstand. Hermann-Josef Pelgrim nahm die Wahl an und tritt damit die Nachfolge der Landtagsabgeordneten Birgit Kipfer an, die 10 Jahre dem Vorstand der Verbraucherzentrale angehört hatte. Die Vorstandsmitglieder der baden-württembergischen Verbraucherzentrale arbeiten ehrenamtlich.

Sozialausschuß
Landkreis Hall. Der Sozial- und Kulturausschuß des Schwäbisch Haller Kreistages tagt heute ab 14.30 Uhr im Obersontheimer Samariterstift zunächst einmal öffentlich. Auf der Tagesordnung sind Themen wie zum Beispiel die Beschaffung eines Echokardiographiegerätes für die innere Abteilung des Kreiskrankenhauses in Crailsheim oder die Einrichtung von Fachklassen für den neuen Beruf des/r Automobilkaufmannes/frau. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung geht es unter anderem um die Umgestaltung des Samariterstiftes. Das Samariterstift hat sein Schloß verkauft und wird neue Gebäude auf dem Gelände bauen, in denen Wohngruppen vor allem für psychisch Behinderte entstehen sollen. Im Anschluß an die Sitzung wird der Leiter des Samariterstiftes Albert Otterstätter den Kreisräten das Samariterstift in einer Besichtigung näher erklären.

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Mittwoch 12.5.1999

Heute Kinderfest
Schwäbisch Hall. Traumwelten - mit Feen, Elfen und Zwergen ins Jahr 2000 heißt es heute überall in der Stadt Schwäbisch Hall. das Kinderfest wird gefeiert. Statt des früheren Festzuges durch die Stadt ziehen die Grundschüler, begleitet von Abordnungen des kleinen Siedershofes, ab 10 Uhr nach den Gottesdiensten in den Kirchen der Stadt sternförmig über die verschiedenen Straßen zum Marktplatz. Begrüßt werden die Kinder dort traditionell vom Oberbürgermeister, der auch das Kommando für den großen Luftballonstart gibt, wenn wie in jedem Jahr, rund 2000 Luftballons in den Haller Himmel steigen. Für die ersten 100 Karten, die zurückgeschickt werden, gibt es als Preise Freikarten für die Kinder-Freilichtspiele und den "Räuber Hotzenplotz". Plätze und Straßen der Haller Innenstadt sind dann den ganzen Nachmittag in Kinderhand, wo an vielen Orten märchenhafte Aktionen statt finden und traumhafte Angebote die Kinderherzen höherschlagen lassen oder zum Mitmachen auffordern: Zauberexperimente, Geschicklichkeitsspiele, Verkleidungskisten, die Drachenwelt des Stelzentheaters oder die Kinderlieder des Straßenmusikanten Hans Spielmann.

Sprengbombe entschärft
Schwäbisch Hall. Eine Sprengbombe aus dem zweiten Weltkrieg wurde gestern Vormittag gegen 10:30 Uhr im Solpark, dem ehemaligen Kasernengelände von Schwäbisch Hall-Hessental gefunden. Die als äußerst gefährlich eingestufte Bombe tauchte trotz vorangegangener Entmunitionierung des Geländes bei Baggerarbeiten auf. Die Bombe sei zwar nicht allzu groß, hieß es, habe 'nur` etwa 25 Kilo Sprengkraft, doch die Entschärfung sei keine Routine, denn der Langzeitzünder sei aktiviert. Polizei und Freiwillige Feuerwehr wurden alarmiert, das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Kindergarten, Schule, mehrere Firmen und die Wohnblocks mit insgesamt 300 Menschen wurden evakuiert. Auch Starts und Landungen auf dem nahegelegenen Geschäftsflugplatz wurden untersagt. Die Sprengbombe wurde dann gegen 13:20 von Spezialisten des herbeigerufenen Kampfmittel-Beseitigungsdienstes entschärft Neben den Sprengmeistern waren 20 Feuerwehrleute der Haller Freiwilligen Feuerwehr und acht Polizeistreifen im Einsatz.

Wenig Euro-Wähler
Landkreis Hall. Schwäbisch Hall ist, gemessen an den anderen Städten in Hohenlohe, eine "europäische" Stadt. Zwölf EU-Ausländer haben sich in die Wählerverzeichnisse eintragen lassen, drei waren es in Öhringen, jeweils nur einer in Künzelsau und Crailsheim. Gestern ging die Einschreibungsfrist in die Wählerverzeichnisse zu Ende. Denn automatisch wählen, wie etwa bei den Kommunalwahlen, dürfen die Auslands-Europäer bei der Europawahl nicht. Folge eines überholten Wahlgesetzes, so die Hohenloher Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt. "Wir brauchen ein neues Europäisches Wahlrecht, damit nicht mehr all diese Bescheinigungen und eidesstattlichen Erklärungen nötig sind." Die erneut kandidierende Europaabgeordnete aus dem Hohenlohekreis hofft, daß es bis 2004 zur nächsten Europa-Wahl ein einheitliches Europawahlrecht gibt. Jetzt am 13. Juni werden von den über 3000 EU-Europäern allein im Hohenlohischen höchstens fünfzig, vielleicht auch sechzig oder siebzig zur Wahl gehen.

Auftakt mit Timo Würz
Künzelsau. Comiczeichner, Illustrator, Designer, Gestalter auch im öffentlichen Raum: mit der Austellung des jungen Niedernhaller Künstlers Timo Wuerz im Künzelsauer Rathausfoyer heute Abend ab 18 Uhr beginnt in Künzelsau ein großes Veranstaltungswochenende. Unter anderem geben Mitarbeiter des Rathauses bei Tagen der offenen Tür Einblicke in ihre Arbeit, stellen Schulen im Rathaus ihre Aktivitäten vor, präsentieren sich eine ganze Reihe von sozialen Einrichtungen und Organisationen der Stadt. Außerdem feiert rund um das neue Rathaus die Werbegemeinschaft mit zahlreichen Attraktionen und Angeboten ihr Maienfest.

Kandidatin vorgestellt
Schwäbisch Hall. Vorgestellt hat sich gestern Abend die Bundestagsabgeordnete Ute Vogt bei ihren Parteigenossen und anderen Interessierten im Cafe der alten Brauerei. Die 33jährige Rechtsanwältin bewirbt sich im Juli als Landesvorsitzende der Baden-Württembergischen SPD und damit als Nachfolgerin von Ulrich Mauerer, der nicht wieder kandidiert.Ihr Gegenkandidat ist der Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler aus Esslingen. Als Bundestagsabgeordnete brachte Ute Vogt aber auch Informationen über die ersten 200 Tage der Bundesregierung mit nach Hall, die vor allem im Hinblick auf den Kosovo Konflikt und die 630-Mark und Selbständigen-Gesetzgebung mit unterschiedlichen Bewertungsansätzen diskutiert wurden.

Für Kolumbien
Schwäbisch Hall. Über all dem Elend im Kosovo dürfe man das Elend in Südamerika nicht vergessen. Die Schwäbisch Haller Hondurashilfe will nicht nur den Opfern des Hurricanes vom vergangenen Jahr helfen. Jetzt an Himmelfahrt veranstaltet der Verein in der Steinbacher Gartenschauhalle ein Benefizkonzert für die Erdbebenopfer in Kolumbien. Drei Gruppen, die Haller Band "Guilty" mit handmade and unplugged Rock and Blues, die Salsa- und Merengue-Gruppe "Saoco" sowie die Flamenco-Pop-Gruppe "Bambolea" spielen ohne Gage, sodaß alle Einnahmen den Erdbebenopfern zugute kommen. Dies ist auch durch persönliche Kontakte zu den Opfern in Calaca, einem Vorort der am stärksten betroffenen Stadt Armenia gewährleistet.Das Konzert das um 14 Uhr beginnt ist , so die Veranstalter sicherlich auch ein guter Zielpunkt für Vatertagsausflüge, aber auch für die ganze Familie.

Rotary-District tagte
Kloster Schöntal. Internationales Flair gaben ausländische Gäste der Rotarier-District-Konferenz in Kloster Schöntal, darunter Gäste aus den USA aus Frankreich und aus Osteuropa. Drei Studenten stellten sich den Rotariern vor, eine Slowakin und zwei Ungarn, die mit Spendengeldern des Districtes in Stuttgart und Tübingen studieren können, außerdem ein deutscher, der mit einem Rotary-Stipendium in Chicago studiert. Ausgerichtet hatten diese Konferenz die Mitglieder von Rotary Künzelsau. Symbolisch gab auf der Konferenz der bisherige District-Governor Joachim Schönermark, ehemaliger Chefarzt am Öhringer Krankenhaus, das Zepter weiter. Noch bis Ende Juni allerdings wird er dem District vorstehen. Dann übernimmt Heinz Etzel von Rotary Kircheim/Teck die Führung.Kirchheim unterhält partnerschaftliche Kontakte in den Elsaß und die französischen Gästen, die sich nicht hatten nehmen lassen, beim "Stabwechsel" zum neuen Governor dabei zu sein, vervollständigten das internationale Flair der Konferenz.

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Donnerstag 13.5.1999

Bewaffnete Schüler
Schwäbisch Hall. Jeder vierte Schüler ist heutzutage bewaffnet. Dies ergab eine Stichprobenstudie der Polizei. Bewaffnet, so Edgar Seitz, Chef der Haller Kripo, muß man allerdings differenziert sehen. Man darf sich nicht vorstellen, jeder vierte Schüler habe nun eine Pistole oder ein Messer im Schulranzen. Mitgeführt werden auch andere "Werkzeuge", mit denen Schüler sich hoffen, wehren zu können, falls sie angegriffen werden. Und das ist leider nicht auszuschließen. Die Einstellung zu Gewalt hat sich unter den jungen Leuten gegenüber früher erheblich gewandelt. Gewalt wird von Schülern gerade gegenüber Gleichaltrigen oder jüngeren Mitschülern nicht selten als Druckmittel eingesetzt, um bestimmtes Verhalten zu erzwingen. Das, so Edgar Seitz, geht bis hin zur Erpressung. In einem Fall in Crailsheim wurde ein 14jähriges Erpressungs-Opfer selbst zum Täter, weil es Diebstähle beging, um seinen 15jährigen Erpresser bezahlen zu können. Wichtig sei, so die Haller Polizei bei einer Presseaktion zum Thema, daß die Zusammenarbeit mit den Erziehern vor Ort funktioniere. So könne man rasch eingreifen, um solches Verhalten schon im Keim zu ersticken. Das A und O, so Polizeichef Gerd Bornschein, sei die aufsuchende Jugendarbeit. Doch eigentlich müssten die Schulen dafür, so die Forderung der Polizei, Schulsozialarbeiter einstellen können. Das Lehrpersonal könne diese Arbeit nicht zusätzlich leisten.

Morgen neue Flüchtlinge
Crailsheim. Morgen wird der Landkreis Schwäbisch Hall weitere zehn bis zwölf Kosovo-Flüchtlinge aufnehmen müssen. Diese gehören wie die bislang schon in der Crailsheimer Sammelunterkunft eingewiesenen 25 Menschen zu den sogenannten Kontingent-Flüchtlingen, die `legal' im Land sind und auch eine Aufenthaltsbefungnis bekommen. 82 `illegal' eingereiste Flüchtlinge sind der zuständigen Behörde im Landratsamt bekannt. Sie sind auf eigene Faust eingereist. Sie werden lediglich geduldet, bekommen vom Kreis aber Unterstützung. Jetzt sollen alle weiteren, nicht offiziell einreisten Flüchtlinge im Landkreis Hall ebenfalls in die Sammelunterkünfte eingewieen werden, damit sie zumindest versorgungsmäßig den Kontingent-Flüchtlingen gleichgestellt sind.

"Feta" nicht geschützt
Crailsheim/Brüssel. "Feta" als allgemeine Bezeichnung für in Salzlake eingelegten Käse ist nicht als Ursprungsbezeichnung für Schafskäse aus Griechenland schützbar. Dies hat jetzt der Europäische Gerichtshof entschieden und damit bei anderen "Feta"-Produzenten Erleichterung ausgelöst. Allein die Milchwerke Crailsheim produzieren täglich 25 Tonnen Feta-Käse aus Kuhmilch. Sie beliefern rund 70 Prozent des deutschen Marktes.

Brenz-Fest
Schwäbisch Hall. Ein großes Fest findet am heutigen Himmelfahrtstag in Schwäbisch Hall zu Ehren des großen Reformators Johannes Brenz statt, dessen 500sten Geburtstag man vor allem in Süddeutschland in diesem Jahr feiert. Neben Führungen durch die Ausstellung im Hällisch Fränkischen Museum gibt es im Kräuter- und Gewürzgärtlein des Museums Mittelalter zum Anfassen. Es werden mit diesen Kräutern auch Speisen nach Rezepten aus mittelalterlichen Kochbüchern zubereitet und zum Kosten verkauft. Nach einem Gottesdienst zu Ehren des Reformators, der selbst lange Jahre in der Haller Michaelskirche predigte, wird man sich auf dem Marktplatz zu Geselligkeit und gemeinsamem Mitagessen treffen. Die Posaunenchöre der Stadt spielen zur Unrerhaltung und Erbauung. Und ab 13 Uhr wird ein Glockengießer seine Kunst an einem kleinen Objekt demonstrieren. Außerdem haben sich einige Gemeindegruppen zusammengetan, um in einem Quiz zu testen, was die Besucher wirklich über das Leben des Reformators von Hall gelernt und auch behalten haben.

Vor Laster ins Seitenaus
Kupferzell. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern Nacht kurz vor 2 Uhr auf der Autobahn. Ein 19jährige Autofahrer hatte mit hoher Geschwindigkeit einen Lastwagen überholt. Doch beim Wiedereinscheren vor dem Lkw übersteuerte der Fahrer wohl sein Fahrzeug. Nahezu ungebremst raste er durch die Büsche ins Seitenaus und kam in einem angrenzenden Acker erst zum Stehen. Der LkW-Fahrer hielt an, schaute nach dem Fahrer und verständigte dann Polizei und DRK. Der schwerverletzte Pkw-Fahrer aus konnte erst geborgen werden, nachdem Notarzt und Sanitäter seinen Kreislauf stabilisiert hatten. Am Fahrzeug des 19jährigen Hohenlohers enstand Totalschaden.

Ausflugstip zu Himmelfahrt
Fichtenau-Wildenstein. Holz und Linolschnitte, Bücher und Malbriefe des Künstlers HAP Grieshaber sind derzeit im Rathaus von Fichtenaus-Wildenstein zu entdecken und zu betrachten. Gezeigt wird auch ein Video über Leben und Werk des Holzschnitt-Künstlers, der vor achtzehn Jahren bereits verstorben ist. Anlaß, die Werke bis zum 24. Mai auszustellen, ist der 90jähige Geburtstag des Künstlers. Die Gemeindeverwaltung meint, ein Besuch dieser Ausstellung im Rathaus von Wildenstein sei auch ein lohnendes Ziel für den Himmelfahrts-Ausflug. Sie wird am Feiertag das Rathaus von 14 bis 17 Uhr geöffnet halten.

Dampfzug fährt
Gaildorf. Sowohl der Kochrtal- als auch der Murrtal-Express fahren heute an Himmelfahrt von Gaildorf aus mit Dampfloks. Der Murrtal-Express fährt nach Backnang und zurück und macht auch an den größeren Orten Station. Der Kochertal-Express macht bei Bedarf an allen Zwischenbahnhöfen im Kochertal Halt und verknüpfte so die Rad- und Wanderwege mit der Bahnstrecke. Fahrscheine der DB und des VVS haben in den Dampfzügen keine Gültigkeit. Fahrkarten sind nur bei den Schaffnern im Zug erhältlich. Neben der Dampflok 64289 kommt die Dampflok 64419 zum Einsatz. Die Züge bestehen aus historischen Reisezugwagen der 30er und 50er Jahre. In beiden Zügen ist ein Speisewagen und ein Packwagen eingestellt, in dem Fahrräder und "Vatertag-Fahrzeuge" kostenlos transportiert werden.

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Freitag 14.5.1999

Zwei Tage Festen
Künzelsau. Zwei Tage lang werden die Künzelsauer morgen und am Sonntag ihr traditionelles Maienfest genießen. Auch in diesem Jahr hat die Künzelsauer Werbegemeinschaft ein attraktives Programm zusammengestellt. Zwischen dem Oberen Bach und dem Neuen Rathaus wird es allerlei Darbietungen und Aktionen sowie verlockende kulinarische Angebote geben. Offiziell eröffnet wird das Fest gegen 11.30 Uhr von Bürgermeister Volker Lenz, der dazu ein Fässchen Mai-Bock-Bier ansticht. Auch das Künzelsauer Rathaus ist an diesen beiden Tagen für den Besucherverkehr geöffnet. Die Angestellten der Stadtverwaltung stellen zum einen sich und ihre Arbeit bei Tagen der offenen Tür dar. Zum andern hat die Stadtverwaltung die sozialen Einrichtungen in der Stadt eingeladen sich im Rathaus zu präsentieren und ihre Arbeit dem hoffentlich zahlreich erscheinenden Publikum zu erklären

World Beat Festival
Kirchberg an der Jagst. Drei Tage lang gibt es von heute an bis Sonntag Weltmusik beim "Zweiten Yin & Yang World Beat Festival" in Kirchberg an der Jagst. Im Zelt und auf dem Freigelände beim Autohof Kirchberg spielen 25 Bands mit rund 130 Musikern aus 30 Ländern. Organsiator Marco Marotzke ist selbst begeistert über die Musikergrößen, die es gelang, für die drei Tage in die Hohenloher Provinz zu holen. Farafina zum Beispiel, eine der festen Größen der Welt-Musik, die von Peter Gabriels Label betreut werden. "Denn die sind wirklich gut". Marshall Whyler ist eine weitere Größe auf dem Festival: Der wohl weltbeste Didgeridoo-Spieler bringt noch weitere Größen der Branche mit, "die wir uns sonst nie hätten leisten können", so Marco Marotzke. Er hofft, das auch das zweite Yin & Yang Worls Beat Festival zu einem Fest der Begegnung für alle wird. Als Organisator bittet er aber, obwohl das Festgelände nahe der Autobahn liegt, nicht mit dem Auto zum Festival zu kommen zumindest aber Fahrgemeinschaften zu bilden. Von Crailsheim aus hat er für alle drei Tage sogar einen Bus-Schuttle-Dienst organisiert, der stündlich bis nachts um zwei das Festgelände anfährt.

Döring nach Kuwait
Schwäbisch Hall. Entdecken bald die Araber das grüne Hohenloher Land als Urlaubsland? Wirtschaftsminister Dr Walter Döring jedenfalls will bei seiner Reise nach Kuwait, die er heute antritt auch darauf hinweisen. Denn nach Arabien fährt der Schwäbisch Haller Walter Döring auch als Präsident des baden-württembergischen Tourismusverbandes. Insbesondere für die Bäder und Kurstädte in Baden-Württemberg will der Minister dabei in Kuwait werben. In Baden-Württemberg könne man Kuren und Urlaub machen auf höchstem Nieveau. Hauptaugenmerk der Kuwaitreise gilt aber den materiellen außenwirtschaftlichen Beziehungen des Landes. Immerhin exportiert Baden-Württmberg jährlich Produkte für rund 200 Mio Mark nach Kuwait. Das entspricht etwa 20 Prozent des gesamten Deutschen Handels mit dem Wüstenstaat am Persischen Golf. Dörings Reise, der sich von einem Expertenteam begleiten läßt, dauert bis zum 17. Mai.

Jetzt online
Braunsbach. Die Kochertalgemeinde Braunsbach ist jetzt online im World Wide Web des Internet abrufbar. Unter der Adresse www.braunsbach.de kann man sich alle Informationen über die Gemeinde anklicken: Telefonnummern und Adressen, Rathaus, Kirchen und öffentlichen Einrichtunegn sowie praktisch alle Firmen, die sich in Braunsbach angesiedelt haben. Betreut wird das Gesamtkonzept Braunsbach von der privaten Anbieterfirma KommmOnline, die dafür sorgen will, daß die Internetseiten der Gemeinde Braunsbach keine tote Hülle sind, auf denen nach dem Hochladen nie wieder etwas passiert. Besucher sollten - das gilt übrigens für alle Angebte im Netz - häufiger die Gästebücher für Kommentar und Einträge nutzen. Nur so bekommen die Anbieter und Betreiber das notwendige Feed Back, um die Seiten ständig interesssant und aktuell zu halten.

Glashalle aus Stimpfach
Frankfurt/Stimpfach. Die Verlängerung des alten Flugsteiges A am Frankfurter Flughafen wird gegenwärtig von der Stimpfacher Fensterbaufirma Schneider gebaut. Die ganz aus Glaselementen bestehende Erweiterung wird mit zwei rechteckigen Gebäudekomplexen um 523 Meter verlängert und bekommt zwölf neue Fluggaststeige. Rund 20.000 Quadratmeter Alumminium Glasfassaden und 200 Quadratmeter Glas-Alu-Lichtdächer werden gebaut. Rund 800 drei auf neun Meter große und jeweils über eine Tonne schwere Elemente gehen für dieses Projekt in Stimpfach in Serienfertigung. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 20 Mio Mark. Nach dem Bundeskanzleramt in Berlin hat sich die Firma aus dem Schwäbisch Haller Landkreis damit innerhalb kürzester Zeit ein zweites lukratives und öffentlichkeitswirksames Bauvorhaben gesichert.

Neue Fachklasse
Landkreis Schwäbisch Hall. Der Kreistagsausschuss empfahl jetzt einstimmig die Einrichtung einer Fachklasse für das neue Berufsbild "Automobilkaufmann/frau" an der Kaufmännischen Schule in Hall. Der Unterricht in der Fachklasse soll zum Beginn des Schuljahres 1999/2000 aufgenommen werden. Offen steht das neue Angebot für Schüler aus dem Landkreis Hall wie dem Hohenlohekreis. Die "Technische Grundbildung" wird dabei in Absprache mit der Gewerblichen Schule organisiert. Sämtliche Partner des dualen Ausbildungssystems stehen hinter diesem neuen Ausbildungsberuf. Die Einrichtung der Fachklasse sei auch eine "willkommene Stärkung" des Schulstandortes, hieß es bei den Kreisräten.

Outdoor-Station
Künzelsau. In Künzelsau gibt es jetzt für Outdor-Freak eine Kanu, Skate und Bike Station, die - so die Betreiber - mit einem riesigen Verleihkontingent ausgestattet ist. Selbst Klassenfahrten und Betriebsausflüge können ausgestattet werden. Zudem bietet die Station ausgearbeitete Touren und Tagesprogramme an. Nächste Woche will die Station mit einem großen Opening am Künzelsauer Campingplatz die Outdoor-Saison 99 einläuten.

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Samstag 15.5.1999

Standhaft trotz Verfolgung
Schwäbisch Hall. Keinen gelben Stern sondern ein lila Dreieck trugen die von den Nazis verfolgten Zeugen Jehovas auf ihrer KZ-Kleidung. Mit einem gestern abend beginnenden Veranstaltungs-programm und einer Ausstellung werden Einzelschicksale und die Verfolgung der Glaubensgruppe in einen Kontext zur Verfolgung anderer "vergessener" Gruppen gestellt, wie etwa Sinti und Roma. Dies, so Michael Laumer vom regionalen Infodienst der Zeugen Jehovas, versuche man auch bei der Vortragsveranstaltung herauszuarbeiten. Insbesondere das 'Warum` sich Zeugen Jehovas damals gegen Hitler gestellt hatten, ja sogar als eine der ersten sich sehr massiv gegen die Gleichschaltung wehrten: nicht aus politischen Gründen, sondern aus Überzeugung. Wie sollte auch eine Gruppe, die sich das Heil von Gott erwartet, einen Menschen mit "Heil Hitler" grüßen? Als zweiten Aspekt werden in der Ausstellung auch die anderen verfolgten Gruppen in den Raum gestellt. Insbesondere die Sinti und Roma oder die Homosexuellen, die damals ebenso verfolgt wurden. Hierzu hat man auch zur Vortragsreihe Fachreferenten eingeladen. Heute abend werden die Vorträge auch in russischer Sprache gehalten, da sich vor allem unter den Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion viele für das Thema interessieren und hinter dem eisernen Vorhang wenig von der Aufarbeitung der Geschichte des Nazireiches mitbekommen haben. Vor allem unter den Aussiedlern haben die Zeugen jehovas in den letzten Jahren auch zahlreiche neuen Glaubensbrüder und -Schwestern gewinnen können.

Kabelwürger war gedungener Mörder
Kirchberg an der Jagst. Der per Polizeifahndung gesuchte Kabelwürger, der als angeblicher Tramper Anfang der Woche einen 24jährigen vom Rücksitz des Autos aus mit einem Stromkabel würgte, war ein gedungener Mörder. Die Ehefrau des Angegriffenen steckte hinter dem Ganzen, so Polizeisprecher Hans-Ulrich Stuiber. Sie hatte über einen Bekannten in Crailsheim Kontakt zu dem ebenfalls 24jährigen Täter aus Ostdeutschland aufgenommen und ihm 14.000 Mark für die Tat angeboten. Ein weiterer Bekannter hatte das Auto gefahren und den angeblichen Tramper mitgenommen. Zur Tat war der gedungene Täter geschritten, als der Fahrer des Wagens wie verabredet in einem Waldstück "mal austreten" musste. Nur seiner heftigen Gegenwehr verdankte der 24jährige Angegriffene, daß der Mordversuch scheiterte. Nachdem die Polizei Anfang der Woche ein Phantombild des Täters veröffentlicht hatte, gabe es Hinweise aus der Bevölkerung, die schließlich gestern zur Festnahme aller vier beteiligten Personen führte.

Kehrer und Schäufele beschädigt
Schwäbisch Hall. Unliebsamen Besuch hatten die beiden Automatenpuppen im Häuschen auf der Schwäbisch Haller Rittersbrücke. Frau Kehrer und Frau Schäufele, die beiden sprechenden Kunstautomatenpuppen des Haller Künstlers Bernhard Deutsch wurden beschädigt, als bislang noch unbekannte Täter gestern Nacht die Türen zum dem Häuschen eintraten, in dem "die beiden Damen seit Jahr und Tag wohnen" und Passanten mit ihren bissigen und hintersinnigen Kommentaren zum Schmunzeln bringen. Abgesehen hatten es die Täter auf das Kleingeld im Kunstautomaten.

Autoknacker in der Stadt
Schwäbisch Hall. Autoknacker trieben in der Nacht auf Freitag ihr Unwesen in der Haller Innenstadt. Auf dem Haller Haalplatz schlugen sie bei vier Autos die Scheiben ein und öffneten die Türen. Doch erbeutet wurden nur einige Parkmünzen. Auch ein Auto im Froschgraben wurde auf dieselbe Weise geknackt. Dort schlitzten sie auch noch das Verdeck auf. Der Gesamtschaden an den Fahrzeugen ist erheblich, kann aber noch nicht beziffert werden.

Etat verabschiedet
Michelbach an der Bilz. Auch die Gemeinde Michelbach hat jetzt endlich ihren Etat für das laufende Jahr verabschiedet. Er hat ein Volumen von 11,7 Mio Mark. Rund 8,6 Mio Mark stehen im Verwaltungshaushalt und 3,07 Mio im Vermögenshaushalt. Ausgeglichen wird der Haushalt mit neuen Schulden von etwas mehr als einer halben Mio Mark. Nach Abzug von Kreditrückzahlungen verbleibt eine Neuverschuldung von 182.000 Mark. Zum Jahresende wird dies den Schuldenstand der Gemeinde auf 1425 Mark je Einwohner erhöht haben. Michelbach gehört aber damit immer noch zu den weniger verschuldeten Gemeinden im Landkreis Hall.

Ehrungen
Künzelsau. Blutspender und erfolgreiche Sportler werden heute um 10 Uhr im Künzelsauer Rathaus geehrt, das ab 14 Uhr auch für zwei Tage der offenen Tür für Besucher geöffnet wird. Im großen Sitzungssaal des Rathauses und im Foyer gibt es zahlreiche Ausstellungen: einmal Kunst von Timo Wuerz, zum andern stellen sich die Hilfsorganisationen von Künzelsau vor. Bei einem Rundgang vom Erdgeschoss bis zum Turmzimmer lassen sich auch die Angestellten und Beamten des Rathauses über die Schulter schauen. Anlaß für die Tage der offenen Tür ist das Maifest der Werbegemeinschaft, das rund um das Rathaus und am Oberen Bach stattfindet.

Ausstellung Sühnekreuze
Wackershofen. Sühnekreuze des Crailsheimer Künstlers Gerhard Frank sind derzeit bei der Scheune am historischen Steigengasthaus im Hohenloher Freilandmuseum von Wackershofen ausgestellt. Die Frank'schen Bilder bilden einen starken Gegensatz zur sonnig-unbeschwerten Ausflugsstimmung. Für Gerhard Frank sind die Sühnekreuze eine weitere Facette seiner Beschäftigung mit der Hohenloher Heimat, die schon in den "Reihenansichten" die zentrale Rolle spielte. Waren es bei der Reihern vorwiegend die formalen Aspekte, so treten bei den "Sühnekreuzen" vor allem historische Zusammenhänge ins Blickfeld. Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert waren Sühnekreuze gebräuchlich. Sie dokumentierten, daß ein Mörder seine Blutschuld gesühnt hatte. Gefängnisstrafen vor allem für höhergestellte Personen waren damal nach tödlichen verlaufenen Streitigkeiten eher die Ausnahme. Da den Kreuzen etwas Unheimliches anhaftete, machten die Menschen in der Regel einen Bogen um sie - und trugen damit zum Erhalt der heute noch etwa hundert Kreuze in der Region bei.

Römerturm erneuert
Mainhardt. Mit Spenden von rund 15.000 Mark haben es die Gailsbacher und Mainhardter Bürger geschafft, ihren alten Römerturm am Limes zu erhalten und wiedererstehen zu lassen. In widerstandsfähigem Lärchenholz wurde der Turm saniert und erneuert. Auch die Gemeinde Mainhardt und der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald steuerten Mittel zur Finanzierung bei. An Himmelfahrt wurde der sanierte Turm mit einem Fest und einem Platzkonzert des Musikvereins Gailsbach wiedereingeweiht.

Kaufhaus der anderen Art
Crailsheim. Die Neue Arbeit auf dem Lande hat in Crailsheim ein Kaufhaus der anderen Art eröffnet: eine Möbelhalle in der wiederaufgearbeitete alte Möbel zu äußerst günstigen Preisen angeboten werden. Vier zuvor langzeitarbeitslose Kräfte konnte fest angestellt werden. Auf 600 Quadratmetern werden von der diakonischen Hilfsorganisation Neue Arbeit auf dem Lande, die im gesamten Kreisgebiet tätig ist, jetzt komplette Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küchern aber auch Einzelmöbel angeboten. Crailsheims Dekan Peter Pfitzenmaier und Baubürgermeister Josef Klug gehörten zu den Ehrengästen der Neueröffnung. Pfitzenmaier betonte, daß man den Verein bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen wollen, denn viele Menschen kannten und kennen den Verein und seinen segensreichen Nutzen bisher noch nicht.

Spargelschälen zugunsten Krebsverein
Schwäbisch Hall. Drei Spitzenköche, die der Organisation europäischer Spitzenköche angehören, werden auf dem Haller Marktplatz Spargel schälen. Hans-Peter Merk, Küchenschef im Hotel Ratskeller und Restaurant Ratskeller, Uwe Rössler, Sternekoch aus dem Schloß Hotel Vellberg und Josef Wolf vom ebenfalls ausgezeichneten Flairhotel Wolf und Restaurant Eisenbahn tun dies natürlich nicht umsonst. Wer seine auf dem Markt gekauften frischen Spargel geschält mit nach Hause nehmen und sich diese von der Hausfrau nicht gerade geliebte Arbeit ersparen will, muß einen kleinen Obulus geben. Das so gesammelte Geld kommt wie im vergangenen jahr bei einer gleichartigen Aktion dem Haller Kinderkrebsverein zugute.

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Sonntag 16.5.1999

Reifen geplatzt: tot
Rothenburg. Tödliche Verletzungen zog sich ein 40jähriger Autofahrer aus dem Raum Crailsheim zu. Ein Reifenplatzer bei Tempo 200 wurde ihm zum Verhängnis. Das Unglück passierte auf der Autobahn A7 auf Höhe von Rothenburg. Als der linke Hinterreifen platzte überschlug sich das Fahrzeug des 40jährigen nach Zeugenaussagen mehrmals. Für der Mann, der alleine in seinem Wagen saß, kam jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot aus seinem total demolierten Fahrzeug geborgen werden.

Kochen in alten Bauernküchen
Wackershofen. Zum Kochen in alten Bauernküchen lädt heute das Hohenloher Freilandmuseum von Wackershofen ein. Mitarbeiterinnen des Museums bereiten heute ab 11 Uhr nach alten, oft nur mündlich überlieferten Rezepten jahreszeitlich übliche Gerichte zu: es gibt Grünkernküchle, Gschmorchel und geriebenen Kartoffelsalat. Über-die-Schulter-Schauen beim Kochen am offenen Feuer ist ausdrücklich erwünscht. Und kleine Portionen zum Probieren gibt es für die Besucher natürlich auch.

4000 Mark erspielt
Schwäbisch Hall. Obwohl der Kosovo mit seinen Schreckensmeldungen die Medien beherrscht, hat die Haller Hondurashilfe dazu aufgerufen, die Opfer in Mittel- und Südamerika nicht zu vergessen. Dort hat ja nicht nur der Hurrikan "Mitch" Millionen Opfer gefordert, auch ein Erdbeben in Kolumbien am 25. Januar hatte verheerende Folgen. Für diese Menschen veranstaltete der Verein am Himmelfahrtstag ein Benefizkonzert. Drei Bands spielten umsonst, die Stadt Schwäbisch Hall hatte gratis die Halle zur Verfügung gestellt: doch nur 300 Menschen kamen. Immerhin brachte dies dennoch rund 4000 Mark in die Kasse. Geld, das direkt nach Kolumbien geht. Marta Cano, eine der Sprecherinnen der Hondurashilfe, stammt aus der am schwersten betroffenen Stadt Armenia und verfügt dort über direkte Kontakte, sodaß die Hilfsgelder des Vereines nicht in dunkle Kanäle fließen können.

Kurzmeldungen aus der Wirtschaft
Cröffelbach. Generationswechsel bei der Innung Sanitär-Heizung-Klima. Als neuer Obermeister wurde bei der Versammlung im Cröffelbacher 'Ochsen' der Sulzdorfer Walter Frank gewählt.
Crailsheim/Blaufelden. Die beiden Autohäuser Linke und Rappold wurden von der VAG erneut als Sieger im Service-Wettbewerb ausgezeichnet. Beide Firmen schnitten bei dem jährlich unter 2600 Vertragswerkstätten veranstalteten Qualitätssicherungswettbewerb mit hervorragenden Leistungen ab und konnten als Preis den sogenannten "VAG-Oscar" entgegennehmen.
Crailsheim. Einen Wechsel gab es in der Führung der Deutsche Bank-Filiale Crailsheim. Lucia de Vecchi heißt die neue Leiterin. Sie löst Ulrich Wild ab, der nach viereinhalb Jahren in Crailsheim zum Leiter des Finanz Centers der Deutschen Bank in Heilbronn ernannt wurde.
Gaildorf.Einen Sonderstempel, eine Ganzssachenpostkarte und einen Sonderumschlag herausgebracht hat die Deutsche Post AG zum Jubiläum "600 Jahre Altes Schloss in Gaildorf". Gestern und heute konnte bzw. kann man diese im Weißen Saal des Schlosses bei der dort stattfindenden Briefmarkenbörse erwerben.

54 in 7
Schwäbisch Hall. In nur sieben Nächten gelang es einer "Bande" 54 Autos zu knacken. Wie sich schließlich herausstellte, steckten hinter der vermuteten "Bande" lediglich zwei Jugendliche aus Schwäbisch Hall. Die geständigen Jugendlichen wurden jetzt vom Jugendschöffengericht verurteilt. Das Duo, das immer jeweils eines der geknackten Fahrzeuge für weitere Streifzüge benutzte, war in seiner siebten Nacht am 9. Januar auf der alten Bundesstaße 14 zwischen Crailsheim und Hall bei einer zufälligen Polizeikontrolle erwischt worden. Keiner der beiden Autoknacker hatte je einen Führerschein besessen. Einer bekam jetzt eine Jugendstrafe von zwei Jahren und acht Monaten, die er auch absitzen muß. Er ist Wiederholungstäter, da er schon 1995 einmal wegen Autoaufbrüchen verurteilt worden war. Sein Kumpel kam mit zwei Jahren auf Bewährung glimpflicher davon.

Geschäftsstelle in der Hauptstadt
Weikersheim. Das Studienzentrum Weikersheim, einst unter seinem Vorsitzendenden Ex-Ministerpräsident Hans Filbinger als rechtslastige Denkfabrik in Verruf gekommen, verlegt den Sitz seiner Geschäftsstelle in die Bundeshauptstadt Berlin. Filbingers Nachfolger, der Künzelsauer Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang von Stetten gilt in der CDU ebenfalls als "strammer Rechtsausleger". Er nahm bei der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle unweit des Brandenburger Tores und des Reichstages ("aktueller und historischer geht es nicht", so von Stetten in seiner Rede), den 85jährigen Ehrenpräsidenten des Studienzentrums in Schutz. Filbinger sei verleumdet worden -zum Teil durch gefälschte Dokumente der Stasi. Zur Erinnerung: Filbinger musste in den 70ern seinen Hut als Ministerpräsident Baden-Württembergs nehmen, als bekannt wurde, daß er noch wenige Stunden vor Ende des Zweiten Weltkrieges als Marinerichter Todesurteile gegen desertierte Soldaten gefällt hatte.

70 Töpfer
Sindringen. Zum zwölften Mal gibt es an diesem Wochenende den Töpfermarkt von Sindringen im Kochertal. International besetzt ist dieser "Kunsthandwerker"-Markt mit Töpfern aus Frankreich, Belgien, Österreich, den Niederlanden und natürlich aus Deutschland. Dabei hatten sich mehr als doppelt soviele, nämlich 165 Keramiker um einen Stand in Sindringen beworben. Neben den Verkaufsständen gibt es auch Vorführungen, einen Kindertöpferkurs, Musik von Hans Spielnmann und natürlich Essen und Trinken an den Ständen der örtlichen Vereine in der Kelter. Auch heute noch ist der Markt von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Weizsäckertag
Öhringen. Das gesamte Hotel Württemberger Hof war am gestrigen Samstag nur für eine einzige Familie da: für die Familie von Weizsäcker, die an diesem Wochenende mit rund 100 Teilnehmern ihren Familientag feiert. Neben Familienmitgliedern aus den USA und aus Frankreich logierten auch Ex Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der Pysiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker sowie der angesehen Umweltexperte und Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker im vor wenigen Monaten erst wieder eröffneten Hotel. Abgehalten wurde der rein private Familientag im Blauen Saals des Öhringer Schlosses, unter anderem mit einem Vortrag von Ernst Ulrich von Weizsäcker über sein neuestes Buch "Faktor 4". Heute befindet sich die aus Hohenlohe (von der Bernhardsmühle bei Neuenstein) stammende Familie auf Exkursionstour zu den Schlössern Waldenburg und Langenburg.

Gaildorfer Kunststück
Gaildorf. Die "Limpurger Hauptstadt" Gaildorf hat ein neues Kunstwerk, an dem sich die Geister scheiden können. Die Hinterlassenschaft des ersten offiziellen Stadtmalers hatte nicht einmal ein Jahr im öffentlichen Raum der Kocherstadt überlebt. Jetzt hat die gegenwärtige Stadtmalerin Sabine Arnold ihr Kunstwerk, ihr Geschenk an die Stadt für das erhaltene Stipendium hinterlegt: einen Glaswürfel auf Edelstahl, der gegenüber dem Alten Schloß plaziert wurde. Im bzw. unterm Glaswürfel die Konterfeis von 640 Gaildorfern, die von der Künstlerin im Laufe des vergangenen halben Jahres fotografiert worden waren. Gestern wurde das Kunstwerk von Bürgermeister Kurt Engel feierlich enthüllt.

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Montag 17.5.1999

Heute NVH-Beschluss
Hohenlohekreis. Über das künftige Finanzkonzept des Nahverkehres Hohenlohe hat der Kreistag bei seiner heutigen Sitzung in der Kelter von Bretzfeld-Geddelsbach zu entscheiden. In Klausur-tagungen hatte sich das Gremium mit der von Jahr zu Jahr deutlicher werdenden defizitären Lage des öffentlichen Nahverkehres schon vor einigen Wochen befasst. Fast 4,5 Mio Mark zahlt der Landkreis für 1998 aus eigenen Finanzen an den NVH. Dazu kommen 8,2 Mio Mark aus den Schülerbeförderungen, die der Landkreis aber durch Zuschüsse des Landes und Einnahmen von den Eltern wiederbekommt. Durch künftig bessere Betriebsergebnisse und mit Hilfe des neuen, heute zu beschließenden Finanzkonzeptes erhofft man sich beim Hohenlohekreis, daß sich der Eigenbetrieb Nahverkehr Hohenlohe künftig zu 80 Prozent aus seinen eigenen Erträgen finanzieren kann. Das würde einem jährlichen Zuschuss für den Nahverkehr aus dem Kreisetat von nicht mehr als vier Mio Mark jährlich entsprechen. Die Kreistagssitzung beginnt heute um 14.30 Uhr

Umwandlung in AG
Erlangen/Crailsheim. Die Heitec GmbH Erlangen, Software-Systemhaus für Integrated Technologies und Automatisierungslösungen, wird noch in diesem Jahr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern an 14 Standorten in Deutschlang Tschechien und der Slowakei erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 50 Mio Mark. Einer der 14 Standorte ist Crailsheim, ein weiterer in der Region die Stadt Heilbronn.

Lehrschwimmbecken geschlossen
Schwäbisch Hall. Das Lehrschwimmbecken der Schwäbisch Haller Behinderten Einrichtung Sonnenhof wurde vom Gesundheitsamt geschlossen. Bei Routinekontrollen waren in den Warmwasserleitungen der Duschen sogenannte Legionellen gefunden worden, Bakterien, die nach Einatmen (etwa von feinverstäubtem Wasserdampf aus den Duschen) eine gefährliche Lungenentzündung, die sgenannte Legionärskrankheit auslösen können. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem verläuft diese Krankheit tödlich. Zwar wurden in den vergangenen zwölf Monaten drei Todesfälle im Sonnenhof bekannt, doch keiner beruhte auf einer Lungenentzündung. Legionellen vermehren sich besonders gut in Wasser das um die 50 Grad warm ist. Unter 40 Grad vermehren sie sich nicht, über 60 Grad sterben die Bakterien ab. Unklar ist, wie die Bakterien ins Leitungssystem von insgesamt drei Häusern im Sonnenhof kamen.

VGH-Verhandlung vor Ort
Michelfeld. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim, höchstes Verwaltungsgericht in Baden-Württemberg, tagt morgen vor Ort in der Michelfelder Steinäckerhalle. Es geht um den Gipsabbau im Naherholungsgebiet Streifleswald. Nach einer Ortsbesichtigung geht es in mündlicher Verhandlung um die Rechtmäßigkeit eines Gemeinderatsbeschlusses aus dem Jahr 1986. Damals hatte der Michelfelder Rat den Gipsabbau abgelehnt. Ein Urteil wird allerdings erst nach Pfingsten erwartet. Die Entscheidung hat auch Auswirkungen auf zwei weitere Verfahren. Zum einen klagen die betroffenen Firmen gegen das Land, das den Gemeinderatsbeschluss vor 13 Jahren als rechtmäßig anerkannte, auf 10 Mio Mark Schadensersatz. Zum anderen steht noch ein Normenkontrollverfahren aus, bei dem es um die Rechtmäßigkeit eines Bebauungs- bzw. "Nicht"-Bebauungsplanes geht, mit dem die Gemeinde ihr Naturerholungsgebiet Streifleswald schützen will.

Im Verkauf immer schwieriger
Schwäbisch Hall. Seine ordentliche Hauptversammlung hält heute der Schwäbisch Haller Bund der Selbständigen ab. Gastreferent des Abends im Hotel Hohenlohe ist der Agraringenieur Matthias Schulze, der über unkonventionelle Wege im Handelsabsatz sprechen wird. Seinen Schwerpunkt legt er dabei auf Direktvermarktung und Marketingstrategien. Denn der tägliche Kampf im Handel um die Gunst de Verbrauchers wird immer schwieriger. Motto des Vortrages: Wie erreichen wir den Konsuzmenten?" Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 20 Uhr

Anti-Kriegs-Initiative
Schwäbisch Hall. Rund um ausgetretene Grüne, VVN, PDS und nicht parteilich gebundene Friedensfreunde hat sich die Initiative "Schluß mit dem Krieg" in Schwäbisch Hall gebildet. In einer Veranstaltung heute Abend wollen sie ihre Ablehnung des NATO-Angriffskrieges gegen Serbien weiteren Kreisen in der Bevölkerung verdeutlichen. Sie laden deshalb alle Kriegsgegner und Friedensfreunde zu zwei Veranstaltung in den Haller Löwenkeller ein. Heute Abend ab 20 Uhr referiert Arno Neuber vom Beirat der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen über die "Neue Strategie der NATO im Krieg gegen Jugoslawien". Dabei geht es unter anderem um die politisch umstrittene aber von weiten Teilen der europäischen Politik geduldete "Selbstmandatierung" der NATO. Am kommenden Donnerstag wird es ab 17.30 Uhr eine kleine Kundgebung auf dem Haller Milchmarkt zur Forderung "Stoppt die Bombardierung - Jetzt sofort" geben. Dort spricht Werner Pfennig, Bundessprecher der VVN. Zur Vorbereitung der Kundgebung gibt es am Dienstag ab 20 Uhr ein Treffen im Haller Dritte-Welt-Laden.

Eugen-Heller-Preis
Gaildorf. Als der Gaildorfer Eugen Heller verfügte, daß aus seiner Stiftung an die Schulbesten der 7. und 8. Klassen jeweils Preise von 10 Mark vergeben werden sollten, war das noch viel Geld. Vor kurzem hatte der Gemeinderat beschlossen, die Preise in Euro auszuzahlen, es aber bei der Zahl zehn zu belassen. Immerhin eine Aufwertung des Preises um fast 100 Prozent. Bisher gab es beider Feierstunde zur Preisübergabe taditionell eine Lesung mit einem bekannten Autoren. Vor Jahren trat dabei schon einmal Günter Grass in Gaildorf auf. In diesem Jahr hatten sich die Initiatoren etwas anderes einfallen lassen. Statt einer für die Schüler meist "langweiligen" Lesung hatte man die "Schwäbisch Sweethearts" eingeladen eine Squaredance-Gruppe, die mit ihren Vorführungen sogar die Lehrer und Bürgermeister Kurt Engel zum Tanzen animierte.

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Dienstag 18.5.1999

Jahresbericht Diakonie
Schwäbisch Hall. Die Finanzierung diakonischer Aufgaben, insbesondere der Beratungsstellen wird immer komplizierter und schwieriger. Kostendeckelung bei exakter Leistungsbeschreibung sei in allen Bereichen, in denen es um Menschen und Schicksale geht, etwa bei Ehe- und Familienberatung, bei Betreuung und Beratung psychisch Kranker oder in der Suchthilfe ehe kontraproduktiv, so Wolfgang Engel, Leiter der Diakonischen Bezirksstelle gestern bei Abgabe des Jahresberichtes 98. Langfristig werde man sich zusätzliche Möglichkeiten der Finanzierung erschließen müssen. An seiner früheren Wirkungsstätte in der diakonischen Obdachlosenbetreuung etwa habe man sehr gute Erfahrungen mit Social Sponsering durch Firmen gemacht. Ähnliches Spenden Marketing könne die Diakonie auch in den Beratungsbereichen für Drogenabhängige, Psychisch behinderte, die Ehe- und Familienberatung oder für das Frauenschutzhaus vorstellen. Man müsse halt dafür werben und Kontakte zur freien Wirtschaft pflegen, um den einen oder anderen Dienst besser finanziell absichern zu können.

Tourismuskonzept Hohenlohekreis
Hohenlohekreis. Landkreis und Stadt Schwäbisch Hall, das Gebiet Schwäbischer Wald und Heilbronn versuchen eine Tourismus GmbH zu gründen. Eigentlich sollte auch der Hohenlohekreis dabei sein. Doch der geht eigene Wege. Man habe zwar schon bisher mit Schwäbisch Hall auf der Ebene der Fremdenverkehrsgemeinschaften intensiv zusammengearbeitet, so Hans-Günter Lang, stellvertretender Landrat im Hohenlohekreis, das wolle man auch weiter tun solange es die Sachebene und einzelne Projekte betreffe. Doch organisatorisch wolle man im Hohenlohekreis einen anderen Weg gehen. Die bisherige Fremdenverkehrsgemeinschaft werde künftig die Tourristikgemeinschaft Hohenlohe sein. "Und die Gemeinden gehen ja finanziell mit ins Boot, der Landkreis wird sich mit 100.000 Mark einbringen". Und bei einem Gesamtetat von vierhunderttausend Mark werde man sicherlich einiges bewegen können für den Hohenlohekreis.

Nahverkehr Finanzierung
Hohenlohekreis. Der Kreistag des Hohenlohekreises wird auf seiner heutigen Sitzung auch über das neue Finanzierungskonzept seines Eigenbetriebes Öffentlichen Nahverkehr NVH beraten. Bislang hatte man auf Tariferhöhungen verzichtet, da sonst der Kreis auch höherer Schülerbeförderungskosten gehabt hätte. Dieses Defizit will der Landkreis aber künftig ausgleichen. Kreiskämmerer Dietmar Striffler errechnete einen Zuschußbedarf von 1,5 Mio Mark zusätzlich zu den 20 Prozent Unterdeckung, die der NVH in seinem Wirtschaftsplan seit jeher hatte. Kein einziger Öffentlicher Nahverkehr kann sich zu 100 Prozent aus eigenem wirtschaftlichem Aufkommen finanzieren.

Gewinn bei weniger Umsatz
Ingelfingen. Trotz eines Umsatzrückgangens von 1,87 Mio auf 34,96 Mio Mark hat die Hohenloher bezugs- und Absatzgenossenschaft HOBAG im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 55.537 Mark aus. Auf Beschluß der Versammlung in Ingelfingen wurde dieser Betrag in die Rücklagen eingestellt. Auch der Rückgang der Umsatzentwicklung im landwirtschaftlichen Bedarfshandel spiegle die Situation in der Landwirtschaft wieder. 12.555 Tonnen Getreide wurde im vergangenen Jahr von der HOBAG erfasst, 400 Tonnen mehr als im Vorjahr. Geplant ist in diesem Jahr der Umzug der HOBAG-Verwaltung und Geschäftsleitung von Künzelsau nach Ingelfingen.

Mit Herzog nach Litauen
Künzelsau. Der CDU Abgeordnete des Bundestagswahlkreises Schwäbisch Hall-Hohenlohe Dr. Wolfgang von Stetten ist auch Vorsitzender der Deutsch-Baltischen Parlamentarier-Vereinigung. In dieser Eigenschaft wird der Bundestagsabgeordnete den Bundespräsidenten Dr Roman Herzog auf seinen beiden letzten Staatsbesuchen nach Litauen und Lettland begleiten. Von Stetten freut sich, wie er in einer Mitteilung an die Presse schrieb, dabei dem Bundespräsidenten auch einen Teil der Projekte zeigen zu können, die er in den vergangenen Jahren mit unterstützt hat, etwa das Unterstützungsprojekt für die ehemaligen "Wolfskinder", aus Königsberg zum Ende des Zweiten Weltkrieges nach Litauen verschleppte und vertriebene Kinder und Jugendliche, heute zwischen 60 und 70 Jahre alte Rentner. Auf dem Besuchsprogramm der heute beginnenden Reise steht u.a. auch das Haus von Thomas Mann in Nidden.

Ehrungen beim Haller BdS
Schwäbisch Hall. Mit der silbernen Ehrennadel zeichnete gestern Abend der Bund der Selbständigen zwei verdiente Mitglieder aus. Jeweils für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten die Auszeichnung die beiden ehemaligen Vorsitzenden Hannes Honold und Dieter Breitner. Hannes Honold war nicht zu seiner Zeit als Vorsitzender sondern seit seinem Eintritt auch als Stellvertretender Vorsitzender und in Ausschussämtern ununterbrochen im Vorstand. Er selbst bezeichnete sich als Fossil des Haller BdS. Dieter Breitner war bis vor wenigen Jahren Vorsitzender und gilt als Vater des Haller Stadtmarketing, dessen Fortentwicklung in Händen der Stadtverwaltung er allerdings derzeit als, vorsichtig ausgedrückt, "eher schwierig" bezeichnete.

Ungebetener Besucher
Michelfeld. Ungebetenen Besuch bekam ein Sportgeschäft im Gewerbegebiet Kerz. Wie erst jetzt bekannt wurde brachen die Täter mit einem Brecheisen schon in der Nacht zum vergangenen Freitag die Seitentüre des Gebäudes auf und drangen in die Verkaufsräume ein. Dort entwendeten die Ganoven hochwertige Sportschuhe, Tennisanzüge und Sportbekleidung im Gesamtwert von etwa 30.000 Mark. Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, müssen die Täter dabei sehr offen agiert haben, parkten etwa ihr Fahrzeug direkt vor dem Haupteingang des Geschäftes. Vermutlich fiel das Treiben auch deswegen nicht weiter auf, weil jeder zufällige Passant es für einen normalen Ladevorgang hielt. Die Kripo Hall sucht weitere Zeugen des Vorfalles.

Vorstandssitzung
Schwäbisch Hall. Der Vorstand des Schwäbisch Haller Kunstvereins tagt heute Abend in der Hirtenscheuer. das historische Gebäude zwischen Weiler- und Katharinenvorstadt diente lange Jahre als Feuerwehrmuseum und ist in den letzten Jahren vom Kunstverein als Ausstellungsraum und Treffpunkt umgestaltet worden. Auf der Tagesordnug des Vereines stehen die Ausstellungsplanung für das laufende Jahr, die weitere Ausgestaltung der Räume in der Hirtenscheuer sowie Planungen für Kunstreisen und Atelierbesuche. Gegenwärtig werden beim Haller Kunstverein Zeichnungen und Collagen der Karlsruher Künstlerin Sibylle Schlageter ausgestellt. Die Vorstandssitzung ist öffentlich für die interessierte Bevölkerung.

Wirtschaft trifft Schüler
Schwäbisch Hall. Sechs Manager namhafter baden-württembergischer Firmen, darunter die Baussparkasse Schwäbisch Hall oder Hewlett Packard nehmen sich heute Zeit, um direkt mit Schülern im Schwäbisch Haller Schulzentrum West zu sprechen. Es ist dies nach einer Startveranstaltung in Stuttgart das zweite Mal, daß ein solches, vom Wirtschaftsministerium des Landes organisiertes Treffen stattfindet. Ziel von "Unternehmer an die Schulen" ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit dem Themenkreis Existenzgründung vertraut zu machen. Die Manager informieren über Chancen, Risiken und Herausforderungen. Teilnehmen wird am Projekt in seiner Heimatstadt auch Wirtschaftsminster Dr. Walter Döring persönlich.

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Mittwoch 19.5.1999

Staatsanwalt in Bank
Öhringen. Die Staatsanwaltschaft hat Bankgebäude und Privathäuser von drei ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Volksbank Hohenlohe durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen zu einem Kreditausfall im Zusammenhang mit dem undurchsichtigen Konkurs eines Waldenburger Schrott- und Entsorgungsunternehmens. Der Bank soll dabei ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sein. Der Aufsichtsrat der Bank hatte sich relativ schnell nach Bekanntwerden des Falle im Januar von den Vorstandsmitgliedern getrennt. Ermittelt wird jetzt gegen den gesamten Vorstand der Bank wie er vor der Fusion der Öhringer und Künzelsauer mit den Banken in Kupferzell, Gerabronn und Kirchberg bestand. Nur Vorstandsvorsitzender Manfred Goeke ist vom ursprünglichen Führungsgremium noch im Amt. Der Bankvorstand tagte gestern ab dem Vormittag und war zunächst für Statements nicht zu erreichen. Am späten Nachmittag ließ Vorstandsmitglied Edmund Wahl, Gerabronn dann wissen, er bedauere, daß auch Vorstandssprecher Manfred Goeke in die Untersuchung der Staatsanwaltschaft miteinbezogen sei. Er hoffe aber, daß diese aufgrund von Medienberichten von Amts wegen gestartete Untersuchung nun endlich Klarheit in die Sache bringe und der Bank die Ruhe, die sie für ihre Geschäfte benötige. Man habe rechtzeitig Wertberichtigungen veranlasst und sei eine im Kern gesundes und leistungsfähiges Geldinstitut.

Haus der Wirtschaft im Solpark
Schwäbisch Hall. Kurz nach der Einweihungsfeier wurde erneut eine 50 Kilo-Bombe gefunden und die Leute mussten das Gelände verlassen, bis sie entschärft war. Doch die Stadt Schwäbisch Hall denkt, daß noch in diesem Jahr die ersten neuen Firmen im Konversionsgebiet Solpark ihre Gebäude erstellen werden. Eingeweiht wurde gestern offiziell das sogenannte Haller Haus der Wirtschaft. Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Steinbeis-Technologiezentrum, Wirtschaftsförderung des Landkreises, das Amt für Wirtschaft der Stadt, dazu innovative Firmen und eine private Fachhochschule: alles unter einem Dach. "Das", so Oberbürgermeister Hermann Josef Pelgrimm, "ist eine einmalige Kombination und gibt es so wohl nirgends sonst. Das neue Gewerbegebiet Solpark bietet für alle Investoren und Existenzgründer kurze Wege."

Arbeitsloseninitiativen im Gespräch
Schwäbisch Hall. Alle mit der Betreuung von Arbeitslosen in Hohenlohe befassten Organisationen trafen sich gestern am späten Nachmittag mit Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring und den FDP-Politikern Ulrich Heinrich und Dr Ulrich Noll zu einem Gedankenaustausch im Schwäbisch Haller Hotel Kronprinz. Erlacher Höher, Neue Arbeit auf dem Lande, die Selbsthilfeorganisation Telearbeit und die Diakonie klagten über die Schwierigkeiten, ihre Hilfen für Langzeitarbeitslose und solche, die durch jegliche Masche des sozialen Netztes gerutscht seien, überhaupt noch verlässlich zu finanzieren. Jahr für Jahr stünden selbst die Helfer vor der Bedrohung, mangels rechtzeitiger Zusage staatlicher Zuschüsse für die Projekte selbst in die Arbeitslosigkeit zu rutschen. Zumindest, so Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring, gehe es angesichts der Haushaltslage öffentlicher Kassen für ihn darum, die Lage der Hilfsorganisationen nicht zu verschlechtern. Zum andern sei es wichtig, daß die Politik sich engagiere und bei der Wirtschaft für diese Einrichtrungen werbe. Er als Wirtschaftsminister könne da sicher das eine oder andere tun.

Unternehmer in der Schule
Schwäbisch Hall. Rund 150 Schüler in Schwäbisch Hall hatten am gestrigen Schultag Diskussionen mit Unternehmern auf dem Stundenplan. Sechs baden-württembergische Top-Manager waren ans Erasmus Widmann Gymnasium gekommen. Vor knapp einem Jahr hatte Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring die Idee bei einer Tagung des Jugendhilfe Kuratoriums im Schwäbisch Haller Arbeitsamt erstmals öffentlich kundgetan, solche Kontakte zu organisieren. Döring will mehr Schüler dazu animieren nach Schule und Studium eine selbständige Existenz aufzubauen. Viel zu wenige fassten einen solchen Lebensplan ins Auge, so Döring. In Baden-Württemberg gebe es eine Selbständigenquote von unter 10 Prozent. Er wolle wenigstens erreichen, daß es 15 Prozent würden. Dazu aber brauche er ihre Unterstützung, habe er den Unternehmern gesagt. Es reiche nicht, wenn sie an ihn 'hinjammerten', die Schulen würden zu wenig auf die Selbständigkeit, die Existenzgründung, das Unternehmertum vorbereiten. Das Ergebis seines Appells sei überwältigend gewesen. Von 200 angeschriebenen Unternehmern hätten 199 ihre Bereitschafterklärt, an Schulen zu gehen.

Kein Fehlbetrag im Kreishaushalt
Landkreis Schwäbisch Hall. Auch der 98er-Etat des Landkreises Schwäbisch Hall schloß ohne den erwarteten Fehlbetrag ab. Die aktuelle Haushaltssituation mache deutlich, schrieb auch das Regierungspräsidium in seiner Genehmigung des 99er Etats, daß die andauernden Bemühungen des Landkreises um eine nachhaltige Konsolidierung stabilisierende Wirkung entfalten. Das Regierungspräsidium rät dem Landkreis, seine Bemühungen um Ausgabendisziplin fortzuführen. Der Landkreis hatte seine positiven Jahresabschlüsse allerdings nur erreicht, nachdem er die Tilgungen für alte Schulden ausgesetzt hat und diese erst im kommenden Jahr wieder aufnehmen wird.

Trotta im Hohenlohekreis
Künzelsau. Die Fachhochschul-Außenstelle in Künzelsau ist auf Dauer gesichert. So sieht es zumindest der baden-württembergische Forschungsminister Klaus von Trotha, der zu einer Europawahlveranstaltung im Kochertal war. Daß sich so eine Fachhochschule aber auch rechnen muß, zeigen die in der Vergangenheit immer wieder auftauchende Schließungsgerüchte. Nachdem es nun aber grünes Licht für die zusätzliche Studienrichtung Sportmanagement gegeben habe, "sollte damit endgültig Schluß sein", so von Trotha. Man werde allerdings künftig größere finanzielle Beiträge der Studierenden und ihrer Eltern erwarten müssen.

Mühlentag im Limpurger Land
Oberrot/Murrhardt. Der 6. Deutschen Mühlentag findet am kommenden Pfingstmontag statt. Er wird um 10.30 Uhr in der Murrhardter Rümelinsmühle eröffnet. Zwischen Oberrot und Gschwend sind zahlreiche Mühlen zur Besichtigung frei. 68 sind es insgesamt entlang des Mühlenweges zwischen Mudau im Odenwald und der Unteren Kapfenhardter Mühle im Nordschwarzwald. Wie der Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, Dr. Gerhard Fritz aus Murrhardt, mitteilt, steht der diesjährige Mühlentag bereits unter dem Vorzeichen der Jahrestagung 2000. Dann werden erstmals im Südwesten mehrere hundert Mühlenfachleute aus ganz Deutschland erwartet.

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Donnerstag 20.5.1999

Textil gewinnt gegen Gasthaus
Schwäbisch Hall. Der Schwäbisch Haller Drei König, Traditionsgasthaus inmitten der Stadt seit mindestens 300 Jahren, hat gestern verloren. Der Gemeinderat stimmte nach einer emotional geführten Debatte mit 23 gegen 10 Stimmen für die Ansiedlung eines Textilkaufhauses in dem historischen Gebäude. Dabei diskutierte man im Haller Gemeinderat ein weiteres Mal mit verschobenen Fronten: die SPD geführte Stadtverwaltung mit CDU und FWV gegen GRöNE und Teile der SPD. Kritisiert wurde ein weiteres Mal heftig die Vorgehensweise der Stadtverwaltung, die es nicht für notwendig halte, dem Gemeinderat eine umfassende Vorlage, die auch andere, als die von der Verwaltung selbst favorisierte Lösung enthalte vorzulegen. Dies, so Grüne Rätin Andrea Hermann, sei auch eine Form der Manipulation. SPD Fraktionsvorsitzender Dieter Vogt sah im Gemeinderatsbeschluss eine Richtungsentscheidung über den Umgang mit der historischen Altstadt. Mit dem kompletten rund acht Mio Mark teuren Umbau, bei dem nur die Fassade übrigbleibe, gehe ein weiteres Stück Geschichte unwiederbringlich verloren. Da sei ein kompletter Abriss mit anschließendem Neubau ehrlicher. Argument der Gegenseite und Kaufhausbefürworter: Für diese Gaststätte im Innenstadtbereich gebe es keinen Bedarf mehr. Das Gebäude sei nach Sanierung gastronomisch nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben und erfordere jährliche Defizitabdeckungen von 300.000 Mark und mehr.

Landesgelder zugesagt
Schwäbisch Hall. Zur Entwicklung im Konversionsgebiet Solpark erwartet die Schwäbisch Haller Stadtverwaltung weitere Hilfen aus Europa, vom Bund und vom Land. Insbesondere die Entkontaminierung des des alten Kasernengeländes Geländes sprengt den bisherigen Zuschußrahmen von zehn Millionen Mark. Aber auch der Umbau des alten Wehrmachtshangars zur Messehalle und die dringend erforderliche Anbindung des entstehenden Gewerbegebietes an die Autobahn sind teurer als vorauszusehen. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring stellte für das Jahr 2000 einen weiteren Zuschuss des Landes in Höhe von zwei Millionen Mark in Aussicht. Beantragt hat die Stadt auch Gelder aus einem EU-Programm, das speziell für die Konversion militärischen Geländes in zivile Einrichtungen aufgelegt wurde. Hier wird das Wirtschaftsministerium Ende des Jahres entscheiden - welche der ihm vorgelegten Förderprojekte es befürwortet. Auch bei diesem Programm sind die Mittel begrenzt und durch gestellte Anträge schon weit überzeichnet. Mit im Boot beim städtischen Konversionsprojekt Solpark ist der Landkreis Hall. Er zog mit seiner Wirtschaftsförderungsgesellschaft ins neue Haus der Wirtschaft. Der Landkreis wird bei seiner Wirtschaftsförderung von der Kreissparkasse jährlich mit 150.000 Mark unterstützt.

Neues Haus der Diakonie
Crailsheim. 2,9 Mio Mark wird der evangelische Kirchenbezirk Crailsheim für ein neues Haus der Diakonie auf dem Crailsheimer Kreuzberg aufbringen. Das Gebäude, so Crailsheims Dekan Peter Pfitzenmaier soll im Juli 2000 bezogen werden. Untergebracht werden dort die Suchtberatung, die Psychologische Beratungsstelle und eine Sozialstation. Von der Landeskirche wird der Kirchenbezirk voraussichtlich 800.000 Mark Zuschüsse zum Bau erhalten.

Kein Bedarf
Gaildorf. Die Gemeinden des Limpurger Landes haben trotz manchen Unmuts über Entscheidungen des Baurechtsamts im Haller Landratsamt keinen Bedarf an einem eigenen Amt in Gaildorf. Die Bürgermeister Roland Miola (Fichtenberg) und Heinrich Krockenberger (Sulzbach-Laufen) haben nach eigenen Angaben mit dem Haller Amt keine Probleme. "Wir waren mit einigen negativen Entscheidungen konfrontiert", so Oberrots Bürgermeister Werner Strack, "doch die wurden ausgeräumt und bei uns gibt es keine Bestrebungen in Richtung eines eigenen Amtes fürs Limpurger Land. Gaildorfs Bürgermeister Kurt Engel erklärte, man dürfe die Sache mit einem eigenen Baurechtsamt nicht ganz aus den Augen verlieren. Aber durch die Änderungen bei den Gebührenordnungen im Bauwesen wäre von vorneherein klar, daß diese Einnahmen nicht einmal die entstehenden Kosten decken würden. "Ohne Not werden wir die Wege zu einem eigenen Baurechtsamt nicht gehen", stellte auch Engel klar.

Handgranate in Briefkasten: acht Monate
Künzelsau. Acht Monate auf Bewährung bekam ein 22jähriger Bundeswehrsoldat vor dem Amtsgericht Künzelsau jetzt aufgebrummt. Er hatte einen Droh- und Beleidigungsbrief samt Handgranate in den Briefkasten eines Richters geworfen, weil dieser in einem Zivilprozess ein Versäumnisurteil gegen den Angeklagten erlassen hatte. Was der 22jährige Wehrdienstleistende "halt als Spass" bezeichnete, hatte eine umfassende Polizeiaktion ausgelöst. "Beim nächsten Mal wird es Dir die Eier wegfetzen", hatte der Angeklagte im Handgranatenbrief gedroht und: "Du bist bald tot. Wir von Macht und Ehre sind ultra rechts. Wir verehren Adolf Hitler und Rudolf Hess". Klar, daß die Polizei darauf heftig reagierte und auch der Richter meinte "Wer so einen hirnrissigen Unsinn schreibt, kann ihn auch tun." Bewährung hielt er für gerade noch machbar. Zudem muß der junge Mann 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Schon wieder: Zug gegen Auto
Gaildorf. Schon wieder krachte es zwischen Auto und Triebwagen auf der Nebenbahnstrecke der Württembergischen Eisenbahngesellschaft von Gaildorf nach Untergröningen im Kochertal. Es war der fünfte Unfall dieser Art innerhalb eines Jahres. Ein 60jähriger Autofahrer hatte sowohl das blinkende Rotlicht als auch das Herannahen des Triebwagens mißachtet bzw. übersehen. Das Auto wurde nach dem Aufprall 50 Meter weit auf den Gleisen mitgeschleift und die Gaildorfer Freiwillige Feuerwehr mußte die verkeilten Wagen mit einer Hydraulikschere trennen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Es entstand ein Sachschaden von rund 110.000 Mark

Schulbau wird Rathaus
Bühlerzell. Nachdem die Verwaltung von Bühlerzell im Innerortsbereich vergeblich nach einem Standort für ein neues Rathaus gesucht hatte, beschloss jetzt der Gemeinderat, das alte Schulgebäude als Rathaus umzubauen. Die Verwaltung hatte dies lange Zeit abgelehnt, musste sich nun aber den Realtäten beugen. Unter vier Architekturbüros will man jetzt einen beschränkten Wettbewerb durchführen. Ein Planungsauftrag soll noch im Sommer vergeben werden. Kosten wird der Umbau, mit dem man voraussichtlich im Herbst 2000 beginnen kann, voraussichtlich 2,7 Mio Mark.

Ägyptischer Auftrag
Crailsheim. Zehntausend Mark Anzahlung in bar, Auftragswert 2,5 Mio Mark. Eine Gruppe ägyptischer Händler war nach Abschluß der Messe Interpack vor wenigen Tagen in Crailsheim bei der Firma Groninger aufgetaucht und hatte die Order für zwei Flaschenabfüllanlagen für die Pharmazie erteilt. Für die Crailsheimer Verpackungsmaschinenfabrik, die derzeit im benachbarten Schnelldorf eine Fabrikerweiterung plant, war dieser ungewöhnliche Geschäftsabschluß sozusagen das Tüpfelchen auf dem i zu einem erfolgreichen Messeauftritt.

Tulpen für Brot
Crailsheim. Eine erfolgreiche Verbindung von Schulunterricht im Fach Biologie und einer Hilfsaktion brachten jetzt die Schüler einer sechsten Realschulklasse in Crailsheim zu Ende. Sie hatten seit dem Frühjahr Tulpenzwiebeln nach Lehrplan gepflanzt, das Wachstum kontrolliert und beschrieben. Nach dem Aufblühen der Zwiebeln wurden die Tulpen an Bekannte und auf dem freien Markt verkauft. Fast 600 Mark kamen auf diese Weise zusammen, die jetzt an die Welthungerhilfe als Spende für ein Projekt Schulfrühstück in der peruanischen Hauptstadt Lima gingen.

Knochenfunde
Bretzfeld. Beim Bretzfelder Teilort Unterheimbach im Hohenlohekreis haben Spaziergänger Teile von mehreren menschlichen Skeletten gefunden. Die Knochenfragmente waren auf einem Acker verteilt. Untersucht werden die Knochenfunde in einem gerichtsmedizinischen Institut, das den älteren Ursprungs der Knochen bestätigte. Ein Verbrechen kann nach derzeitigen Ermittlungen weitgehend ausgeschlossen werden. Die Knochen wurden bei Baggerarbeiten freigelegt und mit der aufgeschütteten Erde auf dem späteren Fundort verteilt. Möglicherweise ist der Bagger auf eine unbekannte historische Grabstelle gestossen.

Rauchwolken über Künzelsau
Künzelsau. Für Aufregung sorgte gestern Vormittag ein Feuer auf dem Gelände des alten Milchwerkes in Künzelsau. Dicke Rauchwolken hingen über der Stadt. Das Feuer ausgebrochen war, wie schon vor wenigen Tagen ähnlich im Schwäbisch Haller Konversionsgebiet Solpark bei Abbruch-Schweißarbeiten. Altes Baumaterial war in Brand geraten. Doch die Feuerwehr, die mit 30 Mann im Einsatz war, konnte keine Messungen auf Schadstoffe mehr vornehmen. Bei ihrem Eintreffen waren die Rauchwolken schon zu hoch und lösten sich zudem rasch auf. Allerdings konnte auch der Wirtschafts-kontrolldienst anschließend im Löschwasser keinerlei erhöhte Schadstoffkonzentrationen finden. Man geht davon aus, daß bei dem Brand keine Gefährdung der Künzelsauer Bevölkerung bestand. Sachschaden entstand keiner, da das brennende Material sowieso als Abfall abgefahren worden wäre.

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Freitag 21.5.1999

Heute beginnt Siedersfest
Schwäbisch Hall. Mit einer Auftaktveranstaltung, traditionell in einem der zahlreichen Teilorte Schwäbisch Halls (in diesem Jahr in Eltershofen) beginnt heute Abend das Kuchen- und Brunnenfest der Haller Sieder. Neues, Modernes verbindet sich hier alljährlich zu Pfingsten mit überlieferten Traditionen und lockt von Samstag bis Montag Tausende von Besuchern nach Schwäbisch Hall. Auch das historische Programm, so Robert Spoden, Tourismuschef in Hall, wird von den Siedern und ihrem Verein Alt Hall immer wieder ergänzt. So gibt es neu eine althällische Trinkstube und ein Geschichtenprogramm für Kinder. Und wie schon im vergangenen Jahr wird auch in diesem Jahr ein Falschspieler aus der Trinkstube als Delinquent im Gefängniswagen durch die Stadt geführt und in den Schuldturm eingesperrt.

11 Tonnen Hilfsgüter
Crailsheim. Fernsehberichte waren die Motivation für ein Crailsheimer Unternehmerpaar, eine Hilfsaktion zu starten. Doch nicht Geld- sondern Sachspenden wollten die Crailsheimer für Flüchtlinge in Albanien sammeln. Über geschäftliche Beziehungen, Nachbarn, Freunde, Bekannte und Verwandte kamen schließlich 11,5 Tonnen unterschiedlichste Hilfsgüter im Wert von rund 50.000 Mark zusammen. Auf 15 Paletten wurden die Hilfsgüter gestern auf den Weg gebracht. Sie gehen mit einem Transport des Arbeiter-Samariter-Bundes nach Albanien. Insgesamt beteiligten sich 29 Firmen und sechs Kindergärten an der Aktion

Nicht in unserem Namen
Schwäbisch Hall. Auf rund 150 Personen wuchs die Menge im Lauf der Kundgebung an, die sich gestern am Haller Milchmarkt gegen den Krieg in Jugoslawien wandte. Menschen jeglichen Alters sind betroffen über das ungeheure Leid, das anderen Menschen zugefügt wird, nur weil Politiker einen anderen Politiker bestrafen wollen, gegen den selbst sie aber nicht vorgehen. In den Medien werde versucht den Eindruck zu vermitteln, als zerstörten die Bomben nur Sachen, Brücken, Sendeanlagen Kraftwerke, Panzer. Doch in den Panzern sitzen Menschen, vom Strom der Kraftwerke hängen Menschenleben ab, bei den Sendeanlagen arbeiten Journalisten und über die Brücken fuhren Menschen in Bussen und Zügen. Der Hauptredner der Kundgebung bezeichnete, wie viele andere auch, diesen Krieg als nach dem deutschen Grundgesetz für verfassungswidrig. Der Artikel 25 des Grundgesetzes verbiete schon die Vorbereitung eines Angriffskrieges. Kriege beginnen in den Köpfen, so der Redner, und deshalb müsse auch in den Köpfen vorsorge getroffen werden für den Frieden. "Die Bomben fallen nicht in unsere Namen..." beginnt ein offener Brief an die Menschen in Jugoslawien, der ab dem Wochenende im Haller Dritte-Welt-Laden zur Unterschrift aufliegt. In diesem Brief wird auch die deutsche Regierung aufgefordert, die Kampfhandlungen einzustellen und die Grenzen für die Opfer dieses Konfliktes unverzüglich und großzügig zu öffnen.

Gutachten über ÖPNV
Schwäbisch Hall. Für rund 60.000 Mark wird sich der Landkreis Schwäbisch Hall jetzt ein Gutachten über den Öffentlichen Personen Nahverkehr im südlichen Landkreis erstellen lassen. Insbesondere geht es hier um den Erhalt der Nebenbahnstrecke im Kochertal zwischen Gaildorf und Untergröningen.

Senkung der Strompreise
Schwäbisch Hall. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall werden ihre Strompreise zum 1. Juli senken. Dennoch kann die Stromrechnung steigen, denn die zum 1. April bereits eingeführte Ökosteuer frißt die Einsparungen wieder auf. Gleichzeitig mit der Senkung der Arbeitspreise werden allerdings auch die Grundpreise angehoben. So kommt eine durchschnittliche Preissenkung von 5,2 Prozent zustande. Die Ökosteuer verteuert jedes Kilowatt Strom, inklusive Mehrwertsteuer um 2,32 Pfennige. Andere, vor allem die kleineren Stromlieferanten in der Region, die von der großen EnBW abhängig sind, haben ihre neuen Tarifstrukturen noch nicht bekannt gegeben. Sie müssen sich an der EnBW orientieren, die in diesem Jahr erstmals statt getrennter Tariftabellen bei Badenwerk und Energieversorgung Schwaben ein gemeinsames Tarifwerk anbieten. Doch hier sind die Verhandlungen der EnBW mit dem Wirtschaftsministerium noch nicht abgeschlossen. Dort werden heute die letzten Gespräche geführt und Mitte nächster Woche die Tarife bekanntgegeben.

Busverkehr blockiert
Schwäbisch Hall. Eine Linie fiel ganz aus, zwei weitere Buslinien des Haller Stadtverkehrs hatten erhebliche Verspätungen: Ursache. An der Haller Rittersbrücke, über die ausschließlich Omnibusse fahren dürfen, hatte ein 63jähriger Mann sein Auto quer vor die Brückenauffahrt geparkt, sodaß in die Heimbacher Gasse hinein ein Busstau entstand. Doch der Mann weigerte sich ohne ersichtlichen Grund sein Fahrzeug wegzubewegen, sodaß sich das Busunternehmen schließlich gezwungen sah, die Polizei zu rufen. Der Mann wurde in vorläufigen gewahrsam genommen. Wie sich im Verhör herausstellte, hatte der Man eine Stunde zuvor bereits eine Ähnliche Aktion gestartet, allerdings mit weniger durchschlagendem "Erfolg". Einen Grund für sein Verhalten wollte er allerdings auch der Polizei gegenüber nicht nennen.

Hohenloher Volksfest
Blaufelden. Entgegen bisherigen Gepflogenheiten beginnt das Hohenloher Volksfest in Blaufelden in diesem Jahr bereits am Freitagabend. Festwirt Stefan Adanietz veranstaltet im Festzelt eine Ballermann-Mega-Party. Offizieller Fassanstich aber erst am Samstagabend. Erstmals sticht der neue Blaufelder Bürgermeister Klaus Köger ein Fass an. Höhepunkt und Abschluß des Festes ist am Dienstag ab 16:30 Uhr die Politisches Kuttelei, zu der man in diesem Jahr den CDU-Fraktionsvorsitzenden der Landtagsfraktion Günther Oettinger eingeladen hat. Der große Krämermarkt zum Volksfest wird - in diesem Jahr mit 140 Ständen - am Pfingstsonntagmorgen nach der Kirche eröffnet. Und in der Festhalle zeigen 42 Aussteller auf einer Messe das neueste aus den Bereichen Umwelt und Energie.

Neue Flüchtlinge
Crailsheim. Die Anfang der Woche im Land eingetroffenen zusätzlichen Kosovo-Kontingent-Flüchtlinge werden heute auf verschiedene Sammelunterkünfte im Land verteilt. Acht der 215 Kosovo-Albaner sind der Sammelunterkunft in Crailsheim zugeteilt. Auch die Landkreise Main-Tauber und Hohenlohekreis sowie die Stadt Heilbronn müssen jeweils acht Leute aufnehmen. Dem Landkreis Heilbronn werden 20 Flüchtlinge zugeteilt. Derzeit sind in der Region 102 Kosovo-Flüchtlinge untergebracht.

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Samstag 22.5.1999

Kritik an Stadtverwaltung
Schwäbisch hall. Eine aktive Zusammenarbeit mit der Stadt sei zur Zeit kaum möglich, kritisiert der Haller Bund der Selbständigen. Insbesondere beim Stadtmarketing, das der BdS jahrelang versucht habe anzuschieben, bewege sich die Stadt überhaupt nicht. Es gebe weder klare Vorstellungen, keine Satzung, keine konkreten Konzepte, dort weiterzumachen, wo der Prozess Stadtmarketing mit dem BdS angekommen sei. Eigentlich habe man im Stadtmarketing auf das sogenannte Gelsenkirchener Modell gesetzt. Doch in der Stadtverwaltung gebe es keine Zeichen irgendeiner Aktivität in dieser Richtung weiterzumachen. Man sei von der Stadt enttäuscht, so Vorsitzender Dieter Klenk bei der jüngsten Hauptversammlung des Haller Bundes der Selbständigen.

Wieder Eberbacher Gassenfest
Eberbach an der Jagst. Wegen Überfüllung und Helferfrust hatte der Vorstand der Hüttenfreunde Eberbach beschlossen im vergangenen Jahr kein Gassenfest in Eberbach zu veranstalten. Doch der "Protest" gegen diese Entscheidung ebbte im Hohenlohischen nicht ab. Das "Hohenloher Woodstock" mit zuletzt 16.000 Gästen in dem kleinen 400 Einwohnerort an der Jagst hatte zuletzt zuviele Probleme gemacht und die Helfer hatten soviel Frust, daß sie nicht weitermachen wollten. In diesem Jahr aber soll es nun doch wieder weitergehen. Die Organisation des festes soll aber nicht mehr allein auf den Schultern der Hüttenfreunde lasten. Andere Vereine und Organisationen sollen mit eigenen Ständen präsent sein und mit ihren Mitgliedern helfen. Das gassenfest selbst soll seinen Charakter behalten Geplant sind Musik und Kleinskunst auf fünf Bühnen im Ort. Doch konkret gibt es zur Zeit noch wenig Informationen. "Es stehen erst etwa 30 Prozent des Programmes", so Sprecher Hans-Hermann Haßler. Mit dabei sind die Gruppe "Hiss" und die "Bogus Brothers"

Hochwasserdamm fertig
Niedernhall. Der Hochwasserdamm bei Niedernhall, der künftig Gewerbegebiet und Altstadt vor einem Jahrhunderthochwasser schützen soll ist fertig. Zusätzlich zum 700.000-Mark teuren Damm, wovon die Stadt Niedernhall 30 Prozent selbst zu bezahlen hat, wurde in Niedernhall auch eine 500.000 Mark teure Hochwasserpumpe angeschafft, die auch über Keller und Kanalisation eindringendes Wasser aus der Stadt fernhalten soll. Ein "gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis" nannte Bürgermeister Emil Kalmbach die 700.000 Mark bei der "Einweihung" des Dammes. Immerhin hat das Jahrhunderthochwasser von 1993 in Niedernhall einen Sachschaden von über 30 Mio Mark verursacht.

Ex BM übernimmt Kirchenkasse
Blaufelden. Der ehemalige Bürgermeister von Blaufelden, Kurt Mündlein, der in diesem Jahr nach drei Amtsperioden nicht mehr kandidiert hatte, übernahm jetzt die Kirchenkasse des Bezirkes Blaufelden. Als Kirchenpfleger und Kirchenbezirksrechner hofft Mündlein mehr Freiraum für sich und seine Familie zu haben. Sein Vorgänger als Kirchenpfleger, Thomas Siegele wechselte in die erweiterte Geschäftsführung der Diakoniestation, die vor wenigen Wochen erst ins neue Gemeindehaus bzw. den Dekanatsanbau umzog.

Kritik an Tourismus
Braunsbach. Heftige Kritik übte jetzt Braunsbachs Bürgermeister Ulrich Naas an der Entscheidung des Hohenlohekreises, künftig eigene Wege gehen zu wollen. Alle Ansätze, die man in den vergangenen Jahren entwickelt habe, so Naas, der bis vor wenigen Monaten Vorsitzender der aufgelösten Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbisch Hall war, gingen jetzt kaputt. Man müsse praktisch bei Null anfangen. Die Entscheidung der 16 Gemeinden des kleinsten Landkreises in Baden-Württemberg, sich nicht an der geplanten Tourismus GmbH zu beteiligen und stattdessen mit einem 400.000-Mark-Etat als Touristikgemeinschaft "Flagge zu zeigen" für Hohenlohe. Ein "eigenes Süppchen" zu kochen mit dem Zauberwort "Kooperation" als Würze, das bringe nichts. Kooperation habe es auch bisher schon gegeben, ohne, daß der große Durchbruch erzielt worden sei. Aus der geplanten Tourismus GmbH auszusteigen und von Gemeinsamkeit und von "Flagge zeigen zu reden, das ist fast schon Zynismus pur", so Ulrich Naas. "Aber was soll's. Schließlich tut's ein Tischwimpelchen auch."

Museumsfest bei Würth
Gaisbach. Das weithin bekannte Museum Würth in Künzelsau-Gaisbach ruft am Pfingstsonntag wieder zu seinem berühmten Museumsfest. Da am Wochenende auch das Ende der großen Spanien-Ausstellung ansteht und auf die nächste Ausstellung mit dem keramischen Werk von Pablo Picasso hingewiesen wird, die dann ab 5. Juni zu sehen sein wird geht es in diesem Jahr recht spanisch zu, so Dorothea Druckenmüller vom Museum Würth. Es gibt spanisches Essen, eine Gypsy-Band spielt und am Nachmittag des Museumsfestes gibt es Straßentheater mit dem Stück Don Quichote.

Auch Caritas weiter dabei
Schwäbisch Hall. Das Caritas-Zentrum Schwäbisch Hall-Crailsheim und das Haus der Diakonie weisen in einer gemeinsamen Presseerklärung darauf hin, daß im Landkreis Hall sowohl Diakonie als auch die Caritas als staatlich anerkannte Beratungsstellen gemäß Paragraf 219 tätig sind. Im vergangenen Jahr hatte die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstellen der katholischen Kirche durch einen Brief des Papstes besondere öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Anders als viele andere Beratungsstellen im katholischen Bereich ist die Caritas Schwäbisch Hall-Crailsheim jedoch weiterhin tätig und versucht gemeinsam mit den Hilfesuchenden Perspektiven zu entwickeln. Sowohl Diakonie als auch Caritas sind über den Arbeitskreis anerkannter Beratungsstellen miteinander vernetzt.

Falscher 500er
Schwäbisch hall. Einen falschen 500 Mark Schein bei einer Bank eintauschen wollte gestern ein 28jähriger in Schwäbisch hall. Wie der Mann gegenüber der Kriminalpolizei angab, hatte er den Schein von einem Bekannten in Bosnien bekommen. In dessen Auftrag sollte er die Geldnote wechseln. Die Ermittlungen dauern noch an.

Suchaktion
Satteldorf. Ein große Suchaktion wurde gestern am Nachmittag gestartet, als zwei Zeuginnen per Handy meldeten ein gekentertes Kanu mit einem etwa 30 Jahre alten Kanufahrer treibe auf das Wehr bei der Jagstbrücke Neidenfels zu. 24 Polizeibeamte und drei Helfer des DLRG mit einem Boot suchten die Jagst ab, konnten aber weder das gemeldet rote Kanu, noch den Mann entdecken. Die Aktion musste ergebnislos abgebrochen werden. Die Polizei ruft weitere Zeigen auf, die den Kajakfahrer gesehen haben. Auch der Kajakfahrer selbst sollte sich bei der Polizei melden, sollte er das sichere Ufer erreicht haben.

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Pfingsten 1999

Geld für Gymnasium
Schwäbisch Hall. Die Erweiterung des Gymnasiums St. Michael wird vom Land mit 3,4 Millionen Mark bezuschusst. Die Bauarbeiten für ein weiteres Stockwerk auf dem Flachdachgebäude aus den frühen 60ern hatten bereits im Sommer vergangenen Jahres begonnen. 5,1 Millionen Mark soll die Erweiterung Kosten. Der Regelzuschuss an die Stadt Hall beträgt zwar nur 1,68 Millionen Mark, doch weil am Gymnasium viele auswärtige Schüler unterrichtet werden, steigert sich dieser Betrag auf 3,4 Millinen, so der Wahlkreisabgeordnete Ernst Keitel, der zum Wochenende berichtete, daß die Stadt mit dieser Maßnahme ins Schulbauförderprogramm übernommen wurde.

Neun Verse
Eltershofen. Mit einem etwas längern Trinkspruch als noch bei seiner "Premiere" vor einem Jahr in Bibersfeld eröffnete Halls Oberbürgermeister Hermann Josef Pelgrim am Freitagabend die Pfingstfesttage. Das Kuchen- und Brunnenfest der Haller Sieder begann in diesem Jahr im Teilort Eltershofen. 25 Zeilen in neun Versen mit viel Lokalkolorit gab Pelgrim am Platz vor der Festscheune zum Besten.

Keine offizielle Verabschiedung
Crailsheim. Die ursprünglich für den 11. Juni geplante offizielle Verabschiedung des Crailsheimer Oberbürgermeisters Georg Schlenvoigt wird es nicht geben. Grund sind Unstimmigkeiten über die Größenordnung eines solchen Festes. Eine Gästeliste Schlenvoigts hatte zwischen 700 und 800 Namen enthalten, was dem Crailsheimer Finanzbürgermeister Harald Rilk zuviele waren. Bei der Amtseinsetzung von Schlenvoigts Nachfolger Andreas Raab seien nur 150 Leute geladen, so die Begründung. Nicht dabei: Georg Schlenvoigt. Der wollte von seiner Liste niemand streichen und verzichtet nun lieber ganz auf eine Verabschiedung.

Brenzausstellung geht zu Ende
Schwäbisch Hall. Weit über 10.000 Menschen haben die Ausstellung über den vor 500 Jahren geborenen württembergischen Reformator Johannes Brenz in Schwäbisch Hall besucht. Führungen im Hällisch-Fränkischen Museum mussten teilweise im Halbstundentakt angeboten werden. Die Ausstellung ist noch bis Pfingstmontag zu sehen.

Gefördertes Hotelprojekt
Eschental. Das drei Millionen Mark Projekt Wellness-Hotel Krone in Kupferzell-Eschental wird wie das Heu-Hotel Dörzbach vom LEADERII-Programm der Europäischen Union gefördert. Das Programm, das Ende des Jahres ausläuft, fördert insbesondere Direktmarketing und Tourismus-Projekte im Hohenlohischen. Der Landgasthof Krone in Eschental wird mit dem neuen Gästehaus und 25 neuen Zimmern auf drei Etagen zum Wellness-Hotel ausgebaut. Im Gästehaus untergebracht sind auch ein kleines Schwimmbad mit Gegenstromanlage, Wasserfall, Massagedüsen und Sprudelbad, sowie Solarium, Dampfbad, Sauna und Fitnessraum. Zum ersten Spatenstich waren auch der Geschäftsführer der neuen Hohenlohe Touristik, Andreas Dürr, Hohenlohes stellvertretender Landrat hans-Günter Lang, der Bürgremeister von Kupferzell Joachim von Wangenheim und als Ehrengast der Vizepräsident des Landesgewerbeamtes Stuttgart, Friedrich Bullinger anwesend, um dieses für die Tourismus-Wirtschaft des Landkreises so wichtige Projekt auf den Weg zu bringen.

Erstes Auswärtsspiel
Schwäbisch Hall/Karlsruhe. Die Schwäbisch Hall Unicorns, Zweitligamannschaft im American Football mit Ambitionen ganz nach oben, treten heute ihr erstes Auswärtsspiel an. Gegner sind die Karlsruhe Greifs, die derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, zwei Plätze hinter den Hallern rangieren. Verzichten müssen die Haller, auf ihren Runningback Benjamin Ehlers, der wegen einer angeblichen Tätlichkeit im Spiel gegen Mannheim für ein Spiel gesperrt ist. Spielbeginn heute ist um 16 Uhr.

Bähnle auf Video
Künzelsau. Es soll Leute geben, die immer noch von der Wiederbelebung der Bahnstrecke Waldenburg Forchtenberg durchs Kochertal träumen. Doch mittlerweile wurden an der seit mehr als 10 Jahren stillgelegten Trasse mancherorts schon die Schienen entfernt. Die Bahn hat das Gelände an die einzelnen Gemeinden veräußert. Und die müssten sich erst mal einigen, bevor man auch nur einen Gedanken an eine wie auch immer geartete Wiederinbetriebnahme verwenden sollte. Doch für alle Eisenbahnfreunde gibt es jetzt ein Video, das die knapp 100jährige Geschichte der Bahn zeigt. Neben historischen Filmaufnahmen zeigt das Video auch Szenen aus dem Bahnbetrieb der letzten Jahre, als die Kochertalbahn nur noch bis Künzelsau fuhr. Das Video ist erhältlich bei der Interessengemeinschaft Kochertalbahn, die nach weiterem Bildmaterial, Filmsequenzen, Fotos und Dokumenten sucht.

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Dienstag 25.5.1999

Weniger Besucher
Schwäbisch Hall. Weniger Besucher als im vergangenen Jahr kamen zum Kuchen- und Brunnenfest nach Schwäbisch Hall. Gezählt wurden nur knapp 20.000 zahlende und damit deutlich weniger Gäste als im Vorjahr, die der unsicheren Witterung zum Trotz das historisierende Spektakel der Schwäbisch Haller Sieder sich zu Gemüte führten. Das Pfingstfest in Hall ist eine Mischung aus historisch verbürgten Traditionen der Salzsiederszunft und von Zeit zu Zeit modernisiertem Historienspiel, das von Mitgliedern des Vereines "Alt Hall" seit etwas mehr als 100 Jahren speziell für den Fremdenverkehr alljährlich inszeniert wird. Echte Salzsieder gibt es heute in Hall nicht mehr. Doch ihre Nachkommen beziehen bis heute in unveränderter Höhe eine Rente, die sie dem damaligen Württembergischen König abgehandelt hatten, der die Haller Saline im vergangenen Jahrhundert geschlossen hatte.

Künstlicher See
Wolpertshausen. Ein kleiner künstlicher See von 85 Metern Länge und 20 Metern Breite wird noch in diesem Sommer auf der Hohenloher Ebene bei Wolpertshausen entstehen. Mit einem Fassungsvermögen von 3400 Kubikmetern Wasser soll der See dem Ausgleich nicht immer gleichmäßiger Bewässerung eines großgärtnerisch genutzten Geländes, vor allem von Salatfeldern dienen. Der Folienteich soll über ein Bewässerungs-Pumpennetz aus dem nahen Bach Schmerach gepeist werden.

Oettinger bei Kuttelei
Blaufelden. Der Stuttgarter CDU-Fraktionsvorsitzende Günther Oettinger kommt heute am Spätnachmittag nach Blaufelden. Oettinger ist Hauptredner der politischen Kuttelei, der etwas anderen Abschlußkundgebung des Hohenloher Volksfestes. Wenn er heute ab 16.30 Uhr in der Versteigerungshalle über das Thema Landwirtschaft redet, dann muß sich der Fraktionsvorsitzende allerdings hüten. Hatte der Landespolitiker den Hohenlohern, insbesondere den Blaufeldern doch einen gewissen Sinn zur Lebensfreude, eine Neigung zu Lust und Vergnügen attestiert, verbunden mit einem kleinen Zusatz von List und Verschlagenheit. Gerade diese sprichwörtliche Schlitzöhrigkeit aber ist es, die für Spannung bei der Blaufelder Kuttelei sorgt. Oettingers Vorgänger im letzten Jahr übrigens war der Grüne mittlerweile zum Bundestagsfraktionsvorsitzenden aufgestiegene Rezzo Schlauch.

Neue kommen aus Neuenstein
Künzelsau. Die Pfarrstelle für Erwachsenenbildung in Hohenlohe ist wieder besetzt: Nachdem Pfarrer Jakob Betz vergangenen August wieder in den aktiven Gemeindedienst nach Wangen im Allgäu ging, wurde jetzt nach einem dreiviertel Jahr Vakanz das Ehepaar Ulrike und Gerhard Kern in das neue Amt eingeführt. Die Pfarrersleute hatten sich zuvor 13 Jahre lang die Pfarrstelle in Neuenstein geteilt. Jetzt sind sie für rund 160 Kirchengemeinden zwischen Gaildorf und Blaufelden, Crailsheim und Öhringen in der Erwachsenenbildung zuständig. Sie werden in dieser Woche ihr Büro in den neugeschaffenen Räumen in der Künzelsauer Oberamteistraße beziehen.

Neue Stühle
Schwäbisch Hall. Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall bekommen neue Stühle. Ein Jahr vor dem 75jährigen Bestehen schon erhält das Haller Sommertheater dieses großzügige Geschenk von der in Hall ansässigen "Recaro Aircraft Seating". Die seit langem gewünschte neue Bestuhlung wird am 1. Juni von Recaro-Chef Werner Abt und dem Industrie-Designer Hartmut Schürg an den Intendanten Achim Plato und Oberbürgermeister Hermann Josef Pelgrim, als Vorsitzendem des Vereines Haller Freilichtspiele übergeben.

Geschwindigkeitskontrollen
Landkreis Schwäbisch Hall. Das Haller Landratsamt hat jetzt die statistischen Zahlen zu den in seiner Regie durchgeführten Verkehrskontrollen des vergangenen Jahres veröffentlicht. Geld verdienen läßt sich mit den Geschwindigkeitskontrollen im Landkreis Hall allerdings kaum. 670 Messungen davon 121 auf freier Strecke wurden gemacht, und zwar an an 207 verschiedenen Stellen im gesamten Landkreis. Überprüft wurden dabei 307.085 Fahrzeuge, wovon 11.427 mit Verwarnungs- oder Bußgeld beanstandet wurden. 68 Mal wurden Fahrverbote verhängt. Die Gesamteinnahmen betrugen 535.924 Mark. Dem standen ohne die Abschreibungen der angeschafften Messgeräte Ausgaben von 516.631 Mark gegenüber. Als im Landkreis Hall 1993 eigene Kontrollen eingeführt wurden, waren noch rund sechs Prozent der Autofahrer deutlich zu schnell, im Jahr 1998 lag die Zahl bei 2,8 Prozent. Im April 1999 wurden rund 3,4 Prozent der gemessenen Autofahrer beanstandet.

Architektenwettbewerb entschieden
Neuenstein. Der Architektenwettbewerb zum neuen Altenheim in Neuenstein ist entschieden. Der mit 45.000 Mark dotierte Preis ging an den Gaildorfer Architekten Hans-Christoph Lamparter. An der Ausschreibung der Hohenloher Krankenhaus GmbH hatten sich 22 Architekten und Architektenteams beteiligt. Die Entwürfe und Pläne aller 22 eingereichten Arbeiten sind in dieser Woche im Evangelischen Gemeindehaus Neuenstein tagsüber von 9 bis 16 Uhr zu besichtigen.

Seit Pfingsten täglich
Jagsthausen. "Es lebe die Freiheit" heißt ein Film, der aus Anlaß des Jubiläums "50 Jahre Burgfestspiele" über Jagsthausen gedreht wurde. Seit Pfingstsonntag wird er im restaurierten Gewölbekeller der Jagsthauser Burg als Video-Installation auf drei Leinwänden im Halbstundentakt gezeigt, täglich von 10 bis 20 Uhr. Gezeigt werden Menschen und Landschaften im Wandel der Jahreszeiten und natürlich das Theater. Historische Fotos aus 50 Jahren Burgfestspiele ergänzen Aufnahmen der letzjährigen Götzfestspiele zum rundum stimmigen Film. Burgfestspielchefin Alexandra Freifrau von Berlichingen bezeichnete den Film als die zweite Überraschung des Jubiuläumsjahres, nachdem Anfang Mai bereits vom Bundespräsidenten Roman Herzog höchstpersönlich eine Buchprojekt vorgestellt wurde. Ein drittes Geheimnis wird noch folgen. Es soll am 6. Juni von Bildhauer Gunther Stilling gelüftet werden.

Auswärtsspiel gewonnen
Schwäbisch Hall/Karlsruhe. Die Unicorns, American-Football Zweitligisten aus Schwäbisch Hall, haben am Pfingstsonntag ihr erstes Auswärtsspiel der Saison bei den Karlsruhe Greifs gewonnen. mit 16:8 nahmen die Schwäbisch Hall Unicorns wichtige Punkte für ihr Ziel mit nach Hause, in dieser Saison Tabellensieger zu werden und in die erste Liga aufzusteigen. Ihre Position haben die Unicorns zwar gefestigt, stehen allerdings nach wie vor auf Platz drei der Tabelle. Pech für die Unicorns, die schon wegen Verletzungen und einer Sperre des Runningbacks Benjamin Ehlers geschwächt in die Partie gingen: nun ist auch noch Quarterback Andreas Weis verletzt und wird wohl für wenigstens ein Spiel ausfallen. Die nächsten Gegner sind die im Heimspiel als stark geltenden Tabellen-Vorletzten Allgäu-Comets.

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Mittwoch 26.5.1999

Verfolgungsjagd
Wolpertshausen. Eine Verfolgungsjagd über die Autobahn und Landstraßen bei Wolpertshausen im Landkreis Schwäbisch Hall lieferte sich der Fahrer eines Opel Calibra mit der Polizei. Als er kontrolliert werden sollte, hielt er zwar kurz an, startete dann aber urplötzlich durch und raste davon. Als ihn an der Autobahnausfahrt Wolpertshausen eine Streife mit Blaulicht und quergestelltem Fahrzeug stoppen wollte, rammte der Calibrafahrer das Polizeiauto und versuchte über die Landesstraße 1037 zu entkommen. Durch den Unfall jedoch war sein Auto fahruntüchtig geworden. Er kam von der Straße ab und blieb im Straßengraben liegen. Beim Unfall wurden eine Polizeibeamtin sowie Beifahrerin und Fahrer im Calibra leicht verletzt. Unklar ist, weshalb sich der leicht alkoholisierte Fahrer der Kontrolle entziehen wollte. Die Ermittlungen dauern an.

Mehr Polizeipräsenz
Landkreis Schwäbisch Hall. Vor dem Hintergrund gestiegener Jugendkriminalität verstärkt die Polizei ihre Präsenz in den Innenstädten. Mit Fußstreifen werden vor allem die Straßen der Schwäbisch Haller Fußgängerzone und die Grünanlagen kontrolliert. Auch in Gaildorf und in Crailsheim sollen Kontrollen und Präsenz verstärkt werden. Unterstützt werden die Beamten der Polizeireviere dabei von der Einsatzgruppe der Bereitschafts-polizei. Doch nicht nur auf Kontrollen wird gesetzt. Die Beamten suchen auch das Gespräch mit denjenigen Personen, die durch ihr Verhalten auffallen und das Sicherheitsgefühl der Mitbürger beeinträchtigen. So soll verhindert werden, daß kleine und große Probleme überhaupt erst entstehen.

Mooswiese
Crailsheim. Traditionell von Mittwoch bis Freitag nach Pfingsten findet in Crailsheim die Mooswiese statt: der größte erhalten gebliebene Krämermarkt der Stadt. Von ursprünglich sieben Jahrmärkten Crailsheims werden heute nur noch drei abgehalten, der Martinsmark, der Thomasmarkt und der jüngste, die Mooswiese. Dieser Markt wurde 1777 in der Ansbacher Zeit der Stadt von Markgraf Karl Alexander etabliert. Rund 80 Händler aus dem süddeutschen Raum kommen ab heute zur Mooswiese nach Crailsheim, die mittlerweile jedoch nicht mehr auf der namensgebenden Wiese vor dem Spital stattfindet, sondern in der Fußgängerzone zwischen Rathaus und Johanneskirche

Wenig Interesse an Europa
Schwäbisch Hall. Als SPD-Europakandidatin Evelyne Gebhardt vor wenigen Tagen im Wahlkreis ihrer französischen Kollegin südlich von Paris war, kamen rund 100 Besucher. Beim Gegenbesuch der einstigen französischen Ministerin Marie-Noâlle Lienemann gab es im Schwäbisch Haller Hotel Adler gestern Abend nur wenige Interessenten. Europa findet derzeit kaum statt in Köpfen der Leute, so Evelyne Gebhardt. Und da sei es auch wenig hilfreich, wenn Kandidaten, die nie ein Chance haben, ins Parlament nach Straßburg zu kommen, mit bundespolitischen Themen und Gelbe-Karten-Aktionen von Europa ablenkten. Kein Wunder, daß diese Wahlen kaum jemand ernst nimmt, wenn Kandidaten nach dem uralten Motto "Hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa" aufgestellt werden. Das stamme aus Zeiten, als das Europäische Parlament tatsächlich nur abnicken konnte, was von der Kommisson kam. Doch heute gestaltet das Parlament Politik selbst. Für Marie-Noâlle Lienemann und Evelyne Gebhardt hießen die Themen an diesem Abend in Schwäbisch Hall "Europäische Sozialgesetzgebung" und "lebenswertes Europa". Wichtig hier nach Einführung des Euro: ein europäisches Mindestlohn-Niveau und die Vereinheitlichung der Verbrauchssteuern sowie Normen in der Umweltgesetzgebung. Gewählt wird am 13. Juni, und anders als bei sonstigen Wahlen schließen die Wahllokale erst um 21 Uhr.

Ab Herbst in Betrieb
Crailsheim. Das neue Hochregallager der Spedition Roll im Konversionsgebiet McKee-Barracks wird im Herbst in Betrieb gehen. Jetzt wurde am 15-Mio-Projekt Richtfest gefeiert. Vor zwei Jahren schon hatte die Spedition auf dem Gelände ihr modernes Logistikzentrum mit einer 3200 Quadratmeter großen Umschlaghalle bezogen. Unterdessen hat Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring über seine FDP-Fraktion im Landtag einen Antrag einreichen lassen, der ein weiteres Mal die Möglichkeiten der Bahnanbindung ausloten soll. Die Bahn AG hatte jedoch erst vor wenigen Monaten ihr Desinteresse an einem von Crailsheim ausgehenden Kombiverkehr bekundet, obwohl bereits seit Jahren ein privater Umschlagterminal in Betrieb war. Jetzt will die FDP erreichen, daß auch andere Bahnanbieter Angebote abgeben können und daß die Bahn AG zumindest die Rahmenbdingungen schafft, die einen derartigen Güterverkehr ab Crailsheim möglich machen.

10 Jahre Partnerschaft
Bretzfeld. Die Gemeinde Bretzfeld im Hohenlohekreis feiert ihre 10jährige Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Budaörs. 130 Gäste werden morgen erwartet. An ihrer Spitze Bürgermeister TamÖs Wittinghoff. Drei Tage lang wird in der Brettachtalhalle gefeiert. Die Gäste reisen am Sonntag zurück, erwarten dann aber einen Gegenbesuch der Bretzfelder in Budaörs vom 16. bis 19. September.

Drei Schulen gefördert
Hohenlohekreis. Auch im Hohenlohekreis werden drei Schulen in das Schulbauförderprogramm des Landes aufgenommen. Nachdem am vergangenen Wochenende bereits die Förderung des Haller St. Michaelsgymnasiums mit 3,4 Mio Mark bekannt wurde, gibt es jetzt auch Zahlen für den Hohenlohekreis. Gefördert werden die Realschule Pfedelbach mit knapp 2,6 Mio Mark, ein Erweiterungsbau des Künzelsauer Ganerben-Gymnasiums mit 2,1 Mio Mark und die Geschwister-Scholl-Schule des Landkreises für behinderte Kinder mit 3,3 Mio Mark. Insgesamt fließen so etwas mehr als acht Millionen in den Hohenlohekreis.

Chinesen im Rathaus
Schwäbisch Hall. Eine fünfköpfige Delegation aus der Chinesischen Sonderwirtschaftszone TEDA in Tianjin ist heute zu Gesprächen in Schwäbisch Hall. Die 120 Kilometer von Peking entfernte Sonderwirtschaftszone mit rund 9,3 Mio Einwohnern sucht Kontakte zu Investoren und der exportierenden deutschen Wirtschaft. Sie möchte sich dabei auch des im Schwäbisch Haller Eppinger Verlag erscheinenden "Auslandskurier" bedienen, Deutschlands führender Fachzeitschrift für die Exportwirtschaft. Nach den Gesprächen im Verlag wird die Delegation auch von Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim im Schwäbisch Haller Rathaus empfangen.

Eine Stunde gesperrt
Schwäbisch Hall. Eine ganze Stunde lang war gestern die Haller Innenstadt für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Ein Schaussteller war zwar zum Pfingstfest in die Stadt gelangt. Doch beim Verlassen der Stadt "verkeilte" sich der Laster des Fahrgeschäftes gleich zwei Mal zwischen Häusern der engen Altstadtgassen und musste jeweils mit einem 60 Tonnen-Kran um die Ecken gehievt werden. Kurzzeitig beeinträchtigt war auch der Linienverkehr des Haller Stadtbusses.

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Donnerstag 27.5.1999

Wegen 2 fehlten 20 zu 2000
Landkreis Schwäbisch Hall. Da war ein Autofahrer 2000 Kilometer mit seinem Pkw samt Anhänger von Riga in Lettland bis fast nach Hause gefahren. Doch 20 Kilometer von seinem Zuhause im Landkreis Schwäbisch Hall entfernt war die Fahrt zu Ende. Wegen zwei Promille Alkohol im Blut war der Fahrer am Steuer eingeschlafen. Die ganze Fahrt über hatte der Mann "gebechert", angeblich um sich auf der zwei Tage langen Strecke wach zu halten. Funktioniert hat das nicht. Unbeleuchtet stand das Gespann gestern auf dem Standstreifen der Autobahn A6 unweit der Ausfahrt Wolpertshausen. Der Mann aus Riga wurde nicht nur von Polizeibeamten geweckt, sie nahmen ihm auch gleich noch seinen Führerschein ab. Anzeige und Geldstrafe werden folgen.

Einwohnerstatistik
Crailsheim. Die Stadt Crailsheim hat jetzt ihre Einwohnerstatistik für das vergangene Jahr veröffentlicht. Die Stadt ist gewachsen: um 217 Menschen auf jetzt 31662 registrierte Einwohner. Die Zunahme resultiert aus Zuzügen und einem kleinen Geburtenüberschuss von 38 Neugeborenen. Knapp neun Prozent der Crailsheimer sind Ausländer, davon die meisten, nämlich 39 Prozent Türken.17 Prozent stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Darin eingerechnet sind auch die Flüchtlinge in der Sammelunterkunft McKee-Barracks. Bevölkerunsgreichster Stadtteil ist das Neubaugebiet Kreuzberg. Fast 6000 Menschen wohnen dort. Ihren Wohnsitz in der Crailsheimer Innenstadt haben nur noch 4260 Menschen. Kleinster Crailsheimer Ortsteil ist das Dorf Beuerlsbach im Nordosten der Stadt. Gerade mal 262 Personen wohnen dort

Fersehteam bei Schweinen
Wolpertshausen. Ein Fernsehteam der ZDF Umweltserie "planet e" dreht diese Woche in Wolpertshausen bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft einen Film über die schwarz-rosa Schweine der Schwäbisch Hällischen Rasse, über die Rettung der Schweinerasse vor dem Aussterben, über ihre Zucht, ihre umwelt- und artgerechte Haltung und über ihren Verzehr. Was bietet sich da besser an, als das Eurotoques-Kochfest von Europas besten Köchen, das heute in vielen Gaststätten der gehobenen Klasse zelebriert wird. Auch in zwei Haller Restaurants wird Schwäbisch Hällisches Schwein serviert und das Fernsehteam ist natürlich dabei, ab 19 Uhr beim Fünf-Gänge-Menü im Hotel Hohenlohe.

Kein Bademeister
Langenburg. Überall öffnen die Freibäder. Die Saison hat begonnen und am kommenden Wochenende soll es laut Wettervorhersage besonders schönes und heißes Wetter geben. Doch das Freibad von Langenburg bleibt geschlossen. Dort steht noch das Wasser vom vergangenen Winter im Becken. Nichts hat sich getan in Sachen Reinigung und Bereitmachen für die kommende Saison. Möglicherweise fällt in Langenburg die gesamte Saison "ins Wasser". Grund: Die Gemeinde Langenburg findet keinen Bademeister, der ausgebildet ist und bereit wäre für eine Sommersaison nach Langenburg zu kommen. Zwar hat man zwei Aufsichtspersonen für das Becken gefunden , die eine entsprechende Ausbildung haben, doch sie können nicht mit der Technik des Freibades umgehen. Und das Risiko, das Freibad ohne Fachpersonal aufzumachen, ist dem Langenburger Bürgermeister Rüdiger Zibold zu hoch.

Abwasser quer durch Talaue
Langenburg. Nesselbach liegt westlich des Jagsttales auf der Hohenloher Ebene, Bächlingen liegt im Tal direkt an der Jagst. Beide Orte gehören zur Stadt Langenburg, östlich des Tales auf einem Bergvorsprung gelegen. Derzeit werden Gräben quer durchs Tal von einer Seite zur anderen und jeweils die Talhänge hinauf gezogen. Denn Langenburg, bisher auf eigene Quellen angewiesen, wird zum einen an die NOW-Wasserversorgung beim Nesselbacher Speicherbehälter angeschlossen. Zum andern werden künftig die Abwässer von Nesselbach und Bächlingen Kilometer weit und gut 100 Höhenmeter hinauf auf den Langenburger Schloßberg gepumpt. Von dort gelangen sie dann zur Langenburger Kläranlage. Fünf Millionen Mark werden dafür gegenwärtig verbuddelt. Auf diese Lösung war man gekommen, weil es schwierig war in der Hochwasser gefährdeten und naturgeschützten Talaue der Jagst einen Standort für eine Bächlinger Kläranlage zu finden. (ed.: Da darf nur niemals für längere Zeit der Strom ausfallen )

Gold für Klein-Molkerei
Mäusdorf. Eine der kleinsten selbständigen Molkereien im Land, die Molkerei Mäusdorf bei Künzelsau hat jetzt für ihre hervorrragenden Qualitäten bei Sahneprodukten Gold und Silber gewonnen. Dem Wettbewerb bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG hatten sich über 70 Molkereien aus Deutschland und der Schweiz gestellt. Die Molkerei Mäusdorf ist neben der Molkerei Tübingen zweiter "großer" Bioland-Produzent für Milcherzeugnisse im Land.

Gemeinsame Sitzung
Künzelsau. Zu einer gemeinsamen ökumenischen Sitzung trafen sich die evangelischen und katholischen Kirchengemeinderäte von Künzelsau im St. Paulus Gemeindezentrum. Im Mittelpunkt des Gespräches stand die Krankenhaus-Seelsorge. Künftig soll ein aus Mitgliedern beider Konfessionen zusammengesetzter ökumenischer Besuchsdienst am Künzelsauer Krankenhaus tätig sein. Ein kleiner Arbeitskreis aus Interessierten wird diesen Besuchsdienst aufbauen. Weitere bei der Sitzung angesprochene Themen waren die Integration von Spätaussiedlern und weitere ökumenische Kontakte.

Gewerbefest
Gaildorf-Unterrot. Die Vorbereitungen für das erste Unterroter Gewerbefest am Samstag laufen auf Hochtouren. 22 Unternehmen aus dem Gaildorfer Teilort wollen sich vorstellen. Auf die Besucher warten zudem ein großes Rahmenprogramm, unter anderem mit Miss Germany '99, Alexandra Phillipps. Die Firmen beteiligen sich mit Ausstellungs- und Verkaufsständen, präsentieren ihr handwerkliches Können und beteiligen sich aktiv am Rahmenprogramm. Die Unterroter Gewerbetreibenden sowie zahlreiche Vereine und Organisationen haben großen Aufwand betrieben, um für Abwechslung und gute Laune zu sorgen. Eröffnet wird das Unterroter Gewerbefest am Samstag um 13.30 Uhr von Gaildorfs erstem Beigeordneten Hartmut Lenz.

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Freitag 28.5.1999

Strukturproblem
Schwäbisch Hall. Die Stadt Schwäbisch Hall unterhält als Eigenbetrieb einen der letzten, wenn nicht den letzten kommunalen Schlachthof in Deutschland. Verlagerungen eines Großschlächters haben im vergangenen Jahr zu mehr als fünf Millionen Kilogramm weniger an Schlachtgewicht und damit erneut zu einem Defizit geführt. Die Einnahmen gingen um 7,5 die Ausgaben jedoch nur um 3,8 Prozent zurück. Derzeit laufen im Schlachthof Schwäbisch Hall Untersuchungen zu einem Betriebsoptimierungsgutachten, das von der Uni Weihenstephan erstellt wird. Außerdem arbeite man an einem Modell für eine Betreibergesellschaft. Die Stadt Schwäbisch Hall will den Schlachthof zwar erhalten, darüber besteht auch im Gemeinderat fraktionsübergreifender Konsens. Doch zu einer Stätte von Dauersubventionierung soll der Haller Schlachthof nicht werden. Eine Strukturdebatte wurde von mehreren Seiten im Rat beantragt.

Teufel kommt
Schwäbisch Hall. Sicherlich war Ministerpräsident Erwin Teufel seither schon mehrmals im Landkreis, 1997 in Crailsheim bei der 50 Jahrfeier zur Städtepartnerschaft mit Worthington und erst im letzten Jahr hielt er im Festzelt beim Volksfest eine Rede, doch der letzte richtige Kreisbesuch liegt bereits vier Jahre zurück. Im Juni kommt "Landesvater" Erwin Teufel nach Schrozberg, um das neue Jugendzentrum im Güterschippen zu begutachten, danach besucht er Procter & Gamble, den Pampershersteller in Crailsheim und gegen Abend wird Erwin Teufel in Schwäbisch Hall erwartet. Dort besichtigt er das neue Gefängnis und gibt abends im Neubausaal einen Bürgerempfang. Das ganze findet am Dienstag 22. Juni statt.

BSH auf Rekordkurs
Schwäbisch Hall. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat in den ersten vier Monaten soviele Neuverträge verkauft wie noch nie zuvor im ersten Jahresdrittel. Nicht einmal im bisherigen Rekordjahr 1996. Die Zuwachsraten liegen sehr deutlich im zweistelligen Prozentbereich, so ein BSH-Sprecher. Gut vom Publikum angenommen werde auch das sogenannte Drei-Prämien-Paket, das die BSH gemeinsam mit der Union Investment seit Inkrafttreten der verbesserten staatlichen Förderung anbietet. Für diese optimale Ausnutzung von Vermögenswirksamen Leistungen, Wohnungsbauprämie und der neuen Fonds-Sparprämie reklamiert die Nummer eins unter den privaten Baussparkassen in Deutschland ebenfalls Marktführerschaft für sich.

Entscheidung über Fusion
Bad Mergentheim/München. Die Securenta Bank AG in München will die Bad Mergentheimer Partin-Privatbank übernehmen. Die zum Finanzkonzern Göttinger Gruppe gehörende Securenta hat bereits die Aktienmehrheit der Partin-Bank erworben. Es gilt daher als sicher, daß heute die Gesellschafterversammlung der Partin Bank in Bad Mergentheim der Verschmelzung zustimmen wird. Aktionäre aus dem Kreis der Göttinger Gruppe waren bereits 1997 in die nach eigenen Angaben größte Privatbank Baden-Württembergs eingetreten. Damals war die Bank wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten vorübergehend geschlossen worden. Der damalige Geschäftsführer der Klaus Partin wurde mittlerweile vom Landgericht Stuttgart zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Heute Statisten-Casting
Schwäbisch Hall. Auch in dieser Spielzeit haben spielfreudige Talente Gelegenheit, als Statisten bei den Haller Freilichtspielen mitzuwirken. Für "Die Jungfrau von Orleans" und den "Glöckner von Notre-Dame" werden heute Abend die unterschiedlichsten Rollen besetzt: ländliche Freier der schönen Schwestern Johannas und heldenhafte Soldaten, charmante Hofdamen und rauhe Folterknechte, resolute Bürgerinnen und hinterlistige Gauner. Interessierte treffen sich mit den Regisseuren, Assistenten und Intendant Achim Plato heute ab 18 Uhr an der Großen Treppe vor St. Michael. Sie sollten volljährig sein, ihren Terminkalender mitbringen und vor allem - während der Spielzeit '99 nicht in Urlaub fahren.

Jüdisches Museum
Creglingen. Die Stadt Creglingen bekommt ein jüdisches Museum. Gesponsert wird es von Arthur Obermayer, einem Amerikaner, dessen Vorfahren aus Creglingen stammen. Er hat jetzt das Haus seiner Vorfahren gekauft und will dort ein Museum zur Dokumentation einrichten. Das Haus in der Creglinger Badgasse soll in den nächsten zwei Jahren zur Gedenkstätte umgewandelt werden. 100.000 Dollar stellt Arthur Obermayer dafür zur Verfügung.

Kajakfahrer gefunden: wohlauf
Satteldorf. Der vor einer Woche auf der Jagst treibend gesichtete Kajakfahrer, nach dem mehrere Tage ergebnislos gesucht worden war, ist wohlauf.Es handelt sich um einen Jugendlichen aus einer sozialtherapeutischen Einrichtung, der zusammen mit einem Betreuer an der Jagst war. Sein Boot war gleich, nachdem er es zu Wasser gelassen hatte, gekentert. Dies war von den Zeuginnen beobachtet worden. Noch während sie die Polizei und Rettungskräfte verständigten, kam dem Jugendlichen der Betreuer vom Ufer aus zu Hilfe. Der 16jährige und sein Betreuer hatten die Jagst bereits verlassen als Polizei und Rettung eintrafen. Erst Tage später hatten sie über Umwege von der Suche erfahren und sich gestern bei der Crailsheimer Polizei gemeldet.

Sturz überlebt
Crailsheim. Einen Sturz aus der zweiten Etage seines Wohnhauses überlebte gestern ohne nennenswerte Verletzungen ein betrunkener Mann in Crailsheim. Er hatte in seinem benebelten Zustand die Wohnungstür und die Tür zum Balkon verwechselt. Auf dem schmalen Balkon übersah er dann das Geländer und verlor das Gleichgewicht, als er dagegen stieß. Kopfüber stürzte er daraufhin in die Tiefe. Wie man später im Krankenhaus feststellte, war dem Mann beim sechs Meter tiefen Sturz ausßer einigen Prekkungen und Abschürfungen überhaupt nichts passiert.

Postagentur geplündert
Crailsheim. Mehrere tausend Mark fielen einem Langfinger in die Hände, der am späten Mittwochnachmittag den Kundenandrang in einem Lebensmittelladen ausnutzte. Als das Personal des kleinen Selbstbedienungsladens auf dem Crailsheimer Kreuzberg mit Kunden anderweitig beschäftigt war, knackte er die Kasse der im selben Laden befindlichen Postagentur und räumte das gesamte Bargeld ab. Die Polizei sucht nun Zeugen, die zwischen 16.15 und 16.30 Uhr verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, denn der Täter konnte das Geschäft unerkannt verlassen.

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Samstag 29.5.1999

35 Punkte in Flensburg
Schwäbisch Hall. Beschlagnahmt wurde jetzt das Auto eines Mannes, der zwischen Schwäbisch Hall und Hessental in eine Verkehrskontrolle geriet. Der 45jährige durfte nicht mehr weiterfahren und erhält zudem noch eine Anzeige. Er war munter weiter Auto gefahren, obwohl ihm längst die Fahrerlaubnis entzogen war. Der 45jährige hatte es nämlich auf sage und schreibe 35 Punkte auf seinem Flensburger Verkehrssünderkonto gebracht.

Bauern contra Chemiemultis
Hohenlohe. Eine Folge des Anfang der 90er Jahre erlassenen Sortenschutzgesetzes und verschiedener EU-Richtlininien zum geistigen Eigentum an den Ergebnissen von Pflanzenzucht und Gentechnik ist, daß Bauern mehr Gebühren bezahlen sollen. U.a. auch für Saatgut, das sie aus eigenen Ernten gewinnnen aber ursprünglich von zertifiziertem Saatgut stammt. Dagegen ziehen verschiedene Bauern zu Felde. Zwei Landwirte aus dem Hohenlohischen bei Schrozberg wurden jetzt vor die 7. Zivilkammer beim Landgericht Mannheim zitiert, weil sie sich beharrlich weigern, die sogenannte Nachbaugebühr zu bezahlen und die Fragebögen einer Saatgut-Treuhand-Gesellschaft zu beantworten. Einen Teilerfolg konnten die Landwirte bereits erringen: die Treuhandfirma muß einen Sortenschutz-Nachweis für jede einzelne Firma erbringen, die von ihr vertreten wird. Nächster Verhandlungstermin ist am 9. Juli. Die Landwirte wollen auf jeden Fall die Verfassungsmäßigkeit des Sortenschutzgesetzes prüfen lassen.

Rettungswache fertig
Schwäbisch Hall. Die neue Rettungswache des DRK, die auf einem Gelände unterhalb des Diakoniekrankenhauses gebaut wurde, ist fertiggestellt und hat vergangene Woche ihren Betrieb aufgenommen. Offiziell eingeweiht wird der Bau am 19. Juni. Untergebracht sind dort die Sanitäter und die Einsatzfahrzeuge des Haller DRK. Die Rettungsleitstelle wird an der Steinbacher Straße beim Haller Bahnhof bleiben und voraussichtlich zum 1. Januar 2000 als integrierte kreisweite Rettungsleitstelle von Rotem Kreuz und Freiwilliger Feuerwehr ihre neue Arbeit aufnehmen. Der jetzt neugeschaffen Bau der Rettungswache kostete 1,3 Mio Mark und wurde über Landeszuschüsse und Eigenmittel des Haller DRK-Kreisverbandes finanziert.

Energietage
Crailsheim. Zwei Tage dreht sich am Wochenende in Crailsheim alles um das Thema Energie. Die Stadtwerke Crailsheim veranstalten mit 50 Ausstellern und zahlreichen Sonderveranstaltungen zum zweiten Mal ihr Energietage. Schwerpunkte, so Stadtwerkesprecher Herbert Gallasch sind Solarenergie und Brennwerttechnik. 50 Aussteller zeigen auf dem Gelände der Stadtwerke passive und aktive Solaranlagen, Heizkörper und Anlagen zur Erdgas-Brennwerttechnik, zum wirtschaftlichen Heizen mit Holz, zeigen Gasherde und kleine Blockheizkraftwerke und Anlagen zur Regenwassernutzung. Eröffnet werden die Energietage von Dr. Hermann Scheer, dem Umweltexperten der SPD-Bundestagsfraktion.

Geringere Erträge
Schwäbisch Hall. Obwohl sich die Abschlüsse der Baussparkasse Schwäbisch Hall bei Neuverträgen auf bislang nie gekannten Höhen bewegen, hat die Baussparkasse Schwäbisch Hall mit Ertragsproblemen zu kämpfen. Die Gewerbesteuervorauszahlungen an die Stadt Schwäbisch Hall werden deshalb nach unten angepasst. Darüber informierte jetzt Baussparkassenvorstand Dr Alexander Erdland die Verwaltungsspitze der Stadt Schwäbisch Hall. Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer werden allerdings durch andere steuerrechtliche Neuregelungen teilweise wieder ausgeglichen. So muß die Baussparkasse Schwäbisch Hall etwa Gelder aus einem Sicherrungsfonds innerhalb von fünf Jahren versteuern, was die Mindereinnahmen etwas abmildert.

Kein Gipsabbau
Michelfeld. Die Gemeinde Michelfeld bei Schwäbsich Hall hat im Streit mit den Gipsfirmen obsiegt. Die Klage der Gipswerke wurde vom Verwaltungsgerichtshof abgewiesen, eine Revision wurde nicht zugelassen. Die Gipsfirmen hatten die Rechtmäßigkeit eines Gemeinderatsbeschlusses aus dem Jahr 1986 angezweifelt, mit dem die Michelfelder einen Gipsabbau im Naherholungsgebiet Streifleswald ablehnten. Während die Gemeinde Michelfeld und Bürgermeister Reiner Schickner davon ausgehen, daß nun auch den anderen noch anhängigen Verfahren in dieser Sache die Grundlage entzogen ist, und sich über das Urteil des VGH erfreut zeigten, fürchten die Vertreter der Gipsfirmen um die Rohstoff-Versorgung des Firmenstandortes in Michelbach-Burgbretzingen.

Eigene Läden
Künzelsau. Mit einer neuen Strategie will der Künzelsauer Jeanshersteller Mustang trotz zurückgehender Umsätze seine Marktstellung sichern. In den größeren Städten will Mustang künftig mit eigenen Läden vertreten sein. Ziel ist es, die Innenstädte, die City-Lagen für den Jeansmarkt zurückzuerobern, denn viele Händler haben sich auf die Grüne Wiese zurückgezogen und lockten mit Billigangeboten. Mustang Jeans aber werden nicht billig, sondern bleiben Qualität, die in den neuen Läden stets aktuell angeboten werde. "Wie an der Frischtheke", so Mustangsprecherin Johanna Maier. "Was sich nicht verkauft, fliegt raus." Die eigenen Läden aber sollen, wie man bei Mustang versicherte, keine Konkurrenz zu den rund 2000 Händlern werden, die Mustang-Produkte verkaufen. Die ersten Mustangläden werden in Wien, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Paris eröffnet.

Wirte-Demo
Schwäbisch Hall. Auch Gastwirte aus Hohenlohe und dem Raum Schwäbisch Hall sind für Montag zu einer Protestfahrt nach Bonn aufgerufen. Der Hotel- und Gaststättenverband wendet sich mit der geplanten Großdemonstration vor allem gegen die Neuregelung der sogenannten 630-Mark-Jobs. Doch für viele Köche und Gastwirte wie Peter Würz vom Gasthaus Sonne in Schwäbisch Hall, geht das Geschäft vor. "Ich finde es ja gut, wenn der Verband eine derartige Demonstration organisiert, aber ich denke, für die meisten Gastronomen in meiner Größe wird eine Beteiligung kaum möglich sein. Dazu sind wir zu sehr in unsere Betriebe eingebunden. Uns fehlt schlicht die Zeit."

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Sonntag 30.5.1999

Stromausfall
Schwäbisch Hall. Für rund 90 Minuten waren am Freitag Nachmittag Teile der Schwäbisch Haller Stadtteile Hessental und Sulzdorf ohne Strom. Kleinere Auswirkungen dieses Totalausfalles waren auch in der Haller Innenstadt zu spüren, wo wegen Sekunden kurzer Stromausfälle in zahlreichen Büros plötzlich ungespeicherte Bildschirminhalte verschwanden oder Computer plötzlich neu booteten, elektronische ladenkassen aufsprangen oder digitale Uhren statt der Zeit blinkende Zahlen zeigten. In vielen Fällen war auch das Telefonieren nicht mehr möglich, da vor allem ISDN-Anlagen auf eine externe Stromversorgung angewiesen sind. Ausgefallen waren auch die Ampelanlagen entlang der Bühlertalstraße, die aber kurz vor dem Freitags-Berufsverkehr wieder eingeschaltet werden konnten. Ursache: Ein Bagger hatte im Gewerbegebite Solpark ein ganzes Bündel von Erdkabeln erwischt und die Stromleitungen unterbrochen. Die Folgeschäden sind noch nicht abschätzbar, dürften aber beträchtlich sein.

900 Jahre
Heiligenbronn. Der heute zur Stadt Schrozberg im Kreis Schwäbisch Hall gehörige Ort Heiligenbronn ist 900 Jhare alt. Gefeiert wird die erste urkundliche Erwähnung an diesem Wochenende. Zu den Höhepunkten zählt heute der Festgottesdienst, der vom württembergischen Landesbischof Eberhard Renz zelebriert wird. Außerdem ist im Dorfgemeinschaftshaus eine Ausstellung über die `jüngere' Geschichte Heiligenbronns zu sehen. Anläßlich der Feierlichkeiten ist auch eine 150 seitige Festschrift erstellt worden, die ebenfalls im Dorfgemeinschaftshaus erhältlich ist.

Heute doch kein Spiel
Schwäbisch Hall/Kempten. Die American-Footballer der Schwäbisch Hall Unicorns waren nicht allzu enttäuscht, als Mitte der Woche die Nachricht kam, daß das für heute geplante Spiel gegen die Allgäu Comets ausfallen muß. Der Platz in Kempten ist wegen des Hochwassers vergangene Woche nicht bespielbar. Den Hallern kam diese Spielabsage gerade recht, können sie sich so doch eine Woche länger auf die neue Situation nach dem Ausfall ihres Quarterbacks Andreas Weis einstellen. Weis' Bänderverletzung am Handgelenk wurde diese Woche operiert. Er wird wohl für den Rest der Saison ausfallen. Weniger erfreulich ist allerdings, daß der gesperrte Runningback Benjamin Ehlers seine Rote-Karte-Sperre nun erst am kommenden Wochenende beim Spiel gegen die Tabellenführer der Franken Knights aus Rothenburg absitzen kann. Die Haller Zweitligisten sehen sich in der gegenwärtigen Situation doch ganz schön unter Druck, ihr Ziel, den Aufstieg in die erste Liga, in dieser Saison noch zu erreichen.

Keine Personaleinsparung
Landkreis Schwäbisch Hall. Die Unternehmensgruppe "Dienste für Menschen", die auch im Landkreis Schwäbisch Hall Wohnstifte, Pflegeheime und eine Rehaklinik betreibt, wird keine Kosteneinsparungen über das Personal betreiben. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten 98er Geschäftsbericht der diakonischen Einrichtung hervor. Allerdings ist eine Straffung der Führungsorganisation geplant. "Wir sparen bei den Häuptlingen, nicht bei den Indianern", so Geschäftsführer Peter Junker. Auch soll es künftig eine ständige Wirtschaftlichkeitsprüfung der Einrichtungen geben. Modellhaft liegt eine solche Prüfung bereits für die Einrichtung in Schwäbisch Hall vor. Dort hatte das Pflegeheim eine nahezu 100 prozentige Auslastung seiner Kapazität von 128 Betten, das Wohnstift eine solche von 96,4 Prozent. Auch die Pflegeheime und Wohnstifte im Haller Lindach und in Vellberg liegen nur wenige Punkte unter der 100 Prozentmarke. Die AERPA-Rehabilitationsklinik in Ilshofen ist mit 40 Betten und 13.000 Belegtagen zu 89,1 Prozent ausgelastet.

Bechtle wächst
Gaildorf. Das EDV Systemhaus Bechtle, das vor wenigen Jahren den Sitz seiner Holding von Heilbronn nach Gaildorf im Landkreis Schwäbisch Hall verlegte, wächst weiter. Jetzt kaufte der IT-Dienstleister das Systemhaus micronet GmbH aus Friedrichshafen und setzte damit seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 500 auf 525 Mio Mark herauf. Mit neun System-Häusern in Baden-Württemberg sowie elf Häusern in anderen Bundesländern und insgesamt 907 Mitarbeitern gehört Bechtle zu den fünf größten EDV-Dienstleistern Deutschlands. Ein Börsengang von Bechtle ist zwar geplant, ein Zeitpunkt dafür steht aber noch nicht fest.

Unterschlagung
Schwäbisch Hall. Dreist ging ein Fahrraddieb in Schwäbisch Hall Hessental vor. Er zeigte in einem Fahrradgeschäft Interesse für ein goldfarbenes Wheeler Rad mit 24-Gang-Schaltung. Er vereinbarte eine kurze Probefahrt. Doch von dieser Probefahrt kam er schlicht und einfach nicht mehr zurück. Sein altes, weißes Kettler-Rad ließ der Dieb beim Händler stehen. Wert der Beute: fast 1700 Mark

Bauhandwerker schaffen sonntags
Wackershofen. Bauhandwerker schaffen auch sonntags. Allerdings nur im Museum. Im Freilandmuseum von Wackershofen zeigen heute Bauhandwerker, wie man früher Nägel und Beschläge für Fenster und Türen von Hand schmiedete, wie man das Flechtwerk zwischen den Holzgefachen von Mauern mit Lehm füllte, wie man Holzverbindungen und Balken herstellte, oder Holzsschindeln oder Verglasungen von Fenstern oder Walzenmuster auf verputzten Innenwänden... Auch die Sägmühle des Museums kann aufgrund des guten Wasserstandes im Stauteich mit Wasserkraft betrieben werden. Der Bauhandwerkertag im Museum beginnt heute um 11 Uhr.

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Montag 31.5.1999

Euro-Talkrunde
Schwäbisch Hall. Die heute stattfindende Euro-Talkrunde im Schwäbisch Haller Neubausaal ist die einzige öffentliche Podiumsdiskussion zur Europpawahl in weitem Umkreis. Da es keine Wahlkreise im herkömmlichen Sinn gibt, wurden zur Talkrunde die Kandidaten eingeladen, die zu Hohenlohe einen direkten Bezug und deren Parteien eine reele Chance auf den Einzug ins Europäische Parlament haben. Die Zeitungsredakteure Rainer Hocher und Hanns-Georg Szczepanek, dazu der Haller Landrat Ulrich Stückle als Kreisvorsitzender der überparteilichen Europa-Union diskutieren mit den EU-Parlamentariern Winfried Menrad (CDU) aus Schwäbisch Hall, Evelyne Gebhardt (SPD) aus Mulfingen sowie dem (wegen seines Listenplatzes persönlich chancenlosen) Kandidaten Ingo Bücher (FDP) aus Schwäbisch Hall. Der auf Platz eins der Baden-Württembergischen Grünen schon sicher im Europa-Parlament geglaubte Wolfgang Reimer aus Gaildorf sollte ursprünglich ebenfalls aufs Podium. Doch die unberechenbaren Grünen stellten ihn auf ihrer Bundesversammlung trotz des guten Platzes bei der Landes-Vorauswahl nicht einmal auf. So fehlt bei dieser Veranstaltung, die heute um 19.30 Uhr beginnt, die grüne Komponente aus lokaler Sicht.

Heute letzter Krankenhaustag
Rot am See-Brettheim. Mit viel Engagement, mit einem Freundeskreis, der über 200.000 Mark an Spenden sammelte und mit einer Kommune, die erst vor wenigen Jahren noch 1,3 Mio Mark in die Sanierung steckte, hatte die Bevölkerung rund um Rot am See versucht ihr kleines Krankenhaus zu retten. Doch die Politik ging nach dem Rasenmäherprinzip vor und strich dem 20 Betten-Gemeindekrankenhaus von Rot am See-Brettheim den gleichen Prozentsatz an Betten wie den großen Krankenhäusern. Zusätzlich sprach die AOK von 60 Prozent Fehlbelegung, weil im örtlichen Krankenhaus nicht streng nach genormten Pflegezeiten behandelt wurde. Wenn dort aber eine pflegebedürftige Großmutter ein paar Tage länger bleiben konnte, weil die "zusammengeschaffte" pflegende Schwiegertochter noch zur Kur war, dann war dies kein Mißbrauch, sondern gelebte Mitmenschlichkeit in einem ländlichen Gebiet, wo jeder noch um die individuellen Nöte und Probleme seines Nächsten weiß. Doch selbst durch die niedrigsten Pflegesätze im Landkreis ließen sich Sozialkverwaltung und Kassen nicht umstimmen. Heute schließt das kleinste Krankenhaus Baden-Württembergs nach 80jähriger Geschichte. Das Haus soll jetzt in ein privates Pflegeheim umgewandelt werden.

Agenda 21 im Jagsttal
Mulfingen. Der Gemeinderat von Mulfingen an der Jagst hat in seiner jüngsten Sitzung als einer der ersten kleineren Orte in der Region die Einleitung eines Agenda 21 Prozesses beschlossen. Ziele und Entwicklungsperspektiven will man gemeinsam mit den Bürgern in den Bereichen Natur-und Umwelt, Ökonomie und Arbeitsplätze sowie Lebensqualität und kulturelle Aktivitäten erarbeiten. Alle interessierten Bürger von Mulfingen und seinen Teilgemeinden sind aufgerufen sich an der Agenda 21 mit Ideen und Diskussionbeiträgen zu beteiligen.

Tagesklinik kommt
Schwäbisch Hall. Die seit langem gewünschte und selbst von der Politik geforderte Tagesklinik für psychisch Behinderte aus dem Raum Schwäbisch Hall kommt: voraussichtlich zum Jahresende wird sie am Diakoniekrankenhaus ihren Betrieb aufnehmen können. Die dazu notwendigen Verträge zwischen dem Diak, dem Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg und dem Samariterstift in Nürtingen seien inzwischen ausgehandelt worden, hieß es dazu beim Haller Diakonischen Werk. Die Einrichtung soll ihren Platz im sogenannten 'Kleinen Frauenheim` auf dem Gelände des Diaks erhalten. Dort ist bislang ein Wohnheim für Krankenschwestern und andere Mitarbeiter untergebracht. Insgesamt sollen in der Tagesklinik 25 Plätze entstehen. Eine abschließende Zustimmung des zuständigen Stuttgarter Sozialministeriums fehlt allerdings noch.

Fröschke siegte
Schwäbisch Hall. Der Schwäbisch Haller Langstreckenläufer Werner Fröschke siegte gestern beim Halbmarathon in Leinfelden. Zum 25sten Mal war der Schönbuch-Marathon in Leinfelden gestern ausgetragen worden. Bei den Männern im Halbmarathon errang Werner Fröschke von der Wettkampfgemeinschaft Leichtathletik (WGL) Schwäbisch Hall den Sieg in 1 Stunde 11 Minuten und 47 Sekunden.

 

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